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Archiv - Mai, 2007

Neue Gerüchte um “Marie Antoinette” in Bremen

Am 2. November 2006 fand die Uraufführung von “Marie Antoinette”, einem Musical von Sylvester Levay und Michael Kunze, in Tokio statt. Wenige Wochen danach tauchten erste Gerüchte über eine deutsche Produktion in Bremen auf, die nun durch einen Bericht in der “taz” einen etwas skurrilen Touch bekommen. Es ist Bremens kommender Theaterintendant Hans-Joachim Frey, der an “Marie Antoinette” großes Interesse zeigt. Wie er allerdings konkrete Pläne formuliert, kann man zumindest als etwas merkwürdig bezeichnen. So steht in der “taz” zu lesen:

Wenn die Städtereise-Veranstalter im Herbst 2007 das Bremer Musical in ihr Programm aufnehmen, könnte der Vorverkauf zum Weihnachtsgeschäft beginnen. Freys Ziel: Im Sommer 2008 sollen mindestens 2.000 Karten verkauft sein. sonst wird die Sache abgeblasen - die Vorlauf-Kosten bis dahin liegen zwischen 500.000 und einer Million Euro. Aber diesen Fall hält Frey für rein hypothetisch. Im Gegenteil: “Ich rechne mit einem hohen Überschuss” - für die Theaterkasse. “Ich brauche keine Ausfallbürgschaft”, hat Frey erklärt. “Wer nichts wagt, gewinnt nichts”, sagt Frey. Die HVG, die das Musical Theater betreibt, übernimmt kein Risiko. Man werde einen normalen Mietvertrag abschließen, sagt Geschäftsführer Claus Kleyboldt, der sich auch in Tokio das Stück angesehen hat.
Wenn der Versuch im Sommer 2008 floppt, würden die angefallenen Kosten also aus dem Theaterhaushalt kommen müssen - den die Beschäftigten gerade durch Lohnverzicht (”Notlagentarifvertrag”) sanieren. “Das kann nicht sein”, sagt Carmen Emigholz. Die Auslastung der Spielstätte am Richtweg sei “nicht primäre Aufgabe des Theaters”, das Risiko müsse “außerhalb des Theaters” liegen.

Bleibt abzuwarten, ob sich die Autoren dieser Show auf ein solch merkwürdig formuliertes Vorhaben einlassen. [Story]

“13″ - Jason Robert Brown 2008 wieder am Broadway

13; Foto: mit freundlicher Genehmigung von Craig Schwartz

“13″, das neue Musical von Jason Robert Brown (Musik und Texte) und Dan Elish (Buch), wird 2008 seine Broadway-Premiere erleben. Bob Boyett, der Anfang 2007 bereits das Tryout im Mark Taper Forum in Los Angeles produziert hat, wird acht bis zehn Millionen Dollar in die New Yorker Produktion Anfang nächsten Jahres investieren. Boyett:

I’m very excited. It’s one of the freshest and most fun shows to come along. It’s a coming-of-age story that everyone can relate to.

“13″ erzählt die Geschichte von Evan Goldman. Der Bub ist zwölf Jahre alt - in sechs Wochen wird er 13. Gerade ist Evan mit seiner Mutter von New York, wo er eine idyllische Kindheit verbracht hat, nach Indiana gezogen. Nun hat er nur eine Mission: Alle coolen Kids seiner Schule sollen zu seiner Bar Mitzwa kommen.

13 Kids und eine sechsköpfige Teenager-Rockband, daraus besteht die Cast der Show. Die Kritiker zeigten sich vom Tryout in Los Angeles zum Teil begeistert. Die “Variety” schrieb:

If the prospect of watching an all-teen company enact an all-teen musical accompanied by an all-teen band makes you cringe: Chill, dude. “13″ is sheer bliss.

Jason Robert Brown hatte es bis jetzt nicht leicht am Broadway. Zwar wurden seine Werke und sein Schaffen mit Tony Awards, dem Gilman and Gonzalez-Falla Musical Theatre Award, mit Drama Desk und New York Drama Critic’s Circle Awards u. v. a. ausgezeichnet, Tatsache ist aber auch, dass sich dieser “Preis”regen nicht in kommerziellen Erfolgen manifestierte. 1998 floppte sein Musical “Parade” (12. November 1998 bis 28. Februar 1999; 39 Previews und 85 Vorstellungen), 2003 erlitt seine Show “Urban Cowboy” ein noch schlimmeres Schicksal (28. Februar 2003 bis 18. Mai 2003; 26 Previews und 60 Vorstellungen). Vielleicht wird 2008 jedoch Browns Jahr, denn neben “13″ könnte noch ein weiteres seiner Musicals am Broadway Premiere feiern: “Honeymoon in Vegas”.

