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Archiv - März 18, 2012

Marjan & Lukas: Was war vor „Luft und Liebe“?

Foto: Alexander Wulz

Leicht machen sie es einem nicht, Marjan Shaki und Lukas Perman, mit ihrer neuen selbstgewählten Musikrichtung. Die erste Single aus ihrer ersten gemeinsamen CD, „Luft und Liebe“, ist wohl am ehesten Schlager, die beiden Sänger nennen es „Popschlager“ und präsentieren dieses Lied auch in Schlagershows wie dem Silbereisen-Vehikel, das gestern zu sehen war.

Man kann an die Entscheidung für diese neue Richtung von verschiedenen Seiten rangehen. In Zeiten, in denen Musicals, die von den großen Musicalproduzenten im deutschsprachigen Raum herausgebracht werden, zum Teil ohnedies nichts anderes als Schlagerabspielrevuen sind, macht es vielleicht unter einem kaufmännischen Gesichtspunkt Sinn, diese Richtung dann auch gleich direkt offensiv anzugehen. Nichts anderes macht Alexander Klaws derzeit mit seiner neuen CD, und schlechten Pop zu machen, ist wohl keine Kunst, wie Kevin Köhler mit seinem neuen Lied bewiesen hat – warum also nicht Schlager?

Interessant sind an „Luft und Liebe“, wenn das Lied von Shaki/Perman auch eigenständig getextet wurde, die Lyrics, zeigen sie doch vielleicht auch einen Grund auf, warum es eventuell notwendig war, mal ein Gebiet zu betreten, das es nicht erforderlich macht, jeden Tag dieselbe Rolle auf der Bühne spielen zu müssen, 300 Mal pro Jahr.

Hoffnungslos gefangen,
in einer kalten Glitzerwelt.
Bei meinen falschen Freunden,
war’s nur der schöne Schein, der zählt.

Mein Weg perfekt geplant,
alles kühl kalkuliert.
Doch was im Leben zählt,
das habe ich nicht kapiert.

(…)

Unbesiegbar stark,
meine Wahrheit schien perfekt.
Doch wer ich wirklich bin,
das habe ich gut versteckt.
(…)

Du und ich, und sonst nichts.

Links
- Marjan & Lukas: Offizielle Website
- Marjan & Lukas @ Facebook

Theaterverein Vision/Off Theater: „Hautnah“ (2012)

20. April 2012
20:00bis23:00

Foto: Martin Siebenbrunner

1997 schrieb der Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler Patrick Marber das Theaterstück „closer“, das seit seiner Uraufführung am Royal National Theatre für heftige Diskussionen sorgt. So war in einer Rezension der „taz“ anlässlich der deutschen Produktion von „Hautnah“ anno 2000 am Oldenburgischen Staatstheater unter dem Titel „Wie das Lotterleben so spielt – sie fickten und sie schlugen sich“ Folgendes zu lesen:

Männer lassen die Hosen runter, Frauen brechen durch eine riesige Leinwandvagina auf die Bühne. So hinterrücks defloriert prangen die gespreizten Schamlippen dem Oldenburger Publikum direkt ins Gesicht. Die Premiere von Patrick Marbers ‚Hautnah‘ löste unter der Regie von Urs Odermatt den Titel des Stückes ein und trennte dadurch nach der Pause im Oldenburgischen Staatstheater zartbesaitetere TheatergängerInnen von den aufgeschlosseneren. Die bildeten dann aber eine klare Mehrheit und quittierten die Inszenierung mit viel Beifall.

2004 kam eine Verfilmung des Stoffes in die Kinos, die weit weniger unzüchtig angelegt war, dafür aber mit hübschen Darstellerinnen und Darstellern (Julia Roberts, Jude Law, Natalie Portman und Clive Owen) sowie einem süffigen Soundtrack aufzuwarten hatte.

2007 feierte „closer“ seine Wien-Premiere am Ensembletheater. Als Gastspiel des vienna theatre project ging die Premiere von „closer“ (in englischer Sprache) am 7. Mai 2007 über die Bühne.

2012 zeigt der Theaterverein Vision „closer” in deutscher Sprache, unter dem Titel „Hautnah“, und unter der Regie von Joanna Godwin-Seidl (Leiterin des „vienna theatre project“, Regie „The Last 5 Years“ in der Drachengasse) im Wiener Off Theater.

Es spielen Caroline Frank (zur Zeit im Raimund Theater und an den Wiener Kammerspielen engagiert), Sascha O. Bauer (im Sommer 2012 als Judas in „Jesus Christ Superstar“ bei den Festspielen Röttingen), Sabine Kranzelbinder und Markus Schöttl (beide spielen zur Zeit Peter Turrinis „Rozznjagd“ in Klagenfurt).

