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Archiv - News

Broadway’s long-running plays – Top 10 (Stand 2026)

1 Life With Father (3.224) Premiere 1939; Derniere 1947
2 Tobacco Road (3.182) 1933–1941
3 Harry Potter and the Cursed Child (2.487+) Premiere: 2018
4 Abie’s Irish Rose (2.327) 1922–1927
5 Gemini (1.819) 1977–1981
6 Deathtrap (1.793) 1978–1982
7 Harvey (1.775) 1944–1949
8 Born Yesterday (1.642) 1946–1949
9 Mary, Mary (1.572) 1961–1964
10 The Voice of the Turtle (1.557) 1943–1948

Zemann, Setz, Hirschl und der »Bored Gay Werewolf«

Barbara Zeman und Clemens Setz sind für ihren Podcast »Erster Österreichischer Sachbuchpreis« diesmal bei Elias Hirschl zu Gast und schaun sich an, was sich so in seinem Buchregal findet.

Zum Beispiel: »Bored Gay Werewolf«, ein Buch, das an Chuck Palahniuks »Fight Club« erinnert und nicht zuletzt eine Satire auf die »Bro«-Kultur ist. Eine recht witzige Kurzfassung des Inhalts:
»Brian, an aimless slacker in his twenties, has been struggling to manage his transition to adulthood almost as much as his monthly transitions to a werewolf. Really, he’s not great at the whole werewolf thing, and his recent murderous snaccidents have got his best friends Nik and Darby suspicious, and caught the attention of Tyler, a hot were-entrepreneur with a start-up idea for the mythological wellness market. Tyler wants Brian to be part of his vision, but as the two get closer – and Brian drifts further from his friends – it becomes clear that Tyler’s plans are much more nefarious than a little lupine enlightenment.«

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Tony Santorella

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Am interessantesten sind immer wieder die kleinen Abschweifungen der Autor:innen in ihrem Podcast. Diesmal wird zum Beispiel ein YouTube-Channel erwähnt, in dem die schlimmsten nuklearen Unfälle aufbereitet werden.

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Nukleare Unfälle


Erwähnt wird auch das »Evangelienbuch« von Ottfried von Weißenburg aus dem Jahr 870, in dem sich das Wort »horngibruader« (Bruderschaft vom Horn) findet. Eigentlich bezeichnet es Leprakranke, die ihr Erscheinen mit einem Glöckchen, einer Klapper oder eben mit einem Horn (Instrument) ankündigen mussten. Interessant ist das unter anderem auch deshalb, weil im berühmten Grimm‑Wörterbuch („Deutsches Wörterbuch“), herausgegeben von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, für diesen Begriff eine völlig falsche Bedeutung vermerkt ist: »eine art mönche«.

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Evengelienbuch


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Podcast von Zeman & Setz

Stadttheater Walfischgasse 2026

Die groß angekündigte »neue Ära« des Stadtheaters Walfischgasse scheint auch schon wieder vorbei zu sein. André Hellers Show »Remassuri« ist an diesem Standort abgespielt und absolviert jetzt einige Gastspiele, unter anderem im Wiener Prater im sogenannten Spiegelpalast (eigentlich ein Zelt, in dem Toni Mörwalds Fressshows über den Teller gehen). Das Stadttheater Walfischgasse ist wieder a Leich, aber das passt ins Themenuniversum Hellers ganz gut. Wenn sich dann der Baumeister (dessen Namen man nicht nennen muss), der der Staatsoper einen wahren Palast gebaut hat (NEST) als Sponsor dereinst mal verabschieden sollte, könnte die Staatsoper mit ihrem Programm für Kinder vielleicht wieder ins ehemalige Nest, das Stadttheater Walfischgasse, zurückkehren (das sie 2015 bis 2020 gemietet hatte). Was dann aus dem NEST wird?

