Home RSS Go RED Go BLACK

Frank Wildhorns “Rudolf” - die DVD von MG-Sound

rudi.jpg Mit “Rudolf” in Wien hat es schon weit vor der Premiere nur Probleme gegeben. Wie zum Beispiel konnte es passieren, dass man als Produktionsunternehmen zwar mit einer bekannten Historikerin zusammenarbeitete, sie dann aber ein mehr als peinliches Vorwort im Programm schreiben ließ und schließlich auch noch vor der ersten Runde angezählt in der Ecke stand, während die Historikerin zynisch-genüsslich nicht nur den Autor der Buchvorlage für das Stück hemmungslos diffamierte, sondern auch mit dem Musical selbst in einer Weise abrechnete, dass man meinen konnte, sie hätte Millionen investiert und all diese Millionen verloren.

Wieso produzierte man gemeinsam mit einem ungarischen Unternehmen eine von den Wienern schulterklopfend-scherzhaft als “Try-out” bezeichnete Version der Show, um dann nicht aus den eventuellen Fehlern zu lernen, sondern eine gänzlich neue Version auf die Beine zu stellen, eine sogenannte “Wiener” Version, die so gar nichts Wienerisches an sich hat. Ganz im Gegenteil, die einzig wirklich wienerische Figur, den Puppenspieler, tilgte man, da unter dem Generalverdacht stehend, zu sehr an “Elisabeths” Lucheni zu erinnern. Der Vorwurf könnte ja kommen, man hätte das “abgekupfert.” Als würde es ausgerechnet darauf ankommen - bei einem Musical, das nach “Elisabeth” einen weiteren Habsburger zum Thema hat.

Freilich war noch ein Grund ausschlaggebend, und zwar ein völlig außerhalb jeder künstlerischen Diskussion stehender: Man wollte neben dem “Rudolf”-Darsteller einen bekannten “Publikumsmagneten” an Bord haben: Uwe Kröger. Nun häufen sich ja die Meldungen auf dieser Site bezüglich Uwe Kröger sichtlich. Ja, das ist eben so, wenn man derart medien”wirksam” auftritt: an einem Tag ein Feature in der Österreich-Beilage “Madonna” über Yoga, dann in der Kronen Zeitung ein Bildchen von einer Tennisturnier-Eröffnung, und, als trauriger Höhepunkt, ein Miniplaybackauftritt in Peter Rapps “Millionenshow”, dem TV-Pool, in dem Karrieren enden, und nicht beginnen. Es war definitiv die falsche Entscheidung, die Figur des “Rudolf” zu schwächen und “Taaffe” aus seinem Nebenfigurstatus zu sehr herauszuholen, es war die falsche Entscheidung, “Taaffes” Songs auf die Stimme des Interpreten hinunterzujustieren, bis zum nahezu Sprechgesang. Es war, leider, in der Beziehung alles falsch. Von wegen, die Show würde ein neues Lied bekommen - fast möchte man meinen, der Komponist habe sein Musical nach der Entscheidung der Wiener für ihre Version mehr oder weniger abgeschrieben.

So haben wir nach wie vor einen ungarischen Erfolg mit “Rudolf” inklusive “Puppenspieler” und eine nicht wirklich wienerische Wiener Fassung ohne Puppenspieler, die man mittlerweile als Flop bezeichnen darf. Eine Show, für die man die Werbung auf einen “Nebendarsteller” fokussierte, ihn bei der Maniküre bis hin zum Frühstückmachen und bis zum absoluten Erbrechen featurete, aber den Hauptdarsteller im Regen stehen ließ. Das ist wohl im Theaterbusiness eine einzigartige Vorgehensweise, die völlig unverständlich ist, denn selbstverständlich hätte es genügend Möglichkeiten gegeben, Drew Sarich und Lisa Antoni zu Stars aufzubauen. So haben wir als Star der Show einen Widerling wie Taaffe, und wie soll eine solche Bühnenfigur, die, so von Kröger dargestellt, nur brüllt, bös schaut und grantig herumhüpft, schon die Massen ins Theater locken. Da hatten die Ungarn und das Leading Team rund um Frank Wildhorn, der sich der ungarischen Produktion sehr annahm, das weit bessere Gespür, indem sie auf die Figur des Puppenspielers setzten, der das Publikum am Beginn in die Show zieht und am Ende mit einem melancholischen Resümee wieder entlässt.

