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Archiv - Dezember, 2005

“Best of 2005″ da capo

Und noch ein kleiner Nachschlag zum Thema Bestenlisten. Diesmal die Theater Top-10-Listen von bekannten US-Zeitschriften und -Magazinen.

TIME
01. PRIVATE FEARS IN PUBLIC PLACES, by Alan Ayckbourn
02. KA, written and directed by Robert Lepage
03. THE LAST DAYS OF JUDAS ISCARIOT, by Stephen Adly Guiggis
04. THE WOMAN IN WHITE, book by Charlotte Jones, music by Andrew Lloyd Webber, lyrics by David Zippel
05. THE PILLOWMAN, by Martin McDonagh
06. SEASCAPE, by Edward Albee
07. THE 35TH ANNUAL PIUTNAM COUNTY SPELLING BEE, book by Rachel Sheinkin, songs by William Finn
08. MISS WITHERSPOON, by Chistopher Durang
09. ORSON’S SHADOW, by Austin Pendleton
10. DARLING OF THE DAY, by Jule Styne and E.Y. Harburg, and IT’S A WONDERFUL LIFE, by Joe Raposo and Sheldon Harnick, in concert revivals

THE DAILY NEWS Top 10 (alphabetisch)(Howard Kissel)
Boozy
Doubt
Jersey Boys
The Light in the Piazza
Moonlight and Magnolias
Private Fears in Public Places
Souvenir
The Trip to Bountiful
Walking Down Broadway
Who’s Afraid of Virginia Woolf?

NEW JERSEY STAR-LEDGER (Michael Sommers)
01. Dirty Rotten Scoundrels
02. Drumstruck
03. In the Continuum
04. Jersey Boys
05. The Light in the Piazza
06. Private Fears in Public Places
07. Romance
08. See What I Wanna See
09. The 25th Annual Putnam County Spelling Bee
10. Who’s Afraid of Virginia Woolf?

ENTERTAINMENT WEEKLY
BEST:
01. Sweeney Todd
02. Who’s Afraid of Virginia Woolf?
03. The Last Days of Judas Iscariot
04. Orson’s Shadow
05. Glengarry Glen Ross
06. The Pillowman
07. Jersey Boys
08. The 25th Annual Putnam County Spelling Bee
09. After Ashley
10. The Ruby Sunrise

WORST:
01. In My Life
02. Lennon
03. The Blonde in the Thunderbird

NEWSDAY (Linda Winer)
01. Glengarry Glen Ross
02. Spamalot
03. Sweeney Todd
04. The Pillowman
05. Third
06. Seascape
07. Miss Witherspoon
08. In the Continuum
09. See What I Wanna See
10. Movin’ Out

THE NEW YORK TIMES (Ben Brantley)
“Dream Teams”
Glengarry Glen Ross
Hurlyburly
Spirit
Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street
Who’s Afraid of Virginia Woolf?

“CELESTIAL STAR TURNS”
Victoria Clark in Light In The Piazza
Rebecca Hall in As You Like It
Antony Sher in Primo
Lois Smith in A Trip To Bountiful
John Lloyd Young in Jersey Boys

2005-Bestenlisten

Das Jahresende rückt näher, und die Listensucht bricht wieder aus. Die besten Platten des Jahres, die besten Bücher des Jahres, die schlechtesten Filme, Unwörter, Modewörter, Stars, Sternchen, Tops, Flops. Unnütze Infos, die manchmal doch ganz unterhaltsam sind. Oft hat man von den “besten Platten” einzelner Redakteure selbst überhaupt noch nie etwas gehört, auch lustig, aber so kann man sich im Nachhinein wenigstens erklären, wie der eine oder andere Verriss eigener Lieblingsplatten möglich wurde. Geschmäcker sind verschieden. Im Folgenden ein paar dieser Listen.

AOLs Search Year in Review:

People Under 21
01. Lindsay Lohan
02. Jesse McCartney
03. Hilary Duff
04. Ashlee Simpson
05. Bow Wow
06. Emma Watson
07. Daniel Radcliffe
08. Avril Lavigne
09. Keira Knightley
10. Mary-Kate & Ashley

People Over 40
01. Oprah Winfrey
02. Howard Stern
03. Johnny Depp
04. Brad Pitt
05. Dr. Phil
06. Michael Jackson
07. Demi Moore
08. Tom Cruise
09. Madonna
10. Ellen DeGeneres

Bands
01. Green Day
02. My Chemical Romance
03. Fall Out Boy
04. The Killers
05. Black Eyed Peas
06. Slipknot
07. G-Unit
08. The Wiggles
09. Pussycat Dolls
10. Good Charlotte


Jinglegram
lässt gerade die guten und bösen Jungs und Mädels des Jahres 2005 wählen. Der aktuelle Zwischenstand:

Who’s nice
01. Barry Manilow 3314 Votes
02. Clay Aiken 2198 Votes
03. Kenny Chesney 423 Votes
04. Josh Groban 301 Votes
05. Kelly Clarkson 137 Votes
06. Oprah Winfrey 75 Votes
07. Ellen Degeneres 68 Votes
08. Bono 66 Votes
09. BackStreet Boys 37 Votes
10. Jennifer Anniston 30 Votes


