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Ein Trip in die neuen Kammerspiele der Josefstadt

Eine Woche noch, der Countdown läuft. Am 22. Oktober findet die erste Preview von »Catch me if you can« in den neuen Kammerspielen statt, die dann »Kammerspiele der Josefstadt« heißen werden. Noch ist das Haus zu einem Teil Baustelle, aber der Direktor des Hauses, Herbert Föttinger, ist überzeugt, dass alles rechtzeitig fertig wird. Es wird wohl eine Punktlandung, wie beim Budget. Keine Mehrkosten, und auch das Haus wird am Stichtag fertig sein.

Das, was an Herbert Föttinger immer wieder beeindruckt, ist seine Power, sein Einsatz, eine Glaubwürdigkeit, die er zu vermitteln weiß. Natürlich ist die rechtzeitige Fertigstellung ein Wettlauf mit der Zeit, aber wer, wenn nicht er, sollte überzeugt sein davon, dass alles klappen wird? Wer, wenn nicht er, hätte das Budget zusammenbekommen? Noch einmal erzählt er die Anekdote, wie ihm Mailath-Pokorny per SMS gratuliert hat, dass er die Finanzministerin zu einem Zuschuss überreden konnte. Die Geschichte stand bereits in der »Bühne«, aber wer liest die schon. Auch diesmal lachen alle, denn natürlich ist das eine jener Geschichten, die Föttinger gern erzählt und vor allem auch gut. »Das letzte Drittel der Gelder für die Renovierung gestaltete sich sehr, sehr schwierig. Die Gemeinde Wien signalisierte, sie würde schon, wenn der Bund auch. Tatsächlich kam aus dem Bundesministerium Claudia Schmieds die Meldung, das Budget sei fix verplant. Mir wurde bedeutet, zur Finanzministerin Maria Fekter persönlich zu pilgern, aber auch da sei ganz sicher nichts zu holen. Freunde vermittelten einen Termin bei der Finanzministerin, und ich hatte 20 Minuten. – Herbert Föttinger muss in der Form seines Lebens gewesen sein, denn zehn Tage später bekam er Post vom Finanzministerium, dass ihm die 1,8 Millionen zur Verfügung stünden. Nun musste natürlich auch die Gemeinde Wien nachziehen und von Kulturrat Mailath-Pokorny bekam Föttinger zusätzlich eine SMS: ›Von dir kann man noch was lernen.‹« [Die Bühne, Oktober 2013, S. 11f.]

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Die neuen Kammerspiele zeigen sich als modernes »Broadway«-Theater. Die Bühnenbreite (7,50 Meter; Portalhöhe bis zu 4,40 Meter) entspricht jetzt der des Theaters in der Josefstadt. Im Backstage-Bereich konnten 500 Quadratmeter für das Theater zugemietet werden. Damit war es nicht nur möglich, für alle Abteilungen die räumlichen Gegebenheiten zu verbessern, es konnte auch eine Probebühne errichtet werden, deren Nutzung nicht auf die Kammerspiele beschränkt ist, auch das Theater in der Josefstadt kann hier proben. Der Zuschauerraum wurde umgestaltet, die Sitzplatzabstände wurden optimiert, ebenso die Sichtlinien, der Balkon hat nun zwei Reihen mehr, dafür fallen ganz vorne Reihen weg und die Seitenlogen bei der Bühne. Das Parkett hat nun 16 Reihen, insgesamt hat das Theater 471 Sitzplätze. Unterhalb der Vorbühne wurde ein Orchestergraben für bis zu acht Musiker geschaffen, auch die Sound- und Lichtanlagen wurden erneuert.

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Requisiten

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Die Maske

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Zugang zur Bühne

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Requisite

1 Kommentar »

  Klaus wrote @ Oktober 15th, 2013 at 19:57

›Von dir kann man noch was lernen.‹«

Das kann er laut sagen

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