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Archiv - Theater

Kammerspiele: „Sein oder Nichtsein“ – Darf über Nazis gelacht werden?

15. Februar 2012
20:00bis22:00
15. März 2012
20:00bis22:00

Foto: Rita Newman

„Darf über Nazis gelacht werden?“ – Das fragt in einer Aussendung anlässlich der bevorstehenden Premiere von Nick Whitbys „Sein oder Nichtsein” die Presseabteilung der Wiener Kammerspiele.

1942 drehte Ernst Lubitsch in Amerika mit der Nazi-Farce „Sein oder Nichtsein“ die Vorlage für dieses Bühnenstück und einen seiner bekanntesten Filme. Doch neben begeisterten Reaktionen kam es auch zu Protesten. So wurde ihm vorgeworfen, den Nationalsozialismus scheinbar zu leichtfertig behandelt zu haben, sich über das Leiden der Polen lustig gemacht zu haben, zeigte er doch eine polnische Theatergruppe im besetzten Warschau und ihre heiterkeitserregende Konfrontation mit Hitlers Gestapo.

Letztlich ist die Frage, ob man über Nazis lachen darf, eine rhetorische, denn ums Dürfen ist es ja eigentlich nie gegangen. Dürfen darf man, doch will oder sollte man auch? 1942, als Lubitsch mit seinem Film in die Kinos kam, war das Jahr, in dem auf der Wannseekonferenz die Vernichtung der Juden beschlossen wurde. Lubitsch führte im Film die Figur des „Konzentrationslager-Erhardt” ein und trieb damit krasse Scherze. Auf Kritik reagierte er folgendermaßen:

Ich habe drei Todsünden begangen, so scheint es – ich habe die üblichen Genres missachtet, als ich Melodrama mit komischer Satire und sogar mit Farce verband, ich habe unsere Kriegsziele gefährdet, weil ich die Nazibedrohung verharmloste, und ich habe außerordentlich schlechten Geschmack bewiesen, weil ich das Warschau von heute als Schauplatz für eine Komödie wählte. [New York Times, 29.3.1943]

und

Dieser Film mokiert sich nicht über die Polen; er war nur eine Satire über Schauspieler, Nazi-Geist und bösen Nazi-Humor. Obwohl dieses Bild des Nazismus als Farce gemeint war, zeigte es ihn doch ungeschminkter als viele Romane, Artikel und Filme, die sich mit demselben Gegenstand beschäftigten. [In einem Brief an Herman G. Weinberg, 1948]

1983 produzierte Mel Brooks, wer sonst, ein Remake des Films, das im Vergleich zu Lubitsch unter anderem so bewertet wurde:

Lubitsch treibt mit Entsetzen Scherz; dass darüber erhobenen Hauptes nach wie vor gelacht werden kann, während das Remake von Mel Brooks (1983, Regie Alan Johnson) nur albern wirkt, darin erweist sich die präzise Treffsicherheit von Lubitschs Komödienstil. [mediaculture]

Nick Whitbys Bühnenstück wurde am 14. Oktober 2008 am Broadway im Samuel J. Friedman Theatre uraufgeführt und war da bis 16. November desselben Jahres zu sehen. Mitte März 2012 findet die Wiener Premiere des Werks als österreichische Erstaufführung statt, in den Hauptrollen sind Gregor Bloéb und Nina Proll als berühmtes polnisches Schauspielerpaar Josef und Maria Tura zu sehen, weiters Martin Zauner als Gestapo-Chef und Stefano Bernardin als Fliegeroffizier in Nöten. Regie führt Peter Wittenberg. Die Geister werden sich mit Sicherheit auch hier wieder spalten.

