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Archiv - News

Werk X: Ich glaube

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Das WERK X startet mit der Uraufführung von »Ich glaube«, einer Produktion des aktionstheater ensemble, in die neue Spielzeit. Die Truppe rund um den Theatermacher Martin Gruber thematisiert in ihrem neuesten Stück Religion als Faktor für Selbstlegitimierung, Abgrenzung, Ausgrenzung und Gewalt. Die Wien-Premiere findet am Mittwoch, 11. Oktober 2017, im WERK X in Meidling statt.

Vor der Kulisse einer durch Attentate verletzten Welt treffen sich die ProtagonistInnen des aktionstheater ensemble und werfen sich mehr oder weniger funktionierende Lebensphilosophien einer saturiert-säkularen Welt an den Kopf. Jeder weiß es besser. In einem schwindelerregenden Parforceritt werden religiöse wie quasi-religiöse Lebensentwürfe durchdekliniert. Die Erkenntnis, dass der Glaube an absolute Wahrheiten noch nie wirklich funktioniert hat, ist den AkteurInnen aber nur ein schwacher Trost. Was letztlich verbindet, ist die Suche nach einem verbindenden Element: die Liebe.

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ICH GLAUBE
von Martin Gruber und aktionstheater ensemble

Uraufführung in Koproduktion mit Bregenzer Frühling und Kooperation mit Werk X
Dauer: 75 Minuten

täglich bis Sa. 14. Oktober jeweils 19:30 Uhr im Werk X (Oswaldgasse 35a, 1120 Wien)

Konzeption, Regie: Martin Gruber
Text: Martin Gruber und aktionstheater ensemble
Dramaturgie: Martin Ojster
Regieassistenz: Robin Sarah Ströhle
Musik/Arrangements, Sound-Design: Kristian Musser
Musiker: Kirill Goncharov (Geige), Jean Philipp Viol (Bratsche)
DarstellerInnen: Susanne Brandt, Alev Irmak, Martin Hemmer, Claudia Kottal, Benjamin Vanyek

Dank an: Simone Huchler, Martin Platzgummer (PROXI), Aaron Sutterlütte (Aaronfilm),
Felix Dietlinger
Fotos: Stefan Hauer

ICH GLAUBE - TRAILER from aktionstheater ensemble on Vimeo.

Theater Drachengasse: Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid!

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Am Montag, dem 9. Oktober 2017, geht im Theater Drachengasse die Premiere des Stücks »Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid!« über die Bühne. Nach »Die großen Kinder unserer Zeit« ist es die zweite Arbeit von Korbinian Schmidt und Franz-Xaver Mayr im Theater Drachengasse. Franz-Xaver Mayr ist aktuell für den NESTROY-Preis 2017 nominiert, für seine Inszenierung von »diese mauer fasst sich selbst zusammen und der stern hat gesprochen, der stern hat auch was gesagt« im Wiener Schauspielhaus.

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»Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid!« ist ein theatrales Panoptikum zur Erforschung der Generation Y in Bezug auf Haben, Wollen, Sein und Müssen. Zwischen Prekariat und Selbstoptimierung, Leistungsdruck und Ich-Inszenierung regiert die Angst, als Witzfiguren in die Geschichte einzugehen.

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Lieber Bonnie,
Es ist ja so. Wir haben lange gewartet und waren geduldig. Wir sind joggen gegangen. Wir haben uns gesund ernährt. Wir haben unsere Körper auf Vordermann gebracht. Wir haben eine Ausbildung gemacht, haben studiert und sind gereist. Wir haben lange Gespräche geführt, haben Interesse an vielen Dingen entwickelt, haben Sprachen gelernt und gelernt, wie wir uns anziehen müssen, damit wir nach etwas aussehen. Wir haben in uns und unsere Leben viel Zeit und Geld investiert, damit wir damit etwas anfangen können. Und jetzt ist all das in Gefahr, weil es etwa Probleme gibt? Woher wir das wissen? Aus dem Internet! Dort sagen das nahezu alle. Es stünde schlecht um uns und man müsse etwas unternehmen. Das sagen auch nahezu alle. Das ist nicht fair. Darauf hat man uns nicht vorbereitet. Und außerdem fehlen uns dazu die Informationen und die finanziellen Mittel. Was machen wir denn jetzt. Wie du weißt, bin ich Schriftstellerin und arbeite im Einzelhandel und da bleibt mir wenig Zeit mich noch um anderes zu kümmern. Und so geht es fast allen. Gut. Nicht jeder arbeitet im Einzelhandel, aber nahezu jeder ist Schriftsteller*in geworden und da braucht man viel Zeit für sich. Bonnie, ich weiß. Uns geht es ja gut. Wir haben Arbeit, die Landschaft ist toll, das Klima auch, wir tragen tolle Kleider, alles i.O. Noch! Weißt du, ich habe einfach Angst, dass wir es nicht hinbekommen. Dass alles vergebens war. Dass wir nicht den Ruhm ernten, den wir verdienen, sondern stattdessen einfach immer so weiter machen, weiter unsere Kleider kaufen und gesunde Dinge essen und dann einfach verschwinden und als die größten Witzfiguren in die Geschichte eingehen werden. Davor habe ich eine verdammte, begründete Angst!
In Liebe, den Tränen nahe, deine Bonnie!

