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Archiv - 2009

Raimund Theater: Musical Christmas 2009

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Die wirklich guten Zeiten kann man nicht zurückholen, wenn sie mal Geschichte sind, das gilt auch für die traditionelle “Musical Christmas”-Serie der Vereinigten Bühnen Wien. Die Legende besagt, dass 2002 bei einer internen Weihnachtsfeier des Unternehmens der Auftritt des Orchesters so gut ankam, dass man beschloss, 2003 damit an die Öffentlichkeit zu gehen. “Musical Christmas” im Theater an der Wien wurde zum Hit. Die Karten gabs um ganz wenig Geld, nämlich um 25 Euro (beste Kategorie). Was man geboten bekam, war enorm, auch schon allein vom Aufwand her: 27 Darsteller im Chor und als Tänzer, dazu 20 Solisten (Maya Hakvoort, Lukas Perman, Marjan Shaki, Serkan Kaya, etc.) und das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien - 90 Minuten perfekter Weihnachtsstimmung, keine Pause. Man rekrutierte das Ensemble vor allem aus der damals gerade aktuellen “Elisabeth”-Produktion, das Ganze hatte Atmosphäre, die Tanzszenen hatten Drive. Die Show war eine gelungene Symbiose aus Musik, Spaß, Besinnlichkeit, Tanz und Licht - eine bezaubernde, oft verspielt zärtliche und broadwayreife Weihnachtsorgie. 2004 und 2005 gab es Varianten dieser Produktion. Die Tickets wurden teurer, man verlängerte die Show, nun gab es eine Pause zwischen zwei Akten. 2006 hatte man das Theater an der Wien als Aufführungsort nicht mehr zur Verfügung, also übersiedelte man ins Raimund Theater. Man musste sich da nicht nur den räumlichen Gegebenheiten anpassen, sondern hatte “Musical Christmas” als Geldbringer entdeckt. Bis dahin waren die jährlichen Weihnachtsfestspiele der VBW ein Hit, oft wochenlang vorher schon ausverkauft. Resultat 2006: Der Ticketpreis schnellte auf 65 Euro, man reduzierte die Cast, und zwar gewaltig. Auf der Bühne 2006: fünf Solisten und zwölf Darsteller als Chor und Tänzer. Der wahre Bringer war die neu inszenierte Version von 2006 nicht, 2007 und 2008 verweigerte man dem Publikum die weihnachtliche Musicalparade, 2009 ist eine neue Version am Start. Für das szenische Konzept und die Regie zeichnet Dennis Kozeluh verantwortlich, die Idee und musikalische Zusammenstellung geht auf das Konto von Caspar Richter. Zum Thema “Geldbringer”: Natürlich wurden die Karten wieder teurer. Für die beste Kategorie zahlt man nun 72,80 Euro, die Dauer der Veranstaltung: wie zu Beginn 2003: 90 Minuten, ohne Pause. Als Solisten mit dabei: Lisa Antoni, Carin Filipcic, Wietske van Tongeren, Claus Dam, Dennis Kozeluh, Uwe Kröger, Drew Sarich und Niran Straub. Im Ensemble: Silke Braas, Alexandra Farkic, Leigh Martha Klinger, Adrienn Krekács, Katrin Mersch, Simone Niederer, Jan Hutter, Max Niemayer, Martin Pasching, Fritz Schmid und Rory Six.

Die Tanzszenen kann man in der aktuellen Version von “Musical Christmas” als sagen wir suboptimal bezeichnen. Das ist schade. Schade vor allem deshalb, weil ein aufstrebender Tänzer wie Niran Straub mit einer etwas einfallslosen, ziemlich uninteressanten, zusammengeschustert und für viele Darsteller unvorteilhaft wirkenden und linkischen Choreographie nicht die Wirkung erzielen kann, zu der er fähig ist. Im Ensemble der Show gibt es Tänzer, Nichttänzer und ganz gute Mover. Dass darauf Liane Maynard-Schmid Rücksicht genommen hätte, ist nicht wirklich erkennbar. Rory Six wirkt schon in seinen Bühnenklamotten eher wie in einen Strampler gesteckt, als vorteilhaft gekleidet, aber ihn auch noch durch Tanzchoreos zu schicken, denen er nicht gewachsen ist und auch nicht sein muss, geht gar nicht. Hape Kerkelings “X-mas Rap” ist keine Nummer, die bei “Musical Christmas 2009″ zum ersten Mal zu sehen ist, das kennen wir schon aus den Versionen früherer Jahre. Zum ersten Mal jedoch ist eine Cast zu sehen, die amateurhaft wirkt, amateurhaft deswegen, weil entweder niemand ernsthaft in Erwägung zieht, die Choreographie mit Schwung und Elan und mit Power durchzuziehen, oder aber, und das ist meine Vermutung, weil die Sache mit der Choreo wie in der Schule bei so mancher Projektarbeit abgelaufen ist: Mach ma halt was. Vielleicht war es Zeitmangel, vielleicht stand aus Kostengründen zu wenig Probenzeit zur Verfügung. Niemand wirkt souverän, da stehen Vollprofis auf der Bühne und bewegen sich in manchen Sequenzen so, dass man meinen könnte, sie hätten nie im Leben Tanzunterricht gehabt. Dasselbe bei “Run, Run Rudolf”. Was war das? Angedeuteter Rock’n'Roll? Niran Straub ist als “Solist (Tanzsolo)” am Programmzettel angeführt. Einem Solisten hat man andere Soli auf den Leib zu choreographieren, man ist ihm auch verpflichtet, man hat ihm seinen Platz im Rampenlicht zur Verfügung zu stellen und seine Auftritte wirksam zu inszenieren. Ein junger Tänzer, den man als Tanzsolist anführt, braucht seinen “moment to shine”. Doch bei Musical Christmas 2009 bekommt man davon nicht viel mit. In einer Szene sind Alexandra Farkic & Niran Straub als Tänzer für Carin Filipcic eingesetzt, beide unvorteilhaft (mit Absicht) gekleidet. Sie spielen ein Pärchen, das einander über das Internet kennenlernt. Straub in einem Pulli mit absichtlich nerdigen, dicken fetten Brillen. Man erwartet förmlich, dass hier die Wandlung vom hässlichen Entlein zum was auch immer in Tanzform zelebriert wird, aber es passiert nichts. Man möchte ihm förmlich die Brille von der Nase grapschen, aber was soll man machen. Kein “shining moment” für Niran Straub, und das bei einem solchen Tänzer. Unverzeihlich.

Musical Christmas 2009 hat natürlich auch magische Momente, die im Gedächtnis bleiben werden - wie die Soloauftritte von Claus Dam. Mit “Gabriella’s Song” hat er ein seiner Stimme sehr dienliches Lied bekommen, und er interpretiert es wunderschön, und auch mit dem schwedischen Weichnachtslied “Betlehems Stjärna” begeistert er das Publikum. Gleich daran anschließend demonstrieren Lisa Antoni, Carin Filipcic, Fritz Schmid und Martin Pasching, was es heißt, miteinander zu singen, ein Lied zu gestalten, Nuancen in der Stimmführung erkennen zu lassen. Hört sich einfach an, scheint aber an diesem Abend nicht wirklich allen zu gelingen. “Es wird scho glei dumpa” im Arrangement von Walter Lochmann ist der stille Showstopper des Abends, der vielleicht nicht mal am meisten Applaus bekommt, weil, seien wir ehrlich, jeder als Kind mit diesem Lied, das keine Ende nehmen will, vor dem Weihnachtsbaum gefoltert wurde, bis es endlich endlich aus war und man an die Geschenke rankonnte. Und doch, wenn man sich dieser Version hingibt, die traumhaft gesungen wird, bekommt das Lied eine Tiefe, auf die sich vielleicht der eine oder andere bei Musical Christmas 2009 das erste Mal nach langer Zeit wieder einlässt.

Nicht wirklich zur Wirkung kommt Drew Sarich. Man könnte da wieder mal so seine Spekulationen anstellen. Was macht das Erfolgsrezept einer Show aus? Die Songs, die Interpreten, oder die richtigen Songs für tolle Interpreten. Tolle Interpreten, ja, sind dabei. Wunderbare Lieder, auch das haben wir. Aber ist “Believe” (aus dem Film “Polarexpress”) der richtige Song für Drew Sarich? Nicht wirklich. “Run, Run Rudolf” ist von der Inszenierung her ein Debakel, auch hier kann sich Sarich nicht wirklich vorteilhaft in Szene setzen, und “Rudolph, the Red-Nosed Reindeer” - nett, aber eine Stimme wie Sarich ist zu schade, um sie daran zu vergeuden. Wietske van Tongeren kann sich da weniger beklagen. Mít “It Must Have Been The Mistletoe” singt sie eines der magischsten Weihnachtslieder überhaupt, magisch nur dann, wenn es das Orchester auch zum Glitzern und Schweben bringt, und das kann Caspar Richter perfekt, wie er das bei einer Vielzahl von Songs an diesem Abend beweist. Dass Wietske van Tongeren ausgerechnet bei diesem Lied stimmliche Unsicherheiten zeigt, verzögert den Augenblick des Abhebens, aber es klappt dann dennoch ganz gut.

Stimmlich in Hochform, wie fast immer (was man auch mal sagen sollte): Carin Filipcic. Sie haucht auch dem etwas drögen “The Christmas Song” weihnachtliches Flair ein, ist kokett bei “Sleigh Ride” und strahlt auch sonst, wann immer sie auf der Bühne ist, wie ein Weihnachtsbäumchen. Wunderbar. Lisa Antoni wurde unlängst in einem Magazin als der eigentliche Shooting Star aus “Rudolf” bezeichnet, und sie wird diesem Status auch bei “Musical Christmas” gerecht. Dennis Kozeluh hat nicht nur das Regiekonzept für “Musical Christmas” bearbeitet, sondern steht auch wieder als Schaffner im “Polarexpress” seinen Mann und gemeinsam mit Claus Dam gestaltet er ein schwungvolles “Winter Wonderland”. Das Ensemble, angefangen von Jan Hutter bis zu Rory Six und Martin Pasching, stimmlich souverän und besser als so mancher Solist.

Fazit: Musical Christmas 2009 wirkt in manchen Szenen wie vor vielen Jahren, 2003, im Theater an der Wien. Der Klang des Orchesters, die Arrangements und die musikalische Leitung von Caspar Richter, wenn großartige Solisten bezaubernde Lieder singen, dann kommt wieder Weihnachtsstimmung auf. Allein wie Richter mit “First Noel” die Show startet und mit dem Arrangement von Günter Gürsch ein weihnachtliches Klangspektakel ins Theater zaubert, ist einfach großartig. Der Tanz, früher ein wichtiges Element bei Musical Christmas, ist 2009 ein Stimmungsdämpfer. Daran muss man sicher für eine Neuauflage 2010 arbeiten. Niran Straub sollte seinen “shining moment” zumindest 2010 bekommen, und die Gelegenheit dazu wird sich ja hoffentlich doch bieten.
[Besuchte Vorstellung: 7. Dezember 2009, 19:30 Uhr]

Setlist
01) The First Noel - (Ouverture, instrumental)
02) A Christmas Song (Carin Filipcic)
03) It Must Have Been The Mistletoe (Wietske van Tongeren)
04) Rudolph, The Red-Nosed Reindeer (Drew Sarich, Lisa Antoni & Ensemble)
05) Believe (Drew Sarich)
06) Sleigh Ride (instrumental, Ensemble)
07) Sleigh Ride (Carin Filipcic, Alexandra Farkic & Niran Straub)
08) My Grown Up Christmas List (Uwe Kröger - am 18.12.: Martin Pasching)
09) Christmas Lullaby (Lisa Antoni)
10) Run, Run Rudolf (Drew Sarich, Lisa Antoni & Ensemble)
11) Das Wunder der Geburt (instrumental)
12) The Little Drummer Boy (Leigh Martha Klinger & Rory Six)
13) Winter Wonderland (Claus Dam, Dennis Kozeluh)
14) I’m Dreaming Of A White Christmas (Uwe Kröger - am 18.12.: Martin Pasching)
15) Polarexpress (Dennis Kozeluh & Ensemble)
16) When Christmas Comes To Town (Lisa Antoni, Wietske van Tongeren & Ensemble)
17) X-mas Rap (Wietske van Tongeren, Drew Sarich, Dennis Kozeluh & Ensemble)
18) Gabriella’s Song (Claus Dam & Ensemble)
19) Betlehems Stjärna (Claus Dam)
20) Es wird scho glei dumpa (Lisa Antoni, Carin Filipcic, Fritz Schmid, Martin Pasching)
21) Deutsche Weihnachtslieder:
Vom Himmel hoch da komm ich her (Simone Niederer)
Fröhlich soll mein Herze springen (Katrin Mersch, Silke Braas, Adrienn Krekacs)
Es ist ein Ros entsprungen & Oh Tannenbaum (Silke Braas, Alexandra Farkic, Leigh Martha Klinger, Adrienn Krekács,
Katrin Mersch, Simone Niederer, Jan Hutter, Max Niemeyer, Martin Pasching, Fritz Schmid, Rory Six)
22) Finale: We Need A Little Christmas (alle)

Gedichte:
“Wunschzettel” - Cilli Kehsler
“Schenken” - Joachim Ringelnatz
“Weihnachten” - Hermann Hesse
“Heute tanzen alle Sterne” - James Krüss

Theater des Augenblicks: “An Evening Without … Scott Alan” (2009)

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I have cried, laughed, had goosebumps ..

