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Archiv - Februar, 2008

“Ich Tarzan, Du Jane” - Folge 1

Wer hat das Musical “Tarzan” komponiert:
1) Tokio Hotel
2) Phil Collins

Viel mehr gibt es eigentlich zur ersten Folge der Sat1-”Musical”-Castingshow “Ich Tarzan, Du Jane” nicht zu sagen. 3000 Euro konnte ein Zuschauer bei Beantwortung der Quizfrage gewinnen. So hat wenigstens einer etwas von der Show. Die Unterschiede zu DSDS waren marginal, Musicalfeeling kam keines auf, Hauptziel der Show scheint es zu sein, einen Großteil der Teilnehmer gründlich aufzumischen. Ein paar bekannte Leute wie Mark Seibert wurden als Köder ins Becken geworfen. Wie man hört, konnten sie sich mit einem gewagten Sprung schon nach dieser ersten Runde aus dem Urwald befreien. Kein Wunder, wenn die Sendungsverantwortlichen es nicht mal schaffen, die Vornamen der Kandidaten richtig zu schreiben. Schwamm drüber, kann nur besser werden.

Taser-Einsatz ist Folter

Allen Befürwortern des Taser-Einsatzes durch Exekutivbeamte (siehe ORF-Bericht) sollte man jenes YouTube-Video zeigen, das demonstriert, wie der Elektroschocker als Folterinstrument eingesetzt wird. Am 17. September 2007 hielt Senator John Kerry an der Universität von Florida (UF) eine Rede. Andrew Meyer, Publizistik-Student an jener Universität, stellte unangenehme Fragen und wollte sie auch beantwortet wissen. Statt einer Antwort nahm ihn ein halbes Dutzend Polizisten in Gewahrsam, drückte ihn zu Boden, und folterte ihn mit einem Taser. John Kerry hielt währenddessen munter weiter seine Veranstaltung ab.

Im Hörsaal waren Mikrofone aufgebaut, jeder der Anwesenden hatte die Möglichkeit, offen seine Fragen an den Senator zu richten.
Das tat auch der Student Andrew Meyer. Er wollte unter anderem von Kerry wissen, wie es bei den Präsidentschaftswahlen 2004 in Florida zur massiven Einschüchterung von Wählern und zum Wahlbetrug kommen konnte. Immerhin war es John Kerry selbst, der durch die Manipulationen um die Präsidentschaft gebracht worden war. Weiter wollte Meyer wissen, warum es damals keine Bestrebungen gab, ein “Impeachment” (Amtsenthebung) gegen Bush einzuleiten.
Aber er stellt anscheinend die falschen Fragen. Meyer hält ein Buch von Greg Palace hoch und ruft Kerry zu, er hätte die Präsidentschaftswahlen 2004 gewonnen. Warum hat er nichts gegen Bush unternommen?
In diesem Augenblick heißt es, seine Fragezeit sei vorbei. Nachdem der Student auf seine Fragen und vor allem auf eine Antwort von Kerry besteht, stellt man das Mikro ab. Doch Meyer spricht unbeirrt mit erhobener Stimme weiter. Er ruft “Impeach Bush” und stellt die Frage, ob Kerry Mitglied der Geheimloge “Skull and Bones” sei. Plötzlich stürmen Polizisten in den Saal und nehmen ihn fest. “Was habe ich getan?”, ruft Meyer immer wieder. Er wehrt sich im ersten Moment nicht, als ihm aber klar wird, dass er verhaftet werden soll (‘are you arresting me?’), protestiert er und will sich den Griffen der Polizei entziehen.
Sie packen ihn, schleppen ihn in den hinteren Teil des Hörsaals und überwältigen ihn. Mittlerweile sind 19 Polizisten um ihn herum, Meyer leistet keinen Widerstand. Als er bereits am Boden liegt, stürzen sie sich auf ihn und richten eine Elektroschock-Pistole auf ihn. Wiederholte Male wird er mit Hochspannung (17.500 V bis 50.000 V ) beschossen - “getasert”. In dem Video ist nicht zu überhören, welche schrecklichen Schmerzen Meyer dabei zu erleiden hat. [Politblog]

In Amerika sind nach einem Bericht von Amnesty International bisher 220 Menschen durch den Einsatz von Tasern gestorben.

