Archiv - Broadway
Martin Bruny am Samstag, den
6. Mai 2006 um 10:53 · gespeichert in Musical, Broadway
Wie “United Press International” berichtet, steht es schlecht um “Lestat”, das neue Musical von Elton John und Bernie Taupin. Der Ticketverkauf läuft katastrophal. 50.000 Dollar Einnahmen pro Tag sind genau um 40.000 Dollar zu wenig, um profitabel arbeiten zu können.
Warner Bros. plant nun eine TV-Kampagne, um die schwer angeschlagene Show zu retten. Broadway-Insider sehen den letzten Vorhang für “Lestat” jedoch noch vor den Tony Awards am 11. Juni kommen.
Die Auslastung der Show vor der Premiere lag bei rund 85 Prozent. In der Woche nach den verheerenden Kritiken stürzte man auf 70 Prozent. Alles andere als ein baldiges Aus der Show wäre ein kleines Wunder. Rezensionen wie jene der Village Voice scheinen Elton John seinen ersten Broadway-Flop zu bescheren:
Schlock and Awe: A potential weapon against terrorists: Bloodsuckers who sing by Michael Feingold
Our government has invaded and destroyed Iraq, and is now casting its hawkish eye on Iran. Before we nuke Tehran, I’d like to propose an alternative target: I think our armies should invade and destroy Lestat, the new musical based on Anne Rice’s vampire novels. Saddam Hussein was unquestionably an oppressor, but he can’t have been as oppressive as two and a half hours of Lestat. The Palace Theatre, with its long history of glamorous, crowd-pleasing entertainments, is the wrong venue, this show should play Abu Ghraib or Guantà¡namo. The first act alone would induce the most hardened terrorist to confess.
Even granting the appeal (lost on me) of Rice’s wheezily verbose novels, squeezing all their complications into one draggy evening of subliterate pop-rock oatmeal is a notion only an entertainment conglomerate could love. The concept of vampires as mother-fixated homophile men with philosophic pretensions, which the show toys with in a thoroughly confusing peekaboo manner, doesn’t help either. If Sir Elton and his team had really wanted to write a musical about the walking dead, they should have made them all upper-echelon Warner executives. For performers like Hugh Panaro, Carolee Carmello, Jim Stanek, and Roderick Hill, who sing their devoted lungs out trying to make this garishly inert sucker fly, I have only sympathy. Why the excruciatingly inept actor who plays Armand has been told to use a Jose Jimenez accent is beyond my comprehension. Hello, Defense Department? Get me Secretary Rumsfeld, please. And start sharpening our stakes.
Martin Bruny am Freitag, den
28. April 2006 um 10:54 · gespeichert in Musical, Broadway
Am 29. April 1996 feierte das Jonathan Larson-Musical “Rent” im New Yorker Nederlander Theatre seine Broadway-Premiere. In den Hauptrollen: Taye Diggs, Wilson Jermaine Heredia, Jesse L. Martin, Idina Menzel, Adam Pascal, Anthony Rapp, Daphne Rubin-Vega, Fredi Walker, Gilles Chiasson, Rodney Hicks, Kristen Lee Kelly, Aiko Nakasone, Timothy Britten Parker, Gwen Stewart und Byron Utley.
Bis heute sind rund 4.100 Vorstellungen über die Bühne gegangen, Jonathan Larson, der wenige Wochen vor der Premiere starb, wurde posthum für “Rent” mit dem Pulitzer-Preis und 4 Tonys, darunter in der Kategorie “Best Musical”, ausgezeichnet.
Am 24. April 2006 ging ein Anniversary-Konzert mit der Original-Cast über die Bühne. Ausschnitte aus dieser Show und Interviews mit einigen der legendären Rent-Performer gibt es auf BroadwayWorld TV.
Martin Bruny am Mittwoch, den
26. April 2006 um 13:55 · gespeichert in Musical, Broadway
Gestern feierte das neue Elton John/Bernie Taupin-Musical “Lestat” seine Broadway-Premiere. Heute sind die ersten Kritiken am Markt. Die New York Times, eines der wichtigsten Medien, wenn es um Theaterpremieren geht, beginnt ihren Verriss folgendermaßen:
A promising new contender has arrived in a crowded pharmaceutical field. Joining the ranks of Ambien, Lunesta, Sonata and other prescription lullaby drugs is “Lestat,” the musical sleeping pill that opened last night at the Palace Theater.