Die Idee ist so einfach wie genial. Man nehme die Songs des hierzulande zwar unbekannten, aber in den einschlägigen Kreisen doch schon fast verankerten Musicalkomponisten Scott Alan und stelle sie einem interessierten Publikum in Eigeninterpretationen vor. Wenn man etwas überspitzt formulieren wollte, wäre das sozusagen die Erfüllung des Bildungsauftrags, den die VBW eigentlich seit langer Zeit vernachlässigen, sagen wir seit der Bernstein-Veranstaltungsserie, die Caspar Richter im Raimund Theater vor einigen Jahren auf die Beine gestellt hat. Damals waren die VBW in einem Hoch, die Bernstein-Konzerte waren nicht wirklich ausverkauft, und prompt wurde keine einzige mehr der wirklich kreativen und spannenden Ideen des Musikalischen Direktors der VBW in die Tat umgesetzt. Man versuchte sich in den folgenden Jahren unter der Chiffre “RonacherMobile” an Mini-Nischenprodukten, die anfangs zwar innovativ anmuteten, aber eingekauft waren, dann produzierte man selbst und das mal mehr, mal weniger am Publikum vorbei und vor allem thematisch oft meilenweit vom Genre Musical entfernt.

Natürlich haben die VBW gar keinen Bildungsauftrag, aber wer subventioniert wird, sollte doch nicht von 5 Minuten vor 12 auf 4 Minuten auf 12 all seine so hehr anmutenden Ziele über Bord werfen und in eine See stechen, auf der nur mehr das typische Kreuzfahrtpublikum an Bord bleibt und der Rest lieber freiwillig über die Reling springt. Wechseln wir also lieber von der Kreuzschiff-Metapher zum Airline-Spektakel. Gar nicht so weit hergeholt, wie es klingen mag, denn das Team von “An Evening Without …” ist schon von der Zusammensetzung her bemerkenswert. Wir haben einen Reallife-Airline-Piloten an der Gitarre (Tom Delbeke) mit einer Stimme, die an Michael W. Smith erinnert, wir haben am Cello eine Flugbegleiterin (Hana Yamazaki), die irgendwann einmal auf einem Flug von hier nach da bemerkte, wie der Pilot in Noten blätterte und dann mit ihm auf einmal ganz andere Themen zu besprechen hatte, wir haben mit Bernd Leichtfried einen erfahrenen Pianisten, Arrangeur und Musikalischen Direktor, der souverän aus Solo-Songs Quartette macht und umgekehrt, und wir haben mit Sabrina Harper, Rita Sereinig, Philipp Hägeli und Jürgen Kapaun vier Musicaldarsteller, denen man anmerkt, dass sie mit viel Herz und voller Ãœberzeugung hinter ihrem Projekt stehen.

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Die Macher von “An Evening without …” indes gehen sogar einen Schritt weiter als anno dazumal Caspar Richter mit seinem Bernstein-Abend. Sie riskieren es, völlig unbekannte Songs oder wenig bekannte Songs von wenig bekannten Komponisten auf die Bühne zu bringen. Was man im Showbusiness darüber sagt, wenn Entertainer “neue”, dem Publikum noch nicht vertraute Songs anstimmen, ist Legende. So meinte mal Barry Manilow zu seinem “Greatest Hits”-Konzertkonzept für Las Vegas sinngemäß: Wenn du brandneue Songs spielst, gehen sie auf die Toilette, du kannst richtig zusehen, wie sie in Scharen den Saal verlassen. Gib ihnen die Hits, und sie sind glücklich.

Wenn man, was nicht so selten passiert, über eine Show in einem gewissen zeitlichen Abstand schreibt, dann kommen die stärksten Eindrücke am schnellsten wieder ins Gedächtnis. Im Fall von “An Evening Without … Scott Alan” ist das beispielsweise ein starker, souveräner und selbstsicherer Philipp Hägeli, der mir so ausdrucksstark bis dahin noch nicht aufgefallen war. Die Qualität, dem Publikum das Gefühl zu geben, dass während einer Performance nichts schiefgehen kann, das Vermögen, stark zu beginnen und sich dann zu steigern und schließlich noch eins draufzusetzen, das alles hat Hägeli an diesem Abend eindrucksvoll demonstriert, einfach fabelhaft.

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Gebettet waren die Interpretationen der Songs von Scott Alan in einen fröhlich-unterhaltenden Moderationsteil, den die Darsteller abwechselnd oder gemeinsam in ihrer “Talkecke” gestalteten. Für das amüsanteste Element, an das man sich auch Wochen danach noch erinnern kann, in diesem Teil sorgte sicher Jürgen Kapaun, der ein Talent hat, unkompliziert sympathisch in Fettnäpfchen oder verschusterte Einsätze zu stolpern, ohne dass man als Publikum das Gefühl bekommen muss, über ihn zu lachen. Man lacht einfach mit ihm.

Ein paar kleine, informative Geschichtchen über den Komponisten, ein paar Anekdoten, wie sich die Interpreten zur Truppe rund um “An Evening without … ” formten, all das leichtfüßig und charmant präsentiert und genau richtig dosiert, um das Publikum in eine gutgelaunte aufnahmefähige Stimmung zu versetzen, das ist das Erfolgsrezept dieser Show. Dazwischen eingebettet, die Songs von Scott Alan, und nach der Show: gute Stimmung.

Was man in den “Talk-Blöcken” erfährt, ist informativ und gewinnend formuliert. So würde sich der Part über den Lebenslauf von Scott Alan folgendermaßen lesen:

Sabrina Harper: Scott Alan - ein Songwriter, Jahrgang 78. Er hat schon früh zu singen und Klavier spielen begonnen, es ist überliefert, dass er seinen Eltern ziemlich auf die Nerven gegangen ist damit. Man hat dann erst später sein Talent entdeckt. Er hat Musik, Theater und Gesang studiert und wollte aber eigentlich mehr im Popbusiness Fuß fassen. Er ging mit 20 nach L. A., wo er mit und für namhafte Komponisten und Sänger wie Toni Braxton, Luther Vandross, Boyz II Men gearbeitet hat, und er hat dabei aber immer zu hören bekommen, seine Musik sei zu theatralisch, zu dramatisch, und im Popbusiness eigentlich nicht richtig am Platz. Zurück zu seinen Wurzeln, hat er begonnen, Musicalsongs zu schreiben.

Philipp Hägeli: Diese Songs hat er, als er dann genug zusammenhatte, auch begonnen aufzunehmen auf CDs, und so sind wir in Berührung gekommen mit ihm. Er hat zwei CDs herausgegeben: letztes Jahr und das Jahr davor. “Dreaming Wide Awake” und “Keys”. Dabei hat er einen schlauen Trick angewendet. Er hat die Lieder nämlich nicht selbst eingesungen, sondern er hat sie von seinen Freunden und Bekannten einsingen lassen, alles bekannte oder aufstrebende Musicaldarsteller am Broadway, wie Josh Strickland, das ist der “Tarzan” vom Broadway, oder Shoshana Bean, eine total crazy Elphaba-Sängerin - könnt ihr auf YouTube angucken. Wahnsinnige Sachen. Der Trick daran: Wenn man das von solchen Leuten einsingen lässt, kann man sich sicher sein, dass die eine oder andere Musicalhusche, wie ich es gerne nenne, sich diese CDs dann auch anhört. Wir. Ja.

Rita Sereinig: Und eine andere Möglichkeit, bekannt zu werden, ist natürlich heutzutage auch YouTube. Wir haben geyoutubed, was das Zeug hält. Scott Alan in allen Varianten, und eigentlich immer, außer seine Blogs betreffend, im “Birdland” in New York. Dort hat er mit Kollegen “Monday New Voices” ins Leben gerufen. Er performed dort seine Songs, ganz plain auf einer kleinen Theaterbar, wo’s quasi nicht um schnickschnack geht, sondern um die Songs an sich.

Jürgen Kapaun: Ein Thema, ein Punkt bei Scott Alan, der uns sehr am Herzen liegt, sind seine Texte, weil im Gegensatz zu, nein, nicht anderen Komponisten, haben seine Texte auch Inhalt. Ganz toll. Und zwar sind das alltägliche Geschichten. Es werden Szenen beschrieben, und wo können Musicaldarsteller solche Geschichte, solche Szenen besser erzählen als auf einer Bühne. Und damit wollen wir auch beginnen mit seinen Songs. Die ersten beiden heißen “Behind these walls” und “Again” und handeln beide von beendeten Beziehungen, die allerdings für einen der beiden noch nicht abgeschlossen sind.”

Wenn man zurückdenkt an den Abend im Theater des Augenblicks, erinnert man sich natürlich auch an die Cellistin Hana Yamazaki, die förmlich vor guter Laune zersprungen ist, erfüllt von ansteckender Fröhlichkeit und dennoch immer sehr konzentriert. Sie hätte wohl liebsten bei jedem Lied mitgesungen. Man erinnert sich an Rita Sereinig, die allein mit ihren Augen ganze Geschichten erzählen kann und das auch wunderbar gemacht hat. An Sabrina Harper, die ihre Songs großartig vokal gestaltet hat und ähnlich wie Philipp Hägeli einer der Felsen in der Brandung war, und an Tom Delbeke, der stimmlich an Michael W. Smith erinnert und eine sehr angenehme, klare Stimme hat. Wäre interessant, Songs des populären Künstlers der Contemporary Christian Music von ihm gesungen zu hören.

Fazit: Es war ein unterhaltsamer, sehr schöner Abend, und das Eingangszitat, das aus einer Rezension einer der CDs von Scott Alan stammt, würden wohl viele Besucher unterschreiben. Man kann auch einfach sagen: Mehr davon. Mehr Shows noch über Scott Alan und viele Nachfolgeprogramme.

