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Archiv - Dezember, 2007

Die 10 einflussreichsten Theatermacher Englands

Das Fachmagazin THE STAGE hat wie jedes Jahr (seit 1997) die 100 einflussreichsten Theatermacher Englands aufgelistet. Andrew Lloyd Webber wurde 2007 durch Cameron Mackintosh, einen der mächtigsten und erfolgreichsten Produzenten, entthront, David Ian, der letztes Jahr gemeinsam mit Andrew Lloyd Webber auf Platz eins zu finden war, muss sich nun mit dem siebten Platz zufrieden geben.

Mackintosh verdankt seinen ersten Rang vor allem einem Deal mit der chinesischen Regierung: Der Produzent wird West End-Musicals in hochchinesischer Sprache (Mandarin) in China produzieren. Brian Attwood, Herausgeber des Magazins THE STAGE, über Mackintosh:

This year he presents an unassailable case for the No 1 slot. In the West End he has led the way by refurbishing his playhouses at a cost of £35 million, while on television, his production of Oliver! is the BBC’s latest musical theatre talent show. Meanwhile, his agreement with Beijing will introduce his productions to a potential audience of millions and guarantees him an unrivalled global influence.

Die Auflistung aller 100 Theatermacher ist in der Print-Ausgabe von THE STAGE (Erscheinungsdatum: 28.12.2007) nachzulesen. Die Top 10 liest sich wie folgt:

01. Cameron Mackintosh
02. Andrew Lloyd Webber
03. Howard Panter / Rosemary Squire (Ambassador Theatre Group)
04. Nicholas Hytner (National Theatre)
05. Nica Burns / Max Weitzenhoffer (Nimax)
06. Bill Kenwright (producer)
07. David Ian (Live Nation)
08. Michael Boyd (Royal Shakespeare Company)
09. Nick Thomas / Jon Conway (panto producers Qdos)
10. Vicky Featherstone / John Tiffany

Bye, Rebecca

Am 30. Dezember 2007 ging im Wiener Raimund Theater die vorläufig letzte Vorstellung des Levay/Kunze-Musicals “Rebecca” über die Bühne. Bilder einer Derniere:

Foto: Martin Bruny

Foto: Martin Bruny

Foto: Martin Bruny

Foto: Martin Bruny

Foto: Martin Bruny

Foto: Martin Bruny

Foto: Martin Bruny

Musical! Die Show - Folge 6: Wer fliegt?

Wenn man sich die Zuteilung der Songs für “Musical! Die Show - Folge 6″ ansieht, fällt eines wieder einmal auf: Die Wahl beziehungsweise Zuteilung der Songs erfolgte ohne musikalisches Gespür. “On Broadway” (aus “All that Jazz”) ist im Original eine Nummer, die über 6 Minuten dauert und sukzessive Spannung aufbaut, mal abgesehen von ihrer Aussage, vom Background, den ein Darsteller haben sollte, um sie zu singen und vieles mehr. Nach über 30 Sekunden setzt normalerweise überhaupt erst die Singstimme ein. Das auf 2 Minuten zu kürzen und zu glauben, auch nur halbwegs eine akzeptable Wirkung erzielen zu können, ist fahrlässig. So macht man keine Musicalshow, so zerstört man nur den Nimbus von Klassikern und nivelliert sie auf Karaokeniveau. Ist das letztlich das Ziel von “Musical! Die Show”? Bekommen wir am Ende alle ein Video-Karaokespiel “So wirst DU Musicalstar”? Aus “All that Jazz” würde sich ein viel passenderes Lied für eine Castingshow anbieten, nämlich “Bye Bye Love”. Nicht, dass der Song im Rahmen des Filmmusicals kürzer wäre (er dauert knapp 9 Minuten), aber er lässt sich besser und publikumswirksamer “verbraten”, wenn es denn schon “All that Jazz” sein muss.