“The Producers” in Wien: “Don’t book another show” - Mel Brooks vom Megaerfolg des Big-Fun-Musicals überzeugt

Andreas Bieber
Geht es nach Mel Brooks, so müssen sich Kathrin Zechner, die Intendantin der Vereinigten Bühnen Wien, und ihr Bereichsdirektor für Marketing, Wolfgang Hülbig, in den nächsten Jahren keine Sorgen mehr um das Wiener Ronacher machen, denn Brooks, der “Producer” schlechthin, ist überzeugt: “We can be there forever. Don’t book another show after us.”

Andreas Bieber

Nun, so weit plant man denn bei den VBW dann auch wieder nicht voraus. Vorläufig stehen die “Producers” einmal bis Mai 2009 am Spielplan des Wiener Ronacher. Am 30. Juni 2008 erfolgt mit der deutschsprachigen Uraufführung die feierliche Eröffnung des frischrenovierten Theaters, nur einen Tag nach dem Ende der Fußballeuropameisterschaft. Das nennt man Timing. So optimiert man die Chancen, internationale VIPS auf den roten Teppich bringen zu können, im Doppelpackage von Sport und Kultur. Bis 14. August 2008 steht die erste Tranche der ersten Saison am Spielplan, nach einer kleinen Sommerpause geht es dann ab September weiter. Für September ist die Veröffentlichung der Cast-CD geplant, die Aufnahmen dafür finden im Juli statt.

Andreas Bieber

Verkauft wird “The Producers” als Big-Fun-Musical, in der Tat könnte man “The Producers”, wie Mel Brooks meint, auch als Love Story bezeichnen. Es ist die Geschichte zweier charakterlich völlig unterschiedlicher Männer, die im Laufe des Musicals lernen, sich zu respektieren und zu lieben. Die Geschichte eines schüchtern-unschuldigen Buchhalters (Leo Bloom), der davon träumt, ins Showbusiness einzusteigen, und eines abgebrühten, gierigen, erfolgshungrigen Broadwayproduzenten (Max Bialystock). Max lehrt Leo, was es braucht, um im Business Erfolg zu haben, während Leo Max jene Werte zu vermitteln versucht, die ihm alles bedeuten: Fürsorge, Liebe, Kunst und Kultur. Eingebettet ist die “Love Story” in einen pointensprühenden Plot:

Max Bialystock und Leo Bloom haben einen perfekten Plan. Sie wollen einen programmierten Flop auf die Bühne bringen, um sich mit dem Geld der Finanziers, die kaum mit der Rückzahlung ihrer Investitionen rechnen werden, aus dem Staub zu machen. Die beiden Produzenten finden ein ganz und gar unmögliches Stück, engagieren den dämlichsten Regisseur, den geschmacklosesten Ausstatter und ein Reihe wenig versprechender Darsteller.
Doch die beiden Produzenten haben die Rechnung ohne das Publikum gemacht, ihre Show gerät zum unvermuteten Hit.

Andreas Bieber

Einen kleinen Videozusammenschnitt der Pressekonferenz bietet wienweb.at.

Leading Team
Buch: Mel Brooks/Thomas Meehan
Musik/Lyrics: Mel Brooks
Regie/Choreographie: Susan Stroman
Einstudierung der Inszenierung: Nigel West
Einstudierung der Choreographie: Leigh Constantine
Übersetzung: Philipp Blom (Lyrics), David Bronner (add. Lyrics), Michaela Ronzoni (Dialoge, Dramaturgie)
Regieassistenz (deutsche Dialoge): Viktoria Schubert
Bühnenbild: Robin Wagner (Design), David Petersen (Associate), Ted Irwin (Short Time Consultant)
Kostüm-Design: William Ivey Long
Licht-Design: Pia Virolainen
Sound-Design: Erich Dorfinger

Cast
Cornelius Obonya (Max Bialystock)
Andreas Bieber (Leo Bloom)
Bettina Mönch (Ulla)
Herbert Steinböck (Franz Liebkind)
Martin Sommerlatte (Roger de Bris)
Rob Pelzer (Carmen Ghia)

Treibacher Industrie AG: Triology “Around the World”

