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Archiv - August, 2003

Potter-Fans kennen keine Grenzen - Literatur-Nobelpreis für JK Rowling?

Legionen von kleinen Potter-Verfallenen haben derzeit ein Ziel: JK Rowling muss den Literatur-Nobelpreis 2004 bekommen. US-Autor James Downey erkannte das Bedürfnis der enthusiasmierten Minderjährigen und lancierte prompt eine Internet-Petition. [story]

Musical overdose am Kinofirmament?


Ein Blockbuster reicht, um eine Welle auszulösen. Das ist eine Binsenweisheit. Die Musical-Verfilmung “Chicago” brachte den vom Glück überwältigten Produzenten 6 Oscars und 170,5 Millionen Dollar Umsatz. Es kam, was kommen musste: Derzeit ringelt sich ne Welle zu nem Zyklon am Kinofirmament zusammen. Martha, das Musical-Tief, braust auf die Kino-Säle zu. Was haben wir zu erwarten:

1) “De-lovely” - eine Musical-Biographie des Broadway-Komponisten Cole Porter. Bereits fertig abgedreht mit Kevin Cline und Ashley Judd. Kinostart: Anfang 2004.
2) “Straight Up” - Morgan Freeman als Star eines Films, in dem sich Mitglieder einer Gang in L. A. dem wahren Leben zuwenden und … singen und tanzen lernen.
3) “Phantom of the Opera” - die Verfilmung des Lloyd Webber-Evergreens. Motto: Das glauben wir erst, wenn der Film wirklich in die Kinos kommt. Dezember 2004 soll es soweit sein.
4) “Damn Yankees” - ein Broadway-Hit, aber ob das was fürs weltweite Kinopublikum ist?
5) “Pippin” - siehe Damn Yankees.
6) “Jesus Christ Superstar” - mit - HILFE - Jennifer Lopez in einer Hauptrolle, etwa Maria?

The boy who beat the biz


Mark Joseph achieved what once seemed impossible - a hit single without record company backing, radio play, or advertising. Now his debut album is in the shops. [story]

Wenn sich österreichische Online-/Print-Medien lächerlich machen

Wir alle wissen, was die österreichischen Medien voneinander halten. Nein, das muss man wirklich nicht näher ausführen. Die Objektivität bleibt in der Berichterstattung des öfteren auf der Strecke.
Einen Höhepunkt der absoluten Lächerlichkeit hat aber heute ganz locker der STANDARD erreicht: Ein Tippfehler der Zeitschrift FALTER ist dem Online-Ableger des Printmediums tatsächlich einen Artikel wert.

“Der “Falter” konnte weder vom Vorstand der News Networld, Helmuth Fellner, noch vom Herausgeber des profil, Christian Rainer, Stellungnahmen einholen. Sie waren, freilich getrennt voneinander, vereist.”

Wenn das nicht traurig ist, dann weiß ich nicht.

Kultivieren wir uns ne Krankheit: Das “Celebrity Worship Syndrome”


Rund ein Drittel der Menschen sind einer Studie zufolge berühmten Persönlichkeiten mehr oder minder tief zugeneigt. Eine solche Verehrung gleite allerdings in vielen Fällen ins Krankhafte ab, stellte eine psychologische Studie laut der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins “New Scientist” fest. [story]

“Elisabeth”-Probenbeginn in Wien

“Ich versuche jeden Tag im Leben zu lernen und mich zu verbessern”, meinte Komponist Sylvester Levay auf der heutigen Pressekonferenz anlässlich des Probenstarts der Jubiläumsfassung von “Elisabeth”. Zehn Jahre nach der Uraufführung kehrt das Erfolgs-Musical am 1. Oktober wieder ins Theater an der Wien zurück. Die adaptierte Version mit zusätzlichen Liedern im originalen Bühnenbild von Hans Schavernoch wird wieder Harry Kupfer inszenieren. In den Hauptrollen sind Maya Hakvoort (Elisabeth), Thomas Borchert (Lucheni), Mate Kamaras (Tod) und Else Ludwig (Erzherzogin Sophie) zu sehen. [story]

15.9.2003: Drehbeginn für “The Phantom of the Opera”

Noch glauben es “Phantom”-Fans ja noch nicht, noch lehnen viele von ihnen alleine die Idee einer Verfilmung ab, doch nun geht’s tatsächlich los. Mitte September starten unter der Regie von Joel Schumacher die Dreharbeiten zum neuesten Andrew Lloyd Webber-Movie, das zur Abwechslung mal wieder nicht nur als Kaufvideo produziert wird, sondern auch in die Kinos kommen soll.

Michael Jackson & Mozart, ein Perchtoldsdorfer und ein Deutscher

Wir haben einen schönen, heißen Sommer, die Löcher werden immer größer – die Sommerlöcher, die es zu stopfen gilt. Das nutzen unsere lieben deutschen Nachbarn, namentlich das ZDF, zu einer ganz besonders herzigen Farce, geht es doch um die Frage, ob Mozart nun nicht eigentlich Deutscher war.

Peter Arens, Leiter der Redaktion Geschichte und Gesellschaft beim ZDF:

»Im Brockhaus 1837–1841 ist Mozart als deutscher Komponist verzeichnet. Er selbst hat sich als Deutscher gesehen, zu seinen Lebzeiten gehörte Salzburg zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Wir geben zu, dass das eine Anregung zur Diskussion ist. Wenn die deutschen Grenzen diskutiert werden, ist uns das recht.«

Geht es nur mir so, oder zieht sich dieses »Argument« wie Kaugummi? Man merkt geradezu die fade Werbekampagne, die jetzt schon auf diesem Wege in die Köpfe der potentiellen Zuschauer infiltriert werden soll. Ah geh, das geht aber doch ein wenig subtiler, gell, ZDF? Argumentationsprostitution für den x-ten Aufguss DER Sendung über die besten, größten und bedeutendsten Deutschen. Sollen wir etwa davon ausgehen, dass es nicht genug bedeutende Deutsche gibt, sodass auf ausländische Ressourcen zurückgegriffen werden muss? Wie peinlich! (Und nur nebenbei: “Wenn die deutschen Grenzen diskutiert werden” … wie soll man das nun bitte verstehen?)

Was ist Kunst (nicht)?

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden weiß, was Kunst (nicht) ist:

»Eine Skulptur, die sich selber in den Mund pisst, ist zu starker Tobak. Wenn’s einen zum Grausen anfängt, muss ich es nicht unbedingt öffentlich darstellen. Das ist für mich jenseitig, absolut jenseitig.«

Wie traurig, dass das Jenseitige keinen Platz mehr in Salzburg hat. Thomas Bernhard hat das alles immer schon gewusst:

»Die Stadt ist für den, der sie und ihre Bewohner kennt, ein auf der Oberfläche schöner, aber unter dieser Oberfläche tatsächlich fürchterlicher Friedhof der Phantasien und Wünsche.«

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