Who’s naughty

01. George Bush 1489 Votes
02. Paris Hilton 845 Votes
03. Tom Cruise 498 Votes
04. Brad Pitt 271 Votes
05. Angelina Jolie 221 Votes
06. Saddam Hussein 144 Votes
07. Jesica Simpson 67 Votes
08. Michael Jackson 62 Votes
09. Britney Spears 58 Votes
10. Howard Stern 44 Votes

Für Entertainment Weekly listet Horror-King Stephen King unter anderem seine Lieblingsbücher und Lieblingsfilme des Jahres 2005:

Kings Lieblingsbücher 2005
01. CASE HISTORIES, Kate Atkinson
02. THIS BOOK WILL SAVE YOUR LIFE, A.M. Homes
03. SATURDAY, Ian McEwan
04. NO COUNTRY FOR OLD MEN, Cormac McCarthy
05. HARRY POTTER AND THE HALF-BLOOD PRINCE, J.K. Rowling
06. THE HOT KID, Elmore Leonard
07. THE LINCOLN LAWYER, Michael Connelly
08. DRAMA CITY, George Pelecanos
09. THE MAD COOK OF PYMATUNING, Christopher Lehmann-Haupt
10. THE GODFATHER RETURNS, Mark Winegardner

Kings Film Top-10 2005:
01. The Squid and the Whale
02. Capote
03. Downfall
04. Good Night, and Good LuckSure
05. Crash
06. War of the Worlds
07. The Constant Gardener
08. Cinderella
09. The Devil’s Rejects
10. The Jacket

Playbill online bringt das broadwaymäßig Beste des Jahres 2005 in Bildern. Sollte man sich nicht entgehen lassen.

Das Theater an der Wien - ein Nachruf

Foto: © Martin Bruny
Der 10. Dezember 2005 bedeutete das Aus für die Kunstform Musical im Theater an der Wien. Um 19:30 Uhr dieses Tages hob sich noch ein letztes Mal der Vorhang für “Musical Christmas”. Der Orchestergraben war schon geräumt, faserfrei präsentierte sich die gähnende Leere. Das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien war ja, wie immer bei den Weihnachtskonzerten, auf der Bühne platziert. Der Eingangsbereich zum Theater - eine Baustelle. Schnell schnell muss man den Eingangsbereich für W. A. Mozart umgestalten. Ka schöne Leich.
Es ist müßig, all die Musicalproduktionen des Theaterhauses aufzulisten, es ist müßig, darauf hinzuweisen, dass das Haus immer geprägt war von einem gesunden Wechsel von Schauspiel, Oper, später Operette und Musical, nun wird das Theater an der Wien geschlossen, und nur fallweise, ca. 100 Mal im Jahr, für den Monokultur-Opernbetrieb geöffnet. Die Kartenpreise werden in manchen Kategorien mehr als verdoppelt, der Pool an potentiellem Publikum verengt sich auf die Staatsopern-Klientel, die nun einen zusätzlichen Opernabend pro Jahr einplanen darf.
Es stellt sich allerdings die Frage nach dem Sinn. Wo steckt der Sinn dahinter, ein täglich ausverkauftes Haus umzuwidmen? Macht es Sinn, ein technisch bestens ausgerüstetes Haus downzugraden auf den “Opernbedarf”? Macht es Sinn, ein Jahr lang nur Mozart aufzuführen, den armen Kerl endgültig zu Tode zu spielen? Macht es Sinn, ein gut gehendes Musicalhaus umzuwidmen ohne zu versuchen, die entsetzlich schlecht funktionierende Volksoper auf Vordermann zu bringen. Macht es also Sinn, in Wien ein zusätzliches Opernhaus zu installieren, wenn eines der bestehenden ohnedies so gar nicht funktioniert? Fragen über Fragen … Antworten sind müßig, denn das Ergebnis ist keine Folge von logischen Überlegungen. Lassen wir es dabei bewenden.
Musical am Theater an der Wien - das ist eine Geschichte von großen Momenten und so manch vergebener Chance. Nehmen wir Freudiana, die erste große Eigenproduktion der Vereinigten Bühnen Wien, als Angel- und Endpunkt. Was für ein wunderbarer Score, was für herrliche Lieder - eines der meist unterschätztesten Musicals, die je im Theater an der Wien gespielt wurden. Ein Revival ist längst überfällig, eine baldige konzertante Aufführung ein Muss. “Don’t let the moment pass” mag hier als letzter Tribut an das Theater an der Wien als Musicalhaus stehen. Auf Wiedersehen!

