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“Rebecca” - Sylvester Levays Meisterstück

Raimund Theater Wien (Foto: Martin Bruny)

Am Donnerstag, dem 28. September 2006, feierte “Rebecca”, das neue Musical von Sylvester Levay und Michael Kunze, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Daphne du Maurier, im Wiener Raimund Theater seine Welturaufführung. Die Story, eine Mischung aus Krimi und Love Story, spielt in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts in einem fashionablen Hotel an der Côte d’Azur und auf dem englischen Landsitz Manderley.
“Ich”, ein junges, unbedarftes Mädchen, das als Gesellschafterin der reichen Amerikanerin Mrs. van Hopper nach Monte Carlo kommt, verliebt sich in Maxim de Winter, einen verwitweten englischen Adelsspross. Schon nach kurzer Zeit heiraten die beiden und ziehen nach Manderley, de Winters prachtvollem Herrensitz, irgendwo an der Küste, weitab von jeglichem Ort. Der Personalstab auf Manderley wird von der gestrengen Haushälterin Mrs. Danvers dirigiert. Der neuen Mrs. de Winter verhält sie sich kühl und abweisend gegenüber. “Ich” ist kaum in der Lage, die neue Herrin auf Manderley abzugeben. Sie hat Angst. Angst, eine neue Rolle zu übernehmen, Angst, weil sie eine wertvolle Porzellanfigur zerbrochen und die Scherben heimlich im Schreibtisch versteckt hat, Angst, dass sie gegen den offenbar immer noch großen Einfluss von Rebecca keine Chance hat. Und schnell muss sie auch begreifen, dass Mrs. Danvers alles tun wird, um sie aus dem Haus zu vertreiben. Als ein Maskenball in Manderley stattfinden soll, rät ihr Mrs. Danvers, sich ein Kleid schneidern zu lassen, das dem auf einem Gemälde im Haus gleicht. Als de Winter seine Frau in diesem Kleid sieht, reagiert er aggressiv, denn es ist ausgerechnet jenes Kleid, das Rebecca auf ihrem letzten Maskenball getragen hat.
Alles scheint sich zu ändern, als das Boot, mit dem Rebecca ums Leben gekommen ist, eines Tages gefunden wird. In der verschlossenen Kajüte findet man eine Leiche: Rebecca. Erst jetzt beichtet Maxim seiner Frau, was damals wirklich geschehen ist …

Rebecca (Foto: Martin Bruny)

Gebaut ist “Rebecca” nach allen Regeln der Kunst, sehr feinspinnig und sehr feinsinnig. Sylvester Levay hat das Spiel mit Leitmotiven in “Rebecca” auf hohem Level in Szene gesetzt. Rebecca ist zu dem Zeitpunkt, an dem die Handlung einsetzt, bereits tot. Sie dennoch auf die Bühne zu bringen, das ist die Kunst von Regisseurin Francesca Zambello, Komponist Sylvester Levay, Texter Michael Kunze, Set- und Effekt-Design (Peter J. Davison, Andrew Voller, Sven Ortel, Hendrik Maassen).
Wie erwacht “Rebecca” zum Leben? Nun, die ersten Szenen des Stücks führen uns nach Monte Carlo. Wir erleben Maxim de Winter mit seiner jungen Frau in einer Berglandschaft, auf Hochzeitsreise in Frankreich und Italien, bevor die Handlung nach Manderley verlegt wird. Das Herrenhaus Manderley sehen wir als Projektion von außen, auf die Bühne selbst gestellt wird die Halle von Manderley, die Bibliothek, das Morgenzimmer von Mrs. de Winter, eine Suite im Ostflügel … und Rebeccas Zimmer, ihr Reich. Rebecca zum Leben zu erwecken, das erfolgt in Stufen. Bereits das erste Solo von Mrs. Danvers, der Haushälterin, gibt das Motto vor. Mit “Sie ergibt sich nicht” ist Levay/Kunze eines der glänzenden Leitthemen des Stückes gelungen. Die Haushälterin beschwört die Kraft der toten Rebecca:

Orchideen sind ganz besondere Blumen,
manchmal sehen sie aus, als wären sie tot.
Aber irgendwann, ganz unerwartet,
blühen sie wieder weiß und dunkelrot.
Sie starb, sagt man und glaubt daran,
doch ich weiß es besser.