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Stadttheater Walfischgasse

Nils Rovira-Muñoz über sein »Horror-Erstengagement« am Wiener Volkstheater

Theaterpodcast Schauspiel Hannover mit Nils Rovira-Muñoz. Er erzählt zum Beispiel von seinem Engagement am Wiener Volkstheater (2015–2017), direkt nach seinem Schauspielstudium.
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»Ich hatte ein richtiges Horror-Erstengagement in Wien, am Volkstheater. Das war für mich die Realitätskeule von ›Das ist Theater‹. Will ich das? Kann ich das? Was passiert hier? Das war ne Lektion, für die ich dankbar bin. […] Für mich war es ein Wahnsinn, in diese Riesentheaterstadt Wien zu ziehen mit so ner großen Tradition auch an dem Haus. Die Leute lieben das Theater dort. Es gibt viel Aufmerksamkeit dafür, und das checkt man sofort. Gleichzeitig war es auch eines der größeren Häuser in meinem Jahrgang. Quasi diese Bürde zu tragen: Man ist einer von den wenigen, die die Möglichkeit bekommen, in dieser Größenordnung zu arbeiten. Das hat mich überfordert, muss ich sagen. Dann hab ich ganz groß gespielt am Anfang, neben Starkollleg:innen, und ich war aber nicht so gut, würd ich sagen. Dann kriegst du Kritiken, die dein Spiel beurteilen, und da muss man kucken, wie geh ich da selber mit um. Welche Verantwortung liegt dann vielleicht auch bei der Leitung? Da sind so viele Sachen zusammengekommen, dass das Engagement dann nach zwei Jahren beeendet war und das eine große Erleichterung auch für mich war auf ne Art. Trotzdem wertvolle Jahre, muss ich sagen.«
Link zum Podcast –> hier

Keine Planungssicherheit für kleine Bühnen in Wien

Für kleine Bühnen in Wien gibt es derzeit keine Planungssicherheit. Sie bekommen für 2027 keine Zusage von Förderungen, weil mehrjährige Förderungen abgeschafft wurden. Die Bedeutung von mehrjährigen Förderungen ist der Stadt Wien bekannt. Auf wien.gv.at heißt es:

»Mehrjährige Förderungen geben Sicherheit, ermöglichen längerfristige Planungen, erhöhen den Handlungsspielraum von Kulturschaffenden und reduzieren den Verwaltungsaufwand. Zur Verbesserung von Resilienz ist es sinnvoll, längerfristiges Fördern, wie es der Theaterbereich modellhaft bereits vorführt, auf andere Genres zu übertragen bzw. spartenspezifisch anzupassen, um die Vorteile sinnvoller Planungsphasen zu nutzen. Regelmäßige Valorisierungen werden nach Maßgabe des städtischen Budgets angestrebt.«

Aus dem Büro der Wiener Stadträtin für Kultur und Wissenschaft heißt es dagegen derzeit:
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Links
ORF Wien heute
»Die Fortschrittskoalition für Wien«

Wien: Theaterneuübernahmen 2026

Ausgerechnet in diesen wilden Zeiten kommt es in Wien gleich zu einer Reihe von Theaterneuübernahmen. Die jüngste Meldung betrifft das ehemalige Volx/Margareten, ab 2015 eine Außenspielstätte des Volkstheaters, die irgendwann in den letzten Jahren still und heimlich aufgegeben wurde. Als »Das Margareten« wird der Raum jetzt neu eröffnet. Ob das klappt, wird sich zeigen. Es läuft eine Crowdfunding-Kampagne, am 28. Februar ist die erste Vorstellung angesetzt.

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Das Margareten
Crowdfunding

Andere Projekte:
Die Freie Bühne Wieden hat seit 2026 mit Gernot Kranner einen neuen Direktor.