17. Mai 2008
19:30bis21:30

Triology: „Around the World“

Samstag, 17. Mai 2008, 19.30 Uhr
Werkshalle FL_Festival Lounge
Treibacher Industrie AG, Althofen
www.treibacher.com

Kunst im Werk
Unter dem Motto „Kunst im Werk“ veranstaltet und unterstützt die Treibacher Industrie AG schon seit vielen Jahren eine breite Palette an Kunstaktivitäten. Nach den äußerst positiven Erfahrungen der letzten Jahre, eine der Werkshallen in eine beeindruckende Festival Lounge umzugestalten, wird auch in diesem Jahr wieder ein außergewöhnliches Konzert stattfinden.

Triology
Triology, das sind Daisy Jopling, Aleksey Igudesman und Tristan Schulze, drei außergewöhnliche, klassisch ausgebildete Streicher, die in internationalen Konzertsälen vor begeistertem Publikum ihre neue Form virtuoser und aufregender Cross-over-Musik präsentieren. Ob einfach zu dritt, auf Tournee mit Stargeiger Julian Rachlin oder mit Jazzgitarrist Wolfgang Muthspiel, immer und überall fasziniert dieses einzigartige Trio sein Publikum. Sie erwarben sich einen blendenden Ruf durch die Interpretation von Filmmusik von Ennio Morricone, der selbst ein erklärter Bewunderer von Triology ist.

Ihr Programm für das Konzert am 17. Mai 2008 in der FL-Halle der Treibacher Industrie AG steht unter dem Motto „Around the World“. Sie komponierten es selbst, inspiriert von Musik aus aller Welt, mit einer Offenheit gegenüber allen Stilmitteln, ob Klassik, Jazz, Pop, zeitgenössische Musik oder Weltmusik. Ihre musikalische Bandbreite umspannt Klezmer, irische Folklore, Jazz, Minimal Music sowie südamerikanische, indische und afrikanische Musik.

Außerdem finden auch Werke aus ihrem Programm Ennio Morricone Eingang in dieses einmalige Konzerterlebnis.

Tickets
Ö-Ticket Vorverkaufsstellen oder unter www.oeticket.com

“erinnern für die zukunft” - Ein Projekt zum Gedächtnis an die Mariahilfer Opfer des NS-Terrors

Den vielen hunderten Menschen, die während der nationalsozialistischen Diktatur aus dem Wiener Bezirk Mariahilf deportiert und ermordet wurden, soll durch das Projekt “erinnern für die Zukunft” ein ehrendes Andenken bewahrt werden. Ein breit gefächertes Kulturprogramm mit Informations- und Diskussionsveranstaltungen beschäftigt sich mit der Bedeutung der historischen Ereignisse auch für die Gegenwart und die Zukunft.

Eine Auflistung aller Programmpunkte findet man im Veranstaltungskalender der Website zum Projekt, ein paar Events seien an dieser Stelle hervorgehoben:

11. März 2008, 19 Uhr, Wien-Energie-Haus
Premiere des Tanztheaterstücks “REMEMBER” von Carousel Theater. Es tanzen: Nina Crobath, Ana Ruth Sánchez Martínez, Lena Kraus, Daniel Feik und Szabi Becker. Choreografie und Musik: Walter Baco. Kostüme: Petra Simon & Katharina Braunschmidt in Zusammenarbeit mit der Modeschule für Design. www.baco.at; Eintritt frei, Kartenreservierung wegen begrenzter Platzzahl erforderlich!

2. April 2008, 18 Uhr, Volkshochschule Wien West
Das Raimundtheater 1938 - “… ein Theater zur Pflege der bodenständigen Bühnenkunst”: Vortrag von Dr. Edda Fuhrich

16. April 2008, 18 Uhr, Volkshochschule Wien West
Das Theater an der Wien in der Direktion Arthur Hellmer, 1936-1938: Vortrag von Dr. Angela Heide

April 2009: Uraufführung von Eric Woolfsons “POE” in Wien

PoeLaut Recherchen der Redaktion des Kultur-Channels planen Times Square Production, das Musicaltheater Brno und die Gallissas Theaterverlag und Mediaagentur GmbH für April 2009 eine Produktion von Eric Woolfsons Musical “POE” in der Wiener Stadthalle. Regie wird Stanislav Mosa führen, Bühnenbild und Kostüme übernimmt Christoph Weyers.

