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Archiv - August, 2006

dieTheater präsentiert Peter Kerns “Liebesgesänge”: Wenn der Schmerz zur Lust wird

Künstlerhaus Theater  (Foto: Martin Bruny)

Am 29. August 2006 ging im Wiener Künstlerhaus die Premiere von Peter Kerns neuestem Theaterstück “Liebesgesänge 1-2″ über die Bühne. In den Hauptrollen: Oliver Rosskopf (Java, ein Mörder), Andreas Bieber (Lucien, ein Sexualverbrecher), Miriam Goldschmidt (Altstar), Heinrich Herki (Aufseher/Ehemann) und Günter Bubbik (Coco/Beppo).

Liebesgesänge-Plakat  (Foto: Martin Bruny)

“Liebesgesänge 1″ ist ein zirka 15 Minuten kurzes Stück, frei nach Motiven des einzigen Kurzfilms von Jean Genet “Un chant d’amour”, geschrieben von Peter Kern, das gänzlich ohne Worte auskommt, nur aus Geräuschen, Percussion, Gesten, Körperflüssigkeiten, grellem Licht, Sirenen, Sex und Gewalt besteht. Den “Sound” erzeugen zwei Musiker (Toomas Täht: Schlagzeug; Miroslav Mirosavljev: Gitarre), die hoch oben in der Szenerie sitzen. Gespielt wird auf engstem Raum. In einer Gefängniszelle eingesperrt sehen wir drei Männer. Alle drei werden vom Gefängniswärter auf verschiedenste Weise missbraucht, gedemütigt, geschändet; einer der Gefangenen, er kann dem Gefängniswärter nicht mehr sexuell dienlich sein, da er völlig weggetreten die meiste Zeit nur mehr zuckend am Boden vor sich hin röchelt, wird von seinem Peiniger erschossen. Wir steigen mitten in einen typischen Tag der Gefangenen ein, die sich zwar nicht abgefunden haben mit ihrem Schicksal, aber teilweise schon so abgestumpft sind, dass sie die vom Gefängniswärter gewünschten Opferhaltungen, sexuellen Gesten bis hin zu gutturalen Lauten automatisch ausführen beziehungsweise sich an den Qualen, die ihre Mitgefangenen erleiden, aufgeilen. Die Szenerie ist brutal, die Geräusche unangenehm, die Handlung hart und sehr realistisch gespielt, wobei dennoch gewisse Grenzen nicht überschritten werden, freilich wird bei weitem ein realistischeres und sexuell expliziteres Szenario gespielt, als dies etwa an den staatlichen Bühnen normalerweise der Fall ist. Andererseits bewegt sich die Inszenierung im Rahmen des bereits auf Bühnen Stattgefundenen.

Liebesgesänge  (Foto: Martin Bruny)

“Liebesgesänge 1″ endet unwirklich. Der von Andreas Bieber verkörperte Gefangene stößt die Gefängnismauern um, aus der engen Gefängniszelle wird eine Art Strandlandschaft, man hört ein viel angenehmeres Geräusch: Meereswellen. Die Entspannung nach 15 Minuten purer Qual ist körperlich spürbar und perfekt in Szene gesetzt. Andreas Bieber singt das Lied “Die großen weiten Vögel” (Text: Ingrid Caven, Musik: Peer Raben, bearbeitet von M.Mirosavljev). Nahtlos geht es über in “Liebesgesänge 2″. Was sich dann abspielt, wird auf der “dieTheater”-Seite wie folgt beschrieben:

In einem Wiener Beisl sitzt ein berühmter alter Filmstar, umgeben von einem Haufen Zeitungsausschnitten und gesammeltem Abfall des Alltags. Hier liegt ihre Seele, gesammelt und aufbewahrt, verstaubt und getreten. Sie sitzt oft mit ihrem Mann hier und wartet, dass Leute vorbeikommen, die sie erkennen und bewundern, aus vergangenen Tagen. Sie hat in den 60-iger und 70-iger Jahren Hauptrollen in über 60 Filmen gespielt. Heute wurde der Wirt zu Grabe getragen und die Stimmung der beiden ist getrübt. Selbst der Kellner ist heute zu Hause geblieben; niemand da, der bedient. Ihr Ehemann zapft sich das Bier selber. Wieder sind es die alten Geschichten, die sie bewegen. Wie geizig der Moser war, dass er lieber auf Reisen gewesen ist, als dass er Texte gelernt hätte.
Zwei junge Männer, Java, ein Mörder, und Lucien, ein Sexualverbrecher, verirren sich in das Lokal, und damit tritt die Gegenwart in das Leben unseres Altstars. Die Lebensgeschichten der Jungen werden geprägt von Lust und Hass, von Flucht und Durst. Niemand ist da, der sie bedient. Der Junge schreit nach dem Ober und der Star bittet doch um mehr Respekt. Ein Generationskonflikt bahnt sich an. Doch der Konflikt hat keine Chance. Denn unser junges Paar stellt keine Fragen mehr. Die Jungen sehen die Gunst der Stunde: ein Beisl ohne Wirt, zwei alte Reiche ohne Glück?
So fangen sie ein Spiel von Schuld und Sühne an. Die Jungen sind die Schuld und die Alten können endlich rächen, was sie solange am Leben gehalten hat. Dabei entdecken die Jungen, dass die Welt aus Dreck und Zeitungsausschnitten besteht und die Alten nur das Werkzeug und die Handlanger der Lügen waren. Die beiden Alten wartend auf Zuneigung und Bewunderung erkennen nicht die Gefahr. Die Jungen lassen die Alten spielen. Jetzt darf der Altstar wieder singen. Irgendwann ersticken die Jungen an dem Dreck, der sie umgibt. Die Alten decken sie mit ihrem Müll, den Geschichten von Ordnung, Recht, Zusammenleben und Lügen zu.

Liebe in allen ihren Facetten, Masochismus, Sadomasochismus, Homosexualität, Voyeurismus, Verzweiflung - Java und Lucien singen gemeinsam (”Scheiss mich zu”; Text: Peter Kern, Musik: M.Mirosavljev, gesungen von Andreas Bieber und Oliver Rosskopf), sie verletzen sich, schlagen sich, geilen sich auf, lieben sich. “Each man kills the thing he loves” singt der Altstar (Text: Oscar Wilde, Musik: Peer Raben, bearbeitet von M.Mirosavljev, gesungen von Miriam Goldschmidt) und stellt damit das Motto des Abends. Lucien, der Masochist, braucht den Schmerz, um sexuelle Erfüllung zu finden (”Ich bin die Hure an der Bar”; Text: M. Enzensberger, Musik: Peer Raben, bearbeitet von M.Mirosavljev, gesungen von Andreas Bieber). Andreas Bieber spielt Lucien mit bemerkenswertem Körpereinsatz und Intensität, Oliver Rosskopf lernt im Laufe des Stückes als dominanter Java seinem Lucien nicht nur die begehrten körperlichen Qualen zu bereiten. Er fordert von Lucien einen Mord als Liebesbeweis, er deckt Luciens Lebenslüge auf, würgt, stranguliert ihn - schneidet ihm bei lebendigem Leib sein Herz aus dem Körper, inszeniert als orgiastischer, verzweifelter Höhepunkt - Java selbst stirbt, vergiftet vom Altstar und ihrem Diener. Übrig bleibt der Altstar, vergeblich nach der längst verlorenen Liebe der Fans gierend.
Peter Kern hat mit “Liebesgesänge 2″ ein packendes Drama geschrieben und inszeniert, mit Zitaten von Edmund White, Jean Genet und Werner Schwab. Er lässt seinen Text um Rassismus und Medienhohn kreiseln, speist diese Themen aber nur als Absurditätsbrocken in die Handlung ein.
Es wäre schön, wenn Andreas Bieber bald wieder die Herausforderung (Sprech-)Theater annehmen würde. Er beweist auch in dieser faszinierenden Rolle, dass er nicht auf die Rolle des Musicalhäschens reduzierbar, sondern ein charismatischer Vollblutschauspieler ist. Oliver Rosskopf wird seinen Weg hoffentlich auch weiter am Wiener Theater finden. Miriam Goldschmidt glänzt verstörend in diesem Schauspiel, das zwar in einem Wiener Kaffeehaus spielt, aber so gar nichts Wienerisches an sich hat - andererseits, so absurd und morbid wie dieses Stück, das ist dann vielleicht doch das Wienerische an Kerns “Liebesgesängen”.

