Archiv - April, 2006
Martin Bruny am Sonntag, den
30. April 2006 um 10:54 · gespeichert in Skurriles
Heute groß in der Printausgabe des KURIER beworben: der neue Online-KURIER. Auch beim Relaunch des KURIER-Online-Angebots bleibt eines auf der Strecke: die Kultur. “Nachrichten”, “Sport”, “Freizeit”, Interaktiv” und “Service” wurden als Hauptkategorien eingerichtet, das war’s. Schade, und auch ein völlig unlogisches Konzept, geradezu klassisch konsumentenunfreundlich. Per Klickmarathon zu Theaterkritiken, falls online überhaupt verfügbar? Wirtschaftsnews? Nach wie vor beispielgebend: derStandard.at.
Martin Bruny am Freitag, den
28. April 2006 um 10:54 · gespeichert in Musical, Broadway
Am 29. April 1996 feierte das Jonathan Larson-Musical “Rent” im New Yorker Nederlander Theatre seine Broadway-Premiere. In den Hauptrollen: Taye Diggs, Wilson Jermaine Heredia, Jesse L. Martin, Idina Menzel, Adam Pascal, Anthony Rapp, Daphne Rubin-Vega, Fredi Walker, Gilles Chiasson, Rodney Hicks, Kristen Lee Kelly, Aiko Nakasone, Timothy Britten Parker, Gwen Stewart und Byron Utley.
Bis heute sind rund 4.100 Vorstellungen über die Bühne gegangen, Jonathan Larson, der wenige Wochen vor der Premiere starb, wurde posthum für “Rent” mit dem Pulitzer-Preis und 4 Tonys, darunter in der Kategorie “Best Musical”, ausgezeichnet.
Am 24. April 2006 ging ein Anniversary-Konzert mit der Original-Cast über die Bühne. Ausschnitte aus dieser Show und Interviews mit einigen der legendären Rent-Performer gibt es auf BroadwayWorld TV.
Martin Bruny am Donnerstag, den
27. April 2006 um 13:54 · gespeichert in Event-Tipps
Es hat sich herumgesprochen. Wenn ein Theater ausverkaufte Vorstellungen braucht, dann gibt es da so ein klitzekleines Wundermittel, das mit Sicherheit wirkt. Die Volksoper schwört seit Jahrzehnten drauf, das Volkstheater wirft sich im März 2007 eine ganz große Portion davon ein: MUSICAL heißt die Wunderdroge, die das Publikum anlockt, Stimmung in die Bude zaubert, Bühnentürln einen ganz neuen Sinn verleiht, die Homepageindustrie zum Erblühen bringt, die Kassen klingeln lässt und der Häme der Kritiker Zucker gibt. Angaben aus den Ankündigungen des Volkstheaters:
Cabaret
Musical
Buch von Joe Masteroff
nach dem Stück Ich bin eine Kamera von John van Druten
und Erzählungen von Christopher Isherwood
Musik von John Kander
Gesangstexte von Fred Ebb
Deutsch von Robert Gilbert
in der reduzierten Orchesterfassung von Chris Walker
Premiere: 11. März 2007
Da ist der Kit Kat Klub im Berlin der Weimarer Republik - ein etwas zwielichtiges Cabaret mit pomadisiertem Conférencier, der sein Publikum in drei Sprachen begrüßt: Willkommen, Bienvenue,Welcome …
Da ist der amerikanische Nachwuchsschriftsteller Cliff Bradshaw im Zug von Paris nach Berlin, der eine seltsame Begegnung mit einem übertrieben zuvorkommenden Deutschen hat, der ihm in Berlin Tür und Tor öffnet.
Da ist Sally Bowles, eine englische Sängerin, flatterhaft und liebenswert,leicht exzentrisch und auf ihre Karriere bedacht, die im Kit Kat Klub auftritt und sich in Cliff verliebt.
Und da ist das politische Klima in Deutschland, der Vormarsch der braunen Horden und Hakenkreuze.
Die brutale Gefährlichkeit des Naziterrors greift immer mehr um sich. Ein Tanz auf dem Vulkan. The show must go on. Sally Bowles bleibt in Berlin, im Cabaret. Sie hat sich für ihre Karriere entschieden. Cliff fährt nach Paris zurück. Die private Show ist zu Ende.
Das Musical basiert auf Christopher Isherwoods Episodenroman Goodbye to Berlin aus dem Jahr 1939, in dem collagenhaft die politische und moralische Auflösung Deutschlands, das dekadente Lebensgefühl der sterbenden Republik, die hektische Betriebsamkeit und die politische Ahnungslosigkeit der Menschen kurz vor der Machtübernahme Hitlers geschildert werden.
Für die Musicalfassung orientierten sich die Autoren an den Bühnenwerken Brechts und Weills.
Regie: Michael Schottenberg
Bühne: Hans Kudlich
Kostüme: Erika Navas
Martin Bruny am Mittwoch, den
26. April 2006 um 13:55 · gespeichert in Musical, Broadway
Gestern feierte das neue Elton John/Bernie Taupin-Musical “Lestat” seine Broadway-Premiere. Heute sind die ersten Kritiken am Markt. Die New York Times, eines der wichtigsten Medien, wenn es um Theaterpremieren geht, beginnt ihren Verriss folgendermaßen:
A promising new contender has arrived in a crowded pharmaceutical field. Joining the ranks of Ambien, Lunesta, Sonata and other prescription lullaby drugs is “Lestat,” the musical sleeping pill that opened last night at the Palace Theater.
Böse, böse, und leider kein gutes Zeichen für Lestat, das Musical. Anders als in Deutschland oder Österreich, wo Verrisse eine Show geradezu adeln, kann eine schlechte Kritik in New York, wo Profis am Werk sind, die wissen, worüber sie schreiben, und auch beurteilen können, was sie sehen, das baldige Aus einer Show besiegeln. Man wird sehen, wie sich Lestat in den nächsten Wochen macht.
Links zu weiteren Kritiken gibt es im Laufe des Tages in der Furl-Rubrik (”Entertainmnet-News”).
Martin Bruny am Dienstag, den
25. April 2006 um 13:57 · gespeichert in Musical
Einen Lehrerbehelf in Form einer interessanten kleinen, bebilderten Broschüre im PDF-Format zum Musical “Elisabeth” hat die Stage Entertainment als Download bereitgestellt.
Dieses Handbuch soll interessierten Pädagogen als Material- und Ideensammlung für den Unterricht an allgemein bildenden Schulen dienen. Es ist zwar primär zur Einführung in die Welt des Musicals ELISABETH gedacht, kann aber auch als Einführung in das Genre schlechthin genutzt werden.
Anhand der Beschäftigung mit diesem international populären Musical können die Schülerinnen und Schüler
- Geschichte und Entwicklung des Genres Musical erarbeiten,
- Musical-Szenen analysieren und interpretieren lernen und dabei die enge Verflechtung von Musik und Handlung erkennen,
- einen Einblick in die Geschichte zu Lebzeiten der österreichischen Kaiserin Elisabeth erhalten,
- das exakte Ineinandergreifen der verschiedenen Abteilungen des Theaters vor und während der Vorstellung kennen lernen sowie
- Einblicke in das Management des modernen Musiktheaters und der hier neu entstandenen Berufe erhalten.
Martin Bruny am Montag, den
24. April 2006 um 13:57 · gespeichert in Musical, Wien

