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SOKO “Rebecca”: VBW verhindern Deutschland-Premiere in Prüm

Einen Sieg dürfen die Vereinigten Bühnen Wien verzeichnen. Einige Tage stand die enorm große, fast existenz-, ruf- und ansehenvernichtende gefährliche Drohung im Raum, eine kleine Musikschule in der deutschen Verbandsgemeinde Prüm könnte es wagen, das Levay/Kunze-Musical “Rebecca” als deutsche Erstproduktion auf die Bühne zu stellen, auf ein Bühnchen, in einem Kirchlein, nein, eigentlich in der Kapelle des Konvikts in Prüm.

Es ist ein wahrhaft großer Sieg, in den sicher einiges an Mann- bzw. Fraustunden investiert werden musste, und wenn man die Gehälter in den Führungsriegen des Unternehmens in Betracht zieht, könnten in die Abwehr dieser Gefahr doch einige tausend Euro geflossen sein.

Mich erinnert das an einen anderen Vorfall, der sich vor nur wenigen Wochen in Wien ereignet hat. Das Spotlight-dancecenter brachte da eine Produktion des Steinman/Kunze-Musicals “Tanz der Vampire” im Wiener Off-Theater zur Aufführung. Eine Ankündigung auf meiner Site dürfte bestimmten Damen und Herren sauer aufgestoßen sein, und schon durfte sich die Leiterin der Schule mit dem Vorwurf des Vertragsbruchs auseinandersetzen. Dem allgemeinen menschlichen Bedürfnis, Verantwortung für das eigene Tun abwälzen zu wollen, schrieb sie mir eine Mail in einem wirklich entzückenden Stil, in dem Sinnkreationen zu lesen waren wie:

Als Besitzerin und Leiterin der “Spotlight-Performance Group” verwehre ich mich dagegen, dass Sie ohne mein Wissen und mein Einverständnis Beiträge im Internet veröffentlichen!

Völliger Humbug natürlich, da die Informationen zu dieser Veranstaltung auf der Site des Off-Theaters zu lesen waren, wohl mit dem Zweck, dass eine interessierte Öffentlichkeit sie wahrnimmt.

Doch was für einem Druck muss man ausgesetzt sein, um einem völlig Unbekannten Formulierungen zu mailen wie:

Ich erwarte, dass Sie den Beitrag sofort aus dem Internet nehmen und verlange um eine Erklärung Ihrerseits, dass Sie die Informationen ohne mein Wissen und ohne meinen Auftrag veröffentlicht haben!

Natürlich, meine Replik war nicht wesentlich freundlicher, woraufhin als Antwort kam:

Da ich nicht über Ihren Beitrag informiert war, konnte ich diese Informationen leider nicht richtig stellen und meine Lizenzgeber haben das daher fehlinterpretiert und mir Vertragsbruch vorgeworfen. Um zu zeigen, dass ich wirklich keine Karten verkaufe, daher auch keinen Vertragsbruch begehe und den Bericht auf Ihrer Website nicht in Auftrag gegeben habe, musste ich mich von Ihrer Website distanzieren.

Ich wollte Sie allerdings in keiner Weise persönlich beleidigen und entschuldige mich dafür falls Sie es so aufgefasst haben. Außerdem bedanke ich mich dafür, dass Sie den Bericht von Ihrer Seite entfernen.

Meint der Lizenzgeber tatächlich, hier richtig zu handeln, dass man private kleine Musikschulen dermaßen unter Druck setzt? Wäre es nicht sinnvoller, sie für die Werbung, die sie betreiben, indem sie diese Stücke mit der nächsten Generation einstudieren und zur Aufführung bringen, zu belohnen? Hat der Lizenzgeber, ohne jetzt den Namen zu nennen, wirklich Angst, dass derartige Produktionen seinen Gewinn schmälern?

Wäre es nicht sinnvoller gewesen, einen Vertreter nach Prüm zu einer der, nun gecancelten, vier Aufführungen zu schicken und den Schülern zu ihrer Leistung zu gratulieren, öffentlichkeitswirksam im positiven Sinne, statt die Schule in den digitalen Selbstmord zu treiben - alle Inhalte zur Produktion sind von der Website getilgt worden, auch ein Fotos des Ensembles in zeitgenössischen Kostümen. All die Kreativität und all die Mühe wurden vernichtet. Macht das Sinn? Macht es Sinn, dann auf einer deutschen Website die Stellungnahme der Schule lesen zu müssen:

Wir Musiker und Akteure bedauern sehr, dass wir das Einstudierte aus diesem schönen und noch eher unbekannten Musical unseren Zuschauern nicht präsentieren dürfen, aber das öffentliche Urheberrecht zwingt uns zu diesem Schritt.
Genehmigungen für öffentliche Aufführungen dieses Werkes werden an Laiengruppen nicht mehr vergeben!
Obwohl es den Eindruck erwecken könnte , dass wir mit unserer Schüleraufführung mit Ausschnitten aus dem Musical “Rebecca” die Deutschlandpremiere dieses Musicals nach Prüm vorverlegen möchten und somit unser Publikum evt. von der eigentlichen Premiere im Dezember in Stuttgart fernhalten könnten, war das zu keinem Zeitpunkt unsere Absicht.

