Archiv - Dezember, 2007
Martin Bruny am Montag, den
31. Dezember 2007 um 15:43 · gespeichert in West End, Listen
Das Fachmagazin THE STAGE hat wie jedes Jahr (seit 1997) die 100 einflussreichsten Theatermacher Englands aufgelistet. Andrew Lloyd Webber wurde 2007 durch Cameron Mackintosh, einen der mächtigsten und erfolgreichsten Produzenten, entthront, David Ian, der letztes Jahr gemeinsam mit Andrew Lloyd Webber auf Platz eins zu finden war, muss sich nun mit dem siebten Platz zufrieden geben.
Mackintosh verdankt seinen ersten Rang vor allem einem Deal mit der chinesischen Regierung: Der Produzent wird West End-Musicals in hochchinesischer Sprache (Mandarin) in China produzieren. Brian Attwood, Herausgeber des Magazins THE STAGE, über Mackintosh:
This year he presents an unassailable case for the No 1 slot. In the West End he has led the way by refurbishing his playhouses at a cost of £35 million, while on television, his production of Oliver! is the BBC’s latest musical theatre talent show. Meanwhile, his agreement with Beijing will introduce his productions to a potential audience of millions and guarantees him an unrivalled global influence.
Die Auflistung aller 100 Theatermacher ist in der Print-Ausgabe von THE STAGE (Erscheinungsdatum: 28.12.2007) nachzulesen. Die Top 10 liest sich wie folgt:
01. Cameron Mackintosh
02. Andrew Lloyd Webber
03. Howard Panter / Rosemary Squire (Ambassador Theatre Group)
04. Nicholas Hytner (National Theatre)
05. Nica Burns / Max Weitzenhoffer (Nimax)
06. Bill Kenwright (producer)
07. David Ian (Live Nation)
08. Michael Boyd (Royal Shakespeare Company)
09. Nick Thomas / Jon Conway (panto producers Qdos)
10. Vicky Featherstone / John Tiffany
Martin Bruny am Montag, den
31. Dezember 2007 um 00:36 · gespeichert in Wien, Fotos
Am 30. Dezember 2007 ging im Wiener Raimund Theater die vorläufig letzte Vorstellung des Levay/Kunze-Musicals “Rebecca” über die Bühne. Bilder einer Derniere:







Martin Bruny am Freitag, den
28. Dezember 2007 um 19:08 · gespeichert in Castingshows
Wenn man sich die Zuteilung der Songs für “Musical! Die Show - Folge 6″ ansieht, fällt eines wieder einmal auf: Die Wahl beziehungsweise Zuteilung der Songs erfolgte ohne musikalisches Gespür. “On Broadway” (aus “All that Jazz”) ist im Original eine Nummer, die über 6 Minuten dauert und sukzessive Spannung aufbaut, mal abgesehen von ihrer Aussage, vom Background, den ein Darsteller haben sollte, um sie zu singen und vieles mehr. Nach über 30 Sekunden setzt normalerweise überhaupt erst die Singstimme ein. Das auf 2 Minuten zu kürzen und zu glauben, auch nur halbwegs eine akzeptable Wirkung erzielen zu können, ist fahrlässig. So macht man keine Musicalshow, so zerstört man nur den Nimbus von Klassikern und nivelliert sie auf Karaokeniveau. Ist das letztlich das Ziel von “Musical! Die Show”? Bekommen wir am Ende alle ein Video-Karaokespiel “So wirst DU Musicalstar”? Aus “All that Jazz” würde sich ein viel passenderes Lied für eine Castingshow anbieten, nämlich “Bye Bye Love”. Nicht, dass der Song im Rahmen des Filmmusicals kürzer wäre (er dauert knapp 9 Minuten), aber er lässt sich besser und publikumswirksamer “verbraten”, wenn es denn schon “All that Jazz” sein muss.