teatro, eine freie Theatergruppe, 1999 von Norberto Bertassi und Josef Prenner gegründet, feiert am Samstag, den 29. April 2006, um 15.00 Uhr im Stadttheater Wiener Neustadt die Uraufführung des Musicals Die Geggis - reloaded. Frei nach einem Buch der bekannten österreichischen Kinderbuchautorin Mira Lobe erzählt “Die Geggis - reloaded” die Geschichte der grünen Sumpfgeggis und der roten Berggeggis. Wer oder was sind Geggis? Mira Lobe erklärt das folgendermaßen: “Es gibt zwei Sorten: die FELSGEGGIS und die SUMPFGEGGIS. Felsgeggis sind rot, können klettern und klimmen; Sumpfgeggis sind grün, können tauchen und schwimmen. Die Spitznasen-Schnäuzchen, die Schwänze und Pfoten ähneln sich sehr bei den Grünen und Roten. Im nächtlichen Dunkel kann man die beiden kaum unterscheiden. Doch können die beiden einander nicht leiden! Drum lernt jedes grüne Sumpfgeggi-Kind, dass die Roten gefährliche Feinde sind; und umgekehrt lernt jedes Felsgeggi-Kind, was die Grünen für schreckliche Schurken sind. Weil sie sich stets aus dem Wege gehn, hat keiner den andern jemals gesehn. Doch dann verlieben sich Rokko & Gil, ein Felsgeggi und ein Sumpfgeggi, ineinander. Die Liebesgeschichte von Rokko & Gil kann beginnen.”

