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Archiv - März 9, 2011

Broadway: Show doctors für den lahmen “Spider-Man”, Julie Taymor darf sich zurückziehen

In den nächsten Tagen ist bei der mittlerweile zur Lachnummer avanvierten Broadway-Musical-Zangengeburt “Spider-Man” ein “dramatic announcement” der Produzenten zu erwarten. Natürlich stehen die Inhalte dieser Ankündigung längst in der einschlägigen Presse. Worum gehts:

1) Julie Taymor hats verbockt. Warum und aus welchen Gründen auch immer, sie wird nicht ohne Imageschaden aus dem Musical aussteigen, aber sie wird vermutlich aussteigen. Woran der Ausstieg scheitern könnte, ist der Umstand, dass sie nicht nur Regie führt, sondern auch als Co-Autorin fungiert sowie für das Design der Masken zuständig ist.
2) “Spider Man” beendet seine Previews im April 2011.
3) Anschließend wird das Musical einige Wochen überarbeitet.
4) Eine mögliche Premiere könnte irgendwann im Juni 2011 stattfinden.

Am 6. März 2011 schrieb “Spider-Man” jedenfalls Geschichte. Mit der 98. Preview ging die Show in die Broadwaygeschichte ein. Bis dahin war die Produktion “A Teaspoon Every Four Hours” seit 1969 unangefochten am Spitzenplatz dieser einmaligen Hitparade zu finden.

Andere lustige Statistik-Spielchen und semantische Feinheiten. Der für den 15. März 2011 angesetzte Premierentermin, der wieder einmal nicht als Premierentermin stattfinden dürfte, ist der bereits 5., was einige Lästermäuler dazu brachte, die Premiere nicht mehr als “opening”, sondern als “nopening” und “hopening” zu bezeichnen.

Die bisherigen “Premierentermine”:
- 15.03.2011
- 18.02.2011
- 07.02.2011
- 11.01.2011
- 21.12.2010

Update 10. März 2011
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Philip William McKinley (Regie: “The Boy from Oz”, 2003) übernimmt die Regie bei “Spider-Man”. Was passiert mit Julie Taymor? Die Produzenten dazu:

Taymor is not leaving the creative team. Her vision has been at the heart of this production since its inception and will continue to be so. Julie’s previous commitments mean that past March 15th, she cannot work the 24/7 necessary to make the changes in the production in order to be ready for our opening.

Die Premiere soll nun “irgendwann im Frühsommer” stattfinden. Ob der bunte Reigen an Previews tatsächlich unterbrochen wird, steht noch nicht fest, Bono und The Edge werden die Songs überarbeiten und meinen dazu:

We have a couple of new songs we are very very excited about putting into the mix … We are confident [the show] will reach its full potential and when it does, it will open.

Roberto Aguirre-Sacasa wird das Buch der Show überarbeiten. Zusätzlich ins Leading Team kommen Paul Bogaev (Musical Consultant) und Sound Designer Peter Hylenski.

Frederic Morton: Heimat. Entwurzelung. Sprache.

Wie geht die zweite Generation jüdischer Emigranten mit dem Thema Schoa um? Welche Bedeutung hat Österreich noch für sie? Welchen Bezug haben sie zur Heimat ihrer Eltern? Zu ihrer Muttersprache? Frederic Morton und Rebecca Morton: der Schriftsteller mit Wiener Wurzeln und die New Yorker Filmemacherin, Vater und Tochter im Gespräch über Heimat, Entwurzelung, Identität und Sprache.

Ein Gespräch mit Frederic Morton und seiner Tochter über Exil und Emigration.
Moderation: Barbara Toth („Falter“)

Jüdisches Museum Wien zu Gast im Haus der Musik
Haus der Musik, Seilerstätte 30, 1010 Wien
Donnerstag, 10. März 2011 - 18:30
Eintritt frei
Nähere Infos –> hier

Wiener Metropol: Günter MO Mokesch & Die schönste Band der Welt

22. März 2011
20:00bis22:00

1983 startete der österreichische Sänger, Komponist, Musicaldarsteller und Autor Günter Mokesch, Künstlername “MO”, seine Karriere mit seiner ersten Singleveröffentlichung “Liebe, Brot und tausend Küsse”. Bis 1987 sollte es mit dem großen Durchbruch dauern - der kam mit dem Hit “Send me Roses”. Es folgten acht Solo-CDs, und MO wurde Musicaldarsteller, unter anderem spielte er am Wiener Raimund Theater in der deutschsprachigen Erstaufführung des Musicals “Der Kuss der Spinnenfrau” die Rolle des Molina (Premiere: 28. November 1993).

