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Okay, lasst uns Traditionen brechen: Die neuen Stars von “Elisabeth”

Traditionell gibt es keine Kritiken von Voraufführungen, Kritiken erscheinen nach der Premiere. Traditionell wird aber auch das zahlende Publikum, also jenes, um das die Theater geradezu betteln, wenn sie es nötig haben, nicht aus Premieren ausgesperrt, zumal bei einem subventionierten Theater. Diesmal ist alles anders, diesmal ziehen die Vereinigten Bühnen Wien ihre Linie durch und halten – am 5. September – die Premiere von “Elisabeth” als geschlossene Veranstaltung ab. Direkt sowie einzig und allein hat dies Christian Struppeck, der Intendant der Vereinigten Bühnen Wien, zu verantworten, einfach deswegen, weil auch das in seinem Verantwortungsbereich liegt. Es wurde immer wieder von seiten der VBW erwogen, Premieren und Dernieren als geschlossene Veranstaltungen abzuhalten, immer jedoch kam ein Kontingent an Karten in den freien Verkauf, immer wurde das angekündigt. Diesmal nicht. Es gibt hier keinen Spielraum für ein Dementi, das ist Fakt.

Doch es gibt eine Ergänzung: Der Standpunkt der Vereinigten Bühnen Wien ist Folgender: Angeblich soll es Karten ab Montag im Verkauf gegeben haben, im Kartenbüro und bei Wien Ticket und natürlich auf der “Liste”. Die “Liste” ist kein freier Kartenverkauf, und für freie Kontingente bei Wien Ticket und im Kartenbüro habe ich keine Bestätigung, ich höre nur, dass es auch auf Nachfrage keine Karten gegeben hat. Was also hat es für einen Sinn, wenn angeblich Karten im Verkauf sind, aber die Verkäufer sagen, dass es keine Karten gibt. Online bei Wien-Ticket waren definitiv keine Tickets erhältlich. Unter freiem Vorverkauf muss man sich etwas anderes vorstellen können.

Da die Veröffentlichung dieser Teilkritik auf Basis einer Vorpremiere auch als Protest gegen diese Ticketpolitik eines subventionierten Theaters zu verstehen ist, noch ein paar Punkte zur Erklärung: Die VBW haben eine Vielzahl an Tools, um einen geregelten Vorverkauf abwickeln zu können, um Kontingente, die neu in den Verkauf kommen, anzukündigen, und das kostet kaum Zeit, wenn die Kompetenzen geklärt sind. Beispielsweise Facebook, beispielsweise Newsletter, beispielsweise eine Website, beispielsweise Aussendungen von Wien-Ticket und so weiter. Es würde reichen, am Beginn der Vorverkaufszeit anzukündigen, dass ab ungefähr einem Zeitpunkt X ein Kontingent Y in den Verkauf kommt. Die Praxis sieht anders aus: Es wurde wiederholt mitgeteilt, dass es keine Karten im freien Verkauf geben wird. Freier Verkauf bedeutet auch, einen gewissen Respekt gegenüber Theaterbesuchern zu haben. Der geht mir hier eindeutig ab.

Brechen wir also Traditionen, der Bruch ist ohnedies schon gemindert, da diese Kritik wieder offline gegangen ist und erst nach Beginn der Premiere wieder online geschaltet wurde: Es gab im Verlauf der letzten Tage einige Previews. In diversen Foren wird schon eifrig über die neue Fassung der Levay/Kunze-Show diskutiert. Eine ausführliche Kritik, basierend auf regulären Vorstellungen nach der Premiere, wird es im Laufe der nächsten Wochen auch hier im Blog geben, doch vorab: die neuen Stars von “Elisabeth” sind Franziskus Hartenstein als Franz Josef und Anton Zetterholm als Erzherzog Rudolf.

Franziskus Hartenstein
Franziskus Hartenstein verleiht Franz Josef eine Präsenz und eine Stellung Elisabeth gegenüber, die seine Vorgänger in Wien nicht erreicht haben. Das geht so weit, dass das Verhältnis von Elisabeth und Franz Josef in der einen oder anderen Szene fast kippt, oder aber, und das ist die positivere Deutung, erst jetzt in dieser Version voll zur Wirkung kommt. Sowohl vom Schauspiel her gesehen als auch vom Gesang ist Hartenstein für die Show ein Volltreffer. Zwar mag er für die Rolle sehr jung sein, aber er interpretiert die Lieder – und leiert sie nicht nur runter, er verleiht ihnen Gefühl, erreicht mit seinem Schauspiel, dass man mit Franz Josef tatsächlich mitfühlt. Ich habe diese Figur zum ersten Mal so “lebendig” erlebt. Hartenstein spielt glaubhaft, seine Bewegungen, seine Mimik, all das zeigt, dass er es verstanden hat, sich mit seiner Rolle ernsthaft und für die Produktion gewinnbringend auseinanderzusetzen. Früher als Langweilnummern abgetane Balladen und balladeske Sequenzen haben auf einmal eine Tiefe, die man hier in Wien noch nicht erlebt hat.

Anton Zetterholm
Dasselbe trifft auch auf Anton Zetterholm zu. Anders als einer seiner deutschsprachigen Kollegen, Mark Seibert, hatte er eine Sprachbarriere zu bewältigen, über die in diversen Foren jahrelang gelästert wurde. Zetterholms Artikulation ist bei “Elisabeth” freilich bestechend, er singt klare, reine Töne, nicht wie Mark Seibert, dessen Gesangssequenzen gefühlt aus 98 Prozent gepressten Konsonanten bestehen, der in der Tiefe zu wenig Stimme hat, nasal und behaucht in der Mittellage arbeitet und einzig und allein in den Höhen dann an Lautstärke gewinnt, oft auf Kosten jeglichen Schöngesangs, oder Annemieke van Dam, die einem ihr Belting wie eine Watsche ins Gesicht schmettert.
Zetterholm spielt grandios, sein “Wenn ich dein Spiegel wär” ist atemberaubend und DAS Highlight der Show. Der kleine, ganz kurze Ãœbergang zu “Hass”, auch das liefert er mit einer solchen Intensität und Power. Leider hat er das Pech, mit Seibert und van Dam Partner zu haben, die scheinbar ihre Hausaufgaben nicht ganz erfüllt haben und in der Show herumlaufen, als würden sie ferngesteuert. Der “Totentanz” etwa ist der Tiefpunkt der Show schlechthin. Wenn der Tod Rudolf küsst, wirkt es, als würde er ihn oral erdolchen.

