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Archiv - Juni 28, 2011

Steht das Aus für die Wiener Kammeroper schon fest?

Ein Großteil der Mitarbeiter wurde gekündigt, die Zahlungsunfähigkeit droht. Der Wiener Kammeroper steht finanziell gesehen das Aus bevor. In einer “openPetition” versucht die Direktion nun, Bundesministerin Claudia Schmied, das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und die Stadt Wien dazu zu bewegen, die Subventionskürzungen sowie die komplette Streichung aller Subventionen, die für 2012 angekündigt wurde, zurückzunehmen.

Hat das Ganze Aussicht? Wenn man sich an ähnlich anmutende Fälle wie das Kabarett Vindobona erinnert, so dürfte das Bundesministerium keinerlei Probleme damit haben, dass die derzeitige Direktion ins finanzielle Debakel schlittert und den Betrieb einstellen muss. Man muss einfach nur abwarten, wie beim Vindobona, und irgendwann, 2012, 2013 oder wann auch immer, wird man sich um den Fall kümmern, eine neue Direktion bestellen oder das Haus in eine Sauna umbauen, oder ein Erlebnis-McDonald’s draus machen lassen.

Vielleicht doch keine so schlechte Idee, zu unterschreiben –> hier.

Webtipp: konsical.com - die Website des Konservatoriums/Abt. 9


Seit ein paar Wochen ist www.konsical.at, die ehemalige von Studenten bzw. ehemaligen Studenten der Konservatorium Wien Privatuniversität/Abt. 9 (Musikal. Unterhaltungstheater) betreute Website offline.

Die neue Adresse lautet: www.konsical.com. Alle Inhalte sind noch nicht online, aber es gibt bereits einen guten Überblick über das Lehrpersonal, die Studenten, Absolventen, auch Galerien sind bereits angelegt, Videos sind verlinkt, Informationen zum Studium vorhanden. Ein modernes und übersichtliches Design. Gut!

Link
- www.konsical.com

Theater Nestroyhof/Hamakom: Neurotic Lounge

28. Juni 2011
21:00bis23:00

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Vom 28. bis 30. Juni 2011 bringt das Theater Nestroyplatz/Hamakom die cross-over Lese-Performance “Neurotic Lounge”.

Juliane Gruner, Jaschka Lämmert, Lucy McEvil, Eduard Wildner und andere lesen Texte amerikanischer jüdischer Autoren wie Philip Roth, Woody Allen, Isaac Bashevis Singer, Maxim Biller, Melvin Jules Bukiet über das Thema Sex.

Es geht um amerikanische, urbane Wirklichkeiten in Slums und sozialen Ghettos oder bekannteren New Yorker Lebenswelten. Die Geschichten beschreiben innere Einsamkeiten wie furiose sinnliche Versuche, aus diesen auszubrechen. Sie erzählen aber auch (einfach) von der „Lust“ als Möglichkeit, sich von seiner Subjektivität zu befreien und die eigene Individualität wiederzufinden.

Die Geschichten sind stilistisch genauso heterogen wie die soziale Prägung ihrer Protagonisten: Vom „Stedtlbewohner“ zum „Stadtneurotiker“, im Spannungsfeld religiöser Tradition, die behindert wie auch beflügelt. Von jüdischen Klischees wie Klischees über Juden. Von der unanständigen „Rückführung“ eines Beschneidungsrituals als moderne Selbstfindung, einem chassidischen, schizophrenen Elvis Presley, von einem schamlosen freien Inzestverhältnis eines Geschwisterpaares in kleinbürgerlichen Milieus mitten in Brooklyn.

„Neurotic Lounge“ versucht der inhaltlichen und stilistischen Heterogenität dieser Geschichten formal gerecht zu werden und überlässt es dem Zuschauer wie viel „jüdische Textur“ er darin entdecken mag.

„Sex ist, wie die Religion, eine versöhnliche Macht, die soziale Ungerechtigkeit ausgleicht. In beiden seiner sinnlichen und fortzeugenden Prozesse schafft der menschliche Verkehr (in beiden seiner großartigsten Verkörperungen: nämlich Ficken und Schreiben) eine Entschädigung dieser Welt für Verlust, Mangel und, vor allem, Sterblichkeit. Sex und Geschichtenerzählen sind die Gaben, die aus einem Schneider einen König, aus einer Näherin eine Königin machen. Das Laken ist, wie das Blatt des Schriftstellers, ein sauberer, weißer Thron, der allen zugänglich und, weil jedes Geschenk seinen Preis hat, auch für alle gefährlich ist.“ [Melvin Jules Bukiet, Autor der Anthologie „Neurotica. Jewish writers on sex.“]

Neurotic Lounge
Eine cross-over Lese-Performance amerikanischer jüdischer Autoren über Sex.
Spieltermine: 28., 29. und 30. Juni 2011, jeweils 21.00 Uhr
Inszenierung: Frederic Lion
Mit: Juliane Gruner, Jaschka Lämmert, Lucy McEvil, Eduard Wildner u.a.
Raum: Andreas Braito
Live-DJ: Sweet Susie

Link
- Theater Nestroyhof/Hamakom