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Freie Bühne Wieden

Das Gloria Theater wird nun von Claudia Rohnefeld geleitet

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Gloria Theater

Vor rund 100 Jahren war die heißeste Theatermeile die Wiener Praterstraße. In den 1920er- und 1930er-Jahren bezeichnete man sie als den »Broadway Wiens«. Davon hat sich nichts erhalten. Wer nun auf das Theater Nestroyhof Hamakom hinweist: Ja, das ist heute eine sehr interessante Bühne, sie wurde aber erst 2009 eröffnet. Davor, nämlich am Beginn, sagen wir 1899, war auf diesem Grund das Café Reklame mit Wirtshaus, Bierhalle und Restaurant, ab 1904 das Intime Theater, nach den Kriegen Kinos und Supermärkte, und ab 1997 nutzte man den Grund kulturell. Wilde Zeiten.

VBW: Kammeroper wird geschlossen

Die VBW machen wieder einmal Negativschlagzeilen. Oder, sagen wir, sie würden Negativschlagzeilen machen, wenn es eine Öffentlichkeit gäbe, die sich dafür tatsächlich interessierte. So läuft im Moment eine Diskussion vor allem via Kolumnen und Petitionen ab.
Worum gehts? Vor ein paar Tagen hat die Stadt Wien beschlossen, die Subventionen für die VBW zu kürzen, mit der (vermeintlichen) Auflage, dass die Einsparungen nicht den klassischen Bereich treffen sollten. Ein paar Momente später haben die VBW auch schon ihren »Sparplan« verkündet: Sie schließen die Kammeroper. Im Marketingsprech hört sich das so an: Die Kammeroper ist sanierungsbedürftig, daher pausiert man den Spielbetrieb.
Ab da verläuft der Ärger auf mehreren Ebenen. Die Kammeroper gehörte ursprünglich einmal der Familie Gabor und musste mit der Saison 2010/11 ihren Spielbetrieb einstellen, weil sich kein finanzieller Rettungsplan erstellen ließ (man hätte aber sehr wohl einen vonseiten Wiens finden können). Davor liefen an diesem Haus jahrelang unter anderem großartige Musicalproduktionen. All das wurde für immer beendet, als die VBW 2012 die Kammeroper übernahmen. Sie wurde daraufhin eine Spielstätte für das Junge Ensemble (JET) und war nun zumindest in diesem Bereich hoch angesehen. Ausgerechnet dieses Haus also nun (vorübergehend) zu schließen, ist in mehrfacher Hinsicht unangemessen. Vor allem, wenn man hören musste, wie stattdessen die VBW ihre Einnahmen pushen wollen. So hat man vor, die Anzahl der Vorstellungen pro Woche zu erhöhen (auf acht). Jeder vernünftige Mensch würde hier kontern: Kinder, ihr habt den 2. Rang im Raimund Theater derzeit nicht einmal im Verkauf, weil die Leute das »Phantom«einfach satt haben. Ihr verscherbelt einen nicht unerheblichen Teil eurer Tickets last minute über einen eigens gegründeten Verein namens Musicalclub um wohlfeile 25 Euro. Und nur, weil für ein paar Monate »Maria Theresia« noch ganz gut laufen wird, wollt ihr uns diese Maßnahme als finanziellen Lösungsversuch präsentieren?
Ich hätte eine anderen Vorschlag. Man möge die VBW anweisen, die akustische Bruchbude Ronacher zu schließen (vielleicht würde Michael Niavarani sie übernehmen, der macht aus jedem Loch ein Erfolgsprojekt). Weiters wird die Bespielung des Theaters an der Wien wieder ausschließlich mit Musicals erfolgen, allerdings im Stagione-Betrieb und nur mit Stücken mit Wert. Im Raimund Theater hat man ausschließlich Eigenentwicklungen zu zeigen. Um das Ganze auf den Weg zu bringen, müsste natürlich zuerst die VBW-Spitze ausgetauscht werden.

