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Archiv - Dezember, 2025

VBW: Kammeroper wird geschlossen

Die VBW machen wieder einmal Negativschlagzeilen. Oder, sagen wir, sie würden Negativschlagzeilen machen, wenn es eine Öffentlichkeit gäbe, die sich dafür tatsächlich interessierte. So läuft im Moment eine Diskussion vor allem via Kolumnen und Petitionen ab.
Worum gehts? Vor ein paar Tagen hat die Stadt Wien beschlossen, die Subventionen für die VBW zu kürzen, mit der (vermeintlichen) Auflage, dass die Einsparungen nicht den klassischen Bereich treffen sollten. Ein paar Momente später haben die VBW auch schon ihren »Sparplan« verkündet: Sie schließen die Kammeroper. Im Marketingsprech hört sich das so an: Die Kammeroper ist sanierungsbedürftig, daher pausiert man den Spielbetrieb.
Ab da verläuft der Ärger auf mehreren Ebenen. Die Kammeroper gehörte ursprünglich einmal der Familie Gabor und musste mit der Saison 2010/11 ihren Spielbetrieb einstellen, weil sich kein finanzieller Rettungsplan erstellen ließ (man hätte aber sehr wohl einen vonseiten Wiens finden können). Davor liefen an diesem Haus jahrelang unter anderem großartige Musicalproduktionen. All das wurde für immer beendet, als die VBW 2012 die Kammeroper übernahmen. Sie wurde daraufhin eine Spielstätte für das Junge Ensemble (JET) und war nun zumindest in diesem Bereich hoch angesehen. Ausgerechnet dieses Haus also nun (vorübergehend) zu schließen, ist in mehrfacher Hinsicht unangemessen. Vor allem, wenn man hören musste, wie stattdessen die VBW ihre Einnahmen pushen wollen. So hat man vor, die Anzahl der Vorstellungen pro Woche zu erhöhen (auf acht). Jeder vernünftige Mensch würde hier kontern: Kinder, ihr habt den 2. Rang im Raimund Theater derzeit nicht einmal im Verkauf, weil die Leute das »Phantom«einfach satt haben. Ihr verscherbelt einen nicht unerheblichen Teil eurer Tickets last minute über einen eigens gegründeten Verein namens Musicalclub um wohlfeile 25 Euro. Und nur, weil für ein paar Monate »Maria Theresia« noch ganz gut laufen wird, wollt ihr uns diese Maßnahme als finanziellen Lösungsversuch präsentieren?
Ich hätte eine anderen Vorschlag. Man möge die VBW anweisen, die akustische Bruchbude Ronacher zu schließen (vielleicht würde Michael Niavarani sie übernehmen, der macht aus jedem Loch ein Erfolgsprojekt). Weiters wird die Bespielung des Theaters an der Wien wieder ausschließlich mit Musicals erfolgen, allerdings im Stagione-Betrieb und nur mit Stücken mit Wert. Im Raimund Theater hat man ausschließlich Eigenentwicklungen zu zeigen. Um das Ganze auf den Weg zu bringen, müsste natürlich zuerst die VBW-Spitze ausgetauscht werden.