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Werk X: Homohalal (2018)

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Eigentlich sollte »Homohalal« im Frühjahr 2016 am Wiener Volkstheater uraufgeführt werden. Doch kurz vor der Premiere wurde Ibrahim Amirs Stück vom Spielplan genommen. »Grund«: die aufgeheizte Diskussion rund um das Flüchtlingsthema. Es war eine der sich häufenden nicht nachvollziehbaren Spielplanentscheidungen des Volkstheaters. Vor allem aber wurde sie schlecht und nur mit vielen Andeutungen kommuniziert. Gerade das Theater, dem sich Anna Badora verschrieben hat, sollte nicht kneifen, wenn es darum geht, aktuelle Themen mit den Mitteln des Theaters zu hinterfragen.

Weltweit sind rund 65 Millionen Menschen auf der Flucht, gut eine Million kam im Jahr 2015 nach Europa, wo seither eine hysterische Debatte tobt. Der in Syrien geborene Arzt und Autor Ibrahim Amir schaut den Leuten aufs Maul: den Flüchtlingen sowie den Hetzern und den Wohlmeinenden hierzulande. Sein Theatertext »Homohalal« nimmt die Vorurteile über Asylsuchende aufs Korn. Er verschont niemanden und seziert kriminalisierende wie idealisierende Klischees.

»Homohalal« basiert auf Amirs Zusammenarbeit mit Geflüchteten und Aktivisten, die 2012 die Wiener Votivkirche besetzten, um auf ihre prekäre Lebenssituation in Österreich aufmerksam zu machen. Nach der Absage in Wien erlebte das Stück 2017 in Dresden seine umjubelte Uraufführung. Unter der Regie von Ali M. Abdullah unternimmt das Meidlinger WERK X 2018 einen neuen Anlauf, die Österreichische Erstaufführung von »Homohalal« auf die Bühne zu bringen.

Ali M. Abdullah, Regisseur und Co-Leiter des WERK X: »Bitterböse Komödien sind das beste Werkzeug, um alltägliche zwischenmenschliche und interkulturelle Konflikte auseinanderzunehmen. Vor dem Hintergrund des dramatischen Rechtsrucks in Europa zeigt ›Homohalal‹, dass Menschen unterschiedlichster Herkunft sich letztlich weniger unterscheiden, als manche Zeitgenossen glauben.«

HOMOHALAL
von Ibrahim Amir
Österreichische Erstaufführung

Inszenierung: Ali M. Abdullah
Bühne und Kostüm: Renato Uz
Dramaturgie: Hannah Lioba Egenolf

Mit: Constanze Passin, Stephanie K. Schreiter, Yodit Tarikwa, Christoph Griesser, Daniel Wagner, Arthur Werner u. a.

PREMIERE: Do 18.1.2018, 19:30 Uhr
WEITERE TERMINE (jeweils 19:30 Uhr): Sa 20.1.2018, Do 25.1.2018, Fr 26.1.2018 (Publikumsgespräch im Anschluss)
ORT: WERK X, Oswaldgasse 35 A, 1120 Wien
Weitere Infos –> hier

Ateliertheater Wien: »Quartett«

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Zwei Mal noch (am Donnerstag, dem 7. Dezember, und am Freitag, dem 8. Dezember) ist Heiner Müllers »Quartett« im Wiener Ateliertheater zu sehen. Müller reduziert in seiner Bearbeitung des dem Stück zugrundeliegenden Briefromans »Gefährliche Liebschaften« (Choderlos de Laclos, 1782) die Personen der Handlung auf die beiden Antagonisten Marquise de Merteuil und Valmont. Sie trägt ihm auf, er solle ihre Nichte verführen, den ehemaligen Geliebten der Marquise aber interessiert die Entehrung einer anderen mehr. Eine giftige Auseinandersetzung nimmt ihren Lauf. Im weiteren Verlauf des Stückes wechseln die Geschlechterrollen: So wird Merteuil zum geübten Verführer, Valmont zur jungfräulichen Nichte, die es zu »vernichten« gilt. Ritualhaft vollzieht sich zwischen diesen beiden gegen ihren Untergang ankämpfenden Hofintriganten ein zerstörerischer, zeitloser Kampf der Geschlechter, der keine Gewinner kennt.