“Honeymoon in Vegas” beruht auf dem gleichnamigen Film von 1992. Andrew Bergman zeichnet wie schon für den Film auch bei der Musicalversion für das Buch verantwortlich, Jason Robert Brown steuert Musik und Texte bei. Ein erstes Reading findet im Juli 2007 statt.

Auf seiner Website bietet Jason Robert Brown immer wieder ausgewählte Demo-Aufnahmen seiner Shows zum Download an. So auch von seinem Musical “13″. Wer also möchte, kann sich zwei Songs runterladen:

“What It Means To Be A Friend” [Download]
Music and lyrics by Jason Robert Brown
Krista Pioppi: vocals
JRB: piano/conductor
Kevin Kuhn: acoustic guitar
Randy Landau: electric bass
Rich Mercurio: drums and percussion
Recorded and mixed by Jeffrey Lesser at Right Track Recording Studios, NY NY, September 12, 2004

“13 Medley: ‘Being A Geek’/'Brand New You’/'Thirteen’”
[Download]
Music and lyrics by Jason Robert Brown
Ricky Ashley, Emma Degerstedt, Sara Niemietz, Jenáe Burrows, Caitlin Baunoch, J.D. Phillips, Seth Zibalese: vocals
JRB: keyboards/conductor
Dean Parks, Tim May: guitars
Ken Wild: electric bass
Shannon Ford: drums and percussion
Recorded and mixed by Damon Tedesco at Entourage Studios, North Hollywood, CA, November 30, 2006

[Quellen: Bloomberg, BroadwayWorld; Foto mit freundlicher Genehmigung von Craig Schwartz]

Stadttheater Klagenfurt 2008: “Jesus Christ Superstar” - und einiges mehr

Am 7. Februar 2008 feiert Andrew Lloyd Webbers Rockoper “Jesus Christ Superstar” in einer Inszenierung von Josef E. Köpplinger am Stadttheater Klagenfurt Premiere. Bereits am 3. Februar findet eine Einführungsmatinee, moderiert von Sylvia Brandl, zu dieser Produktion im Stadttheater Klagenfurt statt.

Leading-Team
Musikalische Leitung: Jeff Frohner
Regie: Josef E. Köpplinger
Choreographie: Ricarda Regina Ludigkeit
Bühne: Rainer Sinell
Kostüme: Gera Graf
Choreinstudierung: Alexander Kowalsky
Dramaturgie: Sylvia Brandl

Cast
Juliana De Aquino, Lorna Dawson, Charlie Fischer, Claudia, Kraxner, Asha Lindsey, Tina Podstawa, Nora Schleicher, Susanne Seimel, Dijana Torriani, Marianne Varga; Frank Berg, Marvin Dietmann, Dominik Hofbauer, Otto Jaus, Willi, Jeschofnik, Denis Kozeluh, Peter Lesiak, Dave Mandell, Alexander Moitzi, Previn Moore, Hannes Muik, Mark Nordike, Boris Pfeifer, Daniel Prohaska, John Ramsten, Christian Schleinzer, Stefan Schmitz, Krassimir Tassev, Erwin Windegger; Chor des Stadttheaters Klagenfurt, JCS-Orchester

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Am 6. März 2008 steigt die Premiere von Franz Lehars Operette “Die Lustige Witwe” (Einführungsmatinee 2. März 2008, Moderation Christoph Wagner-Trenkwitz).