Im Leben nach der Karriere als Popstar und Musicaldarsteller gründete Günther Mokesch die Musikproduktionsfirma “MO MUSIC” und produzierte Film-, TV- und Werbemusiken. Ab 2002 widmete er sich dem Kabarett, tourte mit drei Soloprogrammen und wurde Künstlerischer Leiter des dreiwöchigen Kleinkunstfestivals “Kaberett & Comedy Krems”.

Im Oktober 2010 präsentierte Günter Mokesch sein neuestes Album “Hallelujah” mit zehn neuen Songs und einer Pianoversion des Evergreens “Send me Roses”.

Im Frühjahr 2011 geht MO mit der “Schönsten Band der Welt” (Rüdiger Kostron - Bass, Markus Adamer - Schlagzeug, Thomas Eder - E-Gitarre, Christian Beckermeister - Gitarre, Martin Mader – Keyboards) auf Tour. Der Tournee-Auftakt findet am 22. März 2011 im Wiener Metropol statt. Zu hören sind die neuen Songs von der CD “Hallelujah” sowie die bekannten Hits wie “Send me roses”, “Wild Wild Wild” oder “Face of love” in neuen Arrangements.

Tickets gibt es –> hier.

Links
- MO MUSIC
- MO @Facebook
- Wiener Metropol

Günter Mokesch: Tourauftakt im Wiener Metropol

1983 startete der österreichische Sänger, Komponist, Musicaldarsteller und Autor Günter Mokesch, Künstlername “MO”, seine Karriere mit seiner ersten Singleveröffentlichung “Liebe, Brot und tausend Küsse”. Bis 1987 sollte es mit dem großen Durchbruch dauern - der kam mit dem Hit “Send me Roses”. Es folgten acht Solo-CDs, und MO wurde Musicaldarsteller, unter anderem spielte er am Wiener Raimund Theater in der deutschsprachigen Erstaufführung des Musicals “Der Kuss der Spinnenfrau” die Rolle des Molina (Premiere: 28. November 1993).

Im Leben nach der Karriere als Popstar und Musicaldarsteller gründete Günther Mokesch die Musikproduktionsfirma “MO MUSIC” und produzierte Film-, TV- und Werbemusiken. Ab 2002 widmete er sich dem Kabarett, tourte mit drei Soloprogrammen und wurde Künstlerischer Leiter des dreiwöchigen Kleinkunstfestivals “Kaberett & Comedy Krems”.

Im Oktober 2010 präsentierte Günter Mokesch sein neuestes Album “Hallelujah” mit zehn neuen Songs und einer Pianoversion des Evergreens “Send me Roses”.

Im Frühjahr 2011 geht MO mit der “Schönsten Band der Welt” (Rüdiger Kostron - Bass, Markus Adamer - Schlagzeug, Thomas Eder - E-Gitarre, Christian Beckermeister - Gitarre, Martin Mader – Keyboards) auf Tour. Der Tournee-Auftakt findet am 22. März 2011 im Wiener Metropol statt. Zu hören sind die neuen Songs von der CD “Hallelujah” sowie die bekannten Hits wie “Send me roses”, “Wild Wild Wild” oder “Face of love” in neuen Arrangements.

Tickets gibt es –> hier.