Ging es tatsächlich um die Gefahr, dass die “Deutschland-Premiere” von “Rebecca” in Prüm stattgefunden hätte? Das wäre nämlich der Fall gewesen. Denn es ist einerlei, welche Version der Show zu einer Aufführung gebracht worden wäre, es wäre eine Deutschland-Premiere gewesen. So wie die Wien Holding, das Mutterunternehmen der VBW, ja auch keine Probleme hatte, bei ihren Produktionen von “High School Musical” und “Camp Rock” von österreichischen Erstaufführungen zu sprechen, und auch da handelte es sich um Lizenzen für Schulproduktionen.

Nun, das Vaterland ist gerettet, “Rebecca” wird seine Deutschland-Erstaufführung durch die Firma Stage Entertainment erleben, und die VBW haben eine Musikschule ihres Traums und Ihrer Arbeit beraubt. Hoffentlich wars den Aufwand wert.

PS: Durch einen Kommentar (siehe unten) entdeckt: Für die Geschichtsbücher: musical-am-stein.de

PPS: Die Musikschule Kalimba hat nun einen Schuldigen gefunden. Es war der Kultur-Channel. Den bemerkenswerten Artikel von Frau Kollegin Stefanie Glandien findet man -> hier.

Link
- pruemnetz.de: “Rebecca”-Aufführungen fallen aus
- musicalzentrale: VBW gehen gegen nicht lizensierte Amateurshows vor
- op-online.de: Anzeige gegen das Vampir-Musical

42 Kommentare »

  Dominik wrote @ August 11th, 2011 at 17:42

Hallo,

ich persönlich finde die Reaktion der VBW zu übertrieben.Klar…es wurde gegen festgelegte Regeln verstoßen und das ist in der Tat nicht in Ordnung von der Musikschule, jedoch sollte man im Blick haben, dass es sich um eine Laiengruppe handelt, die eine solche Sache nicht jeden Tag macht.Auch muss man aus einer Mücke nicht gleich einen Elefanten machen.Die Sache an sich scheint mir übertrieben zu sein.Denn:

Wie viele Tausend Zuschauer seien nach der Aufführung der Laiengruppe wohl vom professionellen Musical in Stuttgard fern geblieben?
Wie viele Millionen Euro würde die Laiengruppe wohl verdient haben,wenn sie ihr Musical aufgeführt haben?
Oder wie stark kann die Laiengruppe einem potentiellen Besucher die Lust an der Betrachtung des professionellen Musicals verderben?

Auf diese Fragen werden wir wohl nie eine Antwort bekommen,da sich die Gruppe mittlerweile von ihrem Projekt distanziert hat.

Vielleicht hat sich die VBW mit ihrer Aktion ja auch ein kleines Eigentor geschossen.Nehmen wir einmal an,ein Unbekannter kommt auf die Laienaufführung, sieht ein ihm unbekanntes Stück und findet es gut.Während der Aufführung wird bekannt gegeben,dass dasselbe Musical ein paar Monate später professionell seine Premiere in Deutschland hat.Die Aufführung der Laiengruppe hat ihn fasziniert und er möchte sehen wie es aussieht,wenn Profis am Werk sind.
Nun stellt sich die Frage: Wird er sich eine Karte kaufen oder wird er es lassen?
Meine Prognose ist,dass er sich die Karte kauft,da ihn dieses Werk nun interessiert.
Anhand diesen Beispiels lässt sich leicht erkennen,dass es eine Werbung FÃœR das Musical “Rebecca” gewesen sein könnte, und keine -wie anscheinend gedacht- Konkurrenzveranstaltung.

Alles in allem finde ich persönlich,wie oben schon genannt,die Reaktion der VBW übertrieben.

[…] Die weiteren Entwicklungen wurden –> hier […]

  Nina wrote @ August 4th, 2011 at 20:10

Ich wiederhole es nochmals: Mich erschüttert nicht der Umstand, dass Leute sich der Rechtslage anschließen. Mich gruselt’s hingegen vor geifernden Rachegelüsten.