Böse, böse, und leider kein gutes Zeichen für Lestat, das Musical. Anders als in Deutschland oder Österreich, wo Verrisse eine Show geradezu adeln, kann eine schlechte Kritik in New York, wo Profis am Werk sind, die wissen, worüber sie schreiben, und auch beurteilen können, was sie sehen, das baldige Aus einer Show besiegeln. Man wird sehen, wie sich Lestat in den nächsten Wochen macht.
Links zu weiteren Kritiken gibt es im Laufe des Tages in der Furl-Rubrik (”Entertainmnet-News”).
Martin Bruny am Freitag, den
17. Februar 2006 um 14:21 · gespeichert in Musical, Broadway
Nach nur dreieinhalb Jahren Broadway-Abstinenz und nach einer ersten Spielzeit von 16 Jahren kehrt “Les Misà©rables” an den Broadway zurück - als Revival für zumindest 6 Monate.
6680 Mal ging der Vorhang zwischen 1987 und 2003 für die Cameron Mackintosh-Produktion hoch, dann hieß es Abschied nehmen. Am 21. Oktober 2006 freilich geht es im Broadhurst Theatre wieder los. “Les Miz” 2.0 wird aus der derzeit laufenden US-Tour, die gerade in Boston gastiert, geformt. 4 Millionen Dollar soll es kosten, das Meisterwerk von Boublil/Schönberg wieder an den Broadway zu bekommen, ein Schnäppchen im Vergleich zu den Kosten für andere Produktionen.
2006, das wird aber nicht nur das Jahr von “Les Miz” 2.0. Am Londoner West End wird “Les Misà©rables” im Oktober offiziell zum “Longest Running Musical” gekrönt.
Kleines, wenn auch nicht unwichtiges Detail am Rande: “Les Miz” 2.0 wird auch bei den Tony Awards 2006/07 in der Kategorie “Best Revival” teilnahmeberechtigt sein. Die einzige Voraussetzung, eine dreijährige Broadway-Abstinenz, ist erfüllt.
Martin Bruny am Sonntag, den
22. Januar 2006 um 14:49 · gespeichert in Musical, Broadway
Kritiker können eine Theaterproduktion versenken, vielleicht nicht in Wien, aber im Land der ungebremsten Möglichkeiten ist das kein Problem. Jüngstes “Opfer”: Elton Johns neues Musical “Lestat”, das in San Francisco anlässlich der Try-outs fast nur Hohn und Spott ernten konnte, was die Kritiken betraf. Das lässt für einen angestrebten Broadway-Start nichts Gutes erhoffen, daher haben die Produzenten nun vorerst mal die Notbremse gezogen. “Warner Brothers” teilte Elton John mit, er möge sich doch ein paar neue Lieder einfallen lassen. Die Kritiker fanden die Musik einfach “banal”.
Noch ist nicht alles verloren. Dracula, Frankenstein, Lestat, sie mögen es nicht einfach haben am Musicalparkett der USA, aber vielleicht schafft es Elton John dennoch, die Show so zu überarbeiten, dass er damit überzeugen kann. Idealerweise zuerst einmal die Produzenten.
Was meint der Meister selbst dazu? Letzte Woche noch ließ einer seiner Agenten der Presse ausrichten: “Es hat ne Zeit lang gedauert, bis wir “Aida” hinbekommen haben, aber schließlich und endlich hat es funktioniert, und wenn “Lestat” nicht gleich abgeht wie ne Rakete, woran wir aber dennoch glauben, so haben wir ja immerhin “Billy Elliot”. So oder so, Sir Elton wird wieder mal groß am Broadway auftrumpfen.”
Martin Bruny am Donnerstag, den
19. Januar 2006 um 14:53 · gespeichert in Broadway, Awards
Am 26. Februar 2006 werden im Londoner Hilton die diesjährigen Laurence Olivier Awards vergeben. Eine exklusive Auswahl an Musicals teilt sich die Chance auf einen der begehrten Theaterpreise. “Billy Elliot” führt mit 9 Nominierungen knapp vor “Guys and Dolls”, das nicht zuletzt mit Ewan McGregor als Staraufputz glänzen konnte. Hier eine Liste, die aich ausschließlich auf die nominierten Musicals beschränkt. Eine Liste aller nominierten Produktionen ist hier abrufbar.