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Theater des Augenblicks: “An Evening Without … Scott Alan” (2009)
[Besuchte Vorstellung: 5. November 2009]

Setlist
- Let Love begin (Alle) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Behind These Walls (Sabrina) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- Again (Philipp) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- Never Neverland (Fly Away) (Jürgen, Rita) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Surrender (Tom, Jürgen) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Hold On (Philipp) (aus “Still … Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- How Did I End Up Here? (Jürgen) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- And There It Is (Rita) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- I’m A Star (Sabrina) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Say Goodbye (Jürgen, Rita, Tom) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Blessing (Alle) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)

- It’s Good To See You Again (Jürgen) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- Home (Sabrina, Rita) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Kiss The Air (Philipp) (aus “Still … Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Now (Tom) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- His Name (Rita) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- This Time (Sabrina, Philipp) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- Goodnight (Jürgen, Tom) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- The Journey (Jürgen, Philipp, Tom) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Always (Sabrina) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- The Distance You Have Come (Alle) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- If I OWn Today (Alle) (aus “Still … Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)

Cast
Gesang: Sabrina Harper, Rita Sereinig, Tom Delbeke, Philipp Hägeli, Jürgen Kapaun
Piano: Bernd Leichtfried
Gitarre: Tom Delbeke
Cello: Hana Yamazaki

Andino: “Tollplatz” spielt “Trotz aller Therapie” - Thomas Smolej inszeniert

Wiens Off-Theater-Szene lebt. In der jüngsten Ausgabe des Wochenmagazins “Profil” wird Wien als eine im Theatergründungsrausch befindliche Metropole skizziert. Den Herbst des “großen Theateraufsperrens” nannte es der “Falter”. Und tatsächlich tut sich einiges im Off-Theater-Segment. Im Oktober 2009 eröffnete in Meidlung das Kulturzentrum Palais Kabelwerk, seit ein paar Tagen hat der Nestroyhof im 2. Bezirk seinen Spielbetrieb aufgenommen, und das Odeon, ebenfalls im 2. Bezirk, fährt ab sofort zwei neue Veranstaltungsschienen: “Odeon.Tanz” und “Odeon.Musik”. Aber das ist noch nicht alles. Simpl-Chef Albert Schmidleitner startete unlängst im bankrottierten Vindobona eine Comedy-Spielstätte, und am Wiener Petersplatz weicht das traditionsreiche Ensembletheater einem Theaterversuch, Garage X Theater Petersplatz genannt.

Wer derzeit spannendes Theater in der Bundeshauptstadt erleben will, kommt an der “Off-Theater-Szene” nicht vorbei, zum Beispiel an der Show “A Christmas Carol” - seit 25 Jahren eine liebenswerte und mit Hingebung gespielte Weihnachtsproduktion des International Theatre Vienna, 2009 neu inszeniert von Eric Lomas.

Zu der spannenden Off-Theater-Szene gehören natürlich auch all die Freien Gruppen, die eine Idee zur Formation eint und die sich dann für konkrete Projekte geeignete Spielstätten suchen. Wie zum Beispiel die Gruppe “Tollplatz”, die unlängst in Wien Christopher Durangs Komödienschlachtross “Trotz aller Therapie” zur Aufführung brachte.

Der amerikanische Autor und Schauspieler Christopher Durang hatte vor allem in den 1980er-Jahren mit seinen Bühnenstücken großen Erfolg. “Trotz aller Therapie” (”Beyond Therapy”) ist ein solches Kind der 80er. 1981 ging es Off-Broadway an den Start, mit Stephen Collins, Sigourney Weaver, Jim Borelli, Kate McGregor-Stewart, Jack Gilpin, Conan McCarthy und Nick Stannard in den Hauptrollen, 1982 feierte es am Broadway im Brooks Atkinson Theatre Premiere, und auch da mit einer Star-Cast: John Lithgow, Dianne Wiest, Peter Michael Goetz, Kate McGregor-Stewart, Jack Gilpin und David (Hyde) Pierce. Seit diesem Zeitpunkt ist das Stück aus den Spielplänen der Theater weltweit eigentlich nicht mehr wegzudenken. Natürlich war es auch bereits in Wien zu sehen, beispielsweise 1990 in den Wiener Kammerspielen in der Regie von Erwin Steinhauer mit Nicolin Kunz, Marion Degler, Gideon Singer, André Pohl und Friedrich Schwardtmann.

Auch im Kino landete Durangs Bühnenhit: “Trotz aller Therapie” wurde 1986 von Robert Altman mit Glenda Jackson, Tom Conti und Jeff Goldblum in den Hauptrollen verfilmt.

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Im kleinen Wiener Andino ging im November 2009 eine Spielserie dieses Bühnenulks, gespielt von der der Aktionsgruppe “Tollplatz” unter der Regie von Thomas Smolej über die Bühne. Und während diese Zeilen hier als eine Art Nach-Ruf online gehen, sind die Schauspieler längst über alle Berge, aufgebrochen zu einer abenteuerlichen Reise nach Peru, Bolivien, Chile, Argentinien - anders formuliert: sie sind auf einer Südamerika-Tour, dessen Ziele das Reisen und die Erfahrungen im Zuge des Reisens an sich sind - und “Tollplatz” wird auf dieser Tour Theater spielen. “Trotz aller Therapie” beispielswesie ist als Version für Theater und Cafés, aber auch für die Straße und öffentliche Plätze angedacht. Wer am Laufenden bleiben möchte, was die “Tollplatz”-Abenteuer betrifft, findet –> hier immer aktuelle Berichte.

Worum gehts in “Trotz aller Therapie”?

Bei einem Blind Date in einem Restaurant treffen die Journalistin Prudence und der bisexuelle Anwalt Bruce das erste Mal aufeinander. Über eine Kontaktanzeige von Bruce haben sich die beiden kennengelernt, hinter dieser Art der Kontaktaufnahme stecken die Therapeuten der beiden, zwei Menschen, die sich selbst äußerst hilflos und therapiebedürftig anstellen. Stuart, der Therapeut von Prudence, entpuppt sich als eifersüchtiger, sexbesessener Macho-Lustmolch, Charlotte, die Therapeutin von Bruce, als vergessliche, umtriebige Psycho-Nudel, die ihre Patienten anbellt, mit Kuscheltieren herumläuft und ihren Frust gerne ganz laut rausschreit. Bruce, der Anwalt, ist bisexuell und lebt in einer Beziehung mit Bob, der Tunte. Gemeinsam mit seiner Mutter torpediert Bob alle Versuche von Bruce, seine bisexuellen Neigungen auszuleben. Eines eint alle: Sie sind auf der Suche. Nach echter Liebe, ihrem Ich, ihrer Libido. Die Grenzen zwischen Therapeut und Patient sind kaum wahrzunehmen. Irr sind sie defnitiv alle, und liebenswert.

Die “Andino”-Version von “Trotz aller Therapie” erweist sich als Volltreffer, in vielerlei Hinsicht. So macht es beispielsweise großen Spaß, zu beobachten, wie eine Laiengruppe (vier der fünf Schauspieler haben keine Schauspielausbildung) mit dieser lustbetonten, geilen Screwballcomedy umzugehen versteht. Sehr geschickt hat Regisseur Thomas Smolej es verstanden, Timing zur Maxime der Aufführung zu machen. Kein Problem, wenn der Stoff und die Dialoge oft einen Bogen zum Klischee ziehen, solange dann der Schauspieler die Pointe einputtet. Bei einem Stück, das so körperbetont und lustbetont ist, gab es viel zu tun, um Authentizität auf die Bühne zu bringen. Manche der Schauspieler von “Tollplatz” sind für die Bühne gemacht, manch einer vielleicht weniger, ein Mitglied der Gruppe ist professionell ausgebildete Schauspielerin (Lydia Nassall). Sie spielt Charlotte, die hemmungslose Psychotherapeutin, die, man glaubt es kaum, gar nicht mal so übertrieben wirkt, innerhalb des völlig surrealen Charakters, der ihr vom Autor gegeben wurde. Da könnte man sogar noch einen Tick mehr rausholen aus dieser Figur. Da ist manchmal noch gespielte Hemmungslosigkeit zu sehen statt hemmungsloser Hemmungslosigkeit, total vertrottelte Blödheit können halt die großen Komiker am besten auf einer Bühne zum Leben bringen, mit aller Körperlichkeit, perfekter Gestik und Mimik. Ãœberbordend und doch kontrolliert. Aber genau der Versuch, diese Körperlichkeit mit den Schauspielern umzusetzen, ist das große Plus dieser Inszenierung. So wie bei “Tollplatz” die Reise durch Südamerika das Ziel ist, muss bei der Erarbeitung des Bühnenstücks auch die Arbeit an der Umsetzung für die Schauspieler eine wichtige Erfahrung gewesen sein. Man sieht stets die Intention der Regie, man erkennt, was gemeint ist, und bei gelungenen Szenen ist die Umsetzung tatsächlich ein herrlicher Spaß. Es ist ein Unterschied, ob sich zwei Leute ein Glas Wasser ins Gesicht kippen, weil es im Skript steht, oder ob sie es “wirklich” tun. Es ist ein Unterschied, zu wissen, hoppla, ich werde gleich nass, oder ob man mitten in der Rolle ist und diese Aktion lebt. Schauspiellaien Natürlichkeit in “tagtäglichen” Verhaltensweisen auf der Bühne “beizubringen”, eine unkapriziöse, ehrliche Art bei Umarmungen und vielen anderen Details, ist schwer. Da muss man sich nur mal eine Musicalaufführung in Baden ansehen, wo eines immer zu beobachten ist: Wenn einer mit völlig ausdruckslosem Gesicht ohne alle Körperspannung auf die Bühne schlurft, ist es ein Statist - um das zu sehen, muss er noch gar nicht richtig die Bühne betreten haben. Und es ist ausschließlich in diesem Fall Aufgabe der Regie, das zu vermeiden. Manchmal gelingt es, so wie bei “Trotz aller Therapie” in der Mehrzahl der Szenen, manchmal sieht man die Anstrengungen und kann verstehen, dass es schwer war.

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“Trotz aller Therapie” wird auf amerikanischen Bühnen meist auf Wunsch des Autors in einer explizit auf die 80er Jahre verweisenden Fassung gegeben, mit einer Unzahl an Hinweisen auf typische Produkte, auch multimedialer Art, der Zeit. Für die “Andino”-Fassung hat Thomas Smolej beispielsweise Referenzen in den Musical-Bereich eingebaut. So ist Marika Lichter, das virtuelle Mutterschiff all jener Musicalsehnsüchte, die kaum jemand für möglich hält, auf der Bühne in Form eines Fotos präsent. Sie “spielt” als Abbildung ihrer selbst sozusagen die Schwiegermutter des bisexuellen Bruce, beziehungsweise die Mutter von Bruces Lebensabschnittspartner Bob. Und sie ist auch Mittelpunkt einer der verrücktesten Szenen des Stücks, in der vorexerziert wird, was “break out in a song” tatsächlich meint. Am Telefon singt sie, was wir als Zuschauer nicht hören und nur indirekt erfahren, ein Lied aus “My Fair Lady” und wechselt dann in das Titellied von “The Sound of Music”, was wir auch nicht hören. Was wir sehen und hören, sind Prudence, die Freundin in spe des bisexuellen Bruce, die das erste Mal bei ihrem potentiellen Lover zu Gast ist. Dort trifft sie auf Bob, Bruces tatsächlichen Lover, der mit allerlei Psychotricks Bruce dazu bringen will, seiner potentiellen Freundin den Gstieß zu geben. In dieser irrwitzigen Szene versuchen Bob und Bobs Mutter (am Telefon) mit hemmungslos outrierten Hysterieanfällen und Eifersuchtsschüben inkl. Suizidscharmützeln Prudence aus der Wohnung zu ekeln - bis, ja bis alle in den Song “The Sound of Music” einstimmen.

Clever gewählt: der Soundtrack zur Show, eine Mischung aus Jazz, Pop und Klassik. Die Einstimmung erfolgt mit Jazz-Tunes, der Moment, in dem Bruce Prudence die Tür öffnet, wird von “Hello sunshine” (gesungen von den Super Furry Animals) untermalt. Das sind schon sehr schöne Ideen, die die Stimmung lenken, Atmosphäre erzeugen.

