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Archiv - Mai 29, 2010

Literarisches Quartier: Friederike Mayröcker liest aus “Ich bin in der Anstalt”

17. Juni 2010
19:00bis20:00

Literaturhaus Wien: FRIEDERIKE MAYRÖCKER liest aus ICH BIN IN DER ANSTALT

17. Juni, 19 Uhr, Literarisches Quartier

ich bin in der Anstalt ist der Titel von Friederike Mayröckers neuer Prosaarbeit, die ihre Unmittelbarkeit und Direktheit vor allem aus der Betrachtung der Körperempfindung gewinnt. Diese bildet gleichsam ein zentrales Relais, das Erinnerungen, Wortmomente, Sinnbilder und Gedankenverknüpfungen, Beobachtungen, Erfahrungen und Imaginationen zu einem suggestiven und synkretistischen Sprachstrom verschaltet, der Friederike Mayröckers einzigartigen Schreibstil prägt.
Die Magie ihrer Sprache bringt selbst die einfachsten Dinge zum Leuchten hatte Andrea Winkler 2008 über Mayröckers Paloma geschrieben.

»ich habe die Staubkrankheit, in Eschen laufend, ich wache auf mit dem Wort ZWISCHENGEBIRGE, wir fahren im Lift abwärts und ich ziehe 1 grünes Haar aus dem Ärmel seines schwarzen Mantels, Nixe mit grünen Haaren, der alte grüne Steingutteller mit den grünen Seerosenblättern, vor Wochen auseinandergebrochen, wieder geklebt, aus groszelterlichen Beständen oder weiter zurück, etwas wie Wollust über die Seerosenblätter zu streichen, imaginiere, wie sie, die längst Hingegangenen, ihre Speisen darauf verzehrt hatten, vermutlich Kuchenstücke, Bäckereien, denn es gab kein Leid in der Tiefe ihrer Schritte, ich heize, neige (dazu), überstürzt zu handeln, zu antworten, in Eschen laufend, und trug grünes Reisig unter den Augen, nämlich Rousseau, ›ich liebe es, mich mit Nichtigkeiten zu befassen, 100 Sachen anzufangen und keine zu Ende zu bringen, oder den ganzen Tag wirr und planlos zu vertändeln‹, mit grünen Ziegenblättern, etc.«