Bühnenbild, Kostüme, Fragen über Fragen
Wieso beim “Totentanz” die “Kleider” getilgt wurden, sollte man sich besser nicht fragen. Denn wenn wir mit den Fragen beginnen, würden wir rasch zum Bühnenbild gelangen, das eine völlig misslungene Mixtur aus Teilen der alten Wiener Fassung und verkitschend wirkenden Projektionen und Filmchen ist. Es ging bei der Wiener Fassung immer gerade darum, den Kitsch aus der Show rauszuhalten, wo möglich. Nun sind wir dabei gelandet, dass all das, was bei der alten Fassung unsere Fantasie gestaltet hat, per Filmchen eingespielt wird. Ein Meer und ein Mond oder eine Sonne, was auch immer das sein soll, das sich bewegende Riesenrad. Wozu?
Nein, “Elisabeth”, das Musical, beruht nicht auf einem Film, wir können nicht immer nur Filmmusicals machen, und es muss nun auch nicht in jedem Musical eine Projektion her. Wir haben Fantasie, und wenn sich die Theater den Luxus leisten würden, nur Leute mit großartigen Stimmen verbunden mit einer entsprechenden Gesangskultur und Schauspielbegabung zu casten, wäre uns allen schon viel weitergeholfen. Wir brauchen kein Brimborium, das davon ablenkt, dass sich in Mimik und Ausdruck zu wenig tut.

Bei all den Fragen würden wir auch zu den Kostümen kommen. Was genau soll uns das Outfit des Todes sagen. Was sollen diese Moon Boots, wieso sieht Lucheni wie ein Penner aus, dessen Hosen drei Nummern zu groß sind, mit einem Westchen wie ein Clown?

Kommen wir vorerst zum Schluss und zur Schnapsidee schlechthin. “Elisabeth” wird mit einem Gesangs-Medley inklusive Publikumsbeteiligung beendet. WTF? Wir sind nicht bei den Pradler Ritterspielen, da, von mir aus, könnte Elisabeth nochmal aufstehen und sich meinetwegen in Zeitlupe erdolchen lassen – oder man könnte vorher ein Gewinnspiel machen und jemanden aus dem Publikum bitten, mal mit der netten Merchandising-Feile zuzustechen. Wir haben es mit einem Musicaldrama zu tun, und die erbärmlichen Versuche, aus dem Drama am Schluss noch ein Mitklatsch- und Mitsing-Inferno zu machen, sind degoutant. Nicht, dass das Rezept nicht aufgehen würde, Publikum ist verführbar, aber allein die Absicht, das Publikum mit derart billiger Effekthascherei in den Sumpf von Musikantenstadl Co. zu treiben, ist billig.

Soviel vorerst einmal. Ein paar positive Punkte, ein paar negative. Es gibt noch mehr Positives und auch anderes. Wir sollten uns das nächste Mal vielleicht darüber unterhalten, wieso es auf einmal so viele Barfuß-Sequenzen in der Show gibt, wieso zieht sich die tote Elisabeth die Schuhe aus? Was ist los mit “Ich gehör nur mir” – wieso wurde aus dem Highlight eine Durchschnittsnummer, wo bleibt die Spannung beim “Letzten Tanz”. Wieso befindet sich vor dem Raimund Theater eine Geröllhalde? So viele Fragen …

Links
- orf.at: Premiere für Musical „Elisabeth“
- Musical Awakening: Raimund Theater: Elisabeth - Vorpremiere
- Der Neue Merker: NEUE Kritik: WIEN/ Raimundtheater: ELISABETH – Musical von Sylvester Levay. Premiere
- Heute.at: Elisabeths letzter Tanz gehörte nur ihren Fans
news.at: Retro-Romantik
- oe24.at: Promiauflauf bei „Elisabeth“ Premiere
- diepresse.at: „Elisabeth“: Eine schöne Leich’ für die Kaiserin
- kurier.at: “Elisabeth”: Ein süßes Apokalyptus-Zuckerl
- Neue Zürcher Zeitung: Rückkehr der Kaiserin nach Wien
- derstandard.at: Eine, die nur uns gehört
- heute.at: Uwe Kröger und Marika Lichter versöhnt!
- relevant.at: Promis im Sisi-Fieber nach “Elisabeth”-Premiere
- krone.at: Lichter und Kröger versöhnten sich bei Musical-Premiere

Renate Wagner schafft es, ihren Artikel gleich in zwei Online-Medien unterzubringen, und einen dritten Jubel-Artikel gibts auch noch von ihr.
- Der Opernfreund: Elisabeth
- Der Neue Merker: WIEN / Raimundtheater: ELISABETH
- Neues Volksblatt: Noch nie war „Elisabeth“ so reizvoll besetzt
Hofberichterstattung bietet Silvia E. Loske in ihrem Blog -> hier