Über den Bekanntheitsgrad von “On Broadway” brauchen wir nicht weiter zu spekulieren, noch eindeutiger ist es bei dem Song “We can do it” aus “The Producers”, ein Song, den Werner Mai und Alfons Haider als Duett versuchen werden. Das Lied ist nicht nur 99,9 Prozent aller Zuschauer unbekannt, es ist auch aus einer Show, die nur mit viel Glück im Wiener Ronacher bestehen wird können (Premiere Ende Juni 2008), handelt es sich doch um ein Musterbeispiel dessen, was nicht wenige als “altmodisches Broadway-Musical” bezeichnen. So etwas wird normalerweise an der Wiener Volksoper und für deren Clientel produziert und da auch gerne angenommen. Erschwerend kommt hinzu, dass Alfons Haider sich nach wie vor für einen Musicaldarsteller hält und auch nicht davor zurückschreckt, einen Song aus “The Producers” zu mimen. Keine Sorge, er wird das wie immer erledigen und innerhalb seiner Zielgruppe für Begeisterung sorgen, aber nach wie vor ist es schwer nachvollziehbar, wie ein Entertainer dermaßen verblendet sein kann, dass er nicht merkt, wo seine Qualitäten liegen und wo seine Schwächen.
Fassen wir also zusammen:
- Vincent Bueno singt “Singin’ in the rain” und als Duett mit Gudrun “Seasons of love” aus “Rent”. Wer mit solchen Songs fliegt, muss schon einen ganz schlimmen Tag erwischen.
- Gudrun Ihninger singt “Tomorrow” aus “Annie” und — halt, das reicht eigentlich. Auch mit einer solchen Nummer fliegt man nicht.
- Simone Fetz singt “Big Spender” aus “Sweet Charity” und “America” aus “West Side Story” gemeinsam mit Eva.
- Eva Klikovics singt “Dance: Ten; Looks: Three” aus “A Chorus Line”.
- Werner Mai singt “On Broadway (”All that Jazz”) und “We can do it” (”The Producers”) mit Alfons Haider im Duett.
Kristallkugelmäßig könnten Werner und Simone diesmal ihren Joker-Song präsentieren. Aber vielleicht gibt es ja doch eine Überraschung in der ziemlich abgeschlafften Musicalshow des ORF - zu sehen heute ab 21:15 Uhr in ORF 1.
Update:
Kaum verliert man den Glauben an den Underdog, schlägt er sich wacker. Werner Mai hat sein “On Broadway” gut rübergebracht, den Auftritt mit Alfons Haider überstanden und ihn dann sowieso an die Wand gesungen, wobei natürlich insgesamt das eine recht comicalhafte Performance war. Egal, das Highlight der Sendung war “Officer Pauer” für mich. Wer ab und zu mal in Aufführungen der Konservatorium Wien Privatuniversität geht, wird ihn kennen. Gudrun hat sich zwar mit “Tomorrow” fast ins Aus gewhined, aber Officer Pauer war eine Wucht. Ciao, Simone.
Martin Bruny am Freitag, den
28. Dezember 2007 um 11:31 · gespeichert in Wien
In einem Interview mit dem Wirtschaftsblatt umriss Peter Hanke, Geschäftsführer der Wien Holding, strategische Ziele.
WirtschaftsBlatt: Nächstes Jahr feiert die Wiener Stadthalle ihr 50-Jahr-Jubiläum. Was haben Sie getan, um dieses Jahr für Stadthallenbesucher atttraktiv zu machen?
Peter Hanke: Die Stadthalle ist unser Kultur-Flaggschiff. Wir haben nicht nur das Programmangebot erweitert, sondern bieten ab 2008 auch zusätzliches Besucherconvenience und vertieftes Incoming-Marketing sowohl im B2B-Bereich als auch im B2C-Bereich. Mit unserer neuen VIP-Lounge und dem neuen VIP-Corner ist es gelungen, namhafte Grosssponsoren wie die Erste Bank AG, Wiener Städtische Versicherung AG, die Fernwärme Wien und UPC als Partner zu gewinnen und an unser Haus zu binden. Die neue Stadthallen Card, die variabel aufladbar ist, bietet unseren Besuchern vielfältige zusätzliche Leistungen und soll die Kundenbindung vertiefen. Weiters wird für 2008 ein deutlich verbessertes gastronomisches Angebot vorbereitet, Innovationen sind im Ticketingbereich vorgesehen und ausserdem wird es ein neues Leitsystem in der Stadthalle geben.
WirtschaftsBlatt: Wieviele Besucher erwarten Sie 2008 in der Stadthalle?
Peter Hanke: Wir steigern die Veranstaltungstage auf rund 400, international ist der Richtwert bei 300. Da liegen wir klar darüber. Bei den Besuchern erwarten wir ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2007. Heuer werden wir auf 1,3 Millionen Besucher kommen, das ist ein neuer Rekord.