Wie auch immer, das Beste an der dieser Tage erschienenen “Rudolf”-DVD ist, dass sich jetzt jeder selbst überzeugen kann, was für eine Produktion in Grund und Boden kritisiert wurde, mit Argumenten, die kaum jemand verstehen wird, der sich nun die DVD ansieht. Keine Melodien? Keine Melodien? Wo muss man seine Ohren haben, wenn man ausgerechnet in dieser Show keine Melodien auszumachen vermag. Drew Sarich erreicht gesangsmäßig eine Qualität, die ihn für sämtliche Theater dieser Welt mehr als nur attraktiv erscheinen lassen wird. Es wäre fast schade, wenn er sein Talent in Wien vergeuden würde, wo in absehbarer Zeit (nach derzeitigem Stand) nichts, absolut nichts musicalmäßig halbwegs Anspruchsvolles von den VBW zu erwarten ist.

Wie auf allen Produkten von MG-Sound steigt Uwe Kröger auf der DVD wie ein Adler aus seinem Schatten empor. Die live manchmal so richtig falschen Töne sind auf der DVD natürlich nur zu erahnen, die ans absolut Schrille grenzenden Stellen in seinen Interpretationen hat man wohlfeil abgesäbelt und unter andere, etwas akustisch ästhetischere Tonspuren gelegt. Die MG-Sound-Politik scheint zu sein: Entweder man schneidet Kröger ganz raus oder man legt ihn flach, pardon, man verflacht seine Tonkurve derart, dass er kaum hörbar ist, während er im Theater so manch falschen Schlusston mit voller Wucht gegen die Säulen donnert. Man möchte ja das Produkt auch verkaufen, was bleibt also anderes übrig. Interessant wäre es mal bei der Arbeit an diesem Akustik-Photoshop zuzugucken.

“Live und ungeschnitten” kommt die DVD laut Werbung daher. Aber seien wir ehrlich, was sollte ein “Schnitt” auch bringen. Völlig unnötig, da wir das Ganze doch ohnedies aus einem subjektiven Winkel betrachten: dem Kameraauge. Da kann gezoomt werden, da wird manchmal die Totale der Bühne geboten, dann wieder ein Megazoom auf einen ausgelaugten, stöhnenden Uwe Kröger. Man könnte also all jene Dinge, die jemanden stören könnten, mit einem anderen Schnitt tilgen, und dennoch mit der Bezeichnung “ungeschnitten” Werbung machen. Alles kein Problem. Die Frage bleibt: Was bringt es für den Verkauf, wenn auf dem DVD-Cover ein 3,3 cm mal 3,3 cm großer, knallgelber Button aufgedruckt wird, auf dem zu lesen steht: “FSK ab 6 Jahren freigegeben”. Steht “Rudolf” in Konkurrenz zu “Puschel, dem Eichhorn”? Das macht also doch eigentlich nicht viel Sinn. Welchem Sechsjährigen sollte man die Story rund um einen (vermeintlichen) Doppelselbstmord zumuten? Da bieten sich doch spätere Lebensjahre genug, um diese Aspekte menschlicher Tragik kennenzulernen.

Wer sich für Musicals interessiert, sollte an dieser DVD eigentlich nicht vorbeikommen. Der Sound ist glasklar, die Regie einfallsreich, das Bild perfekt. Die Show lieben die einen und hassen die anderen, daran wird auch der Mitschnitt nichts ändern. Die Kürzung der Show durch die VBW kurz vor der Sommerpause hat genau gar nichts gebracht, um “Rudolf” so etwas wie zu “verbessern”. Die Kürzungen sind gänzlich und ohne Ausnahme ärgerlich und unverständlich. Sinnvoller wäre es gewesen, an der stellenweise erbärmlichen Ãœbersetzung zu feilen, aber das war wohl nicht drin. MG-Sound hat mit dieser DVD einen Topseller im Programm, mit dem sie es nicht mal nötig haben, zu versuchen, die notorischen Wildhorn-Hasser als Käufer zu gewinnen. Der Weltmarkt steht damit offen, und allein in den USA sollten sich genügend Käufer für weitere Auflagen der DVD finden.

Kleiner Nachtrag:
Ich empfehle einen Klick in –> dieses Forum. Allein der variantenreiche Einsatz der Emoticons is köstlich.

