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Archiv - März, 2007

Wicked: Kunze & Deny als Übersetzerteam fixiert

In Stuttgart geht heute die zweiwöchige Audition-Tour für die Deutschland-Premiere von “Wicked” zu Ende. In Hamburg, München, Düsseldorf und Wien wurde bereits gecastet, die letzten 200 der insgesamt 1800 Bewerber sind heute im Stuttgarter Palladium Theater dran. Die Premiere findet am 15. November 2007 in Stuttgart statt.
Offiziell fixiert wurden Michael Kunze und Ruth Deny als Übersetzerteam. Die beiden waren schon bei “Mamma Mia! als Team im Einsatz. [Story]

Sinéad O’Connor covert Andrew Lloyd Webber

Am 26. Juni 2007 veröffentlicht Sinéad O’Connor in den USA ihre neue Doppel-CD “Theology”. 20 Jahre nach ihrem Plattendebüt (”The Lion and The Cobra”) bringt sie ein neues Set an Coverversionen und selbst komponierten Liedern. Als eine der drei Coverversionen interpretiert O’Connor Andrew Lloyd Webbers “I don’t know how to love” aus dem Musical “Jesus Christ Superstar”.
Sinead über ihre neue CD:

“Theology” is an attempt to create a place of peace in a time of war. It is my own personal response to what has taken place and is affecting everyone around the world since and including September 11, 2001. I simply wanted to make a beautiful thing which inspires me. [Story]

Rasmus Borkowski: “In Wien funktioniert das Musical kommerziell, aber auch künstlerisch.”

Die österreichische Theaterzeitschrift “Bühne” bringt in Ihrer aktuellen Ausgabe ein Interview mit Musicaldarsteller Rasmus Borkowski, der von 6. bis 9. April 2007 im Wiener Raimund Theater als “Jesus” in Andrew Lloyd Webbers Rockoper “Jesus Christ Superstar” zu sehen sein wird. In diesem Interview wird unter anderem Borkowskis Einstellung zum Musicalbetrieb in Wien behandelt. Borkowski:

Es gibt Musicaldarsteller, die sich danach sehnen, irgendwann am Broadway aufzutreten. Ich möchte wieder nach Wien. Ich bin hier mit großartigen Schauspielern, Regisseuren, Produzenten in Kontakt gekommen, die sehr stark an junge Leute glauben. In Wien funktioniert das Musical nicht nur kommerziell, sondern auch künstlerisch. Man wird respektiert, auch von den Leuten aus dem Sprechtheater, und lernt ohne Ende. (…) Ich spiele [derzeit] erstmals in einer großen kommerziellen Produktion in Deutschland, und es ist toll: Aber es ist einfach etwas anderes, wenn du in einem Theater spielst, das eine Geschichte hat - oder in einem Gebäude auftrittst, das nur für diese Musicalproduktion erbaut wurde. Man bekommt eine ganz andere Energie.

Auch über seinen ersten Besuch in einem traditionellen Wiener Kaffeehaus weiß Borkowski eine nette Geschichte zu erzählen:

Ich bin ja sehr unvoreingenommen nach Wien gekommen. Mittlerweile kenne ich die Regeln, ich kenne auch den Wiener Schmäh. Als ich das erste Mal in Wien war, bin ich ins Café gegangen und habe einen Kaffee bestellt. Wie man das in Deutschland so macht: mit Betonung auf dem a. Der Kellner hat sich einfach umgedreht und ist gegangen.

Das ganze Interview ist in der April-Ausgabe der Zeitschift “Bühne” (Seite 42f.) nachzulesen.

