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Archiv - 2012

Wiener Theatermuseum: Die Welt der Operette – Glamour, Stars und Showbusiness

operette.jpgDer »Welt der Operette« widmet sich eine Ausstellung im Wiener Theatermuseum seit 2. Februar und noch bis 24. September 2012 – kuratiert von Marie-Theres Arnbom sowie Kevin Clarke, und gestaltet von Sam Madwar. Starkult und Kommerz werden ebenso thematisiert wie Sozialkritik, Politik und rassische Verfolgung.

Heute strömen die Besucher ins Kino, früher stürmten sie Operettentheater und warteten auf Novitäten und Skandale ihrer Stars. Showbusiness war angesagt, Glamour und Glitter bestimmten die Inszenierungen, die niemals verstaubt und altmodisch, sondern in der prägenden Zeit der 1920er sozialkritisch, humorvoll und frivol waren. Ihre Akteure wurden zu Superstars und gesuchten Werbeträgern für Produkte von Zigaretten bis Luxusautos. Wiener Operette machte auch am Broadway Furore und war ein einzigartiger Exportartikel österreichischer Kultur.

Ein Rahmenprogramm begleitet diese Ausstellung. Unter dem Motto “Wir laden gern uns Gäste ein” gibt es Gespräche unter anderem mit Dagmar Hellberg, Robert Meyer, Peter Fröhlich und vielen anderen mehr. Weitere Programmpunkte:

Im weißen Rössl – erstmals für Kinder!
Kinderversion der beliebten Benatzky-Operette mit Alexander Kuchinka (Regisseur, Pianist und »Leopold«), Cornelia Horak, Christoph Wagner-Trenkwitz, Peter Kühnelt-Leddihn und Sam Madwar (Ausstattung). Eine Produktion des Kindermusikfestivals St. Gilgen. 31. März 2012, 17 Uhr, Eintritt: 18 €, Kinder und Schüler 8 €

Und Operette rettete der ungarische Schlager!
Heinz Holecek singt und erzählt
Am Klavier: Markus Vorzellner
25. April 2012, 19.30 Uhr, Eintritt: 18 €, Schüler und Studenten 10 €

Von der Operette zum Wienerlied – »Schlager« für Fortgeschrittene?
Maria Stippich, Helmut Stippich, Peter Havlicek und Otto Brusatti bieten Achterbahnfahrten für Schwindelfreie.
3. Juni 2012, 11 Uhr, Eintritt: 18 €, Schüler und Studenten 10 €

Und wer schließlich ein aktuelle Operette sehen will, hat dazu ab 19. Mai 2o12 im Wiener Konservatorium Gelegenheit, wo an diesem Tag die Uraufführung der Musicaloperette »Tee um drei« von Florian Stanek (Buch/Liedtexte) und Sebastian Brandmeir (Musik) stattfindet. (Dabei handelt es sich um keinen Programmpunkt des Theatermuseums.) Nähere Infos –> hier.

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Links
- Wiener Theatermuseum
- Tee um 3 (Konservatoroium Wien Privatuniversität)

Musical Unplugged 6.1. & 6.2

10. April 2012
19:30bis21:30

Sechs Mal ging die Konzertserie “Musical Unplugged” in den letzten Jahren in wechselnder Besetzung bereits über die Bühne. Zwei weitere Termine der 6er-version, Musical Unplugged 6.1 und 6.2, finden am 10. April 2012 (Beginn: 19:30 Uhr) im 9er-Haus Theater Hennersdorf und am 29. Mai 2012 (Beginn: 19:30 Uhr) in der Neuen Burg Perchtoldsdorf statt.

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»Musical Unplugged 6.1«
Besetzung: Luc Devens, Peter Neustifter, Florian C. Reithner, Florian Schützenhofer, Jakob Semotan und Michael Vinzenz.