16 Kommentare

  calibanblog.de » Rudolf wrote @ November 24th, 2009 at 17:31

[…] auch immer: Als Graf Taffee ist er verblüffend gut. Hierzu möchte ich den geschätzen Kultur-Channel alias Martin Bruny zu Wort kommen lassen: Wie auf allen Produkten von MG-Sound steigt Uwe Kröger auf der DVD wie ein […]

  Martin Bruny wrote @ Oktober 31st, 2009 at 15:18

Und damit ist dann die Kommentarmöglichkeit zu diesem Beitrag auch beendet. Weitere unsachliche Meinungen wie jene, die ich nun gelöscht habe, einfach über die Feedbackfunktion an mich direkt, die Selbstdarstellungen der Kröger-Fans bitte in die einschlägigen Kröger-Foren zu posten. Danke.

  martin wrote @ Oktober 30th, 2009 at 18:42

hier ein tip wenn die fsk freigabe stört.

das cover ist ein wendecover…. fg. ,)

  Fehlerteufel wrote @ Oktober 30th, 2009 at 11:25

Es wundert mich, dass in dieser Besprechung nicht erwähnt wird, dass auch die zweite Auflage der DVD Bildstörungen enthält, wo doch die erste fehlerhafte Auflage komplett aus dem Handel genommen wurde. Ich rede hier nicht von irgendwelchen diesbezüglichen Einträgen in anderen Foren, die diese Fehler bestätigen, sondern ich besitze selbst ein solches fehlerhaftes Exemplar aus der zweiten Auflage. Jedem aufmerksamen Betrachter fallen diese Bildstörungen sofort auf.

  Dave wrote @ Oktober 28th, 2009 at 20:50

Dann mal was “sachliches”:

In der DVD-Kritik wird sich “beschwert”, dass Uwe Kröger gut klingt? “Wie auf allen Produkten von MG-Sound steigt Uwe Kröger auf der DVD wie ein Adler aus seinem Schatten empor. Die live manchmal so richtig falschen Töne sind auf der DVD natürlich nur zu erahnen”. Natürlich nur zu erahnen. Also, das ist nun wohl auch nicht wirklich sachlich, sondern polemisch. Gell? Mir scheint doch, da hat man sich ein wenig “eingeschossen”… Bei der Premiere hab ich übrigens die perfekte stimmliche Intonation nicht vermisst. Und ja, ich habe Uwe Kröger auch schon in schlechter Verfassung erlebt und bin keinesfalls sein Fan…

Die Kürzungen bei Rudolf haben jetzt schon deutlich zu einer dramaturgisch konsistenteren Fassung geführt, wobei es hierbei (da stimm ich gerne zu) noch immer deutliche Schwächen gibt.

Greetz.

  Marianne wrote @ Oktober 27th, 2009 at 20:54

Ich kann nur von mir sprechen, ich bin mit Sicherheit kein Uwe Kröger-Fan. Aber er hat mir sowohl in Rebecca sehr gut gefallen, als auch jetzt als Graf Taaffe. Ich finde wie gesagt, dass er sich auf der DVD nicht anders anhört, als live. Aber vielleicht habe ich auch einfach Glück gehabt und er war in meiner Vorstellung sehr gut drauf.
Allgemein hätte ich mich wie gesagt gefreut, wenn dieser Artikel sich wirklich mit der DVD beschäftigt hätte, und nicht (so gut wie) nur mit Uwe Kröger! Denn was Sie den anderen Journalisten und Reportern vorwerfen - ausschließliche Berichterstattung über Kröger und das Vergessen von beispielsweise Antoni und Sarich - praktizieren Sie hier selber!

Kommentar
Da setzt eben jeder seine Schwerpunkte, über Sarich/Antoni habe ich bereits an anderer Stelle recht ausführlich geschrieben. Jedenfalls hat die ausführliche Berichterstattung über Herrn Kröger mit Ende Jänner wohl ein definitives Ende.

  Marianne wrote @ Oktober 27th, 2009 at 20:29

Nun, der Verdacht eines persönliches Problems mit Herrn Kröger liegt angesichts dieses (und vorangeganener Artikel) nun einmal nahe! Ich sehe es auch nicht als “Götzenverehrung”, wie Sie es nennen, einem Darsteller wenigstens ein Quentchen Respekt entgegen zu bringen. Denn auch wenn Meinungen und vor allem Geschmäcker auseinander gehen: Wie jeder andere Künstler macht auch Uwe Kröger nur seinen Job: Ob das Ergebnis einem nun gefällt, oder nicht!

Kommentar
Nein, das sehe ich nicht so, denn wenn ich 100 Euro für eine Show ausgebe, erwarte ich Qualität. Falsche Töne haben mit “Geschmack” nichts zu tun, das ist objektiv feststellbar. Wir können gerne einmal ein paar Gesangslehrer in eine Show einladen, die dann aus der Sicht des Fachmanns, der “Fachfrau” objektiv festhalten, was sie an sauberen und unsauberen Tönen gehört haben, unter der Voraussetzung, dass das Ergebnis dann auch veröffentlicht wird, ungekürzt. Ich für meinen Teil stelle für mich fest, dass ich Uwe Kröger das letzte Mal in London in “Napoleon” als wirklich gut in Erinnerung habe, in “Rebecca” fand ich ihn schauspielerisch gut und am Anfang auch gesanglich großteils in Ordnung. In all den Jahren danach düfte ich wohl immer einen verkühlten Uwe Kröger erwischt haben. Götzenverehrung ist das, wenn Leute frenetisch applaudieren, obwohl sie gerade mit einer Salve an falschen Tönen niedergespritzt wurden. Jeder wie er will, aber der freien Meinung ihr Recht.