Billy Elliot - The Musical
01) Best New Musical (book/lyrics: Lee Hall, music: Elton John)
02) Best Actress in a Musical (Hadyn Gwynne)
03) Best Actor in a Musical (James Lomas, George Maguire/Liam Mower)
04) Best Performance in a supporting role in a Musical (Tim Healy)
05) Best Director (Stephen Daldry)
06) Best Theatre Choreographer (Peter Darling)
07) Best Lighting Design (Rick Fisher)
08) Best Set Design (Ian MacNeil)
09) Best Sound Design (Paul Arditti)
Guys and Dolls
01) Outstanding Musical Production (music/lyrics: Frank Loesser, book: Jo Swerling/ Abe Burrows)
02) Best Actress in a Musical (Jane Krakowski)
03) Best Actress in a Musical (Jenna Russell)
04) Best Actor in a Musical (Douglas Hodge)
05) Best Actor in a Musical (Ewan McGregor)
06) Best Theatre Choreographer (Rob Ashford)
07) Best Lighting Design (Howard Harrsion)
08) Best Sound Design (Terry Jardine/Chris Full)
Acorn Antiques - The Musical
01) Best New Musical (music/lyrics: Victoria Wood)
02) Best Actress in a Musical (Julie Walters)
03) Best Performance in a supporting role in a Musical (Celia Imrie)
The Big Life
01) Best New Musical (book/lyrics: Paul Sirett, music: Paul Joseph)
02) Best Performance in a supporting role in a Musical (Tameka Empson)
HMS Pinafore
01) Outstanding Musical Production (book: Herbert Appleman, music: Arthur Sullivan)
02) Best Performance in a supporting role in a Musical (Scarlett Strallen)
Martin Bruny am Dienstag, den
27. Dezember 2005 um 14:59 · gespeichert in Musical, Broadway, Theater
Und noch ein kleiner Nachschlag zum Thema Bestenlisten. Diesmal die Theater Top-10-Listen von bekannten US-Zeitschriften und -Magazinen.
TIME
01. PRIVATE FEARS IN PUBLIC PLACES, by Alan Ayckbourn
02. KA, written and directed by Robert Lepage
03. THE LAST DAYS OF JUDAS ISCARIOT, by Stephen Adly Guiggis
04. THE WOMAN IN WHITE, book by Charlotte Jones, music by Andrew Lloyd Webber, lyrics by David Zippel
05. THE PILLOWMAN, by Martin McDonagh
06. SEASCAPE, by Edward Albee
07. THE 35TH ANNUAL PIUTNAM COUNTY SPELLING BEE, book by Rachel Sheinkin, songs by William Finn
08. MISS WITHERSPOON, by Chistopher Durang
09. ORSON’S SHADOW, by Austin Pendleton
10. DARLING OF THE DAY, by Jule Styne and E.Y. Harburg, and IT’S A WONDERFUL LIFE, by Joe Raposo and Sheldon Harnick, in concert revivals
THE DAILY NEWS Top 10 (alphabetisch)(Howard Kissel)
Boozy
Doubt
Jersey Boys
The Light in the Piazza
Moonlight and Magnolias
Private Fears in Public Places
Souvenir
The Trip to Bountiful
Walking Down Broadway
Who’s Afraid of Virginia Woolf?
NEW JERSEY STAR-LEDGER (Michael Sommers)
01. Dirty Rotten Scoundrels
02. Drumstruck
03. In the Continuum
04. Jersey Boys
05. The Light in the Piazza
06. Private Fears in Public Places
07. Romance
08. See What I Wanna See
09. The 25th Annual Putnam County Spelling Bee
10. Who’s Afraid of Virginia Woolf?
ENTERTAINMENT WEEKLY
BEST:
01. Sweeney Todd
02. Who’s Afraid of Virginia Woolf?
03. The Last Days of Judas Iscariot
04. Orson’s Shadow
05. Glengarry Glen Ross
06. The Pillowman
07. Jersey Boys
08. The 25th Annual Putnam County Spelling Bee
09. After Ashley
10. The Ruby Sunrise
WORST:
01. In My Life
02. Lennon
03. The Blonde in the Thunderbird
NEWSDAY (Linda Winer)
01. Glengarry Glen Ross
02. Spamalot
03. Sweeney Todd
04. The Pillowman
05. Third
06. Seascape
07. Miss Witherspoon
08. In the Continuum
09. See What I Wanna See
10. Movin’ Out
THE NEW YORK TIMES (Ben Brantley)
“Dream Teams”
Glengarry Glen Ross
Hurlyburly
Spirit
Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street
Who’s Afraid of Virginia Woolf?
“CELESTIAL STAR TURNS”
Victoria Clark in Light In The Piazza
Rebecca Hall in As You Like It
Antony Sher in Primo
Lois Smith in A Trip To Bountiful
John Lloyd Young in Jersey Boys
Martin Bruny am Freitag, den
4. November 2005 um 16:11 · gespeichert in Musical, Broadway
Lange hat man nichts vom Erfolgsteam Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg gehört, das mit “Les Misà©rables”, “Miss Saigon” und “Martin Guerre” Musicalgeschichte schrieb. “The Pirate Queen” heißt ihr neuestes Opus, und der Kurs scheint fix - der Hafen, den die beiden ansteuern, ist, wie man kaum anders erwarten kann, der Broadway (mit Zwischenstopp in Chicago).
