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Archiv - Juni 19, 2010

Theater der Jugend: “Märchenherz” [Philip Ridley]

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Der britische Künstler Philip Ridley, geboren 1964 in London, studierte Malerei an der Central Saint Martins, präsentierte seine Bilder im Rahmen von Ausstellungen vor allem in Europa und Japan, und ein gewisses Maß an publicitywirksamem Schaffen war ihm schon als Student nicht fremd, malte er doch beispielsweise für einen Zyklus, den er „Corvus Cum“ bezeichnete, das Bild „The Black Bird“, auf dem ein Mann zu sehen ist, der auf einen schwarzen Vogel ejakuliert. Als eben dieses Bild im Institute of Contemporary Arts seinerzeit ausgestellt wurde, gab es prompt erboste Anrufe von Besuchern der Ausstellung, die die Verantwortlichen aufforderten, das Kunstwerk hinter einem Vorhang auszustellen.

Philip Ridley ist aber nicht nur Maler, er ist auch Photograph, Regisseur und nicht zuletzt auch Autor. Der Schriftsteller Ridley schreibt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder, und es ist einer seiner Einakter für Kinder, „Märchenherz“ („Fairytaleheart“), der derzeit, aber nur mehr bis zum 26. Juni, als österreichische Erstaufführung im Wiener Theater im Zentrum in einer Produktion des engagierten Theaters der Jugend zu sehen ist.

Das “Märchenherz” entstammt einer auf insgesamt elf Einakter angelegten Serie, die Ridley „The Storyteller Sequence“ nennt. Erschienen sind bis dato fünf Werke: „Karamazoo“, „Fairytaleheart“, „Moonfleece“, „Sparkleshark“ und „Brokenville“. Die Bezeichnung „The Storyteller Sequence“ trifft das Thema von „Märchenherz“ exakt. Es geht ums Geschichtenerzählen, es geht darum, wie man Geschichten erzählt, was man braucht, um Geschichten zu erzählen und darum, was man damit bewirken kann. Es geht auch darum, Geschichten gemeinsam zu erleben, oder wie in den Werbemitteln zur Show Hélder Câmara treffend zitiert wird: “Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn Menschen gemeinsam träumen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit.”
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Der Plot des Einakters ist recht schnell erzählt:

Kirsty hat ein Problem. Ihr Vater hat sich in eine neue Frau verliebt. Und diese Frau ist in Kirstys Augen grässlich, der Prototyp der “bösen Stiefmutter”. Sie will ihren Vater für sich selbst behalten. Bei der eigenen Geburtstagsparty reißt sie aus, um mit sich und ihrem Unglück alleine zu sein. Sie muss ihre Gedanken ordnen und landet mit ihrer hastig gepackten Reisetasche in einem verlassenen Gemeindesaal.
Dass hier nun Gideon auftaucht, passt ihr gar nicht. Und woher eigentlich kennt er ihren Namen? Warum quatscht er dauernd auf sie ein und will alles Mögliche von ihr wissen? Und was sollen all die vielen Farbtöpfe und diese große halbbemalte Leinwand?
Am besten wieder abhauen! – Doch Gideon ermuntert Kirsty dazu, mit ihm gemeinsam an seinem Bild zu malen und einzutauchen in eine Phantasiewelt – und die ist näher an der Wirklichkeit als vermutet. Für Kirsty erscheint vieles in einem neuen Licht. Vielleicht ist die neue Stiefmutter ja gar kein Monster? Vielleicht hat der Vater ja ein Recht auf eine neue Liebe? Vielleicht ist es ja Kirsty selbst, die nicht ganz richtig liegt mit ihren Ansichten und Meinungen …

Was beim Betreten des Zuschauerraums sofort ins Auge sticht, ist die Bühne. Und was für eine Bühne. Keine nackte, leere, sondern eine vollgepackte Bühne. Ein Kellerraum mit einer Nebennische, voller Utensilien, Becher, Körbe, Kisten, Eimer, Malbecher, Kerzen, Kerzen, Kerzen und vieles andere, Graffitis an den Wänden, viele Zeichnungen, unfertige Malarbeiten, Details, Details, Details - ein Schlaraffenland an Atmosphäre. Da wird nicht dem Trend der “nackten Bühne” nachgerannt, sondern mal ein Set geschaffen, in das man sich schon vor Beginn der Vorstellung einleben kann. Nicht, dass Phantasie nicht gefragt wäre in dieser Produktion, aber nicht auf dieser Ebene. Und das passt.