Kreativ-Team
Musikalische Leitung: Peter Marschik
Regie: Josef E. Köpplinger
Choreographie: Karl Schreiner
Bühne: Heidrun Schmelzer
Kostüme: Marie-Louise Walek
Choreinstudierung: Alexander Kowalsky
Dramaturgie: Heiko Cullmann

Cast
Marion Dimali, Dagmar Hellberg, Márta Kosztolanyi, Michaela Mock, Patricia Nessy; Frank Berg, Juan Carlos Falcón, Boris Grappe, Willi Jeschofnik, Joachim Gabriel Maaß, Previn Moore, Bruno Riedl, Andreas Wanasek, Thomas Weinhappel; Chor und Extrachor des Stadttheaters Klagenfurt; Kärntner Sinfonieorchester

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Unter der Musikalischen Leitung von Charles Prince ist am Silvestertag 2007 ein Konzert mit dem Titel “Verdi, Lehár, Bernstein & Co.” angesetzt. Die Sopranistin und Schauspielerin Sigrid Hauser fungiert als Moderatorin und Interpretin neben Gergana Geleva, Juan Carlos Falcón und Alex Vicens. Im Sommer 2008 (12. und 14. August) wird die Veranstaltung wiederholt. Es spielt das Kärntner Sinfonieorchester. Das Programm führt von der Alten in die Neue Welt, von den Operettenbühnen Wiens direkt an den New Yorker Broadway mit Songs aus u. a. Bernsteins “On The Town”, “Candide” oder “West Side Story”.

“Nutcracker - the Untold Story” - als Filmmusical mit Nathan Lane

Im Wien der 1920er Jahre ist ein Film angesiedelt, der auf Tschaikowskis Ballett “Der Nussknacker” basiert. Tschaikowski verwendete dafür Alexandre Dumas’ Version1 der Geschichte “Der Nussknacker und der Mauskönig” von E. T. A. Hoffmann.
Ein Fantasy-Musicalfilm soll es werden, und gedreht wird, nein, nicht in Wien, sondern in Budapest ab dem 16. Juli 2007. Tim Rice (”Jesus Christ Superstar”, “Evita”, “Joseph”, “Chess”, “Beauty and the Beast”, “The Lion King”, “Aida”) steuert die Lyrics zu diesem Filmmusical bei, für die Hauptrollen konnten Nathan Lane (”The Producers”) und John Turturro (”Quiz Show”) gewonnen werden. [Story]

  1. ”Histoire d’un casse-noisette” []

“The Pirate Queen” - Cast-CD ab Juli 2007 erhältlich

Am 3. Juli 2007 erscheint bei “Masterworks Broadway” die Cast-CD von “The Pirate Queen”, dem neuen Musical von Boublil und Schönberg. So Gott will und die Produzenten noch den Willen haben, Geld in eine Show zu stecken, die bei den Kritikern gnadenlos durchgefallen ist und auch vom Publikum zunehmend weniger angenommen wird (Auslastung 11. März (Previews): 85,2 Prozent; 8. April: 75,2 Prozent, 20. Mai: 64,2 Prozent), ist “The Pirate Queen” Anfang Juli noch im New Yorker Hilton Theatre zu sehen. Viel darauf wetten würde ich nicht.
Die Cast-CD wurde am 30. April 2007 in den Legacy Studios in New York aufgenommen, abgemischt wurden die Tracks in den Angel Studios in London. In den Hauptrollen: Stephanie J. Block, Hadley Fraser, Linda Balgord, Marcus Chait, Jeff McCarthy und William Youmans. [Story]

Ann Mandrella: Broadway-Debüt mit “Beauty and the Beast”

Ann Mandrella, in Europa (und vor allem Wien) bekannt durch Shows wie “Chicago” (Wien), “Beauty and the Beast” (Wien), “The Wild Party” (Amstetten), “Grease”, “City of Angels” oder “Wake Up” (Wien), feierte am 22. Mai 2007 als “Babette” ihr Broadway-Debüt mit “Beauty and the Beast” (Alan Menken/Tim Rice/Howard Ashman). Damit ist sie die erste internationale Darstellerin, die mit “Beauty” ihr Broadway-Debüt gab.
Als “Babette” steht sie nun in einer Show auf der Bühne, die dem Ende einer langen Erfolgsgeschichte entgegengeht. Am 29. Juli 2007, nach 46 Previews und 5.464 Vorstellungen (sechstlängste Laufzeit eines Musicals in der Broadwaygeschichte), fällt der letzte Vorhang für “Beauty and the Beast”. [Story]

