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Archiv - Literatur

Musicalbücher, ein Minderheitenprogramm

Im deutschsprachigen Raum ist es leider recht schwierig, wirklich aktuelle, relevante Literatur zum Thema Musical zu finden. Musical verkauft sich nicht in Buchform, und auch sonst ist Musical ein Minderheitenprogramm, da darf man sich nichts vormachen. Das hat sich der deutschsprachige Raum selbst zuzuschreiben. Das ewige Revivaln von mediokren Popmusicals aus Mangel an neuen Ideen wird nicht dazu führen, dass sich wer hinsetzt und über die »Kunstform« Musical schreibt. Denn die gibt es hier gar nicht. Nicht, dass in den USA nicht auch Entertainment dominieren würde, aber man lässt sich immerhin auf etwas ein. Der Off-Bereich ist kreativ und schafft Neues.
Musicaldarsteller hierzulande beginnen in den letzten mehr als 20 Jahren ihre Karrieren oft als kleine Rudolfs oder irgendwelche Engel, lassen sich gerne vorgaukeln, dass sie Stars geworden sind, auch wenn es doch nur zum traurigen Schiller-Abziehbild reicht. Nach 20 Jahren werden ihnen dann, weil man sich halt die Opulenz früherer Jahre nicht mehr leisten kann, sogar die Flügerl gestutzt. Was für ein schönes Bild das doch war, danke VBW! Und die, die dann ihren großen Idolen aus Kindertagen in die Moonboots der Gegenwart folgen dürfen, spielen sinnentleert wie eh und je. Lichtregie dominiert im Musical. Du gehen von A nach B, du folgen unserem ausgeklügelten Lichtspiel, das aus Hunderten computergesteuerten Einstellungen besteht. Folg dem Licht statt Fang das Licht, das Niveau würd schon passen. Musical spielt sich halt woanders ab.
Musicalbücher erscheinen daher auch nicht hierzulande, okay, fast nicht. Biografien, ja Biografien vielleicht. Jene von Neil Patrick Harris ist vor wenigen Wochen unter dem zwangsoriginellen Titel »Anzug an, Bro!: Folge mir in mein legendäres Leben« bei Heyne veröffentlicht worden. Aber Harris muss man mögen. Ich werde ihn lesen.

Ein paar Highlights des Herbsts:
Ethan Mordden: »On Sondheim. An Opinionated Guide« (nähere Infos –> hier)
Susan Goldman Rubin: »Sondheim: The Man Who Changed Musical Theater« (nähere Infos –> hier)
Michael Riedel: »Razzle Dazzle – The Battle for Broadway« (nähere Infos –> hier)

Frühjahr 2015: »100 Jahre Uwe und Pia«

Der Uwe-Kröger-Express soll zum 50. Geburtstag des Musicaldarstellers noch mal so richtig ins Dampfen kommen. Im September 2014 erscheint die von Claudio Honsal »aufgezeichnete« Autobiografie »Ich bin, was ich bin. Mein Leben«, am 4. Dezember 2014 geht in der Wiener Stadthalle das große Geburtstagskonzert über die Bühne, und wie in der Amalthea-Programmvorschau für den Herbst 2014 zu lesen ist, gehen Uwe Kröger und Pia Douwes 2015 auf Tour. 14 Termine sind fixiert. Titel des Programms: »Die Größten Musical-Hits Aller Zeiten. Die große Jubiläums-Tour zum 50. Geburtstag von Uwe Kröger & Pia Douwes«.

In Wien ist die Show am 25. März 2015 in der Stadthalle, Halle F, zu sehen, Begleitet werden Uwe Kröger und Pia Douwes von Mitgliedern des Orchesters der Vereinigten Bühnen Wien unter der Leitung von Herwig Gratzer und dem Vokalistenensemble »Gudrun«.

