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Archiv - News

Kosmos Theater: »Herzschritt«

schritt2.jpgAm 5. März 2014 bringt das Wiener Kosmos Theater die Österreichische Erstaufführung von Jan Neumanns »Herzschritt«. Es spielen: Susanne Altschul, Vera Borek, Katrin Stuflesser und Wolfgang Lesky. Die Regie hat Babett Arens übernommen, Martin Kratochwil hat die Musik komponiert, für die Ausstattung verantwortlich: Andrea Bernd.

Handlung
12 Monate im Leben von Ursula. Sie ist 60, kinderlos, partnerlos und arbeitslos. Zudem sitzt ihr ständig ihre 80-jährige Mutter im Nacken. Mami möchte mit ihr gemeinsam kochen, mit ihr auf Urlaub fahren und eigentlich am liebsten gleich ganz bei ihr einziehen. Sogar Ursulas Träume unterbricht sie durch penetrante Anrufe mitten in der Nacht.
Ursula träumt gerne von ihrem Traummann: dem ewigjungen Bäcker Harald, Schwarm ihrer Jugend. Harald kann aber je nach Bedarf auch Ritter, Matrose, Klempner, Feuerwehrmann oder Krimineller sein. Ursulas einzige Bekannte, ihre Arbeitskollegin Sabine, Mitte 40, hat zwar Kind, Partner und Arbeit – ist aber trotzdem nicht viel glücklicher. Ihr Mann erscheint als selbstgefälliger Ignorant und das Kind verhaltensauffällig und faul – es meidet frische Luft und verpasst sich und ihrer Puppe einen Hitlerbart.
Als die Mutter stirbt, beschließt Ursula, ihr Leben neu zu definieren; auch Harald, der Traummann, muss Haare lassen. Er soll altern und die gemeinsame Erotik soll sich in gemütliche, platonische Zweisamkeit am Kaminfeuer verwandeln. Aber Harald funktioniert nur als junger, strahlender Held – für einen alten Mann am Kamin braucht man keine Fantasie! Also lernt sie in der realen Welt über ein Inserat Herrn Schering kennen, einen Witwer in ihrem Alter, der vor allem Maria Callas verehrt. Da der Beziehung kein langes Dasein beschieden ist, muss Harald, der Traummann, wieder herhalten. Aber dieser weiß nicht mehr, wozu er noch gut sein soll. Ursula verlangt Dinge von ihm, die er nicht erfüllen will und kann. Sie gibt ihm und sich den Gnadenstoß, indem sie sich ein Messer fantasiert und ihn damit ermordet. Die 12 Monate sind um – das neue Jahr kann beginnen.

Termine
PREMIERE: 5. März 2014 (20:00 Uhr)
Weitere Vorstellungen (Mi–Sa, 20.00 Uhr):
6., 7., 8., 12., 13., 14., 15., 19., 20., 21. & 22. März 2014

KosmosTheater
1070 Wien, Siebensterngasse 42
Tel. 01/523 12 26, www.kosmostheater.at, karten@kosmostheater.at

Karten: € 18 | erm. € 15 & € 12 & € 10
KosmosEuro € 1 | Sparpaket (6-Bon-Package) € 78

Stadtsaal: Familie Lässig – Neujahrskonzert

(c)Andreas Fuderer

Vielleicht ist es ja der Beginn einer wunderbaren neuen Tradition, die am 1. Januar 2014 (Wiederholungstermin: 4. Januar 2014) im Wiener Stadtsaal erstmals über die Bühne geht: das Neujahrskonzert der Familie Lässig.

Familie Lässig
Manuel Rubey: Gesang, Gitarre
Gunkl: Bass, Saxophon, Gesang
Cathie Priemer: Schlagzeug, Gesang
Kyrre Kvam: Klavier, Zieharmonika, Singende Säge, Gesang
Gerald Votava: Gitarre, Bass, Gesang
Boris Fiala: Cello, Gitarre, Zieharmonika, Melodika, Bass, Klavier, Gesang

Die Gäste
Enzo Gaier, Florian Horwath, Ruth Brauer-Kvam, Clara Luzia, Irene Paal, Thomas Stipsits und Katharina Strasser

Gemeinsam interpretiert diese wilde Mischung eine ebensolche: Songs von AC/DC, Blumfeld und Georg Danzer, Element of Crime, Eels und Funny van Dannen über Andrà© Heller, Mondscheiner, Rio Reiser und Max Raabe bis zu Simon und Garfunkel, Sportfreunde Stiller und The Who.