Links
- MO MUSIC
- MO @Facebook
- Wiener Metropol

Ruth Benjamin and Arthur Rosenblatt: Movie Song Catalog

Ruth Benjamin ist Romanautorin, ihr Ehemann Arthur Rosenblatt ist Architekt. Was die beiden dazu brachte, dieses Lexikon der Songs von 1460 amerikanischen und englischen (Musical-)Filmen, die im Zeitraum von 1928 bis 1988 in die Kinos kamen, zusammenzustellen? Die Liebe war’s – zum Film, zur Musik, zu den Künstlern. 1993 ist das Buch erstmals erschienen, nun liegt ein Reprint dieses Werks vor.
Für jeden Film gibt es die vollständigen Produktionsangaben, Filmtitel, Entstehungsjahr, Entstehungsland, Infos zu den Orchestern und Bands, die man in den Filmen hört und sieht sowie Angaben zu den Background-Vocals. Man erfährt, welche Sänger zu sehen sind und ob diese Sänger auch dann tatsächlich zu hören sind oder gedubbed wurden. Für jeden Film werden Regisseur, musikalischer Leiter, Komponist etc. aufgelistet. Zitate aus Filmkritiken aus der „Variety“ und der „New York Times“ sowie kleine Hinweise auf die besondere Bedeutung des einen oder anderen Films runden das Buch ab. So erfährt man über „High, Wide and Handsome“ (USA, 1937): „The only musical Hammerstein and Kern ever wrote specifically for the screen.“
Recherchierbar ist das Werk entweder alphabetisch nach den Filmnamen oder durch drei verschiedene Indizes (Performer, Songwriter, Song). Kompakter findet man die Daten zu diesen Filmen kaum wo. Schön wäre es, wenn jemand sich die Mühe machen würde, ein Update für den Zeitraum ab 1989 zu erarbeiten.

Ruth Benjamin and Arthur Rosenblatt: Movie Song Catalog. Performers and Supporting Crew for the Songs Sung in 1460 Musical and Nonmusical Films, 1928–1988. McFarland, Jefferson 2011. 352 S.; (Softcover) ISBN 978-0-7864-6721-1. E-Book: 978-0-7864-8769-1 $ 30,00. [www.mcfarlandpub.com]

Jim Volz: Working In American Theatre

Wenn es unter all den Büchern, die zum Thema „Arbeiten im Bereich des Theaters“ erschienen sind, so etwas eine „Eier legende Wolfmilchsau“ geben sollte, dann kommt vermutlich Jim Volz’ „Working in American Theatre“ einer solchen recht nahe. Erstmals 2007 und danach 2011 in einer aktualisierten Version erschienen, bietet der Autor eine Mixtur aus Ratgeber, Motivationsbuch, Strategieplaner, Geschichtsbuch sowie Schatzkistchen mit hunderten von Tipps für ganz normale und etwas ausgefallenere Jobs – und noch mehr an Tipps zum Bereich des Netzwerkens im (Musik-)Theater in Amerika. Interessant ist das Buch aber nicht nur für jene, die überlegen, in den USA im Theater-Sektor zu arbeiten, Volz präsentiert vielmehr eine derartige Unmenge an Informationen, Daten und Statements, so dass dieses Buch für alle eine interessante Lektüre ist, die sich mit dem amerikanischen (Musik-)Theater beschäftigen.
Im Kapitel „American theatre’s major employers“ liefert Volz Daten, Adressen beziehungsweise Links zu weit über 1000 Theaterunternehmen, etwa zu 200 Shakespeare-Festivals, zu 130 Kindertheater-Unternehmen, 140 Musiktheater-Unternehmen; darüber hinaus bietet er eine Fülle an Daten zu Jobs auf Hochseeschiffen (25), in Themenparks (119), bei DinnerTheater-Unternehmen (30), er liefert Kontakte zu Tournee-Veranstaltern (60) und zu 40 Universitäten, die über eine professionelle Theaterschiene verfügen. In diesem Kapitel stellt er auch 99 große „League of Resident Theaters“ ausführlich vor, mit Adressteil, Jobaussichten, einer Übersicht, welche Stars in den einzelnen Theatern aufgetreten sind, ob es regelmäßige Castings gibt … und vieles andere mehr.
In einem Überblick über die Theatergeschichte der USA, vor allem auch abseits des Broadway, analysiert Volz unter anderem die Bedeutung von Universitäten mit all ihren Theaterproduktionen, er betont die Wichtigkeit von Non-Profit-Theatergruppen, von denen es allein in nur vier amerikanischen Städten über 1000 gibt: New York (400), San Francisco (300), Los Angeles (210) und Chicago (140).
Volz liefert auch einen motivierenden Power-Guide und bietet wertvolle Tipps für Branchenneulinge und -einsteiger: „10 timely tips for savvy Amerian theatre artists“, „19 terrible distractions that erode productivity“, „29 wonderful ways to seize control of your own life“ … Hunderte Interviews mit erfahrenen Theaterproduzenten und Künstlern hat Volz in den letzten vier Jahrzehnten geführt. Erkenntnisse daraus nutzte er jahrelang für die von ihm veranstalteten Seminare und Workshops zu den Themen „Business of Acting“ beziehungsweise „Working in American Theatre“. In knapp gehaltenen Kapiteln mit knackigen Titeln liefert Volz nun eine Unmenge dieser Statements von führenden Theaterleuten aus ganz Amerika im Original. Sie erzählen aus ihrer Praxis und bieten Ratschläge für die Praxis, wertvolle und motivierende.
Eines der Kapitel seines Buches hat Volz „The American theatre employment universe“ benannt. Hier finden sich auf rund 80 Seiten ausführlich beschrieben „10 pertinent publications“, „10 websites to open up our web world“, „10 challenging books to power your acting career“, „15 quirky books on working in New York City and beyond“, „10 bountiful books on directing, design, producing and production“, oder auch „10 of the friendliest American theatre cities for your consideration“, „10 service organizations“, „10 regional/national audition and job sites“, „10 unions/alliances/societes/guilds/agencies“.
Im Kapitel „Survival Strategies and directories for lifelong planning“ bietet Jim Volz beispielsweise „12 tips for stress reduction“, oder „15 notes for actors from New York professionals“.
„Working in American Theatre“ ist ein informativer, humorvoller Ratgeber, mit einer Unmenge an unterhaltsamen und inspirierenden Anekdoten aus dem Theaterleben eines Theaterproduzenten geworden. Höchst lesenswert!

