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Bühne Baden 2013: „Im Weißen Rössl“ in der Originalfassung von 1930

16. Februar 2013
19:30bis22:30

Foto: Andrea Martin

Am gestrigen Dienstag, dem 24. April 2012, präsentierte die Bühne Baden nicht nur ihre Musicalproduktion der kommenden Saison 2012/13. Neben der überraschenden Wahl „Xanadu“ (siehe –> hier) wird es auch auf dem Operetten-/Singspiel-/Musiktheatersektor interessante Produktionen geben.

Im Weißen Rössl
Baden produziert dieses Singspiel von Ralph Benatzky in der Originalfassung von 1930. In Zagreb wurde es vor einiger Zeit entdeckt, das verschollene und seit langem auf der ganzen Welt gesuchte originale Orchestermaterial von 1930. Die Staatsoperette Dresden sichtete es, richtete es aufführungspraktisch ein und brachte 2009 dieses ganz „neue Rössl“ (in reduzierter Fassung, was die Orchestergröße betrifft) zur Aufführung. Mehr über die Hintergründe kann man auf der Website der Staatsoperette Dresden nachlesen –> hier.
Seit November 2010 spielt die Komische Oper in Berlin ebenfalls die Urfassung, mit 76 Musikern unter der Leitung von Koen Schoots. Ein Trailer dazu –> hier.
Neben den regulären Vorstellungen ab dem 16. Februar 2013 (Premiere), ist am 14. März 2013 eine Sing-Along-Vorstellung angesetzt.

Singspiel in drei Akten Von Ralph Benatzky
Buch von Hans Müller und Erik Charell, Texte der Gesänge von Robert Gilbert
Musikalische Leitung: Franz Josef Breznik
Inszenierung: Robert Herzl
Choreografie: Michael Kropf
Ausstattung: Pantelis Dessyllas

Premiere 16. Februar 2013, 19.30 Uhr
Februar 17*/21/22 //// März 1/9/10*/14**/16/17*/22/23/24*
Vorstellungsbeginn jeweils 19.30 Uhr (*15.00 Uhr, ** Sing Along)
Musiktheater Einführungsgespräch 10. Februar 2013, 11.00 Uhr, Max-Reinhardt-Foyer

Besetzung
Johanna Arrouas, Kerstin Raunig, Ulrike Steinsky, Maricel Wölk, Beppo Binder, Nikolaus Hagg, Franz Josef Koepp, Darius Merstein-MacLeod, Sebastian Reinthaller, Jürgen Trekel, Peter Uray, Timo Verse, Heinz Zuber

Die Dubarry
Operette mit Musik nach Carl Millöcker von Theo Mackeben
Premiere: 20. Oktober 2012

Text: Paul Knepler/ I. M. Welleminsky/ H. M. Cremer
Musikalische Leitung: Franz Josef Breznik
Inszenierung: Robert Herzl
Choreografie: Michael Kropf
Ausstattung: Pantelis Dessyllas

Besetzung
Kerstin Grotrian, Julia Koci, Gabriele Kridl, Michaela Mock, Kerstin Raunig, Reinhard Alessandri, Ronny Hein, Alexander Helmer, Robert Herzl, Viktor Kautsch, Thomas Markus, René Rumpold, Wilhelm Seledec, Stephan Wapenhans

Tausend und eine Nacht
Operette von Johann Strauss
Premiere: 15. Dezember 2012

Text: Leo Stein / Carl Lindau
Bearbeitung: Ernst Reiterer
Musikalische: Leitung László Gyükér
Inszenierung: Christa Ertl
Choreografie: Michael Kropf
Bühnenbild: Manfred Waba
Kostüme: Manfred Waba / Gerlinde Brendinger

Besetzung
Katrin Fuchs, Ingrid Habermann, Katja Reichert, Beppo Binder, Franz Födinger, Josef Forstner, Franz Josef Koepp, Robert Sadil, Andreas Sauerzapf, Walter Schwab, Matjaž Stopinšek

