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Archiv - April, 2008

Reality-Check: Castingshow versus Audition

Seit dem Aufkommen der Musical-Reality-Shows, wie man die durch die Bank im deutschsprachigen Raum fehlgeschlagenen Versuche, Musical-Castingshows im TV zu veranstalten, bezeichnet, stellt sich eine Frage: Wie sehr unterscheiden sich TV-Castingshows von realen Auditions? Immer wieder wird davon gesprochen, wie arm die Kandidaten im Fernsehen sind, was sie sich nicht alles anhören müssen, man erzählt von Stand-by-Psychiatern, die zur mentalen Erstversorgung mit gesprächstherapeutischen Defibrillatoren bereitstehen. Die Showjuroren werden gegeißelt, wenn sie ihrerseits mal wieder einen der Kandidaten medial durchgewurschtet haben. Aber mal ehrlich? Ist diese geschützte Pseudocasting-Werkstätte tatsächlich vergleichbar mit der Realität, mit dem, was ausgebildete Darsteller Audition für Audition erleben? Werfen wir doch mal ein paar Seitenblicke auf den Audition-Alltag aus dem Blickwinkel einiger Darsteller.

Stellen Sie sich vor, Sie sind ausgebildeter Musicaldarsteller, haben an einer renommierten Musicalschule ihren Abschluss gemacht, können auf Hauptrollen-Engagements in großen Musicals verweisen und finden sich plötzlich bei einer Audition mit folgendem Statement konfrontiert: “Bitte bewerben Sie sich nie wieder bei uns.” Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in dieser Branche und ein Großmogul des Business setzt Sie auf seine berühmt-berüchtigte schwarze Liste. Es bleiben Ihnen natürlich diverse Möglichkeiten: Kleinproduktionen und das Auswandern beispielsweise. Eines ist klar: Castingshows im Fernsehen sind Pipifax verglichen mit dem, was Musicaldarsteller in ihrem Beruf tagtäglich erleben.

Wir alle kennen die klassische Audition-Situation. Eine schöne Bühne, ein Klavier, ein Korrepetitor, Licht und das Leading Team im Theatersaal. Man hat ein Lied vorbereitet, eventuell mehrere. Am Ende der Audition ein knappes “Danke. Wir melden uns bei Ihnen.” - eine klassische Situation bei einer realen Audition, in etwa Standard (mit ein paar schmückenden Beiwörtern) bei Fernsehcastingshows, es sei denn Scherzkandidaten singen vor, aber die sind an dieser Stelle nicht mehr erwähnenswert.

Die Realität kann aber auch folgendermaßen aussehen: ein relativ kleiner, stickiger Raum, keine Bühne, ein Leading Team von 25 Leuten, von denen die meisten nichts unmittelbar mit der Auswahl zu tun haben. Grelles, unvorteilhaftes Licht. Sie beginnen mit ihrem Song - und 5 der 25 Zuhörenden stehen auf, verlassen den Raum, demonstrieren damit, dass sie nicht wirklich Interesse an Ihrer Audition haben.

Oder folgende Situation: Sie singen für eine Hauptrolle vor, haben einen beeindruckenden Lebenslauf, können auf erfolgreiche Shows mit den Produzenten, für die Sie gerade vorsingen, verweisen, hören aber vom Regisseur: “Na schaun wir mal, ob Sie auch wirklich etwas können oder nur ein schönes Gesicht haben.” Wozu dann überhaupt ein Lebenslauf, wenn ihn ohnedies niemand ernst nimmt. Eine der Erfahrungen, die man als Darsteller macht: Man hat nicht unbedingt Vorteile, wenn man mehr gemacht hat. Man reiht sich stets mit den Anfängern ein. Wo ist die Steigerungsmöglichkeit? In einem normalen Beruf sieht man bei der Bewerbung auch auf das bisher Erreichte und stellt dann fest: qualifiziert oder nicht qualifiziert. Sich einen “Namen” machen, das wäre eine Möglichkeit. Aber im Musicalbusiness ist das nicht leicht. Die Anzahl der Leute, die sich einen “Namen” gemacht haben, wird, nicht ohne Grund, oft auf eine einzige Person eingeschränkt. Da haben es die Kandidaten bei Castingshows besser: Mit ihnen fiebert ein Gutteil der Nation mit, sie haben die Chance, von Null zum “Star” zu werden - für eine gewisse Zeit.