Nick Whitby: Sein oder Nichtsein
Nach dem Film von Ernst Lubitsch

Regie: Peter Wittenberg
Bühnenbild und Kostüme: Florian Parbs
Musik: Wolfgang Siuda

Darsteller
Josef Tura, Schauspieler: Gregor Bloéb
Maria Tura, Schauspielerin, Frau von Josef: Nina Proll
Stanislaw Sobinsky, polnischer Fliegeroffizier: Stefano Bernardin
Dowasz, Schauspieldirektor: Peter Scholz
Anna, Garderobiere, Souffleuse, gute Seele: Susanna Wiegand
Rowicz, zweiter Schauspieler: Siegfried Walther
Bronski, Chargenspieler: Ljubisa Lupo Grujcic
Grünberg, Chargenspieler: Gideon Singer
Junger Grünberg, Sohn von Grünberg: Samuel Jung / Simon Jung
Walowski, Staatsdiener der Zensurbehörde: Friedrich Schwardtmann
Professor Silewski, Spion für die Gestapo: Oliver Huether
Gruppenführer Erhardt, Mitglied der Gestapo: Martin Zauner
Sturmführer Schulz, Mitglied der Gestapo: Fabian Stromberger
SS-Standartenträger: Robert Hager, Lukian Guttenbrunner, Benjamin Vanyek, Dominik Hell-Weltzl

Vorstellungstermine
13. und 14. (Voraufführungen), 15. (Premiere), 16., 21., 23., 24., 25. März 2012
Beginn: 20.00 Uhr
Kammerspiele Wien

Link
- Kammerspiele Wien
- mediaculture.oline: Sein oder Nichtsein

Wiener Theatermuseum: Die Welt der Operette – Glamour, Stars und Showbusiness

operette.jpgDer „Welt der Operette“ widmet sich eine Ausstellung im Wiener Theatermuseum seit 2. Februar und noch bis 24. September 2012 – kuratiert von Marie-Theres Arnbom sowie Kevin Clarke, und gestaltet von Sam Madwar. Starkult und Kommerz werden ebenso thematisiert wie Sozialkritik, Politik und rassische Verfolgung.

Heute strömen die Besucher ins Kino, früher stürmten sie Operettentheater und warteten auf Novitäten und Skandale ihrer Stars. Showbusiness war angesagt, Glamour und Glitter bestimmten die Inszenierungen, die niemals verstaubt und altmodisch, sondern in der prägenden Zeit der 1920er sozialkritisch, humorvoll und frivol waren. Ihre Akteure wurden zu Superstars und gesuchten Werbeträgern für Produkte von Zigaretten bis Luxusautos. Wiener Operette machte auch am Broadway Furore und war ein einzigartiger Exportartikel österreichischer Kultur.

Ein Rahmenprogramm begleitet diese Ausstellung. Unter dem Motto “Wir laden gern uns Gäste ein” gibt es Gespräche unter anderem mit Dagmar Hellberg, Robert Meyer, Peter Fröhlich und vielen anderen mehr. Weitere Programmpunkte:

Im weißen Rössl – erstmals für Kinder!
Kinderversion der beliebten Benatzky-Operette mit Alexander Kuchinka (Regisseur, Pianist und „Leopold“), Cornelia Horak, Christoph Wagner-Trenkwitz, Peter Kühnelt-Leddihn und Sam Madwar (Ausstattung). Eine Produktion des Kindermusikfestivals St. Gilgen. 31. März 2012, 17 Uhr, Eintritt: 18 €, Kinder und Schüler 8 €

Und Operette rettete der ungarische Schlager!
Heinz Holecek singt und erzählt
Am Klavier: Markus Vorzellner
25. April 2012, 19.30 Uhr, Eintritt: 18 €, Schüler und Studenten 10 €

Von der Operette zum Wienerlied – „Schlager“ für Fortgeschrittene?
Maria Stippich, Helmut Stippich, Peter Havlicek und Otto Brusatti bieten Achterbahnfahrten für Schwindelfreie.
3. Juni 2012, 11 Uhr, Eintritt: 18 €, Schüler und Studenten 10 €

Und wer schließlich ein aktuelle Operette sehen will, hat dazu ab 19. Mai 2o12 im Wiener Konservatorium Gelegenheit, wo an diesem Tag die Uraufführung der Musicaloperette „Tee um drei“ von Florian Stanek (Buch/Liedtexte) und Sebastian Brandmeir (Musik) stattfindet. (Dabei handelt es sich um keinen Programmpunkt des Theatermuseums.) Nähere Infos –> hier.

tee-um3.jpg

Links
- Wiener Theatermuseum
- Tee um 3 (Konservatoroium Wien Privatuniversität)

“Neue Oper Wien” isoliert. Freie Musiktheater gegen “Übernahme” der Kammeroper durch die VBW

In einem gemeinsamen Statement formulierten die frei produzierenden Wiener Musiktheatergruppen, seit August 2011 in der Plattform „Freies Musiktheater Wien“ vereint, ihren Protest gegen das angekündigte Modell „Kammeroper Neu“. Die freie Szene wurde nicht in den Diskussionsprozess eingebunden.