Handlung

„Closer“ erzählt von vier Menschen, die zusammenkommen, auseinander gehen, den Partner tauschen, sich gegenseitig hassen und verletzen. Das scheint nun doch etwas abgedroschen und ist es auch – aber nur auf den ersten Blick. Die Sprache der Liebe ist das älteste, das entwertetste dramatische Mittel. Marbers Stück jedoch hat eine Tiefe und einen schonungslosen Gegenwartsbezug, weshalb man selbst auf die clichébehaftetsten Bezeugungen von Zuneigung mit einem wachen, manchmal ungläubigen Auge blicken muss. Das Schauspiel entwickelt sich rasch zu einem faszinierenden Netz von Intrigen.
Foto: Martin SiebenbrunnerEs beginnt in der Notaufnahme eines Krankenhauses, wohin Dan Alice brachte, nachdem er beobachtet hatte, wie sie auf der Blackfriars Bridge niedergefahren worden war. Dan schreibt Nachrufe, und sieht sich als zukünftiger Schriftsteller, der gerade auf der Suche nach einem passenden Thema ist. Alice ist eine junge, hübsche Stripperin, hinter deren verwundbarem Auftreten ein eherner emotionaler Absolutismus verborgen liegt. Dan zieht bei Alice ein, schreibt ein Buch über sie – und verfällt dann ganz der Photographin Anna, die für ihn Photos für die Werbekampagne seines Buches schießen soll.
Als er sich daraufhin im Internet als eine sexbesessene Phantasie-Anna ausgibt, steuert er sie unbeabsichtigt in eine Beziehung mit Larry, einem etwas ungehobelten, aber herzlichen Arzt – der rein zufällig Alice in der ersten Szene behandelt hatte.
So beginnt eine mitreißende und oft wilde Quadrille von Liebe und Betrug. Was Marbers Stück so besonders macht, ist seine schonungslose Darstellung der Brutalität von Beziehungen. Sexueller Neid und Eifersucht zeigen hier offen ihr hässliches Gesicht. Hilflos verfängt sich Larry in Grausamkeit und Selbsterniedrigung, als er zurückgewiesen wird. Dan und Anna werden als feige Lügner entlarvt. Nur Alice bleibt bis zum Ende ehrlich, wofür sie bezahlen muss. Marber deutet an manchen Stellen an, dass die fehlende Treue seiner Charaktere Ausdruck eines in der Gesellschaft unausweichlichen Kompromisses sei. Das wirkt doch sehr pessimistisch, aber „closer“ ist nur selten so düster. Das Stück ist gespickt mit trockenem Humor und wahnwitzigen Verwicklungen.

Foto: Martin Siebenbrunner „Closer“
von Patrick Marber
Deutsch von Helmar Harald Fischer

Cast
Caroline Frank: Anna
Sascha O.Bauer: Larry
Sabine Kranzelbinder: Alice
Markus Schöttl: Dan

Regie: Joanna Godwin-Seidl
Fotos: Martin Siebenbrunner

Premiere: 20. April 2012, 20:00 Uhr
Weitere Vorstellungen: 21., 26., 27. und 28. April 2012, jeweils 20:00 Uhr
OFF Theater (Kirchengasse 41, 1070 Wien) – Weißer Saal

Karten
€ 22,- / € 12,- (ermäßigt)
Reservierungen unter: office@theatervereinvision.at oder 0660 494 6989 www.theatervereinvision.at

Links
- Hautnah @Facebook
- Theaterverein Vision

Off Theater: „Wenn Rosenblätter fallen“ [Version 2012]

20. Mai 2012
19:30bis21:30

Es war vom Thema her eine der mutigsten Musicalproduktionen, die in Wien im letzten Jahr zu sehen waren: „Wenn Rosenblätter fallen“ von Rory Six und Kai Hüsgen, mit einem phänomenal singenden Dirk Johnston, einer sympathischen Jana Stelley und mit Carin Filipcic, von der ich persönlich in der Rolle der krebskranken Mutter nicht überzeugt war. Da hätte man regiemäßig mehr an den besonders heiklen Szenen arbeiten müssen, nicht jene Momente ins gleißende Licht rücken, in denen Emotionen wenig glaubhaft gespielt wirkten – darüber ließe sich viel sagen, aber wie auch immer, gerade dieses Musical hat großes Potential. Und die gute Nachricht ist, dass es im Mai und Juni 2012 erneut in Wien zu sehen sein wird.

rosenblaetter2012.jpg

Nach der ersten Aufführungsserie im Theater Akzent sind nun Vorstellungen im Off Theater angesetzt. Es wird eine intimere Version des Stücks sein, was letztlich dem Charakter der Show auch noch besser entsprechen könnte.

Nähere Infos zur neuen Version findet man demnächst auf der neuen Website zur Show –> hier.

Aufführungstermine
20.05.2012, 19:30 Uhr, Off Theater, Wien
26.05.2012, 19:30 Uhr, Off Theater, Wien
27.05.2012, 19:30 Uhr, Off Theater, Wien
01.06.2012, 19:30 Uhr, Off Theater, Wien
08.06.2012, 19:30 Uhr, Off Theater, Wien

Karten
Online: rosenblaetter-musical.webnode.at
Telefonisch: +43 (0) 676 770 61 88
Preis: € 22 (€18 erm.)
Es gibt 99 Plätze pro Vorstellung, freie Platzwahl!

Parallel zur neuen Wiener Produktion existiert der Plan, eine englischsprachige Version der Show unter dem Titel „When Rose Petals Fall“ in Form eines Readings in London zu zeigen. Das kostet einiges, und gerade heutzutage sind Finanzierungsmodelle per Internet immer mehr im Kommen. 6000 Dollar möchte Rory Six per Online-Funding auftreiben. Investieren kann jeder, der Interesse hat, ab 10 Dollar ist man dabei. Infos zu diesem Projekt gibt es –> hier.

Links
- Wenn Rosenblätter fallen: Official Website
- Rory Six
- Kai Hüsgen
- Rory Six @twitter
- reel kandi Video über die letzte Produktion der Show –> hier
- Off Theater
- Indiegogo: When Rose Petals Fall

Bühne Baden: Reinwald Kranner – Music of the Night/Nur heut Nacht

17. März 2012 22:30bis18. März 2012 00:30

Reinwald Kranner gestaltet einen Abend mit Hits aus Musicals, Schlagern aus Operetten und Songs, die ihm am Herzen liegen: Highlights aus „West Side Story“, „Das Phantom der Oper“, „We Will Rock You“ und anderes mehr.

Bühne Baden: Reinwald Kranner – Music of the Night/Nur heut Nacht
Max Reinhardt Foyer, Samstag, 17. März 2012, 22:30 Uhr
Nähere Infos –> hier.