Wenn Sie es schon als Bewerber für eine Hauptrolle nicht ganz einfach haben, kann es Sie noch schlimmer erwischen, nämlich dann, wenn Sie als Tänzer für eine Ensemblerolle vorsingen. Sie haben 16 Takte, um ihr Gesangstalent zu demonstrieren. Das ist doch genau der richtige Zeitpunkt für eine Pinkelpause, meinen da einige Leute aus dem Leading Team. Also ehrlich, Tänzer muss man sich doch nun nicht anhören.

Auch was die Songauswahl betrifft, sollte man sich nichts vormachen. Wundern Sie sich nicht, wenn man zu lachen beginnt, wenn Sie einen Song vom „falschen“, gerade nicht genehmen Komponisten anstimmen, seien Sie froh, wenn nicht gleich alle den Raum verlassen.

Es gibt Auditions, da ist man sicher, wirklich voll im Rennen zu sein. Zur Vorbereitung bekommt man einen ganzen Packen an Material, man studiert die Songs ein, meint sich laut offizieller Ausschreibung als der richtge Typ für die Rolle, doch plötzlich, vor Beginn des Auswahlprozesses, gibt es neue Noten, und zwar für 20 Leute exakt nur 10 Kopien. Selbstverständlich unterstützt man sich gegenseitig, wundert sich aber doch ein wenig über die mangelnde Professionalität. So hockt man sich mit den Konkurrenten zusammen und bemerkt … dass plötzlich völlig andere stimmliche Voraussetzungen gefragt sind. Da steht doch tatsächlich ein hohes D in den Noten. Im bisher zur Verfügung gestellten Material und laut Ausschreibung war die höchste Stelle ein hohes A. Blöde Sache, denkt man sich: “Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich gar nicht erst hergekommen.” Andere haben freilich größeres Pech. Sie sind von weit her auf ihre Kosten eigens angeflogen. Doch nicht genug damit: Beim Callback befindet man sich in “bester” Gesellschaft, im wahrsten Sinne des Wortes. So gut wie alle Darsteller, die in den letzten beiden Jahren im gesamten deutschsprachigen Raum Hauptrollen gespielt haben, egal welcher Art, sind anwesend - und singen für dieselbe Rolle vor: von Stimme, Aussehen, Statur und Alter VÖLLIG unterschiedlich - klein, groß, dick, dünn, blond, schwarz. Bei 6 aus 45 sind die Chancen auf den Jackpot fast größer. Als Darsteller fühlt man sich so, als würde man in einem Zirkus vorgeführt werden, andererseits drängt sich die Frage auf, ob da das Leading Team denn überhaupt die Hausaufgaben gemacht hat, die notwendig gewesen wären, um eine passende Auswahl durchführen zu können, ohne Leuten abzusagen, die ohnedies nie ins Konzept gepasst hätten. Als Darsteller gibt man sich immerhin auch viel Mühe, sich entsprechend den Rollenbeschreibungen vorzubereiten. Nicht immer freilich klingt das, worauf man sich einzustellen hat, logisch: Da gibt es immer öfter so wunderbare Angaben wie: “Spielalter: 20″. Was heißt das? Oder “Spielalter: 21″. Was soll man sich darunter vorstellen. Man spielt nicht 19, 20, nicht 22, nein 21?

