Archiv - 2003
Martin Bruny am Sonntag, den
11. Mai 2003 um 20:48 · gespeichert in Theater

Heute geht im Wiener Burgtheater die Wiener Festwochenpremiere Ödipus in Kolonos über die Bühne. Bemerkenswert, wer hier am Werke ist: Peter Handke lieferte die Neuübersetzung, Klaus Michael Grüber zeichnet für die Regie verantwortlich, die Besetzung ist im deutschsprachigen Theater der Gegenwart nur schwer zu toppen:
Ödipus Bruno Ganz, Theseus Otto Sander, Antigone Birgit Minichmayr, Kreon Johann Adam Oest, Erster Fremder Martin Schwab, Polyneikes August Diehl, Chorführer Ignaz Kirchner, Chor Branko Samarovski, Martin Schwab, Paul Wolff-Plottegg, Bote Martin Schwab, Ismene Mareike Sedl.
Rezensionen: Kurier orf.at diepresse.com derStandard.at DieWelt
Martin Bruny am Sonntag, den
11. Mai 2003 um 20:48 · gespeichert in Wien

Stargast: Elke Winkens
Eintrittskarten zum Preis von EUR 39,- / 49,- / 59,- / 69,- / 79,- erhältlich bei Wien Ticket (Telefon +43-1-58885 oder www.wien-ticket.at) und den Vorverkaufsstellen Theater a. d. Wien, Raimund Theater, Ronacher, Ticket-Pavillon bei der Oper.
Martin Bruny am Mittwoch, den
7. Mai 2003 um 20:45 · gespeichert in Wien
Am 1. Oktober 2003 wird das Michael Kunze/Sylvester Levay-Musical “Elisabeth” nach fünf Jahren Pause wieder am Theater an der Wien Einzug halten. In einer Pressekonferenz wurde heute die Cast bekannt gegeben:
Elisabeth: MAYA HAKVOORT
Tod: Mà€Tàˆ KAMARà€S
Luccheni: THOMAS BORCHERT
Kaiser Franz Josef: ANDRà‰ BAUER
Erzherzog Rudolf: JESPER TYDà‰N
Erzherzogin Sopie: ELSE LUDWIG
Erzherzog Rudolf, 2. Besetzung: LUKAS PERMANSCHLAGER
Was die bei der Pressekonferenz anwesenden Darsteller zu ihrem Engegament meinten, kann man - hier - nachlesen.
Martin Bruny am Dienstag, den
6. Mai 2003 um 20:45 · gespeichert in Broadway

