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Jesus Christ Superstar: The Concert – Wiener Etablissement Ronacher, 3./4. April 2004




[Fotos: Martin Bruny, 3.4.2004]

Im Wiener Etablissement Ronacher ging dieser Tage (3. und 4. April 2004) eine konzertante Aufführung der Andrew Lloyd Webber-Rockoper “Jesus Christ Superstar” über die Bühne. Das Ronacher, man muss es sagen, ist für Menschen, die auf halbwegs akzeptablen Sound setzen, eine Qual. Die Tonanlage des Hauses ist hoffnungslos veraltet und völlig unzureichend. Will man den Saal auch nur halbwegs ordentlich beschallen, so muss man als Mieter des Hauses eigene Soundzauberanlagen ranschaffen und sich darum kümmern. Das macht aus Kostengründen fast niemand, auch wenn es durchaus möglich wäre.
Bei einer “konzertanten” Aufführung, so vermutet man, wäre es doch dringend notwendig, auf guten Sound zu achten. Leider wurde genau das wieder mal sträflichst verabsäumt. Und so haben zwar die Toningenieure in ihre Kopfhörer beste Qualität eingespielt bekommen - die Zuschauer im Saal mussten sich indes mit völlig unzulänglichem Soundbrei abfinden. Das kennen Fans schon von Veranstaltungen wie “Elisabeth 10th Anniversary” - einer Veranstaltung, bei der im Konzerthaus soundtechnisch völlig Inakzeptables geboten wurde, zu Preisen um die 129 Euro. Man darf also dem Veranstalter durchaus die Frage stellen, warum er auf Kosten der Zuschauer bei der Soundqualität so spart.
Wo wir schon bei negativer Kritik sind, handeln wir doch auch gleich das “Programmheft” der Veranstaltung ab. Grundsätzlich sind Programme für Fans ja beliebte Souvenirs. Man kauft sie gerne und blättert sie nach Jahren gerne wieder mal durch. Nun, beim Programm dieses Konzerts wird das wohl eher die Ausnahme bleiben. Für 4 Euro hat man ein 12-seitiges Heftchen erhalten, das aus sieben Seiten Werbung, einem Cover, einer zweiseitigen Auflistung der Lieder des Abends und zwei Seiten mit Kürzestinfos besteht. Das ist, mit Verlaub, eine Frechheit, nicht mehr und nicht weniger.
Der letzte Punkt, den es negativ abzuhandeln gilt, kann man “Martin Traxl” benennen - oder die Idee, eine Art von Moderation in eine konzertante Aufführung zu prügeln - denn der arme Traxl kann ja nichts dafür, dass er nach einer “Gethsemane”-Interpretation von Yngve Gasoy-Romdal, nach der der ganze Saal kollektiv symbolisch auf die Knie gefallen ist, von dollen Nonnen plappern muss, die die Bühne bei der Premiere des Musicals gestürmt haben. Nie wieder Moderationen bei konzertanten Aufführungen! BITTE! Vielen Dank.
Kommen wir zu den Highlights der Veranstaltung, als da sind:
Yngve Gasoy-Romdal (Jesus)
Maya Hakvoort (Maria)
Dave Moskin (Judas)
Ethan Freeman (Pontius Pilatus)
Pehton Quirante (Simon & Petrus)
Previn Moore (Herodes)
Helmut Ettl (Caiaphas)
Hans Steunzer (Annas)
Ensemble: Tom Beyrhofer, Elisabeth Ebner, Stephan Löbbel, Sabine Meyer, Sabine Neibersch und Kudra Owens.
Bei aller Kritik schafften es diese Darsteller dennoch, einen magischen Abend auf die Bühne zu zaubern, der wohl den meisten Anwesenden für immer im Gedächtnis bleiben wird, allen voran Yngve Gasoy-Romdal, der in “Jesus” wohl die Rolle seines Lebens gefunden hat.

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