Friederike Mayröcker, *1924 in Wien. Ab 1946 Englischlehrerin an Wiener Hauptschulen, seit 1969 beurlaubt. Lebt als freie Schriftstellerin in Wien. 1946 erste Veröffentlichung in der Wiener Zeitschrift Plan. Seit 1954 Freundschaft und Zusammenarbeit mit Ernst Jandl. 1967 bis 1971 vorwiegend Arbeit an Hörspielen, daneben Bücher mit szenischer Prosa, in den 70er Jahren längere und kürzere Prosa, in den 80er Jahren umfangreiche Prosabücher und Gedichtbände. 1970/71 Gast des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) in Westberlin, 1972 (zus. mit E. Jandl) Vortragsreise durch die USA im Auftrag des BMfUK. Gründungsmitglied der „Grazer Autorenversammlung“. – Preise und Auszeichnungen (Auswahl): 1963 Förderungspreis für Literatur des Theodor-Körner-Stiftungsfonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst; 1964 Ludwig-von-Ficker-Gedächtnispreis; 1968 Hörspielpreis des Bundes der Kriegsblinden Deutschlands, Bonn (gemeinsam mit Ernst Jandl); 1973 Würdigungspreis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst für Literatur; 1976 Preis der Stadt Wien; 1977 Georg-Trakl-Preis für Lyrik des Landes Salzburg; 1981 Anton-Wildgans-Preis der Österreichischen Industrie für Literatur; 1982 Großer Österreichischer Staatspreis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst für Literatur; 1982 Roswitha-von-Gandersheim-Preis Bad Gandersheim; 1985 Preis des Südwestfunk-Literaturmagazins; 1985 Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien; 1985 Literaturpreis des Südwestfunks Baden-Baden; 1987 Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst; 1989 Hans Erich Nossack-Preis der Deutschen Industrie; 1993 „Manuskripte“-Preis für das Forum Stadtpark des Landes Steiermark; 1993 Friedrich-Hölderlin-Preis; 1996 Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Künste; 1996 Else-Lasker-Schüler-Lyrikpreis; 1997 13. Meersburger Drostepreis; 2001 Georg-Büchner-Preis; 2001 Karl-Sczuka-Hörspielpreis, 2003 Premio Internazionale, 2004 Ehrenring der Stadt Wien. – Bücher (Auswahl): Larifari. Ein konfuses Buch. Kurzprosa (1956); Texte. Gedichte (1966); Tod durch Musen. Poetische Texte. Gedichte (1966); Minimonsters Traumlexikon. Texte in Prosa (1968); ABC-thriller (1968); Fantom Fan. Prosa (1971); Sinclair Sofokles der Baby-Saurier. Kinderbuch (1971); Fünf Mann Menschen. Hörspiele (mit Ernst Jandl, 1971); Arie auf tönernen Füszen. Metaphysisches Theater (1972); je ein umwölkter gipfel. Erzählung (1973); Heisze Hunde (mit Ernst Jandl, 1977); Heiligenanstalt (1978); Ausgewählte Gedichte 1944-1978 (1979); Die Abschiede. Prosa (1980); Bocca della Verità. Hörspiel (1981); Ich, der Rabe und der Mond. Kinderbuch (1981); Gute Nacht, guten Morgen. Gedichte 1978-1981 (1982); Magische Blätter. Kurzprosa (1983); Reise durch die Nacht. Prosa (1984); Das Herzzerreißende der Dinge (1985); Magische Blätter II (1986); Winterglück. Gedichte 1981-1985 (1986); Der Donner des Stillhaltens / Larven Schemen Phantome (mit Bodo Hell,1986); mein Herz mein Zimmer mein Name (1988); Gesammelte Prosa 1949-1975 (1989); UMBRA, DER SCHATTEN. Das ungewisse Garten-Werk. Prosa zu Arbeiten von Linde Waber (1989); Magische Blätter III (1991); Das besessene Alter. Gedichte 1986-1991 (1992); Veritas. Lyrik und Prosa 1950-1992 (1993); Lection (1994); Magische Blätter IV (1995); Notizen auf einem Kamel. Gedichte 1991-1996 (1996); das zu Sehende, das zu Hörende (1997); brütt oder Die seufzenden Gärten (1998); Benachbarte Metalle. Ausgewählte Gedichte (1998); blättersitten (mit Manfred Gruber, 1999); Gesammelte Prosa. 5 Bände (2001); Requiem für Ernst Jandl (2001); Magische Blätter I-V (2001); Mein Arbeitstirol. Gedichte (2003); Gesammelte Gedichte. 1939 - 2003. (2004); Und ich schüttelte einen Liebling (2005); Magische Blätter VI (2007); Paloma. Prosa (2008); Scardanelli. Gedichte (2009); Dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif. Gedichte 2004-2009 (2009).

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Vestibül: Junge Burg - schmähstad

17. Juni 2010
19:30bis21:30

‹Junge Burg: schmähstad›
mit TeilnehmerInnen des JugendClubs “Wiener Brut”

Ein morbider Abend übers Abkratzen, Grasbeißen und andere Wiener Grab(en)Kämpfe.

Wien: Eine Stadt voller Kitsch, KaiserGrufties und KaffeehausGrantler – Aber wer am Klischee kratzt, entdeckt Wiener Schmarren statt Wiener Charme.

16 junge Menschen aus dem Club „Wiener Brut“ haben sich mit Wien und vor allem mit den Wienern an sich beschäftigt. Seit November treffen sie sich jeden Dienstag auf dem Lusterboden des Burgtheaters, um dort über Theater zu reden, Theater zu machen, vor allem aber um an „schmähstad“ zu arbeiten, ein Stück Wien, das aus Improvisationen entstanden ist. Nach und nach haben sie auch ihre eigenen Figuren entwickelt:

Da ist zum Beispiel Lily, selbsternannte Stadtführerin, die jeden Tag aufs Neue auf ihre Gruppe wartet oder Marie, die sich für jedes Grab ihre ganz eigene Verschönerung überlegt, sehr zur Freude von Camilla, die sich dann bald auch mal mit ihrer eigenen Geschäftsidee selbständig machen will – fehlt nur noch das Team. Nina und Josef wollen beide endlich abhauen, Sackerl fürs Gackerl und anderes Gegackere haben sie schon lange satt – nur wohin? Lena träumt von ihrer CD, Alexis von einer perfekten Bestattung, Barbara vom nächsten Vogerl im richtigen Gelbton, Mona vom Opernball und Alfred K., seines Zeichens Tourist aus Deutschland, von einem abgearbeiteten Sight-Seeing-Plan.