Showfrühling 2007

Copyright: Kabarett Simpl; Foto: Johannes Glück
Im Wiener Kabarett Simpl steigt am 10. April 2007 die Premiere von KRAWUTZI KAPUTZI - STRENGSTES JUGENDVERBOT, einem Musical im Wiener Dialekt mit Susanne Altschul, Claudia Rohnefeld, Sigrid Spörk, Roman Frankl, Otto Jaus, Ronald Seboth und Roman Straka.
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Das Theater im Neukloster in Wiener Neustadt bringt am 5. Mai das Musical “Beth und ihre Schwestern” als europäische Erstaufführung. Das Stück basiert auf dem bekannten Jugendbuch “Betty und ihre Schwestern”, das in den USA unter dem Titel “Little Women” zum Bestseller wurde. “Little Women”, das Musical (Musik von Jason Howland, Lyrics von Mindi Dickstein, Buch von Allan Knee), feierte am 23. Januar 2005 seine Broadway-Premiere, brachte es aber auf insgesamt nur 135 reguläre Vorstellungen (plus 55 Previews). Bereits am 22. Mai 2005 wurde das Stück abgesetzt. Derzeit tourt eine Produktion der Show durch die USA - mit Maureen McGovern als Star.
In Wiener Neustadt liest sich die Cast wie folgt:
Jo March: Pia Lauermann; Meg March: Elisabeth Philipp; Beth March: Julia Ehrentraud; Amy March: Lise Schottleitner; Marmee March: Michaela Mikesch; Professor Bhaer: Alex Bechtloff; Theodore Laurence III., genannt Laurie: Florian Scherz; Mr. Laurence:
Herbert Mitsch; John Brooke, Lauries Lehrer: Daniel Kittl; Tante March: Uli Trauner; Mrs. Kirk: Sabine Berger; Clarissa: Elisabeth Philipp; Braxton Prindergast: Andreas Steiner; Rodrigo: Michael Mayer; Hexe: Lisa Zeiner; Hexe (alternierend): Theresa Mikesch; Troll: Christoph Hirschler; Troll (alternierend): Michael Zeiner; Ritter: Klemens Patek; Rodrigo 2: Theresa Mikesch; Rodrigo 2 (alternierend): Elisabeth Piribauer
Ensemble:
Sabine Berger, Eleonore Faiman, Christoph Hirschler, Katharina Holoubek, Michael Mayer, Magdalena Mikesch, Theresa Mikesch, Andreas Otahal, Klemens Patek, Elisabeth Piribauer, Daniel Preineder, Andreas Steiner, Lisa Zeiner, Michael Zeiner
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Das erste typische Tango-Orchester Österreichs, “Band-O-Neon: Orquesta Típica de Tango”, gastiert am 29. April 2007 um 14:00 Uhr und um 19:30 Uhr in der Wiener Kammeroper. Bei dieser Produktion von “hear it here” präsentiert die Formation Tangos aus der klassischen Periode (1880-1917), der Zwischenperiode (1917-1935) und der Zeit des Tango-Nuevo (1935-1948), sowie zeitgenössische Werke. Nähere Infos auf der Website von “Band-O-Neon” und “Hear it Here”.
Tickets gibt es ab 4 Euro an der Kassa der Wiener Kammeroper: ticket@wienerkammeroper.at und 512 02 00 77.
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Am 23. Juni treten die “Sweet Diamonds” (Denis Bolton, Lara Brown & Alison Conner) mit ihrem Programm “A Tribute to Diana Ross & the Supremes” in der Wiener Stadthalle auf. Tickets für diese Veranstaltung gibt es in Kürze bei k-ticket.at.

Barbra Streisand: Doppel-CD “Live in Concert 2006″erscheint am 8. Mai 2007

Barbra Streisand 2007Länger als geplant hat sich Barbra Streisand mit der Veröffentlichung ihrer neuen CD Zeit gelassen. Am 8. Mai erscheint das 2-CD-Set, das während ihrer US-Tour im Vorjahr aufgenommen wurde. Auf dem neuen Tonträger werden ein paar rare Songs zu finden sein, wie beispielsweise “Unusual way” aus dem Maury-Yeston-Musical “Nine”. In die Schublade “ungewöhnliche Interpretationen” packt man dann wohl am besten “The Music of the Night” aus Andrew Lloyd Webbers Show “The Phantom of the Opera” als “Duett” mit “Il Divo”.
Die vollständige Tracklist:
Barbra Streisand - Live In Concert 2006 track listing Act I 1. Funny Girl Broadway Overture 2. Starting Here, Starting Now 3. Opening Remarks 4. Down With Love 5. The Way We Were 6. Songwriting (dialogue) 7. Ma Premiere Chanson 8. Evergreen (with Il Divo) 9. Come Rain Or Come Shine 10. Funny Girl (dialogue) 11. Funny Girl 12. The Music That Makes Me Dance 13. My Man 14. People (dialogue) 15. People Act II 1. Entr’acte 2. The Music Of The Night (with Il Divo) 3. Jason’s Theme 4. Carefully Taught/Children Will Listen 5. Unusual Way 6. What Are You Doing The Rest Of Your Life 7. Happy Days Are Here Again 8. (Have I Stayed) Too Long At The Fair? 9. William Saroyan (dialogue) 10. The Time Of Your Life 11. A Cockeyed Optimist 12. Somewhere (dialogue) 13. Somewhere (with Il Divo) 14. My Shining Hour 15. Don’t Rain On My Parade (reprise) 16. Smile Produced by: Barbra Streisand & Jay Landers Arranged & Conducted by: William Ross Recorded & Mixed by: David Reitzas http://www.barbrastreisand.com http://www.columbiarecords.com [Story]