PS: Ich habe jedes einzelne Gespräch mit Dir genossen. Auch wenn uns kein einziges weitergebracht hat.

Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid!
Uraufführung
Eine Koproduktion mit Theater Drachengasse

Inszenierung: Franz-Xaver Mayr, Korbinian Schmidt
Dramaturgie: Moritz von Schurer
Video: Nela Pichl
Maske: Inge Schra
Regieassistenz: Sarah Maringer
Bühnenbildassistenz: Johanna Mitulla
Produktionsfotos: Marcella Ruiz Cruz

Es spielen: Nehle Breer, Karola Niederhuber, Nils Rovira-Muñoz, Amerlingchor

Uraufführung: Montag, 9. Oktober, 20 Uhr
Weitere Vorstellungen: 10.–14.10., 17.–21.10., 20 Uhr

Karten:
Theater Drachengasse, Bar&Co
Fleischmarkt 22, 1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 513 14 44
e-mail: karten@drachengasse.at
web: www.drachengasse.at/karten.asp
Abendkassa: 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn
Vollpreis: 19 Euro / Studierende: 10 Euro / weitere Ermäßigungen

brut/Volkskundemuesum: Chesterfield

Während der Generalsanierung des Künstlerhauses zieht brut Wien für eine Saison um und umher und initiiert Projekte an unterschiedlichen Orten in Wien: In der ersten Saisonhälfte bespielt brut Theaterräume in Neubau und in der Leopoldstadt, Leerstände in Favoriten, ein Museum in der Josefstadt, einen Club am Donaukanal, eine Bushaltestelle in der Brigittenau und ein Schwimmbad in Hernals.

In den Räumen des Volkskundemuseums zeigt die Wiener Künstlerin Alix Eynaudi Anfang Dezember gemeinsam mit vier weiteren Performer*innen ihre neueste Arbeit: Chesterfield, ein choreografisches Projekt in Form einer performativen Ausstellung, deren Absicht es ist, poetische Beziehungen zwischen Tanzen, Lesen, dem Objekt Buch und dem Material Leder herzustellen.

Die Tänzer*innen lassen sich für Chesterfield von Pflanzenbüchern aus der viktorianischen Zeit und der Sammlung des Volkskundemuseums inspirieren, darunter u. a. von brandbemalten Lederobjekten, gestanzten Masken oder feinen Schnitzereien auf Tierhäuten. Aus diesen unterschiedlichen Inspirationsquellen collagieren sie das Stück Chesterfield, in dem ihre Körper wie tanzende Wörter und Zeichen erscheinen.

Die Choreografin und Tänzerin Alix Eynaudi lebt und arbeitet in Wien. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Balletttänzerin an der Opéra national de Paris und studierte zeitgenössischen Tanz bei PARTS Brüssel. Sieben Jahre tanzte sie in Anne Teresa De Keersmaekers Compagnie ROSAS. Seit 2005 tourt sie erfolgreich international mit ihren eigenen Stücken. www.alixeynaudi.com

Chesterfield
Ein Projekt von Alix Eynaudi In Zusammenarbeit mit Mark Lorimer, Quim Pujol, Cécile Tonizzo, An Breugelmans, Bruno Pocheron Dank an Alessio Scandale, Jean-Luc Plouvier, Olivier Renouf, Elton Petri, Jacopo Lanteri, Clémentine Caudron, Beatrix Potter, Emily Dickinson, Margaret Gatty, Margaret Hamilton Produktion Sarah Blumenfeld für boîte de production – Verein für zeitgenössischen Tanz und zeitgenössische Installationen Administration Smart – Das Büro für Künstler*innen und Kreative
Eine Koproduktion von Alix Eynaudi und brut Wien, danceWEB through Life Long Burning und BUDA Kunstencentrum. In Kooperation mit Tanzquartier Wien, La Place de la Danse – CDCN Toulouse/Occitanie (working studio), Volkskundemuseum Wien. Mit freundlicher Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien, des Bundeskanzleramts Kunst und Kultur und des Kulturprogramms der Europäischen Union.