Es kann nicht ärger kommen? Aber sicher doch. Stellen Sie sich vor, Sie haben tatsächlich Glück und bei einer vier Tage dauernden Audition sind Sie jeden Tag einer der Favoriten. Von Mitgliedern des Leading Teams bekommen Sie nach Ihrem Vorsingen bei gemeinsamen Zigarettenpausen im Beisein auch ihrer Mitkonkurrentinnen das beste Feedback. Großartig sind Sie, wirklich toll. Ihre Kollegin neben ihnen verfällt gerade, bricht in Tränen aus. Auch sie hat doch gerade vorgesungen. — Richtig, eigentlich stehen alle da, weil sie den Job wollen, ihre Miete zahlen müssen. Zeugt es da von einer besonders professionellen Einstellung, wenn sich Mitglieder des Leading Teams mit Darstellern verbrüdern? Ist es nicht vielmehr so, dass Leading Team und Kandidaten sich nicht mischen sollten, dass ein knappes “Danke, Sie hören von uns” zwar hart, aber fair ist. Wer schützt junge Darsteller vor falschen Komplimenteverteilern? Wer schützt sie dann am Ende, wenn aus einem anfänglichen “Alle in diesem Raum wollen, dass du die Rolle bekommst” doch nur ein “Wir sind uns alle einig geworden, dass du es nicht bist” wird - mit einer Begründung, die so ausfallen könnte: “Die Stimme passt doch nicht.” 4 Tage lang Topfavorit, dann passt die Stimme doch nicht? Im Land der unmöglichen Möglichkeiten sind Darsteller vor solchen Zuständen geschützter, da wäre eine solche Vorgehensweise unter Umständen sogar klagbar. Mündliche Zusagen werden dort nicht leichtfertig gemacht. Es geht nicht etwa darum, “künstlerische Entscheidungen” anzuzweifeln, es geht um eine gewisse Fairness. Wenn man ganz offensichtlich jemand gefunden hat, der in den Raum gekommen ist und - wow - wieso bestellt man dann alle anderen noch zu weiteren Vorsingen, schürt Hoffnungen, bietet dann Absagen, die menschlich gesehen untragbar sind wie “Die Stimme passt nicht”, wo doch das Leading Team eben noch der Meinung war, es sei so toll gewesen. Wieso kein Feedback, das man verstehen kann, das dabei hilft, es beim nächsten Mal besser zu machen, oder wenn es schon nicht dazu gedacht ist, zu helfen, dann doch Feedback, das nicht die künstlerische Qualität des Vorsingenden grundsätzlich in Frage stellt.

Andererseits, diejenigen, die eine Absage bekommen, können ja noch froh sein, denn die Fälle mehren sich, da Künstler nicht mal das bekommen. Sie gehen zu einer Audition und hören nie wieder etwas von der Produktion. Leute mit Galgenhumor laufen dann schon mal rum und erzählen, wie toll das doch sei, man müsse wohl nach wie vor im Rennen sein, denn Absage, nein, eine Absage habe man ja nie erhalten.

Manchmal wird Darstellern ganz klar der Eindruck vermittelt, dass Auditions zu Fließbandgeschichten werden. Bei Callbacks ist keine Zeit mehr, mit dem Material zu arbeiten, weil beim Final Call über 130 Leute den Job wollen. Man bekommt zwar jede Menge Material, das man auch einstudieren muss, aber kann dann davon praktisch nichts präsentieren. Auditions nehmen manchmal so etwas wie “Superstar”-Charakter an. Wir suchen die, die wir mögen, aber nicht die, die in die Rollen passen. Womit wir wieder am Beginn wären. Was ist der Unterschied zwischen Castingshows und der Realität.

Billy tanzt bald am Broadway … Broadway Press Launch

Video clip from the Press Launch (Billy Elliot), 22 April 2008: Stephen Daldry & Elton John introducing David Alvarez, Kiril Kulish and Trent Kowalik to the press and the world. —> Link zum Video, Link zur New York Times, Link zu PEREZ HILTON.

Die Top 10 der Musicaldesaster

Eine Liste der seiner Meinung nach zehn schlechtesten Musicals aller Zeiten veröffentlichte dieser Tage Dominic Cavendish, Redakteur des London Telegraph. Die ausführlichen Begründungen kann man auf der Website des Telegraph nachlesen.

Die 10 schlechtesten Musicals aller Zeiten
01 Carrie (1988)
02 Which Witch (1992)
03 Bernadette (1990)
04 The Fields of Ambrosia (1996)
05 Jeeves (1975)
06 Moby Dick (1992)
07 Twang!! (1965)
08 The Hunting of the Snark (1991)
09 Children of Eden (1991)
10 Oscar Wilde (2005)

Das 21. Jahrhundert und wir

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von “Hexenmeistern” in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, unter dem Titel “Penis theft panic hits city”.