Angedeutete Stimmungen und halbversteckte Pointen lassen das auf Vollgas gedrehte Lustspiel facettenreich erscheinen. Wenn Bruce, der Bisexuelle, der seinem Freud eben verklickert hat, dass er heiraten möchte - eine Frau -, plötzlich selbst eifersüchtig wird auf Bob, der grad einem Kellner nachgiert, dann hat das schon was. Dass eine solche Szene nicht ins rein Komödiantische abdriftet, sondern im Tragikkomischen sackt, ist wieder auf gelungenes Schauspiel und ebenso gelungene Regie zurückzuführen, wie auch zum Beispiel die hireißenden Momente, in denen Prudence verschämt Handschellen (verziert mit rosa Plüsch aus dem Event-Inventar von Bob) loszuwerden versucht, die sie in Bobs Gemach gefunden hat, und irrtümlich um ihr Handgelenk hat klicken lassen. Geschickt inszeniert, gut gespielt.

“Trotz aller Therapie”, ein Hit im Andino, und vielleicht kommt es ja zu einer Wiederaufnahme nach der Südamerika-Tour von “Tollplatz”.

Trotz aller Theraphie
Team
Regie Thomas Smolej
Produktionsassistentinnen: Carmencita Nader, Miriam Kunodi

Darsteller
Bruce: Philipp Blume
Prudence: Erika Büttner
Charlotte: Lydia Nassall
Stuart: Oliver Gross
Bob: Stephan Werner (in Wien), Johannes Stubenvoll (in SA)

Nationalfeiertagsgig der VBW am Wiener Rathausplatz 2009 - “Ach wie schön”

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Am Wiener Rathausplatz ging auch dieses Jahr wieder das traditionelle Konzert der Vereinigten Bühnen Wien zum Nationalfeiertag über die Bühne. Die Zeiten, in denen man mit Orchester, Band, Chor und Tänzer eine fulminante Demonstration der Größe des Unternehmens ablegte, sind natürlich vorbei. In Zeiten der Krise muss man wenigstens so tun, als würde man sie wirklich auch spüren. Macht nichts, die Show ist gratis, und da gibts keinen Grund, herumzumosern. Es war ein Fest der Stimmen, der schönen und schön singenden und klingenden Stimmen, die Musik kam halt vom Band und nach 34 Minuten wars wieder aus.

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Auf der Bühne zu sehen: Carin Filipcic, Drew Sarich, Wietske van Tongeren und Lisa Antoni aus der Produktion “Rudolf”, sowie Marjan Shaki, Gernot Kranner, Alexander di Capri und Lukas Perman aus dem Musical “Tanz der Vampire”. Durchwegs alle verbreiteten sie gute Laune auf der Bühne, waren spontan und machten das wunderbar, was eine Show wie diese eigentlich leisten sollte: Lust auf Musical.

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Die Setlist:

“Rudolf”
1) “Wie jeder andre Mann”: Drew Sarich
2) “Ein hübscher Krieg”: Carin Filipcic & Lisa Antoni
3) “Du bleibst bei mir”: Wietske van Tongeren
4) “Vertrau in uns”: Lisa Antoni
5) “Du bist meine Welt”: Drew Sarich & Lisa Antoni

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“Tanz der Vampire”
6) “Draußen ist Freiheit”: Marjan Shaki & Lukas Perman
7) “Wahrheit” - Gernot Kranner
8) “Für Sarah” - Lukas Perman
9) “Totale Finsternis” - Alexander di Capri & Marjan Shaki

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Die 34-minütige Veranstaltung lebte von der Spontaneität der Darsteller. So vergaß Carin Filipcic bei ihrem Song “Ein hübscher Krieg” just jene Textstelle, die dermaßen schlecht übersetzt ist, dass sie ohnedies unsingbar ist. Mit Sicherheit hat nie auch nur einziger Besucher von “Rudolf” im Raimund Theater verstanden, was die Darstellerin da von sich gegeben hat. Zu viele Silben in zu wenig Zeit. Wie sich das Ganze anhörte und wie Filipcic reagierte? Na so:

Drew Sarich wiederum hatte die Aufgabe, eine Sprechstelle im Original von “Du bist meine Welt” so umzuändern, dass sie auch in den Rahmen eines Open Airs passt. Von wegen Sterben und Mayerling und jeden Tag ein bisschen. Die Nationalfeiertagsversion von Wildhorns “Du bist meine Welt” ging folgendermaßen:

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Marjan Shaki und Lukas Perman sind in “Tanz der Vampire” das programmierte Traumpaar. Da passt eben die Bühnenausstrahlung, die beide haben, perfekt. Auch das ist große Kunst und kann nicht als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt werden. Dem tristen Wetter entsprechend wurde bei “Draußen ist Freiheit” aus einem “Mondlicht” einfach mal “Regen”:

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Von 0 auf 100 in einer Zehntelsekunde schafft es Gernot Kranner sein Publikum in den Griff zu bekommen und auf gute Laune zu tunen. Immer wieder schön zu beobachten. Ein Schmäh, der nie alt wird, nie schal, weil doch alles wohl vom Herzen kommt.

Da ists fast schade, dass die Darsteller nicht alle mit einem kräftigen und begeisterten Applaus empfangen wurden, sondern zum Teil von Dauerquietschern. Vor jedem Lied, nach jedem Lied: Schweinchenquietschen, das dem Nachbarn der Quietscherin sicher als Nachspeis einen Hörsturz suprise beschert hat. Hörn wir uns das mal an. Drew Sarich erscheint auf der Bühne und:

Carin Filipcic erscheint auf der Bühne und:

Und so weiter und so weiter, mal mehr quietschig, mal leiser quietschig, aber ungeheuer nervend, auch aus ein paar hundert Metern Entfernung.

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Auch Alexander di Capri war mit dabei. Viel kann man dazu allerdings nicht sagen. Er durfte eine Rumpfversion von “Totale Finsternis” singen, das reicht einfach nicht, um das Lied überhaupt ins Programm aufzunehmen. Ganz oder gar nicht. Das Mikro viel zu leise eingestellt, keine Maske - aber einen sympathischen Eindruck hat er hinterlassen. Immerhin, und man kann erahnen, dass er vielleicht im Ronacher wirklich zu zaubern vermag.

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Tanz der Vampire, Wien 2009: Gänsehautfaktor Null

Tanz der Vampire, Ronacher, 5. Oktober 2009

Graf von Krolock: Thomas Borchert
Professor Abronsius: Gernot Kranner
Alfred: Sebastian Smulders
Sarah: Barbara Obermeier
Chagall: Jamas Sbano
Rebecca: Katharina Dorian
Magda: Maike Katrin Schmidt
Herbert: Marc Liebisch
Koukol: Thomas Weissengruber

Gesangsensemble
Cornelia Braun, Esther Mink, Dóra Stróbel, Marianne Tarnowskij, Christina van Leyen, Alexander diCapri (Carpe Noctem, Solo 2), Sven Fliege (Carpe Noctem, Solo 1), Kai Hüsgen, Kevin Perry, Martin Planz

Tanzensemble
Daniela Harbauer, Christa Helige, Marcella Morelli (Rote Stiefel Tanzsolo), Jennifer Pöll, Susan Ten Harmsen, Nick Fleuren, Ivo Giacomozzi, Csaba Nagy (Schwarzer Vampir Tanzsolo), Gernot Romic (Weißer Vampir Tanzsolo), Florian Theiler

Swings
Nina Weiss, Jerome Knols

Dirigent
Caspar Richter

Wenn man das Gefühl hat, der Obervampir von “Tanz der Vampire” sei bei einer österreichischen Komikertruppe in die Lehre gegangen, dann - nun zumindest würde dann das ansonsten völlig sinnfreie Schlussbild (das wohl ein Bild von Wien sein soll) der “neuen Wiener Fassung” von Roman Polanskis Erfolgsmusical Sinn machen. Krolock, verkörpert von Thomas Borchert, wirkt wie eine Spinne an Fäden, die nicht er, sondern andere ziehen, wie eine Marionette der Mascheks, die mit ihrer Puppen-/Marionettensatire “Bei Faymann” derzeit für volle Häuser sorgen. So ist man also “Bei Krolock” zu Gast.

Und eigentlich ist es kaum zu glauben, dass man hier einen Darsteller erlebt, der die Rolle schon so viele Jahre spielt. Was würde Samy Molcho dazu sagen, wie hier mit Gestik derart outriert wird, dass man Mühe hat, nicht lauthals vor Lachen loszubrüllen. Wie soll man sich die Probenarbeit da vorstellen? Hat man Thomas Borchert die Winkel für seine Armstellungen in Graden angegeben: “45 Grad Thomas, jetzt 67 Grad, bitte konzentrier dich, das ist jetzt wichtig, danach kommt ein schwungvolles 90 Grad und ein Legato von 46 zu 67 Grad mit Mantelwurf.” Genau so wirkt das. Es ist, als hätte der Darsteller zwei Arme, die nicht zu seinem Körper gehörten. Und auch sein Gang, wie er in den Saal kommt, wie er seinen Abgang von der Bühne zelebriert, das hat etwas völlig Unnatürliches. Zepperlt er da unter seinem Mäntelchen mit ganz kleinen Schritten, damit es so wirkt, als würde er schweben? Krolock ist ja kein UFO, Mann, er darf ruhig auch mal gehen, einfach GEHEN.

Fairerweise muss man sagen, dass man “Tanz der Vampire” heutzutage immer für zwei Zielgruppen rezensieren müsste. Einmal für alle jene, die Steve Barton in der Rolle des Krolock erlebt haben, und einmal für alle anderen. Aber trotzdem, wenn “Tot zu sein ist komisch” das Highlight der Show ist (in der Rolle der Magda die ganz wunderbare Maike Katrin Schmidt mit kraftvoller Stimme), dann stimmt etwas nicht. Nicht, weil das etwa ein schlechter Song ist, sondern weil die Essenz von “Tanz der Vampire” in den Soli von Krolock oder meinetwegen im einen oder anderen Lied von Alfred liegen müsste. Ich kann alle verstehen, die meinen, dass Thomas Borchert heute einer der besten Darsteller in dieser Rolle ist. Er singt keinen falschen Ton, er hat Bühnenpräsenz, er spielt effektvoll. Großes Kompliment.

Wenn man aber seine Stimme mit der von Steve Barton vergleichen würde, und das wird jeder machen, der Steve Barton jemals erlebt hat, dann ist das wie, eine platte Metapher, der Wien-Fluss im Vergleich zum Indischen Ozean. In den Höhen, in den Tiefen, im Ausdruck - Steve Barton ließ bei seinen Soli die Zeit still stehen und packte das Publikum. Das waren die Momente, das war maximaler Gänsehautfaktor, das waren die Szenen, weswegen sich die Leute “Tanz der Vampire” nicht nur einmal, sondern mehrere Male angesehen haben. Vielleicht ist Thomas Borchert der Graf der neuen Generation und es reicht, so zu agieren und zu singen, gut für ihn, aber es ist von der Power, dem Gefühl, den leisen Zwischentönen, den ganz kleinen Gesten, dem Körpereinsatz, der Energie Bartons nur ein Bruchteil im Spiel des Thomas Borchert vorhanden. Aber das Publikum jubelt, und das Publikum hat immer recht. Und das ist gut so.

Sebastian Smulders als Alfred hat, wenn man von dem ausgeht, was er in der besuchten Vorstellung gezeigt hat, eine zu kleine Stimme für die Rolle. Man kann bei den Songs von Alfred in den Tiefen schöne Nuancen zeigen, oder kraftvolle Höhen demonstrieren, wenn man allerdings einfach nur unauffällig singt, könnte man meinen, dass das selbst für eine Zweitbesetzung ein wenig wenig ist. Da hilft es auch nicht viel, dass das Schauspiel Smulders recht natürlich wirkt, weniger übertrieben als es die meisten Alfred-Darsteller anlegen.

Barbara Obermeier ist eine entzückende Sarah mit kraftvoller Stimme, die durchaus in der Lage ist, Thomas Borchert stimmlich Paroli zu bieten, ohne ins Schreien zu verfallen. Eine hervorragende Zweitbesetzung von einer Darstellerin, die sobald wie möglich ein Engagement in einer großen Produktion als Erstbesetzung bekommen müsste.