Regisseur und Komponist Norberto Bertassi, ab Herbst als “Ben” im neuen Levay/Kunze-Musical “Rebecca” auf der Bühne des Wiener Raimund Theaters zu erleben, bringt sein neuestes Musical mit professionellen Musicaldarstellern und Schauspielern sowie 28 begeisterten, begabten Kindern und fünf Musikern auf die Bühne.
Cast:
Gil - Sigrid Spörk
Rokko - Tomas Tomke
Tante Odumei - Andrea Malek
Onkel Babo - Thomas Hurter
Vater im Film - Walter Ludwig
Mutter im Film - Bettina Soriat
Creative Team:
Textbuch - Mira Lobe
Regie und Musik - Norberto Bertassi
Musikalische Leitung - Franz Haselsteiner
Choreographie+Regieassistenz - Beatrix Knoth
Bühnenbild - Giovanni de Paulis
Kostüme - Verena Werni
Filmregie - Max Zankl
Maske - Lucie Knapp
2. Regieassistenz - Christoph Manss
Hospitanz - Nina Kusche
Praktikantin - Claudia Stanetty
Spieldaten:
Premiere: Sa, 29.04.06, 15.00 Uhr, Stadttheater Wr. Neustadt
Sa, 15.07.06, 18:00 Uhr, Katzelsdorf (NÖ)
So, 16.07.06, 18:00 Uhr, Katzelsdorf (NÖ)
Sa, 22.07.06, 18:00 Uhr, Katzelsdorf (NÖ)
So, 23.07.06, 18:00 Uhr, Katzelsdorf (NÖ)
Karten sind ab sofort in allen Verkaufsstellen von ÖsterreichTicket sowie unter der Tickethotline 01/96096 (täglich von 9 bis 21 Uhr) sowie unter www.oeticket.com erhältlich.
Infos unter: 0650-99 22 100 bzw. office@teatro.at
Martin Bruny am Freitag, den
21. April 2006 um 13:59 · gespeichert in Musical, Wien, Fotos
Eine Slideshow von rund 70 Fotos, die im Rahmen der “Rebecca”-Pressekonferenz entstanden sind, kann ab sofort hier abgerufen werden. Die Pics kann man sich auch einzeln ansehen, dann am besten hier klicken. Viel Spaß!
Martin Bruny am Mittwoch, den
19. April 2006 um 14:00 · gespeichert in Musical, Wien
Am 19. April 2006 ist “Rebecca”, das neue Musical von Sylvester Levay & Michael Kunze, endgültig in Wien gelandet. Um 11 Uhr präsentierten Generaldirektor Franz Häussler, Intendantin Kathrin Zechner und Regisseurin Francesca Zambello auf der Bühne des Raimund Theaters die ersten Bühnenbild- und Kostümentwürfe sowie die Cast der Show.


Bei den Auditions in Wien, Hamburg und Köln, für die über 1000 Künstler angemeldet waren, wurden 470 Termine für ein Vorsingen vergeben. Nach den Callbacks stehen nun die 9 Solisten, 18 Ensemblemitglieder (neun weibliche, neun männliche) und sieben Swings (drei weibliche, vier männliche) fest. Probenstart ist am 18. Juli 2006, die Uraufführung am 28. September 2006 im Raimund Theater. Uwe Kröger wurde für die männliche Hauptrolle “Maxim de Winter” gewonnen, Wietske van Tongeren wird an seiner Seite die Hauptfigur “Ich” verkörpern. Die mysteriöse und bedrohliche “Mrs. Danvers” ist mit Susan Rigvava-Dumas besetzt.