Skurrile junge Menschen sind das geworden, deren Wege sich kreuzen. Wir begleiten sie einen Tag durch Wien – Endstation Zentralfriedhof. Von ewiger Ruhe keine Spur. Aber trotz Graben- & GießkannenKämpfe träumen sie alle vom Glück. Aber das Glück ist ein Vogerl – ein Kolibri.

Es spielen Teilnehmer des JugendClubs „Wiener Brut“: Sandra Dichler, Marlene Grois, Vanessa Hannesschläger, Florentina Hofbauer, Agnes Jorda, Antonia Kreissl, Ursula Leitner, Ines Maierbrugger, Carola Pojer, Pamina Pröglhöf, Sophie Resch, Katharina Salomon, Johanna Schreiber-Winzig, Maex Weidlinger; Sebastian Sacher, Sebastiano Sing

Donnerstag, 17.06.2010 | 19.30 Uhr Vestibül
Freitag, 18.06.2010 | 19.00 Uhr Vestibül
Samstag, 19.06.2010 | 19.30 Uhr Vestibül
Sonntag, 20.06.2010 | 19.30 Uhr Vestibül
Dienstag, 22.06.2010 | 19.30 Uhr Vestibül

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Wir sind Wien. Festival der Bezirke (30. Mai-23. Juni 2010)

30. Mai 2010 15:00bis23. Juni 2010 23:00

Wir sind Wien. Festival der Bezirke (30. Mai-23. Juni 2010)

Vom 1. bis 23. Juni stehen die 23 Bezirke Wiens im Mittelpunkt des Kunst- und Kulturgeschehens der Stadt.

Den Auftakt bildet das große Eröffnungsfest am 30. Mai am Kunstplatz Karlsplatz mit Highlights aus der Musikszene wie Kreisky, bratfisch, Tini Trampler, Celia Mara & Ljubinka Jokic, dem Martin Lubenov Orkestar u. v. a.

Die Festivalbühne tourt vom 1. bis 23. Juni mit Vertretern aller musikalischen Genres durch die Bezirke Wiens, Künstlerinnen und Künstler des jeweiligen Bezirkes werden für für gute Stimmung sorgen. Gestartet wird jeden Nachmittag um 15 Uhr mit einem Kinder- und Jugendprogramm, die Highlights des Abends kommen aus den Bereichen Weltmusik und neue Wiener Szene: Tanz Baby!, Birgit Denk & Band, Deckchair Orange, Grooveheadz Orchestra, Maja Osojnik, Kollegium Kalksburg, Marwan Abado, Des Ano, 5/8erl in Ehr´n.

Ein reichhaltiges Kulturprogramm wird auch abseits der Festivalbühnen geboten. KÖR-Führungen zu Kunstwerken im öffentlichen Raum sind ebenso mit im Programm wie künstlerische Interventionen in Bezirksmuseen, Lesungen afrikanischer Literatur, Workshops zu digitaler Kunst und Atelierführungen in allen 23 Bezirken.

Begleitet wird das Festival durch einen eigenen Festivalsong - „Mei Wien“, komponiert und getextet von Ulli Bäer und Ulli Winter und gemeinsam interpretiert mit dem „United children of the world choir“ der Junior High School Carlbergergasse.

Infos:
Eröffnungsfest: Sonntag, 30. Mai 2010, 15-24 Uhr, Kunstplatz Karlsplatz
Festival der Bezirke: 1. bis 23. Juni 2010 in allen Bezirken Wiens
Ausklang: 23. Juni 2010, 19.30 Uhr, 16., Tschauner Bühne, Maroltingerg. 43

Gesamtprogramm unter www.basiskultur.at bzw. als Broschüre bei Basis.Kultur.Wien, 15., Vogelweidplatz 9, erhältlich.