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Archiv - 2012

Theaterverein Vision/Off Theater: »Hautnah« (2012)

20. April 2012
20:00bis23:00

Foto: Martin Siebenbrunner

1997 schrieb der Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler Patrick Marber das Theaterstück »closer«, das seit seiner Uraufführung am Royal National Theatre für heftige Diskussionen sorgt. So war in einer Rezension der »taz« anlässlich der deutschen Produktion von »Hautnah« anno 2000 am Oldenburgischen Staatstheater unter dem Titel »Wie das Lotterleben so spielt – sie fickten und sie schlugen sich« Folgendes zu lesen:

Männer lassen die Hosen runter, Frauen brechen durch eine riesige Leinwandvagina auf die Bühne. So hinterrücks defloriert prangen die gespreizten Schamlippen dem Oldenburger Publikum direkt ins Gesicht. Die Premiere von Patrick Marbers ‚Hautnah‘ löste unter der Regie von Urs Odermatt den Titel des Stückes ein und trennte dadurch nach der Pause im Oldenburgischen Staatstheater zartbesaitetere TheatergängerInnen von den aufgeschlosseneren. Die bildeten dann aber eine klare Mehrheit und quittierten die Inszenierung mit viel Beifall.

2004 kam eine Verfilmung des Stoffes in die Kinos, die weit weniger unzüchtig angelegt war, dafür aber mit hübschen Darstellerinnen und Darstellern (Julia Roberts, Jude Law, Natalie Portman und Clive Owen) sowie einem süffigen Soundtrack aufzuwarten hatte.

2007 feierte »closer« seine Wien-Premiere am Ensembletheater. Als Gastspiel des vienna theatre project ging die Premiere von »closer« (in englischer Sprache) am 7. Mai 2007 über die Bühne.

2012 zeigt der Theaterverein Vision »closer” in deutscher Sprache, unter dem Titel »Hautnah«, und unter der Regie von Joanna Godwin-Seidl (Leiterin des »vienna theatre project«, Regie »The Last 5 Years« in der Drachengasse) im Wiener Off Theater.

Es spielen Caroline Frank (zur Zeit im Raimund Theater und an den Wiener Kammerspielen engagiert), Sascha O. Bauer (im Sommer 2012 als Judas in »Jesus Christ Superstar« bei den Festspielen Röttingen), Sabine Kranzelbinder und Markus Schöttl (beide spielen zur Zeit Peter Turrinis »Rozznjagd« in Klagenfurt).

Handlung

»Closer« erzählt von vier Menschen, die zusammenkommen, auseinander gehen, den Partner tauschen, sich gegenseitig hassen und verletzen. Das scheint nun doch etwas abgedroschen und ist es auch – aber nur auf den ersten Blick. Die Sprache der Liebe ist das älteste, das entwertetste dramatische Mittel. Marbers Stück jedoch hat eine Tiefe und einen schonungslosen Gegenwartsbezug, weshalb man selbst auf die clichà©behaftetsten Bezeugungen von Zuneigung mit einem wachen, manchmal ungläubigen Auge blicken muss. Das Schauspiel entwickelt sich rasch zu einem faszinierenden Netz von Intrigen.
Foto: Martin SiebenbrunnerEs beginnt in der Notaufnahme eines Krankenhauses, wohin Dan Alice brachte, nachdem er beobachtet hatte, wie sie auf der Blackfriars Bridge niedergefahren worden war. Dan schreibt Nachrufe, und sieht sich als zukünftiger Schriftsteller, der gerade auf der Suche nach einem passenden Thema ist. Alice ist eine junge, hübsche Stripperin, hinter deren verwundbarem Auftreten ein eherner emotionaler Absolutismus verborgen liegt. Dan zieht bei Alice ein, schreibt ein Buch über sie – und verfällt dann ganz der Photographin Anna, die für ihn Photos für die Werbekampagne seines Buches schießen soll.
Als er sich daraufhin im Internet als eine sexbesessene Phantasie-Anna ausgibt, steuert er sie unbeabsichtigt in eine Beziehung mit Larry, einem etwas ungehobelten, aber herzlichen Arzt – der rein zufällig Alice in der ersten Szene behandelt hatte.
So beginnt eine mitreißende und oft wilde Quadrille von Liebe und Betrug. Was Marbers Stück so besonders macht, ist seine schonungslose Darstellung der Brutalität von Beziehungen. Sexueller Neid und Eifersucht zeigen hier offen ihr hässliches Gesicht. Hilflos verfängt sich Larry in Grausamkeit und Selbsterniedrigung, als er zurückgewiesen wird. Dan und Anna werden als feige Lügner entlarvt. Nur Alice bleibt bis zum Ende ehrlich, wofür sie bezahlen muss. Marber deutet an manchen Stellen an, dass die fehlende Treue seiner Charaktere Ausdruck eines in der Gesellschaft unausweichlichen Kompromisses sei. Das wirkt doch sehr pessimistisch, aber »closer« ist nur selten so düster. Das Stück ist gespickt mit trockenem Humor und wahnwitzigen Verwicklungen.