In weiteren Rollen: Carin Filipcic (Mrs. Van Hopper), Carsten Lepper (Jack Favell), Kerstin Ibald (Beatrice), André Bauer (Frank Crawley), Noberto Bertassi (Ben), Thomas Bayer (Oberst Julyan).



Das Leading Team: Francesca Zambello (Regie), Denni Sayers (Choreographie), Caspar Richter (Musikalische Leitung), Peter J. Davison (Bühnenbild), Birgit Hutter (Kostüme), Andrew Voller (Licht), Hendrik Maassen (Sounddesign).
Regisseurin Francesca Zambello vermittelte einen ersten Eindruck von Bühnenbild- (Peter Davison) und Kostümentwürfen (Birgit Hutter).

Die Show läuft in einer Vielzahl von Sets ab: in einem eleganten Hotel im noblen Monte Carlo von 1927, an der Küste von Cornwall, im Herrenhaus von Manderley, auf einem Golfplatz, im Zimmer von Rebecca - alle Sets bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen real und abstrakt. Rebecca, selbst nie auf der Bühne zu sehen, ist im Musical nur als Reflexion greifbar, beispielsweise als musikalisches Thema. Was das Bühnenbild betrifft, so lebt Rebecca in den Schatten des Herrenhauses von Manderley, sie ist Manderley und wird auf der Bühne symbolisiert durch Mrs. Danvers. Die ersten Entwürfe des Setdesign von Rebeccas Zimmer werden von riesigen Vorhängen dominiert, wie geschaffen dafür, Schatten zu werfen, jene Schatten, in denen Rebecca zu erahnen ist.

Manderley, gleichzeitig aber das gesamte Setdesign, wird so zu einem faszinierenden Gebilde, einem “psychological Landscape”, das auf der einen Seite Schauplatz der realen Lovestory von Maxim de Winter und “Ich” ist, auf der anderen Seite ins Surreale abdriftet, in eine zweite Wahrnehmungswelt, einer abstrakten, die mit jener realen verschmilzt, ein surrealer Tanz zwischen den Welten.


Martin Bruny am Samstag, den
15. April 2006 um 14:06 · gespeichert in Musical, Wien

Das Rezept für eine Musical-Erfolgsproduktion ist ganz einfach: Man nehme “Jesus Christ Superstar” … aus, das wars schon. Mehr ist nicht nötig. Wann immer, wo immer - für eine beschränkte Anzahl von Shows ist Andrew Lloyd Webbers Rockoper aus dem Jahre 1971 stets für einen “Ausverkauft”-Rekord gut. Das wissen die Vereinigten Bühnen Wien und auch andere Konzertveranstalter, und das ist auch gut, dass sie es wissen, denn somit kommen Musicalfans nun schon einige Jahre, wenn die Glocken wegfliegen, in den Genuss konzertanter Versionen von “Jesus Christ Superstar”. Die diesjährige Vorstellungsserie ist - ausverkauft.
Von der VBW-Produktion des Vorjahres mit Serkan Kaya (Judas), Drew Sarich (Jesus) und Claudia Stangl (Maria) ist rechtzeitig zur diesjährigen Premiere am 14. April 2006 ein Mitschnitt auf CD erschienen. Eine gute Idee, und auch eine CD-Veröffentlichung der konzertanten “Mozart!”-Version, die vor ein paar Wochen im Raimundtheater zu sehen war, wäre fällig.
“Jesus” 2006 ist, ohne die anderen Produktionen schmälern zu wollen, die mit Abstand überwältigendste Version der Produktionen der letzten Jahre dieser größten Geschichte aller Zeiten. Ja sicher, grundlegend hat sich nun nicht allzu viel an der Inszenierung (Regie: Dennis Kozeluh) und musikalischen Konzeption (Caspar Richter) geändert, und doch, gerade Änderungen in den Details der musikalischen Umsetzung (Musikalische Einstudierung & Leitung: Walter Lochmann) hatten es in sich. Schon bei der Ouvertüre legt der Mann am Schlagzeug (Gerald Kratzer) los, als wäre er Drummer bei der E-Street-Band: hart, treibend, mitreissend - bei weitem härter und treibender als im Vorjahr. Die Darsteller treten aus dem Zuschauerraum kommend auf, Applaus brandet auf, Jesus-Darsteller Rob Fowler kommt von der Seitenbühne - Jesus Christ Superstar, das Leitmotiv. DAS ist ein Intro, wirkungsvoll inszeniert und packend gespielt.