Benjamin Dreyer: Yass[ification], Queen

Benjamin Dreyer schreibt:

These last few days, in the face of the grisly coverage of the grisly Las Vegas »reimagining« of the 1939 film »The Wizard of Oz,« I’ve been exercising my fascination with the newishfangled word »yassification,« a neologism I’m extremely fond of because it lives up to my chief criterion for neologisms, which is that they should fill a void no extant word currently occupies. In this case, our brave new word takes in the act of cranking the dials up on a person’s or object’s beauty, specifically as that person or object is represented online, and with the use of various softwares and filters that so oversucceed in their task that the result is uncanny-valley-ly grotesque. Also in »yassification«’s favor, it sounds (at least to me) precisely like what it means, which is endearingly user-friendly of it. Plus I was tickled to learn that the »yass« part of »yassification« derives indeed, as I’d hoped and prayed it would when I first went to look the word up, from the »yass« of »yass, queen.«

In the event, I find »yassification« so alluring, so on point, so simply-too-much-fun, that I’m willing to risk a certain mutton-dressed-as-lamb-ness in using it.

Coinages, I’d say, occupy a spectrum from essential (»regift« and »selfie,« for instance, and more recently the superb »doomscrolling«) to close-to-pointless-and-destined-to-be-discarded-and-forgotten-almost-as-soon-as-they’re-spawned, like, for instance, »goblin mode,« which I suspect most God-fearing people had never encountered before it was inexplicably named a word of the year, to the egregious »rizz,« which ditto, a word that’s useful, I suppose, if you’re so bereft of life expectancy that you don’t have enough time to say »charisma.«

Seine Beiträge auf Substack kann man –> hier abonnieren.

2026 in der Komödie am Kai: »Harold und Maude« mit Daniela Ziegler

Ab 7. Februar 2026 ist wieder einmal Colin Higgins’ schwarze Komödie »Harold und Maude« in Wien zu sehen. Jonas Zeiler und Daniela Ziegler spielen unter der Regie von Boris von Poser bis 14. März 2026.
Zuletzt war das Stück 2017 mit Meo Wulf und Erni Mangold am Spielplan der Wiener Kammerspiele. Es war Erni Mangolds Bühnenabschied. Und auch Meo Wulf war danach nicht mehr lange auf Wiener Bühnen zu sehen. Das Stück an sich hat ihn aber nicht losgelassen. Anfang 2025 brachte er als Autor:in, Regisseur:in, Drag Artist, Choreograf:in und Hauptdarsteller:in eine queere Version an der Berliner Volksbühne zur Aufführung (mit Christine Groß). Und was er auf seinem Onlyfans-Account so treibt, wissen nur seine Abonnent:innen.

Links
Komödie am Kai: »Harold und Maude«
Berliner Volksbühne: »Conni & Clyde«

ESC 2026: Erste News. Loïc Nottet, Marty Brem

News zum ESC 2026. Wer für Österreich antreten wird, soll in einer Auswahlshow entschieden werden. In Belgien gibt es Gerüchte, dass man bereits einen Kandidaten hat: Loïc Nottet. Er war zuletzt beim Song Contest 2015 dabei. In Wien.
Als Österreich zuletzt den ESC ausrichtete (2015), gab es eine Premiere: Zum ersten Mal holte ein Gastgeberland null Punkte ab. Auch damals wurde Österreichs Beitrag durch eine Vorentscheidung bestimmt. The Makemakes setzten sich dabei durch. Die Band macht derzeit eine Pause auf unbestimmte Zeit.
Erfolgreich waren die per Vorentscheidung ausgewählten Vertreter für Österreich selten. 2016 schaffte Zoë Platz 13 (151 Punkte), und das war bis zurück ins Jahr 2003 auch schon die beste Platzierung für eine so getroffene Wahl. 2003 war Österreich aber natürlich ganz besonders gfeanzt und hat Alf Poier zum ESC geschickt (101 Punkte, Platz 6).
Die erste Vorausscheidung gabs 1981. Der ORF wählte den Interpreten, das Publikum den Song. Marty Brem erreichte beim ESC dann 20 Punkte (Platz 17). Seit April 2012 ist Brem Head of Music Portfolio bei Red Bull Media House in Salzburg und Los Angeles. In seinem LinkedIn-Profil findet seine ESC-Teilnahme keine Erwähnung.

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