Es würde völlig reichen zu sagen: “Es gibt ein Gesetz, und auch wenn das Durchgreifen der VBW nicht erfreulich gewesen sein mag, so waren sie dennoch im Recht.”
Sich hingegen noch in Schadenfreude zu suhlen und Stammtischhetzparolen (”Endlich hart durchgegriffen!”) vom Stapel zu lassen, ist widerlich. Denn eben Letzteres hat NICHTS mehr mit Recht zu tun, das ist einfach nur die kleinliche Sehnsucht nach Vergeltung. Motto: MIR ist es schlecht gegangen - drum soll es DIR mindestens genauso schlecht gehen!
Würg, Kotz, Speib.

  Klaus wrote @ August 4th, 2011 at 19:50

Ob man jetzt Rocky Horror Show in einen Gemeinschaftsraum der Jugendherberge im Zuge eines Schulski-Kurs veranstaltet oder eine Veranstaltung im Internet darum wirbt oder präsent wird, ist glaube ich schon ein kleiner Unterschied.
Die Argumentation von Andy verstehe ich schon. Warum soll einer Lizenzen bezahlen oder Rechte nicht bekommen, wenn andere glauben, sie können es schwarz machen.
Gleiches Recht für alle.

  Nina wrote @ August 4th, 2011 at 18:10

Wir haben dereinst am Schulschikurs die “Rocky Horror Show” nachgestellt. Das gesamte Stück. Mit Playback vom Filmsoundtrack. Und ich bin mir sehr sicher, dass wir weder an die Urheber noch an die AKM Abgaben geleistet haben. Oh, welch ein Verbrechen. Kann man dafür eigentlich 25 Jahre nachträglich noch belangt werden?

Ich finde nicht die Haltung, dass alles schön nach Gesetz zu folgen habe, bedenklich, sondern die hier auch von “Andy” geäußerten “Endlich wird hier hart durchgegriffen”-Rachekommentare. Ja, endlich! Immer feste drauf! Und am besten soll noch Blut fließen! Oder wie? Früher hat man sich halt öffentliche Hinrichtungen angeschaut, die sind jetzt leider verboten, da muss man sich mit der kleinen Schadenfreude begnügen.

  Klaus wrote @ August 4th, 2011 at 14:27

@Martin Bruny: Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Mit Gegner meine ich das obere Management und nicht die allgemeine Haltung der VBW, Musicals zu produzieren (Stückauswahl ist natürlich Geschmacksache). Lese ich mir Deine Files “Absurditäten”, so denke ich schon, dass Du nicht ganz glücklich mit den VBW bist (Ich hoffe, wir können per Du sein).

Aber ich denke, wir kommen der Sache näher. Auch ich bin der
Meinung, dass Kunst für Kunstinteressierte gefördert werden sollte. Wenn eine Laien-Gruppe meint, ein Stück aufzuführen zu wollen, so soll dies bitte möglich sein, auch seitens des Rechteinhabers. Nur dadurch bekommt man ein besseres Bild von einen Charakter, als wenn man es nur von der Zuschauersicht betrachtet. Das weis ich aus eigener Erfahrung.

Das von Seitens der VBW durch Amateurproduktionen ein erhöhter Erklärungsbedarf besteht halte ich natürlich für einen Humbug. Schaden können diese Produktionen niemanden, wenn sich Tante Emma die Aufführung anschaut. Ich bin für eine lockere Rechtevergabe an nicht Profit-Intessierten Laien-Bühnen.
Aber um die Rechte kommt man nicht herum, auch wenn diese vergeben werden sollten. Bitte micht nicht falsch zu verstehen.

  Klaus wrote @ August 4th, 2011 at 13:59

Ja, nur wenn es einzelne Lieder sind, die keine Handlung ergeben, bedarf es nur einer Rechtevergabe der Gema (D) oder AKM (Ö).

  Martin Bruny wrote @ August 4th, 2011 at 13:50

@Klaus: Also ich bin kein Gegner der VBW, ganz und gar nicht. Ich sehe einige merkwürdige Vorgehensweisen und dann Vorfälle wie diesen, und auch darüber sollte man sprechen.
Ganz so eindeutig ist es meiner Meinung nach eben nicht. Ich bin der Letzte, der dafür ist, dass irgendjemand gratis arbeiten muss, nur weil sich das jemand einbildet. Aber Reaktionen müssen angemessen sein. Und nach wie vor weiß ich nicht, wie es in Prüm ganz genau gelaufen ist, rein rechtlich. Ist auch egal, da kann man sich einigen, wenn man möchte, und wenn man auf Nachwuchsarbeit Wert legt. Aber auf der einen Seite ein werbewirksames Sängerknaben-Musical mit Schülerbeteiligung zu organisieren und auf der anderen Seite kreative Arbeit kleiner Schulen zu kippen, das passt nicht zusammen.