Kommentare zu den Proben, die schon begonnen haben, gibts zum Beispiel auf der Facebook-Site von Manuel Rubey –> hier.

Termine
1. Januar 2014 (Beginn: 20 Uhr; Benefizkonzert für Purple Sheep)
4. Januar 2014 (Beginn: 20 Uhr)

Tickets
–> auf der Website des Stadtsaals

Theater L.E.O.: »Die schöne Galathà©e«

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Am 13. und 15. November gastiert der Verein Kultur.Theater.Musik mit seiner Version von Franz von Suppà©s Operette »Die schöne Galathà©e« im Wiener Theater L.E.O.

Handlung
Der Bildhauer Pygmalion hat eine perfekte weibliche Schönheit aus Stein gemeißelt und sich so sehr in die Steinerne verliebt, dass diese zum Leben erwacht. Aber nicht nur er ist von ihr hingerissen, sondern auch sein Diener Ganymed und der reiche Mäzen Mydas. Kaum am Leben, steht die schöne Galathà©e also schon zwischen drei Männern …

In der Inszenierung von Ulla Pilz, bekannt aus Radio (Ö1), Fernsehen und durch diverse Musiktheaterproduktionen, wird der Diener zum Praktikanten und der Mäzen zum Banker. Allfällige Ähnlichkeiten mit realen Personen sind hier durchaus erwünscht und beabsichtigt. Das Libretto wird um einige Altherren-Witze entschlackt, vor allem in der Absicht, dass die handelnden Figuren keine Schablonen bleiben, sondern zu menschlichen Wesen werden können. Es gibt weniger oberflächlichen Hickhack zwischen den Geschlechtern, dafür aber einen liebevoll-ironischen Blick auf die vier Individuen. Die Welt der drei Männer der Geschichte wird also nicht nur durcheinander gewirbelt, weil Galathà©e von der Statue zur Frau wird, sondern vor allem, weil diese neugeborene Frau keine Ahnung hat von gesellschaftlichen Konventionen. Und so zwingt sie alle, diese Konventionen gründlich zu hinterfragen und auch wieder einmal über sich selbst nachzudenken.

Team
Regie: Ulla Pilz
Galathà©e: Iza Kopec
Ganymed: Armin Gramer
Pygmalion: Martin Mairinger
Mydas: Johannes Hanel
Musikalische Leitung: Nana Masutani

Vorstellungen
13. und 15.11.2013 jeweils 20 Uhr im L.E.O Wien
Ungargasse 18
1030 Wien

Kartenreservierung
galathee@gmx.at
0650 9834022

Link
- Theater L.E.O.

Radiokulturhaus: Sabina Hank – »Blue Notes On Christmas«

image002.jpgAm 4. und 5. Dezember 2013 präsentiert Sabina Hank im Wiener Radiokulturhaus (ORF Radio Cafe, 20 Uhr) ihr Weihnachtsprogramm »Blue Notes On Christmas«. Erwarten darf man jazzig arrangierte und interpretierte Hits und Standards wie »Last Christmas«, »Jingle Bells«, »Winter Wonderland« oder »Leise rieselt der Schnee«, »Have yourself a merry little Christmas«, »Es wird scho glei dumpa« und »Stille Nacht«.

Line up Sabina Hank & Band:
Sabina Hank: Vocals & Piano
Andy Mayerl: Bass
Christian Lettner: Drums

Weitere Termine
1.12.2013: Neukirchen/Großvenediger, Cinetheatro, 20 Uhr
20.12.2013: Salzburg, Oval, 19.30 Uhr

Links
- Radiokulturhaus
- Sabina Hank

Theater Center Forum: »Musical Christmas«

17. Dezember 2013
20:00bis22:00

plakat_musicalchristmas2013_centerforum.jpgEine Weihnachtsshow für die ganze Familie mit den schönsten Musical- & Weihnachtssongs bieten Astrid Golda (Sopran), Susanne Rader (Alt) und Klara Steinhauser (Sopran) vom 17. bis 21. Dezember im Wiener Theater Center Forum.

