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Archiv - September 25, 2010

Helden von(m) (M)orgen - die Sendung ohne Markus Spiegel / Die wahren Helden: youngblood - Hast du’s im Blut?

Die Wahrheit sämtlicher österreichischer Castingshows ist die, dass der ORF mit einer gewissen Bauernschläue regelmäßig sogenannte “eigene Formate” zimmert, die sich in null komma - es folgen 100 Stellen Null - eins von anderen wohlerprobten Castingshows internationalen Formats unterscheiden. Durch diese minimale Gendifferenz in der elften Potenz erspart sich der Sender teure Tantiemen, die er dann in Müll wie der 100. Ärzteserie wieder verpulvert. Natürlich darf man in diesem Zusammenhang nicht das Wort “Diebstahl” in den Mund nehmen. Wozu auch, Castingshows gabs schon im alten Griechenland, oder Rom. Damals mussten die Burschen und Mädels in der Reihe stehend den Mund aufmachen und dann hieß es: “Na, du hosch schiache Zähnt, di wüll i ned”, und es wurde eben ein anderer Sklave gekauft.

Schiache Zähnt waren wenigstens ein nachvollziehbares Kriterium. Das aber, was man gestern bei der ersten Folge der ersten Staffel von “Helden von morgen”, der “neuen Castingshow des ORF”, sehen konnte, war ein abstruses Nichts, es war bestenfalls eine Parodie auf eine Castingshow. Ein des Rappens sich als völlig unfähig erweisender Bursch wurde deshalb in die zweite Runde geschickt, weil man ihm seine Credibility, nämlich dass er ein zu Gewalt neigender Mensch mit einem riesigen Aggressionspotential ist, abnahm. Das ist nicht nur die Bedienung des billigsten aller Klischees, das ist einfach nur ekelhaft. Man riecht förmlich diese pseudomoralische Absicht der Sendungsgestalter, den Rapper wie ein störrisches Fohlen einzureiten, ihn so, wie es ein Rapperflüsterer machen würde, zu zähmen und dann … dann bleibt ein schlechter Rapper über und er darf gehen, seine Schuldigkeit, Sendeminuten zu füllen, hat er ja getan. Ein anderer Bursch, über den man eine lange Homestory gebastelt hat, weil er stottert (was würden Castingshows ohne all ihre Stotterer machen), vergewaltigte bei seiner Audition ein Lied und sang buchstäblich jeden Ton falsch, und auch er wurde natürlich in die nächste Runde geschickt. Ein dritter schaffte es eine Runde weiter, weil er ein “beeindruckendes” Instrument, einen Besen mit Schellen, wie auch immer dieses Ding heißt, aufzuweisen hatte.

Alle drei, und sie sollen nur stellvetretend stehen, hätten es in jeder anderen Castingshow bestenfalls in die Lachparade geschafft. Apropos Lachparade. Bei “Starmania” hatte man in der Jury mit Markus Spiegel einen Experten sitzen, der zwar immer wieder lustig und spaßig war, aber daneben auch kompetent und niemals lächerlich. In der Jury von “Helden von morgen” sitzt ein Typ, der von Sekunde 0 an nur lächerlich über den Bildschirm kommt, dazu mit Monika Ballwein ein Vocal Coach, der zwar fachlich kompetent ist, das weiß man, in der Show aber ganz und gar nicht diesen Eindruck erwecken konnte, und ein Plattenboss, der den Eindruck verstärkte, dass es sich bei diesem Format nur um eine Parodie handeln kann.

Talente gabs freilich, zum Beispiel hörte man am Ende der Show, als Vorschau auf die zweite Sendung, einen Pianoman drei Noten singen, und dann ein Brüllen eines Jurors, der Sänger sei 2 Minuten davon entfernt berechenbar zu werden. Hilfe! Markus Spiegel, übernehmen Sie!

Die wahren Helden - youngblood - Hast du’s im Blut?

Wer wirkliche Helden sehen will, und nicht das, was der ORF als Helden definieren will, weil wohl die Falco-Signation schon vor der Namensgebung feststand: Lukas Perman, Marjan Shaki und Roman Gregory setzen sich derzeit im Rahmen der Initiative “youngblood” des Roten Kreuz fürs Blutspenden ein. Und wer schon einmal erlebt hat, wie Blutkonserven einen Menschen buchstäblich wieder zum Leben erwecken können, der sollte sich eine Ruck geben und blutspenden gehen. Es tut nicht weh und hilft Leben zu retten. Das Rote Kreuz bietet als zusätzlichen Anreiz nun einen Kreativwettbewerb, bei dem man schöne Preise gewinnen kann.