“High School Musical” - das Rennen um die “Europa-Premiere”

Als TV-Musical ist es Anfang 2006 in den USA erstmals über die Bildschirme geflimmert, der Soundtrack wurde in den Staaten zur meistverkauften CD 2006, Bühnenproduktionen überschwemmen nun geradezu die Vereinigten Staaten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Boom auch das gute alte Europa erreicht.
Jeder europäische “Produzent”, der derzeit eine Aufführung des “High School Musicals” plant, schreibt in seine Presseaussendungen vor allem eines: “europäische Erstaufführung”. Nun, es kann aber nur eine “europäische Erstaufführung” geben (egal in welcher Sprache), und wie es scheint, macht Deggendorf das Rennen, denn die Tanzschule Moving Art feiert am 27. Mai 2007 die vermutlich definitive europäische Erstaufführung der US-Hitshow.
Weitere Premieren sind in Stuttgart und Wien angesagt. In Stuttgart wird das Kelley Theatre die Show vermutlich im Laufe des Juni 2007 in englischer Sprache auf die Bühne bringen, das Performing Center Austria feiert im September 2007 in der Wiener Stadhalle Premiere.

News aus dem Webber-Imperium

Andrew Lloyd Webber sorgt derzeit für Schlagzeilen ohne Ende. Diesmal beispielsweise mit einer Absage. Im August 2006 ließ er verlautbaren, dass er sich mit dem Gedanken trage, aus Michail Afanasjewitsch Bulgakows Roman “Der Meister und Margarita” ein Musical zu machen. Nachdem er scheinbar den Roman jetzt auch gelesen hat, meint er:

I’ve decided it’s un-doable. It’s just too difficult for an audience to contemplate. It’s a very complicated novel. [story]

Verwirklicht wird dagegen das “Joseph”-Revival am Londoner West End. Hauptdarsteller gibt es zwar noch keinen, denn der wird erst ab 31. März per TV-Castingshow gesucht, aber ein Premierentermin wurde schon mal festgesetzt. Am 6. Juli beginnen im Adelphi Theatre die Previews, ab 17. Juli geht es dann tatsächlich los.
Für die Castingshows haben sich tausende Interessenten beworben. Die 100 “Besten” wurden ausgesiebt, 50 davon werden sich in den ersten beiden Sendungen den Juroren präsentieren. In der “Joseph School” erhalten sie ein ganz spezielles Performance-Training, um dann in Webbers Schloss in Irland vor dem Komponisten, einigen seiner Freunde und anderen Besuchern aufzutreten. Schließlich fliegen alle bis auf 12 Endrundenteilnehmer, die in 8 Shows um die Rolle des “Joseph” fighten. Und irgendwann, wenn dann der Gewinner feststeht, dann geht es an die Proben für die wirkliche Theaterwelt, denn der 17. Juli ist schneller da, als man glaubt. [Story]

