Home RSS Go RED Go BLACK

Archiv - Juli 29, 2011

SOKO “Rebecca”: VBW verhindern Deutschland-Premiere in Prüm

Einen Sieg dürfen die Vereinigten Bühnen Wien verzeichnen. Einige Tage stand die enorm große, fast existenz-, ruf- und ansehenvernichtende gefährliche Drohung im Raum, eine kleine Musikschule in der deutschen Verbandsgemeinde Prüm könnte es wagen, das Levay/Kunze-Musical “Rebecca” als deutsche Erstproduktion auf die Bühne zu stellen, auf ein Bühnchen, in einem Kirchlein, nein, eigentlich in der Kapelle des Konvikts in Prüm.

Es ist ein wahrhaft großer Sieg, in den sicher einiges an Mann- bzw. Fraustunden investiert werden musste, und wenn man die Gehälter in den Führungsriegen des Unternehmens in Betracht zieht, könnten in die Abwehr dieser Gefahr doch einige tausend Euro geflossen sein.

Mich erinnert das an einen anderen Vorfall, der sich vor nur wenigen Wochen in Wien ereignet hat. Das Spotlight-dancecenter brachte da eine Produktion des Steinman/Kunze-Musicals “Tanz der Vampire” im Wiener Off-Theater zur Aufführung. Eine Ankündigung auf meiner Site dürfte bestimmten Damen und Herren sauer aufgestoßen sein, und schon durfte sich die Leiterin der Schule mit dem Vorwurf des Vertragsbruchs auseinandersetzen. Dem allgemeinen menschlichen Bedürfnis, Verantwortung für das eigene Tun abwälzen zu wollen, schrieb sie mir eine Mail in einem wirklich entzückenden Stil, in dem Sinnkreationen zu lesen waren wie:

Als Besitzerin und Leiterin der “Spotlight-Performance Group” verwehre ich mich dagegen, dass Sie ohne mein Wissen und mein Einverständnis Beiträge im Internet veröffentlichen!

Völliger Humbug natürlich, da die Informationen zu dieser Veranstaltung auf der Site des Off-Theaters zu lesen waren, wohl mit dem Zweck, dass eine interessierte Öffentlichkeit sie wahrnimmt.

Doch was für einem Druck muss man ausgesetzt sein, um einem völlig Unbekannten Formulierungen zu mailen wie:

Ich erwarte, dass Sie den Beitrag sofort aus dem Internet nehmen und verlange um eine Erklärung Ihrerseits, dass Sie die Informationen ohne mein Wissen und ohne meinen Auftrag veröffentlicht haben!

Natürlich, meine Replik war nicht wesentlich freundlicher, woraufhin als Antwort kam:

Da ich nicht über Ihren Beitrag informiert war, konnte ich diese Informationen leider nicht richtig stellen und meine Lizenzgeber haben das daher fehlinterpretiert und mir Vertragsbruch vorgeworfen. Um zu zeigen, dass ich wirklich keine Karten verkaufe, daher auch keinen Vertragsbruch begehe und den Bericht auf Ihrer Website nicht in Auftrag gegeben habe, musste ich mich von Ihrer Website distanzieren.

Ich wollte Sie allerdings in keiner Weise persönlich beleidigen und entschuldige mich dafür falls Sie es so aufgefasst haben. Außerdem bedanke ich mich dafür, dass Sie den Bericht von Ihrer Seite entfernen.

Meint der Lizenzgeber tatächlich, hier richtig zu handeln, dass man private kleine Musikschulen dermaßen unter Druck setzt? Wäre es nicht sinnvoller, sie für die Werbung, die sie betreiben, indem sie diese Stücke mit der nächsten Generation einstudieren und zur Aufführung bringen, zu belohnen? Hat der Lizenzgeber, ohne jetzt den Namen zu nennen, wirklich Angst, dass derartige Produktionen seinen Gewinn schmälern?

Wäre es nicht sinnvoller gewesen, einen Vertreter nach Prüm zu einer der, nun gecancelten, vier Aufführungen zu schicken und den Schülern zu ihrer Leistung zu gratulieren, öffentlichkeitswirksam im positiven Sinne, statt die Schule in den digitalen Selbstmord zu treiben - alle Inhalte zur Produktion sind von der Website getilgt worden, auch ein Fotos des Ensembles in zeitgenössischen Kostümen. All die Kreativität und all die Mühe wurden vernichtet. Macht das Sinn? Macht es Sinn, dann auf einer deutschen Website die Stellungnahme der Schule lesen zu müssen:

Wir Musiker und Akteure bedauern sehr, dass wir das Einstudierte aus diesem schönen und noch eher unbekannten Musical unseren Zuschauern nicht präsentieren dürfen, aber das öffentliche Urheberrecht zwingt uns zu diesem Schritt.
Genehmigungen für öffentliche Aufführungen dieses Werkes werden an Laiengruppen nicht mehr vergeben!
Obwohl es den Eindruck erwecken könnte , dass wir mit unserer Schüleraufführung mit Ausschnitten aus dem Musical “Rebecca” die Deutschlandpremiere dieses Musicals nach Prüm vorverlegen möchten und somit unser Publikum evt. von der eigentlichen Premiere im Dezember in Stuttgart fernhalten könnten, war das zu keinem Zeitpunkt unsere Absicht.

