Home RSS Go RED Go BLACK

Gescheiterte Superstars - eine Runde Trauer

“Deutschland sucht den Superstar” ist zu Ende, gewonnen hat Mark Medlock. Fest eingespannt in Dieter Bohlens Hitfabrik kann er sich zumindest ein paar einschlägige Charthits erwarten, viel mehr wird es wohl nicht werden. Traditionellerweise wird im Rahmen der Berichterstattung über Castingshows auch immer wieder auf das Schicksal der Sieger der vorherigen Staffeln eingegangen. Da heißt es für Alexander Klaws fest gegen eventuell aufkommende Tränen anzukämpfen, ist er doch laut “Kölner Stadt-Anzeiger” “von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, in der Berliner Inszenierung des Musicals „Tanz der Vampire“.” Fazit der Kölner Zeitung: “Superstars sehen anders aus.”
Genau das ist das Problem mit Castingshows, mit dem Traum vom Popstar: Wer’s nicht schafft, glaubt dann halt “wenigstens bei einem Musical unterzukommen”. Genau das macht die gescheiterten Popstars dann meist auch zu nichts anderem als zu völlig unbrauchbaren Musicaldarstellern, die am Anfang ihrer vermeintlichen Musicalkarriere noch als Zuschauerlockvögel mit bunten Federn eingesetzt werden, aber bald schon in Vergessenheit geraten. Es ist ärgerlich, dass man das Musicalgenre mit diesem Vorgehen auf ein Niveau bringt, das es nicht verdient hat. Sicher gibt es Ausnahmen, gerade das amerikanische Format “American Idol” bringt immer wieder interessante Leute an die Öffentlichkeit, die zwar nicht die Fernsehshow für sich entscheiden, aber nach ihrem frühen Ausscheiden Rollen in Broadway-Produktionen oder Filmen ergattern können. Musterbeispiel dafür ist Jennifer Hudson (”Dreamgirls”). Freilich war sie dem Musicalgenre schon vor “American Idol” verbunden, und ganz ehrlich, eine Jennifer Hudson ist mit dem, was bei “DSDS” ausgesiebt wird, nicht annähernd vergleichbar.
Fakt ist, dass Castingshows dem Image des Musicalgenres als ernstzunehmender Kunstform Schaden zufügen können. “Du taugst nix für eine Karriere als Popstar, versuchs mal beim Musical” - eine gängige Formulierung im Rahmen von Castings. Es ist eine Art Abqualifizierung, die die wahren Verhältnisse wahnwitzigerweise umkehrt. Denn es sind die ausgebildeten Musicalsänger, die am Theater Entertainment der Spitzenklasse bieten und nicht geklonte Möchtergernstars, die in 90 Prozent der Fälle schon wenige Monate nach dem Start ihrer Karriere wieder dort gelandet sind, wo sie vorher waren.

3 Kommentare »

  Hanna Agatowska wrote @ Mai 12th, 2007 at 17:31

Sehr geehrter Herr Bruny,
ich verfolge die Karierre von Alexander Klaws aus dem Ausland - Polen. Bei uns gibt es auch den gleichen Format, aber es wird in Polen kein “Superstar” gesucht. Warum - weil wir verstehen dass es einfach unmöglich ist. Vielleicht bevor sie und ein paar anderen sich über die angeblich alle (hier sind wir nicht eine Meinung) gescheiterten Superstars lustig machen und pseudo wissenschauftliche Artikel schreiben über “Superstar -sein oder nicht sein” eine Abrechnung mit dem Format DSDS und damit verbundenen RTL sowie BMG machen ? Haben die jemals die Absicht gehabt einen vielleicht zukunftigen “Superstar” zu finden ? Meine Einsicht nein. Haben die Journalisten jemals versucht rauszufinden ob jemand wirklich Tallent hat oder nicht - nein. Es ist doch viel einfacher immer das gleiche zu schreiben.
Dass jemand wie Alexander Klaws telentiert als Sänger sowie als Schauspieler sich mit einem Genre versucht hat wo noch um ECHTE Dinge wie Live singen und spielen geht und damit noch soviel Erfolg hat, sollen sie eigentlich bewundern. Haben sie Alexander Klaws in Tanz der Vampire gesehen/gehört ? Das bezweifle ich stark. Ich habe mich paar mal davon überzeugen können wie gut er auf der Bühne ist, auch wenn es mich paar “schöne” Stunden Anfahrt kostet. Aber die richtige Kultur ist mir nie zu weit, auch wenn das Theater in Berlin ist. Schließlich sind wir doch in United Europe nicht wahr ?!
Freue mich auch sehr auf das 4 Album von Alexander Klaws, der jetzt schon 4 Jahre auf der Bühne steht und, dass bin ich mir sicher, uns Fans wird noch mit einigem überraschen.