Etwas pikant ein kleines Detail. Walter Kobera, ebenfalls Mitglied der Plattform, der seinen Deal mit den Vereinigten Bühnen Wien in der Tasche zu haben scheint als Vorstand eines neuen Vereins zur Gründung der „Kammeroper Neu“, hat als einziges Mitglied der Plattform nicht unterschrieben.

Klar ist somit, dass die Aussagen, die Kulturstadtrat Mailath-Pokorny in einem Interview mit dem KURIER traf, zumindest missverständlich waren oder wiedergegeben wurden (siehe auch –> hier). Ausschließlich ein Theater, nämlich die „Neue Oper Wien“, war in die Diskussionen rund um eine von außen gewünschte Neustrukturierung der Kammeroper involviert.

Das Statement:

Bei der in diesem Zusammenhang in den Medien kolportierten Meldung: „Walter Kobéra, Leiter der Neuen Oper Wien, als Repräsentant der freien Szene“, handelt es sich um einen Irrtum. Wir lehnen ein hierarchisches Modell mit einer versteckten Intendanz ab.

Das Freie Musiktheater Wien steht für Vielfalt und die Aufwertung freier Produktionen, sieht durchaus Bedarf an einem Koproduktionshaus, wünscht sich aber für die Zukunft des Musiktheaters in Wien transparente Entscheidungsfindungen mit substanzieller Beteiligung der freien Musiktheaterproduzenten Wiens.

Unterzeichnet von:
Musikwerkstatt Wien – Huw Rhys James / Anna-Maria Birnbauer
Mupath – Rupert Bergmann
Netzzeit – Michael und Nora Scheidl
Neues Wiener Musiktheater – Alexander Kukelka
Oper Unterwegs – Helga Utz
phace – Reinhard Fuchs
progetto semiserio – Georg Steker
sirene Operntheater - Kristine Tornquist / Jury Everhartz
Teatro Barocco – Bernd R. Bienert
Wiener Taschenoper – Gerhard Dienstbier
Zoon Musiktheater - Thomas Desi

Link
-Musiktheater Wien
- Der Standard: Freie Musiktheater lehnen Kammeropern-Modell ab

Prolongiert: “Mord im Musikantenbeisl” – ein Erfolg

Foto: Andrea Martin

Im Wiener Theater Drachengasse ist seit 24. Januar die österreichische Erstaufführung der musikalischen Farce „Mord im Musikantenbeisl“ zu sehen. Die Show läuft so erfolgreich, dass man die Spielserie um zwei Tage verlängert hat. Zum lustigen Mörderraten darf man sich nun auch noch am kommenden Donnerstag und Freitag, am 2. und 3. Februar, einfinden.

Die Produktion ist ein schrilles Spektakel, in dem der Humor ab und an mit den United Forces von Bronchial- & Brachialgewalt zelebriert wird, aber wohlüberlegt und geplant. Gute Laune ist vorprogrammiert, wenn das vergammelte, falsche und verlogene Schlager-TV-Geschäft so richtig, aber wirklich so richtig aufs Korn genommen wird.
Foto: Andrea Martin
Das Ganze ist sehr interaktiv angelegt, wer nicht mitpascht, mitstampft und keine Stimme hat, um HOSSA zu brüllen, hat wenig Chancen, heil aus dem Theater rauszukommen, vor allem, wenn man in der dritten Reihe sitzt.

