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Archiv - September 18, 2010

“Fress-Shows” und ihr Ruf

In einem deutschen Musicalforum findet derzeit eine Art “Debatte” statt, welchen Stellenwert die sogenannten “Fress-Shows” im Rahmen des Musicalgenres haben. Nun, die Sache ist ganz einfach: keinen. Schlicht und einfach deswegen, weil in 99,9 Prozent der Fälle im Rahmen von “Fress-Shows” gar keine Musicals stattfinden, es handelt sich vielmehr um Varietéshows. Da werden dann ab und zu auch Musicalsongs geträllert, aber meistens nicht ausschließlich Musicalsongs.

Dass diese Art von Show überhaupt im Rahmen einer “Diskussion” über das schlechte Image von Musicals erörtert wird, haben wir der Entwicklung des Musicalgenres im deutschsprachigen Raum zu verdanken. Denn wenn man nun im Raimund Theater derzeit auch noch Schnittchen servieren würde, mein Gott, wen sollte es schon stören. Ältere Menschen haben ohnedies oft einen Blutzuckerspiegel, den man mit derlei kulinarischen Raffinessen vielleicht auf ein besseres Niveau heben würde.

“Fress-Shows” sind jedenfalls keine Ausprägung des Musicalgenres, es gibt sie genauso im Rahmen von Verstanstaltungen diverser Magischer Zirkel, man findet sie bei Werbeveranstaltungen für tropffreie Windeln genauso wie bei Bewerbungsversuchen der neuesten Errungenschaften auf dem Gebiet erlebnisfördernder Kondome. Wer sich als Darsteller dafür verpflichtet, tut es, weil auch damit Geld zu verdienen ist. Das ist nichts Verwerfliches, einen besonderen Platz in der Geschichte des Musicals wird man damit nicht erringen können, schlicht und einfach deswegen, weil diese Art der Veranstaltung nichts mit dem Musicalgenre zu tun hat.

Link zur “Diskussion” –> hier

Uwe Kröger: Vom Tod zum Botschafter des Wiener Gemüses

Sein Weg ist vorgezeichnet: Mit 66 wird er Professor h. c., mit 80 Kommerzialrat, und mit 95 bekommt er das Goldene Verdienstzeichen der Stadt Wien. Keine Frage, Prof. Uwe Köger in spe wird in den nächsten Dezennien mit Ehrungen überhäuft werden.

Derzeit ist er zwar noch auf Level 1, aber auch ein Titel wie “Botschafter des Wiener Gemüses” hat sicher etwas Apartes, wenn man lange genug darüber nachdenkt. Verliehen wird Kröger dieser “Titel” am 23. September 2010 im Wiener Restaurant Leupold von der “Genussregion Österreich”. Mahlzeit!

Landestheater Linz: Frühlings Erwachen!

2. Oktober 2010
19:30bis22:30

Landestheater Linz: Frühlings Erwachen!
David Nuran Calis nach Frank Wedekind
Schauspiel
Eine Koproduktion von Schauspiel und u\hof:

Premiere am 02.10.2010
Spielstätte Kammerspiele

Stückinfo
Wendla steht auf Melchior, doch der ist viel zu sehr damit beschäftigt, über die Probleme der Welt nachzudenken. Ilse steht auf Moritz, der seinerseits schon auch auf Ilse stehen würde, wenn er sich nur traute. Sie sind jung, sie sind wild, und irgendwie wissen sie nicht, was sie tun. Denn während man früher zu wenig darüber wusste, wie „es“ eigentlich
geht, weiß man heute zu viel darüber. Liebe, Sex – was ist das eigentlich? Gehören Liebe und Sex zusammen? Jeder scheint zu wissen, wie Sex
geht, doch keiner weiß, was Liebe ist. Vieles darüber findet man im Internet, in Heften, Büchern, hört man von Freunden, Eltern und Lehrern. Und irgendwie ist es nach wie vor ein Tabuthema.
Aktuellen Studien zufolge befindet sich Österreich am letzten Platz in Europa, was die Sexualaufklärung von Jugendlichen betrifft – ein trauriger Befund.

Nachdem Frank Wedekind (1864-1918) einen ersten Entwurf zu Frühlings Erwachen in Zürich verfasst hatte, schrieb er das Drama zwischen Oktober 1890 und April 1891 in München. Das Stück ist von eigenen Erlebnissen des Autors und seiner Mitschüler inspiriert. Als Vorbild für Moritz Stiefel dienten ihm etwa zwei Mitschüler, Frank Oberlin und Moritz Dürr, die 1883 bzw. 1885 Suizid begangen hatten. Dürr hatte dem Schriftsteller von seinem Vorhaben, zu sterben, berichtet, woraufhin Wedekind ihm versprach, ein Drama über ihn zu schreiben. Nachdem ein Münchner Verlag eine Publikation des Stücks aus Angst vor rechtlichen Problemen abgelehnt hatte, brachte es
Wedekind im Oktober 1891 auf eigene Kosten beim Verlag Jean Groß in Zürich heraus. Frühlings Erwachen wurde 1906 an den Berliner Kammerspielen uraufgeführt.