Jim Volz: Working in American Theatre. A brief history, career guide and resource book of over 1000 theatres. Methuen Drama – An Imprint of Bloomsbury Publishing Plc, London 2011. 406 S.; (Paperback) ISBN 978-1-4081-3472-3. $ 16.99. [www.methuendrama.com]

Thomas S. Hischak: Off-Broadway Musicals Since 1919

Am Anfang könnte eine Enttäuschung stehen. Wer sich etwa erwartet, in diesem Buch mit seinen 472 Seiten um den doch stolzen Preis von 75 Dollar sämtliche Off-Broadway-Musicals seit Beginn der Geschichte penibel aufgearbeitet zu finden oder gar alle diese Shows aufgelistet mit Premierendatum, Anzahl der Vorstellungen und so weiter, der wird – natürlich – enttäuscht. Dafür würde der Platz bei weitem nicht reichen, und die Frage ist, ob eine reine Auflistung aller Produktionen auch Sinn machte. Ein solches Unterfangen, das am ehesten Statistik-Fans gefallen würde, ist auch gar nicht das Anliegen des Autors Thomas S. Hischak. Denn Hischak ist kein reiner Datensammler, er hat etwas zu sagen, er urteilt, fasst Urteile zusammen, analysiert und erzählt, und das mit spürbarem Enthusiasmus. Der Preis, man mag ihn für überzogen halten – doch ist die Anzahl derer, die sich für Sachbücher über den Off-Broadway erwärmen können, offenbar ja so gering, dass es praktisch kaum Werke zu diesem Thema gibt. Insofern ist eben dieser recht hohe Preis wiederum auf eine gewisse Weise gerechtfertigt, denn allzu hohe Auflagen wird man mit derlei Büchern nicht fahren können, und es bleibt letztlich die Frage, ob sich ein Kauf lohnt.
Thomas S. Hischak ist Professor für Darstellende Künste an der Cortland State University, Autor von 16 Sachbüchern mit den Schwerpunkten Theater, Film und populäre Musik sowie Verfasser von 20 Theaterstücken. Seine bekanntesten Sachbücher: „The Oxford Companion to the American Musical: Theatre, Film, and Television“ (2008), „Theatre as Human Action: An Introduction to Theatre Arts“ (2005) und „Through the Screen Door: What Happened to the Broadway Musical When it Went to Hollywood“ (2004).
Hischak analysiert in seinem Buch die Entwicklung des Off-Broadways anhand von 375 ausgewählten Musicals (im weitesten Sinne), beginnend bei „Greenwich Village Follies“, einer Revue aus dem Jahre 1919, endend bei „The Toxic Avenger“ aus dem Jahre 2009. Für jede dieser Shows liefert er die Basisdaten wie Uraufführungsdatum, Anzahl der gespielten Vorstellungen (auch am Broadway, so ein Transfer stattgefunden hat), Angaben zum Leading Team, zu den Darstellern, zum Theater, in dem gespielt wurde – und zu jeder dieser Shows bietet er einen Artikel, der sich eingehend mit der Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte der Produktion auseinandersetzt. Er liefert grobe Inhaltsangaben und bespricht die wichtigsten Songs. Hischaks Angaben sind vor allem bei jenen Shows wertvoll, über die man heute nur sehr schwer an Informationsmaterial kommt. In das Buch aufgenommen wurden ganz und gar nicht nur die Hits des Off-Broadways. Auch den Flops, die nur wenige Vorstellungen erlebten, wie etwa „Valmouth“ von Sandy Wilson, wird viel Aufmerksamkeit geschenkt. Mit Sicherheit hat Hischak ein Faible fürs Kuriose, so nimmt er sich Zeit, genüsslich den Inhalt dieses England-Imports zu schildern, der für 40.000 Dollar 1960 im York Playhouse auf die Bühne gebracht wurde und genau 14 Vorstellungen durchhielt. Eine Show, dessen Rezeptionsgeschichte Hischak nach längeren, äußerst amüsanten Ausführungen so zusammenfasst: „The press was more confused than outraged. Several did praise the score, and the cast was roundly applauded, but just explaining the show in the reviews was enough to frighten audiences away.