WirtschaftsBlatt: Zum Kulturbereich der Wien Holding gehören auch die Vereinigten Bühnen Wiens. Wie geht es hier weiter?
Peter Hanke: Am 30. Juni 2008 werden wir das umgebaute Ronacher eröffnen. Dafür haben wir 34 Millionen Euro verbaut - sind damit klar im Budget geblieben. Das Ronacher wird unser neues Musiktheater für ein buntes Programm, auch mit kleineren Produktionen, die hier Eingang finden können. Es wird auch Kurzläufer geben - im Gegensatz zu den Musicalproduktionen im Raimundtheater. Das Ronacher soll sich zu einem urbanen Musiktheater mit intelligentem humoristischen Einschlag entwickeln.
WirtschaftsBlatt: Was ist Ihr Ziel für die Vereinigten Bühnen Wiens?
Peter Hanke: Wir wollen den Teilkonzern Vereinigte Bühnen Wiens - mit Raimundtheater, Theater an der Wien und Ronacher -stärken - als eine verbindende Klammer zur Vermarktung der diversen Aktivitäten, beispielsweise auch für den Verkauf von Produktionen, wie es uns mit Elisabeth nach Japan gelungen ist. VBW-Geschäftsführer Franz Häußler geht am 30. Juni in Pension. Mit Thomas Drozda, der vom Burgtheater kommt, werden wir einen ausgezeichneten Kultur- und Wirtschaftskenner als Nachfolger bestellen. Wir wollen in dem Bereich Synergien heben, ein deutliches Kostenmanagement betreiben und zusätzliche Auslandserträge lukrieren.
Martin Bruny am Dienstag, den
25. Dezember 2007 um 20:52 · gespeichert in Musical, Fotos
Am 15. Dezember 2007 feierte das Boublil/Schönberg-Musical “Les Misérables” seine Graz-Premiere. Unter der Musikalischen Leitung von John Owen Edwards und in einer Inszenierung von Josef Ernst Köpplinger spielen in der Grazer Oper:
Jean Valjean: Daniel Prohaska, Martin Fournier
Javert: Erwin Windegger
Fantine: Carin Filipcic
Cosette: Martina Dorothea Rumpf
Eponine: Ina Trabesinger
Mme Thénardier: Dagmar Hellberg
Thénardier: Harald Hofbauer
Enjolras: Otto Jaus
Marius: Jesper Tydén, Alen Hodzovic
Ensemble: Bettina Oswald, Peter Lesiak, Dave Mandell, Nicole Baumann, Uschi Plautz, Oliver Frischknecht, Lisa Antoni, John Ramsten, Barbara Gall, Stefan Schmitz, Andreas Wanasek
Gavroche: Lorenz Rafolt, Moritz Flor
Kleine Cosette: Magdalena Hammer, Theresa Schreiner
Kleine Eponine: Valerie Denise Untersweg, Julia Vidonja
Ein paar Schlussapplausbilder vom 22. Dezember 2007, mehr dann über die Produktion in der “musicals”-Ausgabe vom Februar/März 2008.





Martin Bruny am Montag, den
24. Dezember 2007 um 21:58 · gespeichert in Castingshows
Das ging ja schnell. Um Kosten einzusparen, cancelt das ZDF das in Wien geplante Casting für jene Musical-Castingshow, die 2008 unter dem Motto Thomas Gottschalk sucht einen Musicalstar läuft. Wer also bei der Show dabeisein möchte, muss nach München, Duisburg oder Bremen. (Quelle: TV-Media)
Martin Bruny am Montag, den
24. Dezember 2007 um 20:59 · gespeichert in Filmmusical
Mit rund 9 Millionen Dollar Einspielergebnis konnte “Sweeney Todd”, die Verfilmung des gleichnamigen Musicals von Stephen Sondheim, Platz 5 in den US-Weekend-Box-Office Charts (21. bis 23. Dezember 2007) einnehmen, deutlich abgeschlagen hinter “National Treasure: Book of Secrets” (45,5 Millionen Dollar), “I am legend” (34,2 Millionen Dollar), “Alvin and the Chipmunks” (29 Millionen Dollar) und “Charlie Wilson’s War” (9,92 Millionen Dollar).
Freilich verfolgen die Produzenten eine ganz eigene Strategie bei der Veröffentlichung des Films. “Sweeney Todd” ist derzeit mit rund 1249 Kopien im Einsatz, während die Nummer 1 der Box Office Charts “National Treasure: Book of Secrets” mit 3832 Kopien im Rennen ist. Interessant werden die Folgewochen also allemal.