Konzertdaten
27.02.2015: Leipzig, Gewandhaus zu Leipzig
28.02.2015: München, Deutsches Theater
03.03.2015: Nürnberg, Meistersingerhalle
07.03.2015: Bremen, Musical Theater
08.03.2015: Hannover, Theater am Aegi
09.03.2015: Stuttgart, Palladium Theater
11.03.2015: Berlin, Friedrichstadt-Palast
13.03.2015: Frankfurt, Alte Oper
14.03.2015: Düsseldorf, Capitol Theater
17.03.2015: Essen, Colosseum Theater
20.03.2015: Mannheim, Rosengarten - Mozartsaal
22.03.2015: Niedernhausen, Rhein-Main-Theater
23.03.2015: Hamburg, Neue Flora
25.03.2015: Wien, Wiener Stadthalle – Halle F

Tickets (für Wien)
In allen oeticket-Center & Verkaufsstellen telefonisch unter 01/96096 und unter www.oeticket.com; in alle Filialen der Erste Bank und ausgewählten Sparkassen. Weiters unter www.erstebank.at sowie unter 05 0100–10111. Ermäßigung für Kunden der Erste Bank und Sparkassen! An den Kassen der Wiener Stadthalle oder telefonisch unter 01/79 999 79 und online unter www.stadthalle.com

Link
- Amalthea-Vorankündigung der Autobiografie von Uwe Kröger

Er ist, was er ist: Uwe Kröger kündigt Biografie an

In einem Interview mit »ganz-muenchen.de« kündigt Uwe Kröger die von ihm gemeinsam mit Claudio Honsal geschriebene Biografie »Ich bin, was ich bin« für Ende 2014 an.

Kröger über seinen Job als Musicaldarsteller in diesem Interview: »Wir liefern mit dem Musical den Zuckerguss auf ihren Alltag« [also auf den Alltag der Zuschauer]. [LINK]

PS: Auf den Buchtitel ist, so nebenbei erwähnt, übrigens auch schon einer seiner Kollegen gekommen (LINK).

PPS: Bei Buchpromotion ist eines recht wichtig: der Verlag. Daher sollte man auch in Interviews immer dazusagen, wo das Buch erscheinen wird. Dann klappt’s ja vielleicht auch mit dem Buchverkauf.

Bachmannpreis 2011 - keine Zeit mehr für Diskussionen?

Der Bachmannpreis lebt auch, und für manche zu einem Großteil, von den oft spannenden Diskussionen der Juroren über die vorgetragenen Texte. In den letzten Jahren wurde nicht nur der Termin des Bachmannpreises laufend hin und her geschoben, weil mal eine Fußball-WM im Weg war, dann wieder sonstige Veranstaltungen, es wurde auch die Lese- und Sendezeit verkürzt.
2011 nun ist man scheinbar an einem Tiefpunkt der Diskussionskultur angekommen. Nicht nur, dass sich die Moderatorin Clarissa Stadler auch inhaltlich in die Diskussionen einbringt, was völlig entbehrlich ist, sie drängt auch ständig darauf, die Beiträge zu kürzen, die Diskussionen knapp zu halten. Sie verleiht der gesamten Veranstaltung etwas Gehetztes, was ganz und gar nicht zum Bachmannpreis passt. Morgen: Tag 2 des Lesens –> hier.

edition-o: Lukas Perman liest “Sagen aus Österreich”

Im Herbstprogramm der edition-o findet sich unter anderem das Hörbuch “Sagen aus Österreich” von Friedl Hofbauer, gelesen von Lukas Perman.

sagen-oesterreich-hb.jpgDie 50 schönsten Sagen aller neun Bundesländer Österreichs, ausgewählt von Friedl Hofbauer.
Die alten Geschichten sind auch heute noch lebendig, und wer mit offenen Augen durch die Welt geht, findet viele Hinweise und Zeichen, in denen manch seltsame Sagengestalt oder unglaubliche Begebenheit die Jahrhunderte überlebt hat.
Drachen und Zwerge, verborgene Schätze und Schatzhüter, Nixen und Wassergeister, Hexen und Prophezeiungen: Jede Region Österreichs hat ihre eigenen Sagen seit Generationen überliefert und lebendig gehalten – bis heute!