“ Verweise auf den Score, auf die Songs, auf die Londoner Cast-CD, die immerhin mit einem Weltstar, Cleo Laine, aufwarten konnte – Hischaks Liebe für das Musicalgenre und sein Geschick, Fakten auf spannende Art und Weise zu vermitteln, machen dieses Buch lesenswert.
Eine These Hischaks, die sich quer durch einige seiner Bücher zieht und in dem hier besprochenen auch mit Zahlen und Fakten belegt wird: Es ist zwar möglich, das „typische Off-Broadway-Musical“ zu charakterisieren, doch werden heutzutage immer weniger „echte“ Off-Broadway-Musicals produziert. Was ein „Off-Broadway-Musical“ ist, versucht der Autor so festzumachen: „Broadway musicals are bigger than life and offer outsized emotions expressed in large theatres; Off-Broadway musicals are smaller in scale and explore emotions that are more life-size as they are enacted in more intimate venues. When Broadway offers musical comedy, the songs, the dancing, the laughs, even the tears are big enough to fill a large and elaborate theatre. Off Broadway cannot afford such a scale and instead offers simpler productions and a more direct kind of music, dance, and comedy. (…) Broadway is about fame, glory, and success. Off Broadway is about smart, sharp, little shows that make a personal impact. Many actors, writers, and directors first find critical acclaim Off Broadway, but only Broadway can make stars and super showmen.“
Wurden früher Musicals explizit für den Off-Broadway produziert, so ist der Off-Broadway heute immer mehr eine Vorstufe, um es von da zum Broadway zu schaffen. So nennt Hischak auch das Kapitel, das sich mit den Musicals des Off-Broadway von 2000 bis 2009 beschäftigt „Fodder for Broadway“. Zwölf Produktionen haben in dieser Zeit den Wechsel vom Off- zum Broadway gewagt, mehr als in jeder Dekade davor. Doch ein Erfolgsrezept ist diese Strategie nur bedingt, denn fünf dieser Shows sind gefloppt, teils trotz großartiger Kritiken. Beispiele: „Caroline, or Change“: 106 Vorstellungen Off-Broadway, 136 Vorstellungen am Broadway. Hischak: „Had the show remained Off-Broadway, it is likely it would have run and run because it was the kind of musical that flourished on word of mouth, not critical acclaim.“ Gefloppt auch: „Grey Gardens“ (Off-Broadway: 63 Vorstellungen, Broadway: 307 Vorstellungen), „Passsing Strange (56 Vorstellungen Off-, 165 Vorstellungen Broadway) – „a Broadway show that wasn’t Broadway in spirit, attitude, score, or satisfaction“. Hischaks These, warum es manche Off-Broadway-Shows dann doch schaffen, auch am Broadway Erfolg zu haben, ist im Prinzip simpel, aber nachvollziehbar. Musterbeispiel: „Rent“ ging zwar vom Off- zum Broadway, doch „without losing any of its intimacy and power“. Man war zwar als Zuschauer am Broadway, hatte aber „Look and Feel“ einer Off-Broadway-Show. Dasselbe trifft auf diverse andere erfolgreiche Transfers zu, wie beispielsweise „Spring Awakening“ oder „Avenue Q“.
Zurückkommend auf die Eingangsfrage: Lohnt sich der Kauf? Ja!

