Home RSS Go RED Go BLACK

Archiv - Broadway

Wenn der (Wer-)Wolf ruft: Bald “thrillert” der Broadway

Mit “Tanz der Vampire” ist es anno dazumal am Broadway nichts geworden. Erklärungen gab und gibt es dafür genug. Vielleicht war die Zeit auch einfach nicht reif. Im Moment stünden die Chancen für eine solche Show vielleicht ein wenig besser. “Twilight”, der Teenie-Vampirfilm, der Massen von Fangirls generiert hat, wird Fortsetzungen erhalten, zumindest eine. Und am Broadway macht man sich daran, Michael Jacksons Kultclip “Thriller” in ein Musical zu transferieren. Ersetze Vampir durch Werwolf, füge Hits aus “Thriller” und “Off the Wall” hinzu, und schon hat man ein Jukebox-Musical mit berechtigten Chancen auf begrenzten Erfolg. Produziert wird die Show von der Nederlander Organization, natürlich wird der King of Pop bei der Entstehung der Show mitmischen. Ehrensache. Mehr ist dann auch schon nicht bekannt, und dass dieses Projekt rein zufällig im Sog des “Twilight”-Erfolgs “erfunden” wurde, ist wohl kein Zufall. Und wie gut trifft es sich erst, dass in der Fortsetzung von “Twilight”, betitelt “New Moon”, ein Werwolf eine Hauptrolle spielt. Ende 2009/Anfang 2010 soll “New Moon” in die Kinos kommen, man darf davon ausgehen, dass es dann auch am Broadway ordentlich “thrillern” wird.

Link
New York Times: Cue Dancing Zombies: A Thriller Musical

Patti LuPone in Bestform

–> hier

Andrew Lloyd Webber: »Love Never Dies« auf Coney Island

Andrew Lloyd Webber at the set of Image via WikipediaIm Juni 2007 haben die Pläne Andrew Lloyd Webbers, seine neue Show, die Fortsetzung des Megahits “The Phantom of the Opera”, auf Schiene zu bringen, einen herben Rückschlag einstecken müssen. Otto, die damals sechs Monate alte Hauskatze des Komponisten, zerstörte die Notenberge (wie auch immer). Nun, Otto hat das Unglück nicht lange überlebt, wie man hört, ein paar Monate später wurde das Kätzchen von einem Auto auf offener Straße überrollt.

Mag das nur kein böses Omen für “Love Never Dies” sein, wie die mittlerweile nun fertiggestellte Fortsetzung des Phantoms heißt. “The Phantom of the Opera” haben in 124 Städten rund 80 Millionen Menschen gesehen. Man erwartet also viel von “Love Never Dies”. Und da Promotion alles ist, hat sich der Komponist auch etwas Besonderes für die Premiere ausgedacht. Die Show wird Ende 2009 in drei Städten, nämlich in London, in New York und in einer Stadt in Asien ihre Uraufführung feiern.

Die Handlung von “Love Never Dies” setzt zehn Jahre nach dem Ende von “The Phantom of the Opera” an. Der Schauplatz: Coney Island, ein gigantisches, am Meer gelegenes Vergnügungsviertel in Brooklyn, New York. Webber:

It was the place. Even Freud went because it was so extraordinary … people who were freaks and oddities were drawn towards it because it was a place where they could be themselves.

Das Phantom wird mit Christine wiedervereint sein, wer die Rollen verkörpern wird, steht noch nicht fest, auch wenn Webber meint:

We are pretty clear who our Phantom is going to be - I can’t say who.

Link
- The Times: Phantom: Love Never Dies, the sequel to Lloyd Webber’s popular musical may open on three continents

Reblog this post [with Zemanta]

USA: “Entertainment Weekly” wählt die besten & schlechtesten Shows 2008

Wie jedes Jahr wählte “Entertainment Weekly” [via Playbill] auch 2008 die besten und schlechtesten Shows 2008 - mit dabei: Produktionen des Broadway und Off-Broadway, der Brookyln Academy of Music und eine Show des Williamstown Theatre Festivals (Massachusetts):

Die Top 10
01. Billy Elliot
02. South Pacific
03. Black Watch (BAM)
04. In the Heights
05. Happy Days (BAM)
06. Port Authority (Atlantic Theatre Company)
07. The Understudy (Williamstown Theatre Festival)
08. Next to Normal (Second Stage Theatre)
09. Rafta, Rafta … (The New Group)
10. What’s That Smell: The Music of Jacob Sterling (Atlantic Theater Company)

Die Flop 5
01. To Be or Not to Be
02. The Country Girl
03. Glory Days
04. Les Liaisons Dangereuses
05. Blasted

Reblog this post [with Zemanta]

Broadway, Januar 2009: Aus für 9 Shows

Der Januar ist tradionellerweise ein recht brutaler Monat am Broadway. Die Touristen verlassen schlagartig die Stadt, Produktionen, die sich gerade noch halbwegs gerechnet haben, drohen vollends zu kippen. Da gibt es für Produzenten oft nur eines: den letzten Vorhang. 2008 war das bei fünf Shows der Fall. So hieß es im Januar Abschied nehmen von unter anderem «Les Misà©rables” und «The 25th Annual Putnam County Spelling Bee.”