Narziss, du Opfer!

Das Theater Drachengasse lädt junge Theatermacher ein, Konzepte für Kurzprojekte zum Thema »Narziss, du Opfer!« einzureichen.

Was du erstrebst, ist nirgends;
was du liebst, wirst du verlieren, sobald du dich abwendest.
Was du siehst ist nur Schatten, nur Spiegelbild.

Egoismus ist gut, Narzissten und Psychopathen sind erfolgreich, du bist deines Glückes Schmied – lautet das Mantra des Marktes. Wir konkurrieren, wir werten. Damit wir besser sein können, müssen andere schlechter sein. Wir sind Gewinner*innen oder Verlierer*innen, die Guten oder die Schlechten. So sollen wir funktionieren. So eindeutig soll es sein. Aber was, wenn wir nur in der Unsicherheit der Begegnung, im Prozess der Beziehung erfahren können, wer wir sind? Was, wenn eine Gruppe mehr weiß, als der Einzelne? Was, wenn eine solidarische Praxis möglich ist?

Die Gewinner des Wettbewerbs werden über Juryentscheid bzw. Publikumsabstimmung ermittelt. Der Jurypreis beträgt 5000 Euro und wird vom Kuratorium für Theater, Tanz und Performance für die weitere Ausarbeitung des Projektes bereitgestellt. Die Drachengasse stellt Bar&Co samt Infrastruktur für die Aufführung in der darauffolgenden Saison zur Verfügung: Proberaum für 3 Wochen, eine Spielserie von 16 Tagen. Bühne: 3,5 x 5 m, technische Grundausstattung vorhanden; PR, Werbung, Marketing; dramaturgische Betreuung
Der Publikumspreis beträgt 1000 €.

Projektbeschreibung:
Einreichfrist: 2. November 2017
Spielzeit: 28. Mai bis 16. Juni 2018, Di bis Sa, Beginn: 20 Uhr
Dauer: 20 Minuten. Keine Monologe.
Abgesehen vom allgemeinen Thema »Narziss, du Opfer!« keine inhaltlichen Vorgaben.
Teilnehmer: Theaterkünstler in Ausbildung oder am Beginn ihrer Berufslaufbahn. Fokus auf Text, Schauspiel und Regie (minimale bühnentechnische Anforderungen)

Unterlagen: Name und Kontakt der Gruppe, Projektbeschreibung (maximal 1 Seite), Info über Mitwirkende (Name, Alter, Kurzbiografien inkl. Ausbildung)
Projektvorschläge sind zu richten an: newcomer@drachengasse.at
oder per Post an: Theater Drachengasse, 1010 Wien, Fleischmarkt 22, Kennwort: Newcomer

Bronski & Grünberg 2017/2018

Kaja Dymnicki, Julia Edtmeier, Salka Weber und Alexander Pschill starten mit ihrem Theater Bronski & Grünberg in die zweite Saison. Die folgenden Premieren stehen am Programm:
»Richard III.« (Regie: Helena Scheuba)
»Rigoletto« (Regie: Alexander Pschill, Julia Edtmeier, Kaja Dymnicki)
»Kevin allein zu Haus« (Regie: Dominic Oley)
»Titanic« (Regie: Dominic Oley)
»Wiener Blut« (Regie: Ruth Brauer-Kvam)
»Kleist – Familie Schroffenstein« (Regie: Fabian Alder)
»Pretty Woman« (Regie: Calle Fuhr)
»Onkel Wanja« (Regie: Lorraine de Sagazanne)

Saisonstart: 22. September 2017 – Premiere »Richard III.«

Die nächsten Premieren:
8. Oktober 2017: »Der Spieler« (Wiederaufnahme)
24. November 2017: »Rigoletto«

brut, Schauspielhaus 2017/2018: »Dirty Dancing Faust« und die »Seestadt-Saga«

Die Programmpräsentation von Schauspielhaus und brut für die Saison 2017/2018 folgt im Herbst. Erste Ankündigungen gibt es schon:

brut: »A Dirty Dancing Faust«
Ende Oktober startet das Projekt »A Dirty Dancing Faust« von Nesterval (in Kooperation mit brut). Das Kollektiv, in Wien für seine immersiven Theater- und Stadtabenteuer gefeiert, wird das Publikum in einem leerstehenden Gebäude (Simmering-Donaustadt-Floridsdorf) für zwei Monate in eine Fusion aus Goethes »Faust« und »Dirty Dancing« involvieren und sich gemeinsam auf Ermittlungen rund um den Tod eines jungen Hotelangestellten begeben.