Moderation: Matthias S. Raupach
Musikalische Leitung & Klavier: Andreas Brencic

Für weitere Informationen und bei Fragen: kassa@theatercenterforum.com oder Tel.: +43 1 310 46 46

Link
Theater Center Forum

Ein Trip in die neuen Kammerspiele der Josefstadt

Eine Woche noch, der Countdown läuft. Am 22. Oktober findet die erste Preview von »Catch me if you can« in den neuen Kammerspielen statt, die dann »Kammerspiele der Josefstadt« heißen werden. Noch ist das Haus zu einem Teil Baustelle, aber der Direktor des Hauses, Herbert Föttinger, ist überzeugt, dass alles rechtzeitig fertig wird. Es wird wohl eine Punktlandung, wie beim Budget. Keine Mehrkosten, und auch das Haus wird am Stichtag fertig sein.

Das, was an Herbert Föttinger immer wieder beeindruckt, ist seine Power, sein Einsatz, eine Glaubwürdigkeit, die er zu vermitteln weiß. Natürlich ist die rechtzeitige Fertigstellung ein Wettlauf mit der Zeit, aber wer, wenn nicht er, sollte überzeugt sein davon, dass alles klappen wird? Wer, wenn nicht er, hätte das Budget zusammenbekommen? Noch einmal erzählt er die Anekdote, wie ihm Mailath-Pokorny per SMS gratuliert hat, dass er die Finanzministerin zu einem Zuschuss überreden konnte. Die Geschichte stand bereits in der »Bühne«, aber wer liest die schon. Auch diesmal lachen alle, denn natürlich ist das eine jener Geschichten, die Föttinger gern erzählt und vor allem auch gut. »Das letzte Drittel der Gelder für die Renovierung gestaltete sich sehr, sehr schwierig. Die Gemeinde Wien signalisierte, sie würde schon, wenn der Bund auch. Tatsächlich kam aus dem Bundesministerium Claudia Schmieds die Meldung, das Budget sei fix verplant. Mir wurde bedeutet, zur Finanzministerin Maria Fekter persönlich zu pilgern, aber auch da sei ganz sicher nichts zu holen. Freunde vermittelten einen Termin bei der Finanzministerin, und ich hatte 20 Minuten. – Herbert Föttinger muss in der Form seines Lebens gewesen sein, denn zehn Tage später bekam er Post vom Finanzministerium, dass ihm die 1,8 Millionen zur Verfügung stünden. Nun musste natürlich auch die Gemeinde Wien nachziehen und von Kulturrat Mailath-Pokorny bekam Föttinger zusätzlich eine SMS: Von dir kann man noch was lernen.« [Die Bühne, Oktober 2013, S. 11f.]

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Die neuen Kammerspiele zeigen sich als modernes »Broadway«-Theater. Die Bühnenbreite (7,50 Meter; Portalhöhe bis zu 4,40 Meter) entspricht jetzt der des Theaters in der Josefstadt. Im Backstage-Bereich konnten 500 Quadratmeter für das Theater zugemietet werden. Damit war es nicht nur möglich, für alle Abteilungen die räumlichen Gegebenheiten zu verbessern, es konnte auch eine Probebühne errichtet werden, deren Nutzung nicht auf die Kammerspiele beschränkt ist, auch das Theater in der Josefstadt kann hier proben. Der Zuschauerraum wurde umgestaltet, die Sitzplatzabstände wurden optimiert, ebenso die Sichtlinien, der Balkon hat nun zwei Reihen mehr, dafür fallen ganz vorne Reihen weg und die Seitenlogen bei der Bühne. Das Parkett hat nun 16 Reihen, insgesamt hat das Theater 471 Sitzplätze. Unterhalb der Vorbühne wurde ein Orchestergraben für bis zu acht Musiker geschaffen, auch die Sound- und Lichtanlagen wurden erneuert.

