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Archiv - Juni 22, 2010

Palais Nowak: Pfiat di Pezi, und nun “Lasst Kreisky und sein Team arbeiten!”

Otto Jaus und Roman Straka; Foto: Martin Bruny

Am 27. Juni 2010 geht die letzte Vorstellung von “Krawutzi Kaputzi” im Wiener Palais Nowak über die Bühne.

Als Johannes Glücks “Krawutzi Kaputzi” im Oktober 2006 das erste Mal im Rahmen von Voraufführungen im Kabarett Simpl zu sehen war, hoffte das Leading Team sicher auf einen Erfolg, eine fast vierjährige Spielzeit an zwei unterschiedlichen Aufführungsorten (und mit mehreren Unterbrechungen) hat sich aber sicher niemand vorstellen können. Jetzt, im Nachhinein betrachtet, sollte man doch feststellen, dass “Krawutzi Kaputzi” vielleicht das einzige echte Wienerische Musical ist, eine herzige Show mit viel Herz, die vielleicht nur echte Wiener auch wirklich in allen Zügen genießen können, wenn der Schmäh auf der Lustrutsche des Wiener Dialekts manchmal tief ansetzt, aber immer authentisch und ungekünstelt bleibt. Ein ganzer Haufen guter Melodien steckt in diesem Stück, und es wäre sicher eine großartige Sache, diese Show mal mit einer Liveband zu erleben. Wäre Wien nicht die kleine Großstadt, die sie ist, eine Show wie diese könnte auch 20 oder 30 Jahre an einem kleinen Theater laufen. Es steckt so viel Hirn und Können in dieser Produktion, allein die Puppen sind so gelungen, die Art und Weise, wie mit den Puppen interagiert wird, die gelungene Auswahl der Cast, die auch nach vier Jahren auf gleichbleibend hohem Niveau spielt, und um vieles souveräner als in den ersten Wochen der ersten Aufführungsserie. Bei jedem Besuch der Show gibt es Neues zu entdecken. Jede Figur ist mit einer derartigen Fülle an feinen Details ausgestattet, dass es jedes Mal eine Freude war, nach “Meideling” zu kommen.

Aber, es ist vorbei, in wenigen Tagen, und wer die Show tatsächlich noch nicht gesehen hat, sollte die paar Vorstellungen, die es noch gibt, nützen.

plakat_kreisky.jpgMit der Nachfolgeproduktion im Palais Nowak hat das Simpl, zumindest was den Titel betrifft, und viel mehr weiß man über die Show noch nicht, schon mal einen Lachelfer gelandet: “Lasst Kreisky und sein Team arbeiten!” gibts ab Oktober 2010 im Palais Nowak zu bestaunen, eine Show, die den Roaring 70er-Jahren huldigt. Im Werbetext zur Show liest man:

Hand aufs Herz: Wollen Sie nicht auch endlich raus aus diesem trostlosen 21. Jahrhundert? Tauchen Sie mit uns ein in die Roaring 70er. Lasst Kreisky und sein Team arbeiten. Alles wird gut.
Finden Sie Ihr Seelenheil im Africolarausch, blättern Sie in einem Gratisschulbuch, putzen Sie Ihre Zähne mit Strahler 70 und demonstrieren Sie gegen das Kernkraftwerk Zwentendorf. Erreichen Sie Europareife , verkleiden Sie sich als Donna Summer, genießen Sie mit Edmund Mundl Sackbauer das Saturday Night Fever im Voom Voom und lassen Sie sich anschließend am Sonntag um 17 Uhr von Hilli Reschl im Seniorenclub-Café eine Melange und ein Torterl servieren. Engagieren Sie sich für die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, besuchen Sie am 1. Mai das Schweizerhaus oder spielen Sie Schifferlversenken mit Udo Proksch.
Sind Sie ein Mann, lassen Sie sich Ihre Haare wachsen und waschen Sie diese mit Elidor Antifett, sind Sie eine Frau, machen Sie im Sinne der Gleichberechtigung dasselbe. Stecken Sie Peter Alexander Ihre Sorgen an den Hut, zischen Sie sich ein Keli. Machen Sie Urlaub auf der Insel der Seligen und feiern Sie mit uns ein einmaliges Fest dieser einmaligen Epoche.

West End/Wien: Wirds was mit “Rebecca”? Und wirds was mit Drew Sarich als Krolock in Wien?

Man muss geduldig sein. Einerseits ist es manchmal ganz bestimmt zu früh, mit bestimmten Ankündigungen offensiv an die Öffentlichkeit zu gehen, andererseits verlautbart man bestimmte Fakten ebenso ganz bestimmt zu spät. Ja, die VBW können es eben niemandem recht machen, scheints.