Foto: Martin Siebenbrunner »Closer«
von Patrick Marber
Deutsch von Helmar Harald Fischer

Cast
Caroline Frank: Anna
Sascha O.Bauer: Larry
Sabine Kranzelbinder: Alice
Markus Schöttl: Dan

Regie: Joanna Godwin-Seidl
Fotos: Martin Siebenbrunner

Premiere: 20. April 2012, 20:00 Uhr
Weitere Vorstellungen: 21., 26., 27. und 28. April 2012, jeweils 20:00 Uhr
OFF Theater (Kirchengasse 41, 1070 Wien) – Weißer Saal

Karten
€ 22,- / € 12,- (ermäßigt)
Reservierungen unter: office@theatervereinvision.at oder 0660 494 6989 www.theatervereinvision.at

Links
- Hautnah @Facebook
- Theaterverein Vision

Off Theater: »Wenn Rosenblätter fallen« [Version 2012]

20. Mai 2012
19:30bis21:30

Es war vom Thema her eine der mutigsten Musicalproduktionen, die in Wien im letzten Jahr zu sehen waren: »Wenn Rosenblätter fallen« von Rory Six und Kai Hüsgen, mit einem phänomenal singenden Dirk Johnston, einer sympathischen Jana Stelley und mit Carin Filipcic, von der ich persönlich in der Rolle der krebskranken Mutter nicht überzeugt war. Da hätte man regiemäßig mehr an den besonders heiklen Szenen arbeiten müssen, nicht jene Momente ins gleißende Licht rücken, in denen Emotionen wenig glaubhaft gespielt wirkten – darüber ließe sich viel sagen, aber wie auch immer, gerade dieses Musical hat großes Potential. Und die gute Nachricht ist, dass es im Mai und Juni 2012 erneut in Wien zu sehen sein wird.

rosenblaetter2012.jpg

Nach der ersten Aufführungsserie im Theater Akzent sind nun Vorstellungen im Off Theater angesetzt. Es wird eine intimere Version des Stücks sein, was letztlich dem Charakter der Show auch noch besser entsprechen könnte.

Nähere Infos zur neuen Version findet man demnächst auf der neuen Website zur Show –> hier.

Aufführungstermine
20.05.2012, 19:30 Uhr, Off Theater, Wien
26.05.2012, 19:30 Uhr, Off Theater, Wien
27.05.2012, 19:30 Uhr, Off Theater, Wien
01.06.2012, 19:30 Uhr, Off Theater, Wien
08.06.2012, 19:30 Uhr, Off Theater, Wien

Karten
Online: rosenblaetter-musical.webnode.at
Telefonisch: +43 (0) 676 770 61 88
Preis: € 22 (€18 erm.)
Es gibt 99 Plätze pro Vorstellung, freie Platzwahl!

Parallel zur neuen Wiener Produktion existiert der Plan, eine englischsprachige Version der Show unter dem Titel »When Rose Petals Fall« in Form eines Readings in London zu zeigen. Das kostet einiges, und gerade heutzutage sind Finanzierungsmodelle per Internet immer mehr im Kommen. 6000 Dollar möchte Rory Six per Online-Funding auftreiben. Investieren kann jeder, der Interesse hat, ab 10 Dollar ist man dabei. Infos zu diesem Projekt gibt es –> hier.

Links
- Wenn Rosenblätter fallen: Official Website
- Rory Six
- Kai Hüsgen
- Rory Six @twitter
- reel kandi Video über die letzte Produktion der Show –> hier
- Off Theater
- Indiegogo: When Rose Petals Fall

Susan Rigvava-Dumas – live in der Augustinerkirche

16. März 2012
19:30bis21:30

Am Freitag, dem 16. März 2012 (Beginn 19:30 Uhr), tritt Susan Rigvava-Dumas im Rahmen der Reihe »Ohrenschmaus – Musik & Wort als Fastenspeise« in der Wiener Augustinerkirche auf. Eintritt frei – Spenden erbeten.