Thomas Hischak: Off-Broadway Musicals Since 1919. From „Greenwich Village Follies“ to „The Toxic Avenger“. Scarecrow Press, Inc., Plymouth 2011. 472 S.; (Hardcover) ISBN 978-0-8108-7771-9 / ISBN 978-0-8108-7772-6 (E-Book). $ 75,00.

Ulrich N. Schulenburg; Susanne Wolf (Mitarbeit): Sie werden lachen, alles ist wahr

Ein Blick hinter die Kulissen des Bühnen- und Musikverlags Thomas Sessler. Seit über 40 Jahren leitet Ulrich N. Schulenburg den Wiener Verlag, der die Bühnenrechte von Werken berühmter Autoren wie Peter Turrini, H. C. Artmann, Daniel Kehlmann, Brigitte Schwaiger, aber auch Georg Danzer oder Gabriel Barylli (etwa für sein Buch zur Show „Ich war noch niemals in New York“) vertritt. Zum 70. Geburtstag hat Schulenburg gemeinsam mit Susanne Wolf für den Wiener Amalthea Verlag seine Biographie geschrieben.
Neben spannenden Schilderungen berühmter Wiener Theaterskandale, der oft auch tragischen Schicksale, aber auch der Glücksmomente mancher Erfolgsautoren findet sich im Buch der eine oder andere Hinweis auf Musicals, beispielsweise auf eines, das es zwar nie auf eine Bühne geschafft hat, aber dessen Bedeutung interessant ist.
So wurde André Heller Ende der siebziger Jahre von einem deutschen Industriellen beauftragt, „The Rocky Horror Show“ mit neuen Sketches zu versehen, um das Werk dann zeitgleich in Rom, London, Paris und Berlin zur Aufführung zu bringen. Zwar zerschlug sich dieses Projekt, doch die Texte und Ideen sollten für Heller Basis seiner weiteren künstlerischen Karriere werden. Er suchte das Gespräch mit dem damaligen Wiener Kulturstadtrat Helmut Zilk und schlug ihm vor, eine poetische Show aus dem Material zu formen. Zilk war begeistert und unterstützte das Projekt, das im Rahmen der Wiener Festwochen 1981 uraufgeführt wurde und dann durch ganz Europa tourte: „Flic Flac“ war der Name der Produktion – und sie stand am Anfang von vielen erfolgreichen Heller-Shows.
Ein Stück spannende Verlagsgeschichte.