Die nächste Überraschung: Judas. Nicht viele kennen Petr Gazdik, um es mal nonchalant zu formulieren. Die Infos, die man im Internet findet, sind bescheiden. Er entert die Bühne des Raimundtheaters an diesem Abend mit der wilden Ausstrahlung eines Meat Loaf und einer ebenso fesselnden Stimmgewalt, gezügelt und fokussiert nur von seiner klassischen Ausbildung. Gewonnen hat er mit “Heaven on their minds” schon nach ein paar Sekunden. Er donnert den Song mit einer solchen Vehemenz in den Saal des Raimundtheaters, dass einem als Zuschauer die Luft wegbleibt. Seine Bühnenpräsenz ist erstaunlich. Ab da läuft die Show auf Schienen.

Rob Fowler (voriges Jahr als Simon/Annas) hat mit der Rolle des Jesus endlich einen Part in “Jesus Christ Superstar” gefunden, der seiner Stimme Raum gibt zu fliegen - er geht volles Risiko und scheint am Höhepunkt seiner stimmlichen Ausdruckskraft. Gazdik & Fowler fighten sich zwei Stunden lang, unterstützt von einem hervorragenden Ensemble, durch die Songs von Jesus Christ Superstar. Sie schenken sich nichts, beeindrucken mit fast stimmakrobatischer Phrasierung. Caroline Vasicek ist in ihrer Karriere an einem Punkt angelangt, an dem man ihr fast jede Rolle anvertrauen kann. Der Maria Magdalena verleiht sie eine wohltuende Zärtlichkeit, ohne ins zu süßlich Liebliche abzudriften. Reinwald Kranner überzeugt als Simon, Jacqueline Braun als Herodes ist immer wieder ein Vergnügen. Es ist der Abend der großen Stimmen. Walter Lochmann am Dirigentenpult treibt seine Leute zu einer Pump-up-the-Volume-Version des Jesus-Musicals. André Bauer als Pilatus, Dennis Kozeluh als Kaiphas, Kathleen Bauer und Tina Schöltzke als Soulgirls sowie der sympathische Roman Straka als Petrus begeistern mit ihrer ansteckenden Spielfreude. Ein Volltreffer.