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35 Jahre nach der Uraufführung ist es Zeit, »Quartett« im Hinblick auf gegenwärtige Gender-Debatten neu zu befragen. Aussagen wie »Grab her by the pussy« und Parteiprogramme, die auf alleinerziehende Mütter vergessen, lassen darauf schließen, dass der Geschlechterkampf, den Müller in seinem Werk recht drastisch skizziert, noch immer andauert. Dass er vielleicht durch einen konservativen Backlash wieder verstärkt wird.

VALMONT: Ich glaube, ich könnte mich daran gewöhnen, eine Frau zu sein, Marquise.
MERTEUIL: Ich wollte, ich könnte es.

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Regie und Raumkonzept: Thomas Thalhammer
Video: Sebastian Kraner
Mit Maria Astl und Maks Suwiczak
Fotos: Sebastian Kraner

Spieltermine:
7. und 8. Dezember, Beginn: 2o Uhr (Dauer: ca. 70 Minuten)

Tickets:
VVK: 18,–
AK: 21,–
Erm: 16,–

Nähere Infos –> hier

Wiener Stadthalle: »Royal Christmas Gala« mit Sarah Brightman

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Am 23. Dezember findet in der Wiener Stadthalle (Halle F) die »Royal Christmas Gala«, ein Weihnachtsevent mit Sarah Brightman, statt. Gemeinsam mit Gregorian, Mario Frangoulis, Narcis und Fernando Varela bringt Brightman ein Pop-Meets-Classic-Programm auf die Bühne – begleitet werden die Künstler vom Royal Symphony Orchestra und Band.

Zuletzt war Brightman vor 17 Jahren im deutschsprachigen Raum auf Tournee, eine gute Gelegenheit also, die Sopranistin wieder einmal live zu erleben. Sollte die Christmas-Gala-Tour ein Erfolg werden, bestehen Pläne, ein mehrjähriges Projekt daraus zu machen, mit Auftritten auch in den USA und anderen Ländern.

Tickets für die Show gibt es –> hier

Gerald Nachman: Showstoppers!