“POE” wurde im November 2003 dreimal in den Londoner Abbey Road Studios konzertant aufgeführt, bei der Wiener Produktion handelt es sich um die Uraufführung der Musicalversion.

Kein Oscar für Alan Menken / Stephen Schwartz & die peinsame “Oscar”-Übertragung des ORF

“Wir sind Oscar”, dürften sich wohl die Redakteure des ORF gedacht haben, als sie nach der Verleihung des Auslands-Oscars an Österreich die Live-Übertragung aus Los Angeles unterbrachen und ein zweites Mal den “Moment des Entzückens” einspielten. Sie meinten ganz offensichtlich, Jon McLaughlins Live-Performance des Oscar-nominierten Songs “So close” sei nicht so wichtig, um auch gesendet zu werden. Was für ein Glück, dass es andere Sender gibt, die auch in den kommenden Jahren die “Oscars” übertragen werden. Da kann man auf den ORF auch gerne verzichten.

Alan Menken & Stephen Schwartz gingen bei den Oscars 2008 leer aus. Der Gewinner in der Kategorie “Music (Song)”: “Falling Slowly” aus dem Film “Once” (Musik und Text von Glen Hansard und Marketa Irglova).

“Sweeney Todd”, die Verfilmung des gleichnamigen Musicals von Stephen Sondheim, konnte die Jury in einer einzigen Kategorie überzeugen: “Art Direction” (Preisträger: Dante Ferretti (Art Direction); Francesca Lo Schiavo (Set Decoration))

Peinliches ist den Verantwortlichen bei der Rubrik “In memoriam” passiert. So wurde zwar Heath Ledger gedacht, auf Brad Refro, der im Januar 2008 an einer Überdosis Rauschgift starb, wurde jedoch vergessen.

Was die Zuschauerzahlen betrifft, so war es für die TV-Übertragung der Academy Awards kein gutes Jahr. Die Einschaltquoten gaben um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nach. Der Hollywood Reporter spricht von einem Flop.

Aufregung um “Die Fälscher” in der deutschen Presse

Nach gefühlten Jahrtausenden ist mal wieder ein Film eines österreichischen Regisseurs für den Oscar nominiert: “Die Fälscher” von Stefan Ruzowitzky, mit dem österreichischen Schauspieler Karl Markovics in der Hauptrolle und den deutschen Jungstars August Diehl und Marie Bäumer in weiteren Rollen.

Dass August Diehl für diesen Film engagiert wurde, hat einen Grund: Der deutsche Film- und Theaterstar ist nicht nur enorm begabt, er ist auch populär und wird immer beliebter. Ohne Diehl, der mit all seinem Charisma wie ein Spiegel für die zurückgenommene Performance von Markovics agiert, wäre der Film vermutlich erst gar nicht für einen Auslandsoscar nominiert worden. Was liegt also näher, als selbstverständlich auch ihn zur Oscar-Verleihung einzuladen, und natürlich auch Marie Bäumer.

Doch genau an diesem Punkt setzt wie so oft die persönliche Eitelkeit und auch menschliche Unkultur an, am Vorabend eines möglichen Erfolgs. Der Regisseur geht lieber mit Familienanhang zur Oscar-Verleihung statt mit jenen Menschen, die all das erst ermöglicht haben. Letzten Endes ist dies eine Frage des Charakters, und die deutsche Presse urteilt hier mit allem Recht hart. [Welt online]

Webtipp: Hannes Muik online

Hannes Muik

Lange hat es gedauert, aber vor ein paar Monaten, im November 2007, ist auch Hannes Muik mit einer eigenen Website online gegangen. Auf hannesmuik.com bekommt man einen guten Eindruck davon, wie vielseitig der (Musical-)Darsteller, Performer, Regisseur, Autor und nicht zuletzt auch Maler Hannes Muik (geworden) ist seit seinem Engagement in “Joseph and the amazing techniocolor dreamcoat” am Wiener Raimund Theater (1999/2000) - eine Produktion, die sicher einer der Wendepunkte in seinem Leben war. So schreibt er auf seiner Website dazu:

Der Anspruch, der die Hauptrolle mit sich brachte, stellte mich in vielen verschiedenen Bereichen vor große Herausforderungen und Veränderungen, die teils angenehm, teils unangenehm waren, aber ohne die ich heute bestimmt nicht da wäre, wo ich bin. Vieles würde ich heute wahrscheinlich anders machen, doch wird diese Zeit für mich immer etwas ganz Besonderes bleiben.

hannesmuik.com ist eine der wenigen Darsteller-Websites, die nicht nur kurze Hingucker bieten. Der vielseitige Künstler überrascht mit reichhaltigem Content - Bild und Wort, gleichermaßen interessant.

London: “Hairspray” - der große Gewinner der “Whatsonstage Theatregoers’ Choice Awards”

Bei den “Whatsonstage Theatregoers’ Choice Awards” 2008 gibt es einen großen Gewinner: “Hairspray”. Das Londoner Publikum wählte die West-End-Produkton des Erfolgsmusicals gleich in sieben der insgesamt vierundzwanzig Kategorien zum Sieger:

01) Best Actress in a Musical: Leanne Jones (43.1%)
02) Best Actor in a Musical: Michael Ball (33.7%)
03) Best Supporting Actress in a Musical: Tracie Bennett (30.5%)
04) Best Supporting Actor in a Musical: Ben James-Ellis (27.6%)
05) Best New Musical: Marc Shaiman, Scott Whitman, Mark O’Donnell & Thomas Meehan (50,4%)
06) Best Director: Jack O’Brien (39%)
07) Best Choreographer: Jerry Mitchell (50.4%)

Weitere Gewinner in den Musicalkategorien:

Wicked
Best Takeover in a Role: Kerry Ellis (36.1%)

Joseph & the Amazing Technicolor Dreamcoat
Best Musical Revival (42,8%)

The Lord of the Rings

Best set Designer: Rob Howell (37,8%)

Die New York Times analysiert “Tokio Hotel”

Geht es nach der New York Times, so könnte die deutsche Band “Tokio Hotel” durchaus reelle Chancen haben, in den USA einen Erfolg zu landen. Die Erfolgsformel der Band besteht aus zwei Worten: Bill Kaulitz.

To watch Tokio Hotel live is to gaze at that gender-bending singer, who answers to the disappointingly unglamorous name of Bill Kaulitz. He is 18, and he looks like an anime version of Christian Siriano, the precocious star of this season’s “Project Runway.”
In his soft, pleading voice you can hear some of the complications of life as a teen idol: to his fans he’s not only a sex symbol but also a potential confidant and maybe a role model; he is an intermediate figure, standing between the girls in the crowd and the men in the band. But compared with Mr. Kaulitz, those band members (including his identical but very differently styled twin, Tom Kaulitz) couldn’t help but seem underwhelming. As they trudged, sometimes clumsily, through a short set, they seemed a lot less sophisticated than the skinny guy in front, who looks as if he has been honing his stage act since birth. If this concert was oddly delightful from start to finish, thank Bill Kaulitz, who should, with any luck, be thrilling and perplexing young Americans for the rest of the year.
During the best songs — like “Monsoon,” one of the band’s biggest hits — the contrast between singer and band was charming. “Monsoon” is effective because it’s surprisingly restrained: the music stays quiet, and the band doesn’t really kick in until after the second chorus. And when the noise finally came, there was a pleasing sense of devolution, as a teen-pop juggernaut with eyes on an American prize regressed into an exuberant garage band, making a gleeful racket.

“Sweeney Todd” mit Johnny Depp - oh, it’s a Musical!

“Sweeney Todd”, die Verfilmung des gleichnamigen Musicals von Stephen Sondheim, startete am 21. Februar 2008 in Deutschlands und Österreichs Kinos. Tim Burton und eine gigantische Marketingmaschinerie haben ihr Möglichstes getan, um “Sweeney Todd” ja nicht als “Musicalfilm” zu verkaufen. Eher schon sollen die Zuschauer mit dem Etikett Horror in die Kinos gelockt werden. Wenn dann Johnny Depp anfängt zu singen … wer wird wegen ihm schon das Kino verlassen?