Über den Bekanntheitsgrad von “On Broadway” brauchen wir nicht weiter zu spekulieren, noch eindeutiger ist es bei dem Song “We can do it” aus “The Producers”, ein Song, den Werner Mai und Alfons Haider als Duett versuchen werden. Das Lied ist nicht nur 99,9 Prozent aller Zuschauer unbekannt, es ist auch aus einer Show, die nur mit viel Glück im Wiener Ronacher bestehen wird können (Premiere Ende Juni 2008), handelt es sich doch um ein Musterbeispiel dessen, was nicht wenige als “altmodisches Broadway-Musical” bezeichnen. So etwas wird normalerweise an der Wiener Volksoper und für deren Clientel produziert und da auch gerne angenommen. Erschwerend kommt hinzu, dass Alfons Haider sich nach wie vor für einen Musicaldarsteller hält und auch nicht davor zurückschreckt, einen Song aus “The Producers” zu mimen. Keine Sorge, er wird das wie immer erledigen und innerhalb seiner Zielgruppe für Begeisterung sorgen, aber nach wie vor ist es schwer nachvollziehbar, wie ein Entertainer dermaßen verblendet sein kann, dass er nicht merkt, wo seine Qualitäten liegen und wo seine Schwächen.

Fassen wir also zusammen:
- Vincent Bueno singt “Singin’ in the rain” und als Duett mit Gudrun “Seasons of love” aus “Rent”. Wer mit solchen Songs fliegt, muss schon einen ganz schlimmen Tag erwischen.
- Gudrun Ihninger singt “Tomorrow” aus “Annie” und — halt, das reicht eigentlich. Auch mit einer solchen Nummer fliegt man nicht.
- Simone Fetz singt “Big Spender” aus “Sweet Charity” und “America” aus “West Side Story” gemeinsam mit Eva.
- Eva Klikovics singt “Dance: Ten; Looks: Three” aus “A Chorus Line”.
- Werner Mai singt “On Broadway (”All that Jazz”) und “We can do it” (”The Producers”) mit Alfons Haider im Duett.

Kristallkugelmäßig könnten Werner und Simone diesmal ihren Joker-Song präsentieren. Aber vielleicht gibt es ja doch eine Überraschung in der ziemlich abgeschlafften Musicalshow des ORF - zu sehen heute ab 21:15 Uhr in ORF 1.

Update:
Kaum verliert man den Glauben an den Underdog, schlägt er sich wacker. Werner Mai hat sein “On Broadway” gut rübergebracht, den Auftritt mit Alfons Haider überstanden und ihn dann sowieso an die Wand gesungen, wobei natürlich insgesamt das eine recht comicalhafte Performance war. Egal, das Highlight der Sendung war “Officer Pauer” für mich. Wer ab und zu mal in Aufführungen der Konservatorium Wien Privatuniversität geht, wird ihn kennen. Gudrun hat sich zwar mit “Tomorrow” fast ins Aus gewhined, aber Officer Pauer war eine Wucht. Ciao, Simone.

Peter Hanke/VBW: “Wir wollen ein deutliches Kostenmanagement betreiben”

In einem Interview mit dem Wirtschaftsblatt umriss Peter Hanke, Geschäftsführer der Wien Holding, strategische Ziele.

WirtschaftsBlatt: Nächstes Jahr feiert die Wiener Stadthalle ihr 50-Jahr-Jubiläum. Was haben Sie getan, um dieses Jahr für Stadthallenbesucher atttraktiv zu machen?
Peter Hanke: Die Stadthalle ist unser Kultur-Flaggschiff. Wir haben nicht nur das Programmangebot erweitert, sondern bieten ab 2008 auch zusätzliches Besucherconvenience und vertieftes Incoming-Marketing sowohl im B2B-Bereich als auch im B2C-Bereich. Mit unserer neuen VIP-Lounge und dem neuen VIP-Corner ist es gelungen, namhafte Grosssponsoren wie die Erste Bank AG, Wiener Städtische Versicherung AG, die Fernwärme Wien und UPC als Partner zu gewinnen und an unser Haus zu binden. Die neue Stadthallen Card, die variabel aufladbar ist, bietet unseren Besuchern vielfältige zusätzliche Leistungen und soll die Kundenbindung vertiefen. Weiters wird für 2008 ein deutlich verbessertes gastronomisches Angebot vorbereitet, Innovationen sind im Ticketingbereich vorgesehen und ausserdem wird es ein neues Leitsystem in der Stadthalle geben.