  chris wrote @ August 4th, 2011 at 13:41

Ich hatte selbst schon Probleme mit SE und VBW. Bin froh das ich das als Vorstand eines Vereins nochmal heil rausgekommen bin, ohne Strafe. Es ist für eine Jugendgruppe schwer zu verstehen. Anke hat im Prinzip recht nur seh ich es mehr von der anderen Seite. Es ist absolut nicht von Nachteil für die Original-Produktion.

Zumal wir in Playback gespielt haben. Einfach tanzen, cd an und Mund auf und zu.
Das is jawohl wirklich keine Konkurenz.
Wir werden jetzt Musical Highlights machen, hier braucht man, wenn man nur 3 Leider aus einem Stück nimmt, die keinen direkten zusammenhang aus der Geschichte herstellen, nur zur GEMA und nicht zu den urhebern.
Natürlich ohne Livetext und Livemusik sonder nur mit CD.

  Klaus wrote @ August 4th, 2011 at 13:35

Schenke ich

www.musicalzentrale.de/index.php?service=9&subservice=2&details=4422

glauben, so hat nicht einmal eine Absprache stattgefunden.
Im speziellen meine ich die geplannten Rebecca-Vorstellungen in Prüm.
Also, es wurde nicht einmal angefragt.

Ich bin zwar auch ein momentaner Gegner der VBW, aber da muss schon subjektiv sein, denke ich.

Natürlich tun mir die Beteiligten leid, die aus “Spass an der Freud” ihr letztes Blut gegeben haben.

  Martin Bruny wrote @ August 4th, 2011 at 11:37

Wer Lizenzen hatte und wer nicht, ist nicht bekannt. Bekannt ist, dass es Lizenzen gab von den VBW, und erst ab Januar 2011 nicht mehr.

  Klaus wrote @ August 4th, 2011 at 11:23

Da muss ich Andy vollkommen recht geben.
Ein Stück aufzuführen ohne Lizenz ist illegal und ist sogar mit Diebstahl vergleichbar. Man kann nicht ein Auge hier zudrücken, achja ist eh nur ein Hinterwalddorf, sondern da müsste man auch ein Auge dort zudrücken. Das geht nicht, und schon gar nicht wenn im Internet geworben wird.
Auch wir haben eine Lizenz gebraucht, um auf einer Laienbühne “Wer hat Angst vor Virginia Woolf!” aufführen zu dürfen. (EUR 50 pro Vorstellung ohne Scripten). Hätte dieses Stück im Burgtheater oder im Volksttheater gespielt, hätten wir es nicht machen dürfen.
Auch mit dem Handy telefonieren am Steuer ist strafbar, auch wenn es die meisten nicht akzeptieren wollen. So ist es halt einmal.
Und eine Musikschule müsste eigentlich schon mit Aufführungsrechten vertraut sein. Das war einfach Blauäugig.

  Martin Bruny wrote @ August 4th, 2011 at 10:16

Wer definiert hier “worums geht”? Es geht nicht nur um Gesetze. Für Gesetzesfetischisten: http://www.unmoralische.de/law.htm

  Andy wrote @ August 4th, 2011 at 09:46

Hallo,
es geht hier nicht darum was wir gerne hätten oder wie man sich freundlich verhalten könnte. Es geht darum, dass es Gesetze gibt im Theater- und Musicalbereich die einen Sinn haben. Die Art wie dieses umgesetzt wurde ist genau richtig. Es gibt leider genügend Schulen und Amateurgruppen die mit so einer Masche durch kommen. Wenn ich keine Lizenz habe (oder eine eingeschränkte) dann gibt es Regeln, Gesetze, Verträge an die ich mich halten muss. Das gilt für Stage Entertainment genauso, wie für Schulen und Amateurgruppen. Wenn man selbst aus diesem Bereich kommt, kann man die Reaktion und das handeln der VBW verstehen. Wer keine Ahnung von diesem Bereich hat und auch nicht weiß um welche Beträge und Regeln es dort gehen kann, der sollte sich hier einfach mal etwas zurück halten!
Endlich wird bei Lizenzverstößen mal richtig durchgegriffen!