Mitwirkende
P. Matthias Schlögl OSA, Rezitation
Susan Rigvava-Dumas, Mezzosopran
Wolfgang Capek, Orgel

Programm
Giovanni Battista Pergolesi ( aus dem »Stabat mater«)
- »Cuius animam gementem«
- »Vidit suum dulcem natum«

Johann Sebastian Bach
- Fantasie & Fuge c-Moll, BWV 537
- »O du Liebe meiner Liebe«
- »Selig wer an Jesu denkt”
- »Sei gegrüßet Jesu gütig«
- »Dir, dir Jehovah will ich singen

Emile Bourdon (aus den »Dix pià¨ces«, op. 7)
- Mà©ditation
- Carillon

Cà©sar Franck
- »O vos omnes« (aus »Die Sieben Worte Jesu am Kreuz«)

Louis Vierne
- A Midi (aus »Les Angà©lus«)
- Prà©lude aus der 1. Orgelsymphonie, op. 14

Cafe Korb: »Pop Art – The Art of Pop«

25. März 2012
19:30bis21:30

popart2012.jpgNoch drei Mal, am 13., 18. und 25. März 2012 (Beginn: 19:30 Uhr), geht im Wiener Cafe Korb die Show »Pop Art – The Art of Pop« über die Bühne.

In ihrem Programm interpretieren Karolin Konert, Sarah Lahminger und Lisa Greslehner bekannte Popsongs, auf ganz spezielle Weise – angesiedelt zwischen Pop-Jazz-Funk und Latin – arrangiert von Belush Korenyi. Er begleitet die Sängerinnen auch am Klavier.

Mit dabei Hits von Lady Gaga, Christina Aguilera oder Britney Spears.

Tickets
Abendkasse: 15 EUR (Studenten: 8 EUR)
Reservierungen im CAFE KORB, Brandstätte 9, 1010 Wien oder unter 0676/9442465

Link
- Cafe Korb

Marjan und Lukas: »Luft und Liebe«

Am 16. März 2012 veröffentlichen die Musicaldarsteller Marjan Shaki und Lukas Perman als »Marjan & Lukas« ihre erste gemeinsame CD außerhalb des Musicalgenres: »Luft und Liebe«.

Die CD wird sowohl digital als auch als physischer Datenträger erwerbbar sein. Digital etwa bei iTunes (–> hier), die CD selbst wird, da als Plattenfirma Sony Music dahintersteht, in jedem noch existierenden Plattenladen erhältlich sein.

Erste Promotionauftritte im österreichischen und deutschen Fernsehen sind fixiert:

25.03.2012
TV-Auftritt / “Brieflos-Show” (ORF2, 17:50h)

22.04.2012
TV Auftritt / ZDF Frühlings-Show

28.05.2012
TV-Auftritt / Live @ ZDF-Fernsehgarten
(Pfingst-Sondersendung)

Auf ihrer Website (siehe –> hier) bietet das Duo einen Blog, Videos, eine Galerie – und auch einen Shop wird es geben.

Links
- Marjan & Lukas: Offizielle Website
- Marjan & Lukas @ Facebook

Cedric: »Rock on Jimi Hendrix«

»Rock On Jimi Hendrix«: Official Music Video
Artist: Cedric
Written by: Cedric Lee Bradley
Produced by: Markus Gartner & Cedric Lee Bradley
Video Directed & Choreographed by: Cedric Lee Bradley
Edited by: Cedric Lee Bradley, Jan Frankl & Benedict Heinzl
Final edit & Coloration by: Cedric Lee Bradley & Jan Frankl

1st location Cameraman & Assistant Director: Benedict Heinzl
Sound & Lights: Elias Neuspiel

Dancers
Roberto Pereira Barbosa Jr., Gislene Marek, Miruna Mihailescu, Andreas Wanasek, Carla Almeida Weissmann, Altay-Deniz Bambi Yigitalp

Band
Hari Baumgartner, Marco Dansco, Andreas Wanasek

2nd Location Cameraman & Assistant Director: Jan Frankl
Lights & Sound: Big M (Martin)

Dancers
Daniella Foligno, Caroline Frank, Nicola Gravante, Farid Halim, Sabrina Harper, Carina Kärcher, Jerome Knols, Julia Melcher, Steven Seale

Cameo by: Mackenzie Lee Dawson Braun

Stockerau Open Air Festival: A Chorus Line (2012)

9. Juli 2012
20:00bis23:00

Foto: Inge Prader
Seit 1998 regieren in Stockerau beim alljährlichen Sommer-Open-Air-Festival Musicals. 1998, das war auch der Beginn der Intendanz von Alfons Haider.