Ronacher-Umbau: Sparvariante wird frühestens im Sommer 2008 eröffnet

Mehr als 20 Jahre ist es her, da begann in Wien ein Musicalboom sondergleichen. Es gab Zeiten, da standen dem Musical in Wien drei Bühnen zur Verfügung: das Theater an der Wien, das Ronacher und das Raimund Theater. Im Theater an der Wien regiert seit mehr als einem Jahr Schließtagskaiser Roland Geyer. Da gibt es zwar neben dem ursprünglich konzipierten Programm seit einiger Zeit auch Kabarett-Abende, aber natürlich kein Musical. Das Ronacher sollte umgebaut werden. Genau genommen wird es auch umgebaut, aber immer wieder werden die Realisierungsziele sozusagen neu fokussiert. Eine Eröffnung um Herbst 2007 war vor langer Zeit geplant, dann wurde ein Saisonstart im Februar 2008 angesteuert. Nun scheint es neue Verzögerungen zu geben, das meldet der Standard in seiner Online-Ausgabe vom 28. März. Mittlerweile scheint eine Eröffnung des Ronacher-Umbaus erst im Juni 2008 möglich zu sein beziehungsweise im Sommer 2008. Gleichzeitig wurden die Umbaupläne auf eine Sparvariante downgegradet: kein aufklappbares Dach mehr, weniger Räume im Bereich des Kellers.

“Rebecca” bis Ende 2007 verlängert

Bis 30. Dezember 2007 wird das Levay/Kunze-Musical “Rebecca” im Wiener Raimund Theater noch zu sehen sein. Die Verlängerung wurde heute von den Vereinigten Bühnen Wien offiziell bestätigt. Die drei Hauptdarsteller Susan Rigvava-Dumas, Wietske van Tongeren und Uwe Kröger konnten auch für die verbleibende Spielzeit gewonnen werden.

“High School Musical” im September 2007 in der Wiener Stadthalle

Vbgm Brauner & PCA-Kids
Vom 25. September bis 28. September sowie im November 2007 zeigt das Performing Center Austria die österreichische Erstaufführung der amerikanischen Hitshow “High School Musical” in der Wiener Stadthalle (Halle F).
Ermöglicht wird diese Produktion durch eine Kooperation der Musicalschule mit der Wien-Holding, dem größten heimischen Veranstalter.

Leading Team:
Hannes Muik: Regie
Werner Sobotka: Regie
Michael Schnack: Musikalischer Leiter
Sabine Arthold: Choreographie
Ramesh Nair: Choreographie
Alexander Tinodi: Produzent
Ernst Hoffmann: Künstlerischer Leiter, Stadthalle

Die nächsten Auditions des Performing Center Austria finden vom 31. März bis 2. April 2007 statt. [Story] [Showseite des Performing Center Austria]

West End: Castingshows und ihre Konsequenzen - das Problem mit Maria

Lange hat es nicht gedauert. Connie Fisher (23), die 2006 die Rolle der “Maria” in der aktuellen West-End-Produktion von “The Sound Of Music” im Rahmen einer TV-Castingshow “gewonnen” hat, war nach 98 Vorstellungen k. o.
Acht Vorstellungen die Woche, Autogrammstunden bei jedem Wetter, das hält ein Castingstar eben nicht durch.
Andrew Lloyd Webber, ganz aufgehend in seinem Bestreben, das TV-Format zu retten, nimmt alle Schuld auf sich:

“Connie did an injury to her throat muscle because she got a cold and she tried to sing through a cold. She did 98 performances and was determined to do eight performances a week and should have done the six performances we originally announced. And she was signing autographs for 400 people in the cold. You have to protect them. The public think they own her now. Connie feels a responsibility to be the people’s Maria.”

Nach zwei Wochen Erholungspause ist Fisher nun wieder auf der Bühne, ihre Auftritte hat sie auf sechs pro Woche reduziert. Mittlerweile sucht Sir Andrew fleißig weiter: Es gilt, ein paar neue Josephs zu finden. [Story]

“Ein Käfig voller Narren”: Karlheinz Hackl ab 14. April wieder als Zaza auf der Bühne

Karlheinz Hackl; Copyright: Dimo Dimov/Volksoper Wien

Am 7. Januar 1991 feierte das Musical “Ein Käfig voller Narren” (”La Cage Aux Folles”) in der Wiener Volksoper Premiere. Am 14. April 2007 startet die Volksoper mit der insgesamt 175. Vorstellung in eine neue Aufführungsserie dieses Hits. Als Albin/Zaza auf der Bühne: Karlheinz Hackl. Er wird in dieser 175. Vorstellung zum 170. Mal die Hauptrolle verkörpern.
Wer Musicals auch nur im weitesten Sinne mag und die Volksopernproduktion mit Hackl noch nicht gesehen hat: Nichts wie hin. Erfahrungsgemäß sind Musicals an der Volksoper schneller ausverkauft als die warmen Semmeln beim Bäcker.
Folgende Termine stehen zur Auswahl: 21., 23., 28., 29. April; 4., 12., 17. (18 h), 22., 23. Mai 2007 * mit Karlheinz Hackl als Albin/Zaza 27., 28., 30., 31. Mai; 10. Juni (16.30 h) 2007 * mit Erwin Windegger.