WirtschaftsBlatt: Wieviele Besucher erwarten Sie 2008 in der Stadthalle?
Peter Hanke: Wir steigern die Veranstaltungstage auf rund 400, international ist der Richtwert bei 300. Da liegen wir klar darüber. Bei den Besuchern erwarten wir ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2007. Heuer werden wir auf 1,3 Millionen Besucher kommen, das ist ein neuer Rekord.

WirtschaftsBlatt: Zum Kulturbereich der Wien Holding gehören auch die Vereinigten Bühnen Wiens. Wie geht es hier weiter?
Peter Hanke: Am 30. Juni 2008 werden wir das umgebaute Ronacher eröffnen. Dafür haben wir 34 Millionen Euro verbaut - sind damit klar im Budget geblieben. Das Ronacher wird unser neues Musiktheater für ein buntes Programm, auch mit kleineren Produktionen, die hier Eingang finden können. Es wird auch Kurzläufer geben - im Gegensatz zu den Musicalproduktionen im Raimundtheater. Das Ronacher soll sich zu einem urbanen Musiktheater mit intelligentem humoristischen Einschlag entwickeln.

WirtschaftsBlatt: Was ist Ihr Ziel für die Vereinigten Bühnen Wiens?
Peter Hanke: Wir wollen den Teilkonzern Vereinigte Bühnen Wiens - mit Raimundtheater, Theater an der Wien und Ronacher -stärken - als eine verbindende Klammer zur Vermarktung der diversen Aktivitäten, beispielsweise auch für den Verkauf von Produktionen, wie es uns mit Elisabeth nach Japan gelungen ist. VBW-Geschäftsführer Franz Häußler geht am 30. Juni in Pension. Mit Thomas Drozda, der vom Burgtheater kommt, werden wir einen ausgezeichneten Kultur- und Wirtschaftskenner als Nachfolger bestellen. Wir wollen in dem Bereich Synergien heben, ein deutliches Kostenmanagement betreiben und zusätzliche Auslandserträge lukrieren.

Graz: “Les Misérables”, 22. Dezember 2007

Am 15. Dezember 2007 feierte das Boublil/Schönberg-Musical “Les Misérables” seine Graz-Premiere. Unter der Musikalischen Leitung von John Owen Edwards und in einer Inszenierung von Josef Ernst Köpplinger spielen in der Grazer Oper:

Jean Valjean: Daniel Prohaska, Martin Fournier
Javert: Erwin Windegger
Fantine: Carin Filipcic
Cosette: Martina Dorothea Rumpf
Eponine: Ina Trabesinger
Mme Thénardier: Dagmar Hellberg
Thénardier: Harald Hofbauer
Enjolras: Otto Jaus
Marius: Jesper Tydén, Alen Hodzovic
Ensemble: Bettina Oswald, Peter Lesiak, Dave Mandell, Nicole Baumann, Uschi Plautz, Oliver Frischknecht, Lisa Antoni, John Ramsten, Barbara Gall, Stefan Schmitz, Andreas Wanasek
Gavroche: Lorenz Rafolt, Moritz Flor
Kleine Cosette: Magdalena Hammer, Theresa Schreiner
Kleine Eponine: Valerie Denise Untersweg, Julia Vidonja

Ein paar Schlussapplausbilder vom 22. Dezember 2007, mehr dann über die Produktion in der “musicals”-Ausgabe vom Februar/März 2008.

Dagmar Hellberg, Otto Jaus; Foto: Martin Bruny

Carin Filipcic, Erwin Windegger; Foto: Martin Bruny

Martina Dorothea Rumpf, Jesper Tyden; Foto: Martin Bruny

Daniel Prohaska, Carin Filipcic; Foto: Martin Bruny

Foto: Martin Bruny

ZDF-Musical-Castingshow muss sparen: Wien-Casting gecancelt

Das ging ja schnell. Um Kosten einzusparen, cancelt das ZDF das in Wien geplante Casting für jene Musical-Castingshow, die 2008 unter dem Motto Thomas Gottschalk sucht einen Musicalstar läuft. Wer also bei der Show dabeisein möchte, muss nach München, Duisburg oder Bremen. (Quelle: TV-Media)