Liebesgesänge  (Foto: Martin Bruny)

Songs:
“Die großen weiten Vögel”
Text: Ingrid Caven, Musik: Peer Raben, bearbeitet von M. Mirosavljev
gesungen von Andreas Bieber

“Scheiss mich zu”
Text: Peter Kern, Musik: M.Mirosavljev, gesungen von Andreas Bieber

“Each man kills the thing he loves”
Text: Oscar Wilde, Musik: Peer Raben, bearbeitet von M. Mirosavljev, gesungen von Miriam Goldschmidt

“Ich bin die Hure an der Bar”
Text: M. Enzensberger, Musik: Peer Raben, bearbeitet von M. Mirosavljev, gesungen von Andreas Bieber

“Gehen sie nicht, sie fallen nur”
Text: Peter Kern, Musik: M. Mirosavljev, gesungen von Günter Bubnik, Miriam Goldschmidt und Toomas Thät

Eine Verein Kulturpolizei i. Gr. - Produktion
Geschäftsführung: Peter Kern
Produktionsdurchführung: Theater Kulturpolizei, im gemeinnützigen Auftrag

Regie: Peter Kern
Regieassistenz: Wilma Calisir
2. Regieassistent: Josef Prenner
Bühnenbild & Kostüm: Peter Baur, Jakob Neulinger
Bühnenbildassistent: Waltraud Brauner
Schlagzeug: Toomas Täht
Toningenieur: Baltasar Fischer
Gitarre: Miroslav Mirosavljev
Fotografin: Caroline Heider
Grafik, Flyer, Plakat: Elisabeth Laimer
Presse CD/Programm CD: Wolfgang Makula
Pressearbeit: Mag. Bina Köppl

“Liebesgesänge”, zu sehen von 29.08. bis 08.09. und 19.09. bis 23.09.06. Ticketreservierungen direkt auf der Homepage von dieTheater.

“Music and Passion”: Barry Manilow gewinnt Emmy-Award

In der Nacht zum Montag wurden in den USA die Emmys, die Fernseh-Oscars, verliehen. Die 58. “Annual Emmy Awards” konnten mit zumindest einer Riesenüberraschung aufwarten. Die Kategorie “Outstanding Individual Performance In A Variety Or Music Program” entschied Barry Manilow für sich. Folgende Sendungen waren nominiert:

Barry Manilow: Music And Passion (PBS/Stiletto)
Television in association with Serpent Productions and PJM Productions; Barry Manilow, Performer

The Colbert Report (Comedy Central/Central)
Productions with Busboy Productions and Spartina Productions; Stephen Colbert, Host

The Late Late Show With Craig Ferguson (CBS)
Worldwide Pants Incorporated; Craig Ferguson, Host

Late Show With David Letterman (CBS)
Worldwide Pants Incorporated; David Letterman, Host

The 59th Annual Tony Awards (2005) (CBS)
White Cherry Entertainment; Hugh Jackman, Host

Eine Überraschung ist der Emmy für Manilow deshalb, weil Konkurrenten wie David Letterman fast täglich auf der Mattscheibe zu sehen sind, während es sich bei “Music and Passion” um den Mitschnitt eines Las-Vegas-Konzerts des Performers handelt. Musikshows gegen Comedyformate und täglich gesendete Talkshows wie jene David Lettermans, da hatte sich Manilow nicht viele Chancen ausgerechnet.
Die diesjährige Auszeichnung ist Manilows zweiter Emmy-Gewinn. 1977 wurde das erste einer ganzen Reihe von Manilow-TV-Specials mit einem Fernseh-Oscar in der Kategorie “Best Special of the Year” ausgezeichnet. Die von ABC produzierte Show sahen damals über 37 Millionen Zuschauer in den USA.
Manilow war bei den Emmys 2006 auch als Performer zu erleben. Im Rahmen einer Ehrung für den legendären Fernsehmoderator Dick Clark interpretierte er “American Bandstand”, die Titelnummer eines Fernsehformats, das Dick Clark Jahrzehnte im amerikanischen Fernsehen präsentiert hat.
Barry Manilows nächste CD “The Greatest Songs of the Sixties” erscheint Mitte Oktober.
Die Preisträger in allen restlichen Kategorien sind hier abrufbar: Emmy-Awards 2006/Die Gewinner