shost.pngWenn Burgtheater-Schauspielerin Maria Happel als Rose bei ihrem Volksopern-Debüt in »Gypsy« den Song »Some People« interpretiert, hat sie mit diesem eigentlichen Opener der Show Songmaterial an der Hand, das man einen programmierten Showstopper nennt. Showstopper sind jene Nummern, die Fans immer und immer wieder in dieselbe Show ziehen. Sie definieren einen Theaterabend. »A showstopper is a moment of performance so rousingly expert and energizing that the audience response – usually rapturous applause and noises that sound like ›bravo!‹ – freezes the show in a moment of loud, pagan worship.« (Ben Brantley) Es gab Zeiten und Orte, unter anderem am Broadway in den 1920er- und 1930er-Jahren, da unterbrach ein Showstopper tatsächlich die Show, der Schauspieler nahm die Ovationen an, verbeugte sich. Ja, gab Zugaben. Al Jolsons Spruch »Wait a Minute, wait a minute. I tell yer, you ain’t heard nothing yet« stammt aus dieser Periode. Wird in der Volksoper wohl nicht passieren. Oder doch? Mit einem Showstopper hat man die Chance, zur Theaterlegende zu werden, da kommen Energien ins Spiel, die schwer im Vorhinein abzuschätzen sind.
Warum ein Song zum Showstopper wird, wie einige legendäre Showstopper »gemacht« wurden, warum Showstopper so populär wurden, das untersucht Gerald Nachman in vorliegendem Buch und covert den Zeitraum von 1925 (»Garrick Gaieties«) bis 2005 (»Jersey Boys«).
Nachman (geboren 1938) kann als Journalist auf eine mehr als 50-jährige Karriere als Theaterkritiker und Kolumnist verweisen für Zeitschriften und Magazine wie »New York Post«, »San Francisco Chronicle«, »GQ«, »Esquire«, »Cosmopolitan« und »Theater Week«. Er ist Autor von drei Sachbüchern zur amerikanischen Populärkultur und mehreren Büchern zum Thema Humor. Außerdem schrieb er die Texte zu drei Musical-Revuen.
Für »Showstoppers!« führte er zahlreiche Interviews mit Schauspielern, Komponisten und Autoren, u. a. mit Patti LuPone, Chita Rivera, Marvin Hamlisch, Joel Grey, Edie Adams, John Kander, Jerry Herman, Sheldon Harnick, Tommy Tune, Harold Prince, Donna McKechnie und Andrea McArdle. Gegliedert hat er sein Werk in die Kapitel »Just for Openers«, »They Stopped The Show« und »O Say Can You Hear Me – Broadway Anthems«.
Nachmans Vorgehen ist ein journalistisches. Er bietet zu jedem Song interessante Anekdoten, etwa auch zum ältesten, »Manhattan«, aus der Revue »Garrick Gaieties« »which was a fundraiser meant for only a two-night run, to raise money to buy tapestries for the cash-strapped Theatre Guild at the Garrick Theatre, but the show proved so popular that it ran 211 performances and gave rise to two more editions« – sozusagen Crowdfunding in den 1920er-Jahren. Und er bietet Werturteile, die unter anderem schon durch die Auswahl der von ihm behandelten Showstopper zum Ausdruck kommen – oder durch Einleitungssätze wie folgende: „Wicked has a real story buried under all of its hokey special effects, but it’s hard to find, and almost as hard to care much about—unless you’re a fifteen-year-old girl with identity problems. (…) Like many musicals today, the show’s guiding principle behind each song seems to be, if it’s shouted loudly enough it must be a sensational showstopper.“ Genüsslich zelebriert Nachman Zitate aus den Verrissen, die Stephen Schwartz am Broadway für »Wicked« einstecken musste, aber er liefert auch, und nicht nur hier, im Anhang zu den einzelnen behandelten Musical-Showstoppern ein wenig »Backstage Dish«: „As an inside musical joke, in what he calls a tribute to composer Harold Arlen, Stephen Schwartz incorporated the first seven notes of ›Over the Rainbow‹ into the song ›Unlimited.‹ Schwartz deftly dodged a lawsuit by the Arlen estate by not including an eighth note, which he says is where the copyright law kicks in. He disguised his good-humored theft by changing the tune’s rhythm and reharmonizing it.« Oder: »According to New York writer David Sheward and author Paul R. Laird (…) the electronics in Wicked generate enough power to supply twelve homes, using five miles of cables, and it takes 250 pounds of dry ice to create the smokey effects onstage.“ Und er hat ein kleines Interview mit Stephen Schwartz geführt, in dem er ihn »über die Bande« mit seinen Kritikpunkten konfrontiert, wenn er etwa einen Freund anführt, der meint, »Wicked« sei nicht nur eine Show für junge Girls, sondern auch für Damen in seinem Alter (um die 70) und Schwartz darauf antwortet: »I love that. I think that is very accurate. I like that very much. The producers of Wicked get extremely annoyed when people say it is successful because it’s popular with teenage girls. You can’t run a show ten years in New York or all over the world if the audience consists entirely of teenage girls.«
Kein Problem hat Nachman etwa mit »La Cage aux Folles«. Für diese Show recherchierte er sehr interessante Statements, wie jenes von George Hearn, dem Albin der Musical-Uraufführung am Broadway: „It’s good it came along just before everything turned bad and we began losing people, about half the men in the cast. The zeitgeist changed and then people were at the barricades.“ Nachmann zur Entstehungsgeschichte des Showstoppers »I Am What I Am«: »(Jerry) Herman recalls that the idea for the song, and the title, was born when the show’s book writer, Harvey Fierstein, arrived one day with an impassioned scene to end act 1 that included the phrase, ›I am what I am.‹ Herman asked Fierstein if he could steal the phrase and promised to have a song by the next morning. He delivered it, but instead of making the lyrics overly didactic, Herman purposely created a mainstream song that just might become a hit, a song that, like the show itself, not just gays would respond to but also straight mid-American audiences.«
Dieses Buch ist eine wahre Fundgrube an Geschichten, Fakten, witzigen Randbemerkungen, geschrieben von einem Musical-Liebhaber. Empfehlenswert.

