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Archiv - Januar 25, 2011

Affäre Haider: Lauda war gestern, Koller legt nach

Na bitte, jetzt endlich hat Alfons Haider tatsächlich die Aufmerksamkeit erreicht, die er mit dem Publicitystunt, im Entertainmentformat “Dancing Stars” mit einem männlichen Partner zu tanzen, erreichen wollte. Erreichen musste, denn es gilt nicht nur, genügend Aufmerksamkeit für die ORF-Show zu erzielen, sondern auch genügend Fahrt aufzunehmen, damit das von ihm geleitete Sommertheater in Stockerau ebenso ein wenig davon zehren kann. Da gilt es, in diesem Jahr genügend Tickets für das Musical “Sie spielen unser Lied” zu verkaufen. Möge die Übung gelingen.

Zu Niki Laudas jüngsten Äußerungen (siehe –> hier) sollte man besser kein Wort verlieren, er scheint sein Image ein wenig ramponieren zu wollen, seine Sache. Etwas gewichtiger scheinen mir da die Aussagen von Dagmar Koller zu sein, so sie tatsächlich von ihr stammen, das weiß man ja nie:

ÖSTERREICH: Alfons Haider will jetzt mit einem Mann tanzen …
Dagmar Koller: Ich find das unappetitlich, er tut uns allen nichts Gutes, auch sich selber nicht. Ich sage das ganz bewusst, obwohl ich die Ikone der Schwulen bin. Auch in ­homosexuellen Kreisen kommt das nicht gut an. Wer soll denn der Mann bei diesem Tanzpaar sein? Oder tanzt Haider mit einem Transvestiten?

ÖSTERREICH: Warum?
Dagmar Koller: Er zieht das Thema Homosexualität in die Lächerlichkeit, was schade ist. Gleichgeschlechtliche Paare dürfen endlich Partnerschaften eingehen, heiraten, glücklich sein. Warum tanzt der Alfons nicht mit seiner Arigona, die ist doch hübsch und ist sogar von einem Magazin zur Frau des Jahres gekürt worden?

Link
- Österreich: Schwulen-Ikone Dagmar Koller über Haiders Ambitionen

“Die Banalität der Liebe” im Theater Nestroyhof Hamakom

25. Januar 2011
20:00bis22:00

Das Theater Nestroyhof Hamakom zeigt ab dem 25. Januar 2011 die Geschichte der lebenslangen Liebe zwischen Hannah Arendt und Martin Heidegger - zwischen zwei bedeutenden Theoretikern des 20. Jahrhunderts, deren Denkwelten sich so sehr beeinflussten wie sie sich widersprachen.

“Die Banalität der Liebe”, Savyon Liebrechts Theaterstück, das im Titel auf Arendts Schrift von 1963 „Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“ anspielt, schafft zwei Ebenen.

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Die Gegenwartsebene folgt einer fiktiven Begegnung zwischen der 69-jährigen Hannah Arendt in New York und einem israelischen Studenten, der sie interviewt. Im Laufe der Befragung entfaltet sich nicht nur seine fanatische, in diesen Jahren durchaus gängige Kritik an Arendts politischer Haltung, sondern auch seine persönliche Leidensgeschichte, aufgrund derer er glaubt, sie des Verrats verurteilen zu können.

Die Erinnerungsebene stellt die komplexere Wirklichkeit einer lebenslangen Liebe dar: Der Beginn der Beziehung zwischen der 18-jährigen jüdischen Studentin Hannah Arendt und dem 35-jährigen Philosophieprofessor Martin Heidegger 1924 in Marburg. Die Trennung, die aufgrund der Ohnmacht der Liebenden, aber auch der philosophischen Emanzipation der Studentin geschieht, und sich 1933 zum dramatischen politisch-ideologischen Abbruch erhöht, als Arendt aus Deutschland fliehen muss und Heidegger NSDAP-Mitglied und Rektor Deutschlands erster “Führeruniversität“ in Freiburg wird.
Der Versuch der Wiederbelebung der Beziehung ab 1950, in allen Widersprüchen einer trotz Verrat und Entfremdung noch existierenden Liebe.

An der Figur des Studenten erschließt sich etwas, was an anderen auch ist. Es ist die Position des Normalen, der Vorurteile, des Misstrauens, die den Schmerzensraum einer unzulänglichen Rationalität, einer Ratlosigkeit umfasst, die den zur Zeit der Handlung herrschenden Meinungen innewohnt. Hannah Arendts Verweilen in den Erinnerungen indessen, schreibt sich ein in den Raum zwischen dem Moment der Liebe, das eigentliches Leben in der Welt ermöglicht (Heidegger) und der Schwierigkeit, die Welt zu lieben, in der wir als Liebende sind (Arendt).

Regisseur Michael Gruner sucht die Brüche entlang dieser Geschichte im Inhaltlichen wie im Formalen zu ergründen. Diese Liebe war wirklich. Zwei Menschen, denen es um die Bewahrung der wahren Liebe und des wahren Denkens ging, denen der Glaube an Werte und das Vermögen, sie
umzuwerfen, gegeben war. Warum vermochten sie der Liebe keine Realität zu geben? Sind sie tatsächlich an den Verhältnissen gescheitert?

Die Banalität der Liebe
Premiere: Dienstag, 25. Januar 2011, 20.00 Uhr
Spieltermine: 26.–29. Januar 2011, 8.–12. und 15.–19. Februar 2011, jeweils 20.00 Uhr

Spielort: Theater Nestroyhof Hamakom
Nestroyplatz 1, 1020 Wien

Inszenierung: Michael Gruner
Bühne/Kostüm: Gabriele Sterz
Choreographie: Michael Sieberock- Serafimowitsch
Dramaturgische Assistenz: Amira Bibawy
Produktionsleitung: Martina Schmidt
Regieassistenz: Max Mayerhofer
Lichtgestaltung: Harald Michlits
Realisierung/Bühnentechnik: Reinhard Taurer
Sounddesign: Roumen Dimitrov
Tontechnik: Jürgen Lentsch
Technische Assistenz: Vedran Mandic
Deutsche Übersetzung von Vera Loos und Naomi Nir-Bleimling
Rahmenprogramm: Filme / Diskussion / Lesung
17. & 24. Januar 2011, 20.00 Uhr

Mit: Juliane Gruner, Hans Diehl, Christian Higer, Patrick Jurowski

Link
- Theater Nestroyhof Hamakom