Foto: Andrea MartinKleine Unpässlichkeiten innerhalb der Cast wurden so gelöst, dass das Ganze ein noch größerer Spaß wird. So hat Jacqueline Braun, Darstellerin der Moderatorin Linda De Mehl und des amerikanischen blinden 19-jährigen Schlagerstars Heidi Heida, ausgerechnet während der Spielzeit ihre Stimme verloren. Die Lösung: Sie wird live synchronisiert, und das Publikum darf wählen, wer diese Aufgabe denn erfüllen soll: In der Vorstellung vom 27. Januar waren das Richard Panzenböck, der Regisseur, oder Joanna Godwin Seidl, die bei dieser Produktion unter anderem als Assistent der Regie fungiert. Das Publikum wählte mehrheitlich Richard Panzenböck, und auch das war, wie alles an diesem Abend, ein großer Spaß.

Gegen Ende der Show stellte Karsten Kammeier in seiner Rolle als Schizo-Tourette-Blaskapellen-Inspektor einem Mädchen die Frage: „Wie bringt man einen Musikanten zum Singen?” Als Antwort kam, spontan: “Hauen!” – das sind Momente, wie man sie wohl nur in solchen Shows erlebt.

Sollte man sich nicht entgehen lassen.

378_11_1_2012_photo1.jpgLeading Team
Buch: Ronny Rindler
Musik: Rory Six
Regie: Richard Panzenböck
Assistenz: Joanna Godwin Seidl
Playbacks + Aufnahme: Gernot Ottowitz
Playbacks: Joschen Hirschinger
Licht: Gordanna Crnko

Cast
Linda De Mehl, Heidi Heida: Jacqueline Braun
Florian Edelstahl, Uwe Schwarm: Nikolaus Firmkranz
Ottfried Schnüffler: Karsten Kammeier
Rosa Pinsel, Helene Zwitscher, Dr. Schnelltod: Katrin Mersch
Detlef Leim: Rory Six
Dr. Dr. Richter: Joanna Godwin Seidl

Foto: Andrea Martin

Links
- Der Kultur-Channel: Theater Drachengasse - Do legst di nieda: “MORD im Musikantenbeisl” von Rory Six & Ronny Rindler
- Theater Drachengasse
- Die Facebook-Site der Produktion

[Die Fotos in diesem Beitrag stammen von Andrea Martin, die die Vorstellung am 28. Januar 2012 besucht hat.]

Raimund Theater: Musical Meets Opera III

4. März 2012
13:00bis15:00

Nach den großen Erfolgen im Oktober 2010 und Mai 2011 präsentieren die Vereinigten Bühnen Wien und die Freunde der Wiener Staatsoper in Kooperation mit dem Unterrichtsministerium am Sonntag, dem 4. März 2012, um 13.00 Uhr im Raimund Theater eine dritte Ausgabe der Matinee „Musical meets Opera“.

Die Infos zum Konzert:

Diesmal sind wir zu Gast auf einem Luxuskreuzfahrtschiff, das uns nach New York bringt. Im Gegensatz zu Tanz der Vampire ist das Musical ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK ein reines Revuestück mit aneinandergereihten Hits von Udo Jürgens, aber durch die immense Popularität der Lieder nicht weniger spannend.

Wiederum haben Sie die Möglichkeit Opernsänger zu bestaunen, wenn sie sich von ihrem gewohnten Umfeld wegbewegen und sich als Musicalsänger versuchen. Andrerseits werden die Stars aus dem Musical auf die Oper zugehen und gemeinsam mit den Kollegen aus der Oper Medleys aus den bekanntesten Opernmelodien interpretieren. Für einen musikalischen Augen und Ohrenschmaus sorgen diesmal: Daniela Fally, Lisa Koroleva, Clemens Unterreiner und Jörg Schneider.

Seitens des Musicals sind Andreas Lichtenberger, Ann Mandrella, Andreas Bieber, Peter Fröhlich und all die anderen Hauptdarsteller mit dabei.

Tickets sind um €15,- (Musicalclubpreis €10,-) unter 01/588 85 und an den Tageskassen der VEREINIGTEN BÜHNEN WIEN buchbar.