Martin Bruny am Freitag, den
14. April 2006 um 14:07 · gespeichert in Netz, Musical
Ein Interview, das Rick Pender am 15. März 2006 mit Stephen Sondheim anlässlich des Playhouse in the Park-Revivals von “Company” in Cincinnati geführt hat, ist zum Gratisdownload auf der Website der Stephen Sondheim Society bereitgestellt worden.
Rick Pender ist Mitarbeiter von “Around Cincinnati” und der “Sondheim Review”, einem viermal pro Jahr erscheinenden Magazin, das ganz dem Werk und der Person Stephen Sondheim gewidmet ist.
Im Interview verrät der Komponist unter anderem Details zu einem neuen Musical, das er im nächsten Jahr am Broadway zur Aufführung bringen will.
Martin Bruny am Donnerstag, den
13. April 2006 um 14:10 · gespeichert in Musical, Wien, Theater
Theater haben es nicht leicht in der Ära Schüssel und ihrem ausführenden Organ, Kunststaatssekretär Franz Morak. Früher mal, früher mal, da war Franz Morak Schauspieler, Rebell, ein Rockstar, den man vor allem als “Ich möchte Rockstar sein (bins aber nich)” wahrgenommen hat, heute ist er ausführendes Organ einer politischen Partei.
Anno dazumal sang Franz Morak in “Sieger sehen anders aus“:
“Es ist ihr Spiel, sie sind am Drücker, und du wirst es nicht überstehn. Sie lassen dir nicht eine Chance,und bedienen dich extrem. Sie setzen hoch, sie schlagen tief. Und keiner kommt da raus. Nur ich hab sie gesehn, und ich weiß genau: Sieger sehen anders aus!”
In diesen Tagen hat das ausführende Organ eine für die Wiener Off-Theater-Szene folgenschwere Entscheidung getroffen: Fördersummen des Bundes wurden zum Teil völlig gestrichen. Das Odeon beispielsweise wurde bisher mit jährlich 160.000 Euro unterstützt. Nun wurde beschlossen, diese Fördersumme zu kürzen, auf exakt 0 Euro (Kosmos Theater: minus 184.000 Euro/ dietheater: minus 93.000 Euro / Ensembletheater: minus 135.000 Euro / Schauspielhaus: minus 36.000 Euro). Man mag ja zu staatlich geförderter Kunst stehen, wie man will, aber es hat etwas Kafkaeskes, wenn aufgrund eines “Kontrollamtsberichts” ein hochambitioniertes Theaterprojekt “gekillt” wird. Die Off-Theater-Szene ist kein Kunstbereich, in dem es viel zu verdienen gibt. Wer da wirkt, will etwas bewirken, auch wenn er keine nennenswerten Gagen einstreifen kann. Man sollte doch ein wenig mehr Achtung vor der Kunst haben und nicht wie ein Schlachter mit einer Sau umgehen und beschließen: So, heut bist dran. Sag doch einer mal dem Direktor der Wiener Staatsoper, dass er ab nächstem Jahr 100.000 Euro weniger zur Verfügung hat, er würde glatt seinen Spielplan für das Jahr 2020 umwerfen müssen.
Der Bund, so Morak vor einiger Zeit, wolle Wiener Kulturinstitutionen weniger fördern. Weniger Geld von der ÖVP-Regierung an die von der SPÖ regierte Stadt, so der Hintergrund. Auf der Strecke bleibt: die Kunst.
Dass nicht genug Geld da ist, daran kanns nicht liegen. Medienwirksam wurde in den vergangenen Tagen die bröckelnde Fassade der Volksoper präsentiert. Kostenpunkt der Renovierung: über eine Million Euro. Noch medienwirksamer wurde die Misere des Volkstheaters ans Tageslicht befördert. Hier hat Direktor Schottenberg einen Mehrbedarf von 3 Millionen erkennen lassen. Bei manchen Stücken beträgt die Auslastung im Wiener Volkstheater um die 50 Prozent und weniger - und dennoch schreit niemand wirklich auf. Schottenberg ist anerkannt, hat einen Namen. Wie ungleich leichter ist es da, einem Odeon einfach alle Fördergelder zu streichen. Selbst wenn da wer schreit, wen juckts? Renovieren wir die Volksoper, kaufen wir dem Volkstheater einen neuen Stern, verpassen wir dem Theater an der Wien noch eine neue Eingangstür, wer braucht schon das Wiener Off-Theater.
Martin Bruny am Donnerstag, den
13. April 2006 um 14:09 · gespeichert in Musical, Skurriles
Fans des Musicals “Das Phantom der Oper” sind manchmal etwas sehr eigen. Jahrelang zelebrierten amerikanische “Phans” Schmutzkübelkampagnen gegen einen der berühmtesten Darsteller des Phantoms, Michael Crawford, als Meldungen auftauchten, er könnte auch in der Verfilmung des gleichnamigen Andrew Lloyd Webber-Musicals die Hauptrolle übernehmen. Letztlich hat Crawford die Rolle nicht gespielt, und man könnte sagen, zum Glück, denn der Film ist nicht gerade das geworden, was man ein Filmmusical-Highlight bezeichnen könnte.
In Essen wird derzeit die gängige Bühneninszenierung des Webber-Musicals gegeben. Ab Mai wird Uwe Kröger das Phantom spielen, und, offensichtlich angelehnt an die amerikanischen Schmutzkübelkampagnen, haben nun ein paar deutsche Fans eine Website ins Netz gestellt, auf der sie ihren Unmut über die Besetzung Uwe Krögers als Phantom zum Ausdruck bringen. Sie tun dies recht putzig, ungefähr so, wie Herbert Prohaska im österreichischen Fernsehen Fußballmatches kommentiert. Ich empfehle die Lektüre des Buches “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod” sowie einen Crashkurs in Marterpfahltechnik - irgendwo weit weg, dort wo der Bartl den Most herholt. Get a life!