“The Addams Family”: Broadway-Premiere 2009/10

Ein wahres Staraufgebot ist gerade an der Arbeit, um “The Addams Family” als Musical an den Broadway zu bringen. Marshall Brickman und Rick Elice (“Jersey Boys”) schreiben das Buch, Andrew Lippa (“The Wild Party”) komponiert und Julian Crouch sowie Phelim McDermott (“Shockheaded Peter”) haben Regie und Design übernommen. 10 Millionen Dollar wird die Produktion kosten, wobei die in Chicago ansässige Firma Elephant Eye Theatrical mit Produzent Stuart Oken dafür verantwortlich zeichnet. Kürzlich traf sich das Kreativ-Team in New York, um die Grundzüge der Show festzulegen, ein erstes Reading wird für März oder April 2008 angepeilt. [Story]

Tiefstapler Johnny Depp

Ende Dezember 2007 startet in den USA eine Roadtour der Verfilmung des Stephen Sondheim-Musicals “Sweeney Todd”, bevor dann im Januar 2008 der Film in ganz Amerika zu sehen sein wird. Hintergrund der Aktion1: So schafft man es, sich für das große “Oscar”-Rennen ohne Probleme zu qualifizieren und auch noch genügend Publicity durch dieses Limited Release abzustauben. “Dreamgirls” funktionierte nach genau diesem Muster, “Sweeney Todd” wird genau nach derselben Masche vermarktet.
Natürlich kann man bis zum Filmstart nicht untätig sein, und so meldete sich kürzlich der Hauptdarsteller der Verfilmung, Johnny Depp, zu Wort und meinte:

Tim took a risk when he asked me to play Sweeney Todd because neither he nor I knew if I could sing when I accepted it. I went into the recording studio with a friend of mine to see if I could do it. My singing’s not unlike the mating call of a rutting stag. It’s a strange sound, but I haven’t been fired yet. [Story]

  1. zumindest einer der Hintergünde []

Die Gewinner der Drama Desk Awards 2007

Die Awards-Welle ist nun voll über die amerikanische Theaterwelt hereingebrochen. Die diesjährigen Gewinner der Drama Desk Awards [Story]:

Musical
Outstanding Musical: Spring Awakening
Outstanding Revival of a Musical: Company
Outstanding Actor in a Musical: Raul Esparza, Company
Outstanding Actress in a Musical(Tie): Audra McDonald, 110 in the Shade/Donna Murphy, LoveMusik
Outstanding Featured Actor in a Musical: Gavin Lee, Mary Poppins
Outstanding Featured Actress in a Musical: Debra Monk, Curtains
Outstanding Director of a Musical: Michael Mayer, Spring Awakening
Outstanding Choreography: Andy Blankenbuehler, In the Heights
Outstanding Music: Duncan Sheik, Spring Awakening
Outstanding Lyrics: Steven Sater, Spring Awakening
Outstanding Book of a Musical: Rupert Holmes and Peter Stone, Curtains
Outstanding Orchestrations (Tie): Mary-Mitchell Campbell, Company/Jonathan Tunick, LoveMusik
Outstanding Set Design of a Musical: Bob Crowley, Mary Poppins

Sprechtheater
Outstanding Play: Tom Stoppard, The Coast of Utopia
Outstanding Revival of a Play: Journey’s End
Outstanding Actor in a Play: Frank Langella, Frost/Nixon
Outstanding Actress in a Play: Eve Best, A Moon for the Misbegotten
Outstanding Featured Actor in a Play: Boyd Gaines, Journey’s End
Outstanding Featured Actress in a Play: Martha Plimpton, The Coast of Utopia
Outstanding Director of a Play: Jack O’Brien, The Coast of Utopia
Outstanding Music for a Play: Mark Bennett, The Coast of Utopia
Outstanding Set Design of a Play: Bob Crowley and Scott Pask, The Coast of Utopia
Outstanding Costume Design: Catherine Zuber, The Coast of Utopia
Outstanding Lighting Design: Kenneth Posner, Brian MacDevitt, Natasha Katz, The Coast of Utopia
Outstanding Sound Design: Gregory Clarke, Journey’s End
Outstanding Solo Performance: Vanessa Redgrave, The Year of Magical Thinking
Unique Theatrical Experience: Edward Scissorhands

Premiere in Cannes: “Les Chansons d’amour” - das neueste französische Filmmusical

Les Chansons d'amour2006 feierte “Shortbus” in Cannes seine Premiere, ein Film, der von Sex, Liebe und Musik am Beispiel einer kleinen Gruppe von New Yorkern handelt. 2007 ist “Les Chansons d’amour” (Love Songs) am Start - ein Film mit ähnlichen Themen, wenngleich sie etwas weniger freizügig am Beispiel einer Gruppe von jungen Leuten in Paris abgehandelt werden - dafür aber in der Form eines Filmmusicals. Am 18. Mai 2007 fand die Uraufführung in Cannes statt, am 23. Mai 2007 geht der Film in Frankreich und Belgien an den Start.
In Cannes wurde “Les Chansons d’amour” eher mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Eine Zusammenstellung der wichtigsten internationalen Kritiken bietet greencine.com. Der Kinotrailer ist auf YouTube abrufbar.