Martin Bruny am Sonntag, den
23. Dezember 2007 um 22:08 · gespeichert in Fotos

Martin Bruny am Sonntag, den
23. Dezember 2007 um 19:04 · gespeichert in West End
Wer der Meinung war, der Hype um Castingshows wäre schon vorbei, hat geirrt. Andrew Lloyd Webber sucht auch 2008 wieder einen neuen Musicalstar. Diesmal geht es um “Oliver!”, ein Musical von Lionel Bart, das auf Charles Dickens’ Roman “Oliver Twist” beruht.
“Oliver” feierte am 30. Juni 1960 am Londoner West End Premiere, am 6. Januar 1963 fand die Broadway-Uraufführung statt. 1968 wurde die Show verfilmt. Anfang 2008 sendet BBC die Castingshow “I’d do anything”, und sucht Oliver (Spielalter 9 bis 12 Jahre) und Nancy (Spielalter 17 bis 35 Jahre). Die Bewerberinnen für die Rolle der Nancy müssen älter als 17 Jahre sein, die Bewerber für die Rolle des Oliver älter als 9, aber nicht älter als 14.
Die Auditions finden im Januar 2008 statt. Graham Norton übernimmt, wie schon bei den Castingshows zu “The Sound of Music” und “Joseph”, die Moderation.
Martin Bruny am Samstag, den
22. Dezember 2007 um 00:29 · gespeichert in Wien, Fotos, Theater, 2007
Zwanzig Jahre gibt es nun das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien, und da man immer feiern sollte, wenn sich ein Anlass bietet, gingen vom 19. bis 21. Dezember 2007 im Wiener Museumsquartier drei Shows mit dem Titel “Musical Forever” über die Bühne.

Mit der Wahl des Veranstaltungsorts haben sich die Produzenten keinen großen Gefallen getan hat. Der Bau (die ehemaligen Reitstallungen) ist relativ ungeeignet für Events dieser Art. Sicher, man bekommt eine große Menge an Leuten unter, aber nur die Zuschauer in den vorderen Reihen haben etwas von der Show, hinten wird das Ganze uninteressant. Das betrifft beispielsweise den Ton. Er wurde für die vorderen Sitzreihen optimiert, hinten, auf den billigen Plätzen, nahm man ihn als viel zu leise wahr, der Vergleich macht sicher. Er wirkte so wie der Sound auf alten Videobändern, die man sich auf alten Videorekordern mit verschmutztem Tonkopf anhört. Dumpf und unklar. Wie zum Hohn hängen in der ganzen Halle bis hinten an den Wänden Lautsprecherboxen - allerdings wurden sie nicht in das Soundsystem integriert, die Musik kam ausschließlich von ganz vorne, und das ist in einem sich derart weit nach hinten und oben ziehenden, schlauchartigen Raum fatal. Zu den Vereinigten Bühnen Wien gehört auch das Theater an der Wien, und genau da hätte man die drei Shows spielen müssen. Da gibt es keine Ausreden, das Theater an der Wien wird kaum bespielt, Termine hätten sich finden lassen müssen. Im Theater an der Wien hätte man zumindest für etwas mehr Menschen akzeptablen Ton garantieren können. Und auch eine akzeptable Sicht, denn von hinten erkannte man nicht mal mehr die Darsteller, die man ohnedies schon kaum hörte.

Die Wahl des Programms war bieder. Caspar Richter, Michael Pinkerton und Werner Sobotka wählten den Mainstream, bis auf wenige Ausnahmen, manchmal war man ganz offensichtlich geradezu gezwungen, bestimmte Songs reinzunehmen, um Stars wie Maya Hakvoort und Pia Douwes in einem Stück “unterzubringen”, so dufte Hakvoort aus “Elisabeth” die “Irrenhausballade” singen und Douwes gab “Ich gehör nur mir”. “Ich gehör nur mir” als Duett zu bringen, wäre wesentlich prickelnder gewesen, sinnvoller, aber auch mit ein wenig mehr Vorbereitungszeit verbunden. Eine solche Version wäre aber dem Abend angemessen gewesen.