Gerald Nachman: Showstoppers! The Surprising Backstage Stories of Broadway’s Most Remarkable Songs. Chicago Review Press Incorporated, Chicago 2017. 408 S.; (Broschur) ISBN 978-1-61373-102-4. $ 19,99. chicagoreviewpress.com

Werk X: Ich glaube

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Das WERK X startet mit der Uraufführung von »Ich glaube«, einer Produktion des aktionstheater ensemble, in die neue Spielzeit. Die Truppe rund um den Theatermacher Martin Gruber thematisiert in ihrem neuesten Stück Religion als Faktor für Selbstlegitimierung, Abgrenzung, Ausgrenzung und Gewalt. Die Wien-Premiere findet am Mittwoch, 11. Oktober 2017, im WERK X in Meidling statt.

Vor der Kulisse einer durch Attentate verletzten Welt treffen sich die ProtagonistInnen des aktionstheater ensemble und werfen sich mehr oder weniger funktionierende Lebensphilosophien einer saturiert-säkularen Welt an den Kopf. Jeder weiß es besser. In einem schwindelerregenden Parforceritt werden religiöse wie quasi-religiöse Lebensentwürfe durchdekliniert. Die Erkenntnis, dass der Glaube an absolute Wahrheiten noch nie wirklich funktioniert hat, ist den AkteurInnen aber nur ein schwacher Trost. Was letztlich verbindet, ist die Suche nach einem verbindenden Element: die Liebe.

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ICH GLAUBE
von Martin Gruber und aktionstheater ensemble

Uraufführung in Koproduktion mit Bregenzer Frühling und Kooperation mit Werk X
Dauer: 75 Minuten

täglich bis Sa. 14. Oktober jeweils 19:30 Uhr im Werk X (Oswaldgasse 35a, 1120 Wien)

Konzeption, Regie: Martin Gruber
Text: Martin Gruber und aktionstheater ensemble
Dramaturgie: Martin Ojster
Regieassistenz: Robin Sarah Ströhle
Musik/Arrangements, Sound-Design: Kristian Musser
Musiker: Kirill Goncharov (Geige), Jean Philipp Viol (Bratsche)
DarstellerInnen: Susanne Brandt, Alev Irmak, Martin Hemmer, Claudia Kottal, Benjamin Vanyek

Dank an: Simone Huchler, Martin Platzgummer (PROXI), Aaron Sutterlütte (Aaronfilm),
Felix Dietlinger
Fotos: Stefan Hauer

ICH GLAUBE - TRAILER from aktionstheater ensemble on Vimeo.

Theater Drachengasse: Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid!

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Am Montag, dem 9. Oktober 2017, geht im Theater Drachengasse die Premiere des Stücks »Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid!« über die Bühne. Nach »Die großen Kinder unserer Zeit« ist es die zweite Arbeit von Korbinian Schmidt und Franz-Xaver Mayr im Theater Drachengasse. Franz-Xaver Mayr ist aktuell für den NESTROY-Preis 2017 nominiert, für seine Inszenierung von »diese mauer fasst sich selbst zusammen und der stern hat gesprochen, der stern hat auch was gesagt« im Wiener Schauspielhaus.

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»Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid!« ist ein theatrales Panoptikum zur Erforschung der Generation Y in Bezug auf Haben, Wollen, Sein und Müssen. Zwischen Prekariat und Selbstoptimierung, Leistungsdruck und Ich-Inszenierung regiert die Angst, als Witzfiguren in die Geschichte einzugehen.