Stephen Sondheim ist nun nicht gerade ein immer leicht zugänglicher Komponist, und so muss es niemanden wundern, wenn sogar ein Medium wie der Spiegel sich nicht entblödet, die folgenden Zeilen zu schreiben:

Der Komponist Stephen Sondheim hat für das Musical “Sweeney Todd” Songs geschrieben, die einem durch Mark und Bein gehen. Das hat den Erfolg des Werks, das seit 1979 an vielen großen Bühnen der Welt gespielt wird, vermutlich noch befördert; es ist aber für die meisten Johnny-Depp-begeisterten jungen Frauen, die sich jetzt die Musicalverfilmung des Regisseurs Tim Burton ansehen werden, bestimmt eine harte Prüfung. Ganz grob ausgedrückt: Der sagenhafte Mister Depp singt hier fast pausenlos ausgesucht scheußliche Lieder.

Ganz grob ausgedrückt macht sich der Autor der Filmrezension, sein Name muss hier nicht extra erwähnt werden, recht lächerlich, wenn er meint:

Großartig ist der Film trotzdem (…)

Trotzdem? Nunja, was soll man aus dem Land von “Ich war noch niemals in New York” und “Mamma Mia!” sowie “Mamma Mia!” und nochmals “Mamma Mia!” erwarten, könnte man genauso plump erwidern. Keine Ahnung von dem, was man tatsächlich einstmals als Musicalgenre entwickelte, bevor abgetakelte Poprockstars ihre Hits aus vergangenenen Jahrzehnten in Shows für alle jene zusammengatschten, die auf Schlager für Altgewordene stehen. Wird dann einmal ein tatsächliches Musicalmeisterwerk in ein filmisches Meisterwerk transponiert, dann muss ausgerechnet ein Freddy-Krüger-Fan das Original antatschen, ohne offensichtlich auch nur die leiseste Ahnung zu haben, womit er es zu tun hat. “Horror eben”, schließt der Spiegel-Rezensent seine Story. Wie wahr, wie wahr, was das Niveau betrifft.

Ein wenig pfiffiger geht da schon das österreichische Kinomagazin “skip” an die Sache heran, wenn es schreibt:

Musicals haben es im Kino oft nicht leicht. Aber das hier ist ein völlig anderes Kaliber. Nicht nur wegen der überaus blutigen und makabren Story. Sondern vor allem wegen der herausragenden Talente, die sie auf der Leinwand zum Leben erwecken. Kultregisseur Tim Burton und sein Leibdarsteller Johnny Depp haben eine lange, gemeinsame Tradition: Ihre bisherigen Filme (…) sind zeitlose Meisterwerke. Dass sie auch unter den verschärften Bedingungen der Tatsache, dass Sweeney Todd ein Musical ist, in bewährter Weise brillieren, verdanken wir Burtons unvergleichlichem Gefühl für gruselromantische Optik und den Darstellungs-, hier vor allem aber auch Sangeskünsten eines Johnny Depp, dessen Stimme vergleichsweise den Putz vom Raimund Theater bröckeln ließe.

“Sweeney Todd”, derzeit im Kino und definitiv einen Kinobesuch wert.

Alan Menkens Oscar-Chancen 2008

Gleich für drei Oscars ist Komponist Alan Menken in diesem Jahr nominiert. Die von ihm komponierten Lieder (Texte: Stephen Schwartz) “That’s how you know”, “Happy working song” und ”So close” (alle aus dem Film “Enchanted”) treten gegen “Falling slowly” (aus ”Once”, Musik und Text von Glen Hansard und Marketa Irglova) sowie “Raise it up” (aus “August Rush”; Musik und Text von Jamal Joseph, Charles Mack und Tevin Thomas) an.

Gleich drei Nominierungen müssen nicht zwangsweise die Chance erhöhen, auch tatsächlich den begehrten Preis zu erhalten. Im Vorjahr war Henry Krieger für drei Songs aus “Dreamgirls” nominiert - bekommen hat den Oscar schließlich aber Melissa Etheridge für “I need to wake up” (aus “An Inconvenient truth”).

