Home RSS Go RED Go BLACK

Archiv - Januar, 2017

»Dear Evan Hansen«: »You will be found«

Die Frage ist: Wer bekommt die deutschsprachigen Aufführungsrechte?

VBW: Nichts gelernt. Wo bleiben die Infos?

Was mich wundert. Die VBW betreiben auf Facebook mehrere Info-Sites. Für praktisch jede Produktion eine eigene. Dennoch bekommt man relevante Infos nur selten. Beispiel »Musical meets Opera 8«. Da ging das Ankündigungsposting des Vorverkaufsstarts mit der lakonischen Notiz online: Nur mehr Restkarten. Egal ob es dafür eine Erklärung gibt, sie ist nicht relevant.

Nun liest man online, allerdings nicht auf einer der Facebook-Sites der VBW, dass der Vorverkauf zu »Tanz der Vampire« und »I am from Austria« heute, am 31. Jänner um 14 Uhr startet. Ist es so wahnsinnig schwer, ein Facebook-Posting zu formulieren?

Links
- VBW-Facebook-Site zu »Tanz der Vampire«
- VBW: »Musicalvienna«

Vergangenheitsbewältigung: Daniel Kehlmann, Matthias Hartmann und Anna Badora

Am Sonntag, dem 29. Januar 2017, war Daniel Kehlmann Gast bei den Josefstadtgesprächen, einer monatlich stattfindenden Diskussionsveranstaltung von Eva-Maria Klinger in den Sträußelsälen des Theaters in der Josefstadt. Dabei kamen Kehlmann und Klinger auf Kehlmanns erste Arbeit fürs Theater, »Die Geister in Princeton«, zu sprechen.

Klinger: Ich glaube, dieses Stück hätte bei den Salzburger Festspielen 2010 uraufgeführt werden sollen. Nun haben Sie sich aber 2009, damals waren Sie bereits als Eröffnungsredner der Salzburger Festspiele geladen, ziemlich vehement gegen das Regietheater geäußert. Angeblich haben dann alle Regisseure abgesagt. Keiner wollte ein Stück von Ihnen inszenieren …
Kehlmann: Das war genau so.
Klinger: Das wär natürlich schön gewesen … das erste Stück als Uraufführung bei den Salzburger Festspielen, und insofern, für Sie gesehen, vielleicht ein Pech.
Kehlmann: Es war insofern kein Pech, als es dann Anna Badora [in Graz] so gut gemacht hat, dass ich einfach überglücklich war.
Klinger: Und die hat sich getraut?
Kehlmann: Sie hatte eigentlich überhaupt keine Angst. Weder vor mir noch vor der möglichen Feindseligkeit der Presse. Sie mochte einfach das Stück und wollte es machen. Und sie hat es wirklich großartig gemacht. Insofern kann ich es nicht bedauern, dass das Stück nicht in Salzburg uraufgeführt wurde. […] Damals habe ich mich natürlich auch geärgert. Es war fest abgesprochen, dass Matthias Hartmann es inszeniert. Er hatte nach der Rede auch nochmal Thomas Oberender bestätigt, dass er das machen wird, dass ihn die Rede nicht abhält … Nur hatte er längst schon ein anderes Stück [»Phädra« von Jean Racine, Anm.], das er bei den Festspielen machen wollte, und hat dann genau zu dem Zeitpunkt, als Oberender nicht mehr anders planen konnte, gesagt: »Ich mach nicht ›Geister von Princeton, ich möcht’ was anderes machen.‹ Und hat damit Oberender eigentlich erpresst. Als dann Matthias Hartmann in die Bredouille kam, von der wir alle gehört haben, fand ich es interessant, das ihn kein einziger Schriftsteller verteidigt hat. Gleichzeitig nach meinen eigenen Erfahrungen mit ihm wusste ich, wieso.

News von der Musical-Ausbildungsfront in Wien

Man könnte vermuten, die beiden renommiertesten Wiener Musicalausbildungsanstalten, das Performing Center Austria und die Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, hätten in den letzten Jahren ihre Wirkung nach außen, was öffentliche Auftritte betrifft, krass zurückgefahren.

Was das Performing Center Austria betrifft, so habe ich schon lange keine große Eigenproduktion außerhalb der natürlich nach wie vor stattfindenden Abschluss- und Weihnachtsshows gesehen. Früher gab es tolle Produktionen etwa im KlubOst (»1070 Wien«), im Raimund Theater (»Finix«) oder (anfangs interessante, danach weniger gute) in der Wiener Stadthalle. Das scheint derzeit nicht stattzufinden – aber vielleicht habe ich es auch einfach nicht mitbekommen.