Uwe Kröger musste sich bei den drei Shows wie ein Verurteilter in einem “Murmeltier”-Film vorkommen, den man Abend für Abend zum Schafott führt. Bei keinem seiner Songs war er fehlerfrei, jedes Lied war ihm sichtlich eine Qual. Als Sänger versagte er im Rahmen dieser Produktion völlig. “Die Musik der Dunkelheit” (”Das Phantom der Oper”) zerstörte er mit schiefen Tönen, den “letzten Tanz” (”Elisabeth”) sang er fast nur auf einer Tonhöhe, “Wie kann es möglich sein” (”Mozart!”) killte er mit einem für ihn an diesen Tagen nicht erreichbaren Schlusston. Bei aller Liebe: Das kann man nicht machen. Wenn man weiß, dass man indisponiert ist, muss man die Konsequenzen ziehen. Da funktionieren auch keine Argumente mehr wie “Toll, dass er so ein Profi ist und den Abend gerettet hat.” Freilich war Kröger wie gewohnt charmant bei der Anmoderation der ersten Titel, und beim Weihnachtsmedley am Ende zeigte er allen, wer der Entertainer im Star-Ensemble ist, als er mit kleinen Gesten fröhliche Stimmung in die Halle zauberte. Diese Kunst beherrschen gute Entertainer. Das kann ein Alexander Goebel aus dem Effeff, und auch Kröger ist darin sehr gut.

Pia Douwes sang ausschließlich Standardware wie “Memory” und “Macavaty” aus “Cats”, “Ich gehör nur mir”, “All that Jazz” (”Chicago”). Schade, dass man sich die Chance entgehen ließ, einen ihrer in den letzten Jahren so raren Wien-Auftritte etwas interessanter zu gestalten. Warum nicht ein Song aus “Freudiana” - aber Caspar Richter und sein Team beschränkten sich darauf, die Ouverture aus diesem unterschätzten Musical zu spielen. Selbstverständlich war Douwes bei ihren Songs makellos, die Choreographie (Ramesh Nair) bei “All that Jazz” grandios.

Thomas Borchert und Carin Filipcic lieferten ihre Songs solide, abgesehen von “Ich bin Herr im Haus” (”Les Misérables”), das den Charme einer Schulaufführung hatte, Susan Rigvava-Dumas gab ein sensationelles “All by myself” (Eric Carmen) und ein gewohnt perfektes “Rebecca”. Die Überraschung des Abends war Lukas Perman, der am ehesten das umsetzen durfte, was man von einer solchen Gala erwartet hatte. Er sang mit “Warum kannst du mich nicht lieben” aus “Mozart!” und “Close every door/Any dream will do” (”Joseph”) - Songs, die nicht zu seinem Standardrepertoire gehören, er gab als Solo-Interpret “Just the way you are” (Billy Joel) und spielte dabei Saxophon, gemeinsam mit Marjan Shaki interpretierte er schließlich auch noch “You’re the one that I want”.
“Warum kannst du mich nicht lieben” war neben “All by myself” von Susan Rigvava-Dumas rein von der Interpretation her eines der Highlights der Show. Mit seiner reinen Popstimme, die so gar nichts Operettenglucksig-knödelndes an sich hat, und einer wahrhaft glaubhaften Interpretation gab Lukas Perman einen sensationellen “Mozart”. Marjan Shaki mit “Nur für mich” aus “Les Misérables” und “Somebody to love” (Queen), Maja Hakvoort mit “Kuss der Spinnenfrau” - das wäre, was das Konzept der Songauswahl betrifft, ein guter Standard gewesen. Dann wäre aus diesem zweifellos sehr schönen und unterhaltenden Abend, bei dem auch das Orchester mit Instrumentalnummern seine Qualität bewies, tatsächlich ein Event geworden, an das man sich noch lange erinnert hätte.