  Dave wrote @ Oktober 27th, 2009 at 19:26

Wie wenig die Besprechung der DVD hier mit Ihrer Kritik in der Musicals übereinstimmt, verwundert.

Wie man sich auf Herrn Kröger “eingeschossen” hat, finde ich mittlerweile peinlich. Ich bin keinesfalls ein Kröger-Fan, aber langsam finde ich dieses Verhalten unprofessionell und hämisch. Hat er mal kein Interview gegeben? Oder liegt das Problem im persönlichen Bereich?


Kommentar
Unprofessionell und hämisch finde ich mal die typische Unart von Forenpostern, nicht aufs Thema zu reagieren, sondern denjenigen anzugreifen, der geschrieben hat. Fehlt noch, dass ich vermutlich Alkoholiker oder ein Sandler bin und mir Herr Kröger im Vorbeigehen mal keinen Cent zugeschnippst hat. Solange auf diesem Niveau reagiert wird, veröffentliche ich das gerne, weil ich abstruse Postings liebe, aber ich sehe es als reine Zeitverschwendung, einen wirklich sinnvollen Satz sachlich zu posten. Schönen Abend noch.

  Marile wrote @ Oktober 27th, 2009 at 14:03

Übrigens HAT die DVD ein Wendecover - einfach rausnehmen, umdrehen und FSK-Aufdruck-freies Cover genießen.

  Kiwi wrote @ Oktober 27th, 2009 at 09:56

Sehr geehrter Herr Bruny!
Bitte nehmen Sie die Kritik einiger Uwe-Fans nicht ernst. Mir - und wohl auch viele andere Leser - gefällt Ihr Stil und Ihre Art Kritiken zu schreiben. Bisher hat sich mein subjektiver Eindruck meist mit Ihrer Kritik gedeckt.

  carlo wrote @ Oktober 26th, 2009 at 21:42

lieber martin,

ich hoffe du nimmst die komentare einiger uwehöriger fans nicht ernst

ich kann dir auf jeden fall nur recht geben

wie es soweit kommen konnte dass man einen garantierten erfolg -und das ist die ungarische fassung nunmal-soweit verstümmelt und verändert wird damit umbedingt ein flop draus wird ist mir ein rätsel

ich bitte dich weiterhin so ehrliche und kritische berichte zu veröffentlichen

lg carlo

  HANNES wrote @ Oktober 26th, 2009 at 18:12

JA ES IST ALLES SEHR TRAURIG: ICH WÃœNSCHE MIR ABER WEITER SO TOLLE ARTIKEL VON HERRN BRUNY

SELTEN WERDEN SO KRITSISCHE ARTIKEL ÃœBER MUSICALS UND DARSTELLER GESCHRIEBEN:

LEIDER FAST IMMER NUR BEZAHLTE LOBHUDELEI

DA TRAUT SICH MAL JEMAND ETWAS UND ANDERE VERSUCHEN IHN SCHLECHT ZU MACHEN

PFUI DEUBEL

SEIT FROH DASS HERRN BRUNY INTERESSANTE SACHEN AUFDECKT UND SCHREIBT

VIELEN DANK AN HERRN BRUNY

HANNES

P:S DAS UWE KRÖGER NICHT MEHR SINGEN KANN BEWEISST ALLEINE SCHON; DASS ER EIGENES MIKRO MIT TONMEISTER BRAUCHT UM SEINE STIMME SCHÖNZUFÄRBEN; WAS ABER EH NICHT GANZ GELINGT

  Milla wrote @ Oktober 26th, 2009 at 14:48

Sehr geehrter Herr Bruny,

ich kann mich dem Eintrag von Marianne nur anschließen!!!!!

Was hat Uwe Kröger Ihnen getan, dass Sie NUR AUSSCHLIEßLICH schlecht über ihn schreiben?

Ich beobachte dies nun schon seit Jahren, wie ALLERGISCH Sie auf den Namen Kröger reagieren. Diese Reaktionen haben jedoch mit einer kritischen Betrachtung nichts zu tun, sondern driften bedenklich in’s Bösartige ab.

