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Archiv - Deutschland

“Elisabeth” als Tourproduktion 2008 in Berlin

Am 20. April 2008 feiert “Elisabeth”, das Musical von Sylvester Levay und Michael Kunze, als Tourproduktion im Berliner Theater des Westens Premiere. “Tanz der Vampire” wird nach 15-monatiger Laufzeit am 30. März 2008 abgesetzt.

Die Tourproduktion von “Elisabeth” wird bis August 2008 in Berlin gastieren und danach in anderen Städten Deutschlands und der Schweiz zu sehen sein. Harry Kupfer, der das Stück bereits in der Wiener Uraufführung als Regisseur auf die Bühne brachte, wird “Elisabeth” für Berlin neu inszenieren. Für das Set Design wurde Hans Schavernoch verpflichtet, die Choreographie übernimmt Dennis Challahan.

Produziert wird das Musical von LaBelle Tournee GmbH in Zusammenarbeit mit Freddy Burger Management und Stage Entertainment Tour GmbH. Die Castings finden im Dezember in Berlin statt. [storyarchitekt.com]

“Wicked”-Probenvideo online

Die Musicalplattform musical-total.de hat einen Ausschnitt aus den Probenarbeiten für die Stuttgarter Produktion von “Wicked” online gestellt. Zu hören: Willemijn Verkaik als grüne Hexe Elphaba mit “No good deed”.
Erste Ausschnitte aus drei Songs findet man auf der Stage-Entertainment-Site für “Wicked”.

Musicals: Was ist wichtiger - die Geschichte oder die Musik?

Würde man Storyarchitekt Michael Kunze diese Frage stellen, die Antwort wäre klar. “Die Musik hat der Geschichte zu dienen”, das ist eines der bekannteren Statements des Autors zu diesem Thema. Nicht ganz genau so sieht das Dirk Krampitz von “Welt Online”:

Es ist der letzte Beweis dafür, wie wichtig eine Geschichte für ein Musical ist: nämlich absolut unwichtig. Und wie wichtig die Musik ist: essenziell. Ohne die Lieder von Abba wäre “Mamma Mia!” ein schnell vergessenes, sehr harmloses Stück. Denn die Geschichte ist banal.

An und für sich ein sympathischer Ansatz, würde er nicht dazu benützt werden, sich gleich selbst ad absurdum zu führen - fast:

Lange schon wartet man auf das Wende-Muscial der Scorpions. Wer die Leute von der Stage zum Augenrollen bringen will, muss sie nur auf das “Wind of Change”-Musical ansprechen, das die Scorpions für Berlin komponieren. Das Buch sei noch nicht fertig, heißt es immer wieder. Kleiner Tipp, siehe oben: Sorgen um die Geschichte muss man sich nicht machen, solang das mit der Musik stimmt. Aber vielleicht ist das ja auch der Knackpunkt.

Die Breitenwirkung von ABBA mit dem schwachen Nachhall der Hits der Scorpions zu vergleichen, ist gewagt, und so ist das wohl tatsächlich der Knackpunkt beim seit Jahren geplanten Scorpions-Musical “Wind of Change”: Keine Story kann diese Songs zu einem Erfolgsmusical machen.

Aber zurück zu Herrn Krampitz. Er schließt mit einer netten These, warum Musicalkarten teurer als Kinokarten sind - und warum auch nicht, am 11. November ist Faschingsbeginn:

Für alle, die sich wundern, warum Musicalkarten teurer als Kinokarten sind: Die Strasssteinchen auf den Super-Trouper-Kostümen sind per Hand aufgenäht. So ein Kostüm kostet schnell 6000 Euro. Und dann gibt es ja nicht nur eine Erstbesetzung, sondern auch Zweit- und Drittbesetzung mit je eigenen Maßen.

Thomas Borchert: Erinnerung 2007

Es gibt Musicalsongs, die kann kaum noch jemand hören, so abgesungen sind sie. Das ist freilich Geschmacks- und Empfindungssache, aber beispielsweise “Erinnerung” aus Andrew Lloyd Webbers “Cats” in Konzerten brav wie im Musical gesungen, das ist mittlerweile sogar für immer mehr Musicalfans ein schwer verdaulicher Brocken.

Thomas Borchert singt den Song dennoch, ebenso wie “The Phantom of the Opera” (auch ein Lied, das man eigentlich nur mehr im Rahmen der Originalshow hören mag), und zwar ver”swingt”. Die Masche ist nun nicht neu, innovative Wege geht er damit nicht, aber es ist einen Versuch wert.