Am 6. Mai 2003 traten Elton John und sein langjähriger Partner Bernie Taupin an die Öffentlichkeit, um ein neues Projekt anzukündigen: “The Vampire Lestat”, ein neues Musical, das 2005 am Broadway Premiere feiern soll.
Das neue Elton John-Werk basiert auf Anne Rices Kultroman-Serie “Die Chronik der Vampire” und ist das erste Broadway-Abenteuer von Warner Bros. Was haben wir zu erwarten? Eine neue Rockoper? Taupin dazu: “Our intention is make a classically-based show that is stripped of gothic clichà©s and that shows the vampire dealing with his damnation on a more realistic and human level. Please let me make this clear this is NOT a rock opera. Our hope is that it will be stylish, sexy, intelligent, rich and hypnotically dark.”
Linda Woolverton (”The Lion King”, “Beauty and the Beast”, “Aida”) wird für das Buch zur Show verantwortlich zeichnen, die Regie übernimmt Robert Jess Roth (”Beauty and the Beast”). Emanuel Azenberg produziert die Show. [story]
Martin Bruny am Donnerstag, den
1. Mai 2003 um 20:39 · gespeichert in Flicks
Macaulay Culkin kann mit seinem Film Igby Goes Down die Kritiker weltweit zu ziemlichen Lobeshymnen hinreißen. Seit 1. Mai ist der Streifen auch bei uns zu sehen.
Der Inhalt ist kurz erzählt:
Igby ist siebzehn Jahre alt, rebellisch und ziellos. Seine Mutter leidet unter Krebs und ist gefühllos und obendrein dominant. Außerdem hat Igby noch mit seinem geisteskranken Vater zu kämpfen und steht auch noch im Schatten seines spießigen Bruders. Da nützt es ihm auch nichts, dass seine Familie einem Adel angehört und im Geld schwimmt. Wieder einmal gebeutelt vom Schicksal, flieht Igby zu seinem noch reicheren Onkel nach Manhattan. Auf dieser Reise und der Suche nach seiner eigenen Identität, lernt Igby das Leben mit Sex und Drogen und sich selbst kennen. Er lernt aber auch Grenzen kennen.
Kritiker lieben Vergleiche, das macht es leichter, Schubladen anzuvisieren, in die man Kunst packen kann. Hier war die Lade leicht zu finden. Wir haben es mit “Another Holden Caulfield” zu tun. Das lag auf der Hand, und so ist Kieran Culkin nun “The New Catcher in the Rye”.
Klar, dass das von Andy Warhol gegründete Magazin “Interview” den lieben Kieran auch zu Salingers Jahrhundertwerk befragte. Besser befragen ließ, denn die Fragen stellte Illeana Douglas.
ID: So the folks at INTERVIEW are describing you as a “New Catcher in the Rye”, a modernday Holden Caulfield. I hear they have a picture of you holding a copy of the book.
KC: I’d just finished reading it that morning, when they came in for the shoot. What a coinkidink, huh?
ID: Kieran, how would you describe Holden Caulfield’s personality?
KC: [pauses] I should be able to do this - I just read the damn book two weeks ago. All right: He’s totally dissatisfied and unhappy. Notice how everything depresses him? I know people like that who are, like, no matter what you do, they’re just not going to be happy. They’re not going to be satisfied.
ID: Yeah. It’s interesting: Everybody sort of identifies with him, yet if they were actually hanging out with someone like that, you’d -
KC: - You’d hate him.
ID: You’d be like, “Holden, come on!”
KC: Not even - He’d go off on one of his rants, and you’d just sit there silently and awkwardly in a group of people. That just depresses me, I hate that.
ID: In real life you can pull off the Holden thing for a little bit, but then you start getting into your late twenties, [laughs] and it’s time to -
KC: - Relax a bit.
ID: But your character in Igby Goes Down was definitely -
KC: - Holden. Outsiderish. Didn’t like anybody. Yup.
ID: You must identify on some level with playing those kind of characters, the outsiders. Do you think you’ll get tired of playing that kind of part, or is it really within you?
KC: It’s within me to a point, but eventually I’m going to want to play something radically different - you know, try a whole bunch of new things. It’s just a matter of what’s out there that’s good, I guess.
Abschließend meint Kieran: “The thing is, I think Holden’s supposed to be like, six-foot-something, with gray hair. I’m like, one-foot-nothing. And bald.”
Wenn er sich da mal nicht irrt!
Martin Bruny am Dienstag, den
29. April 2003 um 21:16 · gespeichert in Broadway, Awards

Am 28. April 2003 wurden die Nominierungen für die 69. Drama League Awards bekannt gegeben, die am 9. Mai verliehen werden. Eine Nominierung ist geradezu als sensationell zu bezeichnen, wurde doch in der Kategorie “Distinguished Performance Nominees” Michael Crawford für das Broadway-Debakel Dance of the Vampires aufgestellt.
Dance of the Vampires, das in Europa äußerst erfolgreiche Vampir-Musical von Michael Kunze und Jim Steinman, brachte es am Broadway in der Saison 2002/03 auf nur insgesamt 61 Previews und 56 reguläre Vorstellungen. Am 9. Dezember 2002 feierte es seine glanzvolle Premiere und wurde tags darauf von Broadways Kritikern vernichtet. Ken Mandelbaum, Broadway.com-Kritiker, schrieb:
For those who found Jekyll & Hyde too intellectually challenging, Dance of the Vampires may be just the thing. A bona fide Eurotrash bonanza, Vampires would surely have been wiser to unpack its bags in the West End or in Las Vegas. It may make one nostalgic for such hallowed Minskoff Theatre fare as Rockabye Hamlet, Got Tu Go Disco, Marilyn: An American Fable, Teddy and Alice, Tom Sawyer, Saturday Night Fever, or even Metro, the Minskoff’s last foreign-language import. Needless to say, collectors will have to catch Dance of the Vampires. As the title of one of Krolock’s songs puts it, a good nightmare comes so rarely. Don’t forget the garlic.
Martin Bruny am Samstag, den
26. April 2003 um 20:37 · gespeichert in Wien, Fotos




[Fotos: Martin Bruny, 26.4.2003, Wien, Theater an der Wien,
letzte Vorstellung von “Jekyll & Hyde”]
Martin Bruny am Sonntag, den
20. April 2003 um 20:33 · gespeichert in Broadway, TV