Ein Alptraum: das Alptraumsolo. Meine Herren. Ich habe schon viele Carpe-Noctem-Soli gehört, aber derart präzise daneben war noch keines. Kein Ton getroffen, das ist in diesem Fall keine Übertreibung, sondern Beschreibung einer Misere, die die Vereinigten Bühnen Wien so rasch wie möglich lösen sollten, denn da könnte man glatt auf die Idee kommen, sein Geld zurückzufordern.

Völlig in seinem Element: Gernot Kranner als Professor Abronsius. Souverän, witzig, … man mag hier jeden beliebigen Superlativ einsetzen, er war der Star dieses Abends. Dass man im Ronacher seine Texte nicht mehr so gut versteht wie seinerzeit im Raimund Theater, mag eifrige Ronacher-Besucher nicht überraschen. Die Tonanlage ist ein Witz, und ein schlechter Gag ist die Ansage der VBW, den Sound für “Tanz der Vampire” verbessert zu haben. Links und rechts hat man wohl so etwas wie akustische Pinwände aufgeklebt, aber eine aktive Soundverbesserung gab es wohl kaum. Dafür ergäbe sich aufgrund dieser Tatsache ein unerwartetes neues Einsparungspotential: Da man die Streicher des Orchesters im Matschsoundteppich der Tonanlage sowieso nicht hört, könnte man sie ja ganz streichen.

Souverän James Sbano als Chagall. Ob nun die Rebecca tatsächlich eine gute Rolle für Katharina Dorian ist, soll dahingestellt bleiben. Marc Liebisch als schwuler Herbert - große Stimme, derb angelegt, kann man durchaus so gut finden. Absolut grauslich sein, war es magentafarben, Kostüm. Wobei das Update bei den Kostümen sonst durchaus gelungen ist. Lack und Leder und ein paar schwarze Sonnenbrillen am Ende, schön schön.

Das Bühnenbild führt den Besuchern vor allem die wahre Kleinheit der Ronacher-Bühne vor Augen. Damit man halbwegs einen koordinierten Ablauf zusammenbekommt, sind allerlei Drehelemente entwickelt worden. Die Projektionen (Schnee, Schloss etc.) sind, zumindest vom Parkett aus, stimmig. Die hautenge Treppe im Ballsaal wirkt wie klappriges Lego. Wenn Borchert da oben stehend losrockte, das wacklig wirkende Ding würde ihn wohl einfach abwerfen.

Der lächerlichste Moment des Abends. In jener Reihe, in der zufällig auch ich saß, schrieb ein Mitarbeiter des Hauses, wir wollen seinen Namen mal nicht erwähnen, Kommentare zu einzelnen Szenen mit. Das ist auch durchaus sinnvoll und gut so. Die Show ist vorbei, Schlussapplaus - und plötzlich stürmt eben jener Mitarbeiter, wie von einer Tarantel in den Allerwertesten gestochen, vier Reihen nach vorne und gestikuliert wild herum. Hat es doch tatsächlich ein Tourist gewagt, beim Schlussapplaus zu fotografieren. Das ist einfach nur mehr lächerlich. Und ich kenne sämtliche Einwände, die es gegen Bilder der Applausszenen geben mag, angefangen vom störenden (in diesem Fall nicht vorhandenen) Blitzlicht bis hin zu Rechten, die man verletzen würde, wenn man es denn gestatten würde. Und? Dann kümmert man sich eben um die Rechte. Fotos vom Schlussapplaus sind beste Werbung für das Stück. Und wenn sich ein Japaner aus Reihe zwölf oder elf mit seiner Handykamera ein paar Momentaufnahmen mit nach Hause nehmen möchte, ist das ein Grund, in Panik zu verfallen und wie ein Berserker durch den Saal zu stürmen? Was wird man auf den Bildern sehen? Wird er seine ach so tollen Aufnahmen an Glamour oder Playboy verkaufen um teures Geld? Werden die Russen auf das Geheimnis des Make-ups kommen. Gehts noch lächerlicher (abgesehen von den Bademänteln der Billeteure und der Puff-Beleuchtung im Foyer)?

“Tanz der Vampire”, wir habens also wieder. Es ist ein großer Publikumserfolg. Demnächst mal mehr zu anderen Erstbesetzungen (Alfred, Sarah), Orchestrierung etc.

„Gustav Klimt“ – die Sommerfestspiele Gutenstein, ein Erlebnis

Ich bin ja kein großer Freund von dem, was man “Sommertheater” nennt. Nicht, weil die Produktionen unbedingt so schlecht wären, nein nein, das Ganze findet nur eben meistens im - Sommer statt, bei Sonne, hohen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit … all das begeistert viele “Sommermenschen”, und als deren genaues Gegenteil wäre ich ganz bestimmt ein begeisterter Besucher aller Wintertheater, nur gibt es da nicht allzu viel, was man direkt mit dem, was man so allgemein als “Sommertheater” bezeichnet, vergleichen könnte. Ein sogenanntes “Wintertheater” existiert zwar tatsächlich, beispielsweise das “Wintertheater Freilichtbühne Herdringen”, aber viel mehr davon müsste es geben. Ein Thrillermusical im verschneiten Prater, das wärs doch, oder eine verzweifelte Vampirliebe in den Katakomben Wiens?

Wie auch immer, glückliche Umstände und ein rasanter Autolenker (Gutenstein-Wien in 34 Minuten!) verhalfen mir dieser Tage zu einem Besuch der “Festspiele Gutenstein”, wo seit dem 2. Juli und noch bis 9. August gespielt wird. Im nun zweiten Jahr dieser neuen Festspiele, die die “Raimundspiele Gutenstein” abgelöst haben, steht wie im Vorjahr (”Tutanchamun”) eine Uraufführung” auf dem Programm, nämlich “Gustav Klimt”.

Gutenstein, das ist bemerkenswert, kann mit bekannten Namen aufwarten: André Bauer (”Gustav Klimt”), Lucius Wolter (”Franz Matsch”), Harald Tauber (”Kolo Moser”, “Alter Professor”), Thomas Smolej (”Ernst Klimt”, Ensemble), Sabine Neibersch (”Emilie Flöge”), Barbara Obermeier (”Helene Flöge”), Lisa Habermann (”Mizzi Zimmermann”, Ensemble), Dana Harbauer (”Genius”) sowie Manauela Gager, Catherine Seraphim, Stefan Bischoff und Georg Leskovich, sie alle sind im Theatergeschäft bekannte Namen, sei es auf Musical-, Kabarett- oder anderen Theaterbühnen, sei es, dass sie bereits arriviert sind oder gerade von Musical- und Schauspielschulen aus ihren Weg machen.

“Gustav Klimt”, das Musical, erzählt zum einem Gutteil die Karriere des Malers aus einer privaten Perpektive im Spiegel seiner Lebensmenschen, sei es nun sein Bruder Ernst Klimt, oder seine diversen Geliebten.

Die Malerei als eigentliches Thema eines Musicals zu nehmen, ist interessant und der spannendste Aspekt dieser Produktion, gleichzeitig aber auch relativ gewagt, vieles müsste man erklären, damit das Publikum, das nicht mit der Biographie des Künstlers vertraut ist, die Zusammenhänge versteht. Bei “Gustav Klimt” werden die Gründe, warum Klimt malte, wie er malte, entweder im Spiegel seiner Konkurrenten, Kontrahenten und Partner gezeigt oder es wird versucht, dies durch eine speziell eingeführte Kunstfigur, genannt “Genius”, zu vermitteln, auf die wir noch zu sprechen kommen.

Viele Zuschauer kommen sicher tatsächlich mit der Erwartung in die Show, etwas über die Beweggründe zu erfahren, die Klimt dazu gebracht haben, seine bekanntesten Werke zu schaffen. Ob sie diesbezüglich befriedigt die Vorstellung verlassen, ist die Frage. Woher beziehen die Besucher am Ende die Hauptinformationen über den Künstler und Menschen Klimt. Ist es die Musik, sind es die Texte und Dialoge? Vermutlich bleibt nicht viel mehr hängen als ein optischer Eindruck. Denn rein optisch hat die Show einige starke Momente. Vor allem im zweiten Akt werden Bilderlandschaften, komponiert aus den bekannten Werken Klimts, auf Vorhänge und Bühnenwände projiziert, die optisch beeindrucken. Nicht alles ist diesbezüglich geglückt, denn wie es bei Lichtspielen so ist: wo viel Licht, ist auch viel Schatten, und in den wirft man die Darsteller im zweiten Akt bei jedem Schritt, den sie aus dem sehr klein geratenen Lichtspot treten, der für sie gerade noch übrigbleibt, um nicht die Projektionsfestspiele allzu sehr zu stören. Es irritiert manchmal ein wenig, wenn ein Großteil der Darsteller fast im Halbdunkel spielt.

Ein großes Problem dieser Aufführung ist die gesprochene Sprache. Schon André Bauers erster Satz, den er im Rahmen der ihm gegebenen Möglichkeiten mit ein wenig Dialektfarbe besprüht: “Und ihr, scheißts euch net an”, zeigt die Richtung. Nämlich die falsche, in die man bei diesem Aspekt in dieser Inszenierung gegangen ist. Dialekt macht man richtig, oder man lässt es ja bleiben, denn man erreicht mit “falsch gesprochenem” Dialekt nicht nur nicht das Ziel, sondern schafft das Gegenteil: emotionale Entfremdung des Publikums vom dargestellten Charakter. Statt dass man ihn durch richtig eingesetzten Dialekt menschelnder gestaltet, skizziert man eine Kunstfigur, die durch Pseudodialekt gebrochen wird. Freilich ist die Frage, ob das Regisseur Dean Welterlen überhaupt auffallen konnte. Wie kann man nur auf die Idee kommen, André Bauer oder Lucius Wolter im Wiener Dialekt sprechen zu lassen. Das ist nicht nur fahrlässig, das ist fast schon ein bewusstes Lächerlichmachen von Darstellern, die damit vor einer nicht lösbaren Aufgabe stehen. Thomas Smolej hat es da naturgemäß etwas leichter. Der unter anderem am Wiener Simpl spielende Darsteller & Regisseur weiß, wie man mit dem gesprochenen Wort fein justieren kann. Das Simpl ist nicht zuletzt auch eine präzise Schule verschiedenster Dialektspielarten. So ist es auch kein Wunder, dass der von Smolej gespielte Ernst Klimt von den Herren am natürlichsten rüberkommt, natürlich neben einem bei “Klimt” wirklich groß aufspielenden Harald Tauber, der hier in jeder, auch der kleinsten Rolle eine glaubhafte Spiellust erkennen lässt.

Kein Mensch kann nachvollziehen, warum André Bauer zu 95 Prozent Hochdeutsch spricht und dann 5 Prozent hochdeutsch gefärbte unnatürlich wirkende Dialektfremdkörper einwirft (bei Lucius Wolter sind es vielleicht 1 bis 2 Prozent). Sicher kann man hier mit Standesunterschieden argumentieren, die man so zum Ausdruck bringen will, aber wird dieses Ziel auch erreicht? Nein, zu kopflastig wäre das gedacht und geplant.

Was die Melodien „Gustav Klimts“ betrifft, so kommt man sich bei einigen der Melodiekonstrukten Gerald Gratzers wie beim Tontaubenschießen vor. Wir haben da einige süße kleine Täubchen (Melodien, die hoch in die Luft steigen - könnten), aber wenn es so richtig ans Abheben geht, werden sie abgeknallt, und zwar in diesem Fall vom Komponisten selbst.

Bei Gratzer scheint die Regel zu gelten, dass eine Melodie nicht einfach einfach sein darf, das Prinzip aus einer einfachen Melodie mittels Steigerungen ein schönes Ganzes zu arrangieren, ist für ihn scheinbar tabu. Die meisten der Songs, beispielsweise “Entfesselt und pur”, das Duett von Genius und Gustav, haben durchaus einprägsame Refrains, aber was davor und danach abgeht, zerstört den melodischen Wohlklang und auch gleich jegliche Erinnerung an den Refrain.