2009 werden bis dato neun Produktionen vom Spielplan genommen, darunter «Young Frankenstein”, «Hairspray”, «Boeing-Boeing”, «13”, «White Christmas”, «Slava’s Snowshow” und, wie seit heute bekannt ist: “Grease”.

Am 4. Januar 2009 geht die letzte Vorstellung des Revivals über die Bühne, insgesamt wird es die Produktion auf 554 Vorstellungen bringen. Nicht ganz so erfolgreich wie die Originalproduktion, die 1972 Premiere feierte und 3.388 Mal aufgeführt wurde.

Reblog this post [with Zemanta]

Broadway: Aus für “Young Frankenstein” und ein verfehltes Ticketpreissystem

Nachdem das Musical “Oklahoma!” am Broadway Premiere gefeiert hatte und ein Riesenerfolg geworden war, fragte Oscar Hammerstein II. einen Freund, was er denn nun als Nächstes tun sollte. Der darauf: “Erschieß dich!” Einen Hit auf einen Hit draufzusetzen, den eigenen Erfolg zu toppen, das ist nicht einfach.

Mel Brooks hat es definitiv nicht geschafft. Sein Frankenstein-Musical war, das ist jetzt klar, schon von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Die Konsequenz: Aus für “Young Frankenstein” am 4. Januar 2009 nach 514 Vorstellungen. Brooks wollte das von ihm entwickelte Hochpreiskonzept im Ticketverkauf 1:1 von seiner Erfolgsshow “The Producers” (6 Jahre Laufzeit) auf sein neues Baby übertragen - und machte Fehler, zu viele.

Er buchte das zweitgrößte Theater des Broadway, das Hilton Theater, mit 1800 Sitzplätzen, und formierte dann ein Ticketpreiskonzept, dem man eigentlich nur eines wünschen konnte: nämlich, dass es sich zum Flop entwickeln würde: 450 Dollar für Premium Tickets, 375 Dollar für Kategorie 2, gar 120 Dollar noch am Dress Circle.

Nun stellt sich heraus, dass beispielsweise der Internetverkauf der Frankenstein-Tickets zumindest für die Ticketverkäufer kein Geschäft war. Der durchschnittliche Ticketpreis im November 2007 lag bei 217 Dollar, im März 2008 gar nur mehr bei 116 Dollar. Die Nachfrage nach Tickets war mit der Zeit so gering geworden, dass man von einem Boykott der Zuschauer sprechen muss und auch sollte.

Ein weiterer Fehler: Die Produzenten beschränkten den Gruppenticketverkauf auf maximal 50 Stück pro Show. Viele Veranstalter, die meistens mindestens 250 Tickets pro Show benötigen, fielen damit weg. Sie danach doch noch ins Boot holen zu wollen, war vergebene Mühe. Im Januar 2008 gab es zwar Ermäßigungen für Gruppentickets - Wochen nach der Premiere. Da waren aber bereits wieder brandneue Shows am Start - und die zuvor abgewiesenen Veranstalter hatten die Arroganz der Produzenten nicht vergessen.

Die Maßnahmen griffen nicht, was nun folgte, war ein drastischer Rausverkauf. Im März wurden die 450-Dollar-Tickets planiert, man schaltete Werbung mit dem Hinweis: «All tickets $50 to $120.” Im April starteten die Produzenten eine E-Mail-Kampagne mit dem Hinweis: “Tickets starting at $45”. Im Mai 2008 wurde das Orchester verkleinert, fünf von sieben Streichern mussten gehen. Die Darsteller hatten drastische Gehaltseinbußen zu akzeptieren, oder mussten gehen.

Eine Show wird, das ist wohl auch Mr. Brooks klar geworden, nicht durch jene Publikumsschichten zum Erfolg, die bereit sind, 450 Dollar pro Ticket zu bezahlen. Mundpropaganda passiert durch Leute, die das Theater lieben, oft und gerne ins Theater gehen, und auch durch Fans. Bei einer Ticketpreisgestaltung, die jenseits von Gut und Böse ist, durch das Pech, eine Show in Zeiten der Wirtschaftskrise laufen zu haben, verliert man exakt jenes Publikum, das bereit wäre, durch positive Weiterempfehlung zum Erfolg eines Stücks beizutragen. Und das ist, letztlich, am Broadway nicht anders als in Wien.