“Märchenherz” ist, neben allem anderen, was man darüber schreiben könnte, ein Stück, das vermittelt, wie man Menschen motivieren kann. Die Zuschauer erleben, wie schwer es sein kann, verschlossene, frustrierte, verzweifelte und oft enttäuschte Menschen zu motivieren, wie anstrengend, auch körperlich, es ist und wie sehr man sich selbst öffnen muss, damit sich der andere auch nur ein bisschen öffnet.

“Märchenherz” ist fast wie eine Art Workshop und demonstriert, wie man mit Phantasie Geschichten zum Klingen bringt, wie Geschichten die Phantasie zu Höchstleistungen anstacheln und wie man Menschen mit Phantasie und Geschichten zum Strahlen bringt, ihnen neue Hoffnung gibt, neue Perspektiven aufzeigt, wie Geschichten helfen können, über akute Krisensituationen hinwegzukommen.
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All das erlebt man in Echtzeit, in 90 Minuten Spielzeit. Markus Schöttl spielt diesen grandiosen Geschichtenerzähler, dieses quirlige Powerpaket Gideon, der alles versucht, um Kirsty, gespielt von Nadine Kiesewalter, zunächst einmal abzulenken von ihren Problemen. Er macht alles an Faxen, was man in dem (Spiel-)Alter nur machen kann, und Philip Ridley weiß, wie man Kinder der angepeilten Altersstufe (ab 11 Jahren) erreicht. Markus Schöttl setzt das mit einer lebensfrohen, offenen, fröhlichen, in Phasen ekstatischen Darstellung des Jungen Gideon glaubhaft und mit viel Emotion, Kraft, Hingabe und Herz gespielt ungemein sympathisch um. In Nadine Kiesewalter hat er eine ideale Partnerin.

Philip Ridleys Ziel als Autor ist es, gutes Theater für Jugendliche zu machen. Das, so ist er überzeugt, sei keinesfalls leichter als gutes Theater für Erwachsene. In jedem Fall muss Theater etwas sein, so der Autor, das uns berührt, das Antworten auf die Fragen sucht, die uns in unserer Lebenswirklichkeit beschäftigen. Ridley glaubt fest daran, dass man durch Geschichten etwas bewegen kann, auf der Bühne und im wirklichen Leben. Mit “Märchenherz” setzt er diese Ansprüche an sich selbst glaubhaft um, und auf einer gewissen Ebene ist diese spannende und berührende Theateraufführung mit Sicherheit motivierender und hilfreicher in punkto Lebenbejahung als so manch teures Selbsthilfeseminar bei hochbezahlten Motivationstrainern.

Ab 11 Jahren ist das Stück empfohlen, gespielt wird es vom “Theater der Jugend”. Darf man sich als Erwachsener in dieses Stück reintrauen? Ja, man darf und man sollte noch die Chance nutzen, sich anzusehen, wie man Theater für Kinder und Jugendliche auch machen kann. Sieben Vorstellungen gibt es noch, und bestellen kann man problemlos die letzten Restkarten online mit Kreditkarte –> hier. Wer zuvor noch etwas Motivation braucht, kann sich auch Kritiken zum Stück durchlesen –> hier. Und dann nichts wie ab ins Theater - allein oder mit der ganzen Familie.

Märchenherz
von Philip Ridley / Deutsch von Andreas Pegler

Darsteller
Kristy: Nadine Kiesewalter
Gideon: Markus Schöttl

Leading Team
Regie: Frank Panhans
Bühne und Licht: Tom Presting
Kostüme: Katharina Mayer und Erika Peherstorfer
Malercoach: Kurt Urban
Dramaturgie: Marlene Schneider
Assistenz und Inspizienz: Clemens Pötsch
Hospitanz: Felix Metzner

Singing Tips - Vocal Fry

If you’re a singer, his name is probably familiar to you. He started out like many singers–frustrated with the lack of results from the vocal lessons he found. After searching through several vocal coaches and methods, Brett came across a set of closely-guarded exercises compiled by an old gentleman who taught several well-known “star” singers.