13 mutmaßliche “Hexenmeister” wurden verhaftet. Man wirft ihnen vor, Penisse gestohlen beziehungsweise geschrumpft zu haben, einfach durch Berührung ihrer Opfer. 14 Opfer haben sich gemeldet, Panik hat die Stadt erfasst, die Penisschrumpfer sind Thema Numero uno in Kinshasas Radio-Talkshows.

Opfer und Verdächtige wurden in erster Linie deshalb verhaftet, weil Lynchjustiz nicht auszuschließen ist. Bei einer ähnlichen Panik in Ghana wurden vor zehn Jahren zwölf des Penisdiebstahls Verdächtige vom Mob umgebracht.

Wie schauts nun mit den Penissen aus? Nun, natürlich sind sie nicht weg, aber, so Jean Dieudonne Oleko, Polizeichef von Kinshasa:

… when you try to tell the victims that their penises are still there, they tell you that it’s become tiny or that they’ve become impotent. To that I tell them, ‘How do you know if you haven’t gone home and tried it’

Konservatorium Wien Privatuniversität: Die Piraten von Penzance (Premiere)

17. Mai 2008
19:30bis21:30

Konservatorium Wien Privatuniversität, Abteilung Musikalisches Unterhaltungstheater: Die Piraten von Penzance
Komische Operette in zwei Akten
Neubearbeitung nach einer Broadway-Aufführung durch das New York Shakespeare Festival

Leonie-Rysanek-Saal der Konservatorium Wien Privatuniversität, Johannesgasse 4a, 1010 Wien
Premiere: 17. Mai 2008, 19:30 Uhr
Weitere Vorstellungen: 19., 20., und 21. Mai, 19:30 Uhr

Leading Team
Text: William Schwenck Gilbert
Musik: Arthur Sullivan
Musikalische Leitung: Franz Josef Breznik
Regie und Bühne: Isabella Fritdum
Choreographie: Lilly Kugler
Kostüme: Doris Richter
Lichtdesign: Barbara Dulcinea Jan

Cast
3. Jahrgang: Stefan Bischoff, Birgit Breinschmied, Daniel Feik, Julian Looman, Simone Niederer, Florian Resetarits, Birgit Riegler, Anna Veit, Andreas Wanasek
2. Jahrgang: Stefan Bleiberschnig, Thomas Dapoz, Bernd Kainz, Dustin Peters
1. Jahrgang: Christof Messner

Tickets
15 Euro (ermäßigt: 9 Euro)
Erhältlich an der Kassa der KWU unter 01/512 77 47 89329 oder kassa@konswien.at

Wiener Urania: “Let me love you” mit Christina Bahlo

6. Mai 2008
19:30bis21:30

Wiener Urania: Christina Bahlo - “Let me love you”
6. Mai 2008

Im Zentrum der Musikreihe “Viaggio Musicale” stehen am 6. Mai Broadwayhits wie “Memory”, “Don’t Cry For Me Argentina”, “Let The Sunshine In”. Unter dem Titel “Let me love you” singt Christina Bahlo bekannte Melodien, begleitet von Gabor Rivo am Piano.

Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ist ab 19.00 Uhr bei freier Sitzplatzwahl im Mittleren Saal.
Eintritt: Abendkassa 12,- Euro / Vorverkauf und Ermäßigung für Studierende, SeniorInnen und Ö1-Mitglieder 9,- Euro
Nähere Informationen und Anmeldung unter www.urania.vhs.at

Andrew Lloyd Webber bei “American Idol”

Kein Song aus “Joseph”, kein Lied aus “Whistle down the wind”, den naheliegendsten Musicals für eine Pop-Castingshow, dafür gleich zwei Lieder aus “The Phantom of the Opera”, die erste Version von “Memory”, gesungen von einem Bursch mit Dreadlocks, Kandidaten, die nicht wussten, was die Lyrics eigentlich bedeuten, die sie interpretieren sollten. Auf Sir Andrew Lloyd Webber wartete einiges an Arbeit in den Workshops für den ihm gewidmeten Themenabend von “American Idol”. Gut gelungen ist zweifellos David Archulettas Pop-Version der Diva-Hymne “Think of me”, in einer solchen Version könnte der Song sogar in den Chars punkten. Die Frage ist, wer wandert diesmal in die Bottom 3 - und für wen war es der letzte Auftritt.