Falls ich Sie noch dabei enttäuschen musste dass Alexander Klaws im Ausland doch bekannt ist, tut mir wirklich leid.

Mit freundlichen Grüßen
Hanna Agatowska

  Marion Hilse wrote @ Mai 12th, 2007 at 01:08

Sehr geehrter Herr Bruny,

ich möchte doch gerne mal festhalten, dass ich nicht fest gegen die aufkommenden Tränen kämpfen werde, weil Alexander Klaws nun im Musical spielt. Da ich dazu keine Veranlassung sehe. Ich habe ihn schon dort gesehen und er ist einfach nur gut!!

Ich frage mich außerdem wie sie zu der These kommen, das Alexander Klaws ein gescheiteter Popstar ist, denn er hat sich ja noch nicht aus dem Geschäft zurückgezogen, sondern nur einen Stopp beim Musical eingelegt. Er wird bald ins Studio gehen und sein 4. Album aufnehmen. Seine vorherigen Erfolge können sich durchaus sehen lassen und die muss ich ja wohl nicht hier im einzelnen aufführen.

Seine Musicalausbildung hat er übrigens VOR seinem 3. Album gemacht und ist somit nicht einfach nur ein Castingstar, der mal eben in einem Musical spielt und einer “ernstzunehmenden Kunstform” Imageschaden zufügt, wie sie so schön formuliert haben.
Ein Roman Polanski hat seine Darsteller selber ausgesucht und er kannte den ehemaligen deutschen Superstar nicht. Alexander musste genau wie alle anderen Darsteller durch die Auditions und war halt der beste und wurde genommen. Es wurde sogar von Michael Kunze überlegt ihn nicht zu nehmen, eben weil genau dieser Vorwurf in der Presse kommen würden, nämlich das sie ihn nur für Promozwecke genommen hätten. Man hat ihm aber dann doch die Rolle gegeben, weil es ihm gegenüber unfair gewesen wäre.
Er hat ein enormes Talent und wird auch in den Musicalkreisen von Fans und Fachpresse anerkannt, was ihnen wohl scheinbar entgangen sein muss. Ich würde mich jedenfalls freuen wenn er beides kombinieren könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Marion Hilse

  Julia Eisenhauer wrote @ Mai 12th, 2007 at 01:02

Sehr geehrter Herr Bruny,
vielleicht wäre es sehr ratsam gewesen, sie hätten sich vorher informiert bevor sie diesen Text verfassen. Zuerst mal hatte Alexander Klaws viele Erfolge als Popstar. Was an 2 Nummer 1 Singles, 2 Nummer 1 Alben, keiner Platzierung schlechter als Platz 20 und insgesamt mehr als 1,7 Mio. Platten ein Mißerfolg sein soll, würde mich mal brennend interessieren. Ich kann da keinen Mißerfolg erkennen.
Dann hat Alexander Klaws im Jahre 2005 ca. 9 Monate Musicalworkshops an der Joop van den Ende Academy in Hamburg belegt und hat sich in Gesang, Tanz und Schauspiel ausbilden lassen. Er hat den Job nicht einfach so bekommen, weil sonst nichts mehr erfolgreich war, sondern was dafür getan. Und das lange vor seinem, aus ihrer Sicht, sicher nicht ganz so erfolgreichen 3.Album im Jahre 2006.
Er mußte wie jeder andere durch alle Runden der Auditions und wurde von Oscarpreisträger Roman Polanski persönlich für die Hauptrolle ausgewählt und das wegen seiner Leistung und nicht weil er ein DSDS Gewinner war. Denn es ist kaum anzunehmen, dass ein Herr Polanski deutsche Castingshowgewinner kennt. Ist für sie vielleicht unvorstellbar, aber Alexander Klaws hat enormes Talent, sowohl im Gesang als auch im Schauspiel. Ihre Äußerungen zeigen nur, dass sie ihn sicher noch nie live gesehen haben und daher auch nicht beurteilen können was er kann. Aber das ist heutzutage ja üblich, dass sich viele Leute zu Dingen äußern von denen sie nicht wirklich Ahnung haben.
Im übrigen wird im Herbst das 4.Album von Alexander Klaws erscheinen. Ist wohl nichts mit weg vom Fenster. Auch wenn viele Leute sein Ende immer wieder gerne herbeischreiben würden.

Mit freundlichen Grüßen

Julia Eisenhauer

Ihr Kommentar

Abonniere ohne zu kommentieren

HTML-Tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>