Worum geht es in “Les Chansons d’amour”? Die netzzeitung fasst die Handlung beispielsweise folgendermaßen zusammen:

Um große Gefühle geht es ebenfalls in «Les Chansons d’amour», einem Filmmusical von Christophe Honoré. Allerdings war es mit der französischen Leichtigkeit schnell vorbei: Ludivine Sagnier («Swimming Pool»), Clotilde Hesme («Les amants réguliers») und Louis Garrel («Die Träumer») stecken in einer Dreierbeziehung, die so eng ist, dass sie allesamt in einem Bett schlafen. Als eine der Frauen stirbt, finden die Überlebenden sehr unterschiedliche Wege, um mit der Trauer fertig zu werden. «Ich wollte einen fröhlichen Film über ein trauriges Thema machen», sagt Regisseur Honoré und zeigt das Kunststück, wie man jemanden, der raucht, auf beide Wangen küsst.

Der Stern meint:

Frühmorgens bemühte sich zunächst einmal der Franzose Christophe Honoré, die versammelte Journalie mit seinem Singspiel “Les Chansons d’Amour” aus dem Halbschlaf zu locken. Experiment leider missglückt. Sein Liebesreigen um den egozentrischen Pariser Magazin-Redakteur Ismael, der sich es in einer Ménage-à-trois gut gehen lässt und dessen Leben aus den Fugen gerät, als seine Freundin Julie (Ludivine Sagnier) völlig überraschend stirbt, krankt wie die meisten Musicals am Grundproblem des Genres: Je länger die Protagonisten versuchen, ihre Emotionen via Gesang auszudrücken, umso ausgiebiger schalten die Zuschauer ab. Vor allem, wenn die Songs klingen, wie in einer französischen Samstagabend-Show.

Eine Abfuhr auch vom Spiegel:

Was für eine eitle, manierierte und höchstens mittelcharmante Fingerübung ist dagegen “Les Chansons d’Amour”, der Wettbewerbsbeitrag des bretonischen Franzosen Christophe Honoré! Der 1970 geborene Filmemacher, der für den auch schon schwer gezuckerten Film “Inside Paris” voriges Jahr viel Kritikerlob bekam, huldigt mit seinem Melodram um den plötzlichen Tod des blonden jungen Mädchens Julie (Ludivine Sagnier) allerlei Heiligen des französischen Kinos. Der wichtigste ist Jacques Demy, denn wie Demy in Klassikern wie “Die Regenschirme von Cherbourg” lässt auch Honore seine Schauspieler immer wieder Schlager singen. Leider ist die Musik nicht besonders gut und oft schlimmer Kitsch. Auch die Story um den jungen Juden Ismael (sieht toll aus: Louis Garrel) und dessen amouröse Abenteuer vor und nach dem Tod der blonden Julie, die seine Freundin war, quietscht und geigt und säuselt (wie die Musik) an allen Enden - bis Ismael endlich mit einem Jungen ins Bett steigt: Beim Sex der beiden Buben zeigt Honore endlich die Leidenschaft und das Interesse, das der Film sonst vermissen lässt.

Les Chansons d’amour (Cannes, Presseunterlagen)

Leading-Team
Christophe HONORÉ - Regie
Christophe HONORÉ - Buch
Rémy CHEVRIN - Kamera
Alex BEAUPAIN - Musik
Guillaume LE BRAZ - Sound
Paulo BRANCO - Produzent

Cast
Louis GARREL - Ismael
Ludivine SAGNIER - Julie
Chiara MASTROIANNI - Jeanne
Clotilde HESME - Alice
Grégoire LEPRINCE-RINGUET - Erwann
Brigitte ROÜAN - La Mère
Jean Marie WINLING - Le Père
Yannick RENIER - Gwendal

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