53 Kommentare »

  marie wrote @ September 29th, 2012 at 18:59

ich kann mich herrn bruny in allen punkten nur anschließen. es ist sehr traurig, was aus dem stück von 1992 geworden ist. traurig, dass man es nötig hat für eine jubilumsproduktion die besetzung der tournee zu nehmen und daraus dann noch ein riesen spektakel bei der präsentation zu machen. annemieke van dam spielt völlig gekünstelt, ihr schreien tut richtig weh und es ist keine spur der urprünglichen magie mehr zwischen sisi und dem tod zu spüren. alice macura wäre eine wesentlich bessere erstbesetzung, reicht aber auch nicht an die bühnenpräsenz und stimmen von pia douwes und maya haakvoort heran. leider fehlt dieses androgyne auftreten vom tod, das von uwe kröger damals perfekt umgesetzt wurde. hier war einfach eine spannung zu spüren, das publikum wurde gefesselt, kein vergleich zum “männlichen” tod mark seibert, der sehr oft irgendwie fehl am platz wirkt, es stimmt einfach die chemie nicht und stimmlich herrschen pressen und nasales singen vor. nur bei den duetten kommt seine stimme um einiges besser zur geltung. meine highlights sind anton zetterholm (was für ein gänsehautgefühl bei “wenn ich dein spiegel wär”) und kurosh abbasi. auch der kaiser wird von mal zu mal besser und daniela ziegler ist eine gelungene besetzung der sophie. top auch das ensemble! unterm strich bin ich als “alter” elisabeth fan (seit 1992) aber mit der jetzigen produktion leider nicht glücklich. zum glück reißen die genannten darsteller wieder einiges heraus, aber gerade der tod und elisabeth fehlen als tragende rollen…
PS: das “theater” um die vergabe der premierenkarten ist einfach nur peinlich. ich hätte selber dann am tag der premiere telefonisch noch eine karte (natürlich zum doppelten preis!) bekommen, habe dann aber auf eine dermaßen teure karte im 2.rang hinten verzichtet.

  Patilla Ruth wrote @ September 16th, 2012 at 12:44

@Martin Bruny: mir gefiel Franziskus auch sehr gut. Aber Robert D. Marx war doch auch ein würdiger Kaiser in Wien?

  Elisabeth wrote @ September 12th, 2012 at 14:37

Anton Zetterholm hat bei mir ganz sicher das Potential sich als sehr geschätzter Darsteller zu etablieren. Mir hat schon lang auf Anhieb niemand mehr derart gut gefallen wie er :-)).

  C. wrote @ September 11th, 2012 at 14:02

Nur weil etwas schon in früheren Produktionen Unfug war, sei es erlaubt, es auch jetzt zu beanstanden … nicht alles, was “immer schon so war”, muss gut sein und ist unveränderbar.

Und ein offenbar schleppender VVK hat m.E. wahrscheinlich weniger mit einer Inszenierung zu tun, als mit der Tatsache, dass hier im Vorfeld für das Jubiläum eine andere Cast zu erwarten war, als jene der Tournee. Sind nich alle, klar, aber vllt hat das Publikum auf den einen oder anderen “Liebling” gehofft. Wobei Anton Zetterholm offenbar auf dem besten Wege ist, ein solcher zu werden ;-)

  Martin Bruny wrote @ September 11th, 2012 at 12:30

Manche angeln, manche bauen sich zu Hause Modelleisenbahnen, manche versetzen Schilder, und es gibt eben auch Menschen, die sich über Musicals unterhalten. Man könnte natürlich auch die runden Ecken der iPads bewundern oder die Kruste des perfekten Schnitzels beim Wirt ums Eck, das ist klar.

  PatRuSO wrote @ September 11th, 2012 at 12:09

Naja, aus vielen Beiträgen hier kann man ganz klar den verklärten Blick auf die “alten Zeiten” herauslesen, wenn in Berichten - Ãœberraschung - genau das wiederholt wird, was man ja schon immer befürchtet hat. Da meine ich jetzt nicht mal Herrn Brunys Beitrag, sondern viel anderes hier. Herr Bruny macht sich wenigstens die Mühe das alles in einem logischen Text zu formulieren, ansonsten geht die Kritik ja nicht über die alten guten Zeiten, die alten tollen Darsteller etc hinaus. Teilweise werden ja sogar Dinge plötzlich als Beispiel dieser Produktion kritisiert, die bei genauem Hinsehen schon immer drin waren (FJ 1911 etc).

Auch hat der schleppende Vorverkauf nix mit der Inszenierung zu tun… als ob der Großteil des Publikum erstmal das Palaber hier durchliest. Die Kritiken insgesamt waren ja durchaus positiv. Auch van Dam und Seibert wurden ja keineswegs in Grund und Boden geschrieben, auch wenn manche hier so tun, als könnten die beiden kaum singen.

Ich kann damit leben, dass jemand diese Inszenierung nicht mag oder nicht warm wird damit - aber mit welchem Genuss manche die Produktion hier zerlegen und vorverurteilt haben bzw. meinen zu erkennen, wie objektiv alles schlechter ist, naja. Wenn man Freude daran hat.

  Elisabeth wrote @ September 10th, 2012 at 21:52

die Kostüme gab’s ja zum Teil auch schon auf den Tournéen, ebenso die Szenerie (rotierende Kaffehaustischchen) bei der “Fröhlichen Apokalypse”

  Laureen wrote @ September 10th, 2012 at 18:53

@Romy: Sorry, in Holland hab ichs nicht gesehen, mir war nur Stuttgart gerade so präsent…v.a. dieses hässliche karierte “Wie Du” Kleid und das rote Korfu-Kleid wirken ja wirkllich als hätte man einfach…nein, ich muss diesen bösen Gedanken jetzt wieder abstellen. Alles ist neu und basta^^

  Romy wrote @ September 10th, 2012 at 18:39

@ Laureen, die Kostueme gab es schon in Holland!!! Also, alles neu??

