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Archiv - April 30, 2008

Reality-Check: Castingshow versus Audition

Seit dem Aufkommen der Musical-Reality-Shows, wie man die durch die Bank im deutschsprachigen Raum fehlgeschlagenen Versuche, Musical-Castingshows im TV zu veranstalten, bezeichnet, stellt sich eine Frage: Wie sehr unterscheiden sich TV-Castingshows von realen Auditions? Immer wieder wird davon gesprochen, wie arm die Kandidaten im Fernsehen sind, was sie sich nicht alles anhören müssen, man erzählt von Stand-by-Psychiatern, die zur mentalen Erstversorgung mit gesprächstherapeutischen Defibrillatoren bereitstehen. Die Showjuroren werden gegeißelt, wenn sie ihrerseits mal wieder einen der Kandidaten medial durchgewurschtet haben. Aber mal ehrlich? Ist diese geschützte Pseudocasting-Werkstätte tatsächlich vergleichbar mit der Realität, mit dem, was ausgebildete Darsteller Audition für Audition erleben? Werfen wir doch mal ein paar Seitenblicke auf den Audition-Alltag aus dem Blickwinkel einiger Darsteller.

Stellen Sie sich vor, Sie sind ausgebildeter Musicaldarsteller, haben an einer renommierten Musicalschule ihren Abschluss gemacht, können auf Hauptrollen-Engagements in großen Musicals verweisen und finden sich plötzlich bei einer Audition mit folgendem Statement konfrontiert: “Bitte bewerben Sie sich nie wieder bei uns.” Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in dieser Branche und ein Großmogul des Business setzt Sie auf seine berühmt-berüchtigte schwarze Liste. Es bleiben Ihnen natürlich diverse Möglichkeiten: Kleinproduktionen und das Auswandern beispielsweise. Eines ist klar: Castingshows im Fernsehen sind Pipifax verglichen mit dem, was Musicaldarsteller in ihrem Beruf tagtäglich erleben.

Wir alle kennen die klassische Audition-Situation. Eine schöne Bühne, ein Klavier, ein Korrepetitor, Licht und das Leading Team im Theatersaal. Man hat ein Lied vorbereitet, eventuell mehrere. Am Ende der Audition ein knappes “Danke. Wir melden uns bei Ihnen.” - eine klassische Situation bei einer realen Audition, in etwa Standard (mit ein paar schmückenden Beiwörtern) bei Fernsehcastingshows, es sei denn Scherzkandidaten singen vor, aber die sind an dieser Stelle nicht mehr erwähnenswert.

Die Realität kann aber auch folgendermaßen aussehen: ein relativ kleiner, stickiger Raum, keine Bühne, ein Leading Team von 25 Leuten, von denen die meisten nichts unmittelbar mit der Auswahl zu tun haben. Grelles, unvorteilhaftes Licht. Sie beginnen mit ihrem Song - und 5 der 25 Zuhörenden stehen auf, verlassen den Raum, demonstrieren damit, dass sie nicht wirklich Interesse an Ihrer Audition haben.

Oder folgende Situation: Sie singen für eine Hauptrolle vor, haben einen beeindruckenden Lebenslauf, können auf erfolgreiche Shows mit den Produzenten, für die Sie gerade vorsingen, verweisen, hören aber vom Regisseur: “Na schaun wir mal, ob Sie auch wirklich etwas können oder nur ein schönes Gesicht haben.” Wozu dann überhaupt ein Lebenslauf, wenn ihn ohnedies niemand ernst nimmt. Eine der Erfahrungen, die man als Darsteller macht: Man hat nicht unbedingt Vorteile, wenn man mehr gemacht hat. Man reiht sich stets mit den Anfängern ein. Wo ist die Steigerungsmöglichkeit? In einem normalen Beruf sieht man bei der Bewerbung auch auf das bisher Erreichte und stellt dann fest: qualifiziert oder nicht qualifiziert. Sich einen “Namen” machen, das wäre eine Möglichkeit. Aber im Musicalbusiness ist das nicht leicht. Die Anzahl der Leute, die sich einen “Namen” gemacht haben, wird, nicht ohne Grund, oft auf eine einzige Person eingeschränkt. Da haben es die Kandidaten bei Castingshows besser: Mit ihnen fiebert ein Gutteil der Nation mit, sie haben die Chance, von Null zum “Star” zu werden - für eine gewisse Zeit.