Kartenreservierung:
- Mail: simone.schrammel@gemeinde-hennersdorf.at
- Tel.: +43 2235 812 30 17
Kartenpreis: 25 Euro
Beginn: 19:30 Uhr, Einlass: 19:00 Uhr

Veranstaltungsort
9er-Haus Theater, Bachgasse 9, 2332 Hennersdorf

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»Musical Unplugged 6.2«
Besetzung: Stefan Bischoff, Luc Devens, Roman Hauser, Christof Messner, Markus Neugebauer, Martin Pasching, Florian C. Reithner, Florian Schützenhofer, Jakob Semotan und ein Auswahlchor des Sacrà© Coeur Pressbaum.

Kartenverkauf
- Mail: info@perchtoldsdorf.at
- Tel.: +43 1 866 83 400
Kartenpreis: 29 Euro
Beginn: 19:30 Uhr, Einlass: 18:30 Uhr

Veranstaltungsort
Burg Perchtoldsdorf, Neuer Burgsaal, Hyrtlgasse 4, 2380 Perchtoldsdorf

Das Programm der “Musical Unplugged”-Shows bietet unter anderem Hits von hierzulande als Klassiker geltenden Musicals wie zum Beispiel “Elisabeth”, “Mozart!” oder “Tanz der Vampire” bis hin zu Werken von Frank Wildhorn, Stephen Schwartz oder Jeanine Tesori. Mit dabei auch (Austro-)Pop-Klassiker und Abstecher in Klassik und Schlager, serviert mitunter mit einer gehörigen Portion Ironie.

Die Tickets zu »Musical Unplugged 6.1 und 6.2« sind im Verkauf.

Links
- Musical Unplugged
- Musical Unplugged @YouTube

Nick Pitera schlägt wieder zu: “One Man Phantom of the Opera”

Nick Pitera:

I am such a huge Phantom fan. Andrew Lloyd Webber is a genius! This is my attempt at paying tribute to such a great piece of musical history

Link
Nick Pitera @Facebook

Andrew Lloyd Webber: Hauptsache ein Jesus, egal ob Mann oder Frau

Andrew Lloyd Webber weiß, wie er die Einschaltquoten steigern kann. Für eine Neuproduktion seiner Rockoper »Jesus Christ Superstar« sucht er demnächt auf ITV einen Darsteller für die Rolle des Jesus. Mittlerweile ließ er verlautbaren, dass es auch eine Darstellerin sein darf, denn, so Webber, “it’s all about talent”.

Ein Sprecher von ITV erklärt dazu:

The role was written by Tim Rice and Andrew Lloyd Webber for a great rock tenor 42 years ago. It was first performed by Ian Gillan – one of the greatest rock tenors of our time. Our auditions are open to anyone and we’re all very excited to meet potential auditionees.

Die potentielle Jesus-Darstellerin würde freilich nicht Geschichte schreiben. Das besorgten schon die kanadische Electroclash-Sängerin Peaches 2010 mit ihrer Show »Peaches Christ Superstar« in Berlin, und auch Amy Ray, die Sängerin der Indigo Girls, in einer Produktion von 1994 (siehe –> hier).

Link
- list.co.uk: Andrew Lloyd Webber could find female Jesus
- web.orange.co.uk: Lloyd-Webber widens the search for Jesus

Wien: “Pension Schöller” – das neue Metropol-Musical

11. April 2012
20:00bis22:30

Am 11. April 2012 (Beginn: 20:00 Uhr) feiert im Wiener Metropol Carl Laufs‘ und Wilhelm Jacobys Bühnenklassiker »Pension Schöller« in einer Musicalfassung von Peter Hofbauer/Stefan Vögel (Buch) und Peter Uwira (Musik) Premiere.

Inhalt

Ein begüterter Privatier macht die finanzielle Unterstützung seines Neffens davon abhängig, dass ihm dieser eine Irrenanstalt von Innen zeigt. In seiner Not führt der Neffe seinen Onkel in die Pension Schöller ein. Und siehe da: Onkelchen amüsiert sich prächtig, weil er, getreu seiner vorgefassten Meinung, die dort versammelten Pensionsgäste tatsächlich für Irre hält.