Am 14.11.2007 tritt Borchert mit seinem “Musical Swings”-Programm im Berliner Admiralspalast auf, und auf seiner Homepage kann man sicherheitshalber den Elchtest machen, ob man das Programm aushält oder nicht. Zwei kurze Schnipsel aus “Erinnerung” und “The Phantom of The Opera” sollten reichen.

Die Erfolgsstory “Max Seifert” oder Grenzwertiges von den Grenzland-Nachrichten

Unter dem Titel “Die Besten miteinander vereint” berichten die “Grenzland Nachrichten” über die die WestLK Musical-Sommerakademie, die am 23. August 2007 im Schulungszentrum Schloss Krickenbeck startete und mit einem attraktiven Preis lockte: Seit 2005 stiftet die WestLK ein Stipendium und finanziert damit den Besuch eines Trimesters an der Royal Academy of Music in London.

Das Dozententeam 2007:
- Künstlerische Leitung/Gesamtkoordination: Prof. Wolfgang Groller, Konservatorium Wien Privatuniversität
- Gesang: Prof. Mary Hammond, Gesangslehrerin der Royal Academy of Music in London
- Choreographie/Regie: Ricarda Regina Ludigkeit, Tanzpädagogin, Choreografin, Regisseurin
- Schauspiel: Prof. Peter Lund, Universität der Künste und Neuköllner Oper, Berlin
- Audition/Liedinterpretation: Pia Douwes, Musical-Darstellerin
- Musikalische Leitung: Prof. Patricia Martin, FolkwangHochschule Essen und Prof. Lior Kretzer, Konservatorium Wien Privatuniversität

So weit, so gut. Besonders interessant ist aber vor allem eine Passage des Artikels der Grenzlandnachrichten. Da heißt es:

»Im vergangenen Jahr gewann Max Seifert das Stipendium für London. Seitdem hat er die Hauptrolle in »Romeo und Julia« im Raimund Theater Wien und in »Wicked - die Hexen von Oz« in Stuttgart gespielt«, unterstreicht Groller.

Nicht nur, dass nicht ein “Max Seifert” gewonnen hat, sondern Mark Seibert, den geschätzten Redakteuren dürfte auch vollkommen entgangen sein, dass “Wicked” noch nicht mal Premiere hatte und “Romeo & Julia” schon vor dem Gewinn des Preises stattgefunden hat. Aber egal, lustig sind sie allemal, die Grenzland-Nachrichten.

Links
- Artikel der “Grenzland-Nachrichten”
- Mark Seiberts Website

“Spring Awakening”: ein Erfolg am Broadway - und bald auch in Österreich?

Sechs Millionen Dollar haben die Produzenten des Erfolgsmusicals “Spring Awakening” in ihre Show gesteckt. Nach einem starken Sommer hat die Produktion die Kosten bereits eingespielt. Mit ein Grund dafür: der Gewinn von acht Tony Awards im Juni 2007, inklusive der Auszeichnung als “Bestes Musical”.

“Spring Awakening” setzt nun an, zum globalen Erfolg zu werden. Eine US-Tour startet im September 2008 in San Francisco, in Planung sind internationale Produktionen in England, Japan, Korea, den Niederlanden, Deutschland - und Österreich.

Die Uraufführung des Werks von Duncan Sheik und Steven Sater fand am Off-Broadway (Atlantic Theater Company) im Juni 2006 statt. Im November 2007 wechselte man an den Broadway, wo die Show im Eugene O’Neill Theatre derzeit zu 100 Prozent ausgelastet ist (durchschnittliche Auslastung 2007: 86,81 Prozent). [Playbill, Broadwayworld.com]

Bad Hersfeld: Backstage-Videos von “Les Misà©rables”

Noch bis zum 5. August 2007 ist in Bad Hersfeld (Deutschland) das Musical “Les Misà©rables” in der Inszenierung von Helmuth Lohner zu erleben.

Auf der Website von Musicaldarsteller Tomas Tomke gibt es zu dieser Produktion mittlerweile zwei Backstage-Videos, ein dritter Teil ist in Planung. Die Links zu den Videos findet man im Blog der Website.