Ulrich N. Schulenburg; Susanne Wolf (Mitarbeit); Peter Turrini (Vorwort) – Sie werden lachen, alles ist wahr. Anekdoten eines Glücksritters. Amalthea Verlag, Wien 2011. 332 Seiten. (Hardcover) ISBN 978-3-85002-745-8. EUR 19,95

Vladimir Malakhov & der Flashmob am Berliner Hauptbahnhof, 3. März 2011

Über 200 Tanzbegeisterte, darunter das gesamte Ensemble des Staatsballetts Berlin, Ballettschüler der Stadt und Berliner Ballettfans überraschten am 3. März 2011 abends die Reisenden am Berliner Hauptbahnhof mit einer Tanzperformance. Mit dabei auch der Intendant des Staatsballetts Berlin, Vladimir Malakhov. Er wird in der neuen Produktion „OZ - The Wonderful Wizard” den wunderbaren Zauberer von OZ verkörpern, die Uraufführung ist am 12. März 2011 in der Komischen Oper Berlin.

Eigens für diesen Überraschungsauftritt im Berliner Hauptbahnhof, in Kooperation mit der Deutschen Bahn, entwickelte der Choreograph von „OZ - The Wonderful Wizard”, Giorgio Madia, eine Choreographie, die alle Mitwirkenden, zum Teil per Video, erlernen konnten. Zur Erkennungs-Musik seiner neuen Inszenierung tanzten alle Mitglieder des Staatsballetts Berlin zusammen mit Ballettschülern und Tanzbegeisterten der Stadt.

Kabarett Simpl: Der Niederösterreichische Theatersommer (unter besonderer Berücksichtigung des Burgenlandes)

9. März 2011
20:00bis22:00

programm_noetheater.jpgFür die Wiener ist der Niederösterreichische Theatersommer ja eigentlich eine tolle Sache – der einzige Haken: Er ist in Niederösterreich. Und da Melk, Haag, Staatz und all die anderen Spielstätten so weit weg sind, hat das Kabarett Simpl die Lösung: Egal, welchen der niederösterreichischen Festspielorte man sucht – finden kann man sie alle im Wiener Simpl – gleichzeitig – und an einem Abend –, schließlich liegt Wien ja sowieso in der Mitte von Niederösterreich.

Keine Absagen wegen aufkommender Sturmböen, keine störenden Gelsenschwärme - und hineingeregnet hat’s auch schon lange nicht mehr in den Keller in der Wollzeile.

Zu sehen gibt es unter anderem eine moderne Hamlet-Inszenierung im Rap-Stil, Romeo & Julia als Wachauer Singspiel oder ein Streichquartett, das zwar nichts von Beethoven spielen kann, dafür aber alles von einem gewissen Herrn Blatt. Die Zuschauer können einen Blick hinter die Kulissen der großen Festspielorte werfen und die verschiedenen Intendanten im Kampf mit dem prasselnden Sommerregen, dem kulturlosen Publikum oder den stechwütigen Gelsen erleben – egal ob Faust als Heurigeneinlage, Winnetou als Werbeträger oder Alfons Haider in einem Musical – jeder Festspielort hat seine ganz spezifischen Probleme …

Apropos Probleme: Einen kleinen Blick über die niederösterreichischen Landesgrenzen gibt es auch. Harald Serafin und sein Mörbisch eignen sich dafür schließlich „wunderbar“.

Durch den Abend führen zwei absolute Größen von Niederösterreich, die sich auf gegenseitiger Augenhöhe wähnen: Erwin Pröll und der Liebe Gott. Wobei: Für den Erwin musste das Simpl ein Double engagieren – er kann schließlich nicht überall gleichzeitig sein – was ihm selber am meisten leid tut.

Leading Team
Kostüme: Gaby Rajtora
Musikalische Leitung: Erwin Bader
Regie: Werner Sobotka
Produktion: Albert Schmidleitner
Buch: Hannes Muik und Werner Sobotka
mit Beiträgen von Roman Frankl und Fritz Schindlecker

Cast
Susanne Hirschler
Ariane Swoboda
Roman Frankl
Otto Jaus
Thomas Smolej
Roman Straka

Voraufführungen: 9. bis 12. März, 14. März bis 17. März 2011
Premiere: 18. März 2011
Weitere Vorstellungen ab 9. Mai bis 2. Juli 2011
Beginn: jeweils 20 Uhr

Weitere Infos –> hier

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