Am 3. Oktober 2006 feiert “The Pirate Queen” in Chicagos Cadillac Palace Theatre Premiere. Frank Galati (”Ragtime” [Regie]) hat die Regie übernommen.
Eine Mischung aus Pop, Rock, Musical und irischer Volksmusik scheint es zu werden, mit der das Leben von Grace O’Malley (eigentlich: Granuaile O’Malley) (*1530 auf Clare Islands im Westen Irlands, ?1603, Todesort unbekannt) erzählt wird.
Grace O´Malley begeisterte sich schon als Kind für das Meer und die Navigation. So lernte sie von ihrem Vater, dem Führer eines irischen Clans, das Handwerk eines Seefahrers. Nach einer gescheiterten Zwangsehe beschloß Grace, das Erbe ihres Vaters anzutreten. Von dem Clan zum Häuptling gewählt, ernährte sie diesen mit gezielter und erfolgreicher Piraterie. Unter ihrem Kommando schuf sie einen einzigartigen Wohlstand für ihre Familie. Ausschlaggebend für ihre bis heute anhaltende Popularität ist nicht nur der Umstand, daß sie erfolgreich Kaperwirtschaft betrieb, sondern auch die Tatsache, daß sie gegenüber den Mannschaften der erbeuteten Schiffe Milde und Großmut walten ließ. Sie genoß schließlich den Status einer Nationalheldin. Das nicht zuletzt auch deshalb, weil sie die irische Sache mutig gegen die englische Krone vertrat. Sie starb im hohen Alter als verehrter Clan-Chief an der Westküste Irlands.
Für die männliche Hauptrolle ist Musicalstar Colm Wilkinson im Gespräch. Nach 15 Jahren Broadway-Abstinenz könnte “The Pirate Queen” sein Comeback werden. Wilkinson kreierte im Jahrhundertmusical “Les Misà©rables” die Rolle des Jean Valjean in der Londoner und Broadway-Inszenierung. In Toronto gab er viereinhalb Jahre das Lloyd Webbersche Phantom, und er war in der “Highlight Album”-Fassung von Frank Wildhorns “Jekyll & Hyde” der Arzt und Dämon.
Martin Bruny am Montag, den
24. Oktober 2005 um 13:38 · gespeichert in Musical, Broadway, Tonträger
Playbill bietet exklusiv 3 Tracks des neuen Broadway-Musicals The Color Purple zum Download an. Die Show basiert auf dem gleichnamigen Roman von Alice Walker und dessen Verfilmung durch Steven Spielberg.
Für die Hauptrolle in der Broadway-Produktion konnte LaChanze (”Once on This Island”) gewonnen werden, Regie führt Gary Griffin; die Pulitzer Preis- und Tony Award-Gewinnerin Marsha Norman adaptiert den Stoff für die Bühne. Musik/Lyrics steuern die Grammy Awards-Preisträger Brenda Russell, Allee Willis und Stephen Bray bei, für die Choreographie zeichnet Donald Byrd verantwortlich.
Martin Bruny am Dienstag, den
21. Juni 2005 um 12:57 · gespeichert in Musical, Broadway
1996 sorgte der Hollywood-Streifen The First Wives Club in den Kinos für Furore. 130 Millionen Dollar Einspielergebnis waren nicht zuletzt den Stars des Film zu verdanken: Bette Midler, Goldie Hawn, Diane Keaton, Maggie Smith, Dan Hedaya, Sarah Jessica Parker, Stockard Channing, Victor Garber, Stephen Collins, Elizabeth Berkley, Marcia Gay Harden und Bronson Pin.
In absehbarer Zeit soll ein Musical, basierend auf diesem Blockbuster, den Broadway erobern.
Für die nötige griffige musikalische Basis sorgt das legendäre Songwriter-Team Eddie Holland, Lamont Dozier und Brian Holland. Die drei haben eine Unzahl von Hits für unsterbliche Interpreten wie Martha and The Vandellas, The Miracles, Marvin Gaye, The Four Tops und The Supremes geschrieben. Freilich komponiert das Team für “The First Wives Club” gänzlich neue Songs und mischt diese eventuell mit ein paar legendären eigenen Tunes wie “How Sweet It Is (To Be Loved by You)”, “Baby I Need Your Loving”, “Stop! In the Name of Love”, “You Can’t Hurry Love” und “I Can’t Help Myself”.
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