“Sweeney Todd”: Platz 5 in den US-Box-Office-Charts

Mit rund 9 Millionen Dollar Einspielergebnis konnte “Sweeney Todd”, die Verfilmung des gleichnamigen Musicals von Stephen Sondheim, Platz 5 in den US-Weekend-Box-Office Charts (21. bis 23. Dezember 2007) einnehmen, deutlich abgeschlagen hinter “National Treasure: Book of Secrets” (45,5 Millionen Dollar), “I am legend” (34,2 Millionen Dollar), “Alvin and the Chipmunks” (29 Millionen Dollar) und “Charlie Wilson’s War” (9,92 Millionen Dollar).

Freilich verfolgen die Produzenten eine ganz eigene Strategie bei der Veröffentlichung des Films. “Sweeney Todd” ist derzeit mit rund 1249 Kopien im Einsatz, während die Nummer 1 der Box Office Charts “National Treasure: Book of Secrets” mit 3832 Kopien im Rennen ist. Interessant werden die Folgewochen also allemal.

Christmas 2007

BBC: Andrew Lloyd Webber sucht “Oliver”: „I’d do anything“

Wer der Meinung war, der Hype um Castingshows wäre schon vorbei, hat geirrt. Andrew Lloyd Webber sucht auch 2008 wieder einen neuen Musicalstar. Diesmal geht es um “Oliver!”, ein Musical von Lionel Bart, das auf Charles Dickens’ Roman “Oliver Twist” beruht.

“Oliver” feierte am 30. Juni 1960 am Londoner West End Premiere, am 6. Januar 1963 fand die Broadway-Uraufführung statt. 1968 wurde die Show verfilmt. Anfang 2008 sendet BBC die Castingshow “I’d do anything”, und sucht Oliver (Spielalter 9 bis 12 Jahre) und Nancy (Spielalter 17 bis 35 Jahre). Die Bewerberinnen für die Rolle der Nancy müssen älter als 17 Jahre sein, die Bewerber für die Rolle des Oliver älter als 9, aber nicht älter als 14.

Die Auditions finden im Januar 2008 statt. Graham Norton übernimmt, wie schon bei den Castingshows zu “The Sound of Music” und “Joseph”, die Moderation.

Musical Forever, Wiener Museumsquartier, 21. Dezember 2007

Zwanzig Jahre gibt es nun das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien, und da man immer feiern sollte, wenn sich ein Anlass bietet, gingen vom 19. bis 21. Dezember 2007 im Wiener Museumsquartier drei Shows mit dem Titel “Musical Forever” über die Bühne.

Musical Forever

Mit der Wahl des Veranstaltungsorts haben sich die Produzenten keinen großen Gefallen getan hat. Der Bau (die ehemaligen Reitstallungen) ist relativ ungeeignet für Events dieser Art. Sicher, man bekommt eine große Menge an Leuten unter, aber nur die Zuschauer in den vorderen Reihen haben etwas von der Show, hinten wird das Ganze uninteressant. Das betrifft beispielsweise den Ton. Er wurde für die vorderen Sitzreihen optimiert, hinten, auf den billigen Plätzen, nahm man ihn als viel zu leise wahr, der Vergleich macht sicher. Er wirkte so wie der Sound auf alten Videobändern, die man sich auf alten Videorekordern mit verschmutztem Tonkopf anhört. Dumpf und unklar. Wie zum Hohn hängen in der ganzen Halle bis hinten an den Wänden Lautsprecherboxen - allerdings wurden sie nicht in das Soundsystem integriert, die Musik kam ausschließlich von ganz vorne, und das ist in einem sich derart weit nach hinten und oben ziehenden, schlauchartigen Raum fatal. Zu den Vereinigten Bühnen Wien gehört auch das Theater an der Wien, und genau da hätte man die drei Shows spielen müssen. Da gibt es keine Ausreden, das Theater an der Wien wird kaum bespielt, Termine hätten sich finden lassen müssen. Im Theater an der Wien hätte man zumindest für etwas mehr Menschen akzeptablen Ton garantieren können. Und auch eine akzeptable Sicht, denn von hinten erkannte man nicht mal mehr die Darsteller, die man ohnedies schon kaum hörte.