Link
- Freunde der Wiener Staatsoper

Kammeroper Wien: “Keine Übernahme” durch die Vereinigten Bühnen Wien – auf dem Papier

Wie vorauszusehen war, wird die Kammeroper Wien von den VBW/Theater an der Wien quasi „übernommen”, wenngleich dieser Ausdruck in der amtlichen Sprachregelung tunlichst vermieden wird. Mit der „Nichtübernahme“ lässt man sich aber Zeit, denn zuvor gilt es wohl, den derzeitigen Leitern keinerlei Hoffnung auf eine andere Regelung zu machen – sozusagen nachhaltig. Es wird, wie Kulturstadtrat Mailath-Pokorny in einem Interview mit dem KURIER formuliert, eine „Kammeroper Neu“ geben, aber erst im September 2012.

Warum es die „Kammeroper Neu“ geben wird? Nun, weil Bund und Stadt Wien in einer konzertierten Aktion der „Kammeroper Alt“ die Subventionen in der Höhe von jeweils 700.000 Euro gestrichen haben beziehungsweise vernehmen ließen, sie nicht weiter zu gewähren, und damit den derzeitigen Leitern sagen wir die Aufgabe der Leitung „leicht gemacht haben“. Eine Online-Petition, die von 2567 Unterstützern der „Kammeroper Alt“ gezeichnet wurde, darf man sich als virtuell im Gulli verrottend vorstellen. Gründe für die „Nichtübernahme“ der Kammeroper werden keine angegeben.

Freilich, so Mailath-Pokorny, ist das Genre „Kammeroper“ ja für eine Opernstadt wie Wien sehr wichtig, daher wird ein Verein gegründet, in dessen Vorstand unter anderem zwei Personen vertreten sein werden: Roland Geyer, der Chef des Theaters an der Wien, und Walter Kobera, Leiter der Neuen Oper Wien, als Repräsentant der freien Szene.

Damit ist klar, dass die Kammeroper großteils zur Spielstätte des Theaters an der Wien wird, und die VBW bekommen für das Projekt Kammeroper 700.000 Euro von der Stadt Wien jährlich. Mailath:

„Das ist aber keine Übernahme durch das Theater an der Wien, weil ja auch die freie Szene verankert ist.“

Die Fakten: Roland Geyer wird künstlerischer Letztverantwortlicher der Kammeroper, und strukturell wird die Kammeroper ja wohl doch zum Teil des Theaters an der Wien, selbst der Aboverkauf wird über das Theater an der Wien abgewickelt. Dennoch: Man hat ja noch das Schamtuch „Freie Szene“ als Rechtfertigungstotschlagargument. Well done!

Links
- Kurier: Knalleffekt: Geyer wird doch nicht Bregenz-Intendant
- Wiener Zeitung: Roland Geyer wird doch nicht Intendant der Bregenzer Festspiele
- APA: Geyer über die Gründe seines Rückzugs aus Bregenz

“Wer für die Salzburger Festspiele teure Karten kauft, darf sich dumm vorkommen”

„Wer für die Salzburger Festspiele teure Karten kauft, darf sich dumm vorkommen.“ So formulierte das „Wirtschaftsblatt“ sein Fazit eines Rechnungshofberichts, der die Salzburger Festspiele einigermaßen zerpflückt.

Freikarten pro Saison im Wert von bis zu zwei Millionen Euro wurden verschenkt, sehr oft Tickets der besten Kategorien. Doppelte Buchhaltungen, unvollständig erklärte Subventionen, „sehr ungenaue” bis gar nicht erstellte Voranschläge sowie Vergehen gegen das Bundesvergabegesetz bei Aufträgen im Gesamtwert von 1,62 Millionen € (Website, Consulting, Druckwerke) … Ein Debakel.

Links
- Wirtschaftsblatt: Festspiele für den Rechnungshof
- Wiener Zeitung: Rechnungshof erhebt massive Vorwürfe gegen die Salzburger Festspiele
- derStandard.at: Rechnungshof zerpflückt Salzburger Festspiele
- Wiener Zeitung/Christoph Irrgeher/Kommentar: Bitte ohne Wutschaum

Theater Drachengasse - Do legst di nieda: “MORD im Musikantenbeisl” von Rory Six & Ronny Rindler