Hörbuch für Kinder — erscheint im Herbst 2011
Audio-CD | ca. 80 Minuten | gelesen von Lukas Perman
ca. € 12,95 | ISBN 978-3-99022-015-3
Hörempfehlung: 7–11 Jahre

Ein anderer Titel, “Die Bibel für Kinder und ihre Erwachsenen”, wird von Alexander Goebel und Erich Schleyer gelesen (–> hier).

Link
- edition-o

Tim Rice kürt den besten Liedtexter aller Zeiten: Mick Jagger schlägt Don Black

Für die “Daily Mail” wählte Tim Rice (”Evita”, “Aida”, “Jesus Christ Superstar”, “The Likes of us”, …) seine Top 10 der besten Liedtexter aller Zeiten. Das Ergebnis:

01. Mick Jagger
02. Don Black
03. Cole Porter
04. Jerry Leiber
05. Alan Jay Lerner
06. Bob Dylan
07. Herbert Kretzmer
08. Johnny Mercer
09. Michael Flanders
10. Sammy Cahn

Die ausführliche Begründung zu Mick Jaggers Top-Platzierung:

Jagger’s underrated as a lyricist because he’s such a brilliant performer. The Rolling Stones, probably because they came from the London area, were much more sophisticated than all the Northern groups in their lyrics. Of course, the others soon caught up. Mick was writing stuff like ‘Play With Fire,’ about an heiress from St John’s Wood, and ‘Mother’s Little Helper,’ all about women taking pills, in his early twenties. His songs were brutally realistic: ‘Don’t want you out in my world/Just you be my backstreet girl.’ More recently he’s written a lot of stuff that could almost be described as sentimental, but which still has a cutting edge.

Link
- examiner.com: Mick Jagger ranked No. 1 on Tim Rice’s list of best lyricists of all time

Harold Pinter: “not funny”

1959 veröffentlichte Literatur-Nobelpreisträger Harold Pinter sein Theaterstück “Der Hausmeister” (”The Caretaker”). Die Uraufführung fand am 27. April 1960 im Londoner Arts Theatre mit Donald Pleasence als Davies, Peter Woodthorpe als Aston und Alan Bates als Mick unter der Regie von Donald McWhinnie statt.

1966 schrieben einige Highschool-Schüler dem Schriftsteller einen Brief und stellten ihm einige Fragen zu vermeintlich “versteckten Botschaften” in seinem Text. Pinter nahm sich die Zeit, den Schülern zu antworten. Sein Sarkasmus wird uns heute wohl mehr erfreuen als die Schüler damals (Tranksript unter der Abbildung):

h_pinter.jpg

Transcript

7 HANOVER TERRACE
REGENTS PARK
LONDON N.W.1
AMBASSADOR 9393

4 November 1966.

Dear Master Seaman,

I’m glad to know of the interest of Form 5A in THE CARETAKER. I will answer your questions quite frankly.

i) Davies’ papers are at Sidcup because that’s where they are.
ii) His name is assumed because he assumed it.
iii) The two brothers see little of each other because they rarely meet.
iv) Aston fiddles with his plugs because he likes doing it.
v) When he goes out to walk, he walks.
vi) The monk swears at Davies because he doesn’t like him.
vii) Davies doesn’t like coloured people.
viii) He refuses to believe that he makes noises during the night.
ix) The Buddha is a Buddha.
x) The shed is a shed.

I assure you that these answers to your questions are not intended to be funny.

My best wishes to you all.

Yours sincerely,

(Signed, ‘Harold Pinter’)

Harold Pinter.

Link
- The Telegraph: Harold Pinter sent sarcastic letter to pupils who sought hidden meaning in his plays

Frederic Morton: Heimat. Entwurzelung. Sprache.

Wie geht die zweite Generation jüdischer Emigranten mit dem Thema Schoa um? Welche Bedeutung hat Österreich noch für sie? Welchen Bezug haben sie zur Heimat ihrer Eltern? Zu ihrer Muttersprache? Frederic Morton und Rebecca Morton: der Schriftsteller mit Wiener Wurzeln und die New Yorker Filmemacherin, Vater und Tochter im Gespräch über Heimat, Entwurzelung, Identität und Sprache.