Musical Forever

Die Wahl des Programms war bieder. Caspar Richter, Michael Pinkerton und Werner Sobotka wählten den Mainstream, bis auf wenige Ausnahmen, manchmal war man ganz offensichtlich geradezu gezwungen, bestimmte Songs reinzunehmen, um Stars wie Maya Hakvoort und Pia Douwes in einem Stück “unterzubringen”, so dufte Hakvoort aus “Elisabeth” die “Irrenhausballade” singen und Douwes gab “Ich gehör nur mir”. “Ich gehör nur mir” als Duett zu bringen, wäre wesentlich prickelnder gewesen, sinnvoller, aber auch mit ein wenig mehr Vorbereitungszeit verbunden. Eine solche Version wäre aber dem Abend angemessen gewesen.

Musical Forever

Uwe Kröger musste sich bei den drei Shows wie ein Verurteilter in einem “Murmeltier”-Film vorkommen, den man Abend für Abend zum Schafott führt. Bei keinem seiner Songs war er fehlerfrei, jedes Lied war ihm sichtlich eine Qual. Als Sänger versagte er im Rahmen dieser Produktion völlig. “Die Musik der Dunkelheit” (”Das Phantom der Oper”) zerstörte er mit schiefen Tönen, den “letzten Tanz” (”Elisabeth”) sang er fast nur auf einer Tonhöhe, “Wie kann es möglich sein” (”Mozart!”) killte er mit einem für ihn an diesen Tagen nicht erreichbaren Schlusston. Bei aller Liebe: Das kann man nicht machen. Wenn man weiß, dass man indisponiert ist, muss man die Konsequenzen ziehen. Da funktionieren auch keine Argumente mehr wie “Toll, dass er so ein Profi ist und den Abend gerettet hat.” Freilich war Kröger wie gewohnt charmant bei der Anmoderation der ersten Titel, und beim Weihnachtsmedley am Ende zeigte er allen, wer der Entertainer im Star-Ensemble ist, als er mit kleinen Gesten fröhliche Stimmung in die Halle zauberte. Diese Kunst beherrschen gute Entertainer. Das kann ein Alexander Goebel aus dem Effeff, und auch Kröger ist darin sehr gut.

Musical Forever

Pia Douwes sang ausschließlich Standardware wie “Memory” und “Macavaty” aus “Cats”, “Ich gehör nur mir”, “All that Jazz” (”Chicago”). Schade, dass man sich die Chance entgehen ließ, einen ihrer in den letzten Jahren so raren Wien-Auftritte etwas interessanter zu gestalten. Warum nicht ein Song aus “Freudiana” - aber Caspar Richter und sein Team beschränkten sich darauf, die Ouverture aus diesem unterschätzten Musical zu spielen. Selbstverständlich war Douwes bei ihren Songs makellos, die Choreographie (Ramesh Nair) bei “All that Jazz” grandios.

Musical Forever

Thomas Borchert und Carin Filipcic lieferten ihre Songs solide, abgesehen von “Ich bin Herr im Haus” (”Les Misérables”), das den Charme einer Schulaufführung hatte, Susan Rigvava-Dumas gab ein sensationelles “All by myself” (Eric Carmen) und ein gewohnt perfektes “Rebecca”. Die Überraschung des Abends war Lukas Perman, der am ehesten das umsetzen durfte, was man von einer solchen Gala erwartet hatte. Er sang mit “Warum kannst du mich nicht lieben” aus “Mozart!” und “Close every door/Any dream will do” (”Joseph”) - Songs, die nicht zu seinem Standardrepertoire gehören, er gab als Solo-Interpret “Just the way you are” (Billy Joel) und spielte dabei Saxophon, gemeinsam mit Marjan Shaki interpretierte er schließlich auch noch “You’re the one that I want”.