Carl Laufs’ und Wilhelm Jacobys höchst turbulente Komödie ist ein Klassiker der Unterhaltungskunst. Rasant, schräg und mit einem Augenzwinkern. In der Musicalfassung wurde der historische Hintergrund aus der Kaiserzeit in die Zweite Republik verlegt, genauer gesagt: ins österreichische Staatsvertrags-Jahr 1955. Im Zentrum des Geschehens: »Onkel« Klapproth, der nicht bemerkt, dass er »im falschen Film« ist, gespielt von Hubert Wolf, bekannt als »Papa Putz« aus der Fernsehwerbung für XXX-Lutz.

Leading Team
Buch: Peter Hofbauer & Stefan Vögel
Komposition: Peter Uwira
Bühnenbild und Kostüm: TOTO
Musikalische Leitung: Max Hagler
Regie: Thomas Enzinger

Cast
Maxi Blaha, Missy May, Dunja Sowinetz, Martin Bermoser, Stephan Paryla-Raki, Alfred Pfeifer, Alfons Noventa & Hubert Wolf

Tickets –> hier.

Landestheater Linz/Eisenhand: Georg Kreislers “Du sollst nicht lieben”

15. März 2012
20:00bis22:00

Ein neues Gebot erobert die Zweisamkeit: »Du sollst nicht lieben«. Es zu achten, erzeugt Heiterkeit und eine zur Absurdität neigende Ironie. Die junge, lebhafte Sonja trifft auf den kultivierten, bindungsängstlichen Lothar und beide entdecken, es wäre das Beste, sich nicht zu lieben.
Noch die erste Begegnung scheint normal, alles dreht sich um einen Strauss verwelkter Rosen, ein italienisches Restaurant und den Vorsatz Lothars, Sonja ihre Jugend zu entreißen. In einem Anfall von Torschlusspanik spinnt Lothar seine Gedanken, wie er Sonja dazu verleiten könnte, sich ihm an den Hals zu werfen und ihn zu heiraten. Doch Sonja braucht einen Vater für ihre Tochter und ihr Widerstand ist enden wollend. Die Talfahrt beginnt, an der jeder teilnehmen und zusteigen kann. Man begibt sich mit den beiden ins Theater, ins Bett, ins Büro, nach Paris, man begleitet das Paar in die Absurdität des Alltags.
Versuche der beiden, zu kommunizieren, bleiben erfolglos und ohne in Zynismus zu verfallen wird hier eine Nicht-Liebe entlarvt, bis zum Schluss jeder alleine bleibt.
Georg Kreisler serviert mal bissig pointiert, mal charmant beschwingt und bereitet genussvolle Momente in dieser musikalischen Komödie. Er entspinnt eine bittersüße Nichtromanze, die die Fallen des Ehelebens offenbart und gewährt höchst aufschlussreiche Einblicke in wiederkehrende Zweisamkeitsverzweiflungen. Seine Übertreibungen erzeugen Vergnügen am gnadenlos Normalen. Musik von Bach bis Wolf mischt sich unter die beiden, Beethoven und Rossini feiern komödiantische Urständ und fröhlich bilden sie den Abgesang der Liebe.

Georg Kreisler: Du sollst nicht lieben
Musikalische Komödie

Schauspiel
Österreichische Erstaufführung am 15.03.2012
Spielstätte Eisenhand

Leading Team
Inszenierung: Manuela Kloibmüller
Musikalische Leitung: Nebojša Krulanovic
Bühneneinrichtung und Kostüme: Christian Schmidleithner
Raum: Florian Parbs
Dramaturgie: Anke Held

Cast
Sonja: Angela Å migoc
Lothar: Joachim Rathke
Klavierbegleitung: Nebojša Krulanovic

Link
- Landestheater Linz

Casinos Austria: Hoffmann und Neuwirth - Das gibt’s nur einmal!

1. März 2012
19:00bis21:00

Am 1. März veranstaltet der Verein neunerHAUS in Kooperation mit Casinos Austria einen Benefizabend im Studio 44 zugunsten obdachloser Menschen.

Frank Hoffmann & das Martin Gasselsberger Trio mg3 und Neuwirth & Extremschrammeln im Trio erheben ihre unverwechselbaren Stimmen für das neunerHAUS und versprechen einen unvergesslichen Abend mit sozialer Note.

Der Schauspieler und Regisseur Frank Hoffmann liest aus dem literarischen Schaffen von Erich Fried und wird dabei musikalisch begleitet vom mehrfach als »Jazzpianist des Jahres« ausgezeichneten Martin Gasselsberger und seinen Musikerkollegen Roland Kramer und Gerald Endstrasser.

Das zweite Highlight des Abends bieten Neuwirth & Extremschrammeln im Trio mit dem aktuellen Programm »Aus´n Huat«. Alte und neue Lieder aus 37 Jahren werden zum Besten gegeben. Die bewährte Besetzung mit Überstimme Doris Windhager und Marko Zivadinovic an der Wiener Knöpferlharmonika garantiert den unverwechselbaren Sound: Schrammelig, ein wenig Blues, eine Ahnung Jazz und viele neue Töne.

Dietmar Hoscher, Vorstandsdirektor der Casinos Austria: “Wenn wir Sorgen oder Probleme haben, ziehen wir uns gerne zurück in die eigenen vier Wände, um Kraft zu tanken. Viele Menschen können das nicht – weil sie obdachlos sind. Das neunerHAUS gibt diesen Menschen ein neues Zuhause, bietet ihnen einen Zufluchtsort. Wir als Casinos Austria unterstützen das neunerHAUS seit vielen Jahren, um damit obdachlosen Menschen eine neue Perspektive zu geben.”

Frank Hoffmann über seine Motivation, das neunerHAUS zu unterstützen: »Es drängt mich, etwas zu tun, um jenen Menschen das Schicksal zu erleichtern, die kein Heim mehr haben und Entbehrungen ausgesetzt sind, die selbst meine Vorstellungskraft als Schauspieler und Regisseur übersteigen.«

1. März 2012, 19 Uhr, Casinos Austria, Studio 44
Rennweg 44, 1030 Wien, Einlass 18 Uhr, freie Sitzplatzwahl
Karten (Mindestspende EUR 28,–) sind in allen Filialen der Erste Bank und
ausgewählten Sparkassen erhältlich.
Ein unvergesslicher Abend mit sozialer Note. Der Reinerlös geht an:
neunerHAUS – Hilfe für obdachlose Menschen
www.neunerhaus.at

Konservatorium Wien: Tee um drei

19. Mai 2012
19:30bis22:00

Am 19. Mai 2012 zeigt die Konservatorium Wien Privatuniversität die Uraufführung der Musicaloperette »Tee um drei« von Florian Stanek (Buch/Liedtexte) und Sebastian Brandmeir (Musik).

»Tee um drei« erzählt von einer abenteuerlichen Suche nach der großen Liebe und beleuchtet satirisch brandaktuelle politische Geschehnisse. Musikalisch angesiedelt zwischen den Genres Operette und Musical lässt das Stück auch inhaltlich zwei Gesellschaftsrealitäten aufeinander treffen – beim Tee um drei.

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Florian Stanek und Sebastian Brandmeir sind seit einigen Jahren als Verfasser eigener Texte und Musik tätig. Für ihr erstes gemeinsames Projekt »Tee um drei« haben sie die Mischform »Musicaloperette« gewählt. Florian Stanek (*1988, Wien) hat seine Wurzeln als Autor und Darsteller im kabarettistischen Bereich. Sebastian Brandmeir (*1984, Bayern) ist ausgebildeter Musikerzieher und als Chorleiter tätig. Beide befinden sich im Abschlussjahr ihrer Ausbildung im Bachelorstudiengang Musikalisches Unterhaltungstheater an der Konservatorium Wien Privatuniversität.

Inhalt
2008, das Jahr, in dem die Immobilienkrise Großbritannien erreicht. Doch es ist nicht nur ein bewegtes Jahr für die Wirtschaft des Landes, sondern auch für den kleinen LKW-Fahrer Joe Kaschemski im Londoner Vorort Tooting. Als die Krise sich auch auf sein privates Leben ausweitet und seine amourösen Pläne durchkreuzt, beschließt er, alleine den Kampf gegen die übermächtige Immobilienmafia aufzunehmen – mit seinen ganz speziellen Mitteln: Durch eine Verwechslung gelingt es Joe, sich als Besitzer des Londoner Ritz-Hotels auszugeben – eine Gelegenheit, die er nützt, um Rache zu nehmen an den Konzernen, die sein Glück gefährden. Schließlich kommt es zum großen Showdown im legendären Nobelhotel. Aber wie wird sich Joe in dieser letzten großen Prüfung schlagen?

Leading Team
Buch & Liedtexte: Florian Stanek
Musik: Sebastian Brandmeir
Regie: Isabella Fritdum
Musikalische Leitung: Là¡szlà³ Kövi
Choreographie: Marcus Tesch
Bühne: Timo Verse

Cast
Franziska Kemna, Alixa Kalaß, Tanja Petrasek, Salka Weber, Manuel Heuser, Dieter Hörmann, Johannes Sorgner, Manuel Walchberger (3. Jahrgang)
Jil Clesse, Marja Hennicke, Karolin Konert, Judith von Orelli, Laurence Karla, Steven Klopp, Marcel Kraml, Michael Souschek Matthias Weißschuh (2. Jahrgang)

Vorstellungstermine
Sa, 19. Mai 2012 (Uraufführung)
Folgetermine: 21. bis 23. Mai 2012
Beginn jeweils 19:30 Uhr

Veranstaltungsort
Konservatorium Wien Privatuniversität,
Leonie-Rysanek-Saal
Johannesgasse 4a
1010 Wien

Kartenpreise
€ 15/9,- (erm.)

Links
- Konservatorium Wien Privatuniversität
- Florian Stanek
- Die Facebook-Site zur Show

“Neue Oper Wien” isoliert. Freie Musiktheater gegen “Übernahme” der Kammeroper durch die VBW

In einem gemeinsamen Statement formulierten die frei produzierenden Wiener Musiktheatergruppen, seit August 2011 in der Plattform »Freies Musiktheater Wien« vereint, ihren Protest gegen das angekündigte Modell »Kammeroper Neu«. Die freie Szene wurde nicht in den Diskussionsprozess eingebunden.

Etwas pikant ein kleines Detail. Walter Kobera, ebenfalls Mitglied der Plattform, der seinen Deal mit den Vereinigten Bühnen Wien in der Tasche zu haben scheint als Vorstand eines neuen Vereins zur Gründung der »Kammeroper Neu«, hat als einziges Mitglied der Plattform nicht unterschrieben.

Klar ist somit, dass die Aussagen, die Kulturstadtrat Mailath-Pokorny in einem Interview mit dem KURIER traf, zumindest missverständlich waren oder wiedergegeben wurden (siehe auch –> hier). Ausschließlich ein Theater, nämlich die »Neue Oper Wien«, war in die Diskussionen rund um eine von außen gewünschte Neustrukturierung der Kammeroper involviert.

Das Statement:

Bei der in diesem Zusammenhang in den Medien kolportierten Meldung: »Walter Kobà©ra, Leiter der Neuen Oper Wien, als Repräsentant der freien Szene«, handelt es sich um einen Irrtum. Wir lehnen ein hierarchisches Modell mit einer versteckten Intendanz ab.

Das Freie Musiktheater Wien steht für Vielfalt und die Aufwertung freier Produktionen, sieht durchaus Bedarf an einem Koproduktionshaus, wünscht sich aber für die Zukunft des Musiktheaters in Wien transparente Entscheidungsfindungen mit substanzieller Beteiligung der freien Musiktheaterproduzenten Wiens.

Unterzeichnet von:
Musikwerkstatt Wien – Huw Rhys James / Anna-Maria Birnbauer
Mupath – Rupert Bergmann
Netzzeit – Michael und Nora Scheidl
Neues Wiener Musiktheater – Alexander Kukelka
Oper Unterwegs – Helga Utz
phace – Reinhard Fuchs
progetto semiserio – Georg Steker
sirene Operntheater - Kristine Tornquist / Jury Everhartz
Teatro Barocco – Bernd R. Bienert
Wiener Taschenoper – Gerhard Dienstbier
Zoon Musiktheater - Thomas Desi

Link
-Musiktheater Wien
- Der Standard: Freie Musiktheater lehnen Kammeropern-Modell ab

Prolongiert: “Mord im Musikantenbeisl” – ein Erfolg

Foto: Andrea Martin

Im Wiener Theater Drachengasse ist seit 24. Januar die österreichische Erstaufführung der musikalischen Farce »Mord im Musikantenbeisl« zu sehen. Die Show läuft so erfolgreich, dass man die Spielserie um zwei Tage verlängert hat. Zum lustigen Mörderraten darf man sich nun auch noch am kommenden Donnerstag und Freitag, am 2. und 3. Februar, einfinden.

Die Produktion ist ein schrilles Spektakel, in dem der Humor ab und an mit den United Forces von Bronchial- & Brachialgewalt zelebriert wird, aber wohlüberlegt und geplant. Gute Laune ist vorprogrammiert, wenn das vergammelte, falsche und verlogene Schlager-TV-Geschäft so richtig, aber wirklich so richtig aufs Korn genommen wird.
Foto: Andrea Martin
Das Ganze ist sehr interaktiv angelegt, wer nicht mitpascht, mitstampft und keine Stimme hat, um HOSSA zu brüllen, hat wenig Chancen, heil aus dem Theater rauszukommen, vor allem, wenn man in der dritten Reihe sitzt.

Foto: Andrea MartinKleine Unpässlichkeiten innerhalb der Cast wurden so gelöst, dass das Ganze ein noch größerer Spaß wird. So hat Jacqueline Braun, Darstellerin der Moderatorin Linda De Mehl und des amerikanischen blinden 19-jährigen Schlagerstars Heidi Heida, ausgerechnet während der Spielzeit ihre Stimme verloren. Die Lösung: Sie wird live synchronisiert, und das Publikum darf wählen, wer diese Aufgabe denn erfüllen soll: In der Vorstellung vom 27. Januar waren das Richard Panzenböck, der Regisseur, oder Joanna Godwin Seidl, die bei dieser Produktion unter anderem als Assistent der Regie fungiert. Das Publikum wählte mehrheitlich Richard Panzenböck, und auch das war, wie alles an diesem Abend, ein großer Spaß.

Gegen Ende der Show stellte Karsten Kammeier in seiner Rolle als Schizo-Tourette-Blaskapellen-Inspektor einem Mädchen die Frage: »Wie bringt man einen Musikanten zum Singen?” Als Antwort kam, spontan: “Hauen!” – das sind Momente, wie man sie wohl nur in solchen Shows erlebt.

Sollte man sich nicht entgehen lassen.

378_11_1_2012_photo1.jpgLeading Team
Buch: Ronny Rindler
Musik: Rory Six
Regie: Richard Panzenböck
Assistenz: Joanna Godwin Seidl
Playbacks + Aufnahme: Gernot Ottowitz
Playbacks: Joschen Hirschinger
Licht: Gordanna Crnko

Cast
Linda De Mehl, Heidi Heida: Jacqueline Braun
Florian Edelstahl, Uwe Schwarm: Nikolaus Firmkranz
Ottfried Schnüffler: Karsten Kammeier
Rosa Pinsel, Helene Zwitscher, Dr. Schnelltod: Katrin Mersch
Detlef Leim: Rory Six
Dr. Dr. Richter: Joanna Godwin Seidl

Foto: Andrea Martin

Links
- Der Kultur-Channel: Theater Drachengasse - Do legst di nieda: «MORD im Musikantenbeisl” von Rory Six & Ronny Rindler
- Theater Drachengasse
- Die Facebook-Site der Produktion

[Die Fotos in diesem Beitrag stammen von Andrea Martin, die die Vorstellung am 28. Januar 2012 besucht hat.]

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