  Pierre wrote @ September 10th, 2012 at 14:11

Danke für den Bericht, ich lese deine Sachen immer sehr gerne. Wir waren gestern zum ersten Mal in Elisabeth (die 04-Version hab ich so an die 20x gesehen) und bin leider etwas enttäuscht. Irgendwie fehlt mir die Magie, das ist zwar ziemlich schwer zu beschreiben, aber das trifft es am Besten. Irgendwie wirkt alles so perfekt einstudiert, jeder Schritt ist perfekt, jeder Ton sitz, aber trotzdem wirkt alles irgendwie gestellt. Serkan und Mate gingen da oft über das Limit hinaus und da habe ich dann auch mal einen schiefen Ton nicht als störend empfunden. 2012 wirkt alles etwas steriler….nicht anfreunden konnte ich mich auch mit den vielen kleinen Änderungen, vorallem das Fehlen von “schwarzer Prinz”, aber vielleicht gefällt mir das beim nächsten Mal besser…

  Laureen wrote @ September 10th, 2012 at 12:49

Ich würde mich nun nach dem Besuch einer Vorstellung (wohlbemerkt im Parkett auf einem durchaus preislich gehobenerem Platz) gerne den Fragen anschließen…

Warum hat der Besucher im 2. Akt oft einen Einblick auf die Hinterbühne und die dort gelagerten Kulissen?
Warum verschwinden manche Szenen schon halb im Off/hinter der nächsten Szene, obwohl das Stück noch gar nicht zu Ende ist (z.B. Übergang Frau Wolf - Maladie)?
Warum wurden aus den Todesengeln Todesraben?
Warum hat man dem Tod nur ein einziges Kostüm gegönnt? Das dafür gleich in 2 Farben (1x in schwarz, 1x in weiß)…
Warum verliebt sich der Tod in Rudolf und nicht in Elisabeth?
Warum erinnert mich der letzte Tanz mehr an einen Zweikampf als an einen Tanz?
Warum sieht man Elisabeth in der Gaffer-Szene hinten von der Bühne laufen? Und warum sprintet die Arme nach Boote in der Nacht panisch zu ihrem Eck in der Bühne und wirft sich auf ihren Schirm? Ein bisschen besser hätte man die Ãœbergänge wohl planen können…
Warum erinnern mich die Kostüme derart an Stuttgart? Man wird doch wohl nicht der Stage die Kostüme - ne, ist ja alles GANZ neu!
Warum liegt die Spannung bei Ich gehör nur mir jetzt vor allem darin zu hoffen, dass die Darstellerin nicht hinterrücks vom knapp bemessenen Flügel kippt?
Warum ist “Eine Mutter” fast nicht zu sehen, wo bleiben die Todesraben/der Tod in vielen Szenen, warum ist der Lucheni mehr damit beschäftigt sich durch die Publikumsreihen zu quetschen und auf die Bühne zu balancieren anstatt mit den Besuchern zu interagieren?

Fragen über Fragen…noch lang sind nicht alle Fragen gestellt, und auf die meisten wird es wohl keine Antwort geben.

  Martin Bruny wrote @ September 10th, 2012 at 10:58

Wenn jemand das Publikum aus Premieren ausschließen will, dann kann er natürlich auf jeglichen Vorverkauf verzichten.

  Rudolf II wrote @ September 10th, 2012 at 10:55

Wenn jemand also UNBEDINGT Premierenkarten haben will dann soll dies NATÃœRLICH NUR über den Vorverkauf gehen … und wahrscheinlich noch persönlich nach Hause bringen ….

  Martin Bruny wrote @ September 10th, 2012 at 09:47

Wie können natürlich aus über die Marillenernte und die neuen Fondue-Rezepte reden. Fakt ist, dass es um den VORVERKAUF geht, nicht um Restkarten an der Abendkassa.

  Rudolf II wrote @ September 10th, 2012 at 09:40

Offensichtlich verkraften es einige hier nicht, dass man an der Abendkarte Premierenkarten bekommt.

Kleiner Tip: einfach alle Möglichkeiten ausschöpfen, mehrmals, auch wenn man zuvor ein NEIN gehört hat. Dann funktioniert es auch … Nächstes Mal kann es natürlich anders sein, es ist ja kein Rezept auf immer & ewig, aber wie man sieht bezahlt sich Ausdauer und Beharrlichkeit aus.

PS: ich ARBEITE auch und gehöre auch nicht zur Zahnspangenfraktion. Ich ging um 18:45 hin und hatte die Karten. Daher “treibe ich mich auch nicht permanent bei der Abendkasse herum”.

PS2: vor mir war ebenso ein Herr der Karten gekauft hat und dem hat man sicherlich 5 verschiedene Möglichkeiten/Preisklassen angeboten. Also es war noch einiges da :-)

  Matthieu wrote @ September 7th, 2012 at 23:52

Frech ist einfach, dass bei der Premiere ein reiner Promi-Zirkus aufgezogen wird, damit Dominic Heinzl darüber berichtet. Ganz ehrlich: da ist mir die Evita-Premiere in Baden (b. Wien) lieber, da dürfen auch ganz “normale” Leute rein. Wenigstens konnte dort die Hauptdarstellerin singen, ohne zu schreien ;-)

Ich halte es für logisch, dass Herr Bruny in seinem Post seine Meinung mitteilt - dies dann als “meckern” darzustellen, nur weil er nicht 20x an der Tageskassa war, ist echt schon frech. Nicht alle gehören zur Wiener Zahnspangenfraktion, die sich permanent an der Abendkassa rumtreiben (können). Manche gehen auch einer regelmäßigen Arbeit nach…

  Martin Bruny wrote @ September 7th, 2012 at 19:57

Noch einmal@Rudolf II: ich habe nachgefragt und ich habe im Internet nachgesehen. Es gab keine Tickets.

  WT wrote @ September 7th, 2012 at 14:01

@ Rudolf II: Ich sehe nicht ein, wieso ich als treuer Kunde zu der Kasse rennen soll und um Karten betteln muss. Und die Nicht-Wiener sollen einfach mal eine stundenlange Reise auf sich nehmen, um zu fragen, klar. Die VBW haben Facebookseiten, die man auch nützen könnte: ein kurzer Post, dass ab da und da Karten für die Premiere verkauft werden, tut niemandem weh. Das haben sie nur noch nicht verstanden, ich weiß. Ich jammer nicht, weil ich das einfach so gern tue, sondern weil die VBW sich immer wieder grobe Fehler erlauben, die mir als Kunde sehr missfallen.

Und der Inszenierung kann ich durchaus auch Gutes abgewinnen, keine Sorge. Wie erwähnt, finde ich Franziskus und Anton fantastisch, auch ein Kurosch Abbasi, eine Carin Filipcic und ein sehr starkes Ensemble konnten mich begeistern. Aber es gibt in meinen Augen eben auch negative Aspekte, aber zum Glück leben wir in einem freien Land, in dem man seine Meinung frei äußern darf. Ich tue hier nichts anderes. ;)

  Rudolf II wrote @ September 7th, 2012 at 13:25

@ B

lächerlich finde ich auch, dass sie jemanden zuprosten, der seine persönliche Meinung “ganz klar die besten gecastet” widergibt.