Wenn Sie es schon als Bewerber für eine Hauptrolle nicht ganz einfach haben, kann es Sie noch schlimmer erwischen, nämlich dann, wenn Sie als Tänzer für eine Ensemblerolle vorsingen. Sie haben 16 Takte, um ihr Gesangstalent zu demonstrieren. Das ist doch genau der richtige Zeitpunkt für eine Pinkelpause, meinen da einige Leute aus dem Leading Team. Also ehrlich, Tänzer muss man sich doch nun nicht anhören.

Auch was die Songauswahl betrifft, sollte man sich nichts vormachen. Wundern Sie sich nicht, wenn man zu lachen beginnt, wenn Sie einen Song vom „falschen“, gerade nicht genehmen Komponisten anstimmen, seien Sie froh, wenn nicht gleich alle den Raum verlassen.

Es gibt Auditions, da ist man sicher, wirklich voll im Rennen zu sein. Zur Vorbereitung bekommt man einen ganzen Packen an Material, man studiert die Songs ein, meint sich laut offizieller Ausschreibung als der richtge Typ für die Rolle, doch plötzlich, vor Beginn des Auswahlprozesses, gibt es neue Noten, und zwar für 20 Leute exakt nur 10 Kopien. Selbstverständlich unterstützt man sich gegenseitig, wundert sich aber doch ein wenig über die mangelnde Professionalität. So hockt man sich mit den Konkurrenten zusammen und bemerkt … dass plötzlich völlig andere stimmliche Voraussetzungen gefragt sind. Da steht doch tatsächlich ein hohes D in den Noten. Im bisher zur Verfügung gestellten Material und laut Ausschreibung war die höchste Stelle ein hohes A. Blöde Sache, denkt man sich: “Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich gar nicht erst hergekommen.” Andere haben freilich größeres Pech. Sie sind von weit her auf ihre Kosten eigens angeflogen. Doch nicht genug damit: Beim Callback befindet man sich in “bester” Gesellschaft, im wahrsten Sinne des Wortes. So gut wie alle Darsteller, die in den letzten beiden Jahren im gesamten deutschsprachigen Raum Hauptrollen gespielt haben, egal welcher Art, sind anwesend - und singen für dieselbe Rolle vor: von Stimme, Aussehen, Statur und Alter VÖLLIG unterschiedlich - klein, groß, dick, dünn, blond, schwarz. Bei 6 aus 45 sind die Chancen auf den Jackpot fast größer. Als Darsteller fühlt man sich so, als würde man in einem Zirkus vorgeführt werden, andererseits drängt sich die Frage auf, ob da das Leading Team denn überhaupt die Hausaufgaben gemacht hat, die notwendig gewesen wären, um eine passende Auswahl durchführen zu können, ohne Leuten abzusagen, die ohnedies nie ins Konzept gepasst hätten. Als Darsteller gibt man sich immerhin auch viel Mühe, sich entsprechend den Rollenbeschreibungen vorzubereiten. Nicht immer freilich klingt das, worauf man sich einzustellen hat, logisch: Da gibt es immer öfter so wunderbare Angaben wie: “Spielalter: 20″. Was heißt das? Oder “Spielalter: 21″. Was soll man sich darunter vorstellen. Man spielt nicht 19, 20, nicht 22, nein 21?

Es kann nicht ärger kommen? Aber sicher doch. Stellen Sie sich vor, Sie haben tatsächlich Glück und bei einer vier Tage dauernden Audition sind Sie jeden Tag einer der Favoriten. Von Mitgliedern des Leading Teams bekommen Sie nach Ihrem Vorsingen bei gemeinsamen Zigarettenpausen im Beisein auch ihrer Mitkonkurrentinnen das beste Feedback. Großartig sind Sie, wirklich toll. Ihre Kollegin neben ihnen verfällt gerade, bricht in Tränen aus. Auch sie hat doch gerade vorgesungen. — Richtig, eigentlich stehen alle da, weil sie den Job wollen, ihre Miete zahlen müssen. Zeugt es da von einer besonders professionellen Einstellung, wenn sich Mitglieder des Leading Teams mit Darstellern verbrüdern? Ist es nicht vielmehr so, dass Leading Team und Kandidaten sich nicht mischen sollten, dass ein knappes “Danke, Sie hören von uns” zwar hart, aber fair ist. Wer schützt junge Darsteller vor falschen Komplimenteverteilern? Wer schützt sie dann am Ende, wenn aus einem anfänglichen “Alle in diesem Raum wollen, dass du die Rolle bekommst” doch nur ein “Wir sind uns alle einig geworden, dass du es nicht bist” wird - mit einer Begründung, die so ausfallen könnte: “Die Stimme passt doch nicht.” 4 Tage lang Topfavorit, dann passt die Stimme doch nicht? Im Land der unmöglichen Möglichkeiten sind Darsteller vor solchen Zuständen geschützter, da wäre eine solche Vorgehensweise unter Umständen sogar klagbar. Mündliche Zusagen werden dort nicht leichtfertig gemacht. Es geht nicht etwa darum, “künstlerische Entscheidungen” anzuzweifeln, es geht um eine gewisse Fairness. Wenn man ganz offensichtlich jemand gefunden hat, der in den Raum gekommen ist und - wow - wieso bestellt man dann alle anderen noch zu weiteren Vorsingen, schürt Hoffnungen, bietet dann Absagen, die menschlich gesehen untragbar sind wie “Die Stimme passt nicht”, wo doch das Leading Team eben noch der Meinung war, es sei so toll gewesen. Wieso kein Feedback, das man verstehen kann, das dabei hilft, es beim nächsten Mal besser zu machen, oder wenn es schon nicht dazu gedacht ist, zu helfen, dann doch Feedback, das nicht die künstlerische Qualität des Vorsingenden grundsätzlich in Frage stellt.

