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Kammeroper Wien: “Keine Ãœbernahme” durch die Vereinigten Bühnen Wien – auf dem Papier

Wie vorauszusehen war, wird die Kammeroper Wien von den VBW/Theater an der Wien quasi „übernommen”, wenngleich dieser Ausdruck in der amtlichen Sprachregelung tunlichst vermieden wird. Mit der „Nichtübernahme“ lässt man sich aber Zeit, denn zuvor gilt es wohl, den derzeitigen Leitern keinerlei Hoffnung auf eine andere Regelung zu machen – sozusagen nachhaltig. Es wird, wie Kulturstadtrat Mailath-Pokorny in einem Interview mit dem KURIER formuliert, eine „Kammeroper Neu“ geben, aber erst im September 2012.

Warum es die „Kammeroper Neu“ geben wird? Nun, weil Bund und Stadt Wien in einer konzertierten Aktion der „Kammeroper Alt“ die Subventionen in der Höhe von jeweils 700.000 Euro gestrichen haben beziehungsweise vernehmen ließen, sie nicht weiter zu gewähren, und damit den derzeitigen Leitern sagen wir die Aufgabe der Leitung „leicht gemacht haben“. Eine Online-Petition, die von 2567 Unterstützern der „Kammeroper Alt“ gezeichnet wurde, darf man sich als virtuell im Gulli verrottend vorstellen. Gründe für die „Nichtübernahme“ der Kammeroper werden keine angegeben.

Freilich, so Mailath-Pokorny, ist das Genre „Kammeroper“ ja für eine Opernstadt wie Wien sehr wichtig, daher wird ein Verein gegründet, in dessen Vorstand unter anderem zwei Personen vertreten sein werden: Roland Geyer, der Chef des Theaters an der Wien, und Walter Kobera, Leiter der Neuen Oper Wien, als Repräsentant der freien Szene.

Damit ist klar, dass die Kammeroper großteils zur Spielstätte des Theaters an der Wien wird, und die VBW bekommen für das Projekt Kammeroper 700.000 Euro von der Stadt Wien jährlich. Mailath:

„Das ist aber keine Übernahme durch das Theater an der Wien, weil ja auch die freie Szene verankert ist.“

Die Fakten: Roland Geyer wird künstlerischer Letztverantwortlicher der Kammeroper, und strukturell wird die Kammeroper ja wohl doch zum Teil des Theaters an der Wien, selbst der Aboverkauf wird über das Theater an der Wien abgewickelt. Dennoch: Man hat ja noch das Schamtuch „Freie Szene“ als Rechtfertigungstotschlagargument. Well done!

Links
- Kurier: Knalleffekt: Geyer wird doch nicht Bregenz-Intendant
- Wiener Zeitung: Roland Geyer wird doch nicht Intendant der Bregenzer Festspiele
- APA: Geyer über die Gründe seines Rückzugs aus Bregenz

3 Kommentare »

[…] Links - orf.at: Kammeroper: „Operation geglückt“ - Kammeroper Wien: “Keine Übernahme” durch die Vereinigten Bühnen Wien – auf dem Papier […]

[…] Im Januar 2012 wurde der Wiener Kulturstadtrat Mailath-Pokorny, konfrontiert mit Gerüchten, die VBW könnten die Wiener Kammeroper übernehmen, in der Presse wie folgt zitiert: „Das ist aber keine Übernahme durch das Theater an der Wien, weil ja auch die freie Szene verankert ist.“ [LINK] […]

[…] KURIER traf, zumindest missverständlich waren oder wiedergegeben wurden (siehe auch –> hier). Ausschließlich ein Theater, nämlich die „Neue Oper Wien“, war in die Diskussionen […]

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