Was das Kons betrifft, ist seit der Ablöse Erhard Pauers nichts Wesentliches zu berichten. Die letzte Musicalproduktion gab es dort vor einem Jahr unter dem damaligen Leiter Werner Sobotka: »Verschlingt Raoul« – eine völlig missglückte Veranstaltung. Die traditionellen Shows des ersten Jahrgangs zu sehen, ist reines Glücksspiel und hängt meistens davon ab, ob man es irgendwie schafft, an die Information zu gelangen, wann diese stattfinden. Was von Jahr zu Jahr schwieriger wird.

Doch es gibt auf beiden Seiten erfreuliche Neuigkeiten. Das Performing Center Austria hat im aktuellen Abschlussjahrgang zumindest ein großes Talent aufzubieten: Paul Csitkovits. Er war bei der VBW-Produktion »Messiah Rocks« dabei, ebenso bei »Into the Woods« (Vienna’s English Theatre). Die diesjährige Abschlussshow des PCA, »Dernière« lautet der Titel, ist am 28. Februar und am 3. März 2017 im Theater Akzent zu sehen (Infos siehe –> hier).

Die diesjährige Musicalproduktion des Kons, »Grimm!« (Zaufke/Lund), wird mit dem Theater der Jugend erarbeitet. Die Vorstellungen finden vom 15. bis 27. Februar im Wiener Renaissancetheater statt. Regie: Werner Sobotka (siehe Infos –> hier). Ein beide Ausbildungsinstitute verbindendes Element ist der musikalische Leiter der Show, Michael Schnack. Er war von 1994 bis 2010 künstlerischer Leiter der Performing Arts Studios Vienna und setzte in Wien entscheidende Impulse im Off-Musical-Bereich, unter anderem mit einer Serie von Produktionen an der Wiener Kammeroper, bevor sie zweckentfremdet wurde. Nun ist er also »bei der Konkurrenz« (als Studiengangsleiter »Musikalisches Unterhaltungstheater«). Und auch sonst scheint das Kons derzeit gut aufgestellt. Hauptrollen bei den VBW sind nicht selten von Kons-Absolventen abonniert. Das ist an sich positiv und spricht für ihr Niveau. Man muss eines aber dennoch bedenken: Seit Franz Patay Rektor des Kons und Geschäftsführer der VBW ist, wird man auf die Besetzungen genauer hinsehen. Zum Beispiel bei jener des angekündigten Fendrich-Musicals. Ein Abo auf Hauptrollen kann es nicht geben, aber wir werden uns nicht wundern, wenn es dennoch so ist.

Landestheater Linz: Préludes

20. Januar 2017
20:00bis22:00

Eine musikalische Fantasie im Kopf von Sergej Rachmaninow für Konzertflügel, Keyboards und Laptop
Buch, Musik und Gesangstexte von Dave Malloy
Deutsch von Roman Hinze
In deutscher Sprache
Musical
Preview 19.01.2017
Europäische Erstaufführung 20.01.2017
Spielstätte BlackBox Musiktheater

Stückinfo
Nach frühen Erfolgen fällt Rachmaninows 1. Sinfonie bei der Kritik durch. Der Dirigent ist betrunken, das Orchester unterprobt, das Publikum feindselig. Der junge Komponist stürzt in eine dreijährige Schaffenskrise, die er erst mit Hilfe eines Hypnose-Therapeuten bewältigt. – Préludes ist eine musikalische Fantasiereise durch den Kopf des hypnotisierten Rachmaninows. Dave Malloy begeisterte das New Yorker Publikum mit seiner kühnen Mischung aus bearbeiteten Originalwerken Rachmaninows bis hin zu hypnotischen Techno-Loops.

Leading Team
Musikalische Leitung: Bela Fischer jr.
Inszenierung: Johannes von Matuschka
Choreografie: Wei-Ken Liao
Bühne: Florian Parbs
Kostüme: Tanja Liebermann
Lichtdesign: Johann Hofbauer
Dramaturgie: Arne Beeker

Cast
Rach: Riccardo Greco
Rachmaninow (Piano): Peter Lewys Preston
Dahl: Daniela Dett
Natalja: Anaïs Lueken
Schaljapin: Kevin Arand
Tschechow / Tschaikowsky / Tolstoi / Glasunow / Zar Nikolaus II. / Der Meister: Alen Hodzovic
Keyboard 1: Bela Fischer jr.
Keyboard 2: Gerald Landschützer

Tickets:
Landestheater Linz