This golden day will be mine
For every moment in time
If time should lose her way

A symphony in the night
Of stars that dance in the light
And music far away

They say that love is but a dance
Don’t let the music fade away
Don’t let the moment pass

Without a reason or rhyme
The sweet bouquet of the wine
Will vanish in the air

The innocence of the rose
She leaves where ever she goes
That all the world may share

Some days when clouds are drifting by
I open my eyes to watch them go
And wonder where they fly

Some nights Orion runs too fast
I look to the stars as if to say
Don’t let the moment pass

But soon a golden age is past
Just when it seemed that miracles
Where not too much to ask

And though the world may turn too fast
If it should seem like paradise
Don’t let the moment pass
[Eric Woolfson/Lida Winiewicz und Brian Brolly]

Wien: Mitsuko – Uraufführung von Frank Wildhorns Multikulti-Musical

Produziert von der japanischen Weltfirma Kyodo Tokyo und koproduziert von der Wiener Agentur GlanzLichter ging am 9. Dezember 2005 im Wiener Museumsquartier die Uraufführung von „Mitsuko“, einem der vielen neuen Musicals von Frank Wildhorn (weitere Projekte: „Cyrano de Bergerac“, „Mary Shelley’s Frankenstein“, „Rudolf“, „Excalibur“, „Camille Claudelle“, „Dracula“, weiters: „Carmen“, „Alice In Wonderland“ und „Bonnie & Clyde“) als konzertante Fassung über die Bühne. Das Medienecho war erstaunlich gering. Warum das so ist, das müsste man vielleicht einmal genauer untersuchen. Vielleicht hat es mit der Einstellung der Wiener Journaille Musicals gegenüber zu tun – ganz sicher sogar. Vielleicht ist eine Uraufführung nichts Besonderes für Wien, schon gar nicht die eines Musicals, hat doch hier die schlimmste Lohengrin-Inszenierung mehr Echo als ein Welterfolg wie „Elisabeth“. Dass Namen wie Frank Wildhorn und Uwe Kröger nicht für fette Schlagzeilen sorgen, mag ein wenig wundern, aber Wien ist eben anders. Hier holt man extra zwei japanische Superstars und den deutschsprachigen Musicalstar für eine Show nach Wien, engagiert ein 28-köpfiges Orchester – und das Event versickert dann doch eher als Insider-Veranstaltung denn als glitzernde Uraufführung mit rotem Teppich und Medienteams aus aller Welt.

Aber beginnen wir bei der Story. Worum geht’s? Der junge Adelige Heinrich Coudenhove-Kalergi kommt 1892 als Gesandter der Österreichisch-Ungarischen Monarchie nach Japan. Bald nach seiner Ankunft trifft er auf die junge Japanerin Mitsuko Aoyama, die sich nach einem Reitunfall aufopfernd um ihn kümmert. Zwei Wochen später reichen Heinrich und Mitsuko ihre Eheschließungsdokumente ein. Japan ist zu dieser Zeit in den Augen der meisten Europäer ein unzivilisiertes, kleines Land im Fernen Osten, Mitsuko eine Bürgerliche, was schnell zu Diskriminierungen führt. Mitsuko bringt in Japan zwei Kinder, Hans und Richard, zur Welt. 1896 kehrt die Familie aus Asien zurück und lässt sich in Böhmen nieder. Heinrich zieht sich aus dem Diplomatenleben zurück und widmet sich der Verwaltung seiner großen Besitztümer. Verwandte und Freunde kommen der Asiatin Mitsuko wenig wohlwollend entgegen, mehr als einmal hegt Mitsuko den Gedanken, zurück nach Japan zu flüchten. 1906 stirbt Heinrich unerwartet. Für Mitsuko, alleingelassen in einem fremden Land, bricht die Welt zusammen. Heinrich hat testamentarisch seinen ältesten Sohn Johann zum Nachfolger bestimmt, doch sein gesamtes restliches Vermögen Mitsuko vermacht, was die Familie erbost. Doch Mitsuko lässt sich nicht einschüchtern und schafft es, Land und Vermögen bestens zu verwalten. Während des 1. Weltkriegs herrscht in der Monarchie eine geradezu hysterische Anti-Japan-Stimmung. Alle in Wien lebenden Japaner werden außer Landes gebracht, doch Mitsuko bleibt. Der älteste und der dritte Sohn gehen an die Front, Mitsuko meldet sich mit drei Töchtern beim Roten Kreuz. Richard hat mittlerweile die Universität Wien absolviert und schreibt seine Gedanken 1923 in dem Buch „Paneuropa“ nieder. Er macht darin den kühnen Vorschlag, die 28 Demokratien Europas in einem Staatenbund nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika zu vereinen. Richards Ideen lassen weniger das analytische Denken des Westens als vielmehr das ganzheitliche Denken der östlichen Philosophie durchscheinen. Als bekannt wird, die Mutter des Autors sei Japanerin, bedenken die Zeitungen Mitsuko mit einem neuen Namen: „Mutter der Idee einer europäischen Union“. Die Ideen und Aktionen, von denen Richards Leben geprägt ist, haben großen Einfluss auf die politische Denkweise in Europa und finden ihre Weiterentwicklung und Verwirklichung nach dem 2. Weltkrieg in der Bildung der EWG (der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft) und schließlich in der heutigen Europäischen Union. 1941 stirbt Mitsuko unerwartet an einem Schlaganfall.