Andererseits, diejenigen, die eine Absage bekommen, können ja noch froh sein, denn die Fälle mehren sich, da Künstler nicht mal das bekommen. Sie gehen zu einer Audition und hören nie wieder etwas von der Produktion. Leute mit Galgenhumor laufen dann schon mal rum und erzählen, wie toll das doch sei, man müsse wohl nach wie vor im Rennen sein, denn Absage, nein, eine Absage habe man ja nie erhalten.

Manchmal wird Darstellern ganz klar der Eindruck vermittelt, dass Auditions zu Fließbandgeschichten werden. Bei Callbacks ist keine Zeit mehr, mit dem Material zu arbeiten, weil beim Final Call über 130 Leute den Job wollen. Man bekommt zwar jede Menge Material, das man auch einstudieren muss, aber kann dann davon praktisch nichts präsentieren. Auditions nehmen manchmal so etwas wie “Superstar”-Charakter an. Wir suchen die, die wir mögen, aber nicht die, die in die Rollen passen. Womit wir wieder am Beginn wären. Was ist der Unterschied zwischen Castingshows und der Realität.

Theater Akzent: Tanzshow 08 (Premiere)

30. April 2008
19:00bis21:00

Theater Akzent: TANZSHOW 08 mit Musicalhighlights der Musikschule Liesing
30. April 2008 19:00 Uhr

Weitere Vorstellung: 1. Mai 2008, 17:00 Uhr

Die Tanzklassen und Musicalcompany der Musikschule Liesing präsentieren in ihrer Show 08 Musicalhits, Ballett-, Stepp- und Jazztanz, dargeboten von Kindern und Jugendlichen zwischen 5 und 21 Jahren

Theater Längenfeldgasse: Marlene (Premiere)

30. April 2008
19:30bis21:30

Theater Längenfeldgasse: Marlene (Premiere)
von Pam Gems / Österreichische Erstaufführung
Premiere: 30. April 2008, 19:30 Uhr
Eine Produktion von: Volkstheater in den Bezirken

Mit: Susa Meyer u. a.

Inhalt/Geschichte
Marlene Dietrich gibt eines ihrer letzten Konzerte in Paris. Im Theater wird sie empfangen von Vivian Hoffmann, einer jungen Schriftstellerin und Freundin. Marlene ist die Göttin, die Furie, die disziplinierte Junkerstochter, die Hausfrau - sie lässt es sich nicht nehmen, den Fußboden selbst zu wischen, und das auf Knien - und vor allen Dingen ist sie der Star. Mit Interviews und Proben schreitet der Abend in ihrer Garderobe voran, der Beginn ihrer Vorstellung naht: Marlene tritt auf, Marlene singt und Marlene triumphiert.

Der Zufall wollte es, dass die englische Autorin Pam Gems die weltberühmte Filmdiva Marlene Dietrich bei ihren Vorbereitungen auf eines ihrer legendären Konzerte beobachten konnte. Was sie dort in der Gasse der Bühne, sah entsprach so überhaupt nicht der Aura von Glanz und Glamour, die die weltberühmte, unnahbar wirkende Filmdiva ansonsten umgab. Ängstlich zitternd bangte Marlene ihrem Auftritt entgegen. Der Widerspruch zwischen der glanzvollen, gefeierten Perfektionistin, die das Publikum in einen einmaligen, fast mystischen Bann zog und dem verunsicherten Wesen vor dem Gang auf die Bühne regte Pam Gems zu ihrem Stück “Marlene” an, das 1977 in London seine gefeierte Uraufführung erlebte.

