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Archiv - Mai 8, 2008

Broadway versus Pop Musicals: “Glory Days” nach einer Vorstellung abgesetzt

James Gardiner und Nick Blaemire, beide 23 Jahre alt, hatten in diesem Frühjahr das Abenteuer ihres Lebens vor sich: die Broadway-Premiere ihres Musicals “Glory Days”.

Begonnen hat alles vor drei Jahren, als die beiden noch in Washington, im Overtures Musical Theater Institute des Kennedy Center studierten und ihrem Lehrer Eric Schaeffer einen selbst komponierten Song vorspielten. Schaeffer war von der Performance angetan und empfahl den beiden, ihr Lied auch Richard Maltby Jr., der am darauf folgenden Tag im Institut eine Masterclass abhielt, vorzuspielen. Ab diesem Tag waren Blaemire und Gardiner nicht mehr zu stoppen. Sie schrieben das Musical “Glory Days”, das im Januar 2008 im Signature Theatre von Washington seine Uraufführung erlebte - und bereits am 22. April 2008 starteten die Previews zur Broadway-Produktion von “Glory Days”.

“Glory Days” handelt von vier Highschool-Freunden, die einander ein Jahr nach ihrem Abschluss treffen und feststellen, wie dramatisch unterschiedlich sie sich entwickelt haben. Sie versuchen wieder zurück zur verlorenen freundschaftlichen Basis zu finden und einander so zu verstehen, wie sie es damals, in ihrer Schulzeit konnten. Musikalisch gesehen ist “Glory Days” eine Mixtur aus Pop, Folk und Contemporary Rock.

Die Kritiken nach der Broadway-Premiere am Dienstag waren vernichtend, so schrieb Mat Windman von amNewYork:

We guarantee that anyone who sees the new Broadway musical “Glory Days,” which was written by two lucky 23 year olds, will be stunned. But not in a good way. After enduring all 90 painful minutes of this undercooked, horribly amateurish show, you’ll be wondering how the hell it got to Broadway.

Eric Grode (New York Sun):

His score bears the heavy imprint of Jason Robert Brown’s hook-heavy piano-pop sound, with a dash of boy-band harmonies added in; this latter influence may explain why so many songs sound as if the band decided to play them several keys higher without informing the cast. Also unclear is director Eric Schaeffer’s motivation for having the four children slap, clasp, shove, and maul one another every 15 seconds. And did Mr. Gardiner feel such a need to touch upon every high school cliché that he included a dumb jock within a clique that has defined itself as being superior to the dumb jocks? (His solution is to suggest that the big lunkhead kept running into the wrong end zone during tryouts, thereby relegating him to the outsiders’ club.) This character is introduced via an argument over whether Superman could beat up Batman.

Die Konsequenz der Produzenten: Sie setzten das Stück am Tag nach der Premiere ab. Die Aufführungsstatistik für “Glory Days” am Broadway lautet: 17 Previews, 1 reguläre Vorstellung. Das Statement der Produzenten John O’Boyle und Ricky Stevens zur Schließung am Tag nach der Premiere:

We adore GLORY DAYS and everyone connected with this production. Sadly, given the over-night reviews and our low advance sales, we believe it is prudent to close the show on Broadway immediately.

So bedauerlich die Schließung auch sein mag, Produzenten, die Tickets für ein Popmusical in einer Preisliga von 97,50 Dollar bis 200 Dollar anbieten, müssen vielleicht zuerst noch exakt solche Erfahrungen machen, bevor sie einen Erfolg einfahren können.

Theater im Zentrum: Die Revolution frisst ihre Kinder (Premiere)

8. Mai 2008
19:00bis20:00

Theater im Zentrum: Die Revolution frisst ihre Kinder
Performance des Jugendklubs klub15 nach Georg Büchners „Dantons Tod“

Theater im Zentrum, Liliengasse 3, 1010 Wien
8., 14., 16. Mai 2008, jeweils um 19.00 Uhr
(Dauer der Vorstellung: ca. 1 Stunde)
ab 12 Jahren

Kartenpreis: 1 Euro (unbedingt vorbestellen!) unter abo@tdj.at
(Tel.: 01/52110 230)
Die Karten sind bis eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse abzuholen.