24. Januar 2012
20:00bis22:00

Vom 24. bis 28. Januar 2012 geht’s im Wiener Theater Drachengasse zünftig zu. Volksmusik, Schlaaager, Musicals und Musicaldarsteller – in Deutschland und Österreich ist ja das Humptatumtatäterääää-Moment in der Musicalszene immer stärker im Vormarsch. Was liegt also näher, sich diesem Phänomen satirisch zu nähern. Wer seine Musicals heutzutage promoten will, geht zu Herrn Silbereisen, Frau Nebel und wie sie alle heißen … und vollblaybackt da unter anderem in großartig grellem, theaterfremdem Licht, selbstverständlich mit möglichst vielen Großaufnahmen – was insgesamt natürlich immer wunderbar zu Maske und Montur passt und so einen „besonders vorteilhaften“ Blick auf die Produktionen ermöglicht. Man macht sich und das Genre bis zum Erbrechen lächerlich, alles, um das heißbegehrte, in jeder Hinsicht breite Publikum anzulocken, für das man dann auch noch extra trottelige Shows wie „Ich war noch niemals in New York“ maßschneidert. Zum Dank lädt man die Moderatoren dieser Volksverblödungsshows ein, Musicals im Namen des Rubels, der rollen möge, restlos live in den Theatern zu massakrieren, denn, eh wurscht, ob Herr Silbereisen nun den Tod, Helene Fischer die Sisi oder die ICH aus „Räbääkkkaa“ singt oder Herr K. irgendwas – was da am allerschlimmsten ist, das will ab einem gewissen Zeitpunkt eh niemand mehr beantworten.

Zurück zur Drachengasse, „Mord im Musikantenbeisl“ ist die österreichische Version einer Show, die in Deutschland den Titel „Mord im Musikantenschuppen“ trägt. Ronny Rindler hat das Buch geschrieben, Rory Six die Musik. Was darf man erwarten? Dazu findet sich auf der Website des Theaters Drachengasse folgende Erklärung:

Die Geschichte

Mor im Musikantenschuppen

Die großen Stars der Volksmusik treffen sich zur Live- und Jubiläumssendung des Musikantenbeisls. Doch was als unterhaltsamer Abend beginnt, endet in einer Katastrophe: Die Fernsehmoderatorin und Gastgeberin wird tot auf der Herrentoilette gefunden. Weder die „Terzbuben“ noch das Schlagersternchen oder das blinde Jodelwunder dürfen das Studio verlassen, denn sie stehen unter Mordverdacht. Erst müssen sie mit Hilfe des Publikums den Mörder finden und so ihre Unschuld beweisen.

„Mord im Musikantenbeisl“, das ist eine „Show mit Gesang und viel Humor“, eine „Krimi-Komödie der Volksmusik“, gar eine eine „Musical Comedy“? Weiter sollte man nicht gehen, denn schon da wirds wohl gefährlich, was man aber noch herausfinden müsste.

Die deutsche Version (Uraufführung am 13. Oktober 2010 in Norderstedt) wird bisweilen als Krimidinner serviert inkl. 4-Gänge-Menü. Im Februar 2012 feiert der „Mord im Musikantenschuppen“ sein Debüt auf der Reeperbahn.

Tickets für die österreichische Fassung sind bereits erhältlich.
Servus!

Tickets
Theater Drachengasse, Bar&Co
Fleischmarkt 22, A-1010 Wien
Tel.: 01/5131444
Mail karten@drachengasse.at
www.drachengasse.at

Vollpreiskarte: € 16
Clubkarte: € 14 – gilt für Ö1 Club, GPA, GÖD, Am.Puls, Erste Club, Pensionisten
Studentenkarte: € 10
Ö1-Studentenkarte: € 9
Halbpreiskarte: € 8 – gilt für IG Freie Theaterarbeit, ÖGB (mit AK-Kulturabo)

Leading Team
Buch: Ronny Rindler
Österreichische Bearbeitung: Richard Panzenböck
Musik: Rory Six
Regie: Richard Panzenböck
Regieassistenz: Joanna Godwin-Seidl
Produzent: Sarah K. Hayes, vienna theatre project

Cast
Jacqueline Braun, Peter Gulan, Karsten Kammeier, Katrin Mersch-Dustdar und Rory Six