Andererseits war Menken (gemeinsam mit Howard Ashman) bereits 1991 mit drei Songs aus “Beauty and the Beast” im Rennen - und gewann für den Ttelsong den Oscar. Noch fünf Tage, dann wird es spannend, bei den “Oscars 2008″.

Alan Menkens Oscar-Nominierungen und -Gewinne der vergangenen Jahre:

01) ENCHANTED (2008) Nominee (Original Song “So close”)
02) ENCHANTED (2008) Nominee (Original Song “That’s how you know”)
03) ENCHANTED (2008) Nominee (Original Song “Happy working song”)
04) HERCULES (1997) Nominee, Music (Original Song “Go the distance”)
05) THE HUNCHBACK OF NOTRE DAME (1996) Nominee, Music (Original Musical or Comedy Score)
06) POCAHONTAS (1995) Winner, Music (Original Musical or Comedy Score)
07) POCAHONTAS (1995) Winner, Music (Original Song “Colors of the wind”)
08) ALADDIN (1992) Winner, Music (Original Score)
09) ALADDIN (1992) Nominee, Music (Original Song “Friend like me”)
10) ALADDIN (1992) Winner, Music (Original Song “A whole new World”)
11) BEAUTY AND THE BEAST (1991) Winner, Music (Original Score)
12) BEAUTY AND THE BEAST (1991) Winner, Music (Original Song “Beauty and the Beast”)
13) BEAUTY AND THE BEAST (1991) Nominee, Music (Original Song “Be our guest”)
14) BEAUTY AND THE BEAST (1991) Nominee, Music (Original Song “Belle”)
15) THE LITTLE MERMAID (1989) Winner, Music (Original Score)
16) THE LITTLE MERMAID (1989) Nominee, Music (Original Song “Kiss the girl”)
17) THE LITTLE MERMAID (1989) Winner, Music (Original Song “Under the sea”)
18) LITTLE SHOP OF HORRORS (1986) Nominee, Music (Original Song “Mean green mother from outer space”)

Konservatorium Wien Privatuniversität/Musikalisches Unterhaltungstheater lädt zum Schnuppertag

Foto: Wolfgang SimlingerWer sich für das Studium Musikalisches Unterhaltungstheater an der Konservatorium Wien Privatuniversität interessiert, hat am Samstag, den 1. März ab 11 Uhr die Gelegenheit, an einem Schnuppertag teilzunehmen.

Die Abteilungsvorstände Erhard Pauer und Lior Kretzer laden dazu ein, sich über das Studium Musikalisches Unterhaltungstheater zu informieren. Interessierte sollten zwei Lieder und einen Monolog vorbereiten und am Samstag, 1. März 2008 an die Konservatorium Wien Privatuniversität, Standort Bräunerstraße 5, 1010 Wien kommen. Treffpunkt ist um 11 Uhr vor dem Bob-Fosse-Raum (Nr. 2.12.).

Anmeldeschluss für die Zulassungsprüfungen ist Freitag, 14. März. Bewerbungen für ein Studium an der Konservatorium Wien Privatuniversität können jederzeit im Studienreferat eingereicht werden.

Festspiele Gutenstein 2008: Jesper Tyden als “Tutanchamun”

Jesper TydenMit einer beachtlichen Besetzung starten die Festspiele Gutenstein in ihre erste Musical-Saison. Gegeben wird “Tutanchamun”, und die All-Star-Cast sieht wie folgt aus:

Cast
Tutanchamun: Jesper Tyden
Anchsenamun: Sabine Mayer
Haremhab: Rob Fowler
Eje: André Bauer
Teje/Saamiya: Kerstin Ibald
Ofir: Harald Tauber

Leading Team
Künstlerische Leitung: Ernst Neuspiel
Musik: Gerald Gratzer
Buch/Lyrics: Sissi Gruber
Lyrics: Birgit Nawrata
Buch/Producer: Niki Neuspiel
Regie: Dean Welterlen
Choreographie: Cedric Lee Bradley
Musikalische Einstudierung: Herwig Gratzer
Bühnenbild: Edi Neversal
Kostüme: Uschi Heinzl, Zizi Lehner
Maske: Monika Krestan
Regieassistenz: Anetta Klein

Die Premiere findet am 3. Juli statt.

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