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SR3-Künstlerinterviews: Peter Weck über Musicals heutzutage und mehr

In der Reihe SR3-Künstlerinterviews erzählt Peter Weck von seinem Leben, in lustigen Anekdoten erinnert er sich an berühmte und bekannte Kollegen … und er erzählt von seiner Zeit als Intendant der Vereinigten Bühnen Wien, von den nervenden Intrigen, er erklärt, wieso der Sisi-Stoff gerade in Japan so erfolgreich ist, und er bezieht zum Matrosenirrsinn der heutigen Zeit Stellung, freilich ohne die Unerfreulichkeit konkret zu bezeichnen, doch die Sache ist klar, wie aus der folgenden Passage herauszulesen ist:

Frage: Wo schüttelt es Sie heute durch, wo können Sie lachen oder heulen beim Musical?

Peter Weck: Naja, die Sache muss gut sein, und ich könnte auch vor Glück oder vor Können. Wissen Sie, das ist ja das Schöne, die Qualität ist ja letztendlich das Entscheidende. Es ist ein magisches Wort “Musical”, man glaubt überall, wo Musik dabei ist, das ist ein Musical. Wenn man sich das anschaut heute, teilweise sind das, man kanns als Revue der siebziger Jahre nehmen. Da ist ein Bühnenbild, noja, und dann werden Lieder, die man kennt, Schlager, die man kennt … da wird drumherum ein Libretto geschrieben, das mehr als einfältig ist … aber die Leute sind zufrieden, die sitzen da, singen mit, klatschen - klatschen oft lauter, als die oben singen. Aber das ist die heutige Zeit und heißt Musical. Und das interessiert mich überhaupt nicht. Ich bin in einer ganz anderen Richtung auf Musical eingestellt. Aber jetzt bin ich nur mehr Zuschauer und mit dem Musical nicht mehr verbunden.

Die Sendung ist online abrufbar –> hier.

12 Kommentare »

  Nina wrote @ Juni 26th, 2011 at 16:57

Die Weberischen würde ich nicht mit Elisabeth, Rudolf oder Mozart in einen Topf werfen. Man kann nun darüber spekulieren, wie viele Schauspiele mit Musikbegleitung der Tiger Lillies noch produziert werden und dafür oder dagegen sein, aber es ist definitiv nicht Levay bzw. Wildhorn. Und mich interessiert der kommende Woyzeck immer noch mehr als Elisabeth und Cats.

Wenn schon alte Kamellen, dann hätte ich persönllich gerne mal eine Inszenierung von “The Black Rider” gesehen, die es mit der Ur-Version aufnehmen kann, ohne sie zu kopieren. Ich mag das Stück. Wiewohl es natürlich nix für die VBW ist - viel zu klein und massenuntauglich. Aber einen Saal im MQ füllt es allemal.

  JS wrote @ Juni 26th, 2011 at 16:23

Warum denn so negativ und polemisch?

  Martin Bruny wrote @ Juni 26th, 2011 at 16:19

jo, die habsburger haben wir abgehakt, mozart auch, die weberischen, nun kommen die sängerknaben und 2016, aber das ist noch geheim, kommt dann das sachertorten-trashical

  JS wrote @ Juni 26th, 2011 at 15:54

Ach, und eins wollte ich noch hinzufügen: es wäre interessant gewesen zu beobachten was denn der geniale Peter Weck in den beiden Theatern heute veranstaltet hätte….

  JS wrote @ Juni 26th, 2011 at 15:50

Stimmt alles, man darf aber nicht vergessen, nach “Producers” und “Rudolf” hatten die VBW keine andere Wahl als Geld zu verdienen mit garantierten Publikumserfolgen. Glücklicherweise ist TdV neben Publikumshit auch ein echtes Musical. IWNNINY ist zu sehen als was es ist: eine Revue mit gar nicht mal so schlechten Songs. Ob die Mama Mia Story besser ist wage ich zu bezweifeln.
Jetzt haben die VBW aber “Little Big Voice” angekündigt, ein neues eigenes Projekt, eine Uraufführung. Seien wir doch mal positiv gespannt. Es soll keine Compilation Show sein, sondern neu komponiert Musik haben.