“Musical Forever - Das Beste Aus Zwanzig Jahren Musical”
1.Akt:
1. Ouverture aus “Freudiana” - Orchester
2. Sei hier Gast aus “Die Schöne und das Biest” - Alle
3. Memory aus “Cats” - Pia Douwes
4. Macavity aus “Cats” - Maya Hakvoort, Pia Douwes & Ensemble
5. Nur für mich aus “Les Misérables” - Marjan Shaki
6. Ich bin Herr im Haus aus “Les Misérables” - Thomas Borchert, Carin Filipcic & Ensemble
7. Phantom der Oper aus “Das Phantom der Oper” - Uwe Kröger & Pia Douwes
8. Die Musik der Dunkelheit aus “Das Phantom der Oper” - Uwe Kröger
9. Leroy Anderson Medley (Buglers Holiday, Clarinet Candy, Fiddle Faddle) - Orchester
10. Nimm mich wie ich bin aus “Jekyll & Hyde” - Thomas Borchert & Maya Hakvoort
11. Dies ist die Stunde aus “Jekyll & Hyde” - Thomas Borchert
12. Close every Door / Any Dream will do aus “Joseph” - Lukas Perman & Ensemble
13. Leonard Bernstein
Lonely town aus “On the town” - Thomas Borchert
I can cook too aus “On the town” - Carin Filipcic
Somewhere aus “West Side Story” - Susan Rigvava-Dumas
Conga aus “Wonderful town” - Orchester
14. Irrenhausballade aus “Elisabeth” - Maya Hakvoort
15. Der letzte Tanz aus “Elisabeth” - Uwe Kröger & Ensemble
16. Ich gehör nur mir aus “Elisabeth” - Pia Douwes
2.Akt
1. Musical Chairs - Orchester
2. Pop-Medley
Somebody To Love - Marjan Shaki & Ensemble
Just The Way You Are - Lukas Perman
All by Myself - Susan Rigvava-Dumas
3. Totale Finsternis aus “Tanz der Vampire” - Thomas Borchert, Marjan Shaki & Ensemble
4. Hier in Wien aus “Mozart” - Ensemble
5. Wie kann es möglich sein aus “Mozart” - Uwe Kröger
6. Gold von den Sternen aus “Mozart” - Carin Filipcic
7. Warum kannst du mich nicht lieben wie ich bin aus “Mozart” - Lukas Perman
8. Kuss der Spinnenfrau aus “Kuss der Spinnenfrau” - Maya Hakvoort
9. ESCAPADES aus “Catch me if you can” - Orchester
10. All That Jazz aus “Chicago” - Pia & Ensemble
11. Liebe aus “Romeo und Julia” - Marjan Shaki , Lukas Perman & Ensemble
12. Siehe da, sie liebt aus “Romeo und Julia” - Carin Filipcic
13. You’re the one that I want aus “Grease” - Marjan Shaki, Lukas Perman & Ensemble
14. Rebecca aus “Rebecca” - Susan Rigvava-Dumas & Ensemble
15. Wenn ich einmal geh aus “A Chorus Line” - Alle
Zugabe: Weihnachtslieder-Medley
Ensemble: Katharina Anná, Sabrina Harper, Esther Hehl, Iris Morakis, Simon Eichenberger, Steven Seale, Ingolf Unterrainer, Ronnie Wagner
Konzept und Zusammenstellung: Caspar Richter/Michael Pinkerton/Werner Sobotka
Musikalische Leitung: Caspar Richter
Regie: Werner Sobotka
Choreographie: Ramesh Nair
Licht: Gustav Vychron
Sound: Erich Dorfinger
Martin Bruny am Freitag, den
21. Dezember 2007 um 00:50 · gespeichert in Wien, Fotos






Martin Bruny am Donnerstag, den
20. Dezember 2007 um 23:46 · gespeichert in Tod, Musical, Wien, Sprache, Skurriles
Es war einmal ein Brötchen. Wir in Österreich sagen ja Semmel dazu. Das Brötchen, von dem wir reden, war keine normale Semmel, es war eine Kaisersemmel, der absolute Star unter den Brötchen. Vor vielen Jahren, als es in einer berühmten Bäckerei mit traditionsreicher Geschichte kreiert wurde, sorgte es Furore. Wenn der Bäcker seine Brötchen aus dem Ofen hob und sie heiß und duftend auf der Palette in den Korb rutschten, warteten die Kunden schon sehnsüchtig auf ihre Kaisersemmeln. Einige hätten sich fast umgebracht, wenn sie nicht mehrmals wöchentlich ihr Semmerl bekommen hätten. Sie schrieben dem Bäcker Briefe, in denen sie damit drohten, sich mit Kandisin das Leben zu nehmen - alles, nur um an ihre Brötchen zu kommen.
Der gute Ruf der Brötchen sprach sich schnell herum, und der Bäcker konnte sich bald aussuchen, wo er seine Backkünste vollbrachte. Schnell wurde seine ganz spezielle Kaisersemmel in Gourmet-Umfragen zur europaweiten Nummer 1 gewählt, und das viele Jahre hintereinander.