Für Komponist Frank Wildhorn ist die Botschaft, die er mit dieser Show transportieren möchte, eine ganz simple: „Liebe überwindet alle Grenzen“. „Mitsuko“ ist, so Wildhorn, letzten Endes die Geschichte einer großen Liebe. Egal welche Hindernisse überwunden werden müssen, wenn die Liebe wahrhaftig und groß genug ist, wird sie siegen. Mitsuko als Story, die Kontinente umspannt, spiegelt sich auch in der Arbeit an diesem Musical wider: Frank Wildhorn (Musik) und Jack Murphy (Text; „The Civil War“, „Rudolf“), zwei Amerikaner, auf der einen Seite, Shuichiro Koike, der berühmte japanische Regisseur (Buch & Regie; Regie auch bei den japanischen Inszenierungen von “Elisabeth”, “Mozart”) auf der anderen. Und kam einst Mitsuko von Japan nach Europa, so soll das Musical von Europa aus nach Japan ziehen. Wien als Ort der Uraufführung passt gut in dieses kontinentübergreifende Konzept, ist doch Mitsuko in Japan eine Kultfigur, mehr noch als Kaiserin Sisi für Österreich, und das Symbol für die Verständigung zwischen Europa und Asien. Auch auf Darstellerseite wurde der kontinentübergreifende Ansatz durchgezogen. Uwe Kröger als Heinrich, Boris Eder als Erzähler bildeten mit Maki Ichiro (Misuko) und Yoshio Inoue (Richard) eine äußerst attraktive Besetzung. Das Musical Festival Orchestra Vienna unter der Leitung von Adrian Manz lieferte den süffigen Sound, genau so süffig, wie er in der Halle des Museumsquartiers gerade mal akustisch möglich ist. Auch der Background-Chor (Gen Seto, Minako Futori-Winkler, Stefanie Schönleitner, Iris Morakis, Jelena Simic, Ingolf Unterrainer, Dietmar Seidner und Mike Lebar) repräsentierte eine kontinentübergreifende Einheit.

Die Uraufführung ging in Form einer konzertanten Version als 1. Akt der Veranstaltung über die Bühne. Insgesamt 9 verschiedene Songs (die zum Teil als Reprisen und Instrumentalversionen wiederholt wurden, sodass der erste Akt aus insgesamt 17 Liedern bestand) wurden vorgestellt. Auch hier hat Wildhorn das „internationale Konzept“ voll durchgezogen. Gesungen in deutscher, japanischer und englischer Sprache, war „Mitsuko“ für den Komponisten sowohl einzigartige Herausforderung wie auch herausragende Gelegenheit, die musikalischen Sprachen des Ostens und Westens zu verbinden. Motivierend kam hinzu, für so prominente internationale Musicalstars wie Uwe Kröger, Maki Ichiro und Yoshio Inoue zu komponieren. Die drei Musicalstars zeigten sich an diesem Tag bei blendender Laune und guter Stimme. Kleine Textunsicherheiten kann man angesichts des hektischen Zeitplans und der kurzen Vorbereitungszeit nachsehen. Maki Ichiro liebt große Gesten, und so wird ihre Mimik und Gestik vielen Europäern wohl hemmungslos übertrieben vorkommen, allein, das kann man diesem Multikulti-Ansatz auch zugute halten: Überdeutlich wird vor Augen geführt, wie unterschiedlich die Ausgestaltung von Rollen sein kann, und da sich auch Uwe Kröger in den letzten Jahren eine Tendenz zu übergroßen Gesten angeeignet hat, fügten sich die unterschiedlichen Interpretationen letztlich doch zu einem harmonischen Ganzen. In manchen Szenen ähnelt der Clash of Cultures-Reiz jenem von Shows wie „The King and I“. Boris Eder als Erzähler ist der rote Faden, das verbindende Element, der den Erzählfluss in Gang hält und durch die Handlung, die fast fünf Jahrzehnte umspannt, führt. Yoshio Inoue interpretierte seine Songs mit enormer Stimmkraft.

Frank Wildhorn hat für „Mitsuko“ im Wesentlichen das komponiert, was man Adult Contemporary Songs nennen könnte, anders formuliert, es gibt kaum ein Lied, das stilmäßig nicht auf einem Barbra Streisand- oder Barry Manilow-Album zu finden sein könnte. Nach wie vor sind seine Melodien mit Sicherheit chartstauglich, sehr einprägsam und gefühlvoll, wobei er für diese Show bei einigen Songs tatsächlich japanische Elemente mit westlichem Poptouch zu einem neuen Melodienkonstrukt verwoben hat. Neben den für seine Musicals typischen hymnischen Tunes prägt eine enorme Melancholie und Sehnsucht die durchwegs starken Songs.

Der 2. Akt des Abends war ein da capo der Konzerttour „Divas 2004“, die Uwe Kröger gemeinsam mit Yoshio Inoue und Maki Ichiro 2004 in Japan gegeben hat. Ohrwürmer aus „Jekyll & Hyde“, „Mozart!“ und „Elisabeth“ standen auf dem Programm. Uwe Kröger führte charmant durch diesen Teil des Konzerts, hatte starke Momente („Wie kann es möglich sein“ aus Mozart!, „This is the moment“, Jekyll & Hyde) und einen weniger starken („Die Musik der Nacht“, Phantom der Oper), aber den vergessen wir schnell wieder. Dominiert wurde dieser Best of-Teil des Abends von Yoshio Inoue, der beweisen konnte, warum er in Japan als Star gilt. Ichiro Maki war die wahre Diva des Abends, ein Hauch von außer-/überirdischer Magie umgab ihre Performance von „Ich gehör nur mir“, sehr überschwänglich in Gestik und Mimik, theatralisch bis zum Exzess – umjubelt vom japanischen Teil des Publikums, bestaunt vom Rest.