Schwarzer Peter
Märchen mit Musik von Norbert Schultze
Premiere: 17. November 2012

Libretto: Walter Lieck
Musikalische Leitung: Oliver Ostermann
Inszenierung: Alexander Kuchinka
Bühne: Sam Madwar
Kostüme: Friederike Friedrich

Besetzung
Anita Götz, Brigitte Imber, Elisabeth Reichart, Galina Klingenberger, Beppo Binder, Franz Födinger, Andreas Jankowitsch, Walter Schwab, David Sitka, Thomas Weinhappel

17 Kommentare »

  Silvia wrote @ März 11th, 2013 at 09:13

@matthieu, ich gebe Ihnen vollkommen recht, schwungvoll kann man diese Inszenierung nicht nennen, es zieht sich überhaupt der 2. Akt… dieses un die “hohe” Temperatur im Zuschauerraum trugen dazu bei das der Abend sehr, sehr, sehr lang wurde …

  Andreas wrote @ April 30th, 2012 at 13:00

Ich habe gerade entdeckt, dass anscheinend das Staatstheater am Gärtnerplatz in München in der Spielzeit 2012/2013 ebenfalls eine auf der Urfassung beruhende Version spielt. http://www.gaertnerplatztheater.de/2012-2013/produktionen/im-weissen-roessl.html?PHPSESSID=1bf4642e0c5911c105954a1d926d5a15

Es heisst dort “Bühnenpraktische Rekonstruktion der Originalfassung”, was …ohne es genauer zu wissen…dann doch wieder auf eine Reduzierung der Musiker hindeutet?

  ThomasT wrote @ April 27th, 2012 at 16:09

@matthieu: “experimentell” heißt nicht immer “gut”. ;-)

im prinzip geht es mir darum dass man die operette zeitgemäß im sinne der 20er- und 30er jahre inszeniert. man braucht das rad nicht neu erfinden. dazu braucht es weder experimentelles regietheater, noch übertriebene “verblödelung”. die operette war vor der zerstörung der nazis innovatives großstadtteater. man muss ihr nur wieder zurückgeben wodurch sie sich ursprünglich definiert hat.

ich finde das ist in baden vor allem bei den paul abraham werken geglückt (zb BLUME VON HAWAII, VIKTORIA UND IHR HUSAR, …). aber alles ist ansichtssache. so wurde die rössl inszenierung der komischen oper berlin zb durchgehend musikalisch sehr gelobt aber die regie wurde großteils als langatmig bezeichnet.

für alle interessierten sei hier noch angemerkt dass robert herzl (der ja auch in baden regie führen wird) schon in seiner rössl inszenierung an der volksoper eine eigene orchestrierung erstellen lies da er die aus den 50er jahren als zu verkitscht und nicht werkgetreu ansah.

wer noch tiefer ins rössl eintauchen will:
http://www.amazon.de/weißen-Rössl-Zwischen-Kommerz-Musik-Konzepte/dp/3883778419/ref=sr_1_9?ie=UTF8&qid=1335535678&sr=8-9

  matthieu wrote @ April 26th, 2012 at 20:23

@ThomasT: Habe in Baden schon einiges gesehen. Ich finde es eben nicht schwungvoll / experimentell. Das Rössl in den Kammerspielen war innovativ und wirklich schwungvollst.

  Andreas wrote @ April 26th, 2012 at 10:28

@Thomas T & Koen Schoots: Vielen Dank!
Der Link zum Operetta Research Center ist generell hoch interessant. Das kannte ich noch gar nicht.