Kreativteam:
Musikalische Leitung: Michael Tomaschek
Inszenierung: Heinz Ehrenfreud, Dennis Callahan, David Scala

Cast:
Karlheinz Hackl / Erwin Windegger (Albin/Zaza)
Kurt Schreibmayer (Georges)
Guggi Löwinger (Jacqueline)
Sascha Oskar Weis (Jean Michel)
Johanna Arrouas (Anne)
Sigrid Martikke (Marie Dindon)
Klaus Ofczarek (Edouard Dindon)

Handlung:
Schon seit Jahrzehnten betreibt Georges den Club “La Cage aux Folles” in St. Tropez. Gefeierter Star der glitzernden Travestie-Show ist Albin alias Zaza, die “Frau” an Georges Seite. Eines Tages kündigt sich Besuch an: Jean-Michel, Georges Sohn aus seinem früheren Leben. Er hat das Mädchen seiner Träume gefunden. Die Sache hat nur einen Haken: Der Vater der Verlobten ist als Politiker ein erzkonservativer Sittenwächter und möchte die Familie des zukünftigen Schwiegersohnes kennen lernen. Wo soll George nur so schnell eine Mutter für den Sohn hernehmen? Albin/Zaza bietet hilfreich seine Dienste an …

Karten:
Preis: € 22,* bis € 66,*; 75% Ermäßigung für Kinder
Kartenbestellung: +43/1/513 1 513, Information: +43/1/514 44-3670 www.volksoper.at , tickets@volksoper.at

“Die goldenen Schuhe”: Marjan Shaki liest Vicki Baum

Marjan ShakiIm April 2007 bringt Random House ein 4-CD-Hörbuch von Vicki Baums Roman “Die goldenen Schuhe”, gelesen von Marjan Shaki, auf den Markt.
Das CD-Set erscheint in der Serie “WOMAN Voices Edition”, die bereits einige der bekanntesten Schauspielerinnen der Gegenwart wie etwa Senta Berger, Christiane Hörbiger, Erika Pluhar oder Andrea Eckert als Vorleserinnen zu bieten hat.
Die österreichische Autorin Vicki Baum (1888-1960) schrieb neben ihrem mehrfach verfilmten Welterfolg “Menschen im Hotel” 30 weitere Bestseller, die in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden. Sie war die erfolgreichste deutschsprachige Autorin des 20. Jahrhunderts.
“Die goldenen Schuhe”, erschienen 1959 bei Kiepenheuer & Witsch in Köln, handelt von der Tänzerin Katja Milenkaja, die mit 45 auf dem Gipfel ihrer Karriere als Primaballerina steht und es recht schwer hat, Beruf und Ehe unter einen Hut zu bringen.
[ISBN: 978-3-86604-518-7; € 9,95 [D] / SFr 19,10]

Pia Douwes singt Maury Yeston: CD & Konzerte geplant

Wie Wolfgang Adenberg auf seiner Homepage schreibt, wird Maury Yestons Liederzyklus “December Songs”, der auf Schuberts Winterreise basiert, in deutscher Sprache auf CD erscheinen. Adenberg hat die Songs ins Deutsche übertragen und konnte Pia Douwes als Interpretin gewinnen. Produziert wurde die CD in Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Rundfunk.
Am Mittwoch, dem 18. 4. 2007 um 20:00 Uhr werden Pia Douwes und Marina Komissartchik (Klavier) die CD im großen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks in Saarbrücken vorstellen und die Dezemberlieder live vortragen. Ab da wird auch die CD erhältlich sein.
Karten können ab sofort telefonisch gebucht werden unter 0681/93 69 90 oder im Internet auf www.proticket.de [Story]

