Dass sich Rina Tanaka in ihrem Buch »Wiener Musicals and Their Developments. Glocalisation History of Musicals between Vienna and Japan« dem von ihr so genannten »Wiener Musical« gewidmet und mit der Behauptung, dass es so etwas tatsächlich gibt, eine These aufgestelllt hat, über die man zumindest mal nachdenken kann, ist großartig. Aber schon beim Durchblättern sieht man, wie geschickt die VBW waren, Fakten so zu chiffrieren, dass man ihnen nicht ganz so leicht auf die Schliche kommt. Zumindest von Japan aus nicht. So glaubt Tanaka tatsächlich die Märchenzahl von 80 Prozent Auslastung bei der K… (jetzt hätte ich fast Katastrophenproduktion geschrieben, aber das würde ich natürlich nie machen) »Schikander«. Seite 108 wiederum (siehe unten) streift ein ganz wichtiges Thema (wenn auch nur in den Fußnoten). Unter der Intendanz von Kathrin Zechner herrschte eine ansteckende Freude am Theatermachen. Davon merkt man schon lange nichts mehr. Alles außerhalb des »Regulären« wurde aufgegeben bzw. an billiger produzierende Dienstleister abgegeben (»Musical Christmas«, »Jesus Christ Superstar«, »Musical Meets Opera« etc). Zum Verhältnis Japan und Österreich später mal mehr, da gibt es eine steile These, die Tanaka nicht erwähnt, die aber bis weit in die Geschichte zurückreicht.
Link
Hollitzer Verlag