“Warum kannst du mich nicht lieben” war neben “All by myself” von Susan Rigvava-Dumas rein von der Interpretation her eines der Highlights der Show. Mit seiner reinen Popstimme, die so gar nichts Operettenglucksig-knödelndes an sich hat, und einer wahrhaft glaubhaften Interpretation gab Lukas Perman einen sensationellen “Mozart”. Marjan Shaki mit “Nur für mich” aus “Les Misérables” und “Somebody to love” (Queen), Maja Hakvoort mit “Kuss der Spinnenfrau” - das wäre, was das Konzept der Songauswahl betrifft, ein guter Standard gewesen. Dann wäre aus diesem zweifellos sehr schönen und unterhaltenden Abend, bei dem auch das Orchester mit Instrumentalnummern seine Qualität bewies, tatsächlich ein Event geworden, an das man sich noch lange erinnert hätte.

“Musical Forever - Das Beste Aus Zwanzig Jahren Musical”
1.Akt:
1. Ouverture aus “Freudiana” - Orchester
2. Sei hier Gast aus “Die Schöne und das Biest” - Alle
3. Memory aus “Cats” - Pia Douwes
4. Macavity aus “Cats” - Maya Hakvoort, Pia Douwes & Ensemble
5. Nur für mich aus “Les Misérables” - Marjan Shaki
6. Ich bin Herr im Haus aus “Les Misérables” - Thomas Borchert, Carin Filipcic & Ensemble
7. Phantom der Oper aus “Das Phantom der Oper” - Uwe Kröger & Pia Douwes
8. Die Musik der Dunkelheit aus “Das Phantom der Oper” - Uwe Kröger
9. Leroy Anderson Medley (Buglers Holiday, Clarinet Candy, Fiddle Faddle) - Orchester
10. Nimm mich wie ich bin aus “Jekyll & Hyde” - Thomas Borchert & Maya Hakvoort
11. Dies ist die Stunde aus “Jekyll & Hyde” - Thomas Borchert
12. Close every Door / Any Dream will do aus “Joseph” - Lukas Perman & Ensemble
13. Leonard Bernstein
Lonely town aus “On the town” - Thomas Borchert
I can cook too aus “On the town” - Carin Filipcic
Somewhere aus “West Side Story” - Susan Rigvava-Dumas
Conga aus “Wonderful town” - Orchester
14. Irrenhausballade aus “Elisabeth” - Maya Hakvoort
15. Der letzte Tanz aus “Elisabeth” - Uwe Kröger & Ensemble
16. Ich gehör nur mir aus “Elisabeth” - Pia Douwes

2.Akt
1. Musical Chairs - Orchester
2. Pop-Medley
Somebody To Love - Marjan Shaki & Ensemble
Just The Way You Are - Lukas Perman
All by Myself - Susan Rigvava-Dumas
3. Totale Finsternis aus “Tanz der Vampire” - Thomas Borchert, Marjan Shaki & Ensemble
4. Hier in Wien aus “Mozart” - Ensemble
5. Wie kann es möglich sein aus “Mozart” - Uwe Kröger
6. Gold von den Sternen aus “Mozart” - Carin Filipcic
7. Warum kannst du mich nicht lieben wie ich bin aus “Mozart” - Lukas Perman
8. Kuss der Spinnenfrau aus “Kuss der Spinnenfrau” - Maya Hakvoort
9. ESCAPADES aus “Catch me if you can” - Orchester
10. All That Jazz aus “Chicago” - Pia & Ensemble
11. Liebe aus “Romeo und Julia” - Marjan Shaki , Lukas Perman & Ensemble
12. Siehe da, sie liebt aus “Romeo und Julia” - Carin Filipcic
13. You’re the one that I want aus “Grease” - Marjan Shaki, Lukas Perman & Ensemble
14. Rebecca aus “Rebecca” - Susan Rigvava-Dumas & Ensemble
15. Wenn ich einmal geh aus “A Chorus Line” - Alle
Zugabe: Weihnachtslieder-Medley

Ensemble: Katharina Anná, Sabrina Harper, Esther Hehl, Iris Morakis, Simon Eichenberger, Steven Seale, Ingolf Unterrainer, Ronnie Wagner

Konzept und Zusammenstellung: Caspar Richter/Michael Pinkerton/Werner Sobotka

Musikalische Leitung: Caspar Richter

Regie: Werner Sobotka
Choreographie: Ramesh Nair
Licht: Gustav Vychron
Sound: Erich Dorfinger

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