Komponist Frank Wildhorn zeigte sich von der Leistung der Mitwirkenden des Abends begeistert: „Jeder Trip nach Wien ist magisch, aber dieses Mal war es etwas ganz Besonderes.“ Zahlreiche Musicalkollegen kamen, um die Uraufführung in Anwesenheit des japanischen Botschafters S. E. Botschafter Itaru Umezu zu erleben. Auch die Nachkommen von Mitsuko waren anwesend und zeigten sich gerührt darüber, ihre Familiengeschichte auf diese Art miterleben zu dürfen. Die anschließende Party im Museumsquartier dauerte bis in die frühen Morgenstunden.

Hosannah & Freudiana im Winter Wonderland - nie war das Weihnachtsglück so nah wie bei “Musical Christmas 2005″

Musical Christmas 2005 - Ruth Kraus, Kathleen Bauer, André Bauer, Tina Schöltzke, 3.12.2005; Foto: © Martin Bruny
Wenn man dieser Tage im Theater an der Wien das Gefühl hat mitten in einem prächtig ausgestatteten Film zu sitzen, wenn man die weihnachtliche Stimmung zwei Stunden lang so deutlich spürt, wie sonst vielleicht nicht mal am 24. Dezember oder das letzte Mal vor Jahren als kleines Kind, wenn alles überecht, aber vielleicht gerade deshalb so authentisch wirkt und Ohs und Ahs aus dem Publikum zu hören sind, weil sich gerade der Vorhang hebt und die gesamte Bühne von einem Riesenorchester besetzt ist, eingetaucht in fast schon magisch inszeniertes Licht - und wenn tatsächlich dann auch noch Theaterschnee auf die Bühne rieselt und Musicalstars eine große Show bieten -, dann sollte man das im Moment des Erlebens nicht groß hinterfragen, nicht drüber nachdenken, ob es nicht zu kitschig ist, sondern einfach die Stimmung genießen, sich fallen lassen.
Musical Christmas 2005, Caroline Vasicek, Fritz Schmid, 3.12.2005; Foto: © Martin Bruny
Was man gerade erlebt, ist Musical Christmas, ein Adventkonzert des Ensembles des Theaters an der Wien und des Orchesters der Vereinigten Bühnen Wien unter der Musikalischen Leitung von Caspar Richter.
Caspar Richter setzt bei dieser Adventskonzertserie voll auf die Stärke des Elisabeth-Ensembles - ein geniales Team von Künstlern, die zu einer Einheit zusammengewachsen sind, die es woanders in dieser Form, so Richter, überhaupt nicht mehr gibt.
Musical Christmas 2005, Rob Fowler, 3.12.2005; Foto: © Martin Bruny
“Musical Christmas 2005″ ist eine opulente, gefühlvolle, zärtliche und auch lustige Show - Filmmusik, Musical, Klassik, Tanz, Ballett und Lesung zugleich, wohldosiert und mit echten Highlights, wie zum Beispiel Luzia Nistlers wunderbarer Interpretation der Freudiana-Hymne “Nie war das Glück so nah”, Jacqueline Brauns intensiver Version von Joni Mitchells Lebenslied “Both sides now” oder André Bauers “Believe”. Ramesh Nair als Choreograph sowie Murray Grant als Dance Captain bringen in diversen Tanzszenen Schwung in die weihnachtliche Inszenierung. Else Ludwig führt durch das Programm und berührt mit Lesungen.
Musical Christmas 2005, Rob Fowler, Dennis Kozeluh, 3.12.2005; Foto: © Martin Bruny
Das Programm im Detail:
Winter Wonderland (Felix Bernard; 1934; Orchester der Vereinigten Bühnen Wien)
I Remember (Stephen Sondheim; 1966; Kerstin Ibald)
It’s beginning to look like Christmas (Meredith Wilson; 1951; André Bauer, Tina Schöltzke, Kathleen Bauer, Ruth Kraus)
I’ll be home for Christmas (James Kimball Gannon; 1943; Caroline Vasicek, Fritz Schmid)
Run, Rudolf, Run (Marvin Brodie/Johnny Marks; 1958; Jacqueline Braun, Rob Fowler, Sigrid Brandstetter, Claudia Kraxner, Melanie Gemeiner, Ruth Kraus, Martina Rumpf, Rita Sereinig)
Nie war das Glück so nah (Eric Woolfson/Lida Winiewicz/”Freudiana”; 1990; Luzia Nistler)
Die Heiligen Drei Königinnen (Alexander Wagendristel; 2004; Tina Schöltzke, Kathleen Bauer, Kerstin Ibald)
Who would imagine a King (Mervin Warren/Hallerin Hilton Hill; 1996; Caroline Vasicek)
Winter in New York (nach: “Fiddle Faddle” von Leroy Anderson; 1947; Tanzensemble)
Sleigh Ride (Leroy Anderson/Mitchell Parish; 1948; Jacqueline Braun)
Believe (Alan Silvestri/”The Polar Express”; André Bauer)
Xmas Rap (Hape Kerkeling; 1992; Luzia Nistler, Rob Fowler, Dennis Kozeluh, Murray Grant, Ákos Tihanyi und Ensemble)