Vollends werden die Melodiekonstukte bei der Figur des Genius problematisch. Genius ist in die Show integriert, um quasi die heimlichen oder wahren Beweggründe Klimts für seine Art, Kunst zu leben, durch Tanz und Lieder zum Ausdruck zu bringen. Nicht schlecht wäre es da zum Beispiel gewesen, wenn man die Chance gehabt hätte, Dana Harbauer, die diese Figur tänzerisch wunderschön verkörpert, auch akustisch zu verstehen. Geht aber nicht, weil die Tonanlage in Gutenstein entweder schlecht ist, oder aber vom Tontechnikteam (Tonmeister: Roland Milleret, Erich Fahringer, Tontechnik: Roland Tscherne, Sounddesign: Niki Neuspiel) einfach nicht richtig justiert wurde. Die Stimmen klingen hallig, bahnhofshallenmäßig, extrem schwer verständlich. Gerade bei einem solchen Stück, wo nicht alles selbsterklärend ist wie sagen wir bei ner simplen Vampir-Story, ist es wichtig, die Leute auch akustisch zu verstehen, wenn sie singen.

In Foren wurde die Theorie aufgestellt, dass man auf verschiedenen Plätzen im Zelt unterschiedlich hört. Schlecht! Das ist keine Erklärung, das ist die Beschreibung eines schlechten Istzustands. Meine Sounderlebnisse stammen aus der Gegend des Cercles, also in jener Kategorie, wo dem Theater unter dem Strich am meisten Einnahmen bleiben sollten, folglich sollte auch eine gewisse Priorität des Sounddesigns oder eben der Tontechnik in diesem Bereich liegen. Das geht, beispielsweise mit kleinen Zusatzboxen, keine Frage.

Was bei Genius aber am meisten irritiert: Die Figur ist schon an und für sich sehr abstrakt angelegt, ihr werden sehr abstrakte Texte (so verständlich) in den Mund gelegt, und sie muss beim angesprochenen Lied (”Entfesselt und pur”) teilweise (bis auf den Refrain) sehr abstrakte Melodiefetzen mit extrem hohen, verstörenden Tönen reproduzieren. Dass da das Publikum aussteigt, liegt auf der Hand. Geht man einen Schritt weiter, stellt sich grundsätzlich die Frage, was für einen Vorteil eine Figur wie Genius hat. Im Falle „Gustav Klimt“ ist sie eigentlich nur Beiwerk, zierendes und zierliches, durchaus auch bezauberndes Beiwerk, aber nicht mehr. Alle wesentlichen Beweggründe des Malers für seine entscheidenden Karriereschritte lassen sich aus den Interaktionen mit den tatsächlich existierenden Figuren des Stücks ableiten. Hätten sich die Autoren der Show stärker darauf konzentriert, im Realen zu bleiben, und nicht ins Halbmystische, Pseudopsychologische abzugleiten, hätte aus diesem Musical noch wesentlich mehr werden können. Beweggründe eines Malers so zu malen, wie er malt, das lässt sich auch in Solosongs ausdrücken, wofür muss man da mit Krampf ein ballettartiges Element in die Show einbauen?

Zurück zu Gratzers Musik. Der Komponist kann natürlich auch anders. “Leinwand und Farb”, das Duett von Ernst Klimt und Helene Flöge, ist von der Melodie her sehr einfach gebaut, angenehm zu hören - aber leider völlig nichtssagend textmäßig. “Wir verschmelzen wie Leinwand und Farb”, das wäre auch schon die Aussage gewesen, die Handlung kommt völlig zum Stillstand. Ernst Klimt heiratet also Helene Flöge. Aber wer ist Ernst Klimt, welche Bedeutung hat er? Viele Chancen, das darzustellen oder rauszufinden werden weder dem Schauspieler noch dem Publikum gegeben, wenig später liegt Ernst Klimt auch schon am Boden und stirbt kurz danach. Statt all die Bedeutung, die Ernst für Gustav gehabt hat, aus dem direkten Interagieren der zwei Darsteller abzuleiten, übernimmt zunehmend „Genius“. Damit ist auch der Drive im 1. Akt aus dem Stück, der zu einem Teil aus der dynamischen Kraft des Zusammenspiels von Smolej und Bauer entstanden ist. André Bauer versinkt in Folge ein wenig in der Routine der von ihm üblicherweise porträtierten Figuren, was so weit führt, dass man in einer Szene an Tonfall und Gestik fast meinen könnte, den Franzl aus “Elisabeth” auf der Bühne zu sehen. So kommt es dann auch, dass man in den Kritiken zur Show das übliche über André Bauer lesen konnte, was nicht ganz fair ist, weil er sehr starke Szenen hat. Die Tanzszenen des Genius jedenfalls wirken, so schön sie auch für sich sind, etwas aufgesetzt. Sieht man sich nur einzelne Szenen des Stücks beispielsweise auf YouTube an, kann man einem Interessierten, der noch nicht in der Show war, nur schwer erklären, was das alles eigentlich soll. Man bekommt es sofort mit knietief formulierten Musicalklischees zu tun.

Grassers Meisterstück für „Gustav Klimt“ ist der Song “Nur dich liebe ich wirklich”, gesungen von André Bauer – eine einfache Melodie ohne Verschnörkselungen, eine simple, liebevolle Ballade, eigentlich eine klassiche Popballade, die auch im Radio, in einem ansprechenderem Arrangement und ohne all das recht billig wirkende Synthesizer-Beiwerk, Chancen haben könnte.

Und so geht es stil- & arrangementmäßig kunterbunt zu in dieser Show. Da klingt manches fast wie für ein Esoterik-Musical hergrichtet, dann gehts wieder fast discomäßig daher, Walzer und Pop, auch völlig wirr ist die Auswahl der “Instrumente”, wobei man bei den gegebenen akustischen Verhältnissen nicht auszusagen vermag, ob bei der Herstellung des Playback-Bands auch echte Instrumente verwendet wurden oder ob alles aus der guten alten Synthiefabrik gezogen wurde.

Die Songtexte sind zum Teil banal: “Ich bin so frei, ich muss dir sagen, dass ich mich fadisier, und drum verrat ich dir, jetzt und hier, die Kunst ist in Wien ein erschlaffendes Glied”, singt Kolo Moser (Harald Tauber), und man muss in der Musicalgeschichte wohl ziemlich lange suchen, um eine noch abturnendere Metapher zu finden, abgesehen von der extremen Dichte an unnötigen Füllworten, die nur vorhanden sind, um im Takt sprechsingen zu können.

Das größte Problem vieler der Liedtexte ist die Metapherndichte und dadurch eine gewisse Unergiebigkeit an konkreten Aussagen, die man aus den Songs für den Fortgang der Handlung ableiten kann, gekoppelt mit ab und an patscherten Formulierungen, die das Ganze banaler klingen lassen, als es sein müsste. So singt Emilie (Sabine Neibersch, und wohl die ausdrucksstärkste Sängerin des Abends) in ihrem Lied “Wie kann denn Gift so süß sein”: “Wie kann ich hinsehn, wie kann ich wegsehn, was macht dieser Mann mit mir? Weg von hier … Wie die Lust ihn rafft … Wie verwerflich, schert sich nicht um Moral … Will ich auch einmal … Lieber sterb ich. Wie kann denn Gift so süß sein, will ich dieses Feuer spürn. Kann Gift süß sein, könnt ich durch ihn jeden Anstand und Würde verlieren? Will ich sie auch die Freiheit, die er sich einfach nimmt am Körper spürn. Ich will seinen Mund, seine Hände …” Ein Lied mit einem großartigen Refrain, einem nicht sehr geglückten Text und auch hier wieder mit dem Versuch, es durch kompositorische Spielereien etwas “komplizierter” zu gestalten als notwendig.

Was die Choreographien betrifft, so geht durch diese Show eine Bruchlinie. Auf der einen Seite eine durchaus gelungene Choreographie für die ballettartig in Szene gesetzte Kunstfigur Genius (auch wenn man sie grundsätzlich in Frage stellt). Auf der anderen Seite die eingestreuten Choreos für die Hauptdarsteller und das Ensemble. Gerade da merkt man, dass man nicht etwas aufzwingen sollte, was nicht natürlich wirken kann. Man hat das mit André Bauer schon einmal bei einer Musical-Christmas-Spielserie im Raimund Theater gemacht. Er musste kleine Steps zu einem Song einüben und ihn so spielerischer wirken lassen. Die erzielte Wirkung war eher “merkwürdig”. Die Steps waren da, aber es hatte etwas Aufgesetztes, Bemühtes. Das liegt nun nicht ausschließlich am Darsteller, sondern auch am Choreographen, der seine Ideen an den Fähigkeiten des Darstellers feinjustieren muss. Mitunter hat Cedric Lee Bradley Choreos entworfen, die, statt die Wirkung einer Szene zu unterstützen, Fragen aufwerfen. Beispielsweise die Eiffelturm-Szene im zweiten Akt, in der „Gustav Klimt“ einen großen künstlerischen Erfolg feiert. Er hat mit seinem Werk “Philosophie” bei der Pariser Weltausstellung eine Auszeichnung gewonnnen, und was macht er: Er turnt und verrenkt sich auf einem Gerüst, das den Eiffelturm symbolisieren soll. Dass das dennoch eine der besten Szenen des Stücks ist, liegt an den phantastischen Projektionen in dieser Szene, am Lied, denn “Oben, ganz oben” ist eine recht fetzige, fast discoorientierte schnelle Nummer und auch daran, dass Bauer den Song packend interpretiert. Das einzig Störende ist die Choreographie, die in keiner Weise unterstützend, sondern eher ablenkend wirkt.

Dass trotz all der Kritik am Ende der Show nicht das Gefühl entsteht, man habe einen sinnlosen Abend erlebt, liegt zum Teil am optischen Overkill, der im 2. Akt wohl keinen unbeeindruckt lässt, zum anderen liegt es an Darstellern wie Wolter, Bauer, Neibersch und Smolej, die Leben in ein Regiekonzept tragen, das doch ein bisschen mehr auf Wirkung hätte erarbeitet werden sollen. Auch Manuela Gager und Stefan Bischoff bringen ein wenig Schwung als Klimt-Groupies (Serena und August Lederer), letztlich behält man diverse Einzelszenen in guter Erinnerung, aber was fehlt, ist die vereinende, sichtbare Handschrift des Regisseurs, der für die vielberüchtigte Continuity hätte sorgen müssen. Er hätte beispielsweise auch einen Aspekt herausarbeiten müssen, den wohl nur die wenigsten Zuschauer überhaupt mitbekommen: Vom Beginn der Show bis zum Ende erleben wir 37 Jahre im Leben Klimts. Mögen wir doch alle so unscheinbar altern wie die Darsteller in diesem Musical.

In Zeiten wie diesen das allerwichtigste: “Gustav Klimt” ist ein Musical. Es ist keine Nummernrevue der Zillertaler Alpenspätzler oder von Jürgen Drews. Das Thema ist interessant, bei Musik, Texten und Handlung könnte man noch feilen, aber bei welcher Show kann man das nicht. Gutenstein ist bald vielleicht ein kleines niederösterreichisches Idyll, in dem die Kunstform Musical sich noch erhalten konnte, denn auch 2010 wird dort eine Uraufführung stattfinden, während wir in Wien wohl bei Harald Junkeschem Tralalala im musikalischen Gewand eines Kärntner Liedermachers schunkeln - sollen. Aber man muss nicht bei allem dabei sein!