Im Fall von “Rebecca”, jenem “DramaMusical” von Sylvester Levay und Michael Kunze, das vor ein paar Jährchen, 2006, in Wien seine Uraufführung feierte und nun auch schon wieder fast seit ein paar Jährchen einer Broadway- oder West-End-Premiere harrt, könnte nun Bewegung in die Sache kommen. Die englische Website “WhatsonStage” meldet, dass “Rebecca” nach diversen Workshops 2011 ins Londoner Palace Theatre einziehen könnte. Im 1400-Sitze-Tempel ist derzeit “Priscilla Queen of the Desert” zu sehen, eine Show, die 2011 eine Broadway-Premiere anstrebt. Tickets für “Priscilla” kann man derzeit bis Ende Mai 2011 buchen. Könnte also wieder knapp werden mit 2011. Was wären die Alternativen theatermäßig? Man weiß es nicht.

Das Theatre Royal Drury Lane mit 2200 Sitzen dürfte es wohl nicht sein. Wie sollte man es auch füllen? Da plant man einen Megaflop, nämlich “Shrek”. Könnte so eine “Producers”-Strategie sein. Aber vielleicht mögen ja die Engländer die Show, und immerhin dürften die Rechte für den Broadway-Flop günstig zu haben sein.

Um auf das Thema “zu spät ankündigen” zurückzukommen. Man könnte fast sagen, ganz Wien spricht seit Wochen davon, dass Drew Sarich ab Herbst 2010 im Wiener Ronacher als Krolock in Jim Steinmans “Tanz der Vampire” zu sehen sein könnte, aber da würde man zu kurz greifen. Auch die Belgier scheinen es zu wissen, oder wie Hans Peter Janssens es formuliert:

Heel tof, we hebben veel raakvlakken. Maar dit is dan ook een kleine wereld. Zijn beste vriend is Drew Sarich, met wie ik nog in “Les Misérables” in Londen heb gespeeld. Zij hebben al samengewerkt in Frank Wildhorns “Dracula” – ook al een vampier (lacht) – en “The Count of Monte Christo”. En straks in november neemt Drew het hier van Thomas over. Thomas zelf heb ik zes jaar geleden in Hamburg voor het eerst Von Krolock zien spelen. [musicalsite.be]

Wir sind Wien. Festival der Bezirke (30. Mai-23. Juni 2010)

30. Mai 2010 15:00bis23. Juni 2010 23:00

Wir sind Wien. Festival der Bezirke (30. Mai-23. Juni 2010)

Vom 1. bis 23. Juni stehen die 23 Bezirke Wiens im Mittelpunkt des Kunst- und Kulturgeschehens der Stadt.

Den Auftakt bildet das große Eröffnungsfest am 30. Mai am Kunstplatz Karlsplatz mit Highlights aus der Musikszene wie Kreisky, bratfisch, Tini Trampler, Celia Mara & Ljubinka Jokic, dem Martin Lubenov Orkestar u. v. a.

Die Festivalbühne tourt vom 1. bis 23. Juni mit Vertretern aller musikalischen Genres durch die Bezirke Wiens, Künstlerinnen und Künstler des jeweiligen Bezirkes werden für für gute Stimmung sorgen. Gestartet wird jeden Nachmittag um 15 Uhr mit einem Kinder- und Jugendprogramm, die Highlights des Abends kommen aus den Bereichen Weltmusik und neue Wiener Szene: Tanz Baby!, Birgit Denk & Band, Deckchair Orange, Grooveheadz Orchestra, Maja Osojnik, Kollegium Kalksburg, Marwan Abado, Des Ano, 5/8erl in Ehr´n.

Ein reichhaltiges Kulturprogramm wird auch abseits der Festivalbühnen geboten. KÖR-Führungen zu Kunstwerken im öffentlichen Raum sind ebenso mit im Programm wie künstlerische Interventionen in Bezirksmuseen, Lesungen afrikanischer Literatur, Workshops zu digitaler Kunst und Atelierführungen in allen 23 Bezirken.

Begleitet wird das Festival durch einen eigenen Festivalsong - „Mei Wien“, komponiert und getextet von Ulli Bäer und Ulli Winter und gemeinsam interpretiert mit dem „United children of the world choir“ der Junior High School Carlbergergasse.

Infos:
Eröffnungsfest: Sonntag, 30. Mai 2010, 15-24 Uhr, Kunstplatz Karlsplatz
Festival der Bezirke: 1. bis 23. Juni 2010 in allen Bezirken Wiens
Ausklang: 23. Juni 2010, 19.30 Uhr, 16., Tschauner Bühne, Maroltingerg. 43

Gesamtprogramm unter www.basiskultur.at bzw. als Broschüre bei Basis.Kultur.Wien, 15., Vogelweidplatz 9, erhältlich.