Winter Wonderland (Felix Bernard/Richard B. Smith; 1934; Rob Fowler, Dennis Kozeluh)
White Christmas (Irvin Berlin/”Holiday Inn”, 1942; Ensemble & Orchester der Vereinigten Bühnen Wien)
Musical Christmas 2005, Murray Grant, 3.12.2005; Foto: © Martin Bruny
Musical Christmas 2005, Murray Grant, Kerstin Ibald, Ákos Tihanyi, 3.12.2005; Foto: © Martin Bruny
Musical Christmas 2005, Murray Grant, Ákos Tihanyi, 3.12.2005; Foto: © Martin Bruny
The Polar Express (Alan Silvestri/”The Polar Express”; 2004; Dennis Kozeluh und Ensemble)
When Christmas Comes to Town (Alan Silvestri/”The Polar Express”; 2004; Caroline Vasicek, Ruth Kraus und Ensemble)
Christmas Waltz (Jule Styne/Sammy Cahn; 1954; Kerstin Ibald mit Murray Grant & Ákos Tihanyi)
O Holy night (Adolphe Adam/Chappeau de Roquemaure; 1840; Fritz Schmid, André Bauer)
Petersburger Schlittenfahrt (Trad./Polka schnell von Richard Eilenberg; Ensemble)
Both Sides Now (Joni Mitchell; 1968; Jacqueline Braun)
Somewhere in my memory (John Williams/”Home Alone I”; 1991; Ensemble & Orchester der Vereinigten Bühnen Wien)
Rondeau und Badinerie (J. S. Bach/Ouvertüre Nr. 2, h-moll, BWV 1067; 1717)
Medley (Vom Himmel hoch, da komm ich her/Oh, Du Fröhliche/Fröhliche Weihnacht überall/Es ist ein Ros entsprungen/Oh, Tannenbaum; Tina Schölzke, Luzia Nistler, André Bauer, Ensemble & Orchester der Vereinigten Bühnen Wien)
Pastorale (Secret Garden; 1996; Claudia Kraxner, Ákos Tihanyi)
Abide with me (Trad.; Fritz Schmid & Ensemble)
Merry Christmas (John Williams/Leslie Bricusse; “Home Alone II”; 1992; Melanie Gemeiner, Rita Sereinig, Murray Grant, Ákos Tihanyi, Ensemble & Orchester der Vereinigten Bühnen Wien)
Stille Nacht (Fr. X. Gruber; 1818; Soli, Ensemble & Orchester der Vereinigten Bühnen Wien)
Weihnachtsgeschichten (Else Ludwig)
Musical Christmas 2005, André Bauer, Fritz Schmid, 3.12.2005; Foto: © Martin Bruny
Musical Christmas 2005, Jacqueline Braun, 3.12.2005; Foto: © Martin Bruny
Solisten:
Jacqueline Braun, Kerstin Ibald, Luzia Nistler, Caroline Vasicek, André Bauer, Rob Fowler, Dennis Kozeluh, Fritz Schmid
Moderation:
Else Ludwig
Das Ensemble:
Kathleen Bauer, Sigrid Brandstetter, Melanie Gemeiner, Ruth Kraus, Claudia Kraxner, Martina Rumpf, Tina Schöltzke, Rita Sereinig
Murray Grant, Noud Hell, Karsten Kammeier, Henrik Sehnert, Christoph Sommesguter, Lars Stockmann, Roman Straka, Ákos Tihanyi
Musical Christmas 2005, Ákos Tihanyi, 3.12.2005; Foto: © Martin Bruny
Bühne: Peter Bouchier, Martin Kindermann
Beleuchtung: Kurt Schöny, Gerhard Landauer
Ton: Alois Horak, Robert Macalik
Inspizienz: Cathrin Hauschildt, Gregory Fuller
Kostüme: Josef Sonnberger
Musical Christmas 2005, Jacqueline Braun, Rob Fowler, 3.12.2005; Foto: © Martin Bruny
Idee und Konzept: Caspar Richter, Michael Pinkerton, Wolfgang Hülbig
Musikalische Einstudierung: Caspar Richter und Walter Lochmann
Koordination: Elfriede Schrammel, Nadja Galil
Es spielt das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien
Organisiation: Dieter Hnatek
Musikalische Leitung: Caspar Richter
Staging und Choreographie: Ramesh Nair
Dance Captain: Murray Grant
Musical Christmas 2005, Rob Fowler, Else Ludwig, 3.12.2005; Foto: © Martin Bruny
Noch bis 10. Dezember ist die Adventshow im Theater an der Wien zu sehen. Danach trennt sich das Elisabeth-Ensemble und Wolferl zieht in das ehraltwürdige Haus ein. Ob es ein Wiedersehen bei “Musical Christmas 2006″ geben kann?

Rebecca – Pressekonferenz zur Uraufführung 2006 im Wiener Raimund Theater

Am 6. Dezember 2005 fand im Wiener Raimundtheater die Vorstellung des Leading Teams von „Rebecca“, der ersten Musical-Uraufführung unter der Intendanz von Kathrin Zechner, statt. Michael Kunze (Buch), Sylvester Levay (Musik), Francesca Zambello (Regie), Peter J. Davison (Bühnenbild), Birgit Hutter (Kostüme), Andrew Voller (Licht) und Caspar Richter (Musikalische Leitung) (nicht anwesend: Denny Sayers (Choreographie)) gaben in kurzen Statements und Einzelinterviews einen Einblick in die Gedankenwelt der „Macher“ dieser Produktion.