Update/24. April 2008
38 Millionen Stimmen wurden bei dieser Runde ausgezählt, am wenigsten Stimmen hat Carly Smithson bekommen, sie ist damit ausgeschieden. Das Thema der nächsten Woche: Neil Diamond. Die verbliebenen 5 Teilnehmer werden mit Diamond an ihrer Performance arbeiten und seine Songs interpretieren.

Think of me, David Archuleta
Memory, Jason Castro
Jesus Christ Superstar, Carly Smithson
You must love me, Brooke White
One Rock & Roll too many, Syesha Mercado
The Music of the Night, David Cook

Sämtliche Auftritte sind bei iTunes in Topqualität als Video und Audio downloadbar. Den Downloadlink findet man auf der Website von American Idol.

Volkstheater Wien 2008/09: Peter Weck, Marjan Shaki & The Andrew Sisters

Am Wiener Volkstheater weiß man im Prinzip, wie man die Leute ins Haus bekommt: Musical muss man spielen. Mit “Cabaret” hat Direktor Michael Schottenberg einen Selbstläufer in der Hand, der mit 100 Prozent Auslastung für volle Kassen garantiert. Weitere Hits der Saison 2007/08: “Einen Jux will er sich machen” (90 Prozent ) und “Geschichten aus dem Wiener Wald” (84 Prozent). Die Gesamtauslastung: 72 Prozent, was insgesamt 161.500 Zuschauern entspricht (bis zum 21. April 2008), im Vergleichszeitraum 2006/07 waren es 152.000, 2005/06 148.000.

“Here we are! The Andrew Sisters”
Was macht man also in der Saison 2008/09 folgerichtig? Na Musical. Das ist allerdings nicht der wichtigste Punkt auf der Agenda von Michael Schottenberg. Zwar steht eine Musiktheater-Produktion auf dem Plan, sie wird allerdings nicht im Haupthaus, sondern in den Theatern in den Bezirken quasi auf Wien-Tournee gezeigt: “Here we are! The Andrew Sisters” ist der Titel des Stücks von Andy Hallwaxx (”My Way”). Die Uraufführung feiert am 29. April 2009 Premiere.

Die Andrews Sisters waren die erfolgreichste weibliche Vokalgruppe der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Dieses Trio brachte es zwischen 1938 und 1951 auf über einhundert Charthits und einige davon sind für immer unvergesslich. Wer erinnert sich nicht an die großartigen Songs: Bei mir bist du schön, Boogie Woogie Bugle Boy, Rum and Coca Cola.
Die drei Schwestern LaVerne Sofie, Maxine Angelyn und Patty Marie begannen mit Auftritten in Amateur-Revuen, doch schon bald lag ihnen ganz Amerika zu Füßen. Aber was war ihr Erfolgsrezept? War es der musikalische Vater aus Griechenland? Oder die kochende, norwegische Mutter, welche ein Restaurant in Minneapolis führte?
In der Küche der Mutter nahm alles seinen Anfang. Dort lernten die Andrews Sisters alles über das Leben, die Musik und das Kochen. Und genau dort treffen wir die Andrews Sisters zum perfekten „Promi-Dinner“ wieder. Ganz privat, in ihrer Küche, verraten sie nicht nur das Rezept ihres legendären „Swinging Chicken“, wir lernen sie auch von einer neuen Seite kennen. Denn was als harmlose „Kochshow“ beginnt, endet in einer kulinarischen Katastrophe.