  Petra wrote @ August 3rd, 2011 at 09:14

Das war aber wohl mal anders, die deutsche Erstaufführung war hier: www.musical-am-stein.de ;-)

  Elisabeth wrote @ August 3rd, 2011 at 07:52

http://www.musicalzentrale.de/index.php?service=9&subservice=2&details=4422

  Matthieu wrote @ Juli 31st, 2011 at 18:31

welch grausamer publikumsraub war da wohl von der musikschule geplant? zum glück hat uns vor jahren cameron macintosh nicht erwischt, als wir beim gemeindefest ein paar tänze zu cats gewagt haben… OMG. da kann man schon päpstlicher als der papst sein.

  der G. wrote @ Juli 31st, 2011 at 01:19

einer hat recht?? keiner hat recht und doch hat jeder recht,der punkt ist der, dass das ganze auch anders ablaufen hätte können!

und, das muss man schon sagen, die vbw nicht gerade glänzen!
zu anke: auch für mich klingt ihre meinung sehr vbw lastig!

auch ich bin ein unter den lebenden weilender und eine meinung habe die ich auch kund tun darf sage ich frei nach amerikanischem vorbild:
shame on you fr zechner!!

  Nina wrote @ Juli 30th, 2011 at 23:28

Und noch immer kapieren einige hier nicht den Unterschied zwischen dem, was Recht, und dem, was richtig ist.

Zu Anke kann ich nur sagen: Wenn Sie keine Pressesprecherin der Frau Zechner sind, dann spricht wohl tatsächlich nur blindwütiger Neid aus Ihnen. Ja, es gibt Leute, die sich unfair verhalten und sich nicht an die Regeln halten. Deswegen jedem kleinen Kind den Lolly aus der Hand zu reißen, bloß, weil es einem der Gesetzgeber erlaubt, ist dennoch überzogen.

  Martin Bruny wrote @ Juli 30th, 2011 at 16:40

Da Sie, so nehme ich an, kein Lebendtoter sind, sondern doch wohl eher im Leben stehen, stimmt es schon, was ich geschrieben habe. Aber niemand wird Ihnen Ihre Ansicht streitig machen. Andere haben andere Ansichten.

  JS wrote @ Juli 30th, 2011 at 16:23

Nicht im Leben, Herr Bruny, in dieser Diskussion.

  Martin Bruny wrote @ Juli 30th, 2011 at 15:48

Dass nur einer im Leben Recht hat, kommt vor allem in Büchern vor, zum Beispiel in der Bibel.

  JS wrote @ Juli 30th, 2011 at 15:26

Die Einzige die in der Diskussion Recht hat ist Anke.

  Martin Bruny wrote @ Juli 30th, 2011 at 11:20

Probleme gabs offensichtlich auch hier: http://www.main-spitze.de/region/raunheim/10999705.htm

  Anke wrote @ Juli 30th, 2011 at 11:19

“Shame on you, VBW und Frau Zechner! Ich hoffe, Sie sind wieder einmal stolz auf ihr “strenges Haus”!
Rechte hin oder her, diese wurden sicher in irgendeiner Art und Weise besprochen.”

Bei der Spotlight-Produktion wurde ja vorher über Rechte gesprochen und diese Situation mag ich nicht beurteilen. Bei der “Rebecca”-Sache in Prüm scheint mir die Lage, wie ja nun auch bereits mehrfach angemerkt, ganz klar so zu sein, wie sie in Deutschland immer wiederpassiert: “Lass es uns aufführen, merkt schon keiner.” Warum hier jetzt so ein VBW-Bashing betrieben wird, verstehe ich nich. JEDER Rechteinhaber reagiert hierzulande so, wenn er von illegalen Produktionen erfährt - unlängst musste eine Schul-Musical-AG aus diesem Grund ihre geplante Produktion von “Frühlings Erwachen” absagen (Verlag Musik und Bühne), Stage Entertainment kassierte eine Aufführungsreihe vom “König der Löwen”…die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Die Reaktion der VBW ist somit nicht überzogen, sondern absolut gängige Praxis, wie sie jedes Jahr dutzend-, vielleicht hundertfach passiert, mit dem Unterschied, dass Herr Bruny keine Kenntnis von diesen Fällen hat. Sollte man auch da jedes Mal “ein Auge zudrücken”…oder ist es vielmehr so, dass man sich hier insgeheim freut, endlich mal wieder die “böse, böse VBW” kritisieren zu dürfen? Noch einmal: Sie alle bagatellisieren einen Rechtsbruch, der alles andere als eine Ausnahmesituation ist, sondern leider gang und gäbe. Was für ein Rechtsverständnis geben Musikschullehrer ihren Schülern damit weiter, übrigens?