MUSIKLISTE GUSTAV KLIMT
(die in Großbuchstaben geschriebenen Titel sind auf der ab dieser Woche erhältlichen Cast-CD zu hören)

1 OUVERTÃœRE
2 „DAS SELBE WIEN – EINE NEUE WELT“ - Gustav, Franz, Ernst
3 „ENTFESSELT UND PUR“ - Genius, Gustav
4 “WIE LEINWAND UND FARB’“ - Ernst, Helene
„Gratulation der Tradition“ - Ensemble
5 „DIE KUNST IN WIEN IST WIE EIN ERSCHLAFFENDES GLIED“ - Kolo
6 „WIE KANN DENN GIFT SO SÜSS SEIN“ - Emilie
Reprise Entfesselt und pur: „Das ist nicht mehr uns’re Welt“ - Genius
7 „DEINE WELT“ - Gustav, Mizzi
8 „NUR DICH LIEBE ICH WIRKLICH“ - Gustav
9 „WIR KÖNNEN ES BESSER“ - Emilie, Helene, Gustav, Franz, Ernst, Kolo
Das Versprechen 1 – „Am Totenbett“ - Gustav, Ernst
„Der Zorn sticht in dein Herz“ - Genius
10 “WARUM NUR” – Gustav
Das Versprechen 2 – „Beim Malen“ - Gustav
11 „DER ZEIT IHRE KUNST, DER KUNST IHRE FREIHEIT“ – Gustav, Kolo, Genius, Ensemble
12 „WIE GENIAL“ - Ensemble, Gustav, Genius
13 „JA, JA“ – Serena und August Lederer
14 „SO ZU LIEBEN“ – Emilie, Helene
Was wahre Kunst ist, sagen wir! – Die Professoren
15 „NUR BEI DIR“ – Gustav, Emilie
16 „OBEN, GANZ OBEN“ - Gustav
17 „WIE EIN SCHATTEN IM NEBEL“ – Mizzi
„Was verstehst denn du von der Liebe…“ – Genius, Gustav, Emilie
18 „IM RAUSCH ALLER SINNE“ – Franz, Genius
19 „WEITER, WEITER, JETZT UND IMMER“ – Genius, Gustav, Emilie, Ernst, Franz, Mizzi.
20 „MEINE FREIHEIT WARST SCHON IMMER DU“ – Gustav, Emilie

Leading Team
Künstlerische Leitung: Ernst Neuspiel
Musik: Gerald Gratzer
Buch/Producer: Niki Neuspiel
Buch/Lyrics/ Regieassistenz: Sissi Gruber
Lyrics: Birgit Nawrata
Regie: Dean Welterlen
Choreografie: Cedric Lee Bradley
Musikalische Einstudierung: Herwig Gratzer
Bühnenbild: Edi Neversal
Kostüm: Uschi Heinzl
Maske: Monika Krestan
Lightdesign: Richard Frank

Cast
Gustav Klimt: André Bauer
Emilie Flöge: Sabine Neibersch
Helene Flöge: Barbara Obermeier
Franz Matsch: Lucius Wolter
Ernst Klimt: Thomas Smolej
Mizzi Zimmermann: Lisa Habermann
Genius: Dana Harbauer
Kolo Moser: Harald Tauber
Wilhel von Hartel: August Breininger

ENSEMBLE DAMEN
Manuela Gager
Theresa Huprich

ENSEMBLE HERREN
Stefan Bischoff

VORSTELLUNGSTERMINE
Sa. 25. Juli 19:30
So. 26. Juli 18:00 Fam.vorstlg.
Fr. 31. Juli 19:30
Sa. 01. August 19:30
So. 02. August 18:00 Fam.vorstlg.
Fr. 07. August 19:30
Sa. 08. August 19:30
So. 09. August 18:00 Fam.vorstlg.

Kabarett Simpl: Ein großes Gwirks

Foto: Johannes Glück

Während die ganze Theaterbranche derzeit in Schutt und Asche geht, über mangelnde Auslastung klagt und parallel die Kartenpreise in Regionen treibt, wo man dann tatsächlich dankend verzichtet, dreht das Kabarett Simpl scheinbar erst so richtig auf. Im Stammhaus in der Wollzeile Karten zu bekommen, ist wie bei der Lotterie. „Leider Nicht“, heißt es immer öfter. Kein Wunder also, dass man kurzerhand ein zweites Standbein geschaffen hat, das zirka 600 Sitzplätze fassende Palais Nowak, ein eigens errichteter Zeltbau in Wien Erdberg, in dem einige Monate bereits „Krawutzi Kaputzi“, die erfolgreichste Wiener Musicalproduktion der letzten Jahre, gelaufen ist und demnächst „Tschüss! Das war der ORF!“ an den Start geht – und da das nun ja auch noch nicht alles sein kann, bespielt man ab Herbst noch ein drittes Haus, nämlich das Vindobona. Der genaue Spielplan dafür dürfte in den nächsten Wochen präsentiert werden.

Foto: Johannes Glück

Im Stammhaus, dem Kabarett Simpl, läuft seit vergangenen Oktober und noch bis zum 16. Mai 2009 die neueste Nummernrevue von Michael Niavarani und Albert Schmidleitner: „Ein großes Gwirks“. Genau das ist auch der Titel des musikalischen Intros zur Show. Zum Charts-Hit „New Soul“ von Yael Naim schrieb Johannes Glück einen wienerischen Text, mit dem das Ensemble, bestehend aus Angelika Niedetzky, Alexandra Schmid, Christoph Fälbl, Ciro de Luca, Stefan Moser, Bernhard Murg und Thomas Smolej eine quasi sentimental-populärkabarettistische Abhandlung liefert, wie sehr unser aller Leben doch ein ganz ganz großes Gwirks sein kann. Eine von Cedric Lee Bradley nett choreografierte Einstimmung, bei der die Schauspieler als Marionetten stilisiert dem bitterbösen Schicksal ausgeliefert sind.

Foto: Johannes GlückCiro de Luca hält danach das Herzstück jeder Simpl-Revue, die Conférence. Es gilt das Publikum aufzuheizen, den Hardcore-Pensionistenanteil abzuchecken und herauszufinden, wos heut los is. Samma alle bereit zum Lachen, oder nicht? Seine Vorgänger: Ernst Waldbrunn, Karl Farkas, Maxi Böhm, Martin Flossmann, Ossy Kolmann, Peter Rapp, Erwin Steinhauer, Michael Niavarani, Dolores Schmidinger, Steffi Paschke, Viktor Gernot und Herbert Steinböck – das sagt viel und nichts. Als Simpl-Conférencier gilt es, souverän zu sein, spontan, eigentlich wäre eine gewisse Schneyder’sche Komponente kombiniert mit einer Farkas’schen nicht so übel. Bei der besuchten Vorstellung hat der Conférencier allerdings vor dem Feind, in diesem Fall das Publikum, nach einigen Minuten kapituliert. Wie? Nun, indem er das Publikum zum Klatschen aufgefordert hat, Marke All-inclusive-Animateur. Kaum beginnt ein leicht amüsierter Zuschauer einmal zaghaft zu klatschen, dröhnt es von der Bühne „Ja, klatschen Sie ruhig, klatschen Sie.” Das ist ungefähr so, als würde ein Koch zu jedem einzelnen Gast im Restaurant gehen und sagen: „Ja, essen Sie, essen Sie um Gottes Willen.”

Aber verbeißen wir uns nicht in den Simpl-Conférencier, mein Gott, er hats nicht leicht. Denn er kann ja nicht mal abgelöst werden. Warum? Schlicht und ergreifend deswegen, weil es keinen gibt, der den Job machen kann oder will. Sicher könnte man sagen: Also, da muss der Chef ran. Aber Michael Niavarani wäre schön blöd, sich 200 Mal pro Jahr auf die Bühne des Simpl zu stellen und 200 Mal pro Jahr … Ja, genau da liegt vielleicht der Hund begraben. Denn eine Simpl-Conférence sollte ja eine spannende Sache sein, auch für den, der sie hält. Und wenn sie heutzutage ein wenig so rüberkommt, als würde ein Büroangestellter seinen Job erfüllen, dann, ja dann stimmt vielleicht was nicht.

Das Gwirks mit dem Simpl-Conférencier sollte uns aber jetzt nicht mehr lange aufhalten. Nach der Conférence beginnt die Nummernrevue. Und es ist eine klassische Nummernrevue. Es folgt Sketch auf Sketch, dazwischen wird abgeblendet und mit dem einen oder anderen Lied, nett choreografiert, aufgelockert. Aus Queens „We are the Champions“ wird zum Beispiel eine satirische Nummer über die EU, textmäßig ungefähr so im Refrain: „Ihr Brüssler Wappler – Ihr könnts jetzt alle - scheissn gehn.“ Ein routiniertes Schauspielerteam ist am Werk, das geht alles fließend über die Bühne, und man merkt den Darstellern auch an, dass es ihnen Spaß macht, oder aber sie vermitteln zumindest gekonnt ebendiese Illusion. Beides muss und kann dem Publikum recht sein.

Foto: Johannes Glück

Auch diesmal, wie schon im letzten Programm, kämpft Bernhard Murg in einer der besten Nummern des Abends mit der Technik. Er hat so sein rechtes Gwirks mit den Passwörtern seines Laptops. Gemeinsam mit Thomas Smolej, der als sein Sohn in dieser Szene zu sehen ist, und Alexandra Schmid als seine Frau liefert Murg eine herrlich komische Parodie eines partiellen Informationszeitalter-Analphabeten, und auch der berühmte Simpl-Dreh am Ende, der den Sketch von der überzeichneten Alltagssituation ins völlig Abstruse kippt, gelingt köstlich. Wutentbrannt springt der Laptop-Gescheiterte auf seinen Sessel, stampft wütend auf und schreit:

„Jetzt reichts aber mit den DEPPERTEN Passwörtern. Jetzt werd ich an Usernamen und a Passwort schreiben, dass da schwindlig wird. So! Username: Schastrommel. Do host deine zwölf Buchstaben. Und weiter geht’s. Passwort: O-A-S-C-H-L-O-C-H-1. Und ENTER. AHA. I bin drin. I BIN DRIN!”

Eine unheimlich komische Nummer, in der alle Schauspieler, sei es Murg, Smolej oder Schmid, herrlich interagieren – und Murgs Rumpelstilzchen-Finale ist wunderbar.

Die gewisse Derbheit, die in den Gags der Simpl-Programme als Grundlinie vorhanden ist, macht die Shows deswegen noch lange nicht vulgär oder primitiv, sie ist vielmehr wie eine Art Unterlage, auf der die Schmähs im besten Fall abgehen wie Lumpi. Jeder Satz ein Lacher, das ist und bleibt das Ziel. Der derbe wienerische Slang ist das kleinste gemeinsame Verbindende aller Simpl-Stammgäste, und wenn die Darsteller hemmungslos Grimassen schneiden und Vokale im Mund zerquetschen, bevor sie sie genüsslich rausmurgeln, dann ist das ein Ergebnis von präzisem Timing und erarbeiteter Gestik.

Foto: Johannes Glück

Ein Lieblingsthema der Simpl-Macher, bei dem man dieses Zermurgeln genüsslich zelebriert, ist unser Lieblingsnachbar, Deutschland. Schick einen Deutschen in ein Wiener Kaffeehaus, film mit, und eigentlich braucht man Pointen dann nur mehr transkribieren. Und genau so einen Fall bietet auch das aktuelle Programm. Bernhard Murg („Heißen tu ich Hans, rufen dürfen Sie mich ,Lieber Herr Ober‘) als typischer Wiener Ober in einem Kaffeehaus trifft auf das leibhaftige Klischee eines deutschen Pärchens, köstlich in Szene gesetzt von Regisseur Hannes Muik und herrlich gespielt von Thomas Smolej und Alexandra Schmid, die vom Wiener Original nicht bedient, sondern bestenfalls abgefertigt werden. Eine Variante dieser Situation bietet gleich der nächste Sketch, in dem ein Bauern-Pärchen (Bernhard Murg und Angelika Niedetzky) auf zwei Ober der ganz speziellen Sorte (Christoph Fälbl und Ciro de Luca) trifft. Das ist dann die Kür der gutturalen Lautfabrikation, und jeder Satz ein Lacher.