Eines Tages passierte dem Bäcker ein Missgeschick. Eine ganze Partie an Brötchen geriet ihm zu dunkel. Die Semmeln waren bestellt, er musste liefern, keine Chance, die Kunden zu vertrösten. Voller Sorge beobachtete er, wie die ganze Lieferung ein wenig zu dunkel geratener Kaisersemmeln an die Kunden verkauft wurde. Und siehe da: Niemand beschwerte sich. Alle waren zufrieden. Niemand wollte sein Geld zurück. Ein schwerer Stein fiel dem Bäcker vom Herzen. Niemals sollte ihm das nochmals passieren, schwor er sich und ließ seinen Backofen generalüberholen.
Lange Zeit ging alles wieder glatt, auch wenn sich der Bäckermeister immer wieder eingestehen musste, nur noch mit viel Glück an seinen ehemaligen Standard heranreichen zu können. Ab und zu kam es vor, dass eine ganze Partie an Brötchen tiefdunkel aus dem Ofen kam. Mittlerweile dachte er freilich nicht mehr daran, die Brötchen etwa wegzuwerfen, nein, er verwendete nun in der Auslage ganz spezielles Licht, um seine Brötchen künstlich heller aussehen zu lassen. Wow, das klappte echt gut. Als das Ganze immer schlimmer wurde und seine Brötchen immer dunkler, engagierte er eine Marketingagentur und präsentierte seine Ware in speziellen designten Körben mit der Aufschrift “Die besten Kaisersemmeln Europas - seit 20 Jahren”. Die Kunden waren begeistert. “Die besten Kaisersemmeln”, das war genau das, was sie wollten. Sie dachten sich zwar manchmal, dass diese Semmeln doch ziemlich verbrannt, zumindest aber zu dunkel waren, aber hey, es waren immerhin “die besten”. Irgendwann begannen sie sich zu fragen, ob nicht die anderen, hellen Brötchen die schlechten, und die dunklen die wirklich guten wären. Wenn sie die Semmeln ihren Freunden servieren wollten, lehnten diese zwar schon lange es ab, so etwas auch nur kosten zu wollen, aber die Fans der “besten Kaisersemmel” blieben ihrem Brötchen treu, selbst auf Kosten so mancher Freundschaft. Sie gründeten Clubs, organisierten Brötchen-Verkostungsabende und luden den Bäcker zu Vorträgen über die Kunst des Brötchenbackens ein.
Eines Tages verbrannten dem Bäcker seine Brötchen völlig. Sie waren nicht mehr dunkel, sie waren kohlrabenschwarz. Was sollte er machen? “Da musst du durch”, sagte er sich, “die fressen doch eh alles, was ich mache.”
Und ist er nicht gestorben, so bäckt der Bäckermeister auch heute noch seine Kaisersemmeln, die besten in ganz Europa.
Martin Bruny am Montag, den
17. Dezember 2007 um 12:29 · gespeichert in Pop
Im Alter von 56 Jahren ist Daniel Grayling “Dan” Fogelberg (* 13. August 1951 in Peoria, Illinois; † 16. Dezember 2007 in Maine) am vergangenen Sonntag in seinem Haus in Maine den Folgen seiner Prostatakrebserkrankung erlegen.
Seine Frau war bei ihm, als Fogelberg um 6 Uhr morgens starb. Als der Sänger 2004 von seinen Ärzten die Diagnose “Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium” erhielt, ließ er seine Fans in einer Presseerklärung wissen:
It is truly overwhelming and humbling to realize how many lives my music has touched so deeply all these years. … I thank you from the very depths of my heart.
Fogelberg erreichte in den 1970er und 1980er Jahren Superstar-Status. Viele seiner Platten erreichten Platin- und Multiplatinstatus, mit Hits wie “The Power of Gold” und “Leader of the Band” toppte er die Charts.
Fogelbergs letztes Album “Full Circle” erschien 2003, im Jahr darauf wurde bei ihm die tödliche Krankheit diagnostiziert.
Martin Bruny am Freitag, den
14. Dezember 2007 um 23:11 · gespeichert in Castingshows
Würde es auch einen Sieger der vierten Folge von “Musical! Die Show” geben und nicht nur eine Verliererin, dann wäre es für mich Werner Mai. Einfach deswegen, weil er am wenigsten Fehler gemacht hat. Einfach, weil ihm die im Vergleich zu den anderen Kandidaten völlig überzogene Kritik durch die Juroren nichts anhaben kann.