Aber egal …. einfach nur lächerlich!

  Rudolf II wrote @ September 7th, 2012 at 13:22

Hr. Bruny, ich überlege sehr wohl, aber ich finde diese Sache schon lächerlich.

Ich war sogar schon bei der Tageskasse und habe auch gehört, sie wären ausverkauft (JCS) und dann habe ich es doch noch per Internet versucht und habe eine Karte kaufen können. Man sollte eben alle Möglichkeiten ausschöpfen.

Es ist oft so, dass die Leute dort selbst NICHTS wissen und keine Ahnung haben. Einer sagt ja, der nächste sagt nein und der Dritte sagt wieder ja.

Und wie oft bekommt man eine falsche Auskunft, egal um was es sich handelt. Das bezieht sich nicht nur auf die VBW. Aber wenn ich darüber dann die nächsten 100 Jahre jammere wird’s auch nicht besser.

Beim nächsten Mal eben nicht alles für bare Münze nehmen und es nochmals oder an anderer Stelle versuchen. Noch dazu wenn man weiß, wie unzuverlässig die Aussagen der Leute der VBW sind.

  B aus B wrote @ September 7th, 2012 at 11:07

WT hat vollkommen Recht! Es wurden Leute auf der Liste nicht berücksichtigt und an der Abendkassa gab es dann doch noch Karten. Es wohnen nun mal nicht alle Leute, im Einzugsgebiet um Wien und müssen eine längere Anfahrt in Kauf nehmen. Einach auf gut Glück hinfahren und dann doch keine Karte bekommen??? Leute lassen sich Monate im Voraus auf eine Liste setzen um dann eine Absage zu bekommen und andere spazieren zur Kassa und bekommen ein Ticket. Irgendwie schon ein Irrsinn, oder? Warum führen die VBW dann die Liste? Also…die Tickets in den öffentlichen Verkauf!!!!! Dann würde es auch nicht geschehen (wie ich in der Premiere leider selber miterleben durfte), dass Leute meinen, während des Stückes telefonieren zu müssen oder gelangweilt ein Computerspiel am Handy zu spielen, und das den kompletten 2. Akt hindurch!

Und man kann doch erst sagen, wie das Musical ist, wenn man es gesehen hat und dazu gab es bisher erst zwei Veranstaltungen vor der Premiere und dann die Premiere.

Seine Meinung darf man doch äußern, so wie WT und das hat noch lang nichts mit Jammern des Jammern wegen zu tun.

  Martin Bruny wrote @ September 7th, 2012 at 10:15

Warum überlegen Sie nicht, was Sie schreiben, bevor Sie es schreiben. Bei der Tageskasse wurde gefragt, die Auskunft war, dass es keine Karten gibt. Abendkasse ist kein Vorverkauf.
Ob etwas gut ist, kann man für sich erst sagen, wenn man es gesehen hat. Wenn Sie die Meinung anderer nicht teilen, so ist das Ihr gutes Recht.

  Rudolf II wrote @ September 7th, 2012 at 09:56

@ WT

warum muss immer alles 1000x erklärt und irgendwo niedergeschrieben werden. Warum geht man nicht einfach zur Tages/Abendkassa und fragt nach? Oder kauft gleich an Ort & Stelle …. nur um Jammern & Lästern zu können?

Was am Bühnenbild oder den Projektionen schrecklich oder peinlich sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Also nochmals: nur Lästern um des Lästerns willen?

Wenn ELISABETH ach so schrecklich ist, warum schauen sie es dann an?

  Matthieu wrote @ September 6th, 2012 at 21:54

Zitat Kurier: Annemieke van Dam bezaubert durch Jungmädchen-Charme und lyrisches Säuseln in den Balladen, erreicht aber stimmlich kaum die Kraft von Pia Douwes und Maya Hakvoort.

“kaum” ist ja wohl kaum geschönt ;-)

  C. wrote @ September 6th, 2012 at 20:49

Zustimmung in allen Punkten!

Von Kartenvergabe - ja, seit Monaten auf der Liste gestanden, Absage bekommen, dann doch mit viel Mühe Karten kaufen können (nie öffentlich gemacht) und am Tag der Premiere freie Plätze (billige, also keine Promis, die verhindert waren) bis zur Produktion/Regie/Protagonisten selbst.

Unsäglich übrigens die hist. Aufnahmen von Franz Josef um 1911 während von den ersten drei Ehejahren gesungen wird …

Highlights des Abends ganz klar Kurosch, Franziskus und Anton!

  WT wrote @ September 6th, 2012 at 20:34

Ich kann das nur unterschreiben - auch wenn ich es einfach nur schade finde. Die Highlights Anton und Franziskus, hier wurden ganz klar die Besten gecastet. Was man leider weder bei Annemieke noch - und vor allem - bei Mark behaupten kann.
Das Bühnenbild ist schrecklich, die Projektionen einfach nur peinlich. Die VBW vertuen hier eine Chance, mich wundert es nicht, das der Verkauf so schleppend läuft.

Und zu den Premierentickets: es war tatsächlich nie klar, dass Karten in den Verkauf kommen. Man musste pures Glück haben, um zu erfahren, dass Karten verkauft werden. Die “Liste” war auch eine Frechheit, ich möchte nicht wissen, nach welchen Kriterien die Leute ausgesucht wurden. Und wieso wurde die Listen nicht weiter abgearbeitet, als klar war, dass Tickets über bleiben?