Ich glaube ich muß mal meine Schwester in Berlin besuchen…

  ThomasT wrote @ April 25th, 2012 at 22:34

@andreas: das original-material wurde anfang 2009 gefunden. anscheinend sollen sogar rund 250 musiker beteiligt gewesen sein. das umschließt aber, wie schon koen schoots gesagt hat, nicht nur die orchestermusiker, sondern auch die vielen ensembles die daran beteiligt waren wie zb eine jazz-band, blasmusikkapelle und sogar kuhglocken. übrigens stammt die instrumentation von eduard künneke, der selbst unzählige operetten und filmmusiken komponierte (u.a. DER VETTER AUS DINGSDA) insgesamt ist die orchestrierung jazziger als die version aus den nachkriegsjahren. man darf nicht vergessen dass operetten in den 20er und 30er jahren der revue näher standen als dem verkitschten bild das erst durch die nazis entstand und leider bis heute unser bild von der operette prägt. wobei das rössl und seine autoren nicht “arisch” waren und daher durch “arische” operetten ersetzt wurde. aber das ist schon wieder eine andere geschichte …

@matthieu: ich würde baden nicht unterschätzen. ich hab dort schon sehr viele wirklich gute operetteninszenierungen gesehen.

  Koen Schoots wrote @ April 25th, 2012 at 22:22

@Andreas: http://operetta-research-center.org/main.php?task=3&cat=1&sub_cat=1&id=00086

  Martin Bruny wrote @ April 25th, 2012 at 21:17

Der Link dazu
http://spielzeit-2012-13.komische-oper-berlin.de/

  Martin Bruny wrote @ April 25th, 2012 at 21:16

na dann nichts wie auf nach berlin :-) am 14 und 27. oktober, am 24. november, am 16., 18. und 30. dezember sowie am 6. januar 2013 stehts da am spielplan!

  matthieu wrote @ April 25th, 2012 at 21:06

Leider sind die Bühnen Baden ja nicht grade für die schwungvollsten Inszenierungen bekannt… Die Komische Oper hätte mich mehr gereizt.

  Detlef wrote @ April 25th, 2012 at 19:07

Schön zu lesen, dass die rekonstruierte Premierenfassung immer häufiger gezeigt wird. Eindrücke von Peter Hailers Inszenierung am MiR gibt’s unter der genannten URL.

  klaus wrote @ April 25th, 2012 at 15:19

Tolle Sache, dass auch Herr Schoots hier kommentiert :)
Bin begeistert.

  Andreas wrote @ April 25th, 2012 at 15:14

Wirklich sehr spannend! Gibt es zu der Geschichte dieser Originalfassung eigentlich irgendwo irgendwas nachzulesen? Zur Geschichte der Versionen?
Ich meine es ist schon klar, dass man vermutlich auch damals aus Kostengründen eine abgespeckte Version erstellt hat (wie es leider ja auch heute immer mehr gemacht wird andernorts).

  Martin Bruny wrote @ April 25th, 2012 at 14:14

Ja, das ist klar, irgendwo muss eine Grenze sein. Tolle Sache.

  Koen Schoots wrote @ April 25th, 2012 at 14:09

Man sprach sogar von 200, gemeint war damals wahrscheinlich alle Mitwirkenden, oder es war de damalige Marketing-Sprache. Wir haben das noch mal recherchiert, aber könnten beim besten Willen nicht noch mehr Musiker beschäftigen. Immerhin sind es: Grabenorchester, Jazz-Band, Zither-Trio sowie zwei Blasorchester! Wenn alle zum Schluß vom 2. Akt (Ankunft des Kaisers) zusammen spielen, ist das ein herrlicher Spaß!

  Martin Bruny wrote @ April 25th, 2012 at 13:49

Waren es in der Originalversion nicht sogar 100 Musiker?

  Koen Schoots wrote @ April 25th, 2012 at 13:44

Das weiße Rössl wurde in der Tat in der neuentdeckten Originalversion in Dresden wieder zur Aufführung gebracht, allerdings in einer reduzierten Form. Die Komische Oper in Berlin spielt (unter meiner musikalischen Leitung) seit November 2010 ebenfalls die Urfassung, allerdings in der Originalgröße mit 76 MusikerInnen.
http://www.komische-oper-berlin.de/spielplan/repertoire/im-weissen-roessl/trailer/

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