Schauspielhaus Wien: Seestadt-Saga
Eine Gruppe von jungen, in Wien lebenden Autoren diverser Herkunft konzipiert nach Vorgabe einer Storyline eine Film- und Theaterserie, die Seestadt-Saga, die in Echtzeit über Social-Media-Kanäle gepostet wird und das interaktive Rezipieren ermöglicht. Die virtuelle Auseinandersetzung wird begleitet von Performances, Partys, Versammlungen und Wohnungsbesuchen vor Ort.

Kammeroper Wien: A Quiet Place

22. März 2018
19:30bis22:30

Kammerfassung (2013)
Musik von Leonard Bernstein
Orchestrierung und adaptiertes Libretto von Garth Edwin Sunderland
Eine Produktion der Neuen Oper Wien in Koproduktion mit dem Müpa Budapest

Do, 22.03.2018, 19:30 Uhr PREMIERE
Weitere Vorstellungen: 24.3., 27.3., 29.3., 2.4., jeweils 19:30 Uhr
Wiener Kammeroper, Fleischmarkt 24, Wien 1010

Einführungsgespräche vor den Vorstellungen mit Walter Kobéra jeweils um 18:45 Uhr

MUSIKALISCHE LEITUNG Walter Kobéra
INSZENIERUNG Philipp M. Krenn
AUSSTATTUNG Christian Tabakoff
LICHT Norbert Chmel
CHOREINSTUDIERUNG Michael Grohotolsky

SAM Steven Scheschareg
DEDE Katrin Targo
JUNIOR Dániel Foki
FRANCOIS Nathan Haller
FUNURAL DIRECTOR Pablo Cameselle
BILL Georg Klimbacher
SUSIE Rebecca Blanz
ANALYST Savva Tikhonov
DOC Johannes Schwendinger
MRS. DOC Veronika Dünser

ORCHESTER amadeus ensemble-wien
CHOR Wiener Kammerchor

Der Kartenvorverkauf im Online-Shop beginnt am 2.9.2017 (10:00 Uhr)
Tickets –> hier

Werk X-Eldorado: »Freaks«

(c) Matthias FueggerJoey Goebel (1980 geboren) startete seine künstlerische Laufbahn mit 16 Jahren als Frontman der Band The Mullets. Bis 2001 brachten er und seine Gruppe vier Alben auf den Markt. Danach versuchte er sich an Drehbüchern. Einen dieser Versuche, »The Anomalies«, arbeitete er in Romanform um. Er jobbte gerade auf einer Pferderennbahn, als ihn das Verlagshaus MacAdam/Cage 2003 verständigte, man wolle den Roman des 23-Jährigen veröffentlichen. – 2007 brachte Diogenes das Werk auf Deutsch unter dem Titel »Freaks« heraus. Am 27. März 2017 findet die Österreichische Erstaufführung der Bühnenversion der Popgroteske im Werk X-Eldorado in Wien statt.

Goebel erzählt in »Freaks« die Geschichte einer fünfköpfigen Band, in der ein Zyniker, eine greise Gitarristin, eine achtjährige wohlstandsverwahrloste Bassistin mit Gewaltfantasien, eine Stripperin für die Moral und ein emigrierter Iraker aufeinandertreffen. Auf der Bühne umgesetzt wird »Freaks« von der »offshore group« unter der Regie von Markus Kubesch.

Goebel, um das noch kurz auszuführen, hat sich im deutschen Sprachraum nicht mit »Freaks« etabliert. 2004 erwarb Diogenes auf der Frankfurter Buchmesse die deutschsprachigen Rechte für Goebels zweiten Roman: »Torture the Artist«, brachte ihn unter dem Titel »Vincent« heraus und landete mit mehr als 100.000 verkauften Büchern einen Hit. Erst danach kam »Freaks« auf den Markt, und Goebel avancierte mit seinen Lesungen in Punkrock-Clubs zum Kultautor. Musikalisch ging es bei Goebel auch nach dem Ende der Mullets weiter. Zuerst mit der Band Novembrists und danach solo als Dr. Lawyer.