Sie ergibt sich nicht,
man besiegt sie nicht,
sie ist stark, der Macht des Todes unterliegt sie nicht.
Nein, man sieht sie nicht,
doch ich spür, sie ist hier und lebt noch,
sie hört uns, sie sieht uns.
Sie ergibt sich nicht.

Orchideeen waren ihre Lieblingsblumen,
rätselhaft wie sie und fremdartig schön,
und auch die verblühten und verdorrten ließ sie immer
hier am Fenster stehn,
sie starb, sagt man und liege im Grab,
doch ich weiß es besser.

Sie ergibt sich nicht,
man besiegt sie nicht,
sie ist stark, der Macht des Todes unterliegt sie nicht.
Nein, man sieht sie nicht,
doch ich spür, sie ist hier und lebt noch,
sie hört uns, sie sieht uns.
Sie klagt und spricht mit mir.

Kein Mann dieser Welt war ihr je genug,
sie war stolz und frei,
sie war selbstbewusst und klug.
Kein Mann konnte für sie je wichtig sein,
diese Art von Liebe gab ihr nichts.

Sie ergibt sich nicht,
man besiegt sie nicht,
sie ist stark, der Macht des Todes unterliegt sie nicht.
Nein, man sieht sie nicht,
doch ich spür, sie ist hier und lebt noch,
sie hört uns, sie sieht uns.
Sie ergibt sich nicht.
man besiegt sie nicht,
Sie ergibt sich nicht.
Sie ergibt sich nicht.

Dieses Thema der “untoten Rebecca” wird als Underscore in vielfältiger Weise im Laufe des Stücks eingesetzt, um allein schon durch die Musik im Zuschauer jene Gefühle auszulösen, die dabei helfen, das auf der Bühne Dargestellte rein gefühlsmäßig zu interpretieren. Neben der Musik arbeitet das Leading Team von “Rebecca” mit satter Farbsymbolik.
In der 9. Szene des ersten Aktes, “Rebeccas Zimmer”, ist es soweit: Rebecca wird zum Leben erweckt. Mrs. Danvers erzählt “Ich” von Rebecca. Sie öffnet die Tür zum Balkon, man hört das Rauschen der Brandung, Wind strömt ins Zimmer - das Bühnenbild, eine Szenerie aus meterhohen Vorhängen in Weiß, beginnt zu leben. Strahlend blaues Licht, das ab dieser Szene zum Farbsymbol für Rebecca wird, flutet die Bühne. Wenn sich dann das Zimmer von Rebecca dreht (2. Akt, 2. Szene “Rebecca Reprise”), “Ich” und Mrs Danvers den Balkon betreten, sich die Innenansicht von Rebeccas Zimmer in eine Außenansicht des Herrenhauses von Manderley wandelt und die Fassade buchstäblich lebendig wird, durch Projektionen und den Chor, der verborgen in den Ranken auftaucht, die auf den Mauern des Hauses wuchern, dann ist es eigentlich “Rebecca”, die mittels Licht und Technik lebt. Das ist ohne Zweifel die hohe Kunst des Set Designs, der Regie und der Orchestrierung, die da auf der Bühne abläuft.

Opulent, das ist das passende Wort für die Bühnenbauten von “Rebecca”, sei es nun die prachtvolle luxuriöse Lobby des Hotels in Monte Carlo, die atmosphärische Bibliothek des Herrenhauses von Manderley oder die gespenstische Szenerie des Bootshauses. Da spielen die Vereinigten Bühnen Wien in der absoluten Oberliga mit. Peter J. Davison, der für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet, ist gemeinsam mit Sven Ortel (Video Design), Andrew Voller (Licht Design) und Hendrik Maassen (Sound Design) ein großer Wurf gelungen.