Termine
Dienstag, 24. Januar, bis Samstag, 28. Januar 2012, Beginn jeweils 20 Uhr

Links
- Mord im Musikantenschuppen
- Mord im Musikantenschuppen @Facebook
- Ronny Rindler
- Rory Six
- vienna theatre project
- Theater Drachengasse

18 Wiener Theaterbühnen gründen „Plattform zeitgenössischer Theater- und Tanzhäuser“

18 Wiener Bühnen haben sich zur „Plattform zeitgenössischer Theater- und Tanzhäuser” (PZTT) zusammengeschlossen. Mit dabei sind:

- 3raum-Anatomietheater
- brut
- Das Off Theater
- Dschungel Wien
- Garage X
- Kabinetttheater
- KosmosTheater
- Lilarum
- Palais Kabelwerk
- Rabenhof
- Salon 5
- Schauspielhaus
- TAG
- Tanzquartier Wien
- Theater Drachengasse
- Theater Nestroyhof Hamakom,
- Theater Spielraum
- WUK

Der Anlass dafür ist die im Moment stattfindende Evaluierung der Wiener Theaterreform, die Neubesetzung der Wiener Theaterjury sowie die voranschreitende Prekarisierung der Theaterschaffenden. Anfang 2012 wird die PZTT an die Öffentlichkeit treten. [ots.at]

Volksoper Wien: Das große Weihnachtskonzert 2011

18. Dezember 2011
19:00bis20:30

xmvolksoper.jpgDie Volksoper Wien bietet seit Jahren in der Adventszeit stimmungsvolle Konzerte. 2011 sind bei der großen Weihnachtsshow Publikumslieblinge wie Sandra Pires, Sigrid Hauser, Birgid Steinberger, Elisabeth Flechl, Adrineh Simonian, Sándor Németh, Sebastian Reinthaller, Christoph Wagner-Trenkwitz und viele andere mit dabei. Es spielt das Orchester der Volksoper, es singen der Chor der Volksoper Wien sowie der Kinderchor der Volksoper Wien und es tanzt das Wiener Staatsballett.

Am 18. Dezember geht das „große Weihnachtskonzert 2011″ über die Bühne, einmal um 14 Uhr und am selben Tag um 19 Uhr. Geboten wird eine Mischung aus modernen Weihnachtssongs, klassischen internationalen Weihnachtsliedern und einiges mehr.

Am Programm unter anderem:
- „Arabischer Tanz“ aus dem „Nussknacker“ (Tschaikowsky): Wiener Staatsballett
- „Russischer Tanz” aus dem „Nussknacker“ (Tschaikowsky): Wiener Staatsballett
- „The Little Drummer Boy” (Katherine Kennicott Davis): Sándor Németh
- „Carol of the Bells” (trad.): Kinderchor der Wiener Volksoper
- „Mrs. Santa Claus” (Nat King Cole): Sandra Pires, Kinderchor der Wiener Volksoper
- „The Twelve Days of Christmas“ (Frederic Austin): Sandra Pires, Kinderchor
- „Abendsegen“ und „Engelreigen“ aus „Hänsel und Gretel” (Engelbert Humperdinck): Birgid Steinberger, Adrineh Simonian
- „Miss You Most At Christmas Time“ (Mariah Carey): Sandra Pires
- „O Holy Night” (Adolphe Adam): Otoniel Gonzaga, Kinderchor
- „Candide – Finale“ (Leonard Bernstein)
- „Adeste Fidele“ (John Francis Wade)

Besetzung
Elisabeth Flechl, Sigrid Hauser, Martina Mikelic, Sandra Pires, Melba Ramos, Adrineh Simonian, Birgid Steinberger; Otoniel Gonzaga, Sebastian Holecek, Sándor Németh, Sebastian Reinthaller, Christoph Wagner-Trenkwitz

Dirigent: Michael Tomaschek
Klavier: Eric Machanic
Choreinstudierung: Thomas Böttcher
Kinderchoreinstudierung: Lucio Golino
Moderation: Helene Sommer

Nähere Infos & Tickets für die beiden Shows gibt es auf der Website der Volksoper Wien –> hier.

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