Das Simpl bemüht sich in den letzten Jahren, genauer gesagt, seit Werner Sobotka, Hannes Muik und Michael Niavarani an Bord sind, verstärkt den Nachwuchs aus dem Schauspiel-, Musiker- und auch Autorensektor zu fördern beziehungsweise sich die kreativen Potentiale jener Leute zu sichern. Beispiele dafür sind der Komponist Johannes Glück, der aus dem Stand mit „Krawutzi Kaputzi“ einen Wiener Immergrün produziert hat, in der Hauptrolle war mit Otto Jaus ein Absolvent des Konservatoriums zu sehen. Beim „Gwirks“ nun steuert Flo Stanek die gemeinsam mit Jürgen Miedl geschriebene Nummer „Dr .Hypochondris” bei, einen Sketch, in dem sich ein Krocha (Stefan Moser) und ein Emo (Thomas Smolej) im Wartezimmer von Psychoonkel Bernhard Murg treffen. Stanek studiert derzeit an der Konservatorium Wien Privatuniversität (Studienzweig Musikalisches Unterhaltungstheater, 1. Jahrgang) und tritt neben seinem Studium gemeinsam mit Jürgen Miedl als Miedl & Stanek mit dem aktuellen Kabarettprogramm „Stopptafel-Besessenheit“ auf (beispielsweise am 28. Mai im Theater Forum Schwechat). Bei seiner ersten Show im Rahmen seiner Ausbildung am Konservatorium lieferte er nicht nur eine Probe als Darsteller, sondern auch als Ãœbersetzer ab. Aus dem Marvin Hamlisch-Musical „They’re playing our song“ interpretierte er die von ihm selbst ins Wienerische übertragene Nummer „Fallin‘“. Den vielversprechenden Nachwuchs ans Simpl zu holen, ist der erste Schritt, der zweite und noch wichtigere wäre, den engagierten Nachwuchs auch aufzubauen. Nehmen wird Thomas Smolej als Beispiel. Er hat 2006 in der Simpl-Nummernrevue “Welttag der Nudelsuppe” mehr oder weniger als Zeilenträger begonnen, bekommt schön langsam etwas größere Partien, na, da wäre es doch nicht schlecht, wenn er einmal eine Hauptrolle in einem Sketch auf den Leib geschrieben bekäme, oder bei einer Doppelconférence dabei wäre. Im Prinzip würde sich da sogar noch das aktuelle Programm anbieten, denn wie man anbaggert, die Doppelconférence, in der Ciro de Luca Christoph Fälbl das Frauenanbraten erklärt, wäre in einer Paarung wie Fälbl–Smolej vielleicht sogar einen Touch lustiger.

Foto: Johannes Glück

Absurdes hat Hauptsaison im „Gwirks“. So wird in einer Szene eine Leichenfeier zelebriert. Die schene Leich: die Zeitansage (Tel.: 1503), aber auch die Glühbirne und das Plastiksackerl und etliche Straßenbahnen. Die treffende Schlusspointe:

Er: „So ist das mit den Sachen, die ausgedient haben. Was die Gesellschaft nicht mehr braucht, stirbt, so is es.“
Sie: „Jösas, schauns a mal da drüben!“
Er: „Wo denn?“
Sie: „Na da drübn! Da schaufelns das Grab fürn ORF!“
Er: „Na endlich.“

Eine Parodie auf die Landeshauptmänner von Niederösterreich und Wien zeigt, mit wie wenig Mitteln Ciro de Luca und Bernhard Murg Charaktere skizzieren können. Mutierte Murg im letzten Programm zur ehemaligen Gesundheitsministerin Kdolsky, so gibt er diesmal den Wiener Bürgermeister Michael Häupl genauso gekonnt. Und auch de Luca zeigt, wo vor allem seine Talente liegen.

Foto: Johannes Glück

Von den Songs, die im “Gwirks” eingestreut sind, ist “u.s.w.”, ein von Johannes Glück komponiertes und getextetes Lied, das sich mit dem Abkürzungswahn bei Kontaktanzeigen beschäftigt und textmäßig ausschließlich aus Abkürzungen besteht, sicher das gelungenste. Es hat einen leicht sentimentalen Touch, und Angelika Niedetzky und Bernhard Murg interpretieren es grandios. Aber letztendlich erfüllt auch das Rausschmeißer-Lied “Warum san mir Ami a Weh”, in dem nach Simpl-Logik bewiesen wird, warum die USA ein Entwicklungsland sind, ebenfalls von Johannes Glück geschrieben, seinen Zweck. Das Publikum geht danach gut gelaunt nach Hause.

Foto: Johannes Glück

“Ein großes Gwirks” ist wieder ab 27. April und nur noch bis 16. Mai 2009 zu sehen.

Ein großes Gwirks
Eine Kabarettistische Revue
von Michael Niavarani und Albert Schmidleitner

Mit: Angelika Niedetzky, Alexandra Schmid, Christoph Fälbl, Ciro de Luca, Stefan Moser, Bernhard Murg und Thomas Smolej

Conférence: Ciro de Luca
Musikalische Leitung: Christian Frank
Choreographie: Cedric Lee Bradley
Kostüme: Gaby Rajtora
Bühnenbild: Markus Windberger
Regie: Hannes Muik

stadtTheater Walfischgasse: “Mayas Musical Life”

Foto: Martin Bruny
Maya Hakvoorts drittes Soloprogramm (”Maya’s Musical Life”), das am 27. Februar 2009 im stadtTheater Walfischgasse Premiere feierte, sollte es werden, zu dem man nach “Maya Goes Solo” (2005) und “In My Life” (2008) endlich uneingeschränkt gratulieren kann. Und zwar gleich aus mehreren Gründen.

Erstens gibt sie mit der dritten Show ihren Fans das, was die ganz offensichtlich am liebsten haben: Musicalmelodien (”Elisabeth” inklusive) - nicht nur Hits, auch Rareres, gesungen in einer Art und Weise, die erkennen lässt, dass die Künstlerin Musicals tatsächlich auch singen will und ihren Job nicht nur als nervenden Brotberuf empfindet.

Tatsächlich ist es ja so, dass relativ wenige Musicaldarsteller Solokonzerte mit Musicalsongs bestücken. Oft hört man alles andere bei Soloausflügen, angefangen bei Jazz über Rock bis hin zu Metal. Was an und für sich eine tolle Sache ist, zeigt es doch die Bandbreite, die ein Sänger drauf hat, wären da nicht die üblichen Bashings, die bei solchen Gelegenheiten jene Shows abbekommen, mit denen man es zum Publikumsliebling geschafft hat. Da stellt sich dann mitunter die Frage, ob ausgerechnet Musicalfans für Soloexperimente das richtige Publikum sind, und so beginnt der eine oder andere Musicaldarsteller seine Karriere als Soloperformer in Häusern wie dem Theater an der Wien und endet im Akzent, Metropol oder im Cenario vor deutlich minimierter Schar. Bei Maya Hakvoort muss man sich da wohl keine Sorgen machen. Der 20 Jahre umfassende Rückblick auf ihre bisherige Karriere ist ein Hit und wird sein Publikum finden.

Foto: Martin Bruny

Maya Hakvoort bietet zwei Stunden Musicalmelodien aus all jenen Produktionen, in denen sie bis dato mitgespielt hat, angefangen bei der Tournee-Produktion “Jeans” bis zu “High Society”, einer Show, die sie 2008 ins Stadttheater Baden geführt hat. Einen kleinen Ausblick bietet Hakvoort auch auf das Jahr 2010 mit der von Herman van Veen (Text) gemeinsam mit Lori Spee (Musik) geschriebenen Nummer “A child of our own”. Der Song stammt aus dem Musical “The First Lady” und wird nächstes Jahr seine deutschsprachige Erstaufführung im stadtTheater Walfischgasse erleben. Maya Hakvoort wird dabei die Hauptrolle übernehmen und als Produzentin (gemeinsam mit Anita Amersfeld) fungieren. Wer sich für die Songs dieses Musicals interessiert: Im Webshop von Herman van Veen ist “The First Lady” (gesungen von Lori Spee) erhältlich.

Warum ist “Maya’s Musical Life” noch sehenswert? Erstmals lässt sich die Musicaldarstellerin auch von einem kleinen Ensemble unterstützen und bietet damit sechs jungen Musicalschülern der Konservatorium Wien Privatuniversität (Stefan Bleiberschnig, Thomas Dapoz, Sarah Laminger, Martina Lechner, Patrizia Leitsoni und Dustin Peters) die Gelegenheit zu einem öffentlichen Auftritt. Das nützen einige der sechs zu einer echten Talentprobe, anderen wird ihre Performance sicher dazu dienen, einiges feinzujustieren. Maya Hakvoort jedenfalls war die Freude deutlich anzusehen, mit ihren jungen Kollegen auf der Bühne zu stehen.

Foto: Martin Bruny

Äußerst unterhaltsam diesmal auch die Conférencen und Einleitungen zu den Songs, Schnurren aus dem Leben einer Musicalsängerin, Gschichtln über den Stress bei Proben und Tourneen, lustige Anekdoten von Erlebnissen im Theateralltag. Eine entspannter Musicalabend im stadtTheater. Sehr gelungen.

1. Akt
01) “Something’s coming” (Jeans, 1989)
02) “Am Ende vom Tag” (Les Misèrables, 1990) + Ensemble
03) “Ich hab geträumt” (Les Misèrables, 1990)
04) “Higher Ground” (Gaudi, 1993) feat. Stefan Bleiberschnig
05) “Inside looking out” (Gaudi, 1993)
06) “Too late” (Gaudi, 1993) feat. Thomas Dapoz
07) “Nichts ist schwer” (Elisabeth, 1994) feat. Dustin Peters
08) “Ich gehör nur mir” (Elisabeth, 1994)
09) “Ihr Männer” (Catharine, 1997)
10) “My child” (Blood Brothers, 1998) feat. Patrizia Leitsoni
11) “Alles, nur nicht einsam” (Aspects of love, 1999)

2. Akt
01) “Cellblock Tango” (Chicago, 1989) + Ensemble
02) “Flieder” (Die 3 Musketiere, 2000)
03) “Jeden Tag” (Die 3 Musketiere, 2000) feat. Martina Lechner
04) “I got the sun in the morning” (There’s no Business like Showbusiness, 2000) + Ensemble
05) “Da war einst ein Traum” (Jekyll & Hyde, 2001)
06) “Schafft die Männer ran” (Jekyll & Hyde, 2001) + Ensemble
07) “Mädchen der Nacht” (Jekyll & Hyde, 2001) feat. Sarah Laminger
08) “Walzer für Eva und Che” (Evita, 2006) feat. Stefan Bleiberschnig
09) “Ruf nicht nach mir Argentinien” (Evita, 2006)
10) “Unsere Liebe” (High Society, 2008) feat. Dustin Peters
11) “A child of our own” (The First Lady, 2010)
12) “Der Schleier fällt” (Elisabeth, 2007) feat. Thomas Dapoz
Zugaben:
13) “All that Jazz” (Chicago, 1989)
14) “In my Life” (John Lennon/Paul McCartney)

Ein paar Fotos mehr und größer –> hier

Weitere Termine von “Maya’s Musical Life”:
Dienstag, 31. März 2009, Beginn: 20 Uhr
stadtTheater walfischgasse, Walfischgasse 4, 1010 Wien
Kartenpreise: zwischen € 23,- und € 38,- (je nach Kategorie)
Tickets erhältlich unter Tel.: 01 / 512 42 00 und www.stadttheater.org

Donnerstag, 14. Mai 2009, Beginn: 20 Uhr
Gloria Theater, Prager Straße 9, 1210 Wien
Kartenpreise: zwischen € 28,- und € 38,- (je nach Kategorie)
Tickets erhältlich unter Tel.: 01 / 278 54 04 und www.gloriatheater.at