Am Beginn stand »The King and I«, eine Produktion, die man 1998, 1999, 2000 und 2005 mit großem Erfolg spielte und mit der Alfons Haider im Jahre 2000 im Wiener Ronacher und im Deutschen Theater in München gastierte.

Es folgten Shows wie »Time out!” (2001 und 2002, eine Musicalversion des »Cyrano de Bergerac«-Stoffs), das Willi-Forst-Musical »Sag beim Abschied …« (2003), »Grillparzer leicht gekürzt« (mit Lukas Perman, 2004) oder eine Show über Johann Strauss mit dem Titel »Schani – mehr als ein Leben« (2006). Es war dies eine Zeit, in der der Intendant des Festivals die Stücke nicht nur in Stockerau zeigen konnte, sondern auch im Rahmen von Gastspielen, beispielsweise im Wiener Metropol. 2007 war ausschließlich in Stockerau das Musical »C’est la vie” zu sehen, eine Show angelehnt an der Geschichte von Jeanne d’Arc.

Auf die Periode der innovativen Eigenentwicklungen folgte in den letzten Jahren ausschließlich Bekanntes wie »La Cage aux Folles” (2008 und 2009), »Victor/Victoria« (2010) und »Sie spielen unser Lied« (2011), mit unterschiedlichem Erfolg. »Sie spielen unser Lied« war ein finanzieller Misserfolg.

Foto: Inge Prader

2012 steht die letzte Musicalproduktion des Stockerauer Open-Air-Festivals an, und es endet die Intendanz Alfons Haiders. Für dieses letzte Jahr hat man sich den Broadway-Klassiker »A Chorus Line« ausgesucht. Am 9. Juli 2012 geht die Premiere über die Bühne, bis zum 18. August 2012 wird gespielt – eine österreichische neue Textfassung von Gunther Baumann. Regie und Choreographie übernimmt Mitzi Hamilton, die in diversen Fassungen der Show über 4000 Mal in New York und London zu sehen war und in Stockerau die Original-Broadway-Inszenierung zum Leben erwecken soll.

Den Schlusspunkt unter 15 Jahre Musical in Stockerau bietet am 19. August (Beginn: 20 Uhr) eine Show mit eben diesem Titel: »15 Jahre Musical in Stockerau«. Geboten werden Songs aus allen Produktionen, interpretiert von Alfons Haider, Marianne Mendt, Maya Hakvoort, Jessica Blume, Ines Hengl-Pirker, Katrin Lampe, Caroline Frank, Erwin Windegger, Heideline Pfaffenbichler, Oliver Huether, u. v. a. m. sowie dem Ensemble von »A Chorus Line«.

A Chorus Line
Leading Team
Idee: Michael Bennett
Musik: Marvin Hamlisch
Buch: James Kirkwood & Nicholas Dante
Songtexte: Edward Kleban
Österreichische Übersetzung: Gunther Baumann
Regie & Choreographie: Mitzi Hamilton
Musikalische Leitung: Michael Schnack
Choreographie-Assistenz: Sabine Arthold
Bühnenbild: Walter Vogelweider
Kostüme Mimi Zuzanek
Produktionsleitung: Christoph Waltenberger
Produktionsleitung-Assistenz: Dominik Penner
Künstlerische Gesamtleitung: Alfons Haider

Cast
Zach: Alfons Haider
Larry: Thomas Huber
Cassie: Sabrina Harper
Val: Bettina Mönch
Sheila: Ines Hengl-Pirker
Diana: Nina Tatzber
Judy: Marianne Tarnowskij
Kristine: Birgit Wanka
Maggie: Sophia Gorgi
Bebe: Maxi Neuwirth
Tricia: Barbara Schmid
Lois: Gloria Wind
Mike: Andrea Casati
Richie: Pierre Alexandre
Paul: Peter Knauder
Mark: Morten Daugaard
Greg: Martin Niedermair
Bobby: Georg Prohazka
Al: Nicola Gravante
Frank: Timo Verse
Swing: Eva Prenner