Wie Broadway.com berichtet, könnte Schauspieler/Serienstar Gregory Harrison in diesem Sommer am Broadway jene Rolle spielen, die Richard Gere auf der großen Leinwand interpretiert hat: jene des schleimigen Anwalts Billy Flynn im Kander/Ebb-Musical Chicago. (Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.)
Harrison kann schon auf eine ganze Reihe von Schauspielproduktionen verweisen, bei denen er mitgewirkt hat, so zum Beispiel “Steel Pier” und “Follies”, “The Fantasticks”, “The Promise”, “The Subject Was Roses”, “Festival”, “Child’s Play”, “Picnic”, “Billy Budd”, “Carnal Knowledge” und “The Hasty Heart”, eine Rolle, die ihm den L.A. Drama Critics Best Actor Award ein brachte.
In Europa dürfte Harrsion wohl den meisten durch die Serien “Falcon Crest” oder “Trapper John MD” bekannt sein.
Martin Bruny am Samstag, den
19. April 2003 um 20:30 · gespeichert in Musical

16. April 1943:
“17 Uhr: Beginnender Schwindel, Angstgefühl, Sehstörungen, Lähmungen, Lachreiz.”
(Albert Hofmann, Tagebucheintrag am Tag der Entdeckung von LSD im Zuge eines Selbstversuchs)
1886:
“23:58 Uhr. Ich habe 100 ml des Elixiers jh7 getrunken. Bitterer Geschmack … brennt auf der Zunge. Warmes Gefühl in der Kehle. Die Hitze verbreitet sich schnell durch meine Venen. Leicht euphorisches Gefühl, leicht schwindelig. Keine auffälligen Veränderungen im Verhalten. (…) Oh mein Gott!… Was ist das?… Etwas passiert hier, ist es geglückt? Etwas verschlingt mich, ich werde zerdrückt, zerreißt mich und frisst mich und macht mich verrückt! Plötzlich ist – etwas da – so ein Schmerz – unsagbar! Plötzlich ist – da ein Stich – irgendwas tötet mich! Plötzlich ist – was passiert – sterb’ ich jetzt? Oh mein Gott – sieh mich hier! Welch ein Tier! Wer ist die Kreatur vor mir?” (Jekyll & Hyde/Die Verwandlung)
Martin Bruny am Freitag, den
18. April 2003 um 20:29 · gespeichert in Literatur

ein Gedicht ist etwas inmitten einer weißen Ebene,
von sich umzäunt und umschlossen
von den Schalen seiner Zeilen
es hat zwar vergessen, wo und wie es geworden ist,
aber es ist kein verflogener Vogel,
denn es spiegelt, indem es nur sich selber spiegelt,
auch die Gemütsverfassung, aus der es geworden ist,
wider
ein Gedicht ist ein Fenster,
in eine fremde Wirklichkeit geöffnet,
hinter der nur die eines Gedichtes sichtbar wird,
oder eine Mauer mit blinden Fenstern
der Augenblick Schmetterling,
bevor er in Staub zerfällt
ein verletztes Siegel
eine Zeichen- und Bilderschrift aus
einander widersprechenden Bildern und Zeichen
eine Muschelschale ohne Meeresrauschen
die Geisterstunde eines Gegenstandes
ein Apfel an einem Winterbaum,
aber nicht eine von Reif versehrte Rose
etwas, das an etwas erinnert,
woran es keine Erinnerung gibt
das letzte einer Reihe
sich ins Unendliche verkleinernder Bilder
ein Zeichen für etwas,
wofür es nur in Gedichten Zeichen gibt,
die Nachbildung von etwas nicht einmal Geträumtem
etwas, das in unterirdischen Quellen
mit sich redet, Verschubbahnhof spielt,
Mondphasen aneinanderkettet
und Wörter mit Landschaften belehnt
eine Sprachinsel,
eine Spiegelung in einem blinden Spiegel
etwas, das die Wortwörtlichkeit der Wörter
so verkoppelt, daß aus der Verkoppelung
Bildbedeutungen entstehen
eine gefälschte Banknote
ein Sternbild,
das mit seinem Namen nicht übereinstimmt
eine Haustür inmitten einer Wiese,
ein Stück Tapete in einem ausgebrannten Haus
ein Fußballspiel als Vorwand, daß die Spieler
Farben und Linien zusammenführen
die Differenz zwischen einer wirklichen
und einer gezeichneten Taube
eine reine Gegenwart
jedes Gedicht ist die Schale
um einen möglicherweise verglühten Kern
jedes Gedicht ist eine Übersetzung
des einen Gedichtes,
das es nur in Übersetzungen gibt
ein Gedicht ist, was sich als Gedicht erklärt
(Julian Schutting)
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