Stadttheater Baden 2007: “Les Misérables”

Foto: Martin Bruny

[mygal=lesmis2007]

Alain Boublils und Claude-Michel Schönbergs “Les Misérables” hat sich in den letzten Jahren zu einem Musical entwickelt, das auf praktisch jeder Bühne gespielt wird. 2007 gibt es eine wahre Unzahl an Produktionen im deutschsprachigen Raum. Wenn dieser Trend anhält, wird bald jede mittlere Bühne “Les Mis” im Repertoire haben. Am 17. Februar 2007 war Baden dran: Das Stadttheater brachte seine Premiere von “Les Misérables” an den Start.

Die Bühne des Stadttheaters ist eigentlich zu klein für “Les Mis”, es ist praktisch unmöglich, alle Darsteller von der Bühne aus agieren zu lassen, also hat man den “Chor” kurzerhand in die linke und rechte Balkonloge gepackt. Das ist eine Lösung, mit der man das Platzproblem in den Griff bekommt, die aber aus dem “Chor” tatsächlich so etwas wie einen (statischen) Chor macht, und das wiederum ist für den Flow der Inszenierung (Robert Herzl) nicht gerade förderlich. Eine weitere Lösung ist, das Prinzip der Guckkastenbühne aufzuknacken. Und so durchbrechen Darsteller alle paar Minuten die imaginäre vierte Wand, um durch den Zuschauerraum auf- und abzutreten, mal von links, mal nach rechts, mal von der Mitte. Eine Art Catwalk um den Orchestergraben sorgt zusätzlich für eine recht intime Nähe von Zuschauern und Darstellern. Nicht, dass das keine interessante Lösung wäre, aber durch die grelle Beleuchtung dieses Catwalks ist in den ersten Reihen dann doch recht viel an Ablenkung im Raum.

Bühnenerweiternde Elemente also sind es, die massiv eingesetzt werden und das Platzproblem lösen, aber selbst wieder eigene Probleme schaffen. Die intime Nähe führt ab und zu zu lustigen Beobachtungen. So hat sich eine Besucherin in der ersten Reihe während einer dieser Catwalk-Szenen mit ihrem Programmheft davor geschützt, mit eventuellen Flüssigkeiten des einen oder anderen Darstellers in Berührung zu kommen. Auf sowas muss man mal kommen.

Eines der Hauptprobleme jeder Aufführung in Baden ist das Nebeneinander von Profis und Laien. Nichts gegen Statisten auf der Bühne, aber auch dafür bedarf es einer gewissen Begabung. Eine brauchbare Stimme zu haben, aber sonst absolut nicht im Sinne eines Bühnenstücks agieren zu können, ist zu wenig. Man stelle einen unbegabten Statisten neben einen Profi, und die Szene verkommt zum Laienschauspiel, egal wie gut der Profi ist. Und genau das ist das Problem von “Les Mis” in Baden. Ja, es sind viele Rollen zu besetzen, und ja, mag sein, dass man da auf Statisten zurückgreifen muss, aber JA, sie müssen auch schauspielerisch etwas draufhaben, gerade bei “Les Mis”. Und das ist leider bei einem Großteil des Chors des Stadtheaters Baden nicht der Fall. So werden Szenen manchmal zur Lachnummer, so gehen emotionale Momente völlig unter und man wundert sich nur die ganze Zeit, wieso so viele Leute mit so ausdrucksfreier Mimik und Gestik auf der Bühne herumtrotten.

Lustig geht es im Orchestergraben zu, wenn man vom Schlagwerker und dem Mann am Xylophon auf den Rest schließen darf. Der Mann am Schlagzeug ist eine wahre Entertainmentmaschine. Keinen Moment scheint er auf sein Spiel fokussiert, ständig ist er damit beschäftigt, die Arbeit seiner Kollegen mit missbilligenden oder ermunternden Kopf-, Gesichtsmuskel- und sonstigen Bewegungen zu kommentieren. Dann
wieder lobt er den jungen Mann am Xylophon, scherzt mit ihm, lacht pausenlos, zuckt vor sich hin, kurz und gut: So kann man eigentlich kein perfekt musizierendes Orchester erwarten, wenn Leute dermaßen dauerabgelenkt agieren. Dementsprechend ist das auch so eine Sache, das mit den Noten und dem Orchester, ein klein wenig wie Hase und Igel. Man bemüht sich, zwar, alle Noten einzufangen, aber, naja, Schwamm drüber. Weit ärger ist das, sagen wir eigenwillige, Tempo, das von der Musikmaschinerie vorgelegt wird und die gesamte Aufführung in fast zeitrafferartige Momente zwingt.