Neben dem Lebendigwerden des Hauses und damit von Rebecca stellt das Abfackeln des Herrenhauses von Manderley am Ende der Show aus der Sicht der Bühnentechnik einen letzten großen Höhepunkt dar. Auch hier wird, diesmal in noch stärkerem Ausmaß, das ausgeklügelte, spektakuläre Set Design wieder zum alles dominierenden Hauptdarsteller. Flammen, als Projektionen, in Form von Licht und als tatsächliches Feuer auf der Bühne, Soundeffekte und, obwohl in dieser Szene nur Beiwerk, Uwe Kröger - spektakulärer kann man man die Höllenfahrt von Mrs. Danvers und Manderley nicht umsetzen, und wie bei einem regelrechten Showstopper bricht das Publikum in frenetischen Applaus aus, wenn Manderley in Schutt und Asche versinkt.

Rebecca (Foto: Martin Bruny)

Sylvester Levays ausgeklügeltes Spiel mit Leitmotiven zeigt sich idealtypisch in jener Szene, in der die neue Mrs. de Winter sich emanzipiert, die 6. Szene des 2. Akts. Im Morgenzimmer treffen Mrs. Danvers und die neue Mrs. de Winter aufeinander. Die neue Mrs. de Winter hat das Regiment auf Manderley übernommen. Alles, was an Rebecca erinnert, wird entfernt. Mrs. Danvers kann nicht glauben, was sie sieht und bietet der neuen Herrin anfangs trotzig Paroli - bis auch das letzte Symbol, das an Rebecca erinnert, krachend im Umzugskarton landet, der Armor, eine der Lieblingsfiguren der ehemaligen Herrin von Manderley. Ab diesem Zeitpunkt ist Mrs. Danvers in der Defensive. Ab diesem Zeitpunkt wird aus dem Duett “Mrs. de Winter bin ich” ein Quodlibet. “Ich” singt ihre Emanzipationshymne “Mrs. de Winter bin ich”, Mrs. Danvers singt dazu eine Reprise von “Sie ergibt sich nicht”, das Leitmotiv von Rebeccas Status auf Manderley. Diese Szene ist musikalisch gesehen eines der Glanzstücke des Kreativteams der Show, allen voran Sylvester Levay. Durch die Musik schafft er es, im Zuschauer sowohl Freude für die gewonnnene Selbstsicherheit der neuen Mrs. de Winter auszulösen, als auch Mitleid mit Mrs. Danvers, die in jenem Augenblick, als der Armor zerbricht, zum ersten Mal ihre Fassung verliert und ihr Selbstverständnis als die wahre vertretende Herrscherin auf Manderley zerbrochen sieht. Das ist Theaterkunst auf höchstem Niveau, ein Zusammenspiel von Darsteller, Musik, Text und Regie, in Szene gesetzt auf einer Bühne wie aus dem Phantasialand des Set Designs, wo alles erlaubt ist.

Sein Gespür für Leitmotivkunst beweist Levay auch in den Szenen mit Ben. Ben, hervorragend gespielt von Norberto Bertassi, ist ein geistig zurückgebliebener Mann, den Mrs. de Winter in der Bucht von Manderley in der Nähe des Bootshauses trifft. Er weiß über das wahre Schicksal von Mrs. de Winter Bescheid. Sein ihm eigenes Leitmotiv ist so lange Symbol der Bedrohung des Glücks von Maxim und “Ich”, bis sich die Handlung dreht und dem Glück von Maxim und seiner Frau nichts mehr im Wage steht, in diesem Augenblick spiegelt sich die Wende in der Handlung auch in der Musik und das zuvor so bedrohende Leitmotiv wird zur erlösenden orchestralen Hymne.

Ein wenig problematisch ist die “Inszenierung” so mancher Songs der Show. Zu sehr konzentriert sich Francesca Zambello auf die Inszenierung der Handlung, zu wenig auf die effektvolle Gestaltung von Showstoppern. Gerade “Rebecca” ist ein Reigen von erstaunlich vielen potentiellen Musicalklassikern, die vielleicht in den nächsten Jahren im Rahmen von Musicalkonzerten gerne gesungen werden. Fast jeder Song, abgesehen von einigen Ensemblenummern, hat das Zeug zum Showstopper, letztlich wurde hier aber auf allzu viele Einzeleffekte zugunsten einer zügigen Handungsführung verzichtet. Manch Melodie geht so einfach unter.