Konzept und Regie: Harald Volker Sommer, Theaterpädagoge des TdJ
Besetzung: Mattea Cavic | Lena Geyer | Hanna Grossauer | Sandra Hold | Katharina Kneissl | Bibiane Kovacs | Lena Pospischil | Alena Soucek | Barbara Walter | Simone Weiss

„Wie weit geht man, wenn man wütend ist? Startet man eine Revolution?“ (Sandra Hold, Darstellerin) Zehn Mädchen treffen sich zu einer Party: Sich zurückziehen, abfeiern, den Frust rauslassen. Was macht mich wütend? Was will ich verändern? Ist Gewalt das einzige Mittel sich zu wehren? „Wir müssen was treiben, was treiben!“ heißt es bei Büchner. Aber was? Die Welt verändern wollen – ist das nicht nur Zeitverschwendung? Auf der Basis des Revolutionsdramas „Dantons Tod“ von Georg Büchner werden von den Mädchen Extreme menschlichen Handelns hinterfragt und ausprobiert. Büchner hat die zentrale Frage formuliert: Was ist das, was in uns lügt, hurt, stiehlt und mordet? Die Party kippt und die Mädchen beginnen, einzelne Rollen aus Büchners Drama zu übernehmen. „Frust rausbrüllen und ganz still sein; über Grenzen springen und sich dabei selbst näher kommen. Sind wir wirklich nur Puppen - von unbekannten Gewalten am Draht gezogen, wie es bei Büchner heißt? Ich bin mir sicher, dass mehr dahinter steckt!“ (Hannah Grossauer, Darstellerin). Nach einem intensiven Jahr der Stückentwicklung, der Improvisation und des Probens stellt der klub15 des Theater der Jugend seine aktuelle Produktion vor.

WUK: SCHLAF KINDLEIN SCHLAF … frei nach “Einer flog über das Kuckucksnest” (Premiere)

8. Mai 2008
20:00bis22:00

SCHLAF KINDLEIN SCHLAF … frei nach “Einer flog über das Kuckucksnest” von Ken Kesey
STUTHE – Studierende Theater

Termin: 08.05.2008 bis 13.05.2008, außer 9. Mai, 20:00, WUK Saal

Inhalt
Die Kleinkriminelle Andrea wird zur genaueren Untersuchung in eine psychiatrische Anstalt überwiesen. Dort soll festgestellt werden, ob bei ihr tatsächlich eine Borderline-Störung vorliegt, oder sie diese nur vortäuscht, um den härteren Haftbedingungen zu umgehen. Doch für Andrea ist die Situation in der Anstalt befremdend. Der Alltag ist von scheinbar sinnlosen Regeln, Vorschriften und Routinen geprägt. Sie will sich diesem Trott weder beugen noch anpassen. Vom ersten Schritt an in die Station rebelliert sie gegen den Arzt und das Personal. Die anderen Patientinnen fühlen sich anfangs durch das eigenwillige Verhalten von Andrea vor den Kopf gestoßen und sind verunsichert. Für einige sind die Regeln nicht zu hinterzufragen, andere haben einfach resigniert. Doch durch den Neuankömmling, beginnen sie an dem Sinn der Routine und Vorschriften zu zweifeln. Als Dr. Eckhart das Gefühl bekommt, dass Andrea die anderen Patientinnen zur Unruhe anstiftet, eskaliert die Situation.

Die Cover-Version von Einer flog über das Kuckucksnest von Ken Kesey, das die Erwartungshaltungen des Publikums auf den Kopf stellt: Geschlechterrollen wurden vertauscht, Szenen neu interpretiert und improvisiert.

Der Verein STUTHE.Studierende-Theater bietet Studierenden die Möglichkeit, Theater zu machen. Ihre Hauptaufgaben bestehen darin, organisatorische Hilfe für Produktionen und Aktionen aller Art zu leisten und Kunstschaffende zu gemeinsamen Projekten zusammenzuführen.

Besetzung
Barbara Jansenberger, Markus Glatzl, Monique Ehmann, Christina Wintersteiger, Sandra Herout, Catalina Molina, Maike Ammen, Birgit Etlinger, Lena Arends, Ann Catrin Malessa, Sebastian Schley, Erika Büttner

Leading Team
Inszenierung: Michael Blihall
Bühne: Thea Hoffmann-Axthelm
Kostüm und Maske: Daniela Raffl
Musik: Bernhard Jurjevec
Licht: Lisa Weiß, Friederike Schwarz
Dramaturgie: Birgit Etlinger
Produktionsleitung: Joanna Przadka
Produktionsbetreuung/STUTHE: Martin Thomas Pesl