Foto: Martin Bruny

Eine der größten Schwächen dieser Produktion ist die Rollengestaltung und -umdeutung des “Marius”. Mit Zoltán Tombor hat man an sich leider einen etwas blass agierenden Darsteller engagiert, der in keinem Moment vermittelt, dass seine Rolle nicht gerade die unbedeutendste in diesem Musical ist. Das wahre Problem ist jedoch die Art und Weise, wie die Szene von Marius und Eponine auf der Barrikade umgedeutet wird. Als Eponine schwer verletzt zu Marius kommt, verzieht er angeekelt sein Gesicht und zuckt zurück, um nur ja kein Blut abzubekommen. Eponine stürzt zu Boden und stirbt, ohne dass Marius ihr zu Hilfe kommt. Das ist doch eine massive Rollenumdeutung, die man sich hätte sparen können. Sparen hätte man sich auch die diversen Änderungen und Streichungen können. Gestrichen unter anderem die komplette Hochzeitsszene, die Reprise von “Trink mit mir”, gestrichen weiters einzelne Zeilen … alle Textänderungen aufzuzählen würde keinen Sinn machen, genausowenig wie die Textänderungen selbst.

Foto: Martin Bruny

Mit Katrin Fuchs als Cosette verhält es sich so wie zwischen den Laien und den Profis auf der Bühne: die Homogenität fehlt. Katrin Fuchs hat so etwas von keiner Musicalstimme, dass man sich fragt, wie man auch nur auf die Idee kommen kann, sie für die Rolle der Cosette zu casten. Fuchs singt normalerweise Opern- und Operettenpartien, eine Fehlbesetzung, nicht mehr, nicht weniger.

Claudia Rohnefeld ist eine wunderbare Schauspielerin und Musicaldarstellerin, allein, sie ist kein kleiner Bub, die Rolle des Gavroche läuft also ebenso unter dem Titel Fehlbesetzung. Es gibt keine akzeptable Begründung dafür, Gavroche mit einer Frau zu besetzen.

Foto: Martin Bruny

Darius Merstein-MacLeod ist ein Valjean, der einen glaubwürdigen Alterungsprozess zu gestalten weiß. Das ist schon mal viel wert. Ich persönlich habe mit Merstein das Problem, dass bei Liedern mit vielen “L” seine Interpretationen für mich in den Schlagerbereich zu driften drohen, aber vielleicht hab ich ein latentes Karel-Gott-Syndrom, das bekanntlich als unheilbar einzustufen ist. Merstein ist jedoch zweifellos ein guter Valjean, auch wenn es ihm nur selten gelingt, zu berühren.

Chris Murrays Performance ist ganz und gar von Overacting geprägt. Wenn man von der Bühne weiter entfernt sitzt, mag das nicht sonderlich stören, sitzt man näher am Geschehen, ist die Mimik Murrays nicht weit von der Groteske entfernt. Stimmlich überzeugt er.

Wunderbar Patricia Nessy als Fantine, Johanna Arrouas als Eponine und Aris Sas als Enjolras. Vor allem Sas beweist, wie man mit Bühnenausstrahlung, glänzender Stimmtechnik und Schauspielkunst aus einer Rolle das Maximum herausholen kann.

Die Thénardiers (Franziska Stanner und Helmut Wallner) bleiben leider unterdurchschittlich. Sie schaffen es nicht, die volle Bandbreite an Ausgelassenheit, Frechheit, Vulgarität, Bosheit und was noch alles in diesen Glanzrollen steckt, auszuspielen. Schade drum.