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Lieber Bonnie,
Es ist ja so. Wir haben lange gewartet und waren geduldig. Wir sind joggen gegangen. Wir haben uns gesund ernährt. Wir haben unsere Körper auf Vordermann gebracht. Wir haben eine Ausbildung gemacht, haben studiert und sind gereist. Wir haben lange Gespräche geführt, haben Interesse an vielen Dingen entwickelt, haben Sprachen gelernt und gelernt, wie wir uns anziehen müssen, damit wir nach etwas aussehen. Wir haben in uns und unsere Leben viel Zeit und Geld investiert, damit wir damit etwas anfangen können. Und jetzt ist all das in Gefahr, weil es etwa Probleme gibt? Woher wir das wissen? Aus dem Internet! Dort sagen das nahezu alle. Es stünde schlecht um uns und man müsse etwas unternehmen. Das sagen auch nahezu alle. Das ist nicht fair. Darauf hat man uns nicht vorbereitet. Und außerdem fehlen uns dazu die Informationen und die finanziellen Mittel. Was machen wir denn jetzt. Wie du weißt, bin ich Schriftstellerin und arbeite im Einzelhandel und da bleibt mir wenig Zeit mich noch um anderes zu kümmern. Und so geht es fast allen. Gut. Nicht jeder arbeitet im Einzelhandel, aber nahezu jeder ist Schriftsteller*in geworden und da braucht man viel Zeit für sich. Bonnie, ich weiß. Uns geht es ja gut. Wir haben Arbeit, die Landschaft ist toll, das Klima auch, wir tragen tolle Kleider, alles i.O. Noch! Weißt du, ich habe einfach Angst, dass wir es nicht hinbekommen. Dass alles vergebens war. Dass wir nicht den Ruhm ernten, den wir verdienen, sondern stattdessen einfach immer so weiter machen, weiter unsere Kleider kaufen und gesunde Dinge essen und dann einfach verschwinden und als die größten Witzfiguren in die Geschichte eingehen werden. Davor habe ich eine verdammte, begründete Angst!
In Liebe, den Tränen nahe, deine Bonnie!

PS: Ich habe jedes einzelne Gespräch mit Dir genossen. Auch wenn uns kein einziges weitergebracht hat.

Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid!
Uraufführung
Eine Koproduktion mit Theater Drachengasse

Inszenierung: Franz-Xaver Mayr, Korbinian Schmidt
Dramaturgie: Moritz von Schurer
Video: Nela Pichl
Maske: Inge Schra
Regieassistenz: Sarah Maringer
Bühnenbildassistenz: Johanna Mitulla
Produktionsfotos: Marcella Ruiz Cruz

Es spielen: Nehle Breer, Karola Niederhuber, Nils Rovira-Muñoz, Amerlingchor

Uraufführung: Montag, 9. Oktober, 20 Uhr
Weitere Vorstellungen: 10.–14.10., 17.–21.10., 20 Uhr

Karten:
Theater Drachengasse, Bar&Co
Fleischmarkt 22, 1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 513 14 44
e-mail: karten@drachengasse.at
web: www.drachengasse.at/karten.asp
Abendkassa: 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn
Vollpreis: 19 Euro / Studierende: 10 Euro / weitere Ermäßigungen

brut/Volkskundemuesum: Chesterfield

Während der Generalsanierung des Künstlerhauses zieht brut Wien für eine Saison um und umher und initiiert Projekte an unterschiedlichen Orten in Wien: In der ersten Saisonhälfte bespielt brut Theaterräume in Neubau und in der Leopoldstadt, Leerstände in Favoriten, ein Museum in der Josefstadt, einen Club am Donaukanal, eine Bushaltestelle in der Brigittenau und ein Schwimmbad in Hernals.

In den Räumen des Volkskundemuseums zeigt die Wiener Künstlerin Alix Eynaudi Anfang Dezember gemeinsam mit vier weiteren Performer*innen ihre neueste Arbeit: Chesterfield, ein choreografisches Projekt in Form einer performativen Ausstellung, deren Absicht es ist, poetische Beziehungen zwischen Tanzen, Lesen, dem Objekt Buch und dem Material Leder herzustellen.

Die Tänzer*innen lassen sich für Chesterfield von Pflanzenbüchern aus der viktorianischen Zeit und der Sammlung des Volkskundemuseums inspirieren, darunter u. a. von brandbemalten Lederobjekten, gestanzten Masken oder feinen Schnitzereien auf Tierhäuten. Aus diesen unterschiedlichen Inspirationsquellen collagieren sie das Stück Chesterfield, in dem ihre Körper wie tanzende Wörter und Zeichen erscheinen.

Die Choreografin und Tänzerin Alix Eynaudi lebt und arbeitet in Wien. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Balletttänzerin an der Opéra national de Paris und studierte zeitgenössischen Tanz bei PARTS Brüssel. Sieben Jahre tanzte sie in Anne Teresa De Keersmaekers Compagnie ROSAS. Seit 2005 tourt sie erfolgreich international mit ihren eigenen Stücken. www.alixeynaudi.com