Beim Kreativbewerb “youngblood” können junge Menschen ihrer Kreativität freien Lauf lassen: Einreichungen sind bis 31. Dezember 2010 in den Kategorien Plakat, Video und Musik möglich. “Ich freue mich schon auf
viele kreative Ideen und wer’s nicht im Blut hat - Blutspenden ist immer eine gute Idee,” so Jury-Mitglied Gregory.

“Mit ‘youngblood’ suchen wir kreative Köpfe, die sich mit dem Thema Blut beschäftigen, und junge Menschen mit Herz, die anderen durch ihre Blutspende helfen”, so Dr. Eva Menichetti, Leiterin der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und Burgenland. Auf die Gewinner der Kreativ-Initiative warten tolle Preise: zwei Wochen Sprachferien von EF-Sprachreisen für den Sieger (inklusive Flug, Unterkunft und Kurs der Wahl) und Snowboard-Wochenenden von JUFA für die Zweit- und Drittplatzierten. Jeder, der mitmacht, erhält ein Rotkreuz-Goodie-Bag!

Die Gewinner werden Anfang Februar von der Fachjury gemeinsam mit der Werbeagentur “The Form” bei einer exklusiven Veranstaltung in der Ottakringer Brauerei prämiert. Die Jury-Mitglieder und Stars des Musicals “Tanz der Vampire Lukas Perman und Marjan Shaki sind sich einig: “Blutspenden ist ein Zeichen von Solidarität! Wir alle gehören zusammen und müssen uns gegenseitig unterstützen. Und wer weiß, ob wir nicht auch irgendwann in die Lage kommen, dass uns jemand sein Blut schenkt.” Die Initiative wird unterstützt durch ein Promotion-Video, in dem Roman Gregory die Hauptrolle spielt. Das Video kann man auf www.blut.at/youngblood finden.

Wiener Volksoper: “Hello, Dolly!” - mit Sigrid Hauser, Robert Meyer, Oliver Arno und Dagmar Hellberg

25. September 2010
19:00bis22:00

Ein Mittelding aus „Lustiger Witwe“ und barbiergleichem Faktotum der ganzen Stadt ist Dolly Gallagher, verwitwete Levi. Als Heiratsvermittlerin hat sie sich unentbehrlich gemacht und findet für jeden und jede die rechte Partie. Schließlich auch für sich selbst: Dem reichen Horace Vandergelder aus Yonkers nützt sein Sträuben nichts, er landet unter Dollys Haube. Jerry Hermans Musical hat auch 46 Jahre nach der Uraufführung nichts von seinem Charme eingebüßt.

Am 16. Januar 1964 wurde es mit Carol Channing in der Titelrolle im New Yorker St. James Theatre uraufgeführt, 1969 mit Barbra Streisand und Walter Matthau verfilmt, schon im Jahr davor mit Marika Rökk erstmals in Wien gezeigt.

An der Wiener Volksoper hielt das Stück 1984 Einzug, Dagmar Koller war die Dolly jener Jahre. In Josef Ernst Köpplingers Neuinszenierung tritt ein bewährtes Komödiantenpaar in den Hauptrollen an: Sigrid Hauser und Hausherr Robert Meyer. Weiters zu sehen: Oliver Arno (”Elisabeth”), Daniel Prohaska, Peter Lesiak, Nadine Zeintl, Previn Moore und viele andere.

Jerry Herman (*1931)
HELLO, DOLLY!
Musikalische Komödie in zwei Akten
Buch von Michael Stewart nach „The Matchmaker“
von Thornton Wilder
In deutscher Sprache

Voraufführungen am 22. und 23. September 2010
Premiere am Samstag, 25. September 2010
Weitere Vorstellungen am 28. September, 2., 4., 6., 9., 10., 12., 17., 18., 22., 24., 25., 27., 31. Oktober, 6., 12., 22. November 2010

Leading Team
Dirigent: John Owen Edwards
Inszenierung: Josef Ernst Köpplinger
Bühnenbild: Sam Madwar
Kostüme: Rainer Sinell
Choreographie: Ricarda Regina Ludigkeit
Choreinstudierung: Thomas Böttcher
Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz

Cast
Mrs. Dolly Gallagher Levi: Sigrid Hauser
Horace Vandergelder: Robert Meyer
Cornelius Hackl: Daniel Prohaska/Jeffrey Treganza
Barnaby Tucker: Peter Lesiak/Oliver Arno
Minnie Fay: Nadine Zeintl/Johanna Arrouas
Irene Molloy: Katja Reichert/Julia Koci
Ambrose Kemper: Jeffrey Treganza/Paul Schweinester
Ermengarde: Johanna Arrouas/Anna Veit
Ernestina Money: Dagmar Hellberg
Rudolph, Oberkellner: Previn Moore
Richter: Gerhard Ernst

Ensemble
Stefan Bischoff, Florian Claus, Claudia Kraxner, Stefan Reil, Christian Schleinzer, Tina Schöltzke, Anna Veit, Andreas Wanasek

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