Vorhang auf für “Circus”, eine Produktion des sireneOperntheaters

circus (Foto: sireneOperntheater)
Das sireneOperntheater entstand aus der Zusammenarbeit der Autorin Kristine Tornquist und dem Komponisten Jury Everhartz im Jahr 1998.
Oper zu machen ist im großen Betrieb der Opernhäuser zu einer schwer beweglichen Immobilie geworden. Die beiden Künstler sehen dagegen die Notwendigkeit, Opern so flexibel und risikofreudig zu erfinden und zu produzieren, wie es in den großen Zeiten der Oper gang und gäbe war und in anderen Kunstfeldern heute selbstverständlich scheint.
2004 produzierte das sireneOperntheater “das Krokodil” (nach Dostojewskis skurriler Kurzgeschichte) und den Kurzopernabend “7 Operellen” (in Zusammenarbeit mit je sieben österreichischen Autoren und Komponisten). 2006 stand die Monooper “Das Tagebuch der Anne Frank” von Grigori Frid im Wiener Jugendstiltheater auf dem Programm.
Das jüngste Projekt “Circus” feiert am 6. September 2006 um 20.00 Uhr im Wiener Jugendstiltheater seine Premiere. Besetzt ist das Stück mit einer fast echten Zirkuskapelle, etwas Streicher, Holz, kräftiges Blech, kleines Schlagwerk und Orgelpositiv. Der Zirkusdirektor Baßariton, die Tiere/die Artisten Solistenquartett (SATB). Die immer wieder verblüffende, schnell ihren Duktus wechselnde Zirkusmusik trudelt einem immer heilloseren Ende entgegen, überstürzt sich immer mehr, bis sie sich gewissermaßen selbst überholt - im Moment der Katastrophe. Die das Stück abschließende große Verwandlung im magischen lieto fine wird die große Struktur erst entbergen, die als Modell der ganzen Partitur zugrunde liegen soll. Trotz formal strenger Anlage und Materialwahl soll die Musik ihr Formideal in den Gegebenheiten der Bühne finden.
Aufführungstermine: 6., 8., 9., 12., 19. und 21. September 2006 jeweils um 20.00 Uhr im Jugendstiltheater am Steinhof, Wien 14, Baumgartner Höhe 1, im Gelände des Otto Wagner Spitals. Tickets sind unter der Telefonnummer 0681 102 120 36, unter sirene@sirene.at, bei ÖTICKET oder an der Abendkassa erhältlich (Einheitspreis: 18 Euro; ermäßigt für Patienten und Angestellte des Otto Wagner-Spitals, Schüler, Studenten, Pensionisten, Alleinerzieher, Sozialhilfeempfänger, Kollegen, Ö1-Club, Kurier-Club: 12 Euro).

“Csaterberg” - das Musical mit Willi Resetarits, Schiffkowitz und Wolfgang Ambros

Christian Kolonovits (links) mit The Pinguins (Willi Resetarits, Gernot Kranner, Schiffkowitz)  (Foto: Rolf Bock)