Chesterfield
Ein Projekt von Alix Eynaudi In Zusammenarbeit mit Mark Lorimer, Quim Pujol, Cécile Tonizzo, An Breugelmans, Bruno Pocheron Dank an Alessio Scandale, Jean-Luc Plouvier, Olivier Renouf, Elton Petri, Jacopo Lanteri, Clémentine Caudron, Beatrix Potter, Emily Dickinson, Margaret Gatty, Margaret Hamilton Produktion Sarah Blumenfeld für boîte de production – Verein für zeitgenössischen Tanz und zeitgenössische Installationen Administration Smart – Das Büro für Künstler*innen und Kreative
Eine Koproduktion von Alix Eynaudi und brut Wien, danceWEB through Life Long Burning und BUDA Kunstencentrum. In Kooperation mit Tanzquartier Wien, La Place de la Danse – CDCN Toulouse/Occitanie (working studio), Volkskundemuseum Wien. Mit freundlicher Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien, des Bundeskanzleramts Kunst und Kultur und des Kulturprogramms der Europäischen Union.

Narziss, du Opfer!

Das Theater Drachengasse lädt junge Theatermacher ein, Konzepte für Kurzprojekte zum Thema »Narziss, du Opfer!« einzureichen.

Was du erstrebst, ist nirgends;
was du liebst, wirst du verlieren, sobald du dich abwendest.
Was du siehst ist nur Schatten, nur Spiegelbild.

Egoismus ist gut, Narzissten und Psychopathen sind erfolgreich, du bist deines Glückes Schmied – lautet das Mantra des Marktes. Wir konkurrieren, wir werten. Damit wir besser sein können, müssen andere schlechter sein. Wir sind Gewinner*innen oder Verlierer*innen, die Guten oder die Schlechten. So sollen wir funktionieren. So eindeutig soll es sein. Aber was, wenn wir nur in der Unsicherheit der Begegnung, im Prozess der Beziehung erfahren können, wer wir sind? Was, wenn eine Gruppe mehr weiß, als der Einzelne? Was, wenn eine solidarische Praxis möglich ist?

Die Gewinner des Wettbewerbs werden über Juryentscheid bzw. Publikumsabstimmung ermittelt. Der Jurypreis beträgt 5000 Euro und wird vom Kuratorium für Theater, Tanz und Performance für die weitere Ausarbeitung des Projektes bereitgestellt. Die Drachengasse stellt Bar&Co samt Infrastruktur für die Aufführung in der darauffolgenden Saison zur Verfügung: Proberaum für 3 Wochen, eine Spielserie von 16 Tagen. Bühne: 3,5 x 5 m, technische Grundausstattung vorhanden; PR, Werbung, Marketing; dramaturgische Betreuung
Der Publikumspreis beträgt 1000 €.

Projektbeschreibung:
Einreichfrist: 2. November 2017
Spielzeit: 28. Mai bis 16. Juni 2018, Di bis Sa, Beginn: 20 Uhr
Dauer: 20 Minuten. Keine Monologe.
Abgesehen vom allgemeinen Thema »Narziss, du Opfer!« keine inhaltlichen Vorgaben.
Teilnehmer: Theaterkünstler in Ausbildung oder am Beginn ihrer Berufslaufbahn. Fokus auf Text, Schauspiel und Regie (minimale bühnentechnische Anforderungen)

Unterlagen: Name und Kontakt der Gruppe, Projektbeschreibung (maximal 1 Seite), Info über Mitwirkende (Name, Alter, Kurzbiografien inkl. Ausbildung)
Projektvorschläge sind zu richten an: newcomer@drachengasse.at
oder per Post an: Theater Drachengasse, 1010 Wien, Fleischmarkt 22, Kennwort: Newcomer