Eine Kindertragödie nannte Wedekind sein Stück, das aufgrund seiner angeblichen Obszönität zensiert bzw. verboten wurde und es mittlerweile zur Schullektüre gebracht hat. 2010 ist Frühlings Erwachen immer
noch aktuell – ein Stück über Träume und Hoffnungen der Generation Y

Leading Team

Inszenierung: Holger Schober
Bühne: Christian Etsch Elgner
Kostüme: Richard Stockinger
Musik: Sue-Alice Okukubo
Dramaturgie: Elisabeth Strauß
Theaterpädagogik: Katrin Maiwald

Besetzung
Mutter: Katharina Vötter
Vater: Joachim Rathke
Wendla: Katharina Wawrik
Melchior: Bastian Dulisch
Ilse: Katharina Halus
Moritz: Ralf Wegner
Martha: Elisabeth Hütter
Hans: Julian Sigl

Nähere Infos –> hier

Landestheater Linz: Linie 1

25. April 2011
11:00bis13:00

Landestheater Linz: Linie 1

Text: Volker Ludwig
Musik: Birger Heymann
Premiere am 25.04.2011
Spielstätte Kammerspiele

Stückinfo
Ein junges Mädchen aus der Provinz, von Zuhause ausgerissen, landet am Berliner Bahnhof Zoo. Sie ist auf der Suche nach ihrem „Märchenprinzen“ Johnnie, einem Berliner Rockmusiker. In der Bahnhofshalle trifft sie auf die „Überreste der Nacht“, Obdachlose, Spinner, eine alkoholisierte Nachtschwärmerin, nur nicht auf Johnnie. So macht sie sich auf den Weg nach Kreuzberg mit der U-Bahn-Linie 1 und gerät in einen Strudel von Begegnungen mit Typen der anderen Art.
Ein Musical über Leben und Überleben in der Großstadt, über Hoff nung und Anpassung, Mut und Selbstbetrug, zum Lachen und Weinen, zum Träumen – und zum Nachdenken über sich selbst.

Weitere Infos –> hier

“The Juliet Letters” - Drew Sarich & The Dead Poet Quartet in Seekirchen

18. September 2010
20:00bis22:00

sarich2010.jpg

Romeo und Julia hätten längst das Zeitliche gesegnet, wären sie je aus Fleisch und Blut gewesen. Und doch teilen wir alle mindestens einmal in unserem Leben ein gemeinsames Schicksal - das Schicksal einer unerfüllten Liebe. Noch heute steht in Verona, bekanntermaßen Heimat des unglücklichen Liebespaares, ein Briefkasten, in den man Briefe an Julia einwerfen kann. Dieser Umstand war die Initialzündung für Elvis Costello und das Brodsky-Quartet, ihre ganz persönliche Korrespondenz mit Julia Capulet zu führen. Briefe über die Sehnsucht, das Verliebtsein, die Eifersucht, die Hoffnungslosigkeit, den Tod und die unerfüllte Liebe. Und welche Sprache könnte all diese Facetten besser einfangen als die Musik.

Mit “The Juliet Letters” realisieren Drew Sarich und The Dead Poet Quartet ein langgehegtes Wunschprojekt. Am 18. September 2010 ist die seltene Besetzung von Sänger und Streichquartett in Seekirchen am Wallersee bei Salzburg zu sehen. Zu erleben wird der Reiz des Variantenreichtums an Ausdrucksmöglichkeiten, aber vor allem auch der glaubwürdige Austausch von Rock, Pop und Klassik sein.

“The Juliet Letters” setzt nicht nur technisch perfektes, feinfühligstes Quartettspiel voraus, sondern ermöglicht es den Musikern sowie dem Publikum, neue musikalische Landschaften zu erforschen. Mit Drew Sarich fand das Quartett einen Sänger, der sich zweifellos zu den Ausnahmekünstlern seines Genres zählen darf. Die bedingungslose Auseinandersetzung mit seinen Charakteren, die Farbenvielfalt seiner Stimme, sein großer Erfahrungsreichtum sind nur einige wenige Attribute, die ihn zur Idealbesetzung dieses Projektes machten.

Einen Brief zu bekommen, ihn zu öffnen, hat etwas Geheimnisvolles, etwas Magisches. Fremde Briefe zu lesen, ist wie durch ein Schlüsselloch zu spähen. Sie eröffnen intime Ausschnitte einer Beziehung zwischen zwei Menschen - Momentaufnahmen eines Dramas.

Mit “The Juliet Letters” gelingt es, durch die Verbindung von Wort und Musik eine Geschichte zum Leben zu erwecken, die von jedem ganz individuell nachempfunden werden kann, jedoch mit ein und demselben Inhalt - nämlich der Liebe.

DREW SARICH - THE DEAD POET QUARTET - THE JULIET LETTERS
Michaela Girardi: Violine
Georg Wimmer: Violine
Sarah Grubinger: Viola
Matthias Bartolomey: Violoncello
Drew Sarich: Gesang

Aufführungstermin
18. September 2010, 20 Uhr, EmailWerk in Seekirchen am Wallersee

Kartenreservierung zum Vorverkaufspreis nur über www.kunstbox.at

Vorverkauf bei RAIBA Seekirchen: 18 Euro
Ermäßigung (Studenten mit Ausweis): 12 Euro
Ö1-Clubmitglieder: minus 15 %
S-Pass: minus 2 Euro
Abendkassa: 20 Euro
Ermäßigung (Studenten mit Ausweis): 14 Euro
Ö1-Clubmitglieder: minus 15 %
S-Pass: minus 2 Euro