Leading Team
Regie: Andy Hallwaxx
Bühne: Hans Kudlich
Kostüme: Erika Navas
Musikalische Leitung: Matthias Bauer
Cast
Beatrice Frey, Susa Meyer und Barbara Spitz

“La Strada - Das Lied der Straße”
Ebenfalls im Rahmen der Schiene Volkstheater in den Bezirken geht VBW-Star Marjan Shaki mit “La Strada - Das Lied der Straße” an den Start. Premiere dieser österreichischen Erstaufführung ist am 1. Oktober 2008.

Der Schausteller Zampano braucht eine neue Assistentin. 10.000 Lire zahlt er für Gelsomina, ein einfaches, ein bisschen zurückgebliebenes Mädchen. Nun zieht sie mit ihm von Ort zu Ort, spielt den Clown, sammelt das Geld ein, kocht und wäscht für ihn. Zampano ist brutal, jähzornig, rücksichtslos und unfähig Gefühle zu zeigen. Er schlägt sie, schläft aber auch hin und wieder mit ihr und betrügt sie mit anderen Frauen. Sie hängt trotzdem an ihm. Dann lernt sie den Seiltänzer Il Matto kennen. Er spricht mit ihr, hört ihr zu und nimmt sie ernst. Von ihm lernt Gelsomina auch die kleine Melodie, die sie auf der Trompete spielt. Als er nicht aufhört, Zampano zu verspotten, kommt es zur Katastrophe …
Fellinis Oscar-prämiertes Filmmeisterwerk La Strada – Das Lied der Straße aus dem Jahre 1954 – mit Giulietta Masina und Anthony Quinn in den Hauptrollen – zeigt dieWelt der Gaukler, Artisten und Schausteller und ihr Leben am Rande der Gesellschaft. Dieses poetische Märchen, angesiedelt in der rauen Wirklichkeit der Landstraße, erzählt vom „Unvermögen zweier Menschen einander zu begreifen“ (Federico Fellini). Bisher konnte dieser Stoff nicht auf der Bühne gezeigt werden. Erst die hier vorliegende Bühnenfassung macht es möglich.

Leading Team
Regie: Andy Hallwaxx
Bühne: Judith Leikauf und Karl Fehringer
Kostüme: Erika Navas
Cast
Marjan Shaki, Doris Weiner, Thomas Bauer und Reinhold G. Moritz

“Sonny Boys”
Und dann sind da noch die “Sonny Boys”. Dass das Stück von Neil Simon, das schon in vielen Produktionen und Inszenierungen in Wien gelaufen ist, für volle Häuser sorgt, ist bekannt. Michael Schottenberg schießt allerdings besetzungsmäßig den Vogel ab und bietet mit Peter Weck und Harald Serafin zwei ganz besondere Publikumslieblinge. Premiere ist am 17. Oktober 2008, alles andere als eine hundertprozentige Auslastung wäre verwunderlich.

Ihr ganzes Leben lang waren sie Partner, wurden von ihrem Publikum landauf landab geliebt und gefeiert: Als kongeniales Duo „Sonny Boys“ ernteten Willie und Al mit ihren Sketches überall Applaus. Doch die beiden Vollblut-Komiker konnten sich privat nicht ausstehen und irgendwann zog Al einen Schlussstrich unter die Partnerschaft. Aber aus den erhofften Solokarrieren wurde nichts. Stattdessen versuchen sie, sich mit dubiosen Werbespots über Wasser zu halten, leben aber hauptsächlich grantelnd in den Tag hinein und pflegen ihre Wehwehchen. Bis Willies Neffe Ben die beiden alten Hasen für eine Fernseh-Show noch einmal zusammenspannen möchte. Ihren berühmtesten Sketch sollen sie geben. Die Sticheleien sind immer noch die alten – Al bringt Willie mit seinem Zeigefinger nach wie vor zur Weißglut und Willie kann sich immer noch keine Namen merken – aber Bens Idee erweist sich für die beiden als wahres Lebenselixier …
Sonny Boys ist die Geschichte einer besonderen Freundschaft: rasant, tragikomisch und vor allem brillant geschrieben. Zudem bietet das Stück zwei Vollblutkomödianten die Möglichkeit, die eigenen Bühnenbiografien selbstironisch in die Geschichte zu verweben. Berühmte Sonny Boys waren etwa Martin Held und Bernhard Minetti oder Paul Verhoeven und Heinz Rühmann. Das Stück – eines von Neil Simons größten Erfolgen – wurde mehrfach verfilmt (u.a. mit Walter Matthau und George Burns, Woody Allen und Peter Falk) – und gilt zu Recht als eine liebevolle Hommage an das Theater.