  Gabriele wrote @ September 6th, 2012 at 20:17

Lieber Herr Bruny,
ich liebe ihre Kommentare ja grundsätzlich und auch diese Pre-Kritik ist trefflich geschrieben. Noch kann ich nicht mitreden, denn ich zähle zu dem gemeinen Volk, eine jener, die auf keiner Liste und offenbar in keinem Verteiler stand und somit von eventuell noch vakanten Karten nichts wußte.
Aus Hörproben gewann ich den selben Eindruck, der hier so wunderbar beschrieben wurde, wollte aber auf das Live-Erlebnis warten mit meinem Urteil.
Was das “Barfuß” sein anbelangt, dies scheint eine wirklich lästige Modeerscheinung in den unterschiedlichesten Genres zu sein. Vorzugsweise bei den Hauptdarstellerinnen wird am adäquaten Schuhwerk gespart.
Aber, leider ist es auch äußerst beliebt geworden, Gardarobe gänzlich wegzulassen (mein Verdacht ist, dass man ohne diese Form der Provokation befürchtet keine Beachtung zu finden). So sollte man sich wenigstens an Moon Boots und Kasperl-Janckerln erfreuen. Besser wie nix.
Ihre Gabriele

  Norman Stehr wrote @ September 6th, 2012 at 20:06

Lieber Martin,
wie immer eloquent und punktgenau. Ich habe die Wiener Fassung no na noch nicht gesehen, entnehme aber deiner ausführlichen Gestaltung eine Ambivalenz. Wie du weißt, hatte ich das Vergnügen mit dreien der vordersten Reihe, der jetzigen “neuen” Fassung, acht Monate intensiv zusammen gearbeitet zu haben.
Ich erkenne deinen stets hohen, professionellen Anspruch, und möchte hier den einen oder anderen Gedanken setzen.
Die Entwicklung der Großen Häuser, besonders im Bereich Musical/Musiktheater, hat für den einzelnen Künstler verheerende Wirkung. Er befindet sich durchaus zwischen den Mühlsteinen eines Industriezweigs, der immer weniger das Künstlerische Individuum in seinen Widersprüchen anerkennt, und ihm so die Möglichkeit raubt, in seinem Wirken einzigartig zu sein. Die Vorlagen der “Macher” sind allzu oft nicht mit der Realität vereinbar. Der Künstler wird zum Gehilfen einer Branche, die wenig Interesse an seiner Seele, als vielmehr an seiner wirtschaftlichen Kompatibilität hat. Früher, und du wirst dich erinnern, wurden wir aus den Verkaufszahlen herausgehalten. Heute weiß der Darsteller in jeder Faser seines Daseins, wo auch seine/ihre eigentliche Verantwortung liegt. Es müssen Gelder in den Pott! Viele Gelder! Der Erfolg eines künstlerisch wertvollen Abends hängt nicht mehr nur mit dargebrachten Inhalten zusammen, sondern vielmehr mit der Zuschauerauslastung über eine bestimmte Strecke. Eine mathematische Erfolgsgeschichte.
Es werden viel zu häufig Inhalte nicht adäquat auf den einzelnen Künstler bezogen, sondern er wird bereits während der Probenphase unmerklich in die Schuhe der einstigen “Vorbilder” gezwängt. Wenngleich mancher hier laut aufschreien wird, der unmittelbar mit der Produktion in Verbindung steht, um dieses Statement vehement zu bestreiten. Daher auch das Gefühl so vieler, einer leicht entstaubten, dennoch mit Nichten neuen Inszenierung. Ohne dabei gewesen zu sein, oder aber mit den geliebten Kollegen bis dato gesprochen zu haben, könnte ich mir vorstellen, dass es bereits während der Probenarbeit das eine oder andere Tränchen gab. Gerade weil die eigenen Erwartungen doch immer die höchsten sind.
Ich hoffe und stelle mir vor, dass die bereits etablierten Künstler dieser Inszenierung sich im Laufe der Monate emanzipieren, und zu ihren eigenen, unübersehbaren Stärken gelangen. Denn eines ist klar, das Glück des Anfängers ist in seiner/ihrer unverbrauchten Gestaltungsfähigkeit geradezu atemberaubend. Ohne auch nur ansatzweise die Leistungen jener jungen Kollegen hier schmälern zu wollen!
Der Spielraum einer Ensuite-Geschichte ist sehr, sehr begrenzt. Leider!
Und so braucht es immer eine gewisse Zeit, bis sich das eigene Talent durchzusetzen vermag. Nicht immer ohne Reibung. Glücklicher Weise. Früher hieß es, du musst für deine Rolle kämpfen. Heute kämpft man um diese.
Ich freue mich auf deine Einschätzung in der nächsten Kritik, und auch, wenn wir uns dann bald auf irgend einer Premiere wieder einmal über den Weg laufen.
Bis dahin alles Gute, und frohes Schaffen.
N.Stehr

  Babsi wrote @ September 6th, 2012 at 18:26

Die Riesenradszene inklusive Hintergrund hat es doch immer gegeben und ebenso das Schlussmedley - beim letzten Mal haben die Darsteller immer gemeinsam Kitsch angestimmt.

Ich vermisse die Autodromwagerl bei der fröhlichen Apokalypse…

  Matthieu wrote @ September 6th, 2012 at 17:43

Ach so und vielen, vielen Dank für folgende Aussage:

“die einem ihr Belting wie eine Watsche ins Gesicht schmettert.”

Daumen hoch!!!

  Matthieu wrote @ September 6th, 2012 at 17:41

Vielen Dank für diese amüsante Aufbereitung einer Wiederaufbereitungsanlage.

Die Derniere von 2005 will ich mir nicht versemmeln, daher werde ich nicht ins Raimund-Theater gehen. Wer jemals Pia und danach Maya gesehen hat, der weiß, wie es geht und wie z. B. Maya mit absoluter Bühnenpräsenz ein echter Star wurde!

Barfuß-Szenen? Das spart Schuhe also Produktionskosten.

Mitsingteil:

Abmarsch im Klatschmarsch. Präsentiert die Feilen…

Vielen Dank fürs Mitspielen ;-)

  B aus B wrote @ September 6th, 2012 at 10:51

mich hat es nicht so gestört, dass Franz Josef so jung ausgesehen hat. Franziskus hat eine wirklich geniale Stimme und schauspielerisch war er meiner Meinung nach wirklich hervorragend.