Foto: Inge Prader

A Chorus Line
Premiere am 9. Juli 2012
Vorstellungen: 10. Juli, 11. Juli und vom 17. Juli bis zum 18. August 2012, jeweils Di–Sa, 20 Uhr
Festspielplatz, Dr. Karl Renner Platz (bei Schlechtwetter – Veranstaltungszentrum Z2000, Sparkassaplatz 2).
Info & Karten: 02266 / 67 689

15 Jahre Musical in Stockerau
19. August 2012 um 20 Uhr
Festspielplatz, Dr. Karl Renner Platz (bei Schlechtwetter – Veranstaltungszentrum Z2000, Sparkassaplatz 2)
Info & Karten: 02266 / 67 689

Kartenvorverkauf
Kulturamt Stockerau
Tel.: 02266 / 676 89
Mail: kulturamt@stockerau.gv.at
Web: www.stockerau.at

Wien-Ticket
Tel.: 01 / 588 85
Web: www.wien-ticket.at
oder WIEN-TICKET Pavillon an der Oper: täglich 10:00 – 19:00 Uhr

Matt Doyle: »The one who ran away«

Matt Doyle singing »The one who ran way« from the original musical, »The Making of Madeline Moore« by Ewalt & Walker. Performed at Playwrights Horizons Mainstage Theater as part of »An Evening with Ewalt and Walker: Just A Couple of Dudes Who Like To Write Songs« on June 15, 2009.

Links
- Ewalt & Walker
- Ewalt & Walker @YouTube

Kammeroper Wien: »Sucktion« – Eine Cyborg Hyperopera

9. Mai 2012
19:30bis21:30

Bis sich die verantwortlichen Damen und Herren der Wiener Kulturpolitik genau überlegt haben, was sie in Zukunft nun wirklich mit der Wiener Kammeroper anstellen wollen, wird es im Haus Gastproduktionen geben.

Eine solche Gastproduktion ist am 9. und 12. Mai 2012 zu sehen. Gegeben werden zwei Einakter über die Ehe für eine Frauenstimme, abwesenden Partner und Ensemble.

1) Sucktion – Eine Cyborg Hyperopera über eine cybererotische Transformation für Sopran, Staubsauger, Laptopplayer und Percussionist
von Anna LeBaron

Irona: ANNA-MARIA BIRNBAUER
Dauer: 40 Minuten
Libretto: Douglas Kearny
Uraufführung: 2008, New Original Works Festival at REDCAT in downtown Los Angeles

Inhalt

Die Oper Sucktion der bedeutenden amerikanischen Komponistin Anne LeBaron zeigt die cyber-erotische Transformation einer unterwürfigen Hausfrau in einen selbstzufriedenen kybernetischen Organismus mittels des subversiven Gebrauchs eines Staubsaugers. Mit Elementen der Satire und Science Fiction kritisiert Sucktion den Sexismus, und im besonderen, wie gesellschaftlich abgesegnete weibliche Abhängigkeit von männlicher wirtschaftlicher Dominanz Frauen zu Hausangestellten ohne Agenden, eben zu “Reinigungsmaschinen” reduziert. Dabei folgt der erzählerische Bogen von Sucktion sechs Songs: Soap Aria, Sucktion Remix, Anniversorry, Cleaning House, Rabbitroobabot’rumba, and Cyborgasm.
In der ersten Szene spricht Irona (die Hausfrau) in der Sprache von Werbesongs, Soaps und Soft Rock-Songs. Der Text von Sucktion setzt die Verwandlung in einen Cyborg mittels einer von der Hausfrau nach und nach angenommenen Kunstsprache in Szene, die aus Elementen aus kreolischem Englisch, Deutsch und onomatopoetischen Annäherungen von Industriegeräuschen gebildet wird.
Sucktion erforscht den Schnittpunkt von geschriebenem Text und akustischer Aufführung durch die Fusionierung eines typographischen Librettos mit experimenteller Konzert-Theatermusik weiter.
Der Text, mit seinem visuellen Kollisionen von schwankenden Mustern, ist gleichzeitig Text, Regieanweisung und Bühnenbild, und erzeugt einerseits eine Flut von TV Soaps von hausfraulicher Unterhaltung, Talk-Shows und Melodramas, andrerseits Irona’s alle Haushaltsgeräte zerstörenden Amoklauf.