Leading Team
Regie: Michael Schottenberg
Bühne: Hans Kudlich
Kostüme: Erika Navas
Cast
Peter Weck, Harald Serafin

Weitere Premieren: Peer Gynt, Ein spanisches Stück, Tod eines Handlungsreisenden, Die Fledermaus, Die Reifeprüfung, Drei Schwestern (weitere Infos)

Theater der Jugend zeigt österreichische Erstaufführung von “Honk!”

Honk!
Ab 3. Juni 2008 zeigt das Theater der Jugend im Wiener Renaissancetheater die österreichische Erstaufführung von “Honk!” (Aufführungen ab 29. Mai 2008, Premiere am 3. Juni 2008 um 16 Uhr. Weitere Vorstellungen: täglich außer sonntags bis 26. Juni 2008).

Das Musical von Anthony Drewe (Buch & Text) und George Stiles (Musik), das auf Hans Christian Andersens Märchen vom hässlichen Entlein beruht, wurde erstmals im Dezember 1993 im Watermill Theatre unter dem Titel “The Ugly Duckling, or The Aesthetically Challenged Farmyard Fowl” aufgeführt. 1997 feierte die Show als “Honk!” ihre Premiere im Stephen Joseph Theatre in Scarborough, England. 1999 ging die London-Premiere im Royal National Theatre über die Bühne. Im Jahre 2000 wurde “Honk!” in London als Bestes Neues Musical mit einem Laurence Olivier-Award ausgezeichnet und setzte sich damit gegen Shows wie “The Lion King” durch. Neben dem Laurence Olivier-Award wurde “Honk!” mit dem FNB VITA Award in Südafrika und dem Elliot Norton Award in den USA ausgezeichnet. 2001 tourte die Show (in der Version des National Theatre) durch England und wird immer wieder von Schulen und lokalen Theatergruppen aufgeführt.

Leading Team
Anthony Drewe (Buch & Text)
George Stiles (Musik)
frei nach Hans Christian Andersens „Das hässliche Entlein“
Deutsch von Stephan Kopf, Zelma und Michael Millard

Regie: Henry Mason
Musikalische Leitung: Gerald Schuller
Bühne: Judith Leikauf und Karl Fehringer
Kostüme: Jan Hax Halama
Choreographie: Alonso Barros

Cast
Susanne Altschul, Melanie Bayer, Sabine Bina, Hannes Drobetz, Tania Golden, Sophie Hassfurther, Jürgen Kapaun, Peter Kratochvil, Reinhold G. Moritz, Robert G. Neumayr, Martin Niedermair, Robert Pistracher, Bettina Reifschneider, Gerald Schuller, Andreas Siman, Sigrid Spörk, Roman Straka

Der Inhalt des Stücks
Der Frühling ist auch im Entenstall angekommen. Im Nest von Enterich Drake und Entenmutter Ida liegt dieses Jahr ein ungewöhnlich großes Ei. Heraus schlüpft ein hässliches Tier, das mit seinen Geschwistern wenig gemeinsam hat und außerdem statt des erwarteten “Quak” ein seltsames “Honk!” von sich gibt. Ida kümmert sich um “Gnomy”, das hässliche Entlein, wie um ihre eigenen Kinder und freut sich, dass es besonders gut schwimmen kann. Alle anderen Tiere auf dem Bauernhof, die eigene Familie eingeschlossen, machen sich lustig. Kater Tom lädt das hässliche Entlein zum “Essen” ein. Knapp schafft es die Flucht und lernt dabei die eingebildete Gans Greylag kennen. Fern von zu Hause, lebt das hässliche Entlein bei den Hühnern Lowbutt und Queenie. Erst im nächsten Frühjahr ist die Suche nach der Mutter, mithilfe des schönen Schwans Penny, erfolgreich - gerade rechtzeitig für die triumphale Rückkehr auf den Bauernhof.