I Am From Austria – Im Freien Fall

Wer Wuchtln will, geht ins Simpl, wer Musical für Vollidioten bevorzugt, kann auch im Raimund Theater vorbeischaun. »Im freien Fall« heißt das neue Programm des Kabarett Simpl, und das hat durchaus auch etwas Philosophisches. Denn der freie Fall, das ist ja an sich was Tolles. Bis man halt aufprallt. Wenn Christian Struppeck Pech hat, ist das mit dem Aufprallen bald so weit. Was er für IAFA an Dialogen geschrieben hat, geht nicht mal in einer Soap. Vor allem dann, wenn dieser schlechte Dialog derart schlecht serviert wird. Ich habe im Publikum heute durchaus bekannte ehemalige Theaterdirektoren gesehen, die sich beim x-ten Aufguss des Schmidinger-Running-Gags nur mehr an die Stirn gegriffen haben. Die nur den Kopf geschüttelt haben, als Torten in einer Szene zu singen begonnen haben. IAFA ist Theater für Infantile. Man glaubt nicht, was da an Kitsch von der Bühne rinnt. Hier kommt es in fast keiner Szene zu einem »Break-into-Song«-Moment, weil Gergen es timingmäßig einfach nicht schafft. Er lässt, wenn ihm nicht eine Tanzszene zuhilfe kommt, seine Darsteller auf der Bühne versauern, bis dann endlich ein Lied beginnt. Gern würde ich sagen, es liegt nicht an den Darstellern, aber so ist es eben nicht, oder eben doch, denn Andreas Steppan ist der Einzige der Truppe, der so etwas wie Glaubhaftigkeit auf die Bühne bringt und mit seinem ersten Lied den besten Showmoment dieser Produktion hat. Was die Show halbwegs in Schwung hält, sind die Tanznummern, aber nicht wegen der Tanznummern mit den altbackenen Choreos, sondern weil es einfach klasse Tänzer sind, die sie servieren. Paul Csitkovics, Thomas Höfner, Peter Knauder, das sind einfach Typen, die dir jeden Schas so tanzen, dass du nur mehr Wow sagst. Das wären also zwei Gründe, sich die Fendrich-Show anzusehen, aber es fällt schon sehr schwer, viel mehr Positives zu finden.
(Besuchte Vorstellung: 16. September 2017; Raum Für Kommentare –> hier; Lounge der VBW-Mitarbeiter –> hier)

Und das schrieben die anderen:

»Nun könnte man das alles trotzdem charmant finden, würde die Banalität nicht so schmerzen. Klischee türmt sich hier über Klischee, bis man ein Gipfelkreuz draufstellen könnte.« (»Wiener Zeitung«)
»… zwischen den Evergreens hanteln sich sie Darsteller mit Texten von Nummer zu Nummer, die kaum mehr als Alltagsblabla sind. Drei Stunden lang.« (»Kronen Zeitung«)
»Der Beginn ist fürchterlich, es wird gekreischt und gehüpft, man möchte rufen: ›Armer Fendrich, du kannst nichts dafür‹« (»Die Presse«)
»Mangelnde Personenführung ist seit jeher ein Schwachpunkt in der Regiearbeit von Andreas Gergen. Auch mit Respekt vor Kim Duddys Leistungen in vielen Jahren: Das Bewegungsrepertoire des hüftflexiblen Ensembles kommt einem von anderen Musicals schon so bekannt vor, dass sich die Frage stellt: Wo bleibt der neue choreografische Input?« (»Kurier«)
»Mitunter fliegt sie auch im Hubschrauber Richtung Hüttenzauber und erleidet neben einem Gipfelkreuz einen Anfall von Heimatliebe.« (»Der Standard«)
»Michael Reed hat Fendrichs Nummern für die Verwendung auf der Musicalbühne fit gemacht - dass das keine Schlankheitskur sein wird, war klar. Es darf ein bisserl mehr sein, auch wenn es manchmal wehtut.« (nachrichten.at)

Bronski & Grünberg 2017/2018

Kaja Dymnicki, Julia Edtmeier, Salka Weber und Alexander Pschill starten mit ihrem Theater Bronski & Grünberg in die zweite Saison. Die folgenden Premieren stehen am Programm:
»Richard III.« (Regie: Helena Scheuba)
»Rigoletto« (Regie: Alexander Pschill, Julia Edtmeier, Kaja Dymnicki)
»Kevin allein zu Haus« (Regie: Dominic Oley)
»Titanic« (Regie: Dominic Oley)
»Wiener Blut« (Regie: Ruth Brauer-Kvam)
»Kleist – Familie Schroffenstein« (Regie: Fabian Alder)
»Pretty Woman« (Regie: Calle Fuhr)
»Onkel Wanja« (Regie: Lorraine de Sagazanne)

Saisonstart: 22. September 2017 – Premiere »Richard III.«

Die nächsten Premieren:
8. Oktober 2017: »Der Spieler« (Wiederaufnahme)
24. November 2017: »Rigoletto«

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