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Archiv - Juni 26, 2008

SOS-musikland.at - Mehr Musik aus Österreich im Rundfunk

Die Situation in Österreich ist folgende. Entweder man wird als “Pop-Künstler” auf Ö3 gespielt, dann hat man Chancen, vom frischproduzierten Tonträger halbwegs relevante Mengen absetzen zu können, einigermaßen bekannt und schließlich von Ö3 “unabhängig” zu werden - oder man wird nicht gespielt, und dann wars das für die meisten auch schon wieder.

Österreich hat zwar Privatsender, verglichen aber mit der Reichweite von Ö3 sind das Peanuts. Neben dem Rundfunk gibt es natürlich das Fernsehen, aber hier stehen die Chancen für Newcomer, ihre Songs vorstellen zu können, ohne zuerst einmal nackt um den Stephansdom laufen zu müssen, schlecht. Es gibt keine Popsendungen, es gibt nur mehr Castingshows. Und auch eine Castingshow zu gewinnen, bedeutet nicht, dass man im ORF gespielt wird. Bestes Beispiel dafür: Vincent Bueno, dessen erste Single “Sex Appeal” im ORF wohl auf einer Liste des Unspielbaren gelandet ist.

Beim Radiosender Ö3 entscheidet seit einigen Jahren eine Art “internes Gremium” darüber, was gespielt wird oder nicht. Es reicht schon lange nicht, Ö3 einfach zu bemustern, oft ist Lobbying notwendig, um seinen Schützling auf die Playlist zu bekommen. Es gibt Leute, die in diesem Zusammenhang auch schon mal das Wort “beknien” verwenden, auch wenn selbiges nichts nützt. Und die Chancen von Plattenfirmen, bereits produziertes österreichisches Material auf Sendung zu bekommen, sinken von Jahr zu Jahr. Einerseits entdeckt Ö3 gerne neue internationale Talente, andererseits entdeckt es auch gerne nationale Talente, die dann auch schon mal ohne Plattenvertag nonstop so lange laufen, dass man sie nicht mehr hören kann. Nonstop ist das Credo von Ö3. Wenn man am Morgen vom “Ö3-Wecker” geweckt wird und wochenlang, ohne Übertreibung, innerhalb von 60 Minuten mindestens zwei Mal dieselbe Chartsschnulze made in USA hört, fragt man sich, wer sich hier keine Gedanken gemacht hat.

1990 betrug der Gesamtanteil von Musik aus Österreich im ORF-Radio 27 Prozent. Bis 2007 sank dieser Prozentanteil auf 16,4 Prozent. Rechnet man Signations, Werbung und Hintergrundmusik heraus, sind es heute nur mehr 14,5 Prozent.

Nein, es geht nicht darum, mehr Österreicher hören zu wollen, egal, wie gut oder schlecht sie sind, es geht darum, dass Talente die Chance bekommen, im Radio gespielt zu werden. Mehr Musik aus Österreich im Rundfunk ist auch die Devise einer neu geschaffenen Plattform, die vom Kultur-Channel unterstützt wird. Jeder kann mitmachen!

Link
SOS-musikland.at

Metropol Wien: Ein Abend mit der „Schule für Dichtung“

26. Juni 2008
20:00bis22:00

viva la poesía!“ - gedichte, performances, videoclips. Eine Leistungsschau der Wiener Poetenschmiede. Gezeigt werden Videos, die H.C. Artmann, Wolfgang Bauer, Falco, Gerhard Rühm, Anne Waldman, Allen Ginsberg, Nick Cave beim Unterricht zeigen.

Live auf der Bühne: Studenten präsentieren Ergebnisse aus den aktuellen Klassen. Die Schule für Dichtung (Direktion: Christian Ide Hintze) wurde 1991 in Wien gegründet. Sie bietet Klassen im Spannungsfeld eigene Sprache / fremde Sprache, sowohl im analogen Bereich als auch via internet: www.sfd.at

Stargäste: Julian Schutting und Peter Rosei

Karten:
Preis: 12 € freie Platzwahl
Wiener Metropol
Hernalser Hauptstr. 55
Tel.: 407 77 407
www.wiener-metropol.at