Seit drei Jahren erfreuen sich die Veranstaltungen der “Vox Pannonica” im burgenländischen Oberwart wachsender Beliebtheit. Mit dem Musical “Csaterberg” ist dem künstlerischen Leiter Christian Kolonovits heuer ein besonderer Coup gelungen. Österreichs “Pop-Urgesteine” Willi Resetarits, Schiffkowitz und Wolfgang Ambros lassen die alten Songs aus der Zeit von “Csaterberg” wieder auferstehen. Gemeinsam mit “Dancing Star” Marika Lichter und Burgtheatermimin Barbara Horvath lassen sie ihre südburgenländische Vergangenheit wieder aufleben. Mit von der Partie weiters Musical- und Volksopernstar Gernot Kranner und “Kaisermühlen Blues”-Liebling Christoph Fälbl sowie das Savaria Symphonieorchester.
Csaterberg, ein kleines Landgasthaus, war in den späten 60er und 70er Jahren das “Mini-Woodstock Österreichs”. Hier verdienten sich Künstler, die später den Austropop entscheidend mitprägten, wie Boris Bukowski, Schiffkowitz und STS ihre ersten musikalischen Lorbeeren. “Csaterberg” ist als Zeitreise, die ein Stück Jugendkultur mit ihren Hits wie “When a man loves a woman”, “Speedy Gonzales” oder “Let’s twist again” wieder auferstehen lässt, konzipiert.
Der Inhalt der Show ist schnell erzählt: Zwei Männer treffen einander nach vielen Jahren in einem Wirtshaus im Südburgenland wieder. In ihrer Erinnerung werden die Bilder von damals, ihre Hoffnungen, Wünsche und Träume wieder lebendig: Ihre gemeinsame Band, mit der sie durch das Burgenland tingelten, die Liebe zu demselben Mädchen und das für sie alles entscheidende große Abschlusskonzert auf dem Csaterberg. Und der Unfall, der das Schicksal aller Beteiligten so tragisch veränderte …
Premiere: 16. September 2006, 20.00 Uhr. Weitere Termine: 22., 23., 29., 30. September 2006, 6., 7. Oktober 2006, jeweils 20.00 Uhr im Messezentrum Oberwart. Karten unter office@foxtours.at.

“Der Meister und Margarita” - Andrew Lloyd Webber arbeitet an einem neuen Musical

“Der Meister und Margarita” aus der Feder von Michail Afanasjewitsch Bulgakow, das ist der Stoff, aus dem Musicals gemacht werden können, denkt sich Andrew Lloyd Webber.
Den Inhalt des 510 Seiten starken Romans könnte man in wenigen Worten so zusammenfassen: “Der Teufel persönlich stürzt Moskau in ein Chaos aus Hypnose, Spuk und Zerstörung. Die Heimsuchung für Heuchelei und Korruption trifft alle - ausgenommen zwei Gerechte … Bulgakows Hauptwerk ist, in der Tradition von Goethes “Faust”, Dostojewskis “Die Brüder Karamasow” und Thomas Manns “Doktor Faustus” längst ein Klassiker der literarischen Moderne.”
Lloyd Webber: “After six months of agonising about what I should write next I am going to attempt the impossible. I am going to see if I can turn Mikhail Bulgakov’s extraordinary novel The Master and Margarita into a stage musical or, more probably, an opera … I know it has been done many times before but never, that I am aware of completely in music … I am very aware that this will be almost certainly the most ambitious undertaking I have ever embarked upon. It will therefore almost certainly falter and will depend on who my collaborators are. At the moment I have not approached anyone.”

“What I Did For Love” - “A Chorus Line: The New Broadway Cast Recording” ab 3. Oktober im Handel

Nach 6.137 Vorstellungen war für “A Chorus Line” am 28. April 1990 am Broadway Schluss. Seit der Premiere am 21. Mai 1975 war die Show zum Lebens-Soundtrack schlechthin für angehende Musicaldarsteller geworden, lange Zeit war das Musical von Michael Bennett (Choreographie/Regie), James Kirkwood/Nicholas Dante (Buch), Marvin Hamlisch (Musik) und Edward Kleban (Texte) die am längsten am Broadway laufende Produktion - bis “Cats”, “The Phantom of the Opera” und “Les Misérables” kamen und “A Chorus Line” auf den vierten Rang verwiesen. Freilich ist “A Chorus Line” nach wie vor das am längsten am Broadway laufende “American Musical”.
2006 kommt Marvin Hamlischs Kultmusical zurück. Derzeit laufen die Try-outs in San Francisco, Broadway-Premiere ist am 18. September 2006.
Bereits im August fanden im Skywalker Sound Studio in Marin County, Kalifornien, die Aufnahmen zur Cast-CD statt. Ein Bonus-Track, “The Overture That Never Was”, interpretiert von Marvin Hamlisch an zwei Pianos, sowie die bisher nicht aufgenommene Nummer “And” werden exklusiv bei iTunes als Download erhältlich sein. “A Chorus Line - The New Broadway Cast Recording” wird von Davis Caddick, Marvin Hamlisch und Jonathan Tunick für Masterworks Broadway produziert und ist ab 3. Oktober erhältlich.
Einen kleinen Filmbericht über die Aufnahmesessions bietet Broadway.com.