Und ja, ich BIN in diesem Punkt engagiert. Aber ganz sicher nicht aus “Produzenten”- oder gar Juristensicht, sondern als jemand, der mit seiner Gruppe jedes Jahr jeden Cent zusammenkratzt, um Rechte für tolle, aber logischerweise nicht immer brandaktuelle oder bekannte Musicals zu erwerben und dann konkurrieren muss mit “Nachbarn”, die sich ohne Rechte z.B. am “König der Löwen” versuchen. Wenn man dann auch noch gefragt wird, warum man denn immer so unbekannte Sachen spielen würde und nicht so tolle Sachen, “die mein Mann auch kennt”, kriegt man gelinde gesagt nur das Kotzen.

  Matthias wrote @ Juli 30th, 2011 at 09:45

Hallo,

ich verstehe die VBW in dieser Beziehung sowieso nicht…klar, es gibt Rechte auf Stücke, es gibt Gesetze und die sollten auch eingehalten werden. Aber in manchen Belangen stellen sich die VBW wirklich alles andere als geschickt an…ein Beispiel:

wir haben mit unserer Musikkapelle das Medley von “Tanz der Vampire” gespielt und es wurde diesbezüglich angefragt, ob wir nicht einige Plakate für Tanz der Vampire haben könnten, oder Fotos vom Musical, oder einfach irgendwas, weil wir immer zu den Stücken mit einem Beamer passende Bilder, Videos etc. dem Publikum im Hintergrund präsentieren, damit alles anschaulicher wird. Die Antwort von den VBW damals: NEIN, kein Plakat, kein Foto, kein gar nichts, wenn wir es machen, dann droht uns eine Klage…sorry, vollkommen unverständlich, ein Ort mit 4.000 Einwohner, bei einem Konzert vor 300 Menschen, einer Musikkapelle mit 60 Mitgliedern, und ich bin als VBW so komisch, und verzichte eigentlich auf gratis Werbung vor Musikinteressierten? Es ist doch jedem klar, das eine Amateurmusikkapelle keine Phillharmoniker sind und dass man nicht damit das Musical vergleicht, sondern dass man den Leuten Lust darauf macht, sich das Musical anzusehen…aber die VBW sehen das anscheinend anders…irgendwie ein eigenartiger Haufen…

  C. wrote @ Juli 30th, 2011 at 00:33

Shame on you, VBW und Frau Zechner! Ich hoffe, Sie sind wieder einmal stolz auf ihr “strenges Haus”!

Rechte hin oder her, diese wurden sicher in irgendeiner Art und Weise besprochen. Wie auch hier in Wien, wo z.B.in einer Privatschule im 18. Bezirk seit Jahren VBW-Musicals als Abschluss des Jahres gezeigt werden - im Rahmen des Vokal- und Instrumentalunterrichts. Und ja, ich weiß das genau, weil mein Sohn dort sowohl TdV als in diesem Jahr Elisabeth (den Rudolf) spielte.’

Aber es ist lächerlich, hier einen Präzedenzfall (wieder einmal, ich erinnere mich an eine Schule in Wien vor ein paar Jahren, da ging’s um TdV) zu schaffen. Wie viel Angst kann man vor einer Musikschule haben? Uiii, was würde das im Dezember dem Monopol SE für einen Abbruch für die Premiere tun, wenn das ein paar Schüler im Sommer schon in Prüm gespielt hätten? Gar keinen, sondern vllt noch zusätzliche PR, nachdem es 3 1/2 Monate davor ja noch nicht mal eine Cast-Präsentation gab, außer Frau Douwes, die dann ja eh wieder gleich auf Tournee mit “Best of Musical” geschickt wird?

Gratulation, Frau Zechner, toll gemacht! Was zum drauf-stolz-sein! Aber wahrscheinlich ist die “strenge Kathi” eh noch damit beschäftigt, ihre Liste für die Premiere für SA abzuarbeiten, bevor dann wieder alles zu plus 100% in den allgemeinen Vorverkauf geht. Gibt’s schon eine Liste für die die Derniere von IWNNINY oder sind Sie da froh, das Haus voll zu bekommen? Oder haben Sie genügend viele Busse aus Gramatneusiedel? Die aus Prüm werden wohl leider ausbleiben!

  der G. wrote @ Juli 29th, 2011 at 22:14

rechte hin oder her, wie das ganze gehandhabt wurde, entspricht nicht der feinen englischen aber die erwartet man sich ja auch nicht!
zu Anke möchte ich sagen: die posts klingen sehr engagiert, etwas zu engagiert für meinen Geschmack!

schade für die Schüler der Musikschule und schade für all das Engagement,welches in Proben und dergl. investiert wurde.
Ich bin auch der Meinung das man das ganze auch anders hätte handeln können.