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Requisiten

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Die Maske

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Zugang zur Bühne

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Requisite

Ronacher: 24. Benefizgala »Wider die Gewalt«

Das Projekt »Gegen Gewalt in der Familie« wurde im Mai 1990 vom damaligen Bundeskanzler Franz Vranitzky ins Leben gerufen. Zweck des Vereins ist es, Organisationen, die sich der Bekämpfung von Gewalt und im Besonderen von Gewalt in der Familie widmen, finanzielle Unterstützung zu gewähren, um die Durchführung ihrer Arbeit zu ermöglichen. Aus dieser ursprünglichen Initiative entwickelte sich seitdem ein gemeinnütziger Verein mit Spendengütesiegel. In den vergangenen 23 Jahren konnte ein Gesamtreinerlös von über € 2.700.000 erzielt werden, mit dem mit Hilfe von 315 Künstlern 126 Vereine und Organisationen unterstützt wurden, die sich in beispielhafter Weise um Opfer kümmern, die Gewalt erfahren mussten.

Zur 24. Benefizgala laden Marika Lichter (Organisatorin & Geschäftsführerin) und Sepp Rieder (Obmann) am 11. November 2013 (Beginn: 19.30 Uhr) ins Wiener Ronacher. Mit dem »Wider die Gewalt«-Preis für soziales Engagement wird in diesem Jahr Jeanette Biedermann ausgezeichnet, die Liste der auftretenden Künstler liest sich wie folgt: Christine Stürmer – Michael Heltau – Karl Markovics – Jeanette Biedermann und EWIG – Opus- 5/8erl in Ehr´n – Albert Hammond – I Dance Company – Frantisek Janoska Ensemble – Marika Lichter – Philblech – Ferdinand Rennie – Hans Theessink – Sandra Pires mit dem Kinderchor der Volksoper Wien. Durch den Abend führen Lilian Klebow und Christian Clerici

Infos zu den Tickets -> hier

Pöchacker und Paschke: Na Hund?

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Die beiden Kabarettistinnen Susanne Pöchacker und Steffi Paschke haben inmitten all der vielen, vielen Themen, die Kabarettprogramme bis jetzt behandelt haben, eines gefunden, das noch sträflich vernachlässigt wurde: Hunde. So gründeten sie ein Minirudel und nehmen nun erstmals als Duo mit viel Liebe und Selbstironie die Welt der Hunde und ihrer Menschen aufs Korn: Warum werden Hund und Herrl über die Jahre immer ähnlicher? Kann man Hundeerziehung auch bei Menschen anwenden? Bleibt der Partner an der Schleppleine eher treu? Sollte es auch Menschenfreilaufzonen geben? Wieso hören Hunde einen weit entfernten Vogel, aber nicht den Pfiff des Besitzers? Was denken unsere Hunde über uns?

Ans Publikum gibts ein paar Aufforderungen: »Machen Sie Sitz! in diesem Kabarettprogramm! Nehmen Sie Platz! bei einer rasanten Revue der Absurditäten. Sagen Sie dann Bleib! zu beiden Kabarettistinnen, wenn der Vorhang vor der Zugabe fällt.« Regie: Thomas Smolej.

Die Premiere steigt am 30. Oktober 2013 in der Wiener Kulisse. Alle weiteren Termine gibt es –> hier.

Susanne Pöchacker
ist seit 2006 gern gesehenes Mitglied im Rateteam von »Was gibt es Neues?« im ORF. Seit über zehn Jahren steht sie auch als Impro-Comedian auf der Bühne und hat 2007 gleich mit ihrem Kabarettdebüt »Grete, die Rakete – Ich lebe täglich Ihre Sorgen!« den Publikums- und Jurypreis des Grazer »Kleinkunstvogels« gewonnen. Wenn sie nicht gerade auf der Bühne steht, arbeitet die Diplom- Physikerin als Moderatorin und Trainerin.

Steffi Paschke,
entlaufenes »Rounder Girl« und Langzeit-Rudelmitglied im Kabarett Simpl, ist eine gelungene Mischung aus Theater, Musical und Comedy. Sie hat in den letzten Jahren die Kabarettbühnen Österreichs mit SIMPSONPASCHKESCHEITZ bespielt und führt neben diversen Engagements (Theater in der Josefstadt u. a. ) auch Regie (zuletzt Nina Hartmann, »Brasil«). Dem Fernsehpublikum ist sie bekannt aus Serien wie »Novotny und Maroudi« oder »Die Liebe Familie – reloaded«.