2) Miss Donnithorne’s Maggot – Musiktheater für Mezzosopran und Ensemble
von Peter Maxwell Davies

Miss Donnithorne: ANNETTE SCHÖNMÜLLER
Dauer: 32 min
Libretto: Randolph Stow Uraufführung: 1974, Town Hall, Adelaide

Miss Donnithorne’s Maggot ist ein Klassiker des zeitgenössischen Musiktheaters. Die Oper thematisiert die Traumatisierung einer Frau durch das Verlassen werden durch den Partner und ihre Reaktion darauf.
Miss Donnithorne war eine australische Dame und, wie es scheint, eines der Vorbilder für Miss Havisham in Dickens’ Great Expectations. Sie wurde, nachdem sie buchstäblich in letzter Minute sitzen gelassen wurde, eine Einsiedlerin, und im Stück finden wir sie schwadronierend über dem Rest ihrer Hochzeitstorte vor, die mit Instrumentalisten verziert ist. Wie der verrückte König George III in Maxwell Davies bekanntestem Werk Eight Songs for a Mad King hat auch sie acht Lieder, wobei das fünfte ein Notturno-Zwischenspiel ist, das die Altflöte für sie singt. Wie in dem früheren Werk ist auch hier der Solopart eine tour de force stimmlicher Effekte, die über drei Oktaven führt, auch wenn Miss Donnithorne in all ihrem Wahnsinn noch liedhafter ist als George III. Auch ist die Stimmung der Ensemblemusik etwas verhaltener, kontrollierter, vielleicht mehr einer Lady gemäß – allerdings ist hier eine nicht weniger bedingungslose, brillante Darbietung gefragt.

Nähere Infos –> hier.

Link
- Kammeroper Wien/Gastveranstaltungen

Performing Center Austria: »Hear My Song«

24. März 2012
20:00bis22:00

hear_my_song.jpg

Der diesjährige Abschlussjahrgang der Wiener Musicalschule Performing Center Austria widmet sich den Songs des amerikanischen Musicalkomponisten Jason Robert Brown. Rund um seine Musik wurde die Show »Hear My Song« konzipiert, mit folgender Story:

Ein Abend mit 10 Geschichten über 10 Menschen.
New York – Grand Central Station, einer der berühmtesten Bahnhöfe der Welt im Herzen von Manhattan. Für viele ist dieser Bahnhof der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, in der Hoffnung, dort ihr Glück zu machen und ein besseres Leben zu finden. In »Hear My Song« treffen wir 10 dieser Menschen und bekommen bruchstückhaft Einblicke in ihr Wesen und die Beweggründe für ihr Stranden im Big Apple.
Sei es die Schwester, die ihren Bruder besucht, die Tochter, die nicht nur zum Shoppen angereist ist, die Tänzerin, die ihr berufliches Glück sucht, aber ihr privates Glück findet.

Oder der Drehbuchautor, der das echte Theater sucht, die Ehefrau, die nicht mehr im Schatten ihres Mannes stehen will, das »Cowgirl« aus dem tiefsten Texas, die DJANE aus Barcelona, die Frau, die einen Wolkenkratzer auserkoren hat, um ihr Leben zu beenden, oder auch die Ticketverkäuferin am Bahnhof, die tagtäglich tausende von Menschen an sich vorüberziehen sieht.

Wir bekommen die Gelegenheit diese Menschen ein wenig kennen zu lernen, und zum Teil treffen sie auch selber aufeinander – auf einer Wartebank in der Grand Central Station.

Das ist der Schauplatz, von dem aus die Charaktere mit Hilfe der Songs des amerikanischen Komponisten Jason Robert Brown ihren Gegenüber, aber auch die Zuseher in ihre Seele blicken lassen.

Zehn Menschen. Zehn Geschichten. Miteinander verwoben, und doch Einzelschicksale.

Ein Reigen? Ein Stück? Ein Seelenstriptease?

Mit: Claudia Artner, Franziska Fröhlich, Aline Herger, Judith Jandl, Peter Knauder, Angelika Ratej, Jakob Semotan, Jasmin Shah Ali, Anetta Szabo, Gloria Veit

Regie/Textbuch: Jürgen Kapaun
Musikalische Leitung: Marie Landreth
Choreographie: Sabine Arthold

Vorstellungen am 24. und 25. März 2012 um jeweils 20:00 Uhr
Ort: Festsaal der Pratergalerien; Riesenradplatz 4; A-1020 Wien
Karten zu 29.- € ( Studenten und Schüler à¡ 16.- €), erhältlich im PERFORMING CENTER AUSTRIA; Zieglergasse 7; A-1070 Wien

Nähere Infos –> hier.

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