Folgende Textzeile kam mir bei dem lesen des Berichtes und deren Kommentare in den Sinn

“Hier in Wien, wo man vor einem Messerstich in deinen Rücken die Hände dir küsst”

  j. wrote @ Juli 29th, 2011 at 22:03

es geht ja gar nicht darum!

rechtlich ist das natürlich abgesichert und erfährt seine richtigkeit. nur: bei allem respekt, ich finde es beschämend, dass man so ein brimborium drum macht, als veranstalter wie die vbw könnte man darüber weg sehen oder es anders angehn, vielleicht steckt in dem, was herr bruny meint sogar das kleine fünkchen wahrheit, aber dafür fehlt wohl auch ein perspektivenwechsel, eine schulaufführung, eigentlich zum schämen, wenn man es von der metaebene betrachtet

  Klaus wrote @ Juli 29th, 2011 at 19:50

Ohne Rechte darf man nur etwas aufführen, solange es im “Privaten Kreise” ist. Das heisst, keine offiziele Ankündigungen durch Plakate, Internet uns sonstigen Medie. Wenn man es offiziell machen will, braucht dafür die Erlaubnis des Rechte-Inhabers. Das gilt auch für Amateur-Vereine oder Musikschulen. Und ich denke mal, die hatten keine Aufführungsrechte.
Natürlich verstehe ich das Argument des Herrn Bruny, dass wegen einer kleinen Schulproduktion kein Ticket weniger bei der Stage verkauft wird.

Aber man muss auch das Gesetz respektieren und akzeptieren, ob es einen passt oder nicht.

  Nina wrote @ Juli 29th, 2011 at 18:22

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass die Reaktion überzogen ist, und ich sage das als jemand, dem Urheberrechte sehr wohl am Herzen liegen. Man möge doch aber bitte die Kirche (oder Kapelle) im Dorfe lassen. Die Argumentation, die Anke vorlegt, klingt ganz wie die eines Juristen. Die Javerts dieser Welt sterben nicht aus (denn auch der Diebstahl eines Stückes Brot ist ja ein Verbrechen, gelle?).

  Martin Bruny wrote @ Juli 29th, 2011 at 17:14

Ich belasse es dabei, was ich schon in meinen Postings angedeutet habe.

  Anke wrote @ Juli 29th, 2011 at 17:01

Wie gesagt, ich würde gerne wissen, was Sie in einem solchen Fall für eine angemessene Lösung gehalten hätten. Die “Relationen” der VBW sind im Ãœbrigen genau die gleichen Maßnahmen, die die Firmen Stage Entertainment, BB Promotion oder der Verlag Musik und Bühne ergreifen, wenn sie von solchen geplanten Veranstaltungen erfahren. Finden Sie das alles auch maßlos? Soll also in Zukunft jeder aufführen können, was und wo er will?

  Martin Bruny wrote @ Juli 29th, 2011 at 16:52

Ich seh da jetzt keine neuen Argumente, meinen Standpunkt hab ich dargelegt.

  Anke wrote @ Juli 29th, 2011 at 16:47

Gehen wir doch einfach mal davon nach, die Sache hätte von vornherein keine Rechte gehabt (Sie könnten sich doch auch in Prüm erkundigen? Sie wussten schließlich auch, wie die Situation beim Spotlight dancecenter aussah.) - dann können die Leute proben und Arbeit reinstecken, so lange sie wollen, die Sache ist und bleibt illegal. Es geht übrigens, wie Sie vermuteten, im Kern doch nicht darum, dass die VBW einer Amateurgruppe eine “DEUTSCHLANDPREMIERE” versagen wollte - zahlreiche Stücke wie z.B. “Copacabana” oder “tick, tick…BOOM!” sind in Deutschland zuerst von Amateurgruppen gespielt worde. Es geht schlichtweg darum, dass diese Gruppe sich über geltendes Recht hinweggesetzt hat - doch Unwissenheit oder oft auch schlichte “wir werden schon nicht erwischt werden”-Ignoranz schützt vor Strafe nicht. Schade für die Leute, die geprobt haben, doch hätten sie von Anfang an eines der zahlreichen tollen Stücke eingeübt, die absolut legal und für Amateure auch künstlerisch gut zu meistern aufführbar sind, wären sie überhaupt nicht in diese Bredouille gekommen! Nicht zuletzt ist diese von Ihnen so nett “Umstand” titulierte Sache eine verdammt unfaire Konkurrenz für solche Gruppen, die für teures Geld Aufführungsrechte zumeist unbekannterer Stücke erwerben. Stellen Sie sich vor, Sie sind Amateurgruppe und spielen legal und für eine vierstellige Summe, sagen wir mal, “Bat Boy” oder ähnliches. Drei Dörfer weiter spielt eine Amateurgruppe ohne Aufführungsrechte und in oft fragwürdiger Qualität “Cats”, “Starlight Express”, “Tanz der Vampire” oder eben auch “Rebecca”, verkauft als der “Erfolg als Wien” etc.. Wer hat es wohl leichter, ein Publikum zu finden? Für jeden ehrlich arbeitenden Leiter einer Musical-AG, Amateurgruppe etc. sind solche Aufführungen ein Schlag ins Gesicht.