  Matthieu wrote @ Juni 26th, 2011 at 13:05

Ich wollte mit Barbarella oder meinetwegen Wake Up! nur sagen, dass das noch ECHTE Eigenproduktionen waren, wo die VBW mutig waren. Über die künstlerische Umsetzung lässt sich streiten. Bei TdV würde ich ja auch den 1. Akt um 25 Minuten kürzen ;-)

Es geht, wie Weck sicher zu recht meint, um die derzeitige Tendenz “Hinterm Horizont” oder IWNNINY einfach abzuspulen, statt kreativ und mutig zu sein.

  Nina wrote @ Juni 26th, 2011 at 12:42

Stimmt! Hätte man Barbarella also GANZ anders gemacht, als es geschehen ist. Aber so war der Ist-Zustand leider eine Beleidigung der Sinne.
Wobei ich der Show eins zu Gute halten muss: Ich bin dadurch auf Drew Sarich aufmerksam geworden. Und wenn einem jemand in DER Rolle (bzw. Rollen) positiv auffiel, dann muss er schon saugut sein. ;-)

Rudolf hätte auch gut sein können, wenn nicht zu viele Fehler gemacht worden wären (wobei hier sicher die Meinungen auseinander gehen werden, was hätte geändert werden sollen, ich hab auch meine ganz persönliche). Aber im Gegensatz zu Barbarella ist Rudolf wirklich ansehbar.

  Martin Bruny wrote @ Juni 26th, 2011 at 12:36

Hätte man Barbarella ordentlich inszeniert, die Musik anständig produziert und einige Rollen nicht absolut fehlbesetzt, hätte das durchaus was werden können, finde ich.

  Nina wrote @ Juni 26th, 2011 at 12:32

@ Matthieu: Naja, Barbarella würde ich mir in der Aufzählung der (gelungenen) Eigenproduktionen eher verbeißen. Das war doch ein ziemlicher Rohrkrepierer.

@ Herr Bruny: Jetzt bin ich aber wirklich schon neugierig, denn Sie sind bereits der Zweite, der die üblen Tanzszenen in IWNNINY betont. Ich hab mir das Ding bislang nicht antun wollen, weil mich der Inhalt abschreckt, aber schön langsam überlege ich, ob ich es nicht doch tun soll. :-)

  Matthieu wrote @ Juni 26th, 2011 at 12:14

Bei TdV wurden ja auch alte Songs neu aufgewärmt ;-)

Ansonsten hat Peter Weck erschreckend recht. Freudiana? Elisabeth? Brabarella? Alles “echte” Eigenproduktionen… Hätte man Rudolf nicht dermaßen inszenatorisch vor die Wand gefahren, könnte es heute noch laufen… So aber, müssen wir den Gesamtunsinn der Stage gucken. Gar nix eigenes mehr…

  Martin Bruny wrote @ Juni 26th, 2011 at 02:22

Das mag stimmen, und am Broadway kann man auch heute wenig mit Webber, Boublil und den anderen “Invasoren” anfangen, wie man in den Büchern der “Experten” dort nachlesen kann, ich würd aber schon zwischen “Mamma Mia!” und dem Matrosenunfug einen großen Unterschied sehen. Im einen Musical gibts immerhin eine recht nette Geschichte und es ist doch recht witzig umgesetzt, beim anderen gibt es keine glaubwürdige Geschichte und das Ãœbelste an Tanzszenen, die man je im Raimund Theater gesehen hat. Da war Marika Rökk anno 1980 mit ihrer letzten Operette im Raimund Theater hip dagegen.

  Nina wrote @ Juni 26th, 2011 at 01:25

Ziemlich genau dieselben Worte fand dereinst Marcel Prawy im Bezug auf die Musicals, die Weck nach Wien brachte versus die Klassiker von Bernstein & Co. (die Prawy nach Wien gebracht hatte).
Ich kann die Sing- bzw. Clapalong-Musicals auch nicht ganz nachvollziehen, muss fairerweise aber dazu sagen, dass ich mir weder “Mamma mia” noch “IWNNINY” je angesehen habe. Vielleicht überwinde ich mich ja doch noch mal…

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