Serkan Kaya als Siegfried in “Der Ring - Das Musical”

Am 16. Dezember 2007 geht im Theater Bonn die Uraufführung von “Der Ring - Das Musical” über die Bühne. Frank Nimsgern und Daniel Call haben die Show als Auftragswerk für das Theater Bonn geschrieben. Erzählt wird:

… die große Geschichte von Aufstieg, Blüte und Verfall, von Wiedergeburt im Untergang: »Das Ende ist immer auch ein Neubeginn!« Zwerge, Menschen, Götter entbrennen im Kampf um den Ring und die Macht, die er verspricht. Alberich raubt den Rheintöchtern den Ring, verliert ihn aber wieder an die riesen Fasolt und Fafner, doch auch bei ihnen bleibt er nicht ewig. Der Ring wandert von Mensch zu Mensch, von Gottheit zu Gottheit. Mit sich bringt er Zerstörung, Korruption, Verrat und Leid. Doch alle wollen ihn, den Ring, sind verzaubert, besessen. Und jeder Kampf um die Macht wird von einer großen Liebesgeschichte begleitet. In diesem Fall begegnen sich Siegfried und Brunhild. Wird ihre Liebe stärker sein als die Macht des Ringes?

Der deutsche Musicalkomponist Frank Nimsgern wurde durch seine Shows “Hexen”, “Poe” und “Snowhite” bekannt. Daniel Call gehört zu den erfolgreichsten und produktivsten deutschen Theaterschreibern seiner Generation. In der Spielzeit 1996/97 startete er als Newcomer mit gleich drei Uraufführungen am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Theater Dortmund.
Für “Der Ring” wurden einige bekannte Musicaldarsteller verpflichtet:

Cast

Brunhild: Aino Laos
Alberich: Darius Merstein-McLeod
Wotan: Karim Khawatmi
Siegfried: Serkan Kaya
Tänzerinnen und Tänzer des Choreographischen Theaters Johann Kresnik

Leading Team
Inszenierung: Christian von Götz
Bühne: Heinz Hauser
Kostüme: Gabriele Jaenecke

Vorstellungstermine
21. Dezember 2007, 28. Dezember 2007, 9. Januar 2008, 24. Januar 2008, 26. Januar 2008, 2. Februar 2008, 3. Februar 2008, 10. Februar 2008, 4. März 2008, 6. März 2008

Was passiert, wenn mal alle Alfreds bei “Tanz der Vampire” krank sind?

Thomas Klotz, derzeit als “Neal kellerman” in “Dirty Dancing” (Hamburg) zu sehen, hat da eine nette Geschichte auf Lager. Nachzulesen im Forum seiner Website.

Achtung: Kein Aprilscherz - Herr Klokow ist so frei

Überlegt hatte ich mir einen Aprilscherz (beispielsweise die Ankündigung der österreichischen deutschestsprachigen premierenhaften »Welturaufführung« von “Mundi Sackbauer”, dem ersten österreichischen Proletenmusical, aber ich will ja niemanden mit Besetzungsgerüchten beleidigen), doch das reale Leben ist manchmal noch viel lustiger. In der “Berliner Zeitung” von voriger Woche ist ein Interview mit Stage-Entertainment-Vorstand Maik Klokow zu lesen, in dem dieser ein wenig über das Musical an sich in Deutschland philosophiert.
Recht lustig finde ich ja schon die Passage über die Gründe für den “42nd Street”-Flop. Auf die Frage “Lag es am Titel?” antwortet Klokow unter anderem:

Zum Teil vielleicht. Nicht jeder ist mit der englischen Sprache vertraut. Wir hatten telefonische Bestellungen, da orderte jemand “Zwei Karten für 4-2-N-D”.

Einen Schritt lustiger dann die Antwort auf die Frage: “Warum kopieren Sie nicht einfach 20 mal ihre Erfolge wie “Mamma Mia!” oder “König der Löwen” in 20 verschiedenen Städten?”

Das ist nicht unser Ansatz.

“Mamma Mia!” läuft demnächst eh “nur” in drei verschiedenen deutschen Städten gleichzeitig. So weit davon entfernt scheint der Ansatz der Stage also nicht wirklich zu sein. Aber das Meisterstück liefert Klokow mit seiner Antwort auf die Frage: “Was braucht ein Musical, um erfolgreich zu sein?”

Ganz allgemein gesagt: Das Wichtigste ist die Geschichte. Ein Musical braucht eine gute Geschichte, denn es ist kein Konzert. Eine solche Geschichte suchen wir noch für “Wind of Change”. Zweitens natürlich die Musik, einen Musikkatalog von 20 bis 23 Songs, die die Geschichte nicht nur begleitet, sondern vorantreiben muss. Das sind schon 80 Prozent des Erfolges.

E-n-d-l-i-c-h ist mir klar, warum es so wenig Cast-CDs von deutschen Musicalproduktionen gibt. Wenn die Geschichte so wichtig ist, schau ich im Plattenladen sicher am falschen Eck nach. Ich müsste wohl in der Abteilung “Hörspiele” nachgucken. Oder in der Sprache Klokows: Ein Musical braucht vor allem einen perfekten Score, wunderbare Songs, denn es ist kein Sprechtheater.

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