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Archiv - Mai 13, 2009

Peter Weck grollt (noch immer), Zechner & Drozda analysieren die Krise

In der aktuellen NEWS-Ausgabe nimmt Peter Weck zur aktuellen Lage der Vereinigten Bühnen Wien Stellung, und er tut dies ein wenig harsch, wie mir scheint:

Ich bin fassungslos. Ich habe seinerzeit mit ,Cats’ einen Boom ausgelöst, den ich dann mit ,Phantom der Oper’, ,Les Miserables’ und ,Elisabeth’ fortsetzen konnte. Wir waren zu 100 Prozent voll,
Kongresse wurden verschoben, weil die Teilnehmer keine Karten bekommen haben. ,Elisabeth’ habe ich selbst produziert, aber als man mich 1992 nach zwei Jahre langen Intrigen aus dem Amt gemobbt hat, wurde mir noch vorgeworfen, ich hätte Tantiemen kassiert. Während ich allerdings daran keinen Groschen verdient habe, haben sich meine Nachfolger an meinem Erfolg mit Prämien kräftig bedient. Das geht ja laut Kontrollamt bis heute so. Schließlich war die ,Elisabeth’-Wiederaufnahme 2003 die Notbremse, als es bergab ging. Dafür wurde ich nicht einmal mehr zu Premieren eingeladen. (…) Es ist sehr viel dilettiert worden. Es genügt nicht, ein Theater zu managen, man braucht auch Liebe dazu und muss wissen, warum man etwas spielt. Musical ist nicht, wenn Musik dabei ist. Davon muss man etwas verstehen (…) Bei uns toben Geschmacklosigkeit und Einfallslosigkeit. Nach dem ,Elisabeth’-Erfolg hat man mit demselben Team ein ,Mozart’-Musical hochgezogen. Das Ergebnis hat man gesehen. Jetzt will man sich mit ,Rudolf’ auf den ,Elisabeth’-Erfolg setzen. Ich warte nur noch auf ,Franz Ferdinand’! Da müsste man riskierend einen neuen Weg finden.

Kathrin Zechner, in derselben NEWS-Ausgabe: “Bis zur Krise, 2005 bis 2007, wurden wir einhellig für das ,Musical-Wunder von Wien’ gefeiert.” Und zu den Auslastungsproblemen des Ronacher: Sie habe
Theater-an-der-Wien-Direktor Roland Geyer anno 2006 “ein hochwertig ausgestattetes, populäres Haus” übergeben. Sie selbst aber musste das Ronacher, “ein jahrelang zugesperrtes, nicht eingeführtes Haus, wiedereröffnen, um dort neben großen Hits auch kantige, anspruchsvolle Dinge zu produzieren.” Dergleichen dauere eben nicht unter drei Jahren. Jetzt müsste das bei der Kritik tadellose Image in die Bundesländer transportiert und schließlich für den internationalen Tourismus aufbereitet werden.

Thomas Drozda: “Die Wirtschaftskrise trifft uns mit ungeahnter Vehemenz. Unsere Besucher im Bereich Musical sind am ehesten von Kurzarbeit, Einkommens- und Arbeitsplatzverlust betroffen. Die Anrufe im Call Center haben um 30 Prozent abgenommen.” Karten der Kategorien eins und zwei verkauften sich zögernd, die billigen gingen gut. Im Übrigen gäbe es heute zwischen Stadthalle und privaten Tourneeunternehmen zunehmende Konkurrenz: Statt 90 Prozent Marktanteil wie vor 20 Jahren halte man heute 60. [via OTS]

Kleine Anmerkung noch für Herrn Sichrovsky: Ich empfehle Ihnen, folgenden Satz unter jeden Ihrer Artikel zu setzen (statt unter jeden zweiten): “Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass Roland Geyer Intendant der Salzburger Festspiele werden MUSS!” Irgendwann wird dann ja auch jemand glauben, dass Herr Geyer dafür tatsächlich ernsthaft im Gespräch ist.

Ensemble Theater: Dirt (Vienna Theatre Project)

13. Mai 2009
19:45bis21:45

Ensemble Theater: Dirt
by Robert Schneider,

13-14 May 2009 at 19:45

About the Play
Austrian Premiere in English of this acclaimed, award winning play about selling flowers on the streets of Vienna and being the “wrong type of foreigner”.
How many times have you been passed by the man in the street who offers you a rose at an undisclosed price? Maybe you were sitting at a table in your favourite restaurant or bar and he came up to you, asked your partner if they wanted to buy a rose for you? Three hours later you are in another location…is that not the same flower seller from before still carrying a massive bunch of red roses? Meet Sad, but Sad is not sad in the English meaning of the word, he makes that quite clear at the outset of his monologue. He is a human being like you or I, who, because of the way he is treated, feels unworthy to sit on a public bench. When he was at home he had a different kind of life, he was a student of philosophy at the right kind of university….and now? Why is he where he is, and how much can you gain from understanding the nature of the flower seller?

Production Team
Directed by Joanna Godwin-Seidl
Asst. Director: Eva Drnek
Production Assistant: Lisa Storch
Stage Manager: Sharron Aubrey
Set design and planning: Joanna Godwin-Seidl
Poster Design: Astrid Levin
Photography: Eva Drnek
Sponsorship: Monica Melega, Dan Melega
Producers: vienna theatre project team.

Starring
Norman Stehr

Ticket sales/reservations: 01-5353200 et-info@ensembletheater.at
Ticket prices: EUR17.- Adults, EUR 15.-, Adults Groups 10+, EUR 12.- Students*, EUR 9.- Student* Groups 10+
* with a valid student card