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Wiener Musikverein: Hommage à Benjamin Britten

15. Mai 2013
20:00bis22:00

Es gibt heutzutage immer mehr Musicals, die musikalisch, inhaltlich von ihren Machern unter Zuhilfenahme von superlativen Aufzählungen beschrieben werden. Da lesen und hören wir von 386.789 Lichtstimmungen, 34.889 künstlichen Wimpern, 48.999 Kilo Hundefutter und 3000 Metern Hundeleine sowie 87 Springschnüren, die nötig waren, um eine Show zum Laufen zu bringen. – Normalerweise müsste man annehmen, dass demjenigen, der sich mit Aufzählungen dieser Art brüstet, bewusst sein muss, wie lächerlich er sich macht, aber zum Glück gibt es bei bestimmten Produktionen nun auch noch Botschafterinnen, die das zu bewerbende Musical etwa als „Zuckerwatte“ beschreiben – so wie eben Barbie ihre Hundsis bezeichnen würde. Das schlägt dann noch das dröge Ausstattungsdropping. Relevantes hört man immer seltener aus dem Theater, das sich an jenem Platz befindet, wo ehemals das kaiserliche Zeughaus stand, in dem Kanonen gefertigt wurden, durchaus mit Profit – damals. Heute sieht man in TV-Berichten Darsteller schwitzen und kampfgrinsen, zu einem Sound und einer Story, die keinerlei Relevanz haben. – Und nicht mit Schlagworten kommen wie, es geht doch um Vorurteile, um den Glauben an sich selbst, Selbstverwirklichung … Da könnte man auch in das Konzert von Justin Bieber in die Stadthalle gehen und würde zumindest heutige Popmusik geliefert bekommen, und in Justins ebenfalls doofen Lyrics geht es sicher auch da und dort um Vorurteile, Liebe, Trauer, Selbstverwirklichung und den Gauben an sich selbst. Darüber hinaus bekommt man eine Lichtshow, die tatsächlich bombastisch ist, Sound in einer Qualität, von der man in manchen Theatern nur träumen kann – ja, vielleicht sollte man all den kleinen blonden Mädchen raten, sich Justin nicht entgehen zu lassen, zumindest wird das eine Show, die nicht mehr verspricht, als sie tatsächlich zu bieten imstande ist.

Wer aber nun doch ein wenig mehr Substantielles gerne hätte, der sollte sich einen Termin im Wiener Musikverein vormerken: Am 15. Mai bieten Studierende der Konservatorium Wien Privatuniversität unter dem Titel „Hommage à Benjamin Britten“ ein interessantes Programm:

Benjamin Britten wurde am 22. November 1913 geboren. Die Konservatorium Wien Privatuniversität nimmt seinen 100. Geburtstag zum Anlass, sich mit dem bedeutenden englischen Komponisten, Dirigenten und Pianisten auseinanderzusetzen. Dabei werden nicht nur die Bedeutung von Britten und seine Stellung im vorigen Jahrhundert untersucht, sondern auch sein Einfluss auf die Musik der Gegenwart. Die Ergebnisse präsentieren die jungen Musiker in einem Konzert: Neben Liedern und Kammermusik von Britten werden dabei auch Werke von Freunden, Förderern und Vorbildern des weltweit meist gespielten britischen Komponisten, der am 4. Dezember 1976 verstarb, zur Aufführung gebracht. Zu hören sind Werke von Benjamin Britten, Frank Bridge, Julian Gamisch, John Lennon, Witold Lutoslawski, Arvo Pärt und Henry Purcell (Moderation: Ranko Markovic).

Termin
Mittwoch, 15. Mai 2013, 20:00 Uhr,
Wiener Musikverein, Gläserner Saal/Magna Auditorium
Musikvereinsplatz 1
1010 Wien

Tickets
Gibt es –> hier

1 Kommentar »

  Matthieu wrote @ Februar 19th, 2013 at 21:25

Was sind schon 500 Aufführungen der Zauberflöte pro Jahr im Vergleich zu 50 Tonnen Hundefutter. Da kann kein Mozart mithalten ;-)

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