FREAKS
Inszenierung: Markus Kubesch
Eine Produktion von offshore group in Kooperation mit WERK X
Dramaturgie, Produktion: Iris Raffetseder
Bühne: Christina Pointner
Kostüme: Valerie Liegl
Assistenz: Viktoria Klimpfinger
Mit: Cecilia Steiner, Caner Sunar, Malte Sundermann

Premiere: Mo 27.3.2017, 20.00 Uhr
Weitere Vorstellungen (jeweils 20.00 Uhr): 28.3., 29.3., 3.4., 4.4. und 5.4.2017
Ort: WERK X-Eldorado
Petersplatz 1, 1010 Wien
Tickets: 01 535 32 00 11, reservierung@werk-x.at, werk-x.a

Nathan Trent. War das nötig?

Als am Montag, dem 27. Februar, ein Video von Österreichs Beitrag zum Song Contest auf YouTube auftauchte, dachte ich mir: Gutes Lied. Vielleicht ist es ja mal wieder möglich, einfach mit einem guten Lied zu punkten.
Aber, es wäre nicht der ORF, wenn er nicht am Tag danach eine passende »Story« zu diesem Lied geliefert hätte: In einer »Krise nach seinem Musicalstudium« sei der Song entstanden, meinte Nathan Trent, der Sänger. Er habe nach Abschluss seines Studiums nicht gewusst, was er machen soll. Um diese Aussage einzuschätzen, muss man ein paar Dinge wissen:
– Der Begriff »Musical« ist für die den Song Contest bestimmenden Leute ein Feindbegriff. Es gibt unvergessliche Szenen, wie Musicalsänger bei diversen Castingformaten des ORF regelrecht vorgeführt wurden, wie ihre Ausbildung, ihre Attitude allein deswegen kritisiert wurden, nur weil sie ein einschlägiges Musicalstudium absolviert hatten. Kam von dieser Richtung also der Tipp, dem Song mit dieser Story Sinn zu geben?
– Nathan Trent hatte vor seinem Musicalstudium reichlich Gelegenheit, ins Popstar-Business reinzuschnuppern. 2011 nahm er als 19-Jähriger am Castingformat »X Factor« teil und belegte den 11. Platz. Damals schien ein Musicalstudium danach durchaus Sinn zu haben.
– Trent hatte nach dem Abschluss seines Musicalstudiums eine Hauptrolle in einem Musical in Amstetten (»Footloose«). Er hatte schon während seines Studiums Rollen in Baden, im Theater in der Josefstadt und im Metropol. Er wird diese Chancen wohl auch seinem Studium zu verdanken haben. Ist es nun notwendig, seine Musicalausbildung in ein derartiges Licht zu stellen, selbst wenn das Ganze vielleicht falsch rübergekommen sein sollte. Hätte man die Musicalausbildung nicht ganz im Gegenteil in einem positiven Kontext erwähnen können? Andere mit vielleicht ebenso großem Talent und einer abgeschlossenen Musicalausbildung verdingen sich bei Musicaltankern wie den VBW als Ticketabreißer. Es ist schon richtig, was mir der Leiter eines anderen Ausbildungszentrums für Musicaldarsteller unlängst gesagt hat: »Wir bilden Leute aus, die auch in den Job wollen.« Vielleicht geht das nur, wenn man dafür auch zahlt und zwar richtig viel im Gegensatz zum Kons, an dem Trent seine Ausbildung absolviert hat. Ja, man kann ein Musicalstudium auch als Persönlichkeitsbildung ganz allgemein ansehen, aber solche Leute nehmen anderen Talenten dann einfach einen Platz weg. Talenten, die nicht gleich in eine Sinnkrise stürzen, wenn sie nicht als Johnny Awesome zum Instant-Musicalstar mutieren.

Zwei Chancen für Austin McKenzie 2017

Am Broadway war er 2015 als Melchior Gabor im Broadway-Revival von »Spring Awakening« zu sehen, einer Produktion des Deaf West Theatre, in der mit Gebärdensprache gearbeitet wurde (McKenzie hat Gebärdensprache am Columbia College Chicago studiert). 2017 startet der Film »Speech & Debate« mit ihm in den US-Kinos, und die Mini-TV-Serie »When We Rise« des Senders ABC, in der er ebenfalls zu sehen ist, soll eines der TV-Highlights des Jahres werden.

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