Für Intendantin Kathrin Zechner ist „Rebecca“ einer der interessantesten literarischen Stoffe, die es gibt, ein weltweit millionenfach verkaufter Roman, ein Hitchcock-Film, eine der faszinierendsten Liebesgeschichten, mit einer Hauptperson, die von einer unbedarften jungen Frau zu einer starken, gereiften Persönlichkeit wächst, ein Stoff, der auch eine packende Kriminalhandlung enthält, ein DramaMusical, das in seiner Vielfältigkeit und Herausforderung sehr spannend ist.

Michael Kunze kennt den Roman seit seinem 15. Lebensjahr. Als Thema für großes Musiktheater ist, so der Story-Architekt, „Rebecca“ besonders geeignet, weil in diesem Stoff viel Psychologie enthalten ist, etwas, was sich am besten durch Musik ausdrücken lässt. Es ist eine Art von Geschichte, wie sie auch in Opern oft verwendet wird, diese große Kombination von Liebe, Verbrechen und Gefahr. Dazu kommt, so Kunze, dass uns die Geschichte etwas zu sagen hat, es ist eine moderne Geschichte, die Geschichte einer Emanzipation, einer Selbstfindung – insofern knüpft „Rebecca“ auch an Werke wie „Elisabeth“, „Tanz der Vampire“ und „Mozart!“ an. „Rebecca“, meint der Autor, ist ein Stoff, der faszinieren kann, es ist für das Team Levay/Kunze ein Schritt in eine neue Richtung, schon allein vom Ambiente; ein Stück, das in den späten 20er, frühen 30er Jahren in der Atmosphäre eines nebelverhangenen, meerumrauschten englischen Herrenhauses in Cornwall spielt und viel intimer ist, in dem es darum geht, was in Menschen vorgeht, die darum kämpfen, als Menschen, so wie sie sind, akzeptiert zu werden, oder, was auch eine Form der Akzeptanz ist, sich dazu bekennen, was sie sind, was sie waren, zu ihren Fehlern und in einem Fall sogar zu einem Verbrechen. War das Thema von „Elisabeth“ der Weg zur Selbstständigkeit, ging es in „Mozart!“ um Freiheit, so ist die zentrale Message von „Rebecca“ der Selbstwert eines Menschen. Kunze: „Jeder von uns lebt mit einem gewissen äußeren Bild, das andere von ihm haben, das er aber auch selbst macht. Es gibt ein Element in unserem Leben, das uns zwingt, die Maske vom Gesicht zu ziehen, und das ist die Liebe. Die Liebe zwingt uns aufrichtig zu sein, und das passiert in diesem Stück. Die Figuren, die am Anfang Rollen spielen, werden dann ganz sie selbst, wenn es nur mehr darauf ankommt: ‚Wer bin ich’ und ‚Kann ich so, wie ich bin, geliebt werden?’ Das ist das Thema des Stückes, und das ist ein sehr modernes und wichtiges Thema.“

Sylvester Levay, dem Komponisten des Musicals, waren nicht viele Details zur Musik von „Rebecca“ zu entlocken. Fast könnte man meinen, er füge sich in den von Michael Kunze skizzierten Bedeutungsraster, was Text und Musik eines DramaMusicals betrifft: „Zuallererst der Stoff, dann die Konstruktion des DramaMusicals und dann die Musik. Die Musik hat zu dienen, die Musik hat eine dienende Funktion im DramaMusical.“ Grundsätzlich, so Levay, sei er seinem Stil treu geblieben, indem er versuche, klassische Elemente mit modernen musikalischen Elementen zu verbinden. Noch sei er am Feintuning, aber bei der nächsten Pressekonferenz dürfe man sich auch auf erste Musikbeispiele aus dem Werk freuen.

Francesca Zambello las das Buch das erste Mal als junge Frau und war sofort von Daphne du Mauriers einzigartiger Erzählkunst gefangen. Zambello: „Als ich das Buch nun wieder las, mit der Idee, es auf die Bühne zu bringen, war ich vom theatralischen Potential des Romans fasziniert. Es handelt sich bei ‚Rebecca’ nicht nur um einen psychologischen Thriller, sondern auch um die Geschichte einer jungen Frau, der es durch die Kraft der Liebe gelingt, sich vom Phantom der Vergangenheit zu befreien und sich zu behaupten. Der Roman vereint die dunklen Seiten einer romantischen Seele mit dem Moment der Spannung und einem Touch von makabrem Humor. ‚Rebecca’ ist eine Reise in die Welt von Träumen, des Unbewussten, Surrealen, der Magie. Rebecca selbst ist niemals auf der Bühne, sie ist nur ein Phantom, und doch ist sie die Protagonistin. Wir sehen sie niemals, die große Leistung besteht darin, sie durch ein Musikthema lebendig zu machen. Rebecca hat einen Sound, einen Ton, Rebecca ist nur Musik.“