TV-Premiere für Gloria Gaynors “Rebecca”-Song

Am Mittwoch (23. August 2006) strahlt der TV-Sender ATV einen Bericht über die Studioaufnahme der englischsprachigen Vorab-Single für das neue Levay/Kunze-Musical “Rebecca” aus. Interpretiert wird das Lied von Disco-Queen Gloria Gaynor. Zu sehen ab 19:45 Uhr in Hi Society.

Vienna’s English Theatre präsentiert: Carole Alstons “Tribute To Billie Holiday”

Carole Alston (Foto: Vienna's English Theatre)

Sie war eine der größten Blues-Sängerinnen aller Zeiten: Billie Holiday, 1915 in Philadelphia, USA, als Eleanora Fagan Gough geboren. Ihr Leben: eine Tragödie. Im Alter von zehn Jahren wird sie vergewaltigt, mit zwölf jobbt sie als Putzhilfe in einem Bordell - und als Prostituierte. Alkohol, Drogen, Zuhälter, unglückliche Lieben, gewalttätige Männer - ihr persönliches Schicksal wird durch eine rassistische Gesellschaft gefördert, aus der Farbige weitgehend ausgeschlossen waren.
Ganz anders ihre Karriere. Mit 15 beginnt sie in Clubs aufzutreten, wird von John Hammond entdeckt, singt mit Jazzgiganten wie Benny Goodman, Lester Young, Count Basie und Artie Shaw, bevor sie ihre Solokarriere startet. Als eine der ersten Jazzsängerinnen tritt sie mit weißen Musikern auf und überwindet damit Rassenschranken. Trotz dieser Vorreiterrolle muss sie weiterhin Hintereingänge benutzen. Auf der Bühne verwandelt sie sich in “Lady Day” mit der weißen Gardenie im Haar. 1939 singt sie erstmals den Song “Strange Fruit”, der eindringlich die Lynchjustiz an Schwarzen thematisiert. “God bless the child”, von Billie Holiday komponiert, wird zum Klassiker. Die Künstlerin leidet unter ihrer Diskriminierung als Schwarze. Vor allem auf Tour mit gemischten Bands machen sie und die schwarzen Musiker täglich entwürdigende Erfahrungen. Ihren größten Triumph erlebt sie 1944 in der Metropolitan Opera in New York, wo sie als erste Jazz-Sängerin gefeiert wird. Billie nimmt im Laufe ihrer Karriere ca. 350 Songs auf, 1954 absolviert sie mit Leonard Feathers eine erfolgreiche Europatournee.
Sie war dreimal unglücklich verheiratet, Anfang der vierziger Jahre wird sie heroinabhängig. Die Sucht bringt sie immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Mehrfach verhört und verhaftet scheitern Entziehungsversuche immer wieder. Holiday wird um ihre beträchtlichen Einkünfte betrogen und verarmt. Mit nur 44 Jahren stirbt sie unter entwürdigenden Umständen in einem New Yorker Krankenhaus an Hepatitis.