The exercises proved very effective for Brett’s own voice and every singer he taught them to. These techniques truly made singing as easy as speaking.

Building on those simple foundational exercises, he began to experiment and innovate, filling in the “gaps,” testing new techniques for effectiveness as he went. He eventually formulated lessons for teaching vocal tone and style, and incorporated the older exercises into his own innovative method.

Brett has become a master teacher and one of the world’s most sought after vocal coaches, largely because of his uncanny ability to “see with his ears,” and instantly invent exercises that get astounding results.

He teaches voice in his Nashville studio to singers of all genres, both the undiscovered… and “the best of the best.” He is also a Judge/Mentor for the new CMT music television reality show, “Can You Duet.” [singingsuccess.com]

Sam Tsui & Nick Pitera: “For Good” [Wicked]

HerbstKlangWolkersdorf: “Die Comedian Harmonists” - das Musical

11. September 2010
19:00bis21:00

Im Rahmen des Festivals “HerbstKlangWolkersdorf”, das vom 11. bis 26. September 2010 über die Bühne get, findet die Premiere eines Musicals über eines der berühmtesten Männer-Gesangsensembles der Welt statt. “Mein kleiner grüner Kaktus steht draußen am Balkon …” - so fröhlich die berühmten Lieder der Comedian Harmonists auch anmuten, eine tragische Wendung bleibt am Ende nicht aus. Die großen Fragen nach dem Stellenwert von Toleranz, Respekt und Loyalität in einer Gesellschaft bilden das Gerüst in einem Stückrund um die viel umjubelte Gesangstruppe, deren Auflösung ein unausweichlicher Teil derGeschichte ist. Nicht ohne gegen die Hoffnungslosigkeit anzusingen. “Irgendwo auf der Welt gibt`s ein kleines bißchen Glück und ich träum davon in jedem Augenblick.”

Inhalt
Wer kennt nicht die berühmten Lieder wie “Mein kleiner grüner Kaktus”, “Ein Freund, ein guter Freund”, “Veronika, der Lenz ist da”, “Irgendwo auf der Welt” und viele mehr. Mit viel Charme, Witz und einem Spritzer Ironie wird die musikalische Erfolgsgeschichte
der Comedian Harmonists erzählt. Die Liebe zur Musik führte sie zueinander, ließ sie Freunden werden und machte sie gemeinsam weltberühmt … der Aufstieg von - nicht nur sprichwörtlich - brotlosen Künstlern zu wahren Stars. Doch nach jedem Aufstieg kommt
meist ein Fall: Drei der Mitglieder waren Juden … und das in Zeiten des Nazi-Regimes… Nach Erteilung des Auftrittsverbotes für die Gesangstruppe, folgen immer öfter interne Unstimmigkeiten … eine Trennung im Streit war unausweichlich…

Leading Team
Intendant: Karl-Michael Ebner
Regie: Ivaylo Guberov
Musikalische Leitung: Michael Rot
Lichtdesign: Ivaylo Guberov

Cast
Ari: Thomas Markus
Harry: Gernot Heinrich
Robert: Ivaylo Guberov
Erich: Georg Lehner
Roman: Jörg Westerkamp
Erwin: Thomas Böttcher (Klavier)
in diversen Rollen u.a. als Agent Levy und Hans: Josef Krenmair

TERMINE
Sa, 11., 18., 25. 09. / So, 12. 19., 26. 09. 2010
Beginn: Sa 19h / So 17h
Ort: Schloss Wolkersdorf

Tickets
Kartenverkauf: Vorverkauf in allen Filialen der Raiffeisenbank und an der Abendkassa
Reservierung: E-Mail: office@herbstklang.eu
Telefon: + (43) 699-1 946 1876
Kartenpreise: € 43 / € 37 / € 29

Nähere Infos –> hier

Performing Center Austria: A Golden Year

19. Juni 2010
15:00bis17:00

Beim wichtigsten nationalen Tanzwettbewerb, den „Austrian Open 2010″, erreichte das Performing Center Austria in diesem Jahr insgesamt 26 Auszeichnungen, darunter 16 Staatsmeistertitel. Die dort für die beste Choreografie ausgezeichneten Beiträge „Why War” und „Puppet Master” setzten neue Maßstäbe und erreichten unter 436 Beiträgen die Höchstwerte.