George Stiles & Anthony Drewe
George Stiles wurde 1961 in England geboren und hat mit seinem ehemaligen Studienkollegen, dem Autor Anthony Drewe, die Shows “Tutankhaum”, “Just so” (produziert von Cameron Mackintosh und 1985 ausgezeichnet mit dem Vivian Ellis Prize), “Peter Pan”, “Soho Cinders”, “Tom Jones”, “Moll Flanders”, “The Card”, “A Twist of Fate”, “Twelfth Night” und “Honk!” entwickelt und komponiert. Anthony Drewe arbeitet auch als Schauspieler. In George Stiles Musical “Die drei Musketiere” spielte er die Rolle des Porthos. Gemeinsam sind sie Gründungsmitglieder der Mercury Musical Developments, die sich die Förderung und Ausbildung junger Musicalmacher zum Schwerpunkt gesetzt hat. Außerdem schreiben sie Revuen und Songs für Fernsehen, Radio und Theater. Ihre Arbeiten haben nicht nur die Aufmerksamkeit von Steven Spielberg erweckt, der sich die Filmrechte an “Just so” sicherte, sondern begeistern Zuschauer u. a. in Kanada, den USA, Deutschland, Russland, Israel, Singapur und Südafrika.

Drama League Awards 2008 - die Nominierungen

Am 16. Mai 2008 werden die begehrten Drama League Awards im New Yorker Marriott Marquis Hotel verliehen. Es ist dies die traditionsreichste Preisverleihung der USA für besondere Leistungen auf dem Gebiet des Theaters. Die Drama League wurde 1916 gegründet, seit 1933 werden Awards unter anderem für das beste Musical, das beste Theaterstück, das beste Musical-Revival und das beste Revival im Bereich des Sprechtheaters vergeben. Die Nominierungen für die 74. Drama League Awards aus Musicalsicht:

Distinguished Production of a Musical
- A Catered Affair, Book by Harvey Fierstein; Music and Lyrics by John Bucchino, Walter Kerr Theatre
- Cry-Baby, Based on the film by John Waters, Book by Thomas Meehan and Mark O’Donnell, Lyrics by David Javerbaum, Music by Adam Schlesinger, Marquis Theatre
- Next to Normal, Music by Tom Kitt, Book and Lyrics by Brian Yorkey, Second Stage Theatre
- Passing Strange, Book and Lyrics by Stew, Music by Stew and Heidi Rodewald, Created in collaboration with Annie Dorsen, The Public Theater/Belasco Theatre
- The Adding Machine, Book by Jason Loewith, Book and Music by Joshua Schmidt, Minetta Lane Theatre
- The Slug Bearers of Kayrol Island, Libretto by Ben Katchor, Music by Mark Mulcahy, Vineyard Theatre
- Xanadu, Book by Douglas Carter Beane, Music and Lyrics by Jeff Lynne and John Farrar, Helen Hayes Theatre
- Young Frankenstein, Book by Mel Brooks and Thomas Meehan, Music and Lyrics by Mel Brooks, Hilton Theatre

Distinguished Revival of a Musical
- Black Nativity, by Langston Hughes, adapted by Alfred Preisser, Classical Theatre of Harlem/The Duke on 42nd Street
- Gypsy, Book by Arthur Laurents, Music by Jule Styne; Lyrics by Stephen Sondheim, St. James Theatre
- Seussical, Book by Lynn Ahrens and Stephen Flaherty, Music by Stephen Flaherty; Lyrics by Lynn Ahrens, Theatreworks USA/Lucille Lortel Theatre
- South Pacific, Book by Joshua Logan and Oscar Hammerstein II, Music by Richard Rodgers; Lyrics by Oscar Hammerstein II, Lincoln Center Theatre
- Sunday in the Park with George, Book by James Lapine; Music and Lyrics by Stephen Sondheim, Roundabout Theatre Company/Studio 54

Die komplette Liste der Nominierungen bietet Playbill.

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