Das Bühnenbild (Manfred Waba) ist eine Art Labyrinth aus Stiegen, kastenartigen Räumen, alles recht eng verschachtelt, aber mit ein wenig Phantasie dann doch als zweckmäßige Kulisse wahrnehmbar, die durch Projektionen recht interessant an die jeweiligen Szenen angepasst wird. Der Einsatz von Leinwänden, die ebenfalls mit Projektionen zu Kulissen werden, macht dieses Element zu einem bühnentauglichen Konstrukt. Bühnenumbauten gibt es keine. Das “Konstrukt” wird durch Projektionen, Leinwände etc. jeweils angepasst.

Passabel der Sound, auch wenn im hinteren Bereich des Theaters der Sound den Ticketpreisen maßgeschneidert angepasst erscheint.

Fazit: Musical in Baden ist ein Erlebnis, das man in den ersten Reihen des Theaters mit allen Sinnen genießen kann. Die Begeisterungsfähigkeit aller Mitwirkenden darf nicht unterschätzt werden, auch wenn man manchmal auf und unter der Bühne nichts davon mitbekommt. “Les Mis” auf die Bühne zu bekommen und die gesamte Laufzeit Wochen im Voraus auszuverkaufen, das ist eine Leistung, zu der man dem Team in Baden nur gratulieren kann.

Les Misérables - Ein Musical von Alain Boublil und Claude Michel Schönberg. Nach einem Roman von Victor Hugo.

Kreativteam:
Musik: Claude-Michel Schönberg / Buch: Alain Boublil, Jean-Marc Natel / Gesangstexte: Herbert Kretzmer / Deutsche Übersetzung: Heinz-Rudolf Kunze / Zusätzliches Material: James Fenton / Orchestrierungen: John Cameron
Musikalische Leitung: Franz Josef Breznik / Inszenierung: Robert Herzl / Ausstattung: Manfred Waba / Choreographie: Rosita Steinhauser / Choreinstudierung: Oliver Ostermann / Regieassistenz: Christa Ertl / Inspizienz: Denise Kaller / Technische Leitung: Ewald Baliko / Bühnenmeister: Franz Habres / Beleuchtung: Johann Quarda, Florian Neuber / Ton: Christoph Streicher / Sounddesign: Martin Mayer / Tonassistenz: Cornelia Ertl

Cast:
Johanna Arrouas (Eponine) / Katrin Fuchs (Cosette) / Darius Merstein-MacLeod (Valjean) / Chris Murray (Javert) / Patricia Nessy (Fantine) / Claudia Rohnefeld (Gavroche) / Aris Sas (Enjolras) / Zoltán Tombor (Marius)
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Margarete Aron (Frau) / Beppo Binder (Bamatabois, Lesgles) / Elisabeth Drach (Kleine Cosette) / Mario Fancovic (Claquesous) / Franz Födinger (Seemann, Babet, Major Domus) / Zuzana Gyürky (Junge Hure) / Robert Herzl (Bauer, Joly) / Josef Kirschner (Wirt) / Galina Klingenberger (Wirtin) / Christina Köppl (Junge Hure) / Gabriele Marett (Frau) / Thomas Nestler (Brujon) / Artur Ortens (Vorarbeiter, Zuhälter, Combeferre) / Anna-Sophie Prosquill (Kleine Eponine) / Bettina Reifschneider (Alte Frau, Alte Bettlerin) / Walter Schwab (Polizist, Arbeiter, Seemann, Montparnasse) / Dietmar Seidner (Zuhälter, Courfeyrac) / Therese Spiegel (Kleine Eponine) / Franziska Stanner (Madame Thénardier) / Anghelusa Stoica (Hure) / Max Volt (Bischof, Jean Prouvaire) / Dessislava Valeva-Philipova (Fabrikmädchen, Hure, Madeleine) / Helmut Wallner (Monsieur Thénardier) / Stephan Wapenhans (Knecht, Arbeiter, Seemann, Grantaire) / Elisabeth Zeiler (Kleine Cosette) / Monika Zirngast (Hure) / Christian Zmek (Fauchelevant, Polizist, Feuilly)
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Sträflingskolonne, die Armen, Farbrikarbeiterinnen, Polizisten, Schaulustige, Huren und Hochzeitsgäste: Chor und Ballett des Stadttheaters
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Es spielt das Badener Städtische Orchester

Weitere Fotos bei Flickr

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