Pöchacker und Paschke: Na Hund?!
Ein tierisches Kabarettprogramm über Hunde und ihre Menschen – von und mit Susanne Pöchacker & Steffi Paschke. Regie: Thomas Smolej.
Premiere: 30. Oktober 2013, Kulisse

Links
Kulisse
Susanne Pöchacker
Steffi Paschke
Thomas Smolej

»Die neuen Kultursklaven«

Ein Schreiben, betitelt »Die neuen Kultursklaven«, macht derzeit an den österreichischen Theatern die Runde, 200 Unterschriften konnten die Organisatoren bereits sammeln. (Stand: 25. September 2013)

Die neuen Kultursklaven!
Österreich hat eine großartige und vielfältige Kulturlandschaft, in allen Bundesländern gibt es Kulturbetriebe die über die Grenzen Österreichs angesehen sind. Allen voran die großen Theaterbetriebe, aber auch viele kleine Bühnen und Veranstaltungsstätten, sehr viele davon wurden in den letzten 25 Jahren eröffnet. Mit dabei immer die amtierenden Kulturpolitiker oder sogar Landeshauptleute. Klar, die müssen dieses vielfältige Angebot ja subventionieren. Außerdem macht es sich ja ganz gut, wenn man sich als Politiker mit namhaften Künstlern ablichten lässt, soll fürs Image ja ganz gut sein.

Die Finanzierung dieses großen Angebots war bis vor einigen Jahren auch ganz gut abgesichert, ja es wurden sogar Kunstbetriebe, die durch Größenwahn einiger Intendanten tief in die Schulden rutschten, mit Millionenbeträgen entschuldet. Es war auch üblich, dass die jährlichen kollektivvertraglichen Erhöhungen durch die Subventionsgeber, Länder und Gemeinden abgegolten wurden. Dies ist allerdings schon ein Weilchen her.

Seit einigen Jahren, in denen die Staats- und Gemeindeschulden steigen, wird der Druck auf die einzelnen Kulturinstitutionen erhöht, indem Subventionen eingefroren oder sogar gekürzt werden. Lohnerhöhungen müssen die Häuser selbst erwirtschaften.

Dies hat zur Folge, dass die Direktionen den Druck an die Belegschaften weitergeben. Die meisten Kollektivverträge in der österreichischen Kultur- bzw. Theaterszene haben niedrige Grundgehälter. Um dennoch auf ein angemessenes Entgelt zu kommen, um auch eine Familie zu erhalten, ist man auf kollektivvertragliche Zulagen und Überstunden angewiesen. Besonders bei bühnentechnischen Abteilungen kommt dieses System stark zum Tragen. Dabei gibt es gerade in diesem Bereich die niedrigsten KV-Löhne Österreichs. Laut zweier Medienberichte liegen einige KV im Kulturbereich an zweit- bzw. drittletzter Stelle in Österreich. Die Kommentare einiger zynischer Direktoren lauten dann: »Ja eigentlich gehören die Gehälter doch an die letzte Stelle«, oder: »»Wenn man sich einen Urlaub am Neusiedler See leisten kann geht’s einem doch eh gut.«

Während einige Parteien gerade einen Mindestlohn von 1500 Euro fordern, werden in Kulturbetrieben Anfangsgehälter von 1318,– Euro Brutto bezahlt.

Und so wird einerseits Personal abgebaut, andererseits werden die Stücke so angelegt, dass die MitarbeiterInnen so wenig wie möglich von den Zulagen profitieren können. Eine der Zulagen bekommen Bühnenarbeiter, wenn sie für das Publikum sichtbar Umbauten tätigen. Neuerdings werden solche Umbauten öfters von den SchauspielernInnen selbst durchgeführt, und schon hat man wieder etwas eingespart. Gleichzeitig werden mit starkem Druck noch niedrigere und flexiblere Kollektivverträge gefordert, obwohl die Theaterkollektivverträge sowieso schon zu den flexibelsten gehören. Wo sonst ist ein zweimaliger Dienstantritt täglich möglich?

Die Forderung nach einer Jahresdurchrechnung ist an sich noch nicht schlimm, aber die Wünsche nach Dienstplänen, die ohne Vorankündigung und jederzeit änderbar sind, oder Kollektivverträge, die mit Öffnungsklauseln ausgedünnt werden sollen und Regelungen (All-In-Verträge), die mit jedem einzelnen Dienstnehmer vereinbart werden können – das geht zu weit. Und das Angebot für diese Flexibilisierung ist gleich null, nämlich keine Erhöhung der Grundgehälter, wie üblich. Im Gegenteil fordern Intendanten und Geschäftsführer noch niedrige Gehaltsschemen! Auch eine Verkürzung der Normalarbeitszeit, wie bei Durchrechnungen in anderen Branchen üblich, wird nicht angeboten.