  Martin Bruny wrote @ Juli 29th, 2011 at 15:55

Dass es “das gute Recht” ist, nicht genehmigte Aufführungen zu untersagen, bestreitet niemand. Ob das hier der Fall ist, weiß ich nicht, selbst wenn, lässt sich immer eine Lösung finden. Es handelt sich um eine Aufführung in einer Kapelle, die Leute haben lange geprobt. Jedem bleibt es selbst überlassen, sich eine Meinung zu bilden, wie man da vorgehen könnte. Man kann negative Entscheidungen treffen, oder versuchen, einem Umstand Positives abzugewinnen.

  Anke wrote @ Juli 29th, 2011 at 15:43

Wie hätte man das denn Ihrer Meinung nach auf “angenehme Weise” lösen können? Es ist das gute Recht der VBW, darüber zu entscheiden, wer ihre Werke aufführen darf und wer nicht. Und wo stimmen denn die Relationen nicht? Es mussten vier Aufführungen abgesagt werden, was man auch öffentlich bekannt gemacht hat. Es ist ja nicht so, dass die VBW auf ihrer eigenen Internetseite einen Pranger eingerichtet hätte für Gruppen, die es wagen, ihre Heiligtümer anzukratzen.

  Martin Bruny wrote @ Juli 29th, 2011 at 15:36

Ich sehe in den Angaben nichts, was darauf schließen ließe, dass gar keine Rechte erhoben wurden, wie auch immer - die Relationen stimmen nicht, und man kann solche Angelegenheiten auch auf eine angenehme Weise lösen. Zumindest meiner Meinung nach.

  Anke wrote @ Juli 29th, 2011 at 15:19

..zumal die Formulierung “das öffentliche Urheberrecht zwingt uns zu diesem Schritt” (gibt es auch ein nicht-öffentliches, frage ich mich da?) ja klar darauf schließen lässt, dass nicht etwa Rechte zuerst genehmigt und nun zurückgezogen wurden.

  Anke wrote @ Juli 29th, 2011 at 15:16

Ich bezog mich in meinem Kommentar nur auf die geplante Sache in Prüm, das vergaß ich zu erwähnen. Hier scheint es so, dass tatsächlich keine Rechte erworben wurden, denn diese hätte ja nur die VBW selbst vergeben können, da die Amateur-Aufführungsrechte der VBW-Eigenproduktionen in Deutschland bekanntlicherweise nicht über Bühnenverlage geregelt werden, sondern direkt in Wien anzufragen sind. Und dort weiß man ja nicht erst seit gestern, dass die Deutschlandpremiere in Stuttgart ansteht. Nicht die VBW, sondern die Schule selbst hat sich “in den digitalen Selbstmord getrieben”.

  Martin Bruny wrote @ Juli 29th, 2011 at 15:04

Interessant, Sie scheinen ja Insiderinformationen zu haben, da Sie davon ausgehen, dass keine Rechte erworben wurden, was im Falle der von mir angeführten “Tanz der Vampire”-Produktion falsch ist.

  Anke wrote @ Juli 29th, 2011 at 14:51

Ob Amateure oder Profis, Erstaufführung oder nicht, eine Aufführung ohne Aufführungsrechte ist illegal und beraubt Autoren, Komponisten etc. pp. ihrer verdienten Tantiemen. Es gibt viele schöne Stücke, für die Musikschulen und andere Amateure problemlos Aufführungsrechte erwerben können - muss es denn immer der aktuellste Broadway-Hit oder die Wiener Erfolgsproduktion XYZ sein? Auch mit anderen Stücken kann man sich einen Traum verwirklichen. Warum Musikschulleiter immer wieder meinen, sie könnten sich über klar festgelegte Urhebergesetze hinwegsetzen, ist mir ein Rätsel und eine Frechheit gegenüber all diejenigen, die für mühsam aufgetriebenes Geld den korrekten Weg gegen und Rechte einholen.

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