Ging es tatsächlich um die Gefahr, dass die “Deutschland-Premiere” von “Rebecca” in Prüm stattgefunden hätte? Das wäre nämlich der Fall gewesen. Denn es ist einerlei, welche Version der Show zu einer Aufführung gebracht worden wäre, es wäre eine Deutschland-Premiere gewesen. So wie die Wien Holding, das Mutterunternehmen der VBW, ja auch keine Probleme hatte, bei ihren Produktionen von “High School Musical” und “Camp Rock” von österreichischen Erstaufführungen zu sprechen, und auch da handelte es sich um Lizenzen für Schulproduktionen.

Nun, das Vaterland ist gerettet, “Rebecca” wird seine Deutschland-Erstaufführung durch die Firma Stage Entertainment erleben, und die VBW haben eine Musikschule ihres Traums und Ihrer Arbeit beraubt. Hoffentlich wars den Aufwand wert.

PS: Durch einen Kommentar (siehe unten) entdeckt: Für die Geschichtsbücher: musical-am-stein.de

PPS: Die Musikschule Kalimba hat nun einen Schuldigen gefunden. Es war der Kultur-Channel. Den bemerkenswerten Artikel von Frau Kollegin Stefanie Glandien findet man -> hier.

Link
- pruemnetz.de: “Rebecca”-Aufführungen fallen aus
- musicalzentrale: VBW gehen gegen nicht lizensierte Amateurshows vor
- op-online.de: Anzeige gegen das Vampir-Musical

Schloss Weitra Festival: Charleys Tante

29. Juli 2011
19:30bis21:30

„Charleys Tante“ von Brendan Thomas gilt als eine der lustigsten Komödien der Theaterliteratur. Unzählig sind die Darsteller der falschen Tante, unter ihnen seien nur Alec Guinness, Rex Harrison, Gustav Gründgens, Werner Krauss, Theo Lingen, Heinz Rühmann oder Peter Alexander erwähnt. Im Rahmen des Schloss Weitra Festivals 2011 ist Felix Dvorak in das Paraderolle zu sehen.

Inhalt
Jahrhundertwende. Hans von Winternitz und Charley Golding, zwei verbummelte Studenten haben zwei entzückende junge Damen in ihre Wohnung eingeladen. Diese sind aber nur bereit zu kommen, wenn es eine Anstandsdame gibt. Dafür hat Charley Lucia d´Alvadorez, seine Tante, vorgesehen, die er zu Besuch aus Südamerika erwartet. Da die Tante aber ihr Kommen absagt, veranlassen sie Waldemar Blumenschein als Tante aufzutreten. Blumenschein ist ein mittelmäßiger Schauspieler am Stadttheater und hat vor Kurzem die Hexe in „Hänsel und Gretel“ gespielt. Dieser hat große Spielschulden bei den jungen Herren und ist ihnen deshalb ausgeliefert. So tritt Blumenschein äußerst tollpatschig als Charleys Tante auf, was ihn in arge Verlegenheit bringt, als sich Oberst von Winternitz, der Vater von Hans, stürmisch in ihn verliebt und schließlich dann auch noch die richtige Tante auftaucht. Daraus ergeben sich die irrwitzigsten Situationen, welche schon immer das Publikum zu Lachstürmen hingerissen haben.

Darsteller
Felix Dvorak, Stephanie zu Fürstenberg, Julia Resinger, Dagmar Truxa, Daniela Wolf, Michael Duregger, Felix Kurmayer, Richard Maynau, Rudolf Pfister u. v. a.

Leading Team
Kostüme: Dagmar Truxa
Bühnenbild: Dietmar Matejcek
Inszenierung: Felix Dvorak

Weitere Infos –> hier

Aufführungstermine
Premiere: Freitag, 29. Juli 2011
weitere Aufführungen bis 28. August 2011

Spieltage: Freitag 19.30 Uhr, Samstag 15.00 und 19.30 Uhr, Sonntag 17.00 Uhr
Zusätzliche Spieltermine: 14. August, 15.00 und 19.30 Uhr, 15. August, 17.00 Uhr