“Gold von den Sternen” aus “Mozart!” musste er performen, ein Lied, das normalerweise eine Frau singt. Zusätzlich hätte man auch gerne noch mehr Körpereinsatz gehabt. Das ist völliger Humbug, denn kaum würde er das geben, käme als Retourkutsche die Anmerkung, unmotivierte Musicalgesten doch zu unterlassen. Werner Mai, das muss jeder bemerkt haben, der dem Auftritt Aufmerksamkeit widmete, hat das Lied dargestellt. Damen und Herren, wir sind im Fernsehen, da bedient man sich anderer Mittel als im Theater, und entweder weiß Werner Mai das gut für sich zu nützen oder er macht es intuitiv richtig. Manche schaffen mit ihren Augen, was andere gar nicht schaffen.
Mai ist der klassische Underdog, den es in den meisten Castingshows gibt. Nicht immer gewinnen sie den Wettbewerb, aber sie machen die Show, und oft auch Karriere. Insofern muss man sich um Mai keine Sorgen machen.
Nazide kopierte Jennifer Holliday (nicht Melanie, wie Alexander Goebel meinte), sie kopierte Gesten, sie kopierte sogar die Art und Weise, wie die legendäre Holliday sich den Song zu eigen machte. Natürlich scheiterte Nazide mehr als deutlich, ihre Stimme, die sonst so ausdrucksstark wirkt, kam bei “And I am telling you” sehr sehr schwach rüber. Wenn jemand tatsächlich mal Jennifer Holliday gehört und gesehen hat, dann weiß er, wie unverwechselbar diese Darstellerin ist. Holliday grunzt vor Verzweiflung, sie schreit, sie ächzt, sie stöhnt, sie LEBT den Song. Kopieren war der falsche Weg. Wer einfach nur kopiert, fühlt nicht.
Ansonsten ist zur Show nicht viel zu sagen. Vincent Bueno kann tanzen, das wissen wir alle, stimmlich schien er indisponiert. Ein Graus waren die Darbietungen von Eva (”Holding out for a hero”) und Gudrun (”Bohemian Rhapsody”).
Alexander, der einen Falco-Song gab, als “wunderbar” zu bezeichnen (Fuhrmann), halte ich für blanken Hohn. Text vergessen, wieder falsch gesungen, klassisches Overacting - DAS ist also Musical?
Entzückend wie immer Caroline Vasicek als Gastjurorin, die am Ende der Show aufgewühlter schien als die Kandidaten selbst.
Raus musste Nazide. “And I am telling you” aus “Dreamgirls” ist eine einsame Song-Liga, die nur ganz wenige Ausnahmekünstlerinnen in Angriff nehmen. Nazide wurde “And I am telling you, I’m not going” zum Verhängnis. Zu 80 Prozent ist diese Entscheidung der Liedwahl durch den ORF zuzuschreiben. Wie auch immer, sie musste gehen.
Martin Bruny am Donnerstag, den
13. Dezember 2007 um 19:40 · gespeichert in Listen, Flicks, Filmmusical
Seit 1944 kürt die Hollywood Foreign Press, die aus rund 100 internationalen Journalisten besteht, jedes Jahr die besten Kinofilme und Fernsehsendungen. Heute wurden die Nominierungen für diese begehrten Auszeichnungen, die Golden Globes, bekanntgegeben. Auf insgesamt vier Nominierungen brachte es “Sweeney Todd”, John Travolta darf sich für “Hairspray” Chancen auf einen Preis ausrechnen, und mit “Enchanted” konnten Alan Menken und Stephen Schwartz zumindest eine Nominierung ergattern. Verliehen werden die Golden Globes 2008 am 13. Januar 2008 im Beverly Hilton in Hollywood.
Die “musicalrelevanten” Nominierungen:
Sweeney Todd
Best Motion Picture - Musical Or Comedy
Best Performance by an Actress in a Motion Picture - Musical or Comedy (Helena Bonham Carter)
Best Performance by an Actor in a Motion Picture - Musical Or Comedy (Johnny Depp)
Best Director - Motion Picture (Tim Burton)
Hairspray
Best Performance by an Actor In A Supporting Role in a Motion Picture (John Travolta)
Enchanted
Best Original Song - Motion Picture: “That’s How You Know” – Music By: Alan Menken; Lyrics By: Stephen Schwartz
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