Leider wirkt der Tod auf mich alles andere als majestätisch. Martin hat es eh perfekt beschrieben. Das nasale Singen hat mich richtig gestört.

Großartiges Orchester, großartige Darsteller in Nebenrollen, eine Elisabeth die in den Höhen schreit und ein Tod der nicht wirkt. Das ist mein Eindruck.

  der G. wrote @ September 6th, 2012 at 10:49

ich finde es schade, dass ein tolles stück all seinen Glanz eingebüßt hat und einer revue gleich hingeklatscht wird! zum Glück gibt’s als Souvenir ja die Feile :-)

  B. wrote @ September 6th, 2012 at 10:28

Grandiose Kritik - schön, mit so etwas in den Tag zu starten, v.a. wenn man in allen Punkten zustimmen kann. Bitte weiter so!

  Rudolf II wrote @ September 6th, 2012 at 08:52

Also ich fand die Vorstellung genial. Ohne wenn und aber!

  Rudolf II wrote @ September 6th, 2012 at 08:50

An der Abendkasse gab es ganz normal Karten zu kaufen. Also keine geschlossene Veranstaltung.

Kommentar
Karten, die man im letzten Moment loswerden will, sind kein VORVERKAUF. So geht man mit Kunden nicht um.

  JTGS wrote @ September 6th, 2012 at 07:57

Ich stimme dir zu Martin, und manche anderen hier.

Warum lässt mann der Vorzeige Musical von Österreich teilweise so hängen? Mann hätte das mit viel Pomp and Circumstance grandios erscheinen lassen sollen. Der Stadt Wien lässt sonnst alle klein Theater Gruppen hängen um Geld an die Bundestheatern zu schmeissen.

Franz Josef auch mit grandiose Stimme war viel zu jung, manchmak schaute er junger als die Elisabeth aus, peinlich. Rudolf war der wirkliche Highlight.

Der Tod kommt mit ein billig Ikea Schleier auf der Bühne die Rudolf’s geliebte die Maria “andeuten” soll. Heh?!? Frühe waren alle in Damenkleidung angezogen sagte mann mir danach….Warum nicht jetzt?

Es sind auch unzähliger technischer Fehler bei der Vorstellung passiert die nicht hätte sein sollen für so ein Theater und so ein Musical vor ein ausverkauftes Haus.

Na ja nach ein paar Wochen Einspielzeit werden diese technische Fehler sicher behoben sein. Das Haus war bei der Vor-Premiere total voll, Standing Ovations gab es. Vielleicht sind es nur die Leute die im Business sind die solche Sachen merken. Ich finde mann hätte viel vorsichtiger umgehen sollen mit ein Musical die repräsentativ für Österreich als Kulturstaat sein sollte.

  Madeleine wrote @ September 6th, 2012 at 03:06

P.S.: … und was zum Teufel soll dieses “Kein Kommen ohne gehen” für einen Sinn haben?? Schlechter Text, schlechte Melodie,… ?!?!?!?!?

  Madeleine wrote @ September 6th, 2012 at 02:55

Wirklich toll auf den Punkt gebracht - bravo!
Mich würde es nur interessieren, welche weiteren positiven Punkte Sie noch beschreiben wollen. Mir würden nach der heutigen Vorstellung nämlich keine mehr einfallen, wirklich nicht;-)

  Vee wrote @ September 6th, 2012 at 02:42

den Punkt getroffen!!
die neuen Kostüme sind doch etwas…gewöhnungsbedürftig und die Spannung zwischen Tod und Elisabeth, welche das Stück sonst immer getragen hat war bisher noch nicht zu finden, wobei ich mich mit Annemieke eher anfreunden kann als mit Mark.
Ich hatte heute, durch einen Glücklichen Zufall die Chance die Premiere mitzuerleben, im Vergleich zu gestern hat sich Annemieke ein wenig gesteigert, Mark dagegen versuchte sich zu übertrumpfen, trug dementsprechend zu viel auf und weder Schauspiel noch Gesang konnten sich davon etwas positives abgewinnen.
Was Franziskus und Anton betrifft stimme ich absolut zu, da nun die Spannung der eigentlichen Hauptcharaktere verloren gegangen ist das Stück nun auf ganz neue “Hilghights” ausgerichtet. Finde ich so eigetlich auch mal sehr spannend - aber ist eigentlich nicht Sinn der Sache

Das “Gesangsmedley” am Schluss finde ich dagegen ganz nett, da bei dieser Version von “Der Schleier fällt” für mich kein wirkliches Ende zustande kam bekommt man so ganz am Schluss vom ganzen Ensemble wenigstens noch einen Schluss geboten ;)

  mirko wrote @ September 5th, 2012 at 20:39

guten abend, aber das medlay war doch shcon so enhlich in wien immer im theater wien beide versions oder? da wurd auch kitsch gesungen mit dem puplikum. oder?

  Marius76 wrote @ September 5th, 2012 at 10:30

Ach ja noch ein Nachtrag: Es gab wie schon bei den früheren Premieren eine Evidenzliste, und ich habe als “Normalsterblicher” eine Karte ergattert. Ich kann mich nicht erinnern dass jemals eine Premiere im freien Verkauf gewesen wäre - außer Restkarten. Es kamen auch diesmal am 3.9. Karten in den freien Verkauf, was zwar nicht unbedingt offiziell im Internet etc. stand, aber von den Verkäufern an den Ticketkassen auf meine Nachfrage hin im Vorhinein mitgeteilt wurde.
Also man kann nicht unbedingt sagen dass das “normale” Publikum ausgesperrt wurde.

Kommentar
Eine “Evidenzliste” ist kein “öffentlicher” Verkauf. Vor allem, wie ich auch heute wieder feststellen musste, sind die Vorstellungen, was man unter dieser “Evidenzliste” versteht, ganz unterschiedlich. So hat man mir heute gesagt, man könne sich dafür an Vorverkaufsstart anmelden, andere waren schon viel länger auf der Liste. Es gibt keinerlei öffentliche Ankündigung, dass es diese Liste gibt. Dieses System ist nur für Insider gedacht.

  martin wrote @ September 5th, 2012 at 10:25

toll geschrieben. ich musste jetzt schon mehrmals lachen. respekt.