Regie: Andy Hallwaxx
Bühne: Hans Kudlich
Kostüme: Erika Navas
Musikalische Leitung: Matthias Bauer
mit Susa Meyer und Annette Isabella Holzmann

Tickets
Theater Akzent, 1040 Wien, Argentinierstraße 37
Montag bis Freitag von 14:00 bis 18:00 Uhr
Telefon: 01/501 65/ 33-06
Fax: 01/501 65/ 33-99

Vorstellungstermine
Di, 29.04. 19.30 VORAUFFÜHRUNG: Theatersaal Längenfeldgasse - 12, Längenfeldg.13-15
Mi, 30.04. 19.30 PREMIERE: Theatersaal Längenfeldgasse - 12, Längenfeldg.13-15
Do, 01.05. KEINE VORSTELLUNG
Fr, 02.05. 19.30 HdB Brigittenau - 20, Raffaelg.11- 13
Sa, 03.05. 19.30 Volksheim Heiligenstadt - 19, Heiligenstädterstr.155
So, 04.05. 19.00 VHS Ottakring - 16, Ludo Hartmannplatz 7
Mo, 05.05. 19.30 Volksheim Laaerberg - 10, Laaerbergstr.166
Di, 06.05. 20.00 KEINE VORSTELLUNG
Mi, 07.05. 19.30 AKZENT - 4, Theresianumg.18
Do, 08.05. 19.30 AKZENT - 4, Theresianumg.18
Fr, 09.05. 19.30 AKZENT - 4, Theresianumg.18
Sa, 10.05. bis inkl. Mo, 12.05.2008 KEINE VORSTELLUNGEN
Di, 13.05. 19.30 HdB Floridsdorf, 21, Angererstr.14
Mi, 14.05 19.30 Volksheim Krim - 19, Hutweideng.24
Do, 15.05. 19.30 Wiener URANIA Mittlerer Saal 1, Uraniastr.1
Fr, 16.05. KEINE VORSTELLUNG
Sa, 17.05. 19.30 HdB Rudolfsheim - 15, Schwenderg.41
So, 18.05. 19.30 HdB Großfeldsiedlung - 21, Kürschnerg.9
Mo, 19.05. KEINE VORSTELLUNG
Di, 20.05. 19.30 HdB Per Albin Hansson Siedlung Ost 10, Ada Christen G. 2
Mi, 21.05. bis inkl Do, 22.05.2008 KEINE VORSTELLUNGEN
Fr, 23.05. 19.30 Volksheim Groß Jedlersdorf - 21, Siemensstr.17
Sa, 24.05. KEINE VORSTELLUNG
So, 25.05. 19.30 HdB Donaustadt - 22, Bernoullistr.1
Mo, 26.05. 19.30 HdB Donaustadt - 22, Bernoullistr.1
Di, 27.05. 19.30 VHS Hietzing - 13, Hofwieseng.48
Mi, 28.05. 19.30 VHS Hietzing - 13, Hofwieseng.48
Do, 29.05. 19.30 Volksheim Inzersdorf - 23, Putzendoplerg.4
Fr, 30.05. 20.00 Klosterneuburg Babenbergerhalle
Sa, 31.05. KEINE VORSTELLUNG
So, 01.06. 19.30 Zentrum-Simmering – 11, Simmeringer Hauptstr. 96a
Mo, 02.06. 19.30 HdB Leopoldstadt - 2, Praterstern 1
Di, 03.06. KEINE VORSTELLUNG
Mi, 04.06. 19.30 Christian Broda Bildungsheim Penzing - 14, Penzingerstr.72
Do, 05.06. 16.00
und 19.30 muskath- HdB LIESING- 23, Perchtoldsdorferstraße

stadtTheater walfischgasse: Maya Hakvoort: In my life

30. April 2008
20:00bis22:00

Musicalstar Maya Hakvoort gastiert mit ihrem zweiten Soloprogramm “In my life” im Wiener stadtTheater walfischgasse.

“In My Life“ ist ein Streifzug durch Maya Hakvoorts Leben mit persönlichen Geschichten über ihre musikalischen Wurzeln und Inspirationen. Das Programm enthält vor allem aber Lieder, die sie durch ihr Leben begleitet haben, und zeigt auch die humorvolle Seite der Künstlerin. Tatkräftige Unterstützung bekommt Maya Hakvoort von Aaron Wonesch am Klavier und Stefan Huber bei der Regie.