MfG
Milla

Kommentar
Der Blog ist seit 2003 online, und obwohl das bereits ein Zeitpunkt war, zu dem die Stimme des Sängers längst nicht mehr “in Ordnung” war, finden sich sicher genügend positive Einträge. Ich würde Ihnen zum Beispiel diesen Artikel empfehlen: http://www.kultur-channel.at/rebecca-sylvester-levays-meisterstuck/ Allgemein gilt für mich, dass ich Götzenverehrung ablehne.

  caliban wrote @ Oktober 26th, 2009 at 12:00

Jap, da hat Jochen bedauerlicherweise recht.
Die deutsche Regelung bezüglich der FSK-Siegel ist erbärmlich.
Jeder DVD-Sammer ärgert sich über so einen Unsinn.
Aber leider ist ausser einem Wende-Cover nicht viel zu machen.

  Marianne wrote @ Oktober 26th, 2009 at 11:55

Sehr geehrter Herr Bruny,
früher einmal habe ich Ihre Kritiken und Kommentare mit großem Interesse gelesen, allerdings muss ich in letzter Zeit immer öfter feststellen: Sie lassen nach! Diese “Kritik” ist wohl der traurige Höhepunkt, nämlich nicht nur inhaltlich falsch, sondern auch noch unzureichend recherchiert! Zuerst einmal: Ich dachte, es sollte eine Kritik zur DVD “Rudolf” sein. Warum widmen Sie dann gefühlt 80% des Textes Uwe Kröger? Mich persönlich hätte mehr Bild und Ton interessiert, die Kameraeinstellungen, die Kapitel. Das DVD-Menü, ob es Zusatzmaterial gibt, ob eventuell sogar eine Special Edition geplant wird. Sogar die fehlerhafte erste Auflage der DVD hätte hier thematisiert werden können.
Stattdessen reitet man aber auf einer ganz offensichtlich persönlichen Abneigung gegen einen der Darsteller herum, was ich persönlich wirklich laienhaft finde! Zum einen können sie gern mal die Minuten stoppen, in denen Graf Taaffe auf der Bühne zu sehen ist und diese Zeit dann mit Rudolf oder Mary vergleichen. Die Unterschiede dürften auffallen. Desweiteren hätten Sie eventuell eine oder besser beide Vorstellungen besuchen müssen, bevor Sie in aller Öffentlichkeit behaupten, Herr Krögers Stimme sei so sehr bearbeitet und geschönt worden. Als ich im Juni in der Show war, hörte er sich genau an, wie auf dieser Aufnahme. Aber sicher wurde es auch im Theater an diesem Abend dann technisch verbessert (…). Nur bei Kröger, nicht bei allen anderen selbstredend…
Kommen wir zur mangelhaften Recherche: Als großer Habsburg-Fan habe ich dieses Musical von Beginn an verfolgt, habe Fernsehberichte aus allen Stadien auf DVD. Ich kann Ihnen versichern, in so gut wie jedem Bericht steht Drew Sarich als Hauptdarsteller im Fokus, gleich nach ihm kommt Lisa Antoni. Uwe Kröger wird auch meist interviewt, sicher. Aber es war bei Weitem nicht so, dass er als Star der Produktion hingestellt wurde! Er ist ja noch nicht einmal auf den Postern abgebildet! Auf keinem! Dass er aber allgemein ein Publikumsmagnet ist, dürfte auch Ihnen klar sein. Und wenn Sie gestern in der Brieflosshow richtig zugehört hätten, dann wäre Ihnen sicher nicht entgangen, dass Herr Kröger in dieser Sendung bereits zu Beginn seiner Karriere gesungen hat. Da wir alle wissen, was aus eben dieser geworden ist, wäre Ihre “Karriere-Ende-These” somit wohl mit Pauken und Trompeten widerlegt.
Zu Rudolf an sich: Ich persönlich empfinde das Stück nach den Änderungen um einiges runder und verständlicher und weiß von vielen Theater-Gehern, dass meine Meinung geteilt wird. Jeder darf denken, was er möchte, aber mit der Meinung “Die Kürzungen sind gänzlich und ohne Ausnahme ärgerlich und unverständlich” dürften Sie recht allein da stehen.
Mfg,
Marianne

  Jochen Brunner wrote @ Oktober 26th, 2009 at 11:31

Eine Anmerkung: Die übergroße Kennzeichnung der Altersfreigabe bzw. die Altersfreigabe selbst ist eine Vorgabe der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) und obliegt nicht der Entscheidung des Herausgebers oder des Cover-Gestalters.
(siehe: http://film-dienst.kim-info.de/artikel.php?nr=154396)