Caspar Richter, der Musikalische Leiter der Produktion, gibt sich auf die Frage nach dem Hitpotential von „Rebecca“ sehr optimistisch: „Ja absolut. Ich kann noch nicht genau sagen, wie sich das entwickelt, aber ich kenne jetzt schon drei Hits, oder sogar vier. ‚Rebecca’ ist mehr oder weniger ein 3-Personen-Stück mit drei ganz großen Rollen. Dann gibt es die zweite Reihe an Charakteren, die auch sehr wichtig sind und zur Entwicklung der drei Hauptpersonen beitragen. Der innere Zirkel hat wunderbare Balladen, sehr emotionell und sehr gut zum Hören, mit sehr großem Wiedererkennungswert, was ja sehr wichtig ist bei dieser Popularmusik. Die anderen Rollen bieten mehr symbolhaftes Kolorit. Der Chor spielt eine große Rolle, er ist der gesellschaftliche Hintergrund und der Kommentator, wie in der griechischen Tragödie und wie es in manchen guten Opern auch der Fall ist. Ich mag die Musik sehr, es ist eine, wenn ich sage Weiterentwicklung, ist das immer falsch, was heißt schon Weiterentwicklung? Es ist anders! Gerade bei den Balladen der drei Hauptpersonen sind für mich sehr viel Kurt Weill’sche Elemente drinnen, aber sehr unbewusst, so empfinde ich das, diese melancholische und manchmal auch etwas bösartige oder verzweifelte Atmosphäre, die dann aber doch am Schluss aufbricht in einen sehr schönen, hoffnungsvollen Euphorismus.“

Im Januar 2006 beginnen die Auditions in Wien, Hamburg und Köln. Über 700 Künstler haben sich angemeldet, von ihnen erhalten 400 die Möglichkeit zu einem Vorsingen. Die „Call Backs“ werden im Februar stattfinden. Gesucht werden 7 Solisten und 21 Ensemble-Mitglieder. Die Uraufführung von REBECCA wird am 28. September 2006 im Wiener Raimund Theater stattfinden.

Baba, Sisi

Elisabeth, 4.12.2005; Foto: © Martin Bruny

Der ganz normale “CASTING”-WahnSINN - die neue Show des Konservatorium Wien

Casting; Foto: © Konservatorium Wien
Was, wenn eine Gruppe von jungen Künstlern an einem Ensemble-Wettbewerb teilnimmt? Und was, wenn die Nummer mit einem Choreografen erarbeitet werden soll, der unerwartet keine Zeit hat? ? Ja, was dann?
Casting; Foto: © Konservatorium Wien
Ein solches Szenario, in der eine Gruppe plötzlich “führerlos” geworden und ganz auf sich selbst gestellt ist, malt die musikalische Revue “Casting” von Erhard Pauer und Michaela Riedl aus: Das Publikum wird nicht nur Zeuge der unvermeidlich auftretenden Konflikte und Krisen, sondern erhält vor allem auch einen Begriff davon, was es heißt, künstlerisch zu arbeiten, also eine Ensemblenummer sängerisch und choreografisch einzustudieren. Denn nicht alles ist Show - oder doch?
Casting; Foto: © Konservatorium Wien

Casting - Eine musikalische Revue
von Erhard Pauer und Michaela Riedl
Regie: Erhard Pauer
Musikalische Leitung und Klavier: Lior Kretzer
Choreographie: Marcus Tesch
Bühne und Kostüme: Andrea Bernd und Eva Gumpenberger

Cast
Vincent Bueno, Joachim Feichtinger, Elise Hovdkinn, Jonny Kreuter, Lisa Polacek, Lutz Standop, Thomas Udalrik und Gloria Wind
In Zusammenarbeit mit dem Theater der Jugend

Aufführungen an der Konservatorium Wien Privatuniversität: 10.-14. 12. [Konservatorium Wien Privatuniversität, Leonie-Rysanek-Saal, Johannesgasse 4a, 1010 Wien]
Aufführungen im Wiener Metropol ab 26. 1. 2006.

Der letzte Kuss: Wien ohne “Elisabeth” ab 5.12.2005

Elisabeth, 3.12.2005; Foto: © Martin Bruny
Am 4.12.2005 ist es soweit: “Elisabeth” geht wieder mal in Musicalrente. Die Derniere geht als “Geschlossene Veranstaltung” pünktlich um 18:00 über die Bühne des Theater an der Wien. Tickets gibt es längst keine mehr. Um die letzten Plätze bangten in der Nacht von Freitag auf Samstag die treuesten Fans in eisiger Kälte.
Elisabeth, 3.12.2005; Foto: © Martin Bruny
Mit “Elisabeth” verlässt auch das Musical an sich das Theater an der Wien. Schon bald wird der Eingangsbereich des Gebäudes demoliert und danach mozarttauglich gemacht. Die Karten im Cercle, erste Reihe, kosten dann statt 95 Euro 190 Euro, es wird weniger Sitzplätze und ab und zu eine Vorstellung geben, freilich wird es weit mehr Schließtage als Spieltage geben; Wien ist anders, wir können uns das leisten.
Das Abenteuer Klassik wird sich im Theater an der Wien aber erstmal beweisen müssen, und die Kaiserin hat Zeit.