Archiv - Februar, 2026
Martin Bruny am Samstag, den
28. Februar 2026 um 11:45 · gespeichert in Musical
Vor sieben Jahren arbeitete Singer-Songwriter Aimee Mann an Liedern für eine Musicalversion des Films „Girl, Interrupted“ („Durchgeknallt“; 1999 mit Winona Ryder und Angelina Jolie als schräge Psychopathinnen in den Hauptrollen). Das Psychodrama basiert auf der Autobiografie von Susanna Kaysen, die Ende der 1960er-Jahre als 18-Jährige für eineinhalb Jahre in einer psychiatrischen Klinik weggesperrt wurde, die alle einschlägigen (Horror-)Vorstellungen von solch einer Institution zu jener Zeit erfüllte.
Aus der Show wurde nichts, aber die Songs veröffentlichte Aimee Mann unter dem Titel »Queens of the Summer Hotel«, wobei die psychiatrische Anstalt Aimee Manns „Summer Hotel“ ist, und die „Queens“ die Patientinnen, denen sie 15 melodisch eingängige Songs widmet.
2026 wird die Bühnenfassung nun doch verwirklicht. »Girl, Interrupted« ist vom 13. Mai bis 21. Juni im Public Theatre zu sehen. Als Choreografin dabei: Sonya Tayeh (2021 Tony Award für »Moulin Rouge«). Das Buch hat Martyna Mayok geschrieben (sie schrieb auch für das neue Musical von Florence Welch, »Gatsby: An American Myth«, das Buch). Regie: Jo Bonney.
Zum immerwährenden Thema der Zeit, Missbrauch, schrieb Aimee Mann für die Show den Song »Home by now«.
Links
Public Theater
Sonya Tayeh
Martyna Mayok
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
»Home by Now« auf YouTube
Martin Bruny am Sonntag, den
22. Februar 2026 um 07:48 · gespeichert in Musical
Zahlen zu den VBW sind ja nur eher über Umwege zu bekommen. Etwa über das Protokoll des Gemeinderats der Bundeshauptstadt Wien, 22. Wahlperiode, 9. Sitzung vom 18. Dezember 2025.
Förderung der VBW durch die Stadt Wien
2025: 57,5 Millionen EUR
2026: 52,5 Millionen EUR
Eigendeckunggrad
2015: 61 Prozent
2019: 55 Prozent
Recht unterhaltsam ist eine Wortmeldung von Thomas Reindl (SPÖ). Er sagt: »Ein großer Unterschied ist aber, ob man so wie in Wien 40 Personen im Orchestergraben sitzen hat, die live spielen und für die wir Arbeitsplätze schaffen, oder ob die Musik aus der Dose kommt. Das ist ein ganz großer Unterschied.«
Bei welcher Produktion war er?
——————
Judith Edelmann (ÖVP) skizziert ein wenig die Zukunft:
»Keiner von uns – weder ich noch ein Mitglied meiner Fraktion – hat sich darüber aufgeregt, dass 5 Millionen EUR eingespart werden, möchte ich sagen. Es geht um den Eigendeckungsgrad von den Vereinigten Bühnen. Ich bin der Meinung, man muss auch nächstes Jahr 5 Millionen einsparen und übernächstes Jahr 5 Millionen einsparen, und ich bin sehr froh, dass damit begonnen wurde.«
———
Johann Arsenovic (GRÜNE): zum Thema »Disney«:
»Ich habe mir vor allem diese Stage Entertainment Group sehr genau angeschaut. Das sind Häuser in Deutschland, die zu 100 Prozent eigenfinanziert sind - ja, das stimmt: zu 100 Prozent -, die Disney-Musicals spielen.«
Dieser Tage gabs ja die Gender-Reveal-Party der VBW rund um die Besetzung von Disneys »Die Schöne und das Biest«. Mehr als »It’s a Baby« fiel auch der Presse dazu nicht ein.
Quelle
wien.gv.at
Martin Bruny am Freitag, den
13. Februar 2026 um 07:52 · gespeichert in Bücher
Dass sich Rina Tanaka in ihrem Buch »Wiener Musicals and Their Developments. Glocalisation History of Musicals between Vienna and Japan« dem von ihr so genannten »Wiener Musical« gewidmet und mit der Behauptung, dass es so etwas tatsächlich gibt, eine These aufgestelllt hat, über die man zumindest mal nachdenken kann, ist großartig. Aber schon beim Durchblättern sieht man, wie geschickt die VBW waren, Fakten so zu chiffrieren, dass man ihnen nicht ganz so leicht auf die Schliche kommt. Zumindest von Japan aus nicht. So glaubt Tanaka tatsächlich die Märchenzahl von 80 Prozent Auslastung bei der K… (jetzt hätte ich fast Katastrophenproduktion geschrieben, aber das würde ich natürlich nie machen) »Schikander«. Seite 108 wiederum (siehe unten) streift ein ganz wichtiges Thema (wenn auch nur in den Fußnoten). Unter der Intendanz von Kathrin Zechner herrschte eine ansteckende Freude am Theatermachen. Davon merkt man schon lange nichts mehr. Alles außerhalb des »Regulären« wurde aufgegeben bzw. an billiger produzierende Dienstleister abgegeben (»Musical Christmas«, »Jesus Christ Superstar«, »Musical Meets Opera« etc). Zum Verhältnis Japan und Österreich später mal mehr, da gibt es eine steile These, die Tanaka nicht erwähnt, die aber bis weit in die Geschichte zurückreicht.
Link
Hollitzer Verlag
Martin Bruny am Freitag, den
6. Februar 2026 um 07:55 · gespeichert in Musical
»Die Schöne und das Biest«, 2026 in Wien, kann man für das Orchester, wenn man so möchte, als Streicher-Fadeout mit Glissando betrachten. Im Creative Team haben wir mit Christoph Buskies einen in der Branche bekannten Erfinder. Er hat »KeyComp« entwickelt, »a revolutionary, keyboard-driven system that enables a single player to produce the sound and dynamics of a full-sized, live orchestra with an unparalleled level of detail and control«. Die Richtung stimmt, aus Sicht der Exit-Strategen.
—–
Technology in S.F.’s ‘Frozen’ reduces musicians in live performances, but at what cost to audiences?
KeyComp has been used in Europe for years, and the benefit it provides for producers is clear: They can get sound that’s better than most synthesizers without hiring more musicians. But members of the American Federation of Musicians union are concerned about the economic impact of KeyComp — especially on its subgroup, the Theatre Musicians Association, which has 565 members nationwide.
“It may eventually threaten the continued employment of nearly all theatrical musicians, local and touring alike,” AFM International President Ray Hair said in a statement to The Chronicle. He added that the union will continue to work “to win better economic terms and protections against further erosion of employment from reduced orchestrations and the use of electronic devices.”
Link
San Francisco Chronicle