Wer seine Chance auf eine gut inszenierte Solonummer bekommt, nützt sie meistens. Carsten Lepper zum Beispiel: Als schmieriger, zynischer Jack Favell legt er mit “Eine Hand wäscht die andre Hand” eine broadwayreife Performance hin. Da stimmt jede Geste, da passt das Licht, das ist eine gut getimte, gut ausgeleuchtete Einzelszene, genau choreografiert. Lepper gehört in “seinem Moment” die Bühne.
Anders verhält es sich bei einer der musikalisch schönsten Nummern des Musicals, gesungen von André Bauer in der Rolle des Frank Crawley. “Ehrlichkeit und Vertrauen” verplätschert in knapp zwei Minuten auf der Bühne. Das ist nicht die Schuld Bauers, und auch nicht die Schuld des Komponisten, absolut kein Problem wäre es gewesen, hier mehr draus zu machen. Gut aufbereitet, adäquat in Szene gesetzt wäre das eine der stärksten Solonummern der ganzen Show. Doch der Song hat Zukunft, und vielleicht wird in einer der nächsten Inszenierungen mehr Augenmerk darauf gelegt.
Carin Filipcic darf als Mrs. van Hopper gleich zwei Showstopperchen ihr eigen nennen: “Du wirst niemals eine Lady” und “I’m An American Woman”. Freilich sind es eher Genrenummern, flotte teils chicagoesque Lieder, harmlos, vermutlich dazu gedacht, die Stimmung etwas aufzulockern. Was freilich durch das Talent Filipcics gelingt, aus meiner Sicht aber zum Teil übertrieben wird. Nehmen wir als Beispiel die Szene “Golfclub” mit dem Song “Wir sind britisch”. Das Lied fällt völlig aus dem Rahmen, hat absolut keine zwingende Aussage, trägt zum Handlungsfortgang nichts bei und führt den Begriff “DramaMusical”, den Michael Kunze geprägt hat, ad absurdum. Freilich liegt diese Wir-machen-jetzt-mal-auf-Spaß-Szene zwischen der aufwendigen 9. Szene “Rebeccas Zimmer” und der ebenfalls aufwendigen 11. Szene “Bootshaus”, und so dürfte es sich beim “Golfclub” um einen Pausenfüller handeln, der nötig ist, um den Bühnentechnikern genügend Zeit zu geben, die nächste Szene vorzubereiten. Das ist dann leider eine sehr schwache Idee gewesen. Die Spannung sinkt in den Keller. Leider muss man auch sagen, dass die reinen Dialogszenen nicht Kunzes Stärke sind. Sie kommen etwas holprig und aufgesetzt daher.
Kerstin Ibald mit ihrem Solo “Was ist nur los mit ihm?” und dem Duett “Die Stärke einer Frau” (gemeinsam mit Wietske van Tongeren) gibt die etwas gluckenhafte, sehr gefühlsbetonte und einfühlsame Beatrice souverän.

Rebecca (Foto: Martin Bruny)

Wietske van Tongeren ist eine entzückende Mrs. de Winter. Sicher wäre es möglich, schauspielerisch noch ein wenig mehr aus der Rolle herauszuholen, aber Strahlkraft hat sie, und mit der zauberhaften Art, wie die Holländerin manche Wörter betont (immer schon ein Teil des Erfolgsrezepts der holländischen Musicalstars im deutschen Sprachraum), ihrer rehhaften Grazie und mit Wiens Leading Man des Herzens, Uwe Kröger, gemeinsam bietet sie eine überzeugende Rollengestaltung.
Uwe Kröger schließlich interpretiert Maxim de Winter äußerst bühnenwirksam. Genau das hat er in den letzten Jahren perfektioniert, unter anderem durch die Entwicklung von Soloprogrammen. Er kennt die Wirkung kleiner Gesten und ist, wie meistens, wenn er die Möglichkeit hat, ausreichend lange eine Figur einzustudieren, in Bestform. “Hilf mir durch die Nacht”, “Jenseits der Nacht” im Duett mit Wietske van Tongeren, seine Solonummern “Gott, warum?”, “Keiner hat sie durchschaut” - Kröger überzeugt und wird aufgrund seiner Popularität dafür sorgen, dass es wieder schwer wird, gute Plätze im Raimund Theater zu bekommen.
Der Star des Abends ist Susan Rigvava-Dumas. Nicht nur, dass sie die gefühlsgewaltigsten Songs hat, schafft sie es mit einem recht überschaubaren Repertoire an schauspielerischen Ausdrucksmitteln ein Maximum an Wirkung zu erzielen. “Sie ergibt sich nicht”, “Rebecca”, “Sie war gewohnt, geliebt zu werden”, “Nur ein Schritt”, “Mrs. de Winter bin ich” (Duett mit Wietske van Tongeren) - Dumas interpretiert ihre Nummern mit enormer Stimmgewalt und hat das Glück, dass alle ihre Songs aufs Bühnenwirksamste umgesetzt werden. Manchmal hat man das Gefühl, dass Dumas, würde man ihr freie Bahn lassen, Manderley auch allein mit der Wucht ihrer Stimme ins Nirwana donnern könnte. Sie hat Charisma und prägt durch die sie umgebende geheimnisvolle Aura Szenen selbst dann, wenn sie nur im Hintergrund zu sehen ist. Rigvava-Dumas ist eine geradezu idealtypische Mrs. Danvers und Wiens neue Leading Lady.