  Marius76 wrote @ September 5th, 2012 at 10:25

Gabs die Barfuß-Sequenz nicht schon bei der Tour, ebenso die Riesenrad-Projektion? Diese Änderungen sind anscheinend weder neu noch ein Skandal, na ich lasse mich heute abend überrasschen… Ich fand eigentlich viele Projektionen der Tour besser als im Original, ich hoffe dass jetzt auch einige Eingang in die Neuinszenierung gefunden haben.Das Kostüm des Todes sieht eigentlich nach den Fotos zu schließen sehr gut aus, und dass Lucheni wie ein Penner aussehen soll ist ja wohl auch logisch… Seltsam dass die Hauptdarsteller hier überhaupt nicht besprochen werden.
Aber ich habe mir hier auch nichts anderes als einen Verriss erwartet… ;)

Kommentar
Tour? Ich vergleiche diese Produktion sicher nicht mit einer Tour. Wenn hier die Tourproduktion einfach 1:1 übernommen wurde, umso schlimmer. Eigentlich hatte man uns die Wiener Version versprochen, etwas erneuert, nicht eine verkitschte Wiener Version mit billigen Tour-Effekten (die freilich viel Geld kosten dürfen).

  Markus wrote @ September 5th, 2012 at 10:22

Es macht mich ehrlich traurig, das von ausgerechnet diesem Musical zu lesen, auch schon in anderen Foren. Wieso pflegen die VBW ihr Vorzeigestück, ihr Juwel nicht besser, und das noch ausgerechnet zum Jubiläum, wenn man denn schon meint, unbedingt ein solches begehen zu müssen (ich halte es zum jetzigen Zeitpunkt in Wien eher für überflüssig und einfallslos….).?
Warum wirkt ein renommierter Regisseur wie Harry Kupfer an so einem Projekt mit? Warum verhindert er die von Herrn Bruny dargestellten negativen Dinge nicht sondern verantwortet sie gar? Tiefpunkt ist wirklich das Medley, von dem ich bislang nichts wusste. Wenigstens DAS hätte Kupfer, hätten aber auch Kunze und Levay unbedingt verhindern müssen. Bei Mamma Mia mag das angebracht sein, keinesfalls aber bei Elisabeth. Ein Musical-Drama zum Mitklatschen, Mitsingen und am besten noch Schunkeln? Gerade Michael Kunze beweihräuchert sich und seine Stücke doch immer mit einer Ernsthaftigkeit und tieferen Bedeutung, die ihnen zum Teil in dem Maße gar nicht zukommt, und nun lässt er so etwas zu?

Auch von der Inszenierung her kann ich mir nach der hier veröffentlichten Beschreibung vorstellen, dass mir das nicht gut gefallen würde. Ich mochte ohnehin das teils Bruchstückhafte der Ur-Version, das dann schon der Wiederaufnahme in Teilen ja fehlte, aber immerhin noch in größten Teilen erhalten blieb. Jetzt aber mit Filmschnipseln, Projektionen etc. zu arbeiten, auf die schönen Kostüme zu verzichten (bzw. verzichten zu müssen), die ja eine Bedeutung hatten, und so vieles mehr - das alles zieht wohl Elisabeth vom bisher innegehabten Musical-Thron in Wien hinab in das Meer so vieler anderer banaler Musical-Produktionen. Sehr, sehr schade!

  Thomas wrote @ September 5th, 2012 at 10:12

Ich kann dir nur zustimmen, Anton Zetterholm ist echt großartig - ich war begeistert.

Annemieke van Dam finde ich nicht gut, sie kann das Stück als Hauptrolle einfach nicht tragen. Bin aber schon auf die Zweitbesetzung Alice Macura gespannt, die hab ich damals in Berlin gesehen und hat meiner Meinung nach mehr Talent als die gepushte Holländerin.

Marc Seibert fand ich gar nicht mal schlecht, besser als Mate Kamaras war er allemal - obwohl er mir unsympathisch ist.

  Kathy wrote @ September 5th, 2012 at 09:40

Ich sehs auch so, habs gestern gesehen! Ich bin schon etwas enttäuscht, wirklich!!

  Martin Bruny wrote @ September 5th, 2012 at 09:39

@Klaus: ja, aber dass die Irrenhausszene barfuß gespielt wird, entbehrt jeglicher Logik. Ich weiß schon, was man damit erreichen will, aber ich finde es lächerlich.

  tine wrote @ September 5th, 2012 at 09:33

@martin:

begnadet dein blog-eintrag!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

es lebe die müllhalde vor dem raimi!!

schreib mal was zum thema tod, von dem hast gar nix erwähnt, wie war der?

lg

  Benedikt wrote @ September 5th, 2012 at 09:28

Ganz großes Kino! Und damit meine ich nicht “Elisabeth - Das Film-Musical” sondern Deinen blog-Eintrag dazu. Grandios! “wirkt es, als würde er ihn oral erdolchen” Ich brech weg!!!

  C. wrote @ September 5th, 2012 at 08:49

You made my day!
Selten so herzlich VOR dem zweiten Kaffee gelacht - ja, ein Feilen-Gewinnspiel und da kriegt der schöne Begriff “Stechklatsch” doch auch gleich eine ganz andere Bedeutung ;-)

  Klaus wrote @ September 5th, 2012 at 08:47

Genau auf den Punkt getroffen. Selbe Meinung.
Wenn wir uns schon vorab unterhalten dürfen, die Barfuss-Sequenzen hielt ich jetzt nicht für eine schlechte Idee. Es hat ja eine gewisse Symbolik der Natürlichkeit und Unbescholtenheit.

  der G. wrote @ September 5th, 2012 at 08:43

heisst es eigentlich nicht: Alle Fragen sind gestellt?

Struppeck sprach ja von einem neuen stück!?
na dann :-)

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