Sind das die neuen KULTURSKLAVEN?

Leider wird dieses wirtschaftliche Denken hauptsächlich beim Personal (technisch) angewandt und nicht in der oft immens teuren Verwaltungsstruktur. Ob die Auslastungszahlen wegen mangelnder Qualität der Aufführungen zurückgehen, ist dabei anscheinend nicht so wichtig. Die Zahlen, die oft publiziert werden, sind nicht immer nachvollziehbar, wenn man einen Blick in den Zuschauerraum wirft, der oft halb leer ist. Um zu verhindern, dass Zuschauer in der Pause die Häuser verlassen, werden oft Stücke produziert, die kurz und ohne Pause sind. Um die Auslastungszahlen dennoch gut wirken zu lassen, werden Zuschauerränge gesperrt und jede Menge Karten zu Spottpreisen abgegeben (5 Euro usw.).
Bei der Besetzung der Stücke durch SchauspielerInnen kommt es auch sehr oft vor, dass diese für eine Vorstellung eingeflogen werden und danach wieder nach z. B. Deutschland zurückgeflogen werden. Einige Intendanten leisten sich auch, obwohl schon Schulden, Nebenbühnen und Prestigeobjekte. Es ist schon schlimm, wie subventionierte Betriebe und deren Geschäftsführer mit dem Personal umgehen, nur wegen der Selbstverwirklichung einiger Intendanten. Und die Kulturpolitiker schauen zu.
Natürlich kommt es auch vor, dass man in einem Kulturbetrieb sehr gut verdient, dies aber nur dann, wenn sich ein Intendant eine sehr große Produktion leistet. Da werden dann arbeitsrechtliche Mindeststandards missachtet. Da kann es schon vorkommen, dass man bis zu 100 Stunden die Woche arbeitet. Ohne freien Tag und ohne die täglichen Ruhezeiten einzuhalten. Danach wird einem vorgehalten, dass man zu viel verdient.

Auch wer in den Krankenstand geht, lebt sehr gefährlich. In letzter Zeit werden MitarbeiterInnen, die sich durch das lange und tägliche Tragen von bis zu 200 Kilo schweren Dekorationsteilen über die Jahre hinweg körperliche Schäden (meist an Wirbelsäule und Gelenken) zugezogen haben, skrupellos gekündigt! Dies hat zur Folge, dass sich die Theatersklaven nicht in den Krankenstand zu gehen trauen und sich somit ihre Beschwerden vergrößern. Oft werden Bühnenarbeiter auch zu Arbeiten herangezogen, die in keiner Weise mit ihrem Dienstvertrag zu vereinbaren sind.

In den Führungsebenen werden im Gegenzug Prämien für Dienstleistungen ausgeschüttet die für Normalsterbliche nicht nachvollziehbar sind, weil sie eigentlich die Aufgabe der Person sind.
Und dann gibt’s auch noch politisch motivierte Postenbesetzungen, wo man sich nur fragen kann, was hat diese Person in dieser Position verloren?

Die Wichtigkeit der Freiheit der Kultur wird hier nicht angezweifelt, sie endet nur dort, wo Menschen ausgenutzt werden, um diese zu ermöglichen.

Die österreichischen Kulturpolitiker (die ja meist auch Eigentümer sind) sollten sich endlich dazu äußern und entweder den Kulturbetrieben die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen oder den jeweiligen Kulturauftrag dementsprechend anpassen. Es kann auch sein, dass man plant, einige Veranstaltungsstätten zu schließen, aber dann sollen sie sich deklarieren. Nur bei Eröffnungen dabei zu sein, ist populistisch und feige.