Carole Alston (Foto: Vienna's English Theatre)

Die amerikanische Jazzsängerin und Schauspielerin Carole Alston erzählt in ihrer Show “Billie Holiday - Tribute To A Blue Lady” die Lebensgeschichte der großen Blues- und Jazzlegende der 30er und 40er Jahre. Begleitet von einer 6-köpfigen Live-Band interpretiert sie vom 8. September bis 11. Oktober 2006 in Vienna’s English Theatre Billie Holidays berühmteste Songs und zaubert die Atmosphäre der Jazzclubs der 30er Jahre auf die Bühne.
Carole Alston, geboren in Washington, D. C., studierte Schauspiel, Gesang und Tanz. Nach Abschluss des Studiums übersiedelt sie nach Europa. Auf ihren ersten Auftritt im Stadttheater Bern folgen Engagements in Paris, Berlin, Karlsruhe, Graz und Wien. In Wien ist sie unter anderem an der Volksoper, im Konzerthaus und im Musikverein zu sehen. Sie spielt die Kate in Cole Porters “Kiss me, Kate”, die Anita in Leonard Bernsteins “West Side Story” und Maria Magdalena in A. L. Webbers “Jesus Christ Superstar”.
Seit 1988 unterrichtet sie Jazz Dance an der Ballettschule der Wiener Staatsoper. In Wien inszeniert, choreographiert und spielt sie 2000 die Rolle der Nell in Fats Wallers “Ain’t Misbehavin’”, 2006 ist sie in der Wiener Kammeroper ein weiteres Mal in “Ain’t misbehavin’” zu erleben. Neben klassischer und zeitgenössischer Musik (Mezzosopran) singt Carole Alston immer wieder Jazz, Gospels and Blues.

Ein musikalischer Streifzug durch das Leben von “Billie Holiday - Tribute To A Blue Lady” von und mit CAROLE ALSTON: 8. September bis 11. Oktober 2006; täglich außer Sonntag, um 19:30 Uhr. Karten: Vienna’s English Theatre/Josefsgasse 12/1080 Wien. Tageskassa: Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr; Tel.: 01/402 12 60-0/tickets@englishtheatre.at; www.englishtheatre.at

“Joseph”, “Evita” & Co. nun auch für die Anonymen Webbersüchtigen

Digitale Downloads sind unter Musicalliebhabern eher umstritten. Zu schlecht sei die Qualität der angebotenen Files, zu viel Information gehe verloren, wenn man keine Booklets zur Verfügung hat.
Wie auch immer, dieser Tage schlossen Universal Music und Andrew Lloyd Webbers Really Useful Group einen Deal über 10 Millionen Pfund ab. Man einigte sich darauf, dass Universal den gesamten Songkatalog des Komponisten digital verwerten darf. Ein Argument, das ins Treffen geführt wird: Nun können auch die unzähligen “heimlichen” Fans von Sir Andrew zuschlagen. Die Armen hätten bisher bittere Entbehrung leiden müssen, weil ein Nachfragen in einem Plattengeschäft nach “Cats” oder “Joseph” - nein, also das wäre für sie unheimlich peinlich gewesen. Dank Universal können sie sich nun im geschützten Bereich ihrer Wohnung klammheimlich Webbertunes auf ihren iPod runterladen.
Im Programm von Universals digitaler Musicalinitiative werden auch Ringtones & Realtones sein, der größte Nepp seit der Erfindung von Mobiltelefonen. Ein Realtone wird 1,50 Pfund kosten. In Zukunft werden also die Anonymen Webbersüchtigen ein Massenouting initiieren können, mit dem Phantom der Oper, einer mieselsüchtigen Katze oder wem auch immer - und wo auch immer, in der U-Bahn, der Schnellbahn, beim McDoof oder an anderen öffentlichen Orten. Lloyd Webber immer und überall, danke Universal!

“The Power of a Woman in Love” - Gloria Gaynor mit “Rebecca” auf Chartskurs

Rebecca (Logo: VBW)
So wie bereits bei “Romeo & Julia” wird es auch für das Musical Rebecca vorab eine englischsprachige radiotaugliche Single geben, mit der die Vereinigten Bühnen Wien die neue Sylvester Levay/Michael Kunze-Show in die Charts pushen wollen. Interpretiert wird die Vorab-Single von der “Queen of Disco” Gloria Gaynor, die mit Hymnen wie “I will survive” oder “I am what I am” in die Musikgeschichte eingegangen ist.
Gloria Gaynor wird Ende August in einem New Yorker Studio “The Power of a Woman in Love”, die englische Version von “Die Stärke einer liebenden Frau”, aufnehmen.

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