Mischt man sich in der Pause der Show und nach der Vorstellung unters Publikum, hört man immer wieder Sätze wie “Vieles hat mich an Elisabeth erinnert”. Ist das tatsächlich so? Sicher hat jeder Komponist seinen Stil, im besten Fall wird er zur Trademark, ist erkennbar, prägt einen neuen Stil, wird unverwechselbar. Inwiefern Sylvester Levay jenen Status hat, kann man schwer beurteilen, ob allerdings Songs aus “Rebecca” tatsächlich an “Elisabeth” erinnern, bezweifle ich sehr. Hier blitzt dann doch der Wunsch so mancher Fans auf, “Elisabeth 2″ serviert zu bekommen. Da wird in jede Geste, in jede Gefühlsregung hineininterpretiert, was das Zeug hält.
Nein, mich erinnert “Rebecca” nicht an “Elisabeth”. Aber selbst wenn man sich an “Elisabeth” erinnert fühlt, halte ich es für eine etwas merkwürdige Einstellung, das gegen den Komponisten zu verwenden. In der Popmusik kann einem Komponisten nichts Besseres passieren. Wenn man Songs aus der Feder eines Komponisten auf Anhieb erkennt und schätzt, hat er es geschafft. Ein Henry Mancini, Elton John, Stevie Wonder, etc. - sie alle sind zur Trademark geworden. Wenn man dennoch Vergleiche anstellen will, so halte ich “Rebecca” für die bessere Show.

Hier in Wien wird man uns in den nächsten Tagen vermutlich erklären, wie kitschig und mittelmäßig “Rebecca” ist. So ist das nunmal in Wien. Man kann es nur immer wieder wiederholen: Die Musicalkritik hat in diesem Land keine Tradition. In der Premiere sitzen einerseits Opernfetischisten und andererseits Grunge- und Rockfans - beides Gruppen, die selbstverständlich nichts mit dem Musicalgenre anzufangen wissen. Weder muss sich das Musicalgenre mit jenem der Oper messen, noch mit einem anderen. Musicals funktionieren nach eigenen Gesetzen und Regeln. Entweder man nimmt das Musicalgenre ernst und bewertet Musicals nach legitimen Kriterien oder man lässt es lieber ganz. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Musicals ist am ehesten noch am Broadway gegeben, wo zwar das Urteil noch schärfer und prägnanter sein kann, aber wenigstens inhaltlich begründet und meistens fundiert ist. Insofern meine ich, dass “Rebecca” einen ähnlichen Erfolgszug antreten wird wie “Elisabeth” und “Mozart!” und im Ausland dann jene Beurteilung erfährt, die dem Stück tatsächlich angemessen erscheint.

2 Kommentare »

  rominaB. wrote @ August 28th, 2007 at 11:44

Hy! Ich finde, REBECCA ist das beste Musical, das je geschrieben wurde! Und ich kenne mich beim Thema Musical bestens aus - also, das will schon was heißen! liebe Grüße an alle REBECCA-Fans:-)

[…] am Mittwoch, den 22. August 2007 · Filed under Event-Tipps 6. September 200719:30bis22:30 “Rebecca”, das Musical von Sylvester Levay und Michael Kunze, geht in die zweite Runde. Neu an Bord gekommen […]

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