Links:
- The New York Times: Broadway Is Dry-Eyed as Monster Falls Hard
- Broadway & Me: Cutting «Young Frankenstein” Down to Size

Reblog this post [with Zemanta]

Jason Robert Brown hat am Broadway kein Glück: Aus für “13″

Aus der Traum. Auch das jüngste Broadway-Abenteuer von Jason Robert Brown ist bald vorbei. Am 4. Januar 2009 fällt der letzte Vorhang für “13″. Insgesamt wird es die Show auf 22 Previews und 105 reguläre Vorstellungen bringen.

Produzent Bob Boyett:

In my entire career I have never seen so much talent in a single company as I have in 13. The joy and enthusiasm of the cast and band is genuinely matched by Jason’s remarkable music and the stellar creative team. I am happy to announce that although 13 is saying goodbye to Broadway, we’ve received much interest in a national and international tour.

Die Cast-CD von “13″ wird bei Ghostlight Records am 25. November erscheinen. Bereits seit 30. September ist in den USA eine Download-Version erhältlich.

Reblog this post [with Zemanta]

Hunter Parrish: Von “Weeds” zu “Spring Awakening”

Links
- IMDB
- Wikipedia

Ratzeputz am Broadway - auch “Spring Awakening” macht dicht

“Legally Blonde”, “Xanadu”, “Spamalot”, “Hairspray” sind nur einige der Broadway Shows, die bereits dichtgemacht haben oder bald dichtmachen. Neu zu dieser Liste hinzugekommen ist: “Spring Awakening”. Die letzte Vorstellung geht am 18. Januar 2009 über die Bühne. Insgesamt bringt es die Show dann auf 859 Vorstellungen und 29 Previews.

Broadway … do we have a problem?

Rezession - ein Wort, das man auch am Broadway in diesen Wochen immer öfter hört. Investoren ziehen ihr Geld aus neuen Shows zurück, der Vorverkauf läuft schleppend, Geld für neue Projekte zu bekommen wird laufend schwieriger.

Ein “Opfer”: das “Godspell”-Broadway-Revival, das im nächsten Monat mit den Previews im Barrymore Theatre an den Start gehen sollte. Produzent Adam Epstein fehlt eine Million Dollar, um die insgesamt 4,5 Millionen Dollar an Produktionskosten beisammen zu haben. Die Darsteller wurden per E-Mail informiert. Viele hatten ihre Jobs in erfolgreichen Musicals aufgegeben, um an diesem Projekt mitzuwirken.

“Die Rezession ist da”, so wird ein Produzent in der New York Post zitiert, “die guten Zeiten sind vorbei”.

“Spamalot”, so sagt man, ist auf einer Art Ehrenrunde und wird wohl das nächste Jahr um Shubert Theatre nicht mehr erleben.

“A Tale of Two Cities” hatte noch nicht mal Premiere, wird aber schon jetzt zum Flop erklärt.

“Brigadoon” und “For Colored Girls Who Have Considered Suicide When the Rainbow Is Enuf”, zwei Shows, die für den Herbst startklar waren, wird es wohl nicht geben.

Für “Brigadoon”, so heißt es, konnte man kein geeignetes Theater finden, aber andererseits hört man, dass es eher am Geld liegt beziehungsweise am fehlenden Geld.

“Colored Girls” wartet mit Whoopi Goldberg als Executive Producer auf, allerdings scheint die gesamte Produktion zu kippen, weil ein Investor in eine gerichtliche Auseinandersetzung verwickelt ist.

Marshall Brickman und Rick Elice, die Macher der “Jersey Boys”, sind auf der Suche nach Investoren für ihr neues Baby “Turn of the Century”, während bereits die Proben laufen unter der Regie von Tommy Tune. Nächstes Monat geht im Nonprofit-Goodman Theatre in Chikago die Premiere über die Bühne. Was danach kommt? Elizabeth I. McCann, eine der New Yorker Produzenten: “Wir sind auf der Suche nach Partnern. Es ist eine großartige Show, aber es wird immer schwieriger, Geld aufzutreiben.”

Der Vorverkauf läuft generell nicht optimal. Die einzige Show, die gut im Rennen liegt, ist “Billy Elliot”. 10 Millionen Dollar, nicht schlecht. Auf Rang zwei der nackte Harry Potter, Daniel Radcliffe, der in “Equus” zu sehen sein wird und 3 Millionen im Vorverkauf generieren konnte. Nicht gar so gut geht es den Produzenten von “Shrek”. 20 Millionen haben sie ausgelegt, nicht nicht mal 5 Millionen sind beim Vorverkauf bis jetzt zusammengekommen. Und “Young Frankenstein”? Da gibts wieder mal billigere Tickets.

« zurueck · vor »