Ein Gespräch mit Frederic Morton und seiner Tochter über Exil und Emigration.
Moderation: Barbara Toth („Falter“)

Jüdisches Museum Wien zu Gast im Haus der Musik
Haus der Musik, Seilerstätte 30, 1010 Wien
Donnerstag, 10. März 2011 - 18:30
Eintritt frei
Nähere Infos –> hier

“My Blood Approves”: Amanda Hocking - Bestsellerautorin in Eigenregie

Amanda Hocking, 26 Jahre alt, lebt in Austin, Minnesota, und hat bis dato neun Bücher veröffentlicht (geschrieben hat sie bereits 19). Ihre Werke liegen als E-Books vor und auch als Paperback-Ausgaben, erhältlich sind sie via Amazon, Barnes & Noble, Apple und Smashwords.

Hocking publizierte ihren ersten Roman, den ersten Teil einer auf fünf Bände konzipierten Vampir-Saga, “My Blood Approves” am 17. März 2010, konnte von ihren bisher neun erschienenen Büchern insgesamt 900.000 Einheiten (digital bzw. als Paperbacks) absetzen - und, bemerkenswert, sie hat bis heute keinen Vertrag mit einem klassischen Verlagshaus abgeschlossen.

Über das “Geheimnis” ihres Erfolgs bloggt Hocking –> hier.

Was die nahe Zukunft bringen wird? Amanda Hocking ist drauf und dran, eine internationale Bestsellerautorin zu werden. Verhandlungen bezüglich der Übersetzungsrechte für vorerst einen Roman sind im Gang. Es gibt Anfragen von Filmstudios bezüglich der Filmrechte einiger ihrer Romane.

Mittlerweile produziert Hocking Kreatives en masse. Es gibt zu ihren Büchern auf YouTube Trailer (siehe –> hier), es gibt Soundtracks zu ihren Romanen (–> hier) und fast täglich einen Blog –> hier.

“My Blood Approves” - Inhalt

Seventeen-year-old Alice Bonham’s life feels out of control after she meets Jack. With his fondness for pink Chuck Taylors and New Wave hits aside, Jack’s unlike anyone she’s ever met. Then she meets his brother, Peter. His eyes pierce through her, and she can barely breathe when he’s around. Even though he can’t stand the sight of her, she’s drawn to him. But falling for two very different guys isn’t even the worst of her problems. Jack and Peter are vampires, and Alice finds herself caught between love and her own blood …

Links
- Amanda Hocking @Twitter
- Amanda Hocking @blogspot.com

Peter Weck: War’s das?

Lesetermine

Montag, 17.01.2011, Lesung
Schlosspark Theater, Schloßstr. 48, 12165 Berlin

Dienstag, 18.01.2011, Lesung
Buchhandlung & Verlag E.Walter Marx Nachf., Dr.- Friedrich-Ring 23, 08056 Zwickau

Mittwoch, 19.01.2011, Lesung
Theater DasDie Brettl, Lange Brücke 29, 99084 Erfurt
Beginn: 19.30 Uhr

Donnerstag, 20.01.2011, Lesung
Buchhandlung Die Eule, Karlstraße 23, 99817 Eisenach

Freitag, 21.01.2011, Lesung
Stadtbücherei Bad Nauheim, Zanderstr. 3, 61231 Bad Nauheim

Sonntag, 23.01.2011, Lesung
Amtshaus Simmering, Enkplatz 2, 1110 Wien
Beginn: 11.00 Uhr

Donnerstag, 10.02.2011, Lesung und Gespräch
Buchhandlung Friedrich Schaumburg, Große Schmiedestraße 27, 21682 Stade
Beginn: 20.00 Uhr

Freitag, 11.02.2011, Lesung und Gespräch
Volkstheater Geisler, Dr.-Julius-Leber-Str. 25, 23552 Lübeck
Beginn: 20.00 Uhr

Sonntag, 13.03.2011, Lesung
Amtshaus Simmering, Enkplatz 2, 1110 Wien
Beginn: 11.00 Uhr

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