Aufgrund dieser Erfolge wurde die Idee geboren, diese Leistungen ein letztes Mal in der Show mit dem Titel „A Golden Year” zu präsentieren. So kommt es bei „A Golden Year” zu der Möglichkeit, nicht nur die besten österreichischen Nachwuchskünstler in prämierten Choreografien zu sehen, sondern gleichzeitig auch die „Stars von morgen” der österreichischen Musicalbühnen.

„A Golden Year” zeigt in geballter Form, mit wie viel Leidenschaft und Energie die jungen Sänger und Tänzer auf der Bühne stehen und zu welchen Leistungen sie bereits in jungen Jahren fähig sind.

Theater Akzent / 19. Juni 2010, Beginn: 15 Uhr
Nähere Infos –> hier

Wir sind Wien. Festival der Bezirke (30. Mai-23. Juni 2010)

30. Mai 2010 15:00bis23. Juni 2010 23:00

Wir sind Wien. Festival der Bezirke (30. Mai-23. Juni 2010)

Vom 1. bis 23. Juni stehen die 23 Bezirke Wiens im Mittelpunkt des Kunst- und Kulturgeschehens der Stadt.

Den Auftakt bildet das große Eröffnungsfest am 30. Mai am Kunstplatz Karlsplatz mit Highlights aus der Musikszene wie Kreisky, bratfisch, Tini Trampler, Celia Mara & Ljubinka Jokic, dem Martin Lubenov Orkestar u. v. a.

Die Festivalbühne tourt vom 1. bis 23. Juni mit Vertretern aller musikalischen Genres durch die Bezirke Wiens, Künstlerinnen und Künstler des jeweiligen Bezirkes werden für für gute Stimmung sorgen. Gestartet wird jeden Nachmittag um 15 Uhr mit einem Kinder- und Jugendprogramm, die Highlights des Abends kommen aus den Bereichen Weltmusik und neue Wiener Szene: Tanz Baby!, Birgit Denk & Band, Deckchair Orange, Grooveheadz Orchestra, Maja Osojnik, Kollegium Kalksburg, Marwan Abado, Des Ano, 5/8erl in Ehr´n.

Ein reichhaltiges Kulturprogramm wird auch abseits der Festivalbühnen geboten. KÖR-Führungen zu Kunstwerken im öffentlichen Raum sind ebenso mit im Programm wie künstlerische Interventionen in Bezirksmuseen, Lesungen afrikanischer Literatur, Workshops zu digitaler Kunst und Atelierführungen in allen 23 Bezirken.

Begleitet wird das Festival durch einen eigenen Festivalsong - „Mei Wien“, komponiert und getextet von Ulli Bäer und Ulli Winter und gemeinsam interpretiert mit dem „United children of the world choir“ der Junior High School Carlbergergasse.

Infos:
Eröffnungsfest: Sonntag, 30. Mai 2010, 15-24 Uhr, Kunstplatz Karlsplatz
Festival der Bezirke: 1. bis 23. Juni 2010 in allen Bezirken Wiens
Ausklang: 23. Juni 2010, 19.30 Uhr, 16., Tschauner Bühne, Maroltingerg. 43

Gesamtprogramm unter www.basiskultur.at bzw. als Broschüre bei Basis.Kultur.Wien, 15., Vogelweidplatz 9, erhältlich.

Uwe Kröger: Absolut Live & Gratis in Simmering

19. Juni 2010
17:00bis18:00

copyright für die freunde vom uwe forum: martin bruny.jpg

Uwe Kröger verschlägts nach Simmering. Am 19. Juni 2010 spielt er sein Soloprogramm “Absolut Uwe” live am EBS Gelände (EBS Gelände, Haidequerstraße 7, A-1110 Wien), mit einer für die Jahreszeit etwas merkwürdigen Beginnzeit: 17 Uhr.

Als Gast dabei: Pia Douwes. Der Eintritt ist frei.