Ebenso unerfüllt bleibt ein seit vielen Jahren und von allen Betriebsräten sämtlicher Theater Österreichs gefordertes Mitbestimmungsrecht in den Aufsichtsräten. Gerade in Zeiten, in denen der wirtschaftliche Druck auf ArbeitnehmerInnen ins Unerträgliche steigt. Oft werden die minimalsten arbeitsrechtlichen Gesetze, wie die gültigen Kollektivverträge, nicht eingehalten. Immer wieder wird versucht, MitarbeiterInnen in sittenwidrige Verträge zu drängen. Es ist für die Betriebsräte so wichtig, Mitbestimmungsrecht im Aufsichtsrat zu erlangen, so wie es auch in anderen privatwirtschaftlich geführten Betrieben üblich ist. Obwohl es einen einstimmigen Beschluss der Bundesarbeiterkammer und einen Beschluss eines Wiener Landesparteitages gibt, ist es bisher nicht gelungen, eine Streichung des Absatzes 6, des § 133 Arbeitsverfassungsgesetz zu erwirken. Im Absatz 6 des § 133 wird das Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte/Innen in Theaterbetrieben ausgeschlossen.

Sie werden sich jetzt denken, diese Zeilen stammen von einem frustrierten Mitarbeiter. Dem ist nicht so. Es ist ein Überblick über die derzeitige kulturelle Situation, die ihnen Betriebsräte/Innen und MitarbeiterInnen aus ganz Österreich bestätigen werden.

Dieses Schreiben ist eine Ergänzung zum Bericht des Standard vom 10. Septeber 2013 über die Situation der Kunstschaffenden unter dem Titel »Künstler nach wie vor in einer schwierigen sozialen Lage«.

Als Beilage die Unterschriften von Betriebsräten/Innen und Mitarbeiter/Innen

Unterschriften »Die neuen Kultursklaven«

»Romeo und Julia sind tot«: Nachwuchs-Theater-Wettbewerb im Theater Drachengasse/Bar & Co

Das Thema Liebe – seit tausenden von Jahren ein Dauerbrenner. Die scheinbar privateste Sache der Welt – immer schon gesellschaftlich definiert, politisch vereinnahmt. Und heute? Wie die Bilderflut aus Werbung, YouPorn und Co. bewältigen? Wie im Spannungsfeld zwischen romantischem Ideal und coolem Sex – beide oft unerreichbar – den eigenen Weg finden?

Das Theater Drachengasse/Bar & Co lädt junge Theatermacher ein, Konzepte für Kurzprojekte zum Thema »Romeo und Julia sind tot« einzureichen. Die drei spannendsten Projekte/Gruppen erhalten die Gelegenheit, drei Wochen im Theater Drachengasse/Bar & Co zu proben und anschließend ihre Arbeit in einer Spielserie von 16 Tagen zu präsentieren.

Die Gewinner des Wettbewerbs werden über Juryentscheid beziehungsweise Publikumsabstimmung ermittelt. Der Jurypreis beträgt 5000 Euro, zur Verfügung gestellt vom Kuratorium für Theater, Tanz und Performance der Stadt Wien für die weitere Ausarbeitung des Projektes. Die Drachengasse stellt Bar & Co samt Infrastruktur für die Aufführung zur Verfügung. Der Publikumspreis beträgt 1000 Euro.

Budget
5000 Euro pro realisiertem Projekt (beinhaltet Projektentwicklung und 16 Spieltage)
1000 Euro Prämie für den Gewinner des Publikumspreises
5000 Euro Prämie für den Gewinner des Jurypreises
Proberaum für 3 Wochen
Projektbegleitung: Katrin Schurich. Dramaturgische und organisatorische Betreuung: Beate
Platzgummer. Produktionsleitung: Johanna Franz. Technische Leitung: Gordana Crnko.
Bühne: 3,5 x 5 m, technische Grundausstattung vorhanden
Werbung, Marketing

Projektbeschreibung
Dauer: 20 Minuten. Keine Monologe.
Abgesehen vom allgemeinen Thema »Romeo und Julia sind tot« keine inhaltlichen Vorgaben.
Teilnehmer: Theaterkünstler in Ausbildung oder am Beginn ihrer Berufslaufbahn
Fokus auf Text, Schauspiel und Regie (minimale bühnentechnische Anforderungen)

Einreichdaten
Einreichfrist: 12. November 2013
Unterlagen:
Name und Kontakt der Gruppe
Projektbeschreibung (maximal 1 Seite)
Info über Mitwirkende (Name, Alter, Kurzbiografien inkl. Ausbildung)

Zu richten an: newcomer@drachengasse.at oder per Post an
Theater Drachengasse, 1010 